Mittagsblumen-Sonnenuhr: So legst du die Blumenuhr an und liest sie ab
- Dorotheanthus-Blüten öffnen sich bei voller Sonne, Mittagsgold schließt seine Blüten im Schatten.
- Öffnungszeiten hängen von Klima, Licht und Tieren ab, deshalb zählt dein eigenes Protokoll.
- Jede Art bekommt ein eigenes Feld, damit du weißt, welche Blüten gerade reagieren.
- Ins Protokoll gehören Art, Standort, Datum, Uhrzeit, Witterung und der Blütenzustand.
- Dorotheanthus ist einjährig: Im ersten Jahr beobachtest du, im zweiten ordnest du die Felder.
- Platz: volle Sonne, trockener, sandiger, magerer Boden ohne Staunässe.

Wer eine Mittagsblumen-Sonnenuhr nach einer fremden Zeittabelle pflanzt, baut auf Zeiten, die für ein anderes Beet gelten. Wann sich Blüten öffnen und schließen, hängt auch von Klima, Lichtverhältnissen und dem Zusammenspiel mit Tieren ab. Ich lege meine Blumenuhr deshalb in zwei Schritten an: Zuerst beobachte und notiere ich, danach ordne ich die Felder. So entsteht aus einem sonnigen Blütenbeet eine Uhr, die zu deinem Garten passt.
Eine Blumenuhr ist ein Beet, in dem Pflanzen nach ihren Öffnungs- und Schließzeiten angeordnet sind. Bei einer Mittagsblumen-Sonnenuhr stehen sonnenhungrige Arten in getrennten Feldern. Welche Uhrzeit ein Feld anzeigt, ergibt sich aus deinen eigenen Beobachtungen am Standort.
Was zeigt eine Mittagsblumen-Sonnenuhr an?
Dorotheanthus bellidiformis ist eine einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. Mittagsblume, die unter anderem als ‘Eiskraut Mischung’ angeboten wird. Ihre Blüten öffnen sich bei voller Sonne. Beim Mittagsgold aus der Gattung Gazania schließen sich die Blüten im Schatten. Zusammen heißt das: Dein Beet zeigt zuerst, ob gerade volle Sonne auf einem Feld liegt. Die Uhrzeit ergibt sich erst aus deinem Protokoll, das festhält, wann das an deinem Platz der Fall war.
Zur Familie der Mittagsblumengewächse (Aizoaceae) gehört auch Delosperma cooperi mit violetten oder rosaroten Blüten. Bei vielen Mittagsblumengewächsen dienen die sukkulentenSukkulenten sind Pflanzen, die Wasser in verdickten Blättern, Trieben oder Wurzeln speichern und so längere Trockenzeiten überdauern. Der Begriff beschreibt eine Anpassung im Körperbau, keine einzelne Pflanzenfamilie. Blätter als Wasserspeicher. Wie sich die Blüten von Delosperma cooperi im Tagesverlauf verhalten, hältst du am besten selbst im Protokoll fest.
„Mittagsblumen öffnen und schließen jeden Tag zur selben Uhrzeit.“ So pauschal stimmt das nicht. Klima, Lichtverhältnisse und Tiere verschieben das Öffnen und Schließen. Für deine Blumenuhr zählen deshalb nur die Zeiten, die du an deinem eigenen Platz beobachtest.
Welche Blumen vertragen viel Sonne und passen in die Blumenuhr?
Für die Felder eignen sich Arten, die volle Sonne und einen trockenen, durchlässigen Boden mögen. Die Tabelle zeigt die Werte, mit denen du die Felder planst.
| Art | Wuchshöhe | Blütezeit | Pflanzung | Im Garten | Blüte und Licht |
|---|---|---|---|---|---|
| Dorotheanthus bellidiformis, Quedlinburger-Mischung | etwa 10 cm | Juli bis September | Gruppen aus etwa 3–5 Pflanzen, 20 × 20 cm Gruppenabstand | einjährig | öffnet sich bei voller Sonne |
| Delosperma floribundum ‘SPERLI’s Blütenmeer’ | 10–20 cm | Mai bis August | für Kübel und Tröge, durchlässiges SubstratSubstrat ist der Fachbegriff für Erde oder Erdmischungen, in die du aussäst, pflanzt oder umtopfst, etwa Aussaaterde, Topferde oder Kübelpflanzenerde. Es wird aus organischen und mineralischen Bestandteilen gemischt. | als nicht winterharte Kultur angeboten | selbst beobachten |
| Delosperma cooperi | keine Angabe | keine Angabe | für Beete und Gefäße, bildet dichte Matten | Staude, nasse Winter gefährden sie | selbst beobachten |
| Mittagsgold (Gazania rigens) | 20–30 cm | Juni bis Oktober | 20 cm in der Reihe, 30 cm Reihenabstand | einjährig kultiviert, nicht winterhart | schließt sich im Schatten |
Dorotheanthus blüht von Juli bis September. Delosperma floribundum ‘SPERLI’s Blütenmeer’ blüht dagegen schon ab Mai. Kombinierst du beide, sind in deiner Uhr schon Felder offen, bevor Dorotheanthus aufblüht.
