Stiefmütterchen mit Kindern: ein Gartenprojekt zum Säen, Beobachten und Basteln
- Stiefmütterchen blühen in der kühlen Jahreszeit, bleiben etwa 10 bis 20 cm niedrig und wachsen auch in Töpfen und Balkonkästen.
- Für Blüten ab dem nächsten Frühjahr säst du Ende Juli bis Anfang August, das Projekt läuft dann über den Winter.
- Jedes Kind bekommt einen festen Dienst, etwa das Lüften der Abdeckung, die Fingerprobe vor dem Gießen oder den Eintrag ins Tagebuch.
- Dünger, Regentonne und Werkzeug bleiben unter Aufsicht; Blüten aus dem Kinderbeet werden gepresst und gemalt, nicht gegessen.
- Wer Samen ernten will, lässt einzelne welke Blüten bis zur Samenreife stehen, statt alles auszuputzen.

Ein Gartenprojekt mit Kindern verliert an Schwung, wenn wochenlang nichts zu sehen ist oder keiner weiß, wer heute gießt. Stiefmütterchen geben dir dafür einen guten Rahmen: Sie blühen in der kühlen Jahreszeit, wachsen auch im Topf und begleiten Kinder vom Sommer bis ins nächste Frühjahr. Ich plane so ein Projekt vom Ende her. Zuerst überlege ich, was die Kinder am Schluss in der Hand halten sollen: ein Tagebuch, ein Blütenbild oder eigene Samen.
Im Mittelpunkt stehen hier Aufgaben, Material, Sicherheit, Beobachtungen und Bastelideen. Aussaat und Pflege reiße ich nur kurz an.
Warum Stiefmütterchen zu einem Kinderprojekt passen
Garten-Stiefmütterchen werden für Beete und gemischte Gefäße im Frühjahr und Herbst gepflanzt. Große Hitze setzt ihnen dagegen zu. Für die Planung heißt das: Die Blütenwochen mit den meisten Beobachtungen liegen im Frühjahr und Herbst, nicht im Hochsommer.
Die Pflanzen gelten als winterhart und werden als zweijährig geführt. Nach einer Aussaat im Sommer wachsen erst Jungpflanzen heran, die Hauptblüte folgt im nächsten Frühjahr. Kinder begleiten so eine einzige Pflanze durch mehrere Jahreszeiten.
Stiefmütterchen bleiben mit etwa 10 bis 20 cm niedrig. Kinder schauen deshalb von oben in die Blüten und können die Zeichnung aus der Nähe betrachten. Die Farben reichen von Weiß und Gelb über Hellblau und Blau bis zu Rot, Lila und Orange. Manche Sorten haben ein deutliches Muster, so trägt ‘Goldgelb mit Auge’ große goldgelbe Blüten mit schwarzem Auge.
Ein Garten ist keine Voraussetzung. Stiefmütterchen wachsen auch in Terrassengefäßen, Ampeln und Balkonkästen. Außerdem gelten sie als nützlingsfreundlich, und damit hast du an den Blüten einen Anlass, mit den Kindern nach Insekten Ausschau zu halten.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist geeignet; bei warmen Temperaturen Halbschatten bevorzugen.
- Bodenart
Geeignet ist feuchter, gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Für die Sorte Highflyer das Substrat in Anzucht und Weiterkultur bei pH 5,5–5,8 halten.
- Substrat
Für die Sorte Inspire gut durchlässiges Kultursubstrat verwenden.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Beete, Terrassengefäße, Ampeln und Balkonkästen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Bei der Sorte Highflyer das Saatgut leicht mit einer dünnen Schicht groben Vermiculits abdecken.
Pflege
- Pflege
Gut mit Wasser versorgen, besonders bei Trockenheit. Große Hitze beeinträchtigt die Pflanzen; gelegentlich treten Wurzelfäule, Anthraknose oder Schnecken auf.
- Düngung
Leichte Düngung ist besonders in Gefäßen hilfreich; dort wasserlöslichen Dünger im Abstand von ein bis drei Wochen geben. Granulat oder Langzeitdünger ist eine Alternative.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wird üblicherweise als Saisonpflanze für die kühle Jahreszeit kultiviert.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Beet- und Flächenpflanzungen sowie gemischte Gefäße im Frühjahr und Herbst.
