Mittagsblumen aus Samen ziehen: Aussaat, Keimung und Auspflanzen
- Mittagsblumen (Dorotheanthus bellidiformis) ziehst du im März oder April im Haus vor.
- Samen flach auslegen, sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand bedecken, andrücken und feucht halten.
- Keimung bei 15 bis 18 °C innerhalb von 12 bis 20 Tagen.
- Pikieren, sobald nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist, danach abhärten.
- Ab Mitte Mai bis Juni bei frostfreiem Wetter auspflanzen: etwa 5 cm hohe Jungpflanzen in Gruppen von ungefähr 3 bis 5, Raster 20 × 20 cm.

Wer Mittagsblumen aus Samen zieht, bestimmt selbst, wie viele Pflanzen später ins Beet kommen. Dafür braucht es nur wenige Handgriffe: flach säen, sehr dünn bedecken, feucht halten und erst bei frostfreiem Wetter auspflanzen. Ich ziehe meine Mittagsblumen im Frühjahr auf der Fensterbank vor und gehe dabei jedes Jahr dieselben Schritte durch. Diese Schritte zeige ich dir hier, von der Samentüte bis zum Pflanzloch.
Welche Mittagsblume ziehst du aus Samen?
Die einjährige Mittagsblume aus der Samentüte gehört zur Art Dorotheanthus bellidiformis. Alle Werte zu Aussaat, Keimung und Pflanzung in diesem Ratgeber beziehen sich auf diese Art. Wie sich einjährige Sommerblumen einordnen lassen, liest du im Kurzporträt der Sommerblumen zu Lebensdauer und Herkunft.
Wann säst du Mittagsblumen aus?
Mittagsblumen ziehst du im März oder April im Haus vor. Ins Freiland kommen die Jungpflanzen erst ab Mitte Mai, und zwar bei frostfreiem Wetter. Die VorkulturVorkultur heißt meist, dass du Gemüse im Haus oder geschützt aus Samen vorziehst und es später als abgehärtete Jungpflanze ins Freiland setzt. In Anbauplänen meint das Wort auch eine schnelle Kultur, die vor der Hauptkultur auf dem Beet steht. drinnen verschafft dir damit Zeit: Die Sämlinge wachsen auf der Fensterbank heran, während draußen noch Frost droht. Ich trage mir deshalb beim Säen gleich den Auspflanztermin in den Kalender ein. Die Aussaatfenster meiner übrigen Sommerblumen behalte ich mit dem Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken im Blick.
Die wichtigsten Werte der Anzucht stehen in dieser Übersicht zusammen:
| Schritt | Was gilt |
|---|---|
| Vorkultur im Haus | März oder April |
| Saat | flach auslegen, sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand bedecken, andrücken, feucht halten |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 15 bis 18 °C |
| Keimdauer | 12 bis 20 Tage |
| PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. | wenn nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. das erste Laubblatt sichtbar ist |
| Auspflanzen | ab Mitte Mai bis Juni, bei frostfreiem Wetter |
| Pflanzgröße | Jungpflanzen etwa 5 cm hoch |
| Pflanzschema | Gruppen von ungefähr 3 bis 5 Pflanzen, Gruppen im Raster 20 × 20 cm |
| Pflanzplatz | vollsonnig, Boden trocken, sandig und mager, ohne Staunässe |
Was brauchst du für die Aussaat?
Für die Vorkultur nimmst du frische Aussaaterde und saubere Schalen oder Töpfe. Die Erde soll hygienisch, nährstoffarm, humos und durchlässig sein. Ihr Salzgehalt liegt bei guter Aussaaterde unter 0,5 g je Liter. Jedes Gefäß braucht einen Wasserabzug, damit sich keine Staunässe bildet. Zum Bedecken der Samen hältst du gesiebte Erde oder Sand bereit.
Schale oder Töpfe mit Abzugslöchern · frische Aussaaterde · Sieb für die Deckerde oder Sand · Folie oder Haube · Thermometer · Etikett für das Aussaatdatum
Wie säst du Mittagsblumen-Samen richtig aus?
Fülle die Schale mit Aussaaterde, streiche die Oberfläche glatt und feuchte sie an. Für die Vorkultur soll das Substrat feucht und gut durchlässig sein. Lege die Samen anschließend flach auf die Erde. Ist dein Saatgut sehr fein und nicht pilliert, mischst du es vorher mit Sand, damit es sich dünner verteilt. Danach bedeckst du die Saat sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand und drückst sie an. Ab jetzt hältst du sie feucht, bis die Keimlinge erscheinen. Ich befeuchte die Oberfläche dafür mit einem Zerstäuber, damit die flach liegenden Samen an ihrem Platz bleiben.
„Mittagsblumen-Samen dürfen gar nicht mit Erde bedeckt werden.“ So pauschal stimmt das nicht. Die Samen liegen zwar flach, du bedeckst sie aber sehr dünn mit gesiebter Erde oder Sand und drückst sie an.
Feines Saatgut schüttele ich vor dem Säen mit trockenem Sand in einem Schraubglas durch. Danach streue ich die Mischung über die Schale und sehe am hellen Sand, wo schon Saat liegt.
Bei welcher Temperatur keimen Mittagsblumen?
