Blaukissen pflegen: Gießen, Düngen, Rückschnitt und Winterschutz
- Die Blaukissen-Mischung 'Superbissima' blüht im April und Mai.
- Neu gepflanzte Polster gießt du in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt und durchdringend.
- Gegossen wird morgens direkt im Wurzelbereich, denn Staunässe begünstigt Wurzelfäule.
- Standortgerecht gepflanzt kommen Blaukissen normalerweise ohne Zusatzdünger aus, Kompost zur Anreicherung ist bei Polsterstauden nicht sinnvoll.
- Ab dem zweiten Jahr nach der Blüte leicht zurückschneiden, die grünen Polster nie bodennah abschneiden.
- Vor dem Winter: ab dem Spätsommer kein Stickstoff mehr, Töpfe isolieren und gießbar halten.

Blaukissen brauchen wenig Pflege, doch beim Gießen und Düngen können gut gemeinte Handgriffe schaden. Länger anhaltende Staunässe nimmt den Wurzeln den Sauerstoff. Übermäßige Düngung kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte untypisch starkes Wachstum auslösen. Ich greife bei meinen Polstern deshalb selten zur Gießkanne und kaum zum Dünger, schaue aber nach jedem kräftigen Regen nach, ob irgendwo Wasser stehen bleibt.
Der Reihe nach geht es hier um Blütezeit, Gießen, Düngen, RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. und Winterschutz.
Blaukissen im Überblick
Blaukissen (Aubrieta) sind niedrige PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. für Steingärten, Trockenmauern sowie Beet- und Wegeinfassungen, die Mischung ‘Superbissima’ wird etwa 10 bis 20 cm hoch. Herkunft, Farben und Sorten sowie die Verwendung von Blaukissen als Bodendecker an Hängen und Böschungen behandelt ein eigener Ratgeber. Für Mauer und Steingarten erfährst du dort, wie du Blaukissen in Steingarten und Trockenmauer pflegst und kombinierst, für Kübel und Kasten, wie du Blaukissen im Topf und Balkonkasten ziehst.
Welcher Platz passt zu Blaukissen?
Blaukissen wollen einen sonnigen Platz und einen durchlässigen, steinigen, meist nährstoffarmen Boden, lehmige Erde machst du mit Sand, Kies und Splitt magerer. Kalk gibst du nur, wenn eine Messung für deine Bodenart einen zu niedrigen pH-Wert zeigt. Wie du herausfindest, welcher pH-Wert Blaukissen zusagt und wie du den Boden verbesserst, erklärt der Ratgeber dazu.
Wann blühen Blaukissen?
Die Mischung ‘Superbissima’ blüht im April und Mai. Andere Sorten können davon abweichen, deshalb hältst du dich an die Angabe auf der Saatgut-Tüte oder dem Etikett deiner Sorte. Ich notiere mir jedes Frühjahr, wann meine Polster aufblühen und wann der Flor durch ist. So weiß ich, wann die Schere dran ist.
Nach dem Flor setzen die Polster Samen an. Bei vielen Stauden kann Samenbildung weitere Blüten vermindern, und das Entfernen welker Blüten kann die weitere Blüte fördern. Eine zweite Blüte im Spätsommer solltest du bei Blaukissen trotzdem nicht fest einplanen. Lassen ältere Polster in der Blüte nach, kannst du sie im Frühjahr durch Teilung verjüngen.
Mehr Dünger, mehr Blüten? Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann übermäßige Düngung untypisch starkes Wachstum auslösen. Mit einer reicheren Blüte rechnest du dabei besser nicht.
Wann brauchen Blaukissen Wasser?
Beim Gießen kommt es darauf an, wie lange deine Blaukissen schon im Boden sind. Neu gepflanzte Stauden gießt du in den ersten ein bis zwei VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. bei anhaltender Trockenheit wiederholt und durchdringend. Das gilt auch für trockenheitsverträgliche Pflanzungen wie den Steingarten, solange sie noch anwachsen. Gut eingewachsene Staudenpflanzungen brauchen bei Trockenheit weniger Aufmerksamkeit als frisch bepflanzte Beete. Am vollsonnigen Steingartenplatz kann es je nach Boden trotzdem nötig sein, in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen nachzugießen.
