Mittagsblumen düngen: wann Beet und Topf Nährstoffe brauchen
- Mittagsblumen verlangen einen vollsonnigen Platz mit trockenem, sandigem und magerem Boden.
- Im Beet entscheidet die Bodenuntersuchung, ob überhaupt gedüngt wird.
- In vorgedüngter Blumenerde kommt nach dem Einpflanzen zunächst 4 bis 6 Wochen kein Zusatzdünger dazu.
- Flüssigdünger gibst du nur auf feuchte Erde und nach der Packungsangabe.
- Braune Blattränder können auf einen Salzschaden durch Überdüngung hinweisen.

Wer Mittagsblumen aus derselben Kanne düngt wie die Geranien nebenan, versorgt sie wie einen Starkzehrer. Die Mittagsblume will aber einen mageren Boden, und jede Düngergabe macht ihn nährstoffreicher. Ich dünge meine Mittagsblumen deshalb nur, wenn die Bodenprobe, die Topferde oder die Blätter mir einen Grund dafür geben. Im Beet kann das heißen, dass du gar nicht düngst; im Topf sieht die Rechnung anders aus.
Welche Mittagsblume düngst du?
Hinter dem Namen Mittagsblume können zwei verschiedene Pflanzen stecken. Einjährige Mischungen wie die ‘Eiskraut Mischung’ gehören zur Art Dorotheanthus bellidiformis. Diese Art wird einjährig kultiviert, ist nicht winterhart und öffnet ihre Blüten bei Sonnenschein. Die zweite Pflanze ist Delosperma cooperi aus der Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae). Delosperma cooperi eignet sich für Pflanzgefäße und ist, einmal etabliert, sehr trockenheitsverträglich. Nasse Winter können ihre Überwinterung gefährden. Zu den Portulakgewächsen, als die Mittagsblumen gelegentlich beschrieben werden, gehört sie also nicht.
Weil Dorotheanthus einjährig kultiviert wird und nicht winterhart ist, gibt es bei ihr keinen Neuaustrieb im Frühjahr, den du mit Dünger anschieben müsstest. Die Düngefrage betrifft bei ihr nur eine einzige Saison, von der Anzucht bis zum Herbst. Bei einer Delosperma, die du im Kübel überwintern willst, kommt der Winter als eigene Phase dazu.
Was der magere Pflanzplatz für die Düngung heißt
Dorotheanthus bellidiformis braucht einen vollsonnigen Pflanzplatz mit trockenem, sandigem und magerem Boden ohne Staunässe. Delosperma cooperi gedeiht ebenso in voller Sonne auf trockenem, sandigem und gut durchlässigem Boden. An welchen sonnigen, trockenen Standorten Mittagsblumen gedeihen und wie du den Winterschutz daran anpasst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Für die Düngung zählt an dieser Beschreibung vor allem das Wort mager. Darin unterscheidet sich die Mittagsblume deutlich von manchen Nachbarn im Balkonkasten. Petunien haben einen hohen Nährstoffbedarf und brauchen nährstoffhaltigen Boden. Die üblichen Balkon-Geranien, also Hänge- und Zonalpelargonien, gehören zu den Starkzehrern. Näher an der Mittagsblume liegen das Schmuckkörbchen ‘Cosimo’ und das einjährige Schleierkraut, denn beide bevorzugen lockeren, nährstoffarmen Boden.
Die Mittagsblume bekommt aus derselben Kanne Dünger wie Petunien und Geranien. Dünge sie getrennt und nach ihrem eigenen Bedarf, nicht nach dem ihrer Nachbarn mit hohem Nährstoffbedarf.
Wann bekommen Mittagsblumen Nährstoffe?