Mittagsblumen keimen bei 15 bis 18 °C. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 12 bis 20 Tage. Ich stelle die Schale in einen Raum mit passender Temperatur und lege ein Thermometer daneben. Eine Abdeckung aus Folie oder eine Haube hält die Saat feucht. Lüfte sie bis zur Keimung täglich und nimm sie ab, sobald die Keimlinge da sind. Weil die Samen kaum bedeckt sind und trotzdem feucht bleiben sollen, lohnt sich diese Abdeckung besonders.
Die Keimung dauert 12 bis 20 Tage. Ich notiere das Aussaatdatum auf dem Etikett und halte die Schale über diese ganze Spanne feucht, auch wenn sich anfangs noch nichts zeigt.
Wann werden die Sämlinge pikiert?
Sobald die Keimlinge da sind, brauchen sie ausreichend Licht. Stell die Schale deshalb an den hellsten Platz, den du hast. Pikiert wird, wenn nach den Keimblättern das erste Laubblatt sichtbar ist. Halte jeden Sämling dabei so, dass kein Zug an den Keimblättern entsteht. Setze ihn mit gerader, nicht umgebogener Wurzel in den neuen Topf. Danach schließt du das Pflanzloch seitlich behutsam, gießt und drückst die Erde leicht an. Bei ausreichendem Platz ziehen die Sämlinge zunächst in 8-cm-Töpfe um. Ich hebe sie mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. aus der Schale und lockere dabei die Erde rund um die Wurzel.
Pikieren heißt, Sämlinge aus der Saatschale in eigene Töpfe umzusetzen, damit jede Pflanze Platz für ihre Wurzeln bekommt.
Die Schale bleibt nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. an einem dunklen Platz stehen. Lichtmangel begünstigt lange, instabile Triebe, deshalb gehören die Sämlinge sofort ans Licht.
Wie härtest du die Jungpflanzen ab?
Bevor die Jungpflanzen ins Beet ziehen, gewöhnst du sie an draußen. Das geschieht über niedrigere Temperaturen und mehr Belüftung. An milden Tagen stellst du die Töpfe tagsüber hinaus, zuerst geschützt in den Schatten. Erst danach kommen sie schrittweise auch in die Sonne. Sinken die Temperaturen nachts, schützt du die Pflanzen wieder, am einfachsten drinnen. Ich stelle die Töpfe dafür auf ein Tablett, damit ich sie abends mit einem Griff hereintragen kann.
Wann und wie pflanzt du Mittagsblumen aus?
Ausgepflanzt wird ab Mitte Mai bis Juni, und zwar bei frostfreiem Wetter. Ins Beet kommen Jungpflanzen, die etwa 5 cm hoch sind. Setze sie nicht einzeln, sondern in Gruppen von ungefähr 3 bis 5 Pflanzen. Die Gruppen stehen im Raster von 20 × 20 cm, der Abstand ist in der Reihe und zur Nachbarreihe also gleich. Ich zeichne die Gruppen vorher in meinen Beetplan am Bildschirm ein und stecke die Pflanzstellen dann mit Holzstäben ab. Nach dem Einsetzen gieße ich jede Gruppe an.
Mitte Mai ist kein fester Stichtag. Entscheidend ist, dass das Wetter frostfrei ist; bis dahin bleiben die Jungpflanzen drinnen.
Der Pflanzplatz ist vollsonnig, der Boden trocken, sandig und mager und ohne Staunässe. Ein hoher Tonanteil verringert die Wasserdurchlässigkeit und begünstigt Staunässe; schweren Boden kannst du mit gewaschenem Sand ohne Feinanteile verbessern. Mehr zu Licht, Boden und Gefäßen findest du im Ratgeber, welchen Standort Mittagsblumen brauchen.
Für größere Flächen lohnt der Ratgeber, wie du mit Mittagsblumen geschlossene Bodendeckerflächen anlegst. Wie du aus Mittagsblumen eine Sonnenuhr im Garten anlegst und abliest, zeigt ein eigener Ratgeber.
Wie geht es nach dem Anwachsen weiter?
Nach dem Anwachsen soll der Platz sonnig, trocken und mager bleiben. Wie oft du gießt und was im Lauf des Sommers zu tun ist, beschreibt der Ratgeber, wie du Mittagsblumen im Jahreslauf pflegst. Da Dorotheanthus bellidiformis einjährig ist, säst du im nächsten Frühjahr neu aus.
Wie bewahrst du Mittagsblumen-Samen auf?
Übrige Samen aus der Tüte lagerst du kühl und trocken. Ich verschließe angebrochene Tüten mit einer Klammer und bewahre sie beschriftet in einer Dose auf. Willst du eigene Samen gewinnen, lässt du einzelne Blüten bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen. Bei Sommerblumen sammelst du dafür braune, ausgereifte Samen, und zwar bei trockenem Wetter. Trockne sie auf Papier nach, trenne sie von Pflanzenresten und lagere sie beschriftet kühl, dunkel und trocken. Stammen deine Pflanzen aus einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Bei älteren Samen lohnt vor der Aussaat eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt.. Leg ein paar Samen auf feuchtes, nicht nasses Küchenpapier und deck es ab, damit es nicht austrocknet.




