Marienkäfer-Mohn vermehren: Samen ernten, lagern, säen
- Reif sind die Samen, wenn die Kapsel durchgehend braun ist und sich oben öffnet.
- Bei trockenem, sonnigem Wetter ernten, bevor die Kapseln ihren Inhalt ausstreuen.
- Auf Papier nachtrocknen, mit einem Teesieb reinigen und beschriftet verpacken.
- Kühl, dunkel und trocken bei 4 bis 15 °C lagern.
- Aussaat von März bis Juni blüht im selben Jahr, eine Septembersaat im Folgejahr.

Marienkäfer-Mohn kommt im nächsten Jahr nur wieder, wenn er Samen hinterlässt. Schneidest du die Kapseln zu früh, keimen die Samen nicht. Wartest du zu lange, liegt das Saatgut verstreut im Beet. Ich beobachte deshalb die Kapseln, sobald die ersten Blüten verwelkt sind, und greife erst zur Schere, wenn die Kapsel selbst die Reife anzeigt.
Warum Marienkäfer-Mohn über Samen weiterlebt
Marienkäfer-Mohn heißt botanisch Papaver commutatum, der Klatschmohn dagegen Papaver rhoeas. Wo er unter den Sommerblumen steht, zeigt das Kurzporträt der Sommerblumen zu Lebensdauer und Herkunft.
Für die Vermehrung ist entscheidend, dass er einjährig ist. Keimung, Blüte, Samenbildung und Absterben laufen innerhalb einer VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. ab, ungünstige Zeiten übersteht die Art als Samen. Eine nächste Generation gibt es also nur über Samen, ob du sie erntest oder die Pflanzen sich selbst aussäen lässt.
Für Honigbienen liegt sein Wert im Pollen, denn Mohn gilt als nektarlose Pollenpflanze. Wie du ihn in eine Wildblumenwiese oder einen naturnahen Garten einbindest, steht in einem eigenen Ratgeber.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden. Ein vollsonniger Standort ist geeignet.
- Bodenart
Lehmboden ist geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Geeignet sind sonnige Beete, Gefäße oder Wildblumenpflanzungen auf tiefgründigem, nährstoffreichem und gut durchlässigem Boden.
Pflege
- Pflege
Nach der Blüte zurückschneiden.
- Düngung
Bei der Marienkäfermohn-Sorte Ladybird vor der Pflanzung Kompost in den Gartenboden einarbeiten.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten bieten Nützlingen und Insekten Nahrung.
Woran du reife Samenkapseln erkennst
Je nach Aussaatzeit blüht Marienkäfer-Mohn zwischen Juni und September. Nach der Blüte bleibt die Kapsel an der Pflanze und reift dort aus. Lass sie hängen, bis sie durchgehend braun ist. Reif ist der Samen, wenn sich die Kapsel oben am Deckel öffnet.
Damit ist das Erntefenster schmal. Die Reife zeigt sich erst, wenn die Kapsel aufgeht, und eine offene Kapsel streut ihren Inhalt aus. Ich schneide deshalb, sobald die ersten braunen Kapseln oben aufgehen, und nehme die durchgehend braunen Kapseln derselben Pflanze gleich mit.
Unreif geerntete Samen keimen nicht. Grüne oder nur fleckig braune Kapseln bleiben deshalb hängen, auch wenn das Beet schon unordentlich aussieht. Ich notiere mir den Beginn der Hauptblüte als Erinnerung, entscheiden lasse ich aber die Kapsel.
Welche Pflanzen für Saatgut stehen bleiben
Verwelkte Blüten abzuschneiden kann bei Sommerblumen weitere Blüten fördern, begrenzt aber die Samenbildung. Für die eigene Nachzucht lässt du deshalb einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Ich binde an kräftige, gesunde Pflanzen einen Bastfaden, bevor ich den Rest ausputze. Was das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. für Blütezeit und Nachblüte bedeutet, erklärt der Ratgeber, wann und wie lange Marienkäfer-Mohn blüht.
Von rostbefallenen Zierpflanzen gewinnst du kein Saatgut. Rostsporen bleiben am Saatgut haften und können die Jungpflanzen im folgenden Jahr infizieren.
Die Fruchtstände der Sorte ‘Ladybird’ eignen sich auch für floristische Arrangements. Kapseln für Gestecke schneide ich erst, wenn die markierten Saatpflanzen feststehen.
