Reseden im Jahreslauf: Pflegekalender von der Aussaat bis zur Winterplanung
- Säe Reseden im April und Mai direkt an den Platz, an dem sie blühen sollen.
- Bedecke die Samen 1 bis 2 cm hoch mit Erde, denn Reseden sind keine Lichtkeimer.
- Entferne von Juni bis September Verblühtes und lass einzelne Blütenstände für die Samenernte stehen.
- Ernte Samen bei trockenem Wetter und lagere sie beschriftet kühl, dunkel und trocken.
- Prüfe im Winter älteres Saatgut mit einer Keimprobe, weil Reseden jedes Jahr neu gesät werden.
- Plane Kompost für Spätwinter oder Frühjahr ein, nicht als Herbstgabe.

Reseden blühen von Juni bis September, die Arbeit dafür beginnt aber schon im Winter davor. Die Pflanzen sind einjährig und nicht winterhart, jede Saison startet also wieder mit Samen. Ich führe für meine Reseden deshalb einen Kalender, der mit der Samenernte endet und mit der Winterplanung neu anfängt. So sehe ich auf einen Blick, was im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und im Winter ansteht.
Was für eine Pflanze ist die Resede?
Die Wohlriechende Resede (Reseda odorata) ist eine einjährige Sommerblume und nicht winterhart. Sie bildet Blütentrauben aus zahlreichen kleinen, unscheinbaren gelbgrünen Blüten, die duften. Wie sie sich neben anderen Arten einordnet, zeigt der Überblick über Sommerblumen im Kurzporträt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, alkalischer, gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist mäßig nährstoffreicher, alkalischer, gut durchlässiger Boden.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Kübel und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direkt am endgültigen Standort säen.
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 1 - 2 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Verblühtes zur Verlängerung der Blüte entfernen; nach dem Abblühen zurückschneiden.
- Düngung
Gartenreseden mit Humus versorgen; dies kann ihre Blütezeit verlängern.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete, Schnittblumen, Beeteinfassung.
Das Resedenjahr im Überblick
Ich plane das Resedenjahr vom Saatgut aus. Weil die Pflanze den Winter nicht übersteht, hängt die nächste Blüte an zwei Dingen: an Samen, die im Herbst reifen dürfen, und an einer Aussaat im April oder Mai. Zwischen Saat und Ernte richtet sich die Pflege nach der Blüte, also ausputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung., nach Bedarf gießen und nach dem Abblühen zurückschneiden.
| Zeitraum | Was ansteht | Worauf ich achte |
|---|---|---|
| Spätwinter bis Frühjahr | Kompost einarbeiten, SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind. vorbereiten | Kompost nicht schon im Herbst ausbringen |
| April bis Mai | direkt ins Beet oder in den Kübel säen | 1 bis 2 cm tief, Saat nicht austrocknen lassen |
| Nach dem AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. | Sämlinge vereinzelnVereinzeln heißt, zu dicht aufgegangene Sämlinge in der Saatreihe auszudünnen, damit die übrigen Pflanzen genug Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Manchmal ist auch das Pikieren gemeint, also das Umsetzen junger Sämlinge in einzelne Töpfe. | 20 cm in der Reihe, 25 cm Reihenabstand |
| Juni bis September | Verblühtes entfernen, nach Bedarf gießen, für die Vase schneiden | Samenträger stehen lassen |
| Nach dem Abblühen | zurückschneiden, Samen ernten | Ernte bei trockenem Wetter |
| Herbst | Beet räumen, GrüneinsaatGrüneinsaat ist die Aussaat einer Gründüngung, etwa Gelbsenf, Phacelia oder Ackerbohne, auf einem abgeernteten Beet. Die Pflanzen halten den Boden über Herbst und Winter bedeckt, schützen ihn und verbessern seine Struktur. säen | Reseden sind nicht winterhart |
| Winter | Saatgut prüfen, Bodenprobe nehmen, Platz und Termine planen | KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. mit abgezählten Körnern |
Zwei Pflegeschritte ziehen dabei in entgegengesetzte Richtungen. Das Entfernen welker Blüten fördert weitere Blüten und begrenzt zugleich die Samenbildung. Für die eigene Nachzucht müssen einzelne Blüten aber bis zur SamenreifeSamenreife ist der Zustand, in dem Samen voll ausgereift sind und sich zur Ernte eignen. Du erkennst sie daran, dass sich die Samen leicht oder sogar von selbst aus ihrer Samenhülle lösen. stehen bleiben. Wer im Herbst ernten will, legt deshalb schon zu Beginn der Blüte fest, welche Pflanzen ausgeputzt werden und welche Samen tragen dürfen.
Die Pflanzen für die Samenernte markiere ich mit einem Stab, sobald die ersten Blütentrauben offen sind. Beim Ausputzen lasse ich sie dann aus.