Was das Gärtnern Kindern bringt
Gemeinsame Gartenarbeit gibt Kindern Gelegenheit, Naturvorgänge zu beobachten, Pflanzen zu pflegen und Verantwortung zu übernehmen. Ein gutes Projekt plant alle drei Dinge bewusst ein, statt nur auf die Blüte zu warten.
Beim Einfüllen, Säen und Beschriften arbeiten die Hände. Erde fühlen, einen Samen greifen, ein Schild schreiben: So üben Kinder ihre Feinmotorik ganz nebenbei. Beim Beobachten kommen die anderen Sinne dazu, etwa wenn Kinder Farben vergleichen oder unter Blättern nach Spuren suchen.
Geduld wird hier konkret. Bis zum ersten Keimling können 7 bis 21 Tage vergehen. Nach einer Sommeraussaat dauert es bis zur Hauptblüte sogar bis ins nächste Frühjahr. Wer das am Anfang erklärt, macht aus dem Warten einen Teil des Projekts.
Verantwortung entsteht, wenn eine Pflanze sichtbar von einem Kind abhängt. Ich gebe deshalb jedem Kind einen eigenen Topf mit Namensschild. Dazu kommt ein fester Dienst, der im Plan steht. So ist klar, wer heute nach der Erde schaut.
Das Projekt vorbereiten
Standort und Pflege in Kürze
Stiefmütterchen stehen sonnig bis halbschattig, bei warmen Temperaturen lieber im Halbschatten, und brauchen feuchten, gut durchlässigen Boden. Bei der Pflege zählen vor allem eine gute Wasserversorgung bei Trockenheit und das Entfernen verwelkter Blüten. Was Sommerblumen grundsätzlich an Licht, Boden und Pflege brauchen, findest du im Überblick zu Standort, Boden und Pflege von Sommerblumen.
Materialien und Werkzeuge
Für ein Stiefmütterchen-Projekt brauchst du wenig. Das Werkzeug sollte aber zu Kinderhänden passen: eine kleine Schaufel, eine kleine Harke und eine leichte Gießkanne mit Brause. Für die Anzucht kommen frische, ausdrücklich als Aussaaterde gekennzeichnete Erde und saubere Gefäße dazu.
Jede Anzuchtschale und jeder Topf braucht einen Wasserabzug, damit keine Staunässe entsteht. Eine Kiesschicht im Topf ersetzt das Abzugsloch nicht. Schau deshalb kurz unter jeden Topf, bevor die Kinder Erde einfüllen.
Für die Beobachtung brauchst du ein Heft, ein Lineal, Buntstifte, eine Lupe und, wenn vorhanden, eine Kamera. Ein durchsichtiges Glas und Küchenpapier reichen für den Keimversuch. Für gepresste Blüten legst du Löschpapier und alte Zeitungen bereit. Etiketten und ein wasserfester Stift gehören ebenfalls dazu, drinnen außerdem eine Plane als Unterlage. Für empfindliche Hände sind kleine Handschuhe sinnvoll.
Ich packe alles in eine eigene Kiste, die nur für das Kinderprojekt da ist.
kleine Schaufel und Harke · leichte Gießkanne mit Brause · Töpfe oder Schalen mit Abzugsloch · frische Aussaaterde · Etiketten und wasserfester Stift · Heft, Lineal, Buntstifte und Lupe · durchsichtiges Glas und Küchenpapier · Löschpapier und alte Zeitungen
Sicherheit beim Gärtnern mit Kindern
Kleine Kinder bleiben im Garten und auf dem Balkon stets beaufsichtigt. Erkläre ihnen früh, wo Gefahren liegen, und wiederhole die Regeln zu Beginn jeder Gartenstunde. Eine Regel gilt immer: Pflanzenteile kommen nicht in den Mund.
Gartengeräte prüfst du vor der Benutzung auf einwandfreien Zustand und feste Montage. Ich schaue vor jeder Gartenstunde nach, ob bei den Kinderschaufeln Blatt und Stiel fest verbunden sind. Beim gemeinsamen Arbeiten halten die Kinder ausreichend Abstand voneinander.
Wasser braucht eigene Regeln. Regentonnen und wassergefüllte Bottiche werden in einem Garten mit kleinen Kindern kindersicher verschlossen. Regenwasser ist ein weiches, salzarmes Gießwasser, die Kannen füllt dann ein Erwachsener.
