Mimose umtopfen: Zeitpunkt, Handgriffe und die ersten Wochen danach
- Sämlinge erst etwa 6 Wochen nach der Keimung umtopfen, ihre Wurzeln sind fein.
- Beim ersten Umtopfen können 3 bis 4 Jungpflanzen zusammen in einem Topf stehen.
- Jungpflanzen kommen zuerst in Töpfe mit 8 cm, später mit 13 cm Durchmesser.
- Jeder Topf braucht ein offenes Abzugsloch, Wasser im Untersetzer gießt du aus.
- In vorgedüngter Blumenerde zunächst 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich düngen.

Eine Mimose klappt ihre Fiederblättchen bei Berührung ein, und schon ihre SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. haben so feine Wurzeln, dass sie spät umgetopft werden. Beim Umtopfen kommt es deshalb darauf an, ruhig und mit wenigen Griffen zu arbeiten. Ich lege mir alles zurecht, bevor ich die Pflanze berühre, und nehme sie dann nur einmal in die Hand. Gemeint ist hier Mimosa pudica mit ihren rosafarbenen Blüten. Die gelb oder weißlich blühenden Akazien sind andere Pflanzen.
Die Eckdaten auf einen Blick
| Was | Wert |
|---|---|
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 20 bis 25 °C |
| Keimdauer bei dieser Temperatur | gewöhnlich innerhalb von 1 Woche |
| Erstes Umtopfen der Sämlinge | etwa 6 Wochen nach der Keimung |
| Jungpflanzen je Topf beim ersten Umtopfen | 3 bis 4 können zusammenstehen |
| Topfdurchmesser für Jungpflanzen | zuerst 8 cm, später 13 cm |
| Blätter nach dem Einklappen | rund 20 Minuten bis zur Ausgangsstellung |
| Düngepause in vorgedüngter Blumenerde | zunächst 4 bis 6 Wochen, allgemein für frisch umgetopfte Kübelpflanzen |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Geeignet ist lehmhaltige Kulturgrundlage.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale oder alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
In Gefäßen oder im Gewächshausbeet torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat verwenden.
- Anbauort
Im beheizten Gewächshaus im Gefäß oder Gewächshausbeet kultivieren.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Für die Hausanzucht Samen einen Tag in raumwarmem Wasser vorquellen, auf feuchte Anzuchterde säen und leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
In der Wachstumszeit mäßig gießen, im Winter weniger. Auf Spinnmilben unter Glas achten.
- Düngung
Während der Wachstumszeit monatlich ausgewogenen Flüssigdünger geben,.
Wann du eine Mimose umtopfst
Sämlinge: etwa 6 Wochen nach der Keimung
Wegen ihrer feinen Wurzeln werden Mimosen-Sämlinge erst etwa 6 Wochen nach der Keimung umgetopft. Die Frist beginnt also mit dem Erscheinen der Keimlinge und nicht mit dem Aussaattag. Zum Keimen braucht Mimosa pudica 20 bis 25 °C. Bei dieser Wärme zeigen sich die Keimlinge gewöhnlich innerhalb einer Woche.
Schreib dir den Tag auf, an dem die ersten Keimlinge erscheinen. Von diesem Tag an zählst du die etwa 6 Wochen bis zum Umtopfen.
Beim ersten Umtopfen können 3 bis 4 Jungpflanzen zusammen in einem Topf stehen. Weil die Wurzeln fein sind und mehrere Pflanzen zusammenbleiben dürfen, musst du die Sämlinge nicht einzeln auseinanderzupfen. Ich hebe eine kleine Gruppe mitsamt der Erde heraus und setze sie als Ganzes in den neuen Topf. Wann welche Sommerblume gesät wird, zeigt dir der druckbare Aussaatkalender für Sommerblumen.
