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Marienkäfer-Mohn im ökologischen Landbau: Chancen, Herausforderungen, Grenzen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Marienkäfer-Mohn (Papaver commutatum) ist einjährig, die Fläche wird jedes Jahr neu angelegt.
  • Eine Aussaat von März bis Juni bringt Blüten im selben Jahr, eine Septembersaat erst im Folgejahr.
  • Mohn liefert Pollen, aber keinen Nektar; die Art gilt als nützlingsfreundlich.
  • Er braucht volle Sonne und einen tiefgründigen, fruchtbaren, gut durchlässigen Boden.
  • Abstand: 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand, als Direktsaat verzogen.
  • Speisemohn und Mohnöl kommen vom Schlafmohn, dessen Anbau in Deutschland erlaubnispflichtig ist.
Scharlachrote Blüten des Marienkäfer-Mohns (Papaver commutatum) mit schwarzen Flecken
Foto: peganum from Small Dole, England · CC BY-SA 2.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Wer ökologisch gärtnert oder einen Blühstreifen anlegt, sucht Pflanzen, die Insekten etwas bieten und ohne chemischen Pflanzenschutz auskommen. Der Marienkäfer-Mohn kann dazugehören, denn er liefert Pollen und gilt als nützlingsfreundlich. Einige Versprechen rund um diese Art halten aber nicht: Er bringt keinen Speisemohn, keinen Nektar und gilt nicht als Schnittblume. Ich plane ihn deshalb wie eine Kultur mit festem Zeitfenster und einer klaren Aufgabe auf der Fläche.

Welcher Mohn ist gemeint?

Marienkäfer-Mohn heißt botanisch Papaver commutatum, der Klatschmohn dagegen Papaver rhoeas. Er ist einjährig: Keimung, Blüte, Samenbildung und Absterben laufen in einer Vegetationsperiode ab, ungünstige Zeiten überdauert er als Samen. Wie sich solche Arten unter den Sommerblumen einordnen, findest du im Kurzporträt der Sommerblumen mit Lebensdauer und Herkunft.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Papaver
Hund
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.

Bodenart

Lehmboden ist geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Geeignet sind sonnige Beete, Gefäße oder Wildblumenpflanzungen auf tiefgründigem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden.

Pflege

Pflege

Nach der Blüte zurückschneiden.

Düngung

Bei der Marienkäfermohn-Sorte Ladybird vor der Pflanzung Kompost in den Gartenboden einarbeiten.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.

Aussaatkalender Marienkäfer-Mohn
GartenkalenderAussaat: März, April, Mai, Juni, August, September; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberAussaatBlüte

Welche Chancen bietet der Marienkäfer-Mohn im Ökoanbau?

Pollen ja, Nektar nein

Mohn gilt als nektarlose Pollenpflanze, sein Nutzen für Honigbienen liegt also im Pollenangebot. Auch der verwandte Klatschmohn bietet Wildbienen Pollen, aber keinen Nektar. Für den Zugang zählt die Blütenform, denn ungefüllte Blüten erleichtern Insekten den Weg zu Nektar und Pollen. Vollständig gefüllte Zierblüten können dagegen als Pollenquelle ausfallen. Beim Saatgutkauf lese ich deshalb zuerst, ob die Sorte ungefüllt blüht.

Weil der Mohn selbst keinen Nektar liefert, braucht eine Blühfläche für Insekten Partner, die Nektar beisteuern. Ungefüllte Tagetes-Sorten bieten Insekten frei zugänglichen Nektar, und Löwenmäulchen gehören zu den Nektarpflanzen für Hummeln. Für Bienen zählt außerdem ein möglichst durchgehendes Nahrungsangebot über die Saison, das du aus Pflanzen mit unterschiedlichen Blühzeiten zusammenstellst.

Mythos-Check

Marienkäfer-Mohn wird gern als reichhaltige Nektarquelle beschrieben. Mohn ist aber eine nektarlose Pollenpflanze. Bei ihm zählt für Bienen der Pollen, den Nektar müssen andere Blüten auf der Fläche liefern.

Nützlinge brauchen mehr als Blüten

Der Marienkäfer-Mohn ist als nützlingsfreundlich eingestuft und gilt als Nahrungsquelle für Nützlinge und Insekten. Im ökologischen Anbau ist das interessant, weil Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen zu den natürlichen Feinden von Blattläusen gehören. Neben Blüten brauchen diese Tiere aber Quartiere: Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern die Ansiedlung von Nützlingen. Bodennistende Wildbienen finden Lebensraum an offenen, besonnten und möglichst ungestörten Bodenstellen, Stein- und Holzhaufen ergänzen das Angebot. Am Rand meiner Blühfläche lasse ich deshalb einen Holzhaufen liegen und halte eine sonnige Stelle frei von Bewuchs. Wer auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet, schont nützliche Insekten zusätzlich.

