Bambus und Ziergräser richtig düngen: angepasst an Regen, Hitze und Frost
- Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmem Wetter unter Umständen sehr viel.
- Viel Regen ist kein Grund, öfter zu düngen: Überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden.
- Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf vorher angefeuchteten Boden, nicht über die Blätter.
- Für Bambus wird ein stickstoffbetonter Langzeitdünger mit wenig Phosphor empfohlen.
- Stickstoff nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer nicht mehr; eine bedarfsgerechte Kaliumgabe ist auch zwischen Mitte Oktober und Ende November möglich.
- Die jährliche Kompostgabe im Garten sollte 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, damit es nicht zu einer Phosphatüberdüngung kommt.

Ein Dünger wirkt nur, wenn Boden und Wetter mitspielen. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung dagegen unter Umständen sehr viel. Wer in kalten oder ausgedörrten Boden düngt, legt den Dünger also nur auf Vorrat. Schlägt das Wetter danach in feuchtwarm um, kann sehr viel auf einmal frei werden. Ich schaue deshalb vor jeder Gabe für Bambus und Ziergräser zuerst auf den Boden und in den Wetterbericht, erst danach auf die Packung.
Hier geht es darum, wie du die Düngung an viel Regen, Trockenheit, Kälte und schwankende Temperaturen anpasst. Nährstoffbedarf, Boden und Mangelsymptome reiße ich nur kurz an und sage dir, wo du dazu weiterlesen kannst.
Pampasgras mit Hornspänen düngen: worauf es ankommt
HornspäneHornspäne sind ein organischer Stickstoffdünger und die gröbste Form der Horndünger. Mikroorganismen müssen sie im Boden erst abbauen; wegen der groben Körnung geben sie ihren Stickstoff langsamer frei als das feiner vermahlene Hornmehl. sind ein organischer Dünger, und organische Dünger hängen am Wetter. Ich streue sie für mein Pampasgras erst, wenn der Boden im Frühjahr nicht mehr gefroren und feucht, aber nicht nass ist. Wie viel du gibst, richtet sich nach Bodenuntersuchung, Pflanzenbedarf und Packungsangabe, und Kompost, den du schon gegeben hast, rechnest du mit. Wie bei jeder Stickstoffgabe ist ab dem Spätsommer Schluss, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Welche organischen Dünger sonst zu Gräsern und Bambus passen, erkläre ich im Ratgeber dazu, wie du Bambus und Ziergräser natürlich düngst.
Bambus und Ziergräser haben verschiedene Ansprüche
Für Bambus wird ein stickstoffbetonter LangzeitdüngerEin Langzeitdünger, auch Depotdünger genannt, gibt seine Nährstoffe nicht sofort, sondern verzögert über einen längeren Zeitraum an die Pflanzen ab. Das gilt für entsprechend gekennzeichnete Mineraldünger und ebenso für organische Dünger. mit wenig Phosphor empfohlen. Wie du ihn im Jahreslauf versorgst und dabei die Ausbreitung der Rhizome steuerst, findest du im Ratgeber, wie du Bambus nach Wuchstyp und Wachstumsphase düngst. Bei Ziergräsern gehen die Ansprüche weit auseinander, vom Plattährengras auf nährstoffreichem, frischem bis feuchtem Boden bis zum Blauschwingel auf eher trockenem, durchlässigem Sand- bis Steinboden.
Düngen nach Wetter und Klima
Ob du in einer regenreichen Gegend gärtnerst, auf Sand mit trockenen Sommern oder in einer kühlen Lage: Entscheidend ist, was gerade im Boden passiert. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus für Pflanzen verfügbar. Wärme und Bodenfeuchtigkeit beschleunigen diese Freisetzung gemeinsam. Welche BodenorganismenBodenorganismen sind die Lebewesen im Boden: winzige Bakterien, Pilze und Algen ebenso wie Bodentiere vom Einzeller über den Regenwurm bis zu Wirbeltieren. Zusammen bilden sie das Bodenleben. dabei mitarbeiten und wie du sie förderst, liest du im Ratgeber über die Bodenmikroben, die Bambus und Gräsern helfen. Die Tabelle zeigt, wie ich meine Gaben an die Wetterlage anpasse.