Sonnige Begleiter mit gleichen Ansprüchen
Rund um die Blumenuhr passen Pflanzen, die ebenfalls Sonne und einen durchlässigen Boden brauchen. Für sonnige Steingärten eignen sich unter anderem Thymian, Lavendel und Heiligenkraut. Lavendel will einen sonnigen, warmen Platz mit gutem Wasserabzug und braucht nur wenig Dünger. Portulakröschen mögen es warm, vollsonnig und vor Regen geschützt. Das Marokkanische Leinkraut ‘Licilia Red’ braucht Sonne und gilt als trockenheitstolerant. Hauswurz und Fettblatt wachsen auf durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden.
Viel Sonne allein ist als Auswahlkriterium zu wenig. Kokardenblumen brauchen viel Licht, weil Lichtmangel Qualität und Haltbarkeit ihrer Blüten beeinträchtigt. Sie wollen aber lockeren, humusreichen Boden mit ausreichender Nährstoffversorgung. Neben Mittagsblumen auf magerem Sand stehen sie deshalb unter falschen Bedingungen. Der Husarenknopf ‘Gelber Vogel’ gilt außerdem als nicht trockenheitstolerant. Wählst du nur hitze- und trockenheitsverträgliche Partner, kann das den Bewässerungsbedarf des ganzen Beets senken.
Auch Bestäuber finden in der Blumenuhr Nahrung. Delosperma cooperi gehört zu den Blütenpflanzen, die für einen bienenfreundlichen Garten in Beet und Gefäß empfohlen werden. Bei Delosperma sutherlandii locken die Blüten um die Mittagsstunden Bienen und andere Bestäuber an. Mehr dazu, welche Rolle Mittagsblumen als Bienenweide spielen, steht im eigenen Ratgeber.
Wo gehört die Blumenuhr hin?
Für die Uhr zählt, wie das Licht über den Tag wandert. Beobachte den Platz vor dem Pflanzen an einem sonnigen Tag und notiere, wann Haus, Hecke oder Baum Schatten auf die Fläche werfen. Die Öffnungszeiten einer Blumenuhr hängen von den Lichtverhältnissen ab, und Mittagsgold schließt seine Blüten im Schatten. Wandert am Nachmittag ein Baumschatten über ein Feld, zeigt dieses Feld also den Schatten an und nicht die Tageszeit. Einen Platz ohne wandernde Schatten liest du deshalb eindeutiger ab.
Dorotheanthus braucht volle Sonne und einen trockenen, sandigen, mageren Boden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Lehmigen Boden kannst du wie für einen Steingarten mit Sand, Kies und Splitt abmagern und wasserdurchlässiger machen. Was Mittagsblumen an Standort und Boden in Beet, Topf und Balkonkasten brauchen, beschreibt der Standort-Ratgeber ausführlich.
So legst du die Mittagsblumen-Sonnenuhr an
Felder planen und bepflanzen
Gib jeder Art ein eigenes Feld, damit du später weißt, welche Blüten reagieren. Ich plane meine Blumenuhr als Halbkreis mit dem Ablesepunkt an der geraden Kante. Von dort überblicke ich alle Felder, ohne das Beet zu betreten. So bleiben Poren und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens erhalten.
Die höheren Mittagsgold-Felder setzt du nach hinten, die flachen Dorotheanthus-Felder nach vorn. Die Grenzen markierst du mit einem schmalen Kiesband, damit sie auch ohne Blüten sichtbar bleiben. Wie groß ein Feld wird, richtet sich nach den Abständen aus der Tabelle. Für Dorotheanthus planst du ganze Gruppen ein, nicht einzelne Pflanzen. Vor dem Pflanzen kannst du die Felder im Beetplaner aufzeichnen und die Gruppen eintragen.
Alle Arten bunt gemischt in ein Beet setzen. Dann siehst du zwar offene Blüten, weißt aber nicht, welche Art gerade reagiert. Getrennte Felder mit Namensschild machen dein Protokoll eindeutig.
Das Protokoll führen
Für eine selbst beobachtete Blumenuhr hältst du bei jedem Eintrag dieselben Angaben fest. Nur so lassen sich die Einträge später vergleichen.