Samen ernten: so gehe ich vor
Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter. Zum Abschneiden brauchst du eine scharfe Rosenschere oder ein scharfes Messer. Die Kapseln kannst du einzeln abschneiden oder mit einem Stück Stiel pflücken. Danach legst du sie zum Trocknen aus, etwa auf eine Gewächshausbank oder eine warme Fensterbank.
Beim Schneiden halte ich eine offene Papiertüte unter die Kapsel, damit kein Samen ins Beet rieselt. Sorte und Erntedatum schreibe ich sofort auf die Tüte, nicht erst am Abend.
Bevor ich schneide, gehe ich vier Punkte durch.
- Die Kapsel ist durchgehend braun und oben geöffnet.
- Kapseln und Stängel sind trocken, das Wetter ist sonnig.
- Rosenschere und Papiertüte liegen bereit.
- Die Tüte trägt Sorte und Erntedatum.
Nachtrocknen und reinigen
Geerntete Kapseln und Samen trocknen auf Papier nach. Erst danach trennst du die Samen von den Pflanzenresten. Ich schüttle die Kapseln über einem Bogen Papier aus und lese grobe Stücke mit der Hand heraus. Für den Rest hilft ein Teesieb, mit dem du den feinen Samen von trockenen Samenhäuten trennst.
Verpackt werden die Samen erst, wenn sie gereinigt und vollständig trocken sind. Dann kommen sie luftdicht und vor Feuchtigkeit und Wärme geschützt ins Lager.
Samen gleich nach dem Ausschütteln ins Glas füllen. Wer nicht vollständig nachtrocknet, schließt die Restfeuchte mit ein, vor der das Saatgut eigentlich geschützt werden soll.
Saatgut lagern: kühl, dunkel, trocken
Saatgut lagerst du kühl, dunkel und trocken. Ich fülle die Samen in dicht schließende Gläschen und beschrifte sie mit Sortenname und Erntejahr. Die Gläschen stehen bei mir in einer Kiste, die kein Licht durchlässt.
| Lagerfrage | Wert |
|---|---|
| Lagertemperatur für Saatgut | 4 bis 15 °C, kühl und dunkel |
| KeimfähigkeitDie Keimfähigkeit gibt an, wie viel Prozent der Samen einer Saatgutpartie unter optimalen Bedingungen zu normalen, gesunden Keimlingen auswachsen. Sie ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal von Saatgut. der meisten Samen | etwa drei Jahre bei kühler, dunkler und trockener Lagerung |
| Klimatisiertes Lager eines Saatgutherstellers | 15 bis 18 °C bei je nach Art konstant 35 bis 45 % relativer Luftfeuchte |
Die Herstellerwerte sind eine Orientierung aus dem Handel, keine artspezifische Grenze für den Hausgarten.
Die Samen des Marienkäfer-Mohns gelten als orthodox. So nennt man Samen, die das Austrocknen vertragen und sich deshalb trocken und kühl aufbewahren lassen.
Die drei Jahre gelten für die meisten Samen, eine eigene Angabe für den Marienkäfer-Mohn ist das nicht. Vor der Aussaat älterer Samen mache ich deshalb eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Dafür legst du genau abgezählte Körner auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und deckst alles gegen Austrocknung ab. Der Anteil gekeimter Körner zeigt dir, wie viel vom Saatgut noch keimt.
Selbst geerntete Samen des Marienkäfer-Mohns sind Saatgut, kein Speisemohn. Anbauhinweise zu Speisemohn und Mohnöl betreffen den Schlafmohn, Papaver somniferum. Dessen Anbau ist in Deutschland auch bei privater Nutzung und unabhängig von der Pflanzenzahl erlaubnispflichtig. Bewahre deine Samentüten deshalb klar beschriftet auf.
Sortenecht nachziehen
Stammt dein Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Bei F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. spalten die Merkmale in der Folgegeneration wieder auf.
Auch Kreuzungen spielen eine Rolle. Wachsen mehr als zwei Mohnsorten im Garten und willst du Saatgut zur Wiederaussaat gewinnen, sollten sie zu unterschiedlichen Zeiten blühen. Die andere Möglichkeit ist, die Blüten vor Kreuzung zu schützen. Ich beschrifte jede Ernte mit dem botanischen Namen, damit Marienkäfer-Mohn und Klatschmohn in der Saatgutkiste nicht durcheinandergeraten.
