Mittagsblumen: Standort, Pflege und Überwintern je nach Platz
- Mittagsblumen gehören an einen vollsonnigen Platz.
- Der Boden soll trocken, sandig und durchlässig sein, ohne Staunässe.
- Dorotheanthus bellidiformis wird einjährig kultiviert und ist nicht winterhart.
- Bei Delosperma cooperi können nasse Winterbedingungen die Überwinterung gefährden.
- Vorgezogene Mittagsblumen kommen ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter ins Freie.
- Im Topf vor dem Gießen die Feuchte im unteren Substrat prüfen.

Bei Mittagsblumen entscheidet der Platz, noch bevor die erste Pflanze in der Erde ist. Die Blüten der einjährigen Mittagsblume öffnen sich bei Sonnenschein, und ihr Boden soll trocken, sandig und mager sein, ohne Staunässe. Ich prüfe deshalb zuerst Sonne und Boden und säe erst danach.
Hier geht es um die sonnigen, trockenen Plätze im Garten: Beet, Hang und Trockenmauer, Steingarten, Topf und Balkonkasten. Für jeden Platz zeige ich dir, wie du Gießen, Düngen und Winterschutz daran anpasst.
Welche Mittagsblume du vor dir hast
Unter dem Namen Mittagsblume werden im Garten unter anderem zwei Pflanzen gezogen, die du im Winter unterschiedlich behandelst. Die eine ist Dorotheanthus bellidiformis, die als Mischung angeboten wird, etwa als ‘Eiskraut Mischung’. Die andere ist Delosperma cooperi aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae).
| Merkmal | Dorotheanthus bellidiformis | Delosperma cooperi |
|---|---|---|
| Winter | einjährig kultiviert, nicht winterhart | nasse Winterbedingungen können die Überwinterung gefährden |
| Licht | vollsonnig | volle Sonne |
| Boden | trocken, sandig, mager, ohne Staunässe | trocken, sandig, gut durchlässig |
| Besonderheit | Blüten öffnen sich bei Sonnenschein | eingewachsen sehr trockenheitsverträglich |
Für deinen Winterplan folgt daraus eine klare Trennung. Dorotheanthus ist nicht winterhart und wird einjährig gezogen, ein Winterschutz lohnt sich für diese Art nicht. Bei Delosperma cooperi richtest du den Winterschutz dagegen gegen Nässe aus, weil nasse Winterbedingungen ihre Überwinterung gefährden können.
Was Mittagsblumen am Platz brauchen
Licht: volle Sonne
Beide Mittagsblumen gehören in die volle Sonne. Bei Dorotheanthus siehst du den Grund direkt an der Pflanze, denn die Blüten öffnen sich bei Sonnenschein. Einen neuen Platz beobachte ich an einem klaren Tag morgens, mittags und am Nachmittag. Wandert zu einer dieser Zeiten der Schatten von Haus, Hecke oder Baum darüber, suche ich weiter.
Boden: trocken, sandig und mager
Dorotheanthus braucht trockenen, sandigen und mageren Boden ohne Staunässe. Delosperma cooperi gedeiht auf trockenem, sandigem und gut durchlässigem Boden. Welchen Boden du hast, zeigt dir näherungsweise eine Fingerprobe mit leicht feuchter Erde. Sandboden fühlt sich körnig an und zerfällt, Tonboden lässt sich gut formen und klebt.
Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe. Schwere Gartenböden verbesserst du mit gewaschenem Sand ohne Feinanteile. Je nach Ausgangszustand kannst du 2 bis 5 Liter davon je Quadratmeter einarbeiten. Lehmige Beete für Sommerblumen lassen sich mit Sand und Splitt in ihrer Struktur verbessern.
Kompost kann in leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen verbessern, Dorotheanthus will aber trockenen, mageren Boden. Auf Sand arbeite ich an ihrer Pflanzstelle deshalb keinen Kompost ein. Nährstoffstatus und Kalkbedarf klärt eine Bodenuntersuchung; was du dazu für Sommerblumen allgemein wissen solltest, steht im Abschnitt Standort und Boden des Sommerblumen-Ratgebers.