Mythos-Check

Der Name bedeutet nicht, dass die Pflanze Marienkäfer anlockt. Er passt zur Blütenzeichnung der Sorte ‘Ladybird’, die blutrot mit schwarzen Punkten blüht. Als nützlingsfreundlich gilt die Art trotzdem.

Mehr zur Rolle der Art im Naturhaushalt steht im Ratgeber, welche ökologische Bedeutung der Marienkäfer-Mohn hat und wie du ihn schützt.

Blühstreifen: Saatgut und Herkunft klären

Für Blühstreifen wird regionales, artenreiches Wildpflanzensaatgut mit zertifizierter Herkunft empfohlen. Legst du den Streifen mit einer Förderung an, gelten zusätzlich deren Vorgaben. Für Aussaaten in der freien Natur sind heimische Pflanzen regionaler Herkunft vorgesehen, nichtheimische Arten können im privaten Garten verwendet werden. Ob Marienkäfer-Mohn in deine Mischung gehört, klärst du deshalb vor dem Kauf über die Herkunftsangabe des Saatguts und die Förderbedingungen. Für einjährige Sommerblumenmischungen auf dem vorbereiteten Saatbeet beträgt die Aussaatmenge 1 bis 3 g/m², gerechnet als Flächenwert für die ganze Mischung.

Welche Herausforderungen bringt der Anbau mit sich?

Kein Fall für magere Restflächen

Marienkäfer-Mohn gilt als trockenheitsverträglich, braucht aber volle Sonne und einen tiefgründigen, fruchtbaren, gut durchlässigen Boden. Magere Restflächen sind für ihn deshalb keine gute Wahl. Details stehen im Ratgeber, welchen Standort der Marienkäfer-Mohn braucht und wie du den Boden vorbereitest, die Grundlagen zu Licht und pH-Wert im Sommerblumen-Überblick unter Standort und Boden.

Saatbeet und Aussaat

Für die Direktsaat bereitest du ein fein geharktes, unkrautfreies und gut durchlüftetes Saatbett vor. Gesät wird flach, 0 bis 0,5 cm tief, und die Sämlinge der Sorte ‘Ladybird’ verziehst du nach der Keimung rechtzeitig auf Abstand. Den Ablauf Schritt für Schritt zeigt der Ratgeber, wie du Marienkäfer-Mohn aussäst und bis zur Samenreife pflegst.

Unkraut: Die Arbeit beginnt vor der Saat

Ohne chemische Mittel verlagert sich ein Teil der Unkrautarbeit vor die Aussaat. Ich lockere und ebne das Saatbeet, halte es zwei bis drei Wochen frei von allem, was aufläuft, und säe erst danach. Wie du im Bestand jätest und verhärtete Oberflächen vorsichtig lockerst, beschreibt der Sommerblumen-Überblick unter Pflege.

Gießen und Düngen nach ökologischen Regeln

Gedüngt wird nach Bedarf, und den zeigt eine Bodenuntersuchung. Vorgesehen ist sie vor einer Neuanlage und danach alle 3 bis 5 Jahre, vor der Probenahme wird nicht gedüngt. Bei der Sorte ‘Ladybird’ arbeitest du vor der Pflanzung Kompost in den Gartenboden ein. Kompost bringst du im Spätwinter oder Frühjahr aus und nicht als pauschale Herbstgabe, damit weniger Nitrat ausgewaschen wird. Auch organische Dünger können den Boden überdüngen, wenn zu viel davon ausgebracht wird. Ihre Nährstoffe werden zudem witterungsabhängig frei, bei Frost, Trockenheit und stauender Nässe nur in geringem Maß.

Zahl im Blick

Als allgemeine Garten-Faustzahl gelten jährlich etwa 3 l Kompost je m². Sie ersetzt keine artspezifische Düngeberechnung, und bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten bringst du weniger aus.

Beim Wasser hilft, dass die Art als trockenheitsverträglich gilt. Während und unmittelbar nach der Keimung darf die Saat aber nicht austrocknen, deshalb halte ich die Erde an der Aussaatstelle nach dem Andrücken feucht. Braucht das Beet später Zusatzwasser, gieße ich durchdringend in größeren Abständen statt häufig in kleinen Gaben, und zwar morgens direkt auf die Erde. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung, und gesammeltes Regenwasser aus Regentonne oder Zisterne eignet sich zum Gießen. Wie du den Mohn durch die Saison versorgst, zeigt der Ratgeber, wie du Marienkäfer-Mohn richtig gießt, düngst und gesund hältst.

