Blaukissen vermehren: im Frühjahr teilen, im Spätherbst Stecklinge schneiden
- Garten-Blaukissen teilst du im Frühjahr, Stecklinge oder Risslinge schneidest du im Spätherbst.
- Teilung und Stecklinge liefern Jungpflanzen mit denselben Anlagen wie die Mutterpflanze.
- Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Stecklinge stehen in nährstoffarmer, durchlässiger Erde unter Folie, die du täglich kontrollierst und lüftest.
- Junge Polster bekommen keinen Kompost und ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr.

Ein Blaukissen-Polster, das dir gefällt, vermehrst du am sichersten über die Pflanze selbst. Teilung, StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. und Risslinge liefern Jungpflanzen mit denselben Anlagen wie die Mutterpflanze. Aus selbst geernteten Samen von HybridsortenHybriden sind Pflanzen der ersten Tochtergeneration (F1) aus der gezielten Kreuzung zweier möglichst reinerbiger Elternlinien. Sie wachsen einheitlich und kräftig, lassen sich aber nicht zuverlässig mit ihren Eigenschaften über eigenes Saatgut weitervermehren. können dagegen Nachkommen wachsen, die anders aussehen. Deshalb vermehre ich meine Blaukissen fast immer vegetativ: Geteilt wird im Frühjahr, Stecklinge und Risslinge schneide ich im Spätherbst. Danach brauchen die Jungpflanzen beim Einwachsen zusätzliches Wasser, aber keinen Kompost.
Welche Methode passt zu deinem Blaukissen?
Bei Garten-Blaukissen gibt es Sorten, die vegetativ vermehrt werden, und daneben Samensorten. Zu den Samensorten zählen ‘Whitewell Gem’, ‘Campbellii’ und die Mischung ‘Cascade’. Steht auf dem Etikett keine Samensorte, vermehre ich über das Polster.
| Methode | Zeitpunkt | Jungpflanzen wie die Mutterpflanze? | Passt für |
|---|---|---|---|
| Teilung | Frühjahr | ja, dieselben Anlagen | Vermehrung und Verjüngung älterer Polster |
| Stecklinge oder Risslinge | Spätherbst | ja, dieselben Anlagen | vegetativ zu vermehrende Sorten, das Mutterpolster bleibt stehen |
| Aussaat | Vorkultur in Schalen von März bis Juni bei der ‘Superbissima Mischung’ | bei Hybridsorten können Nachkommen abweichen | Samensorten wie ‘Whitewell Gem’, ‘Campbellii’ und ‘Cascade’ |
Weil vegetativ vermehrte Pflanzen dieselben Anlagen tragen und Nachkommen aus Hybridsamen abweichen können, ist bei deiner Lieblingssorte das Polster selbst das verlässlichere Ausgangsmaterial. Auch beim eigenen Nachbau nimmst du nur gesunde Mutterpflanzen. Die artübergreifenden Handgriffe findest du im Überblick zu Teilen, Stecklingen und Selbstaussaat bei Stauden.
Blaukissen teilen
Wann ist die beste Zeit zum Teilen?
Garten-Blaukissen teilst du im Frühjahr. Dann lassen sich auch ältere Polster durch Teilung verjüngen. Lässt bei Stauden, die sich dafür eignen, die Blühleistung nach, kann Teilen und Neupflanzen nach 3 bis 5 Jahren nötig werden. Ich warte mit dem Teilen, bis der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Erst dann lockere ich das neue Beet mit Grabgabel oder Krail.
So teilst du ein Polster
Bereite den neuen Platz vor, bevor du das Polster aushebst. So liegen die Teilstücke nicht lange ohne Erde.
- Platz vorbereiten: Entferne Wurzelunkräuter und beseitige Bodenverdichtungen. Lehmigen Boden machst du mit Sand, Kies und Splitt durchlässiger.
- Polster ausheben: Stich rundum ab, heb das Polster mit dem Ballen heraus und schüttle lose Erde ab.
- Teilen: Zerlege den Ballen in etwa faustgroße Stücke. Jedes Stück braucht mindestens ein austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze.
- Aussortieren: Welke oder faulige Stücke kommen in den Haus- oder Biomüll. Im Gartenkompost entstehen möglicherweise keine Temperaturen, die Erreger sicher abtöten.
- Einsetzen: Setz die Stücke mit der Erdabdeckung und dem Abstand aus dem Kasten unten.
- Angießen: Gieß jedes Teilstück gründlich an.