Ältere Mimosen: wenn der Ballen durchwurzelt ist
Im Topf sind Wurzelraum und Erdvorrat begrenzt. Je weiter die Mimose wächst, desto stärker wird die Erde durchwurzelt und ausgelaugt. Ob es so weit ist, sehe ich am Ballen: Ich kippe die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und schaue ihn mir an. Sind rundum fast nur noch Wurzeln zu sehen, braucht sie einen neuen Topf. Mehr Erde im Gefäß speichert mehr Wasser. Ein durchwurzelter Topf hält also wenig Wasser vor, und die Erde trocknet entsprechend schneller ab.
Ein zweiter Anlass ist ÜberdüngungÜberdüngung heißt, dass ein Boden mehr Nährstoffe bekommt, als die Pflanzen brauchen. Die Überschüsse reichern sich im Boden an oder werden ausgewaschen und belasten dann Boden und Umwelt.. Braune Blattränder, braune Wurzeln und ein trockener weißer Belag auf der Erde können darauf hinweisen. Dann stellst du das Düngen ein und topfst bei Bedarf um, wobei du einen Teil der alten Erde ersetzt.
Nach dem Winter, nicht mittendrin
Mimosa pudica ist botanisch keine einjährige Pflanze und lässt sich überwintern. Nach dem Laubabwurf steht sie kühl und wächst in dieser Ruhezeit kaum. Ein neuer Topf gibt den Wurzeln Platz, den die Pflanze erst nutzt, wenn sie wieder wächst. Ich topfe überwinterte Mimosen deshalb erst um, wenn sie nach dem Winterquartier wieder austreiben.
Welcher Topf und welche Erde passen
Der Topf
Für Jungpflanzen gibt es eine klare Abfolge. Sobald sie sich gut greifen lassen, kommen sie in Töpfe mit 8 cm Durchmesser. Später setzt du sie in Töpfe mit 13 cm Durchmesser um. Für größere Mimosen richte ich mich nach dem Ballen statt nach einer festen Zentimeterzahl. Der neue Topf soll ihm rundum frische Erde geben.
Jeder Topf braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch, und das Loch muss offen bleiben. Prüf das, bevor du Erde einfüllst. Bei der Mimose sollen weder Staunässe noch stehendes Wasser im Untersetzer entstehen.
Ton oder Kunststoff wirkt sich auf das Gießen aus. Der Gießbedarf hängt vom Gefäßmaterial ab, außerdem von Wetter und Topfgröße. Ich gieße deshalb in keinem Topf nach Kalender, sondern prüfe vorher die Feuchte.
Die Erde
Für die Mimose eignet sich torffreies, lehmhaltiges Topfsubstrat. Wichtig ist eine stabile Struktur, damit die Erde Wasser speichert und überschüssiges Wasser abgibt. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können diese Struktur unterstützen. Bei torffreier Erde für Töpfe greifst du zu einer Qualitätserde mit mindestens drei transparent deklarierten Torfersatzstoffen. Ich rühre mir keine eigene Mischung an, sondern lese die Angaben auf dem Sack.
„Mimosen brauchen eine Erde mit genau eingestelltem pH-Wert.“ Mimosa pudica kommt mit sauren, neutralen und alkalischen Bedingungen zurecht. Beim Umtopfen achtest du deshalb auf Struktur und Wasserabzug statt auf eine pH-Messung.
Schritt für Schritt: So topfst du die Mimose um
Topf mit offenem Abzugsloch · torffreie, lehmhaltige Topferde · Regenwasser zum Angießen · saubere Schere · ruhiger Platz ohne Zugluft
1. Platz und Material vorbereiten
Ich arbeite an einem festen Tisch abseits der Tür, wo keine Zugluft hinkommt und nichts wackelt. Die Mimose soll ohnehin geschützt vor Zugluft und häufigen Erschütterungen stehen. Topf, Erde und Gießwasser stehen bereit, bevor ich sie anfasse. Ist der Ballen ausgetrocknet, gieße ich ihn vorher durch. Als Gießwasser nehme ich Regenwasser, weil es weich und salzarm ist.