Den Zeitpunkt bestimmt der Bedarf der Pflanze, kein fester Kalendertermin. Die Tabelle zeigt, woher die Nährstoffe in den einzelnen Phasen kommen und wann du selbst eingreifst.
| Phase | Zeitpunkt | Worauf du achtest |
|---|---|---|
| Vorkultur im Haus | März oder April | nährstoffarme Aussaaterde mit einem Salzgehalt unter 0,5 g/l |
| Sämlinge umsetzen | nach der Keimung | PikiererdePikiererde ist ein humoses, nur schwach gedüngtes Substrat, in das du Sämlinge beim Pikieren einzeln umsetzt. Sie kommt nach der Aussaat zum Einsatz, wenn die Jungpflanzen aus der Aussaatschale in eigene Töpfe wandern. enthält bereits etwas Dünger |
| Beet vorbereiten | Spätwinter oder Frühjahr | Kompost nur nach Bodenprobe, Hornspäne nur im Frühjahr |
| Auspflanzen ins Beet | ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter bis Juni | etwa 5 cm hohe Jungpflanzen in Gruppen von ungefähr 3 bis 5 Pflanzen, Gruppenabstand 20 × 20 cm, magerer Boden |
| Topf nach dem Einsetzen | die ersten 4 bis 6 Wochen | vorgedüngte Blumenerde versorgt, kein Zusatzdünger |
| Topf im Sommer | danach nach Bedarf | Dosierung nach Packungsangabe, nur auf feuchte Erde |
| Herbst | zum Saisonende | kein DepotdüngerDepotdünger ist ein mineralischer Dünger, dessen Nährstoffe von einer Hüllschicht ummantelt sind. Durch diese Hülle werden sie nicht auf einmal, sondern langsam nach und nach freigesetzt., keine Hornspäne |
Die Aussaattermine deiner Sommerblumen behältst du mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Im Herbst bringst du weder mineralischen Depotdünger noch Hornspäne aus, weil beide ihre Nährstoffe verzögert freigeben. Eine Delosperma im Kübel braucht in einer echten Winterruhe kaum zusätzliche Nährstoffe, weil sie dann nur wenig wächst.
Mittagsblumen im Beet: erst die Bodenprobe
Im Gartenbeet entscheidet die Bodenuntersuchung, ob und wie viel du düngst. Den Stickstoff, den der Humus nachliefert, rechnest du dabei mit ein. Eine Standarduntersuchung erfasst Phosphat, Kalium und den Kalkbedarf. Die Probe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr vor dem Düngen, und zwar getrennt für unterschiedlich genutzte Flächen. Für die Mittagsblume heißt das: Lass ihre sonnige Ecke als eigenen Bereich untersuchen.
Die Mittagsblume verlangt mageren Boden, und eine Grunddüngung setzt du bei sehr hoher Versorgung mit dem jeweiligen Nährstoff aus. Zeigt die Probe für ihre Ecke hohe Werte, bleibt das Mittagsblumenbeet deshalb ungedüngt, auch wenn andere Beete Dünger bekommen. Kalk kommt nur dazu, wenn der gemessene pH-Wert für deine Bodenart zu niedrig liegt. Welcher Wert passt, hängt auch vom Humusgehalt ab.
Für eine Bodenprobe im Hausgarten mischst du je Nutzungsbereich 10 bis 15 Einzelproben und schickst rund 500 g davon ein. Untersuchen lässt du vor einer Neuanlage und danach alle 3 bis 5 Jahre. Vor der Probenahme düngst du nicht.
Kompost und Hornspäne nur bei Bedarf
Zeigt die Untersuchung Bedarf, bringe ich Kompost im Spätwinter oder Frühjahr aus. Als pauschale Herbstgabe gehört er nicht aufs Beet, weil sonst Nitrat ausgewaschen werden kann. Die allgemeine Faustzahl für den Garten liegt bei etwa 3 l Kompost je m² und Jahr. Diese Zahl ersetzt keine Düngeberechnung für eine bestimmte Art. Bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten bringst du weniger Kompost aus. Hornspäne liefern langsam verfügbaren Stickstoff; wenn du sie auf einem Zierbeet einsetzen willst, kommen sie schon im Frühjahr in den Boden. Den Kompost arbeite ich vor dem Auspflanzen leicht ein, danach beobachte ich im Beet Blattfarbe und Wuchs.