Für die Nachzucht im eigenen Garten ist der Sortenschutz kein Hindernis. Er greift nicht bei Handlungen im privaten Bereich, die keinem gewerblichen Zweck dienen.
Eigene Samen wieder aussäen
Für selbst geerntete Samen hast du zwei Termine. Säst du von März bis Juni, blüht der Mohn noch im selben Jahr. Eine Septembersaat blüht erst im Folgejahr.
Die meisten Samen keimen am besten, wenn sie gleich nach der Reife in die Erde kommen. Die Septembersaat nutzt also frisches Saatgut, doch zwischen Saat und Blüte liegt ein Winter, und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. des Marienkäfer-Mohns gilt nur als bedingt. Ich säe deshalb einen Teil im September und halte den Rest kühl und dunkel für das Frühjahr zurück.
Marienkäfer-Mohn wird als Lichtkeimer geführt, deshalb bedeckst du die Samen kaum. Nach dem Andrücken hältst du die Erde an der Saatstelle feucht. Gehen die Sämlinge auf, verziehst du sie rechtzeitig auf Abstand.
Saattiefe 0 bis 0,5 cm. Keimung bei 14 bis 18 °C in 7 bis 14 Tagen. Nach der Keimung verziehen auf 10 cm in der Reihe bei 20 cm Reihenabstand.
„Mohnsamen brauchen einen KältereizDer Kältereiz ist eine mehrwöchige kühle Phase mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, die die Samen sogenannter Kaltkeimer durchlaufen müssen, bevor sie keimen können. Typisch ist das für viele Stauden wie Akelei, Christrose oder Schlüsselblume..“ Für den Marienkäfer-Mohn ist das keine Voraussetzung. Er keimt bei 14 bis 18 °C, und gesät von März bis Juni blüht er noch im selben Jahr. Die Herbstsaat ist eine Möglichkeit, kein Muss.
Wie du das Saatbeet vorbereitest und die Keimlinge durch die ersten Wochen bringst, beschreibt der Ratgeber, wie du Marienkäfer-Mohn aussäst und bis zur Samenreife pflegst. Welcher Platz und welcher Boden passen, klärt der Beitrag zu Licht, Boden und Klima für Marienkäfer-Mohn. Die Saattermine aller Sommerblumen hast du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken beisammen.
Selbstaussaat zulassen und lenken
Mohn sät sich im Beet oft von selbst aus. Dafür müssen über die Saison mindestens einige Samenstände vollständig ausreifen. Das Ausputzen, das früh in der Saison die Blüte anregt, stellst du gegen Ende der Saison ein.
Sind die Samenstände braun und trocken, schüttle ich sie vorsichtig über der Stelle aus, an der im nächsten Jahr Mohn wachsen soll. Erst danach schneide ich die abgestorbenen Stängel ab.
Samen einjähriger Pflanzen brauchen zum Keimen direkten Bodenkontakt, und eine dicke Mulchschicht verhindert ihn. Wo Mohn nachkommen soll, bleibt der Boden deshalb offen oder bekommt nur eine dünne Schicht aus gehäckseltem Laub oder Grasschnitt. Dieselbe dicke Mulchschicht, die dort stört, setzt du gezielt dort ein, wo kein Mohn mehr keimen soll.
Die Kapseln in der Beetmitte ernte ich für meine Samentüten, die am Beetrand schüttle ich an Ort und Stelle aus. Im Frühjahr suche ich die Sämlinge zuerst am Rand.
Bei selbstaussäenden Einjährigen laufen oft weit mehr Sämlinge auf, als Platz zum Wachsen haben. Im Frühjahr dünnst du den Bestand aus, indem du einzelne Pflanzen herausziehst.
Zu früh jäten. Beim Jäten frisch aufgelaufener Sommerblumen musst du unerwünschte Keimlinge sicher von den ausgesäten Blumen unterscheiden, sonst ziehst du den Mohn mit heraus. Ich jäte erst, wenn ich die Mohnsämlinge sicher erkenne.
Soll sich der Mohn nicht weiter ausbreiten, schneidest du welke Blüten sofort ab. Das vermeidet bei vielen Sommerblumen das unerwünschte wilde Aussamen. Liegen schon Samen im Boden, jätest du im Frühjahr gründlich und deckst die Fläche mit einer dicken Mulchschicht ab, die die Keimung verhindert. Welche Ecke dem Mohn gehören darf, entscheidest du am besten, wenn du deine Beetflächen im Beetplaner aufteilst.