Dünger und Pflanzenschutzmittel bewahrst du kindersicher unter Verschluss auf. Bei Stiefmütterchen kommt ein zweiter Grund dazu: Sie sind stark salzempfindlich, und zu viel Dünger kann vor allem in Gefäßen die Wurzeln absterben lassen. Düngen bleibt deshalb Erwachsenensache, abgemessen nach der Dosierungsanweisung des Produkts.
In frei zugänglichen Kita-Bereichen werden keine Pflanzen mit giftigen Bestandteilen oder langen, spitzen Dornen gepflanzt. Für ein Kinderbeet zu Hause ist das ein guter Maßstab. Stechapfel, Rizinus und Engelstrompete tragen ein schweres Vergiftungsrisiko und haben in der Nähe des Kinderbeets nichts verloren. Auch die Edelwicke ist in allen Teilen giftig, besonders die Samen. Beim Wandelröschen sind Beeren und Kraut giftig.
Blüten aus dem Kinderbeet sind in diesem Projekt zum Anschauen, Pressen und Malen da, nicht zum Essen. Für alle selbst gesammelten Blüten gilt, dass nur verzehrt wird, was sicher von giftigen Arten unterschieden werden kann, und diese Entscheidung trifft kein Kind. Was bei essbaren Blüten und giftigen Arten allgemein zu beachten ist, beschreibt der Sommerblumen-Überblick in einem eigenen Abschnitt.
Nach der Gartenarbeit waschen sich alle Kinder vor dem Essen die Hände.
Hat ein Kind vielleicht giftige Pflanzenteile verschluckt, entfernst du Reste aus dem Mund und kontaktierst ein Giftinformationszentrum oder ärztliche Hilfe. Löse kein Erbrechen aus. Für die Beratung sind Pflanzenart, gegessene Pflanzenteile, Menge und Zeitpunkt wichtig, bei Kindern auch Alter und Gewicht. Bei lebensbedrohlichen Anzeichen rufst du sofort den Rettungsdienst unter 112.
Aussaat mit Kindern
Wann gesät wird
Für Blüten ab dem nächsten Frühjahr säst du Stiefmütterchen Ende Juli bis Anfang August, die Kinder sehen ihre Blüten also erst nach dem Winter. Wer lieber im Frühjahr startet, zieht Garten-Stiefmütterchen von März bis Mai vor. Wie die Aussaat Schritt für Schritt abläuft und worauf es bei der Keimung ankommt, zeigt der Ratgeber, wann und wie du Stiefmütterchen aussäst.
Was Kinder bei der Aussaat selbst übernehmen
Bei der Aussaat zählt für Kinder vor allem, dass sie selbst Hand anlegen dürfen. Sie füllen die Erde in die Schalen und streichen sie mit der flachen Hand glatt. Danach basteln sie ihr Schild mit Namen, Sorte und Datum. Ich lasse jedes Kind sein Schild selbst schreiben, auch wenn die Buchstaben schief werden.
Nach der Aussaat beginnen die Dienste. Mit Folie abgedeckte Schalen werden bis zur Keimung täglich gelüftet, nach der Keimung kommt die Folie ganz ab. Dieser Dienst eignet sich auch für jüngere Kinder. Ein zweiter Dienst prüft mit dem Finger, ob die Erde noch feucht ist. Das zählt, weil Saatgut während und unmittelbar nach der Keimung nicht austrocknen darf.
Ich hänge einen Dienstplan mit Namen und Wochentagen neben die Schale. Daneben kommt der Aussaatkalender für Sommerblumen zum Ausdrucken, damit die Kinder sehen, was im Gartenjahr als Nächstes ansteht.
Wenn die ersten Keimlinge erscheinen, wird daraus ein Spiel: Wer entdeckt den ersten? Das Kind trägt Datum und Fundstelle im Tagebuch ein. Größere Kinder können später beim PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. helfen. Wie Sämlinge über Pikieren, AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. und Auspflanzen zu kräftigen Beetpflanzen werden, zeigt der Ratgeber, wie du Stiefmütterchen-Sämlinge bis ins Beet bringst.