Geh nach einem kräftigen Regen zu dem Platz, den du dir ausgesucht hast. Steht dort Wasser in Senken oder bleibt die Erde schmierig nass, fehlt die Durchlässigkeit, die Mittagsblumen brauchen.
Wärme: erst nach den Frösten ins Freie
Dorotheanthus ist nicht winterhart. Vorgezogene Pflanzen setzt du deshalb ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter aus, das Pflanzfenster reicht bis in den Juni. Wie du Jungpflanzen allgemein abhärtest und frostfrei auspflanzt, beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt zur VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht..
Welche Plätze im Garten passen
Sonniges Beet
Im Beet achte ich darauf, dass keine höheren Nachbarn Schatten auf die Mittagsblumen werfen. Den Boden bereite ich vor, wie oben beschrieben: durchlässig, für Dorotheanthus mager und ohne Kompost. Die einjährige Mittagsblume pflanzt du in kleinen Gruppen, die Abstände stehen weiter unten bei der Pflanzung.
Hang, Böschung und Trockenmauer
Am sonnigen Hang läuft Regenwasser ab, statt in einer Senke stehen zu bleiben. Das passt zu Delosperma cooperi, die auf trockenem, sandigem und gut durchlässigem Boden gedeiht. Eingewachsene Pflanzen sind sehr trockenheitsverträglich, frisch gesetzte brauchen bis dahin mehr Aufmerksamkeit. Bei ihnen fühle ich vor dem Gießen unter der Oberfläche nach und gieße nur, wenn die Erde dort trocken ist.
Auf der Mauerkrone und in breiten Fugen einer Trockenmauer bekommen Mittagsblumen ein sandiges, durchlässiges Substrat. Willst du einen ganzen Hang schließen, findest du Abstände und Partner im Ratgeber dazu, wie du mit Mittagsblumen eine geschlossene Bodendeckerfläche anlegst.
Steingarten
Ein vollsonniger Steingarten mit trockenem, durchlässigem Boden bietet Mittagsblumen, was sie am Platz verlangen. Aufbau und Bepflanzung findest du im Ratgeber dazu, wie du einen Steingarten mit Mittagsblumen gestaltest und bepflanzt.
Topf, Kübel und Balkonkasten
Delosperma cooperi eignet sich für die Kultur in Pflanzgefäßen. Im Topf ist der Wasserabzug die erste Frage, denn ein Gefäß für draußen braucht am Boden mindestens ein Abzugsloch. Untersetzer leerst du nach Regen, damit keine Nässe an den Wurzeln steht. Als Erde nimmst du ein strukturstabiles Substrat, das Wasser speichert und Überschuss abgibt. Mineralische Bestandteile wie Bims oder Blähton können diese Struktur unterstützen.
Welkt eine Mittagsblume im Topf, gieße ich nicht sofort nach. Welke kann auch von Dauernässe und abgestorbenen Wurzeln kommen, deshalb fühle ich zuerst die Erde. Wie du die Pflanzen setzt und vor Schnecken schützt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Mittagsblumen in Beet, Topf und Balkonkasten pflanzt.
Die Oberfläche der Topferde ist trocken, also wird gegossen. Bei torffreier Erde können die tieferen Schichten dann noch nass sein. Prüf die Feuchte deshalb unten im Substrat mit dem Finger oder heb das Gefäß an.