2. Die Mimose aus dem Topf lösen
Kipp den Topf zur Seite und halte die Pflanze am Ballen und am Stängelgrund, nicht an den Blättern. Sämlinge fasst du so, dass kein Zug an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. entsteht. Sitzt der Ballen fest, schneide ich einen Kunststofftopf lieber auf, als an der Pflanze zu ziehen. Die Blätter klappen dabei zusammen, das ist die normale Reaktion auf Berührung. Nach rund 20 Minuten stehen die Fiederblättchen wieder in ihrer Ausgangsstellung.
3. Den Ballen ansehen
Schon die Sämlinge haben feine Wurzeln. Ich gehe deshalb auch mit dem Ballen älterer Pflanzen behutsam um und lasse ihn weitgehend, wie er ist. Weiche, faulige Wurzelteile können auf Staunässe hindeuten. Solche Stellen schneide ich mit sauberer Schere heraus. Danach reinige ich Schere und Handschuhe, bevor ich an gesunden Pflanzen weiterarbeite.
4. Einsetzen und angießen
Füll unten frische Erde ein und setz die Mimose so hinein, dass sie gerade steht und ihre Wurzeln nicht umgebogen werden. Dann füllst du seitlich Erde nach und drückst sie leicht an. Oben bleibt ein Rand frei, damit das Gießwasser nicht über den Topf läuft. Gieß an, bis die Erde bis zum Topfboden durchfeuchtet ist und Wasser aus dem Abzugsloch läuft. Was sich im Untersetzer sammelt, gießt du aus.
Mimosa pudica enthält den toxischen Pflanzenstoff Mimosin. Räum abgeschnittene Blätter und Wurzelreste gleich weg, wenn Hund oder Katze im Haushalt leben. Besteht bei deinem Tier ein Vergiftungsverdacht, bring es sofort zum Tierarzt und nimm die Pflanzenreste mit. Gib keine Hausmittel und erzwinge kein Erbrechen.
Die ersten Wochen nach dem Umtopfen
Ein ruhiger, heller Platz
Nach dem Umtopfen stelle ich die Mimose hell auf, aber vor heißer Sonne geschützt. Der Platz ist warm, frei von Zugluft und liegt nicht dort, wo ständig jemand vorbeigeht. Im Zimmer braucht sie zudem eine hohe Luftfeuchtigkeit. Ich stelle sie in dieser Zeit nicht um und tippe die Blätter nicht an, um ihre Reaktion zu testen. Das Einklappen soll nicht unnötig oft ausgelöst werden. Kommt sie nach dem Winterquartier nach draußen, steht sie zuerst halbschattig, windgeschützt und warm.
Gießen nach Fingerprobe statt nach Plan
Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht. Wie oft du gießt, richtet sich nach dem Bedarf der Pflanze, der Feuchte der Erde und der Witterung. Vor jedem Gießen prüfst du die Erde mit dem Finger. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während es darunter noch feucht ist. Weil bei der Mimose keine Staunässe entstehen soll, fühlst du in frisch angegossener Erde auch in den unteren Schichten nach. Eine dunkle Erdfarbe ist kein sicheres Zeichen für Feuchte. In der Wachstumszeit gießt du mäßig.
Welke Blätter sofort mit Wasser beantworten. Welke kann von Trockenheit kommen, aber auch von Dauernässe und abgestorbenen Wurzeln. Prüf deshalb zuerst die Erdfeuchte und gieß erst dann.
Düngen erst nach einer Pause
Vorgedüngte Blumenerde bringt beim Umtopfen ihre eigenen Nährstoffe mit. Für frisch umgetopfte Kübelpflanzen in solcher Erde gilt: zunächst 4 bis 6 Wochen kein zusätzlicher Dünger. Bei meinen Mimosen halte ich mich daran. Eine kranke Pflanze düngst du erst, wenn sie sich erholt hat. Später gibst du Düngerlösung nur auf bereits feuchte Erde.