| Wetterlage | Was im Boden passiert | Wie ich dünge |
|---|---|---|
| Frost oder kalter Boden | Organische Dünger setzen kaum Nährstoffe frei, Kälte kann Spurennährstoffe schlechter verfügbar machen | Ich warte, bis sich der Boden erwärmt hat |
| Feuchtwarmes Wetter | Die Freisetzung aus Humus beschleunigt sich, aus organischen Düngern kann unter Umständen sehr viel frei werden | Ich lege nichts zusätzlich nach |
| Trockenheit und große Hitze | Organische Dünger setzen kaum Nährstoffe frei, Trockenheit kann Spurennährstoffe schlechter verfügbar machen | Ich gieße zuerst und gebe Flüssigdünger nur niedrig konzentriert auf angefeuchteten Boden, nicht über die Blätter |
| Viel Regen, stauende Nässe | Organische Dünger setzen kaum Nährstoffe frei, überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden | Ich gebe nichts extra und prüfe, ob das Wasser abzieht |
Viel Regen und nasse Böden
In nassen Wochen lege ich keinen Dünger nach. Überhöhte, zu häufige oder außerhalb der VegetationsperiodeDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. ausgebrachte Stickstoffgaben können als Nitrat ausgewaschen werden. Steht das Wasser im Boden, kommt ein zweites Problem dazu. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Beim Bambus kann Staunässe Wurzeln und Rhizome faulen lassen.
Gelbe Blätter nach einer nassen Phase können auf eine Eisenmangelchlorose hindeuten, und die kann auch durch verdichteten oder vernässten Boden entstehen. In stauender Nässe setzen organische Dünger zugleich kaum Nährstoffe frei. Nachdüngen kann in dieser Lage also wenig ausrichten, solange das Wasser nicht abzieht. Bei Staunässe lockerst du deshalb auch tiefer liegende Verdichtungen, bevor du bei Bedarf mineralisches Material für eine bessere Durchlässigkeit einarbeitest.
Wo es viel regnet, heißt es oft, du müsstest öfter düngen, weil der Regen alles auswäscht. Gerade überhöhte oder zu häufige Stickstoffgaben können aber als Nitrat ausgewaschen werden. Ich bleibe deshalb bei der Menge aus Bodenuntersuchung und Packungsangabe und gebe nach Regenphasen nichts extra.
Trockenheit und Hitze
In trockenen Sommern gieße ich zuerst und dünge danach. Im trockenen Boden ruht organischer Dünger weitgehend, und Trockenheit kann zusätzlich die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen verschlechtern. Brauchen deine Pflanzen bei großer Hitze oder längerer Trockenheit eine Gabe, kommt Flüssigdünger niedrig konzentriert auf den vorher angefeuchteten Boden und nicht über die Blätter. Wann sich Flüssigdünger sonst anbietet, erkläre ich im Ratgeber dazu, wie du Flüssig- und Blattdünger bei Bambus und Gräsern einsetzt. Gegossen wird vorzugsweise morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
Eine Mulchdecke hemmt die Verdunstung aus dem Boden und vermindert seine Erwärmung. Welches Material passt, hängt an der Pflanzung. Für trockene Freiflächen eignen sich mineralische Mulchmaterialien, für feuchtere und gehölznahe Pflanzungen RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. oder Rindenkompost. Roher Rindenmulch bindet Stickstoff und ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Im Kiesbeet mit trockenheitsliebenden Pflanzen passt Rindenmulch wegen des feucht-sauren Milieus ebenfalls nicht.
Im bepflanzten Kiesbeet kommt mineralischer Mulch mit einer Körnung von 8 bis 16 mm in eine 5 bis 7 cm starke Schicht.
Auf sandigen, humusarmen Böden verbessert organische Substanz die Aufnahme und Speicherung von Wasser. Die jährliche Kompostgabe sollte im Garten trotzdem 2 bis 3 l/m² nicht überschreiten, damit es nicht zu einer Phosphatüberdüngung kommt. Wer auf Sand mit Kompost gegen Trockenheit arbeitet, baut den Humus deshalb über mehrere Jahre auf und nicht mit einer einzigen großen Gabe.
Gräser nach Wasserbedarf auswählen
In trockenen Gegenden hilft es, Gräser nach ihrem Wasserbedarf auszuwählen und zusammen zu pflanzen. Die Ansprüche reichen von ausgesprochen trockenen bis zu frischen und feuchten Plätzen.
| Gras | Standort, der ihm liegt |
|---|---|
| Blauschwingel und Schafschwingel | warme, eher trockene, durchlässige Sand- bis Steinböden |
| Pracht-Federgras, Stipa pulcherrima | sonnig, trocken und kalkhaltig |
| Moskitogras und Wimper-Perlgras | trockene, durchlässige Kalkböden in voller Sonne |
| Rutenhirse, Panicum virgatum | auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich |
| Berg-Segge, Carex montana | trockenheitsverträglich, auch im Halbschatten |
| Lampenputzergras | Pennisetum orientale trocken, Pennisetum alopecuroides frisch |
| Pfeifengras, Molinia arundinacea und Molinia caerulea | frische bis feuchte Böden |
| Plattährengras | nährstoffreicher, frischer bis feuchter Boden |
Bei den Gräsern trockener, durchlässiger Böden halte ich mich an das, was für Stauden nährstoffarmer Standorte gilt. Dort kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Auch trockenheitsverträgliche Gräser brauchen nach der Pflanzung eine verlässliche Wasserversorgung, bis sie fest im Boden verwurzelt sind. Wie du Gießen und Düngen über das Jahr zusammenbringst, steht im Ratgeber dazu, wie du Bewässerung und Düngung im Jahreslauf abstimmst.