Von der Aussaat bis ins Beet
Dorotheanthus ziehst du jedes Jahr neu aus Samen. Die Vorkultur beginnt im März oder April im Haus.
| Schritt | So geht es |
|---|---|
| Vorkultur | März oder April im Haus |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 15 bis 18 °C |
| Keimdauer | 12 bis 20 Tage |
| Saat | flach auslegen, sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand bedecken, andrücken, feucht halten |
| Auspflanzen | ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter bis Juni |
| Pflanzgröße | Jungpflanzen etwa 5 cm hoch |
| Gruppen | Tuffs aus ungefähr 3 bis 5 Pflanzen |
| Abstand | 20 × 20 cm zwischen den Tuffs |
Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. brauchen die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor. ausreichend Licht, weil Lichtmangel lange, instabile Triebe begünstigt. Vor dem Auspflanzen gewöhnst du sie bei mildem Wetter schrittweise an draußen, zuerst im Schatten und dann in der Sonne. Die Tuffs setzt du im Raster von 20 × 20 cm, in der Reihe und von Reihe zu Reihe gleich weit. Säst du Delosperma cooperi aus, hältst du die Aussaat gleichmäßig feucht, aber nicht nass. Die Aussaattermine deiner Sommerblumen hast du im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Ich säe Mittagsblumen in flache Schalen und streue die gesiebte Erde mit einem Küchensieb darüber. Danach drücke ich die Saat mit einem Brettchen an und sprühe sie feucht.
Pflege je Platz: Gießen und Düngen anpassen
Gießen und Düngen folgen bei Mittagsblumen den Grundregeln für Sommerblumen, die der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Gießen und Düngen erklärt. Hier geht es nur darum, was sich je nach Platz ändert. Die Pflege vom Frühjahr bis zum Herbst beschreibt der Ratgeber dazu, wie du Mittagsblumen durch das Gartenjahr pflegst.
| Platz | Gießen | Düngen |
|---|---|---|
| Beet, Hang, Mauer | nach Bodenart, Temperatur und Niederschlag; bei frisch Gesetzten vorher mit dem Finger prüfen | nach Bodenuntersuchung; Dorotheanthus will mageren Boden |
| Topf und Kasten | Feuchte unten im Substrat oder über das Gewicht prüfen, dann bis zum Topfboden durchfeuchten | in vorgedüngter Erde zunächst 4 bis 6 Wochen nichts zusätzlich, danach nach Packungsangabe |
Gießen
Wie oft du gießt, richtet sich nach Bodenart, Temperatur und Niederschlag, nicht nach einem festen Rhythmus. Im Beet gießt du vorzugsweise morgens im Wurzelbereich, im Topf lässt du überschüssiges Wasser frei ablaufen. Was das für Mittagsblumen konkret heißt, zeigt der Ratgeber dazu, wie du Mittagsblumen bedarfsgerecht gießt.
Düngen
Im Beet richtet sich die Düngung nach der Bodenuntersuchung, und Dorotheanthus verlangt ohnehin mageren Boden. Im Topf kommt Flüssigdünger nur auf bereits feuchte Erde, damit die Wurzeln keinen Schaden nehmen. Zeitpunkt und passenden Dünger findest du im Ratgeber dazu, wann und womit du Mittagsblumen düngst.
Winterschutz: erst die Art, dann der Platz
Beim Winterschutz klärst du zuerst, welche Mittagsblume du hast. Danach richtest du den Schutz nach dem Platz aus, an dem die Pflanze steht.
Einjährige Mittagsblume: Samen statt Winterquartier
Dorotheanthus bellidiformis wird einjährig kultiviert und ist nicht winterhart. Ein Winterquartier plane ich für diese Art nicht ein, ich sichere mir stattdessen Samen. Dafür lasse ich einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen und ernte die Samen bei trockenem Wetter.
Die Samen trocknest du auf Papier nach, trennst sie von Pflanzenresten und lagerst sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Stammen sie von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Im März oder April beginnt mit ihnen die nächste Vorkultur.
Delosperma cooperi im Beet, am Hang und im Steingarten
Bei Delosperma cooperi können nasse Winterbedingungen die Überwinterung gefährden. Den Winterschutz im Beet legst du deshalb schon beim Pflanzen an, mit einem Boden, der Wasser durchlässt. Ein hoher Tonanteil begünstigt Staunässe; wer Delosperma cooperi in schweren, unverbesserten Boden setzt, nimmt dieses Risiko also mit in den Winter.