Wie organische und mineralische Dünger, Langzeit- und Flüssigdünger grundsätzlich wirken, erklären die Grundlagen zum Gießen und Düngen von Sommerblumen. Mulch, PflanzenjauchenPflanzenjauche ist ein selbst angesetzter Flüssigdünger aus Pflanzen wie Brennnessel, Beinwell, Löwenzahn oder Giersch, die in Wasser gären. Ihre Nährstoffe stehen den Pflanzen schnell zur Verfügung. und nährstoffliefernde BegleitpflanzenEine Begleitpflanze ergänzt im Beet eine auffälligere Leitpflanze; sie ist niedriger und wächst in kleineren Gruppen daneben. Im Gemüsebeet nennt man so auch einen Mischkulturpartner, der neben der Hauptkultur wächst. sind ebenfalls allgemeine Gartenthemen und keine Besonderheit der Mittagsblume. Für ihr Beet zählt davon vor allem der Mulch: Roher, nicht kompostierter Rindenmulch ist für Beete mit Einjahresblumen ungeeignet, und stickstoffarme Mulchstoffe wie Stroh, Holz oder Rinde können beim Zersetzen Stickstoff binden.
Mittagsblumen im Topf und Balkonkasten düngen
Anzucht ohne zusätzlichen Dünger
Für die Vorkultur im März oder April nimmst du hygienische, nährstoffarme und durchlässige Aussaaterde. Der Salzgehalt dieser Erde sollte unter 0,5 g/l liegen. Die Pikiererde für Sämlinge von Beet- und Balkonpflanzen enthält etwas Dünger, die spätere Topferde ist stärker vorgedüngt. Ich gebe in der Anzucht deshalb keinen Extra-Dünger, sondern setze die Jungpflanzen in die jeweils nächste Erde um.
Die ersten Wochen nach dem Einpflanzen
Setzt du Mittagsblumen in vorgedüngte Blumenerde, verzichtest du wie bei Kübelpflanzen zunächst 4 bis 6 Wochen auf Zusatzdünger. Wann genau du beginnst, hängt bei Balkonpflanzen von der VordüngungVordüngung nennt man den Dünger, der fertiger Blumen- und Pflanzerde schon ab Werk beigemischt ist. Er versorgt frisch eingetopfte Pflanzen in den ersten Wochen, danach musst du selbst nachdüngen. der Erde ab. Bei torffreier Erde schaust du früher auf die Blätter, denn auch vorgedüngt kann sie durch die Torfersatzstoffe zu wenig Stickstoff bereitstellen.
Im Gefäß ist der Wurzelraum begrenzt, und die Erde wird mit dem Wachstum durchwurzelt und ausgelaugt. Eine Mittagsblume im Topf kann deshalb im Sommer Nachschub brauchen, obwohl sie im Beet einen mageren Boden verlangt. Wie du Mittagsblumen in Beet, Topf und Balkonkasten pflanzt, liest du im Pflanzratgeber.
Ich notiere beim Pflanzen auf dem Steckschild, welche Erde im Topf steckt und an welchem Tag ich gepflanzt habe. So leite ich den Düngebeginn aus der Vordüngung ab, statt ihn zu schätzen.
Welcher Dünger und wie viel?
Für Pflanzen in Gefäßen kommen Langzeitdünger und flüssige VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. mit Haupt- und Spurennährstoffen infrage. Ich nehme für Mittagsblumen den flüssigen Volldünger, weil ich dann vor jeder Gabe neu entscheiden kann, ob die Pflanze etwas braucht. Langzeitdünger mischst du beim Pflanzen unter das Substrat. Bei umhüllten mineralischen Depotdüngern bremst die Hülle die Abgabe, und wie schnell Nährstoffe frei werden, hängt von Temperatur und Feuchte ab.
Die Menge misst du nach der Dosierungsanweisung des jeweiligen Düngers ab. Die Grunddüngung, die schon in der Erde steckt, rechnest du dabei mit ein. Ob überhaupt eine Gabe fällig ist, zeigen die Blätter: Kräftig grünes Laub und zügiges Wachstum sprechen bei Balkon- und Kübelpflanzen für eine gute Versorgung. Dann wartest du mit der nächsten Gabe.
Düngen und Gießen aufeinander abstimmen
Bring Dünger auf feuchten Boden aus, dann können seine Nährstoffe gleich wirken. Düngerlösung gießt du im Topf nur auf bereits feuchte Erde, damit sie die Wurzeln nicht schädigt. Bei großer Hitze und Trockenheit gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchteten Boden und nicht über das Laub.