Ich pflanze meine Gräser nach Wasserbedarf getrennt. Schwingel und Federgras stehen bei mir im Kiesstreifen, Pfeifengras dort, wo der Boden frisch bleibt. So kann ich jede Gruppe für sich gießen und düngen, statt dem ganzen Beet dieselbe Gabe zu geben.
Kühle Lagen mit kurzer Saison
In kühlen Lagen richte ich den Start nach dem Boden und nicht nach dem Datum. Bei nährstoffbedürftigen Beetstauden beginnt die Frühjahrsversorgung mit der Erwärmung des Bodens und der zunehmenden Tätigkeit der Bodenorganismen, und genauso halte ich es bei Bambus. Was im Herbst und Frühjahr für robuste Pflanzen wichtig ist, liest du im Ratgeber dazu, wie du Bambus und Gräser vor und nach dem Winter düngst.
Wenn die Temperaturen schwanken
Ein paar warme Tage im Vorfrühling sind für mich noch kein Startsignal. Kehrt danach der Frost zurück, setzen organische Dünger wieder kaum Nährstoffe frei, und Kälte kann die Verfügbarkeit von Spurennährstoffen verschlechtern. Die Mulchdecke, die im Sommer die Verdunstung hemmt, vermindert auch die Erwärmung des Bodens. Weil erst Wärme zusammen mit Feuchtigkeit die Freisetzung aus Humus beschleunigt, kann die NährstofffreisetzungNährstofffreisetzung ist die Abgabe von Nährstoffen aus Dünger, Kompost oder Humus in eine Form, die Pflanzen aufnehmen können. Wie schnell sie abläuft, hängt von der Düngerart, vom Boden sowie von Feuchtigkeit und Temperatur ab. unter Mulch im Frühjahr später einsetzen, während der Boden in heißen Wochen feuchter und kühler bleibt.
Bambus braucht auch im Winter bei frostfreiem Boden bedarfsgerechtes Wässern. An milden Wintertagen prüfe ich deshalb, ob der Boden um den Bambus trocken ist, und gieße bei Bedarf. Wer Ziergräser für die Freifläche neu pflanzt, wählt am besten das zeitige Frühjahr bei bereits erwärmtem Boden, denn Herbstpflanzungen können schlechter anwachsen.
Vor jeder Gabe gehe ich diese Fragen durch. Ist der Boden erwärmt und nicht gefroren? Ist er feucht, aber weder nass noch ausgedörrt? Liegt eine Stickstoffgabe noch vor dem Spätsommer? Und bei Flüssigdünger in der Hitze: Habe ich den Boden vorher angefeuchtet?
Herbst: Stickstoff aus, Kalium nach Bedarf
Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode, ab dem Spätsommer unterbleibt er, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Eine bedarfsgerechte Kaliumgabe ist dagegen auch noch zwischen Mitte Oktober und Ende November möglich. Mehr zur Düngung rund um den Winter steht im Ratgeber zur Winterhärte von Bambus und Ziergräsern.
Im Kübel gelten eigene Regeln, zum Beispiel bekommen überwinternde Kübelpflanzen im Winter grundsätzlich keinen Dünger. Wie du Bambus und Gräser im Topf versorgst, steht im Ratgeber dazu, wie du Bambus und Ziergräser im Kübel nach Gefäßgröße und Substrat düngst.
Boden und Bodenprobe bestimmen die Menge
Eine Bodenuntersuchung zeigt, was schon im Boden steckt, und daraus leitest du den Bedarf nach Nährstoffart und Menge ab. Eine Standarduntersuchung erfasst üblicherweise Phosphat, Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen. Welche pH-Zielbereiche für deine Bodenart gelten, steht im Stauden-Ratgeber unter Standort und Boden mit den pH-Zielbereichen je Bodenart.
Mangel oder zu viel Dünger: erst die Ursache klären
Verfärbte Blätter sind ein Hinweis und keine Diagnose, denn wie bei der Eisenmangelchlorose kann auch der Boden selbst dahinterstecken. Im Ratgeber dazu liest du, woran du Nährstoffmangel bei Bambus und Gräsern erkennst und wie du ihn behebst. Was zu viel Kompost, SpurenelementeSpurenelemente sind Nährstoffe, die Pflanzen nur in kleinen Mengen brauchen, ohne die sie aber nicht normal wachsen: Eisen, Mangan, Kupfer, Zink, Bor, Molybdän und Chlor. Man nennt sie auch Spurennährstoffe oder Mikronährstoffe. und typische Düngefehler bei Stauden und Gräsern allgemein bedeuten, steht im selben Stauden-Ratgeber unter Düngen.