Etwa 25 l/m² je Gießgang gelten für neu angelegte Staudenpflanzungen in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden, und zwar bei anhaltender Trockenheit. Gemeint ist die Fläche, nicht die einzelne Pflanze.
Gieß morgens und direkt in den Wurzelbereich. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub der Polster wird nicht unnötig nass. Ich nehme dafür die Kanne ohne Brause und setze den Strahl unter den Trieben direkt auf den Boden.
Zu viel Wasser schadet ebenfalls. Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel an den Wurzeln und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Im Topf prüfst du deshalb vor dem Gießen die Feuchte auch unten im Substrat oder hebst das Gefäß an. Torffreie Erde kann oben schon trocken sein, während es darunter noch nass ist, wer nur nach der Oberfläche gießt, riskiert im Topf also genau diese Staunässe. Freie Abzugslöcher im Gefäßboden gehören immer dazu.
Brauchen Blaukissen Dünger?
Im Beet meist nicht. Standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen wie Blaukissen kommen normalerweise ohne Zusatzdünger aus. Auch eine Kompostgabe zur Anreicherung des Bodens ist bei Polsterstauden nicht sinnvoll. Kompost liefert neben organischer Substanz auch Nährstoffe, während Blaukissen in meist nährstoffarmen Böden wachsen. Eine Kompostgabe ist für sie also Düngung und keine bloße Bodenpflege.
Ich schaue mir im Frühjahr an, wie die Polster austreiben, bevor ich überhaupt an Dünger denke. Ob dein Boden etwas braucht, zeigt eine Bodenuntersuchung: Aus ihr lässt sich der Düngebedarf nach Nährstoffart und Menge aus dem vorhandenen Vorrat ableiten. Für die auch für Kübel und Töpfe geeignete Sorte ‘SPERLI’s Azurro’ gilt, dass sie im Frühjahr nur sparsam gedüngt wird.
Wenn du düngst, achte auf das Wetter. Organische Dünger setzen bei Frost, Trockenheit oder stauender Nässe kaum Nährstoffe frei, bei feuchtwarmer Witterung unter Umständen sehr viel. Im Topf eignet sich für Steingartenpflanzen ein lockeres, nährstoffarmes Substrat. Bei torffreien Bioerden passt du die Nachdüngung an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Wann und womit du nachlegst, wenn deine Polster doch Nährstoffe brauchen, steht im Ratgeber zum Düngen von Blaukissen.
Holzasche gehört nicht ins Blaukissenbeet. Das gilt auch für Asche aus naturbelassenem Holz und auch für den Umweg über den Kompost.
Wie schneide ich Blaukissen zurück?
Geschnitten wird nach der Blüte, und zwar leicht. Bei ‘Superbissima’ beginnst du damit ab dem zweiten Jahr, im ersten Standjahr bleibt das Polster ungeschnitten. Du kürzt dabei die verblühten Triebe und schneidest nicht das ganze Polster herunter. Mit den welken Blüten verschwinden auch die Samenansätze. Das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten kann bei vielen Stauden unerwünschte SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. verhindern.
Ich lege beim Schneiden ein altes Tuch neben das Polster. So fallen die abgeschnittenen Triebe mit den Samenansätzen nicht zwischen die Steine.
Die Polster bleiben auch im Winter grün. Im Frühjahr putzt du sie deshalb einzeln aus, oft genügt es, braune oder kranke Blätter zu entfernen. Welche Pflegearbeiten im Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter bei Blaukissen sonst anfallen, zeigt ein eigener Jahresplan.
Blaukissen im Spätwinter zusammen mit den übrigen Stauden dicht über dem Boden abschneiden. Dieser