Für die Jüngsten lohnt sich eine Reihe Ringelblumen direkt im Beet. Ihre großen Samen lassen sich von Kindern gut greifen und gezielt in die Erde legen. Die Ringelblume ‘Greenheart Orange’ wird bei der Direktsaat ungefähr 2 bis 3 cm tief gesät.
Beobachten und Staunen: Stiefmütterchen als Naturstudie
Das Pflanzentagebuch
Kinder können das Wachstum ihrer Pflanzen durch Messen, Zeichnen und Fotografieren regelmäßig dokumentieren. Ein Heft mit leeren Seiten reicht dafür. Ich lasse jede Seite mit dem Datum beginnen, danach folgen Wetter, Beobachtung und eine Zeichnung.
Spannende Einträge gibt es viele. Zuerst zeigen sich die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., danach das erste echte Laubblatt. Dieser Wechsel ist zugleich das Zeichen zum Pikieren, und Kinder können beide Blattformen nebeneinander zeichnen. Später zählen sie Blätter, messen die Höhe mit dem Lineal und notieren die erste Knospe.
Fragen helfen beim genauen Hinschauen. Wie hoch ist meine Pflanze heute? Welche Farbe hat die erste Blüte? Sitzt ein Tier auf den Blättern?
Bis zum ersten Keimling können bei Garten-Stiefmütterchen 7 bis 21 Tage vergehen. Ausgewachsen werden die Pflanzen etwa 10 bis 20 cm hoch. Mit beiden Werten können Kinder ihre eigenen Messungen im Tagebuch einordnen.
Der Keimversuch im Glas
Was unter der Erde passiert, sehen Kinder bei einer normalen Aussaat nicht. Ein Keimversuch macht es sichtbar. Dafür legen die Kinder Samen zwischen die Wand eines durchsichtigen Glases und feuchtes Küchenpapier. So sehen sie, wie die Wurzeln wachsen.
Für diesen Versuch eignen sich große Samen wie die von Sonnenblumen und Kapuzinerkresse. Ein Erwachsener begleitet den Versuch von Anfang an. Haben die Sonnenblumen grüne Blätter gebildet, setzt du sie in Erde um. Das Glas steht neben der Stiefmütterchen-Schale, und die Kinder vergleichen, was über und unter der Erde passiert.
Sonnenblumenkerne können bei Kleinkindern in die Atemwege gelangen und eine lebensbedrohliche Erstickungsgefahr verursachen. Bewahre die Kerne außer Reichweite auf und lege sie bei Kleinkindern selbst ins Glas.
Kleine Experimente mit Licht und Wasser
Steht eine Anzuchtschale zu dunkel, werden die Jungpflanzen lang, instabil und hellgrün. Wenn du das bemerkst, sprich mit den Kindern darüber, was Pflanzen zum Wachsen brauchen. Danach kommt die Schale an einen helleren Platz.
Ein zweites Experiment dreht sich ums Wasser. Je kleiner ein Topf ist, desto schneller trocknet die Erde darin aus. Poröse Tontöpfe verlieren außerdem schneller Feuchtigkeit als Kunststofftöpfe. Ein kleiner Tontopf vereint also beides und braucht besonders aufmerksame Gießer. Stell verschiedene Töpfe nebeneinander und lass die Kinder vor jedem Gießen mit dem Finger prüfen, wie feucht die Erde ist. Bei torffreier Erde verrät auch das Gewicht beim Anheben, wie viel Wasser noch im Topf steckt.
Welke Blätter sind dabei kein automatischer Grund zum Gießen. Sie können von Wassermangel kommen, aber auch von Staunässe mit Wurzelfäule. Darum prüfen die Kinder zuerst die Erde und entscheiden dann.
Wer kommt zu Besuch?
Stiefmütterchen gelten als nützlingsfreundlich. Mit einer Lupe gehen die Kinder auf Entdeckungstour und notieren, wer an Blüten und Blättern auftaucht.
Blattläuse sitzen häufig an Blattunterseiten und Triebspitzen. Marienkäfer sowie die Larven von Florfliegen und SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse. gehören zu ihren natürlichen Feinden. Finden die Kinder beides, können sie Fressen und Gefressenwerden direkt am eigenen Beet beobachten.
Auch Schnecken hinterlassen Spuren. Fraß vom Blattrand und silbrige Schleimspuren sprechen für Schnecken, die du zunächst absammelst. Für Kinder ist das eine Detektivaufgabe: erst die Spuren deuten, dann suchen.