Die wichtigsten Werte für den Kalender
Die Zahlen gelten für die Wohlriechende Resede als Art. Für die Sorte ‘Machet’ ist eine eigene Wuchshöhe angegeben.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart |
| Aussaat | April bis Mai, direkt an den endgültigen Platz |
| Saattiefe | 1 bis 2 cm, kein Lichtkeimer |
| Keimtemperatur | 10 bis 15 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Abstand | 20 cm in der Reihe, 25 cm zwischen den Reihen, DirektsaatBei der Direktsaat säst du die Samen gleich an Ort und Stelle ins Beet, statt sie vorher im Haus vorzuziehen. Die Pflanzen keimen und wachsen dort, wo du sie später erntest. in Reihen |
| Blütezeit | Juni bis September |
| Wuchshöhe | Art 20 bis 30 cm, Sorte ‘Machet’ etwa 25 bis 60 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Blüten | Trauben aus vielen kleinen, gelbgrünen Blüten, duftend |
Der Abstand hat noch einen Nutzen: Zwischen den Pflanzen zirkuliert die Luft besser, die Blätter trocknen schneller ab, und das Risiko feuchtebegünstigter Pilzkrankheiten sinkt.
Frühjahr: Saatbeet vorbereiten und direkt säen
Saatbeet vorbereiten
Vor der Aussaat lockere ich den Boden, entferne unerwünschten Bewuchs und ziehe die Fläche mit dem Rechen glatt. Reseden mögen mäßig nährstoffreichen, gut durchlässigen Boden, den die britische Royal Horticultural Society (RHS) als alkalisch bis neutral einordnet. Ob dein Beet dazu passt, klärt die Bodenprobe aus dem Winter.
Direktsaat im April und Mai statt Vorkultur
Für Reseden nennt die RHS die Direktsaat am endgültigen Standort. Ich ziehe sie deshalb nicht in Töpfen vor, sondern säe im April oder Mai gleich ins Beet oder in den Kübel, in dem sie blühen sollen. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde, denn Reseden sind keine Lichtkeimer. Sie keimen kühl, bei 10 bis 15 °C. Bis die Sämlinge erscheinen, vergehen 14 bis 21 Tage, und so lange darf die Saat nicht austrocknen.
Nach dem Auflaufen: vereinzeln
Stehen die Sämlinge zu dicht, vereinzele ich sie in der Reihe auf 20 cm. Zwischen den Reihen bleiben 25 cm frei.
Standort und Kübel
Reseden wachsen in voller Sonne oder im Halbschatten und eignen sich auch für Kübel und Töpfe. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, und in vorgedüngter Blumenerde düngst du in den ersten 4 bis 6 Wochen nicht zusätzlich. Was Licht, Boden und Kübelplatz im Einzelnen verlangen, beschreibt der Ratgeber zu den Standortbedingungen der duftenden Resede.
Sommer: Blüte von Juni bis September
Gießen und Düngen
Reseden mögen frischen Boden, und wie oft sie Wasser brauchen, hängt von Bodenart, Temperatur und Regen ab. Ich prüfe vorher die Bodenfeuchte und gieße morgens direkt auf die Erde. Statt nach einem Düngerkalender versorge ich das Beet mit Humus, denn das kann die Blütezeit von Reseden verlängern. Wie du Reseden nach der Aussaat gießt, düngst und vor Schäden schützt, steht im Pflegeratgeber für Reseden im Garten.
Ausputzen
Verblühtes entferne ich während der ganzen Blütezeit, denn das verlängert die Blüte. Die markierten Samenträger lasse ich dabei aus. Wie Ausputzen bei Sommerblumen allgemein funktioniert, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Blattläuse und Schnecken
Treten Blattläuse auf, spritze ich sie bei schwachem Befall mit einem Wasserstrahl ab. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die ich absammle. Vorbeugung und Eingreifen von Hand beschreibt der Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Reseden für die Vase
Reseden sind duftende Schnittblumen. Ich schneide morgens und stelle die Stiele sofort ins Wasser. Wann du den Schnitt ansetzt und wie der Strauß frisch bleibt, erklärt der Ratgeber, wie du Reseden als Schnittblumen erntest und frisch hältst.
Spätsommer und Herbst: Samen ernten und Beet räumen
Samen ernten
Für die eigene Nachzucht lasse ich einzelne Blüten bis zur Samenreife stehen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, wenn die Samen braun, ausgereift und trocken sind. Danach trockne ich sie auf Papier nach und trenne sie von den Pflanzenresten.
Saatgut lagern
Die Tüten beschrifte ich mit Sortenname und Erntejahr und lagere sie kühl, dunkel und trocken. Stammt das Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze.