Schädlinge und Krankheiten

Bei jungen Pflanzen achte ich auf Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren, denn beides spricht für Schnecken, die ich zuerst absammle. Blattläuse spritze ich bei schwachem Befall mit Wasser ab, nachdem ich nachgesehen habe, ob schon Marienkäfer oder Larven von Florfliegen und Schwebfliegen in der Kolonie sitzen. Vorbeugen und von Hand eingreifen beschreibt der Sommerblumen-Überblick im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.

Wie viel Platz braucht er, und welche Nachbarn passen?

Marienkäfer-Mohn kommt per Direktsaat an seinen Platz und wird dort auf Abstand verzogen. Ich säe in Reihen, weil ich so zwischen den Reihen arbeiten kann und beim Verziehen die Saat sicher erkenne.

Planungswert Angabe
Abstand in der Reihe 10 cm
Reihenabstand 20 cm
Wuchsbreite 20–30 cm
Wuchshöhe 40–60 cm
Anbauform Direktsaat in Reihen, nach der Keimung rechtzeitig verziehen

Ausreichender Pflanzabstand verbessert die Luftzirkulation und das Abtrocknen der Blätter, dadurch sinkt das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten. Beim Verziehen bin ich deshalb konsequent, auch wenn jeder Sämling kräftig aussieht.

Marias Erfahrung

Ich stecke an beide Enden jeder Mohnreihe einen Stab. Beim Verziehen sehe ich so sofort, wo die Reihe verläuft und welche Sämlinge dazugehören.

Bei Mischkultur planst du schon bei der Aussaat genug Raum für die endgültige Größe jeder Kultur ein. Kurzlebige Zwischenkulturen werden geerntet, bevor sie die länger stehende Hauptkultur bedrängen. Behauptete positive Nachbarschaftseffekte sind dagegen häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Listen mit guten Nachbarn nehme ich deshalb als Anregung, nicht als Regel.

Welche Kulturen du nebeneinander setzt, kannst du im Mischkultur-Werkzeug nachschlagen, und im Beetplaner legst du Reihen und Abstände an. Gestalterische Kombinationen zeigt der Ratgeber, wie du Marienkäfer-Mohn in Beeten und Pflanzkombinationen einsetzt.

Wie passt Marienkäfer-Mohn in die Fruchtfolge?

Einjährig heißt: Die Fläche wird jedes Jahr neu angelegt

Eine Ansaat aus einjährigen Sommerblumen legst du für jede Gartensaison neu an. Für die Fruchtfolge ist das praktisch, denn der Mohn belegt eine Fläche nur für eine Saison und lässt sich wie eine Kultur verschieben. In einer Ackerblumenmischung lassen sich Kornblumen mit Getreide, Kamille und Mohn kombinieren. Kornblumen brauchen als Ackerbegleitpflanzen einen offenen, bearbeiteten Boden, und die Mohnfläche wird ohnehin jedes Jahr neu bearbeitet, beide passen also in denselben Rhythmus. Ich trage jedes Jahr ein, wo der Mohn stand, damit ich die Folge planen kann. Einjährige überdauern ungünstige Zeiten als Samen, Kapseln lasse ich deshalb nur dort ausreifen, wo mir Nachwuchs im Folgejahr recht ist.

Häufiger Fehler

Marienkäfer-Mohn in eine bestehende Wiese einsäen. In einer dauerhaften Blumenwiese können einjährige Sommerblumen durch konkurrierende Wildpflanzen zunehmend verdrängt werden. Für eine neue einjährige Fläche entfernst du die bestehende Grasnarbe deshalb vollständig.

Das Aussaatfenster bestimmt den Platz in der Folge

Aussaat Blüte
März bis Juni im selben Jahr, je nach Aussaatzeit zwischen Juni und September
September erst im Folgejahr

Für die Planung rechnest du mit einer Kulturdauer von 112 bis 126 Tagen. Eine Septembersaat blüht erst im Folgejahr, und die Winterhärte der Art gilt nur als bedingt. Wer Blüten für Insekten sicher im Plan haben will, setzt deshalb auf die Frühjahrsaussaat, die Septembersaat bleibt ein Versuch mit Winterrisiko. Ich verteile die Frühjahrsaussaat auf mehrere Termine, weil die Blüte je nach Aussaatzeit früher oder später einsetzt. Die Termine trägst du am besten in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein.