Im Herbst gehe ich nach einem Regen über die Pflanzstellen und merke mir, wo Wasser stehen bleibt. Mineralische DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt. und HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. gibst du im Herbst nicht mehr, weil sie ihre Nährstoffe verzögert freisetzen.
Delosperma cooperi im Topf und Kasten
Im Topf kommen zwei Risiken zusammen. In frei stehenden Gefäßen friert der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schneller durch als im Gartenboden, und nasse Winterbedingungen können die Überwinterung gefährden. Ein geschützter Platz an der Hauswand, an dem kein Regen in Topf und Untersetzer läuft, kann deshalb gegen beides helfen.
Breite und tiefe Kästen schützen die Wurzeln besser vor Frost als kleine Gefäße. Kann ein Gefäß nicht geschützter stehen, packst du es bei stärkerem Frost oder Dauerfrost mit Kokosmatten, Sackleinen oder Luftpolsterfolie ein. An milden, sonnigen Wintertagen prüfst du einen trocken stehenden Topf auf seinen Wasserbedarf. Dünger braucht die Pflanze in einer echten Winterruhe kaum, weil sie dann wenig wächst.
So geht der Topf in den Winter:
- Abzugsloch frei, Untersetzer nach Regen geleert
- Platz geschützt und ohne Regen von oben
- bei stärkerem Frost oder Dauerfrost das Gefäß einpacken
- an milden, sonnigen Tagen die Feuchte im Substrat prüfen
Passende Partner für sonnige, trockene Plätze
Partner für Mittagsblumen brauchen dieselben Grundbedingungen: volle Sonne, durchlässigen Boden und keine stehende Nässe. Im Steingarten kommen Pflanzen dazu, die Sonne und Trockenheit ebenso vertragen; welche das sind, stellt der Steingarten-Ratgeber zu Mittagsblumen vor.
| Partner | Wuchshöhe | Ansprüche | Verwendung |
|---|---|---|---|
| Husarenknopf (Sanvitalia procumbens) | 10 bis 20 cm | volle Sonne, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden; Erde darf zwischen den Wassergaben antrocknen | Beet und Balkon, im gemischten Kübel vorn am Rand |
| Mittagsgold (Gazania rigens) | 20 bis 30 cm | volle Sonne, mäßig nährstoffreicher, gut durchlässiger Boden; trockentolerant | Beet und Balkon, für Töpfe geeignet |
Ganz deckungsgleich sind die Ansprüche nicht: Husarenknopf und Mittagsgold mögen mäßig nährstoffreichen Boden, Dorotheanthus mageren. Gemeinsam haben sie die volle Sonne und den durchlässigen Boden. Mittagsgold heißt nur ähnlich, botanisch ist es Gazania rigens und gehört damit zu einer eigenen Gattung. Bei ihm schließen sich die Blüten im Schatten, es braucht also ebenso volle Sonne. Für Mittagsgold wird keine zusätzliche Düngung empfohlen, weil ein Nährstoffüberschuss Blattwachstum zulasten der Blüte begünstigt.
Marokkanisches Leinkraut der Sorte ‘Licilia Red’ braucht einen sonnigen Platz, ist trockenheitstolerant und passt in Beete, Kübel und Kästen. Portulakröschen wollen es warm, vollsonnig und vor Regen geschützt. Eine gefüllte Mischung eignet sich für Gefäße, gilt aber als nicht nützlingsfreundlich.
Weniger passend sind Partner, die Feuchte brauchen. Elfenspiegel aus Nemesia-Hybriden vertragen weder große Hitze noch einen ausgetrockneten Wurzelballen. Glattblatt-Astern brauchen gleichmäßig feuchten Boden und vertragen Trockenheit nur kurzfristig, auch sie stehen neben Mittagsblumen am falschen Platz. Wenn du ein ganzes Beet vorher aufzeichnen willst, hilft dir der Beetplaner.