Zurückschneiden und Beet räumen
Pflanzen, von denen ich keine Samen ernte, schneide ich nach dem Abblühen zurück. Weil Reseden nicht winterhart sind, räume ich das Beet nach der Samenernte ab. Auf die freie Fläche säe ich eine Grüneinsaat. Sie schützt das geräumte Beet über Winter vor Abschwemmung und Nährstoffauswaschung, und ihre Wurzeln halten den Boden locker.
Winter: Planung und Vorbereitung
Im Winter gibt es bei Reseden nichts zu überwintern, denn die Pflanzen sind einjährig. Die Arbeit verlagert sich vom Beet auf Saatgut, Boden und Plan. Bis zum April will ich wissen, ob mein Saatgut keimt, wo gesät wird und wann.
Saatgut prüfen: Keimt es noch?
Für Resedensamen ist das Lagerverhalten nicht sicher eingestuft. Wie lange eine Tüte keimfähig bleibt, kann ich daher nicht am Erntejahr ablesen, sondern nur mit einer Keimprobe prüfen. Dafür zähle ich die Körner genau ab und lege sie auf feucht gehaltenes, aber nicht nasses Küchenpapier. Damit es nicht austrocknet, decke ich die Probe ab. Reseden keimen bei 10 bis 15 °C, deshalb steht die Probe bei mir an einem kühlen Platz. Aus dem Anteil gekeimter Körner sehe ich, ob die Tüte noch für eine Aussaat taugt.
Eine alte Samentüte ungeprüft aussäen und dann vergeblich auf Sämlinge warten. Die Keimprobe im Winter zeigt vorher, ob das Saatgut noch keimt.
Bodenprobe nehmen
Eine Bodenprobe nimmst du zwischen Herbst und Frühjahr, auf jeden Fall vor der Düngung. Gekalkt wird nur, wenn die Untersuchung einen für Bodenart und Humusgehalt zu niedrigen pH-Wert zeigt, auch wenn Reseden alkalischen bis neutralen Boden mögen. Wie du die Probe entnimmst, steht im Sommerblumen-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Kompost für den Spätwinter einplanen
Humus kann die Blütezeit von Reseden verlängern, und Kompost baut Humus im Boden auf. Kompost kommt zum Schutz vor Nitratauswaschung im Spätwinter oder Frühjahr aufs Beet, nicht im Herbst. Die Humusgabe für das Resedenbeet plane ich deshalb für den Spätwinter ein und nicht für das Abräumen im Herbst. Als allgemeine Faustzahl gelten 3 l Kompost je m² und Jahr, eine artspezifische Düngeberechnung ersetzt das nicht. Zeigt die Bodenprobe stark überhöhte Phosphor- oder Kaliumwerte, bringst du weniger aus.
Platz und Nachbarn festlegen
Als Sommerblume passt die Resede als Lückenfüller ins Staudenbeet oder als Folgebepflanzung nach frühblühenden Zwiebelgewächsen. Die RHS nennt für sie Rabatten und Beete, Beeteinfassungen und den Schnitt. Ideen für Gartenstile, Balkonkasten und passende Sorten sammelt der Ratgeber, wie du Reseden vielseitig im Garten einsetzt. Den Platz zeichne ich mit Reihen und Abständen im Beetplaner für dein Gartenbeet ein.
Die Wohlriechende Resede gilt als nützlingsfreundlich. An Garten-Resede wurde im Botanischen Garten Dresden die Reseden-Maskenbiene Hylaeus signatus nachgewiesen. Für ein durchgehendes Blütenangebot kombiniere ich Reseden mit Pflanzen, die zu anderen Zeiten blühen.
Behauptete positive Nachbarschaftseffekte im Gemüsebeet sind häufig widersprüchlich und hängen auch von Standort und Pflege ab. Ich plane deshalb vor allem genug Raum für die endgültige Größe jeder Pflanze ein. Welche Nachbarn sich kombinieren lassen, prüfe ich im Mischkultur-Planer.
Termine festlegen und notieren
Die Aussaat lege ich in den April oder Mai. Die RHS beschreibt für britische Gärten auch Herbstsaaten, die eine Haube vor Frost schützt, ich bleibe bei der Frühjahrssaat. Alle Saattermine der Saison trage ich in den Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken ein. Nach jeder Saison notiere ich dort Saattag, Beet und den Tag der ersten offenen Blüten.
Bevor im April gesät wird, sind bei mir diese Punkte erledigt:
- Keimprobe mit abgezählten Körnern gemacht
- Bodenprobe genommen und ausgewertet
- Kompostgabe für den Spätwinter eingeplant
- Platz für die Direktsaat in Reihen im Plan eingezeichnet
- Pflanzen für die Samenernte im Plan vorgemerkt