Diese Angaben gehören in jeden Eintrag:
- Pflanzenart
- Standort im Beet
- Datum
- Uhrzeit
- Witterung
- Blüten offen oder geschlossen
Ein einfaches Protokollblatt kann so aussehen:
| Datum | Uhrzeit | Witterung | Pflanzenart | Standort im Beet | Blüten |
|---|---|---|---|---|---|
| Tag eintragen | Uhrzeit eintragen | sonnig, wolkig oder trüb | Dorotheanthus | Feld vorn links | offen oder geschlossen |
| Tag eintragen | Uhrzeit eintragen | sonnig, wolkig oder trüb | Mittagsgold | Feld hinten Mitte | offen oder geschlossen |
Fallen dir Bienen oder andere Besucher an einem Feld auf, schreib sie dazu. Auch das Zusammenspiel mit Tieren kann die Öffnungszeiten beeinflussen. Mit Kindern wird daraus ein Beobachtungsprojekt, denn sie können das Beet messen, zeichnen und fotografieren.
Ich hänge das Protokollblatt in einer Klarsichthülle an einen Stab neben dem Beet. Zu jedem Eintrag mache ich ein Foto vom Ablesepunkt aus. Beim Ablesen lege ich Foto und heutigen Blick nebeneinander.
Die Felder nach dem Protokoll ordnen
Welches Feld welche Tageszeit anzeigt, leitest du aus den Zeiten ab, die du an deinem Standort beobachtet hast. Dorotheanthus ist einjährig, und die Zuordnung entsteht erst aus deinen Notizen. Das erste Jahr wird dadurch zum Beobachtungsjahr. Im Folgejahr setzt du die neuen Pflanzen in der Reihenfolge, die dein Protokoll ergibt.
Willst du schon im ersten Sommer umstellen, pflanzt du einen Teil in Tröge. Delosperma floribundum ‘SPERLI’s Blütenmeer’ eignet sich für Kübel und Tröge und braucht durchlässiges Substrat, ohne nasskalt zu stehen. Achte bei jedem Gefäß darauf, dass die Abzugslöcher offen bleiben.
Delosperma cooperi gehört zum Staudensortiment und bildet dichte Matten. Am Rand des Halbkreises kann sie als fester Rahmen um die wechselnden Felder stehen. Nasse Winter können ihre Überwinterung allerdings gefährden.
Bevor im März die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. beginnt, legst du den Plan an. Du beobachtest den Platz, zeichnest den Halbkreis mit seinen Feldern und bereitest das Protokollblatt vor.
Wie liest du die Mittagsblumen-Sonnenuhr ab?
Stell dich an deinen Ablesepunkt und schau, welche Felder offen und welche geschlossen sind. Dann suchst du im Protokoll Einträge mit demselben Bild und ähnlichem Wetter. Die Uhrzeiten dieser Einträge ergeben das Zeitfenster, in dem du dich gerade befindest. Ich vergleiche dabei nur mit Einträgen, deren Datum und Witterung nah am heutigen Tag liegen.
Wo die Blumenuhr an Grenzen stößt
An trüben Tagen fehlt die volle Sonne, bei der sich die Dorotheanthus-Blüten öffnen. Die Uhr kann dann stehen bleiben, und ein geschlossenes Feld verrät keine Uhrzeit. Auch die Saison setzt eine Grenze, denn die Quedlinburger-Mischung blüht von Juli bis September. Klima, Lichtverhältnisse und Tiere verschieben die Zeiten zusätzlich. Je mehr Einträge dein Protokoll hat, desto besser kannst du einschätzen, wie stark dein Beet schwankt.
Aussaat und Pflanzung in Kürze
Dorotheanthus bellidiformis ziehst du im März oder April im Haus vor und bedeckst die Samen nur sehr dünn. Ins Beet kommen die Jungpflanzen ab Mitte Mai bei frostfreiem Wetter, das Auspflanzen reicht bis in den Juni. Wie du Mittagsblumen aussäst und die Jungpflanzen ins Freiland bringst, zeigt der Aussaat-Ratgeber, die Termine stehen auch im Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken.
Pflege, Gießen und Schnecken in Kürze
Damit jedes Feld lesbar bleibt, jätest du unerwünschte Kräuter und lockerst verhärtete Oberflächen vorsichtig. Beim Mittagsgold entfernst du Verblühtes regelmäßig. Wie du Mittagsblumen vom Frühling bis zum Saisonende pflegst, zeigt der Pflege-Ratgeber.
In der Anwachsphase dürfen auch trockenheitsverträgliche Pflanzen nicht austrocknen. Danach gießt du nach Bedarf, morgens direkt im Wurzelbereich. Die Grundregeln stehen im Abschnitt Gießen und Düngen nach Phase und Bedarf des Sommerblumen-Ratgebers.
Bei Schneckenfraß sammelst du die Tiere zuerst ab. Schneckenzäune und Schneckenkragen können gefährdete Pflanzen zusätzlich schützen.