Zwischenfrucht und Gründüngung: was realistisch ist

Oft liest man, Marienkäfer-Mohn lockere als Zwischenfrucht den Boden und reichere ihn mit Nährstoffen an. Mit einer Lockerung durch tiefe Wurzeln rechne ich bei ihm nicht. Diese Aufgabe übernimmt zum Beispiel die Kulturmalve, deren Pfahlwurzel zur biologischen Bodenlockerung beitragen kann. Im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau wird sie als Stoppelsaat bis Anfang August gesät. Verzögert keimende Samen der Kulturmalve können allerdings noch in der Folgekultur auflaufen.

Mythos-Check

„Der Mohn reichert den Boden mit Nährstoffen an“ stimmt so nicht. Eine Gründüngung bindet zunächst die Nährstoffe, die schon im Boden sind, und setzt sie beim Verrotten wieder frei. Die Düngung ersetzt sie deshalb nicht automatisch.

Wenn ich Mohn als Gründüngung nutze, schneide ich ihn vor der Samenreife und arbeite ihn flach ein. Bis zur Folgekultur warte ich dann meist zwei bis drei Wochen. Wurzeln und verrottende Grünmasse einer Gründüngung liefern organisches Material für die Humusbildung und verbessern die Bodenstruktur. Ist die Fläche geräumt, schützt eine Grüneinsaat über Winter das Beet vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung.

Was lässt sich ernten und verarbeiten?

Blüten oder Fruchtstände: Die Entscheidung fällt beim Ausputzen

Das Entfernen welker Blüten kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern, begrenzt aber zugleich die Samenbildung. Beim Marienkäfer-Mohn wird außerdem ein Rückschnitt nach der Blüte empfohlen. Die Fruchtstände der Sorte ‘Ladybird’ eignen sich jedoch für floristische Arrangements. Wer alles Verblühte abschneidet, fördert vielleicht weitere Blüten, verliert aber genau den Teil, der sich weiterverwenden lässt. Ich teile die Fläche deshalb auf: Einen Teil putze ich für den Blütenflor aus, auf dem anderen lasse ich Fruchtstände für Gestecke und Saatgut stehen.

Eigenes Saatgut gewinnen

Für die eigene Nachzucht lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem, sonnigem Wetter. Dunkle und trockene Körner zeigen die Erntereife häufig an. Die Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet mit Sortenname und Ernteangabe kühl, dunkel und trocken. Stammt dein Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Vor einer größeren Aussaat mache ich mit eigenem Saatgut eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern.

Tipp

Eine Keimprobe ist auch auf feucht gehaltenem, nicht nassem Küchenpapier möglich. Deck das Papier gegen Austrocknung ab und zähle anschließend, wie viele Samen gekeimt sind.

Rechnet sich der Anbau?

Bevor du Marienkäfer-Mohn als Einnahmequelle planst, lohnt ein nüchterner Blick auf das, was er hergibt. Speisemohn und Mohnöl betreffen den Schlafmohn, Papaver somniferum, nicht den Marienkäfer-Mohn. Der Anbau von Schlafmohn ist in Deutschland auch bei privater Nutzung und unabhängig von der Pflanzenzahl erlaubnispflichtig. Wer mit Mohnsamen für Backstube oder Ölmühle kalkuliert, plant also mit einer anderen Art und braucht für deren Anbau eine Erlaubnis nach § 3 Betäubungsmittelgesetz.

Achtung

Speisemohn ist eine andere Art. Die Samen des Marienkäfer-Mohns verwende ich nur zur Aussaat und nicht in der Küche.

Auch frische Sträuße fallen als Ware weg, weil der Marienkäfer-Mohn nicht als Schnittblume gilt. Was bleibt, sind die Fruchtstände der Sorte ‘Ladybird’ für floristische Arrangements und eigenes Saatgut für die nächste Aussaat. Überzähliges Saatgut kannst du in Gemeinschaftsgärten tauschen und teilen. Ob ein geförderter Blühstreifen Marienkäfer-Mohn enthalten darf, entscheiden die jeweiligen Fördervorgaben. Auf der Kostenseite stehen Saatgut, Kompost und Arbeitszeit für Unkrautvorlauf, Verziehen und Jäten, und das jedes Jahr, weil die Fläche neu angelegt wird.

Mini-Checkliste

Bevor ich Marienkäfer-Mohn einplane, kläre ich vier Fragen. Bekommt die Fläche volle Sonne und hat sie tiefgründigen, fruchtbaren Boden? Passt eine Aussaat zwischen März und Juni in die Fruchtfolge? Ist das Saatgut für diese Fläche zulässig, etwa in einem geförderten Blühstreifen? Soll der Ertrag in Gestecke und eigenes Saatgut gehen statt in Speisemohn?