Messer und Spaten, die mit kranker Erde in Berührung kamen, reinige ich vor dem nächsten Polster. Damit begrenzt du, dass SchaderregerSchaderreger ist im Pflanzenschutz der Sammelbegriff für Schädlinge und Krankheitserreger, die Pflanzen befallen: etwa Insekten oder Fadenwürmer (Nematoden) sowie Pilze, Bakterien und Viren. ins neue Beet verschleppt werden.
Jedes etwa faustgroße Teilstück braucht mindestens 1 austriebsfähiges Auge oder eine vitale Triebspitze. Die oberen Wurzeln bekommen beim Einsetzen 1 cm Erde als Abdeckung. Der Pflanzabstand liegt je nach Sorte bei 20 bis 25 cm: 20 cm für die ‘Superbissima Mischung’, 25 cm für ‘SPERLI’s Azurro’.
Kompost ins Pflanzloch geben. Bei PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. ist eine Kompostgabe zur Bodenanreicherung nicht sinnvoll. Blaukissen wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden.
So pflegst du die geteilten Pflanzen
Frisch gesetzte Teilstücke brauchen während des Einwachsens zusätzliches Wasser. Bevor ich gieße, prüfe ich die Feuchte auch unter der Oberfläche. Eine trockene Oberfläche allein ist kein Grund zum Gießen. Gegossen wird morgens direkt im Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird.
Länger anhaltende Staunässe vermeidest du, weil sie Sauerstoffmangel im Wurzelbereich verursacht und Wurzelfäule begünstigt. An vollsonnigen Steingartenplätzen kann zusätzliches Gießen je nach Bodengüte in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen nötig sein. Zwischen jungen Polstern entfernst du BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. rechtzeitig, denn erst bei ausgewachsenen Polstern spielen sie kaum noch eine Rolle. Ich ziehe sie von Hand, statt zwischen den Teilstücken zu hacken.
Blaukissen über Stecklinge und Risslinge vermehren
Wann schneidest du Stecklinge?
Vegetativ zu vermehrende Garten-Blaukissen bewurzelst du im Spätherbst über Stecklinge oder Risslinge. Das Mutterpolster bleibt dabei an seinem Platz. Zusammen mit der Teilung im Frühjahr hast du so zwei Vermehrungstermine im Jahr.
Ein Steckling wird mit einem scharfen Messer vom Trieb geschnitten. Ein Rissling wird nicht geschnitten, sondern vom Trieb abgerissen. Beides sind vegetative Wege, die Jungpflanzen tragen also dieselben Anlagen wie das Polster, von dem sie stammen.
Triebe auswählen und vorbereiten
Für Stecklinge eignen sich gesunde, kräftige Triebe, die weder zu weich noch zu hart sind. Wie lang ein Kopfsteckling wird und wie viele Blätter er behält, hängt von der Pflanzenart ab. Ich richte mich beim Blaukissen deshalb nach dem einzelnen Trieb und nehme Abschnitte, die sich fest, aber noch biegsam anfühlen. Blüten, Knospen und einen Teil der Blätter entfernst du, damit der Steckling weniger Wasser verdunstet.
Stecken, abdecken, bewurzeln lassen
Stecklingserde soll nährstoffarm und durchlässig sein, deshalb mischst du sie mit Sand oder Perlit. Beblätterte krautige Stecklinge stellst du warm und hell auf, aber ohne direkte Sonne. Eine Folienabdeckung schützt sie vor übermäßiger Verdunstung. Unter der Folie kontrollierst du täglich, ob sich Schwitzwasser oder Schadstellen zeigen, und lüftest dabei kurz.
Wann du die Stecklinge einzeln topfst, richtet sich nach der Stärke ihrer Bewurzelung. Ich hebe dafür einen Steckling samt Erde vorsichtig an und schaue mir die Wurzeln an, statt am Trieb zu ziehen.
Schale mit Wasserabzug · nährstoffarme Stecklingserde mit Sand oder Perlit · scharfes, sauberes Messer · Folienabdeckung · heller, warmer Platz ohne direkte Sonne · Etiketten für Sorte und Datum
Ich stecke jede Sorte in eine eigene Schale und beschrifte sie gleich beim Stecken mit Sorte und Datum. Beim täglichen Lüften hebe ich die Folie ganz ab und wische das Schwitzwasser von der Innenseite.
Abhärten und auspflanzen
Im Zimmer bewurzelte Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen ab. Sie stehen dafür etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Für den Wechsel ins Freie wählst du bedecktes und wenig windiges Wetter, damit die Blätter nicht verbrennen. Den Topfballen tauche ich vor dem Pflanzen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Gesetzt wird mit demselben Abstand wie bei den Teilstücken.