Organische Dünger setzen bei Trockenheit nur wenige Nährstoffe frei, und die Mittagsblume steht bewusst auf trockenem Boden. Auf ihrem Platz kommt von Kompost oder Hornspänen in Trockenphasen deshalb wenig an. Feuchtwarmes Wetter kann dagegen starke Nährstoffschübe auslösen, die ausgewaschen werden können.
Als Gießwasser eignet sich Regenwasser, weil es weich und salzarm ist. Hartes Wasser mit hoher CarbonathärteDie Carbonathärte ist der Teil der Gesamthärte des Wassers, der auf Calcium- und Magnesiumcarbonat zurückgeht. Sie wirkt alkalisch und beeinflusst deshalb den pH-Wert der Topferde, wenn du mit diesem Wasser gießt. kann den pH-Wert im Substrat anheben und dadurch Eisen festlegen. Die Gießhäufigkeit richtet sich nach Bedarf, Bodenfeuchte und Witterung, nicht nach einem festen Rhythmus. Wie du Mittagsblumen in jeder Wachstumsphase richtig bewässerst, steht im Gießratgeber.
Prüfe vor dem Düngen im Topf die Feuchte mit dem Finger auch weiter unten im Substrat. Bei torffreier Erde kann die Oberfläche schon trocken sein, während tiefere Schichten noch nass sind.
Mangel oder zu viel Dünger? Signale an Blättern und Wurzeln
Blattbilder sind Hinweise, keine Diagnosen. Helles Laub, gehemmtes Wachstum und zuerst vergilbende ältere Blätter können auf allgemeinen Nährstoffmangel oder Stickstoffmangel hindeuten. Am Aussehen allein lassen sich die beiden kaum unterscheiden. Vergilben dagegen die jungen Blätter, während die Adern grün bleiben, kann Eisenmangel dahinterstecken. Das Eisen muss dabei nicht im Boden fehlen: Ein hoher pH-Wert, viel Kalk oder Staunässe können seine Aufnahme einschränken. Bei gelben jungen Blättern prüfe ich deshalb zuerst Gießwasser, pH-Wert und Nässe, bevor ich nachdünge.
Zu viel Dünger kann sich über Salz zeigen. Eine hohe Salzbelastung durch Überdüngung kann Wurzeln absterben lassen und braune Blattränder verursachen, besonders bei Pflanzen in Gefäßen. Eindeutig ist das Bild nicht, denn braune Ränder an älteren Blättern können auch auf Kaliummangel hinweisen oder einem Trockenschaden ähneln. Auch der Stickstoff spielt eine Rolle. Genug Pflanzabstand, gute Belichtung und Durchlüftung unterstützen bei Zierpflanzen die Vorbeugung gegen Echten Mehltau, ebenso der Verzicht auf Stickstoffüberdüngung.
So steuerst du gegen
Bei SalzschädenSalzschäden sind Schäden an Pflanzen durch zu viel Salz im Boden oder Substrat, etwa nach zu hohen Düngergaben oder durch Streusalz. Typisch sind Blätter, die vom Rand her braun werden, und ein gehemmtes Wachstum. im Topf spülst du die Erde mit langsam fließendem Wasser durch und sorgst dafür, dass es unten frei ablaufen kann. Hilft das nicht, tauschst du die Erde im Gefäß aus. Eine kranke Pflanze im Topf bekommt erst wieder Dünger, wenn sie sich erholt hat. Im Beet richtest du die nächste Kompostgabe nach der Bodenprobe und schränkst sie bei stark überhöhten Phosphor- oder Kaliumwerten ein. Bleibt das Bild unklar, kann eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst die Ursache und passende Maßnahmen klären.
Bevor du nachdüngst, schau, ob die Blätter kräftig grün sind und die Pflanze zügig wächst; dann wartest du. Prüfe, ob die Erde feucht und die Pflanze gesund ist. Ist es heiß und trocken, gibst du Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden.
Jede Sommerblume hat ihren eigenen Düngebedarf. Wie das bei einer anderen Sonnenpflanze aussieht, zeigt der Ratgeber, wie du Wunderblumen düngst. Deine Mittagsblumen-Gruppen kannst du mit dem Beetplaner auf der Fläche verteilen.