Jetzt dran

Zwischen Herbst und Frühjahr nimmst du die Bodenprobe, noch bevor du düngst. Im Spätwinter oder Frühjahr arbeitest du Kompost ein, lockerst das Saatbeet und hältst es zwei bis drei Wochen unkrautfrei. Ab März säst du flach in Reihen und verziehst die Sämlinge nach der Keimung rechtzeitig.

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Häufige Fragen

Welche Rolle spielt Marienkäfer-Mohn im ökologischen Landbau?
Er ist vor allem eine Blühpflanze für Insekten: Mohn liefert Pollen, aber keinen Nektar, und die Art gilt als nützlingsfreundlich. Als einjährige Kultur belegt er eine Fläche nur für eine Saison und lässt sich deshalb gut in die Fruchtfolge einplanen. Speisemohn oder Mohnöl liefert er nicht, denn diese Nutzung betrifft den Schlafmohn.
Worin unterscheiden sich Marienkäfer-Mohn und Klatschmohn in der Anwendung?
Es sind zwei Arten: Marienkäfer-Mohn heißt botanisch Papaver commutatum, Klatschmohn Papaver rhoeas. Beide bieten Insekten Pollen, aber keinen Nektar. Klatschmohn verträgt Umpflanzen schlecht und blüht nach einer Herbstaussaat im Folgejahr früher, beim Marienkäfer-Mohn führt eine Septembersaat zur Blüte im Folgejahr. Die Sorte 'Ladybird' des Marienkäfer-Mohns trägt blutrote Blüten mit schwarzen Punkten.
Ist Marienkäfer-Mohn wirklich so pflegeleicht wie oft behauptet wird?
Marienkäfer-Mohn gilt als trockenheitsverträglich, braucht aber volle Sonne und einen tiefgründigen, fruchtbaren, gut durchlässigen Boden. Arbeit steckt vor allem in der Vorbereitung: Das Saatbett soll fein geharkt und unkrautfrei sein, und die Sämlinge werden nach der Keimung rechtzeitig verzogen. Weil er einjährig ist, legst du die Fläche jedes Jahr neu an.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für Aussaat und Ernte von Marienkäfer-Mohn?
Säst du von März bis Juni, blüht Marienkäfer-Mohn im selben Jahr, je nach Aussaatzeit zwischen Juni und September. Eine Septembersaat blüht erst im Folgejahr, und die Winterhärte gilt nur als bedingt. Für Saatgut lässt du einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen und erntest bei trockenem, sonnigem Wetter, wobei dunkle, trockene Körner die Reife häufig anzeigen.
Wie unterscheidet sich Marienkäfer-Mohn von anderen Zwischenfrüchten?
Marienkäfer-Mohn ist in erster Linie eine einjährige Blühpflanze für Insekten und keine Zwischenfrucht zur Bodenlockerung. Für die Planung rechnest du mit einer Kulturdauer von 112 bis 126 Tagen, und nach einer Septembersaat blüht er erst im Folgejahr. Zur biologischen Bodenlockerung kann zum Beispiel die Kulturmalve mit ihrer Pfahlwurzel beitragen; sie wird im landwirtschaftlichen Zwischenfruchtanbau als Stoppelsaat bis Anfang August gesät.
Welche Bedeutung hat die Nützlingsförderung durch Wildblumen im Anbausystem?
Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und Schwebfliegen gehören zu den natürlichen Feinden von Blattläusen. Blühpflanzen wie der als nützlingsfreundlich eingestufte Marienkäfer-Mohn ergänzen ihr Nahrungsangebot, Verstecke und Überwinterungsmöglichkeiten fördern ihre Ansiedlung. Wer auf chemischen Pflanzenschutz verzichtet, schont diese Insekten zusätzlich, eine Garantie gegen Blattläuse ist das aber nicht.
Welche wirtschaftlichen Perspektiven bietet der Anbau von Marienkäfer-Mohn?
Speisemohn und Mohnöl stammen vom Schlafmohn, dessen Anbau in Deutschland auch bei privater Nutzung erlaubnispflichtig ist. Als Schnittblume gilt Marienkäfer-Mohn ebenfalls nicht. Nutzbar sind vor allem die Fruchtstände der Sorte 'Ladybird' für floristische Arrangements und eigenes Saatgut für die nächste Aussaat. Bei geförderten Blühstreifen entscheiden die jeweiligen Fördervorgaben über die Saatgutwahl.
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