Kreative Projekte mit Stiefmütterchen
Blüten pressen
Gepresste Stiefmütterchen werden zu Lesezeichen, Grußkarten oder kleinen Bildern. Gepflückt werden nur Blüten, die äußerlich trocken sind. Die Kinder legen sie zwischen Löschpapier und Zeitungen und beschweren den Stapel mit Büchern. Die Papiere wechselst du regelmäßig, bis die Blüten vollständig getrocknet sind.
Jeder Beleg bekommt eine Beschriftung mit Pflanzenname, Fundort und Sammelzeitpunkt. Ich lasse die Kinder diese Angaben gleich beim Einlegen auf das Löschpapier schreiben. So wird aus der Bastelei nebenbei ein kleines Herbarium.
Blütenporträts malen und fotografieren
Beim Malen konzentriert sich jedes Kind auf eine einzelne Blüte. Es betrachtet Farbe, Zeichnung und Form und versucht, sie mit Buntstift oder Wasserfarbe genau abzubilden. Dabei lernen Kinder, Unterschiede zwischen Blüten zu entdecken, die beim schnellen Hinsehen untergehen.
Mit größeren Kindern kannst du fotografieren. Bei bewölktem Himmel wird das Sonnenlicht gestreut, sodass weichere Schatten entstehen. Rückt die Kamera näher an die Blüte, wird der scharf abgebildete Bereich kleiner. Auch die Position der Kamera verändert die Bildwirkung, also probier mit den Kindern Aufnahmen von oben, von der Seite und aus der Höhe eines Käfers.
Ein Farbbeet nach dem Farbkreis
Mit der Farbpalette der Stiefmütterchen kannst du ein Beet nach dem Farbkreis anlegen. Orange und Blau sowie Gelb und Violett sind Komplementärpaare, die sich im Farbkreis gegenüberliegen und kräftige Kontraste ergeben. Da es Stiefmütterchen in Orange und in Blau gibt, pflanzen Kinder ein solches Paar direkt nebeneinander. Ruhiger wirkt eine Pflanzung Ton in Ton mit helleren und dunkleren Nuancen derselben Farbe, etwa Hellblau neben Blau.
Die Kinder malen den Plan zuerst auf Papier. Wer es genauer mag, kann das Farbbeet im Beetplaner aufzeichnen. Mit größeren Kindern lässt sich auch eine Ecke mit Steinen gestalten, Ideen dafür gibt der Ratgeber, wie du mit Stiefmütterchen einen Steingarten anlegst.
Geschichten zum Namen
Zum Namen Stiefmütterchen gibt es alte Erzählungen, in denen die Blütenblätter für eine Familie mit Stiefmutter und Kindern stehen. Lass die Kinder die Blütenblätter zählen, nach Größe und Farbe sortieren und eine eigene Geschichte dazu erfinden. Der Text passt später gut neben das gepresste Blütenbild.
Was Kinder an Stiefmütterchen lernen können
Ein Jahr im Leben einer Pflanze
Einjährige Pflanzen durchlaufen Keimung, Blüte, Samenbildung und Absterben innerhalb einer VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht.. Die Sonnenblume aus dem Keimversuch ist so eine einjährige Pflanze. Stiefmütterchen werden dagegen als zweijährig geführt und brauchen nach einer Sommeraussaat einen Winter bis zur Hauptblüte. Wer beide nebeneinander zieht, zeigt Kindern zwei Lebensrhythmen in einem einzigen Projekt.
Im Tagebuch wird das als Zeitleiste sichtbar. Die Kinder kleben Fotos oder Zeichnungen in eine Reihe: Samen, Keimling, Jungpflanze, Blüte. Für die Wintermonate notieren sie, wie die Jungpflanzen draußen aussehen.
Den Kreislauf schließen: Samen ernten
Hier treffen Kinder eine echte Entscheidung. Das Entfernen welker Blüten kann die Samenbildung begrenzen und weitere Blüten fördern. Für eigene Samen müssen dagegen einzelne welke Blüten bis zur Samenreife stehen bleiben. Die Kinder wählen also aus, welche Blüten ausgeputzt werden und welche Samen bilden dürfen. Ich markiere die Samenblüten mit einem Wollfaden, damit niemand sie aus Versehen abzupft.