Bei torffreier Erde lohnt nach der Pause ein Blick auf die Blätter. Auch in vorgedüngter torffreier Erde kann für die Pflanze zu wenig Stickstoff verfügbar sein. Kräftig grüne Blätter und zügiges Wachstum zeigen eine gute Nährstoffversorgung an.
Ich schreibe das Umtopfdatum auf das Etikett im Topf. So sehe ich beim Gießen, wann die Düngepause vorbei ist.
Eingeklappte, gelbe oder fallende Blätter
Eingeklappte Blätter nach dem Umtopfen sind zunächst die Reaktion auf deine Griffe. Mimosa pudica legt ihre Fiederblätter außerdem abends im Rahmen der Schlafbewegung zusammen. Siehst du die frisch umgetopfte Pflanze abends mit geschlossenen Blättern, kann das also schlicht diese Schlafbewegung sein und muss keine Stressreaktion bedeuten.
Gelbe Blätter und Blattfall können bei Zimmerpflanzen unter anderem auf Lichtmangel, WasserstressWasserstress bedeutet, dass eine Pflanze zu wenig Wasser bekommt. Bei Gehölzen zeigt er sich oft erst einige Monate später durch Blatt- oder Nadelfall, schwaches Wachstum und höhere Anfälligkeit für Schädlinge und Krankheiten. oder NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub. zurückgehen. Ich prüfe der Reihe nach die Erdfeuchte, dann den Platz und zuletzt die Düngung. Wirft die Mimose im kühlen Winterquartier ihr Laub ab, gehört das zu ihrer Kultur.
Wie es nach der Eingewöhnung weitergeht
Licht, Klima und Düngung im Jahreslauf
Auf Dauer braucht die Mimose einen hellen, warmen Platz ohne heiße Sonne und im Zimmer eine hohe Luftfeuchtigkeit. In der Wachstumszeit bekommt sie monatlich einen ausgewogenen Flüssigdünger. Wie du Licht, Gießen und Düngung an Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter anpasst, zeigt der Ratgeber, wie du die Mimose durch die Jahreszeiten pflegst.
Pflegefehler und Schädlinge
Welke Topfpflanzen können auch unter Staunässe mit WurzelfäuleBei Wurzelfäule faulen die Wurzeln einer Pflanze und sterben ab, meist weil die Erde ständig nass ist und Sauerstoff fehlt. Oft sind Schadpilze beteiligt, und die Pflanze welkt trotz feuchter Erde. leiden. Unter Glas lohnt der Blick auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall., denn gelbliche Sprenkel, Gespinste und weiße Häutungsreste an den Blattunterseiten können Hinweise sein. Welche Fehler der Mimose sonst schaden, erfährst du im Ratgeber, wie du Pflegefehler bei der Mimose erkennst und vermeidest.
Überwintern und Rückschnitt
Nach dem Laubabwurf kann die Mimose kühl überwintern. Die Kulturanleitung eines Herstellers sieht dafür 5 bis 15 °C bis März vor. Bei dieser kühlen Überwinterung kann sie auf 15 bis 20 cm zurückgeschnitten werden, und wann und wie du eine Mimose zurückschneidest, zeigt ein eigener Ratgeber. Den Sommer kann sie an einem geschützten Platz im Freien verbringen; vom Herausstellen bis zur Rückkehr ins Haus begleitet dich der Ratgeber, wie du die Mimose im Sommer draußen pflegst.
Die Mimose als Pflanze
Zwischen Berührung und Blattreaktion liegen bei Mimosa pudica oft nur 0,08 Sekunden. Jede einzelne Blüte hält nur einen Tag, während laufend neue nachkommen. Mehr dazu findest du im Sommerblumen-Kurzporträt zu Lebensdauer, Herkunft und Besonderheiten.