Die ‘Superbissima Mischung’ eignet sich auch für Gefäße. Dort gibst du den Jungpflanzen ein lockeres, nährstoffarmes Substrat in einem Topf mit Wasserabzug.
Aussaat: der Weg für Samensorten
Aus Samen ziehst du Blaukissen bei Samensorten und Mischungen, etwa die ‘Superbissima Mischung’ mit Vorkultur in Schalen von März bis Juni. Bei selbst geernteten Samen von Hybridsorten können die Nachkommen anders aussehen als die Mutterpflanze. Die Vorkulturtermine kannst du dir im druckbaren Aussaatkalender für Stauden vormerken.
Pflege junger Blaukissen nach der Vermehrung
Düngen: bei jungen Polstern meist gar nicht
Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen wie Blaukissen brauchen normalerweise keinen Zusatzdünger. Unter den Staudengruppen haben Steingartenstauden den geringsten Nährstoffbedarf. Stauden natürlich nährstoffarmer Standorte düngst du erst, wenn Mängel erkennbar werden. Stickstoff bekommen mehrjährige Gartenpflanzen ab dem Spätsommer nicht mehr, damit sie ausreichend aushärten.
Übermäßige Düngung kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Für ein Teilstück aus dem Frühjahr heißt das: Eine Düngergabe, die dieses starke Wachstum anschiebt, arbeitet gegen seine Winterhärte im ersten Winter.
Schneiden: im ersten Jahr nicht
Für die ‘Superbissima Mischung’ ist der leichte RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. nach der Blüte erst ab dem zweiten Jahr vorgesehen. Bei Jungpflanzen aus Stecklingen halte ich es genauso und schneide im ersten Jahr nicht. Danach kann ein bedarfsweiser Rückschnitt nach der Blüte Garten-Blaukissen kompakter halten und dem Verkahlen alter Polsterzentren entgegenwirken. Wie du ältere Polster über die Jahre in Form hältst, gehört dann zur Jahrespflege eingewachsener Pflanzen.
Junge Blaukissen überwintern
Blaukissen der ‘Superbissima Mischung’ sind mehrjährige, winterharte Polsterstauden. Im Beet schaust du vor dem Winter auf den Boden: An karge Standorte angepasste Steingartenpflanzen können in schweren, nährstoffreichen und nassen Böden Wurzelschäden erleiden. In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du Beikräuter und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter.
Im Topf gelten andere Regeln. Ich umhülle das Gefäß mit Wollvlies und lasse oben Platz, damit ich weiter gießen kann. Den Untersetzer nimmst du weg, damit sich kein Wasser staut und beim Gefrieren Schäden anrichtet. An frostfreien Tagen gießt du bei Bedarf, gedüngt wird im Winter grundsätzlich nicht.
„Winterhart ist winterhart, auch im Topf.“ Das stimmt so nicht. Auch im Garten winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren, wenn ihr WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. durchfriert. Deshalb bekommt der Topf eine isolierende Hülle, durch die Gießen und Wasserabfluss möglich bleiben.
Wenn aus Jungpflanzen Polster werden
Kümmert ein junges Polster oder welkt es, schau dir die Wurzeln an. Braune, faule oder vermorschte Wurzeln können auf Wurzelkrankheiten hindeuten. Für eingewachsene Pflanzen findest du im Pflege-Ratgeber, wie du Blaukissen gießt, düngst, zurückschneidest und vor dem Winter schützt.
Standort, Sorten und Partner kurz eingeordnet
Blaukissen brauchen einen sonnigen Platz und wachsen in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden. Für Steingartenpflanzungen mit Blaukissen soll der Boden gut wasserdurchlässig sein. Licht, Boden und pH-Wert für Stauden behandelt der Stauden-Überblick im Abschnitt Standort und Boden.
Blaukissen, botanisch Aubrieta, gibt es etwa als ‘Superbissima Mischung’ mit Blüten im April und Mai in Blau-, Violett- und Rosatönen. Lebensläufe und Gartennamen der Stauden ordnet das Kurzporträt im Stauden-Überblick ein.
Die Polster passen in Steingärten, an Trockenmauern sowie als Beet- und Wegeinfassung. Warum sich Blaukissen auch als Bodendecker gegen Unkraut und Erosion an Hängen eignen, erklärt der Ratgeber dazu.
Als Partner im Steingarten passen Schleifenblume, Polsterphlox und Silberwurz. Steinkraut liefert gelbe und Iberis sempervirens weiße Kontraste zu violetten Blaukissen. Wo deine Jungpflanzen und ihre Partner hinkommen, kannst du vorab im Beetplaner einzeichnen.