Geerntet wird bei trockenem, sonnigem Wetter, sobald die Samen ausgereift sind. Danach trocknen die Samen auf Papier nach. Die Kinder füllen sie in Tütchen, beschriften sie und lagern sie kühl, dunkel und trocken.
Spannend wird es bei der nächsten Aussaat. Aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können Pflanzen entstehen, die sich deutlich von der Mutterpflanze unterscheiden. Lass die Kinder vorher raten, welche Farben herauskommen, und vergleiche später mit dem Foto der Mutterpflanze.
Eine KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. macht daraus eine Rechenaufgabe. Dafür legen die Kinder eine genau abgezählte Zahl an Samen auf feucht gehaltenes, nicht nasses Küchenpapier und decken es gegen Austrocknung ab. Am Ende zählen sie, wie viele Samen gekeimt sind, und vergleichen das mit der Ausgangszahl.
Pflanzennamen und Verwandtschaft
Stiefmütterchen haben nahe Verwandte, die Kinder kennenlernen können. Garten-Stiefmütterchen heißen botanisch Viola × wittrockiana, Hornveilchen Viola cornuta und Duftveilchen Viola odorata. Der gemeinsame Gattungsname Viola zeigt, dass alle drei zusammengehören. Kinder können dazu Namensschilder vergleichen und eigene Steckbriefe anlegen.
Tipps für Eltern und Erzieher
Aufgaben nach Alter verteilen
Jüngere Kinder füllen Erde ein, legen große Samen, lüften die Abdeckung und zählen Blüten. Größere Kinder messen, führen das Tagebuch mit Zahlen, fotografieren und helfen beim Pikieren. Die Keimprobe mit Rechnen ist etwas für Schulkinder. Auch das AusputzenAusputzen heißt, verblühte Blüten regelmäßig von der Pflanze zu entfernen. So steckt sie keine Kraft in die Fruchtbildung. eignet sich als Aufgabe, denn bei der Mischung Schweizer Riesen verlängert regelmäßiges Entfernen verwelkter Blüten die Blütezeit.
Ferien, Schließzeiten und Winter
Pflanzen machen keine Ferien. In der Kita sichern vorher vereinbarte Patenschaften die Pflege während der Schließzeiten ab, etwa mit Eltern oder Nachbarn. Zu Hause übernehmen Großeltern oder Freunde diese Rolle.
Auch im Winter ruht das Projekt nicht ganz. Winterharte Herbstbepflanzungen im Blumenkasten werden bei frostfreier Witterung nach Bedarf gegossen. Für die Mischung Schweizer Riesen ist in rauen Gegenden ein leichter Winterschutz vorgesehen. An beiden Aufgaben merken Kinder, dass Pflege nicht mit der Blüte endet.
Mit Rückschlägen umgehen
Nicht jede Pflanze kommt bis zur Blüte. Große Hitze setzt Stiefmütterchen zu, gelegentlich treten Wurzelfäule, Anthraknose oder Schnecken auf. Solche Momente gehören zum Lernen dazu.
Blattflecken können durch Schaderreger oder durch nichtparasitäre Schäden entstehen. Bei unklarer Ursache hilft eine fachliche Diagnose, etwa über eine Pflanzenprobe beim Pflanzenschutzdienst. Mit Kindern machst du daraus eine Forschungsfrage: Was haben wir beobachtet, und was könnte die Ursache sein?
Wenn eine Pflanze eingeht, setze ich mich mit den Kindern hin, und wir schreiben zuerst auf, was wir gesehen haben. Erst danach sammeln wir Vermutungen zur Ursache. Die Seite bleibt im Tagebuch, auch wenn sie traurig ist.
Gärtnern in den Alltag einbinden
Feste Gartenzeiten im Wochenablauf machen das Projekt verlässlich. Kinder wissen dann, wann sie dran sind, und fragen von selbst nach ihrem Dienst.
Ein Kita-Garten wird möglichst sonnig angelegt und kann durch eine niedrige Einfriedung vom übrigen Spielbereich getrennt werden. Stiefmütterchen kommen dort mit Sonne bis Halbschatten zurecht. Die Einfriedung zeigt den Kindern außerdem, wo der Gartenbereich beginnt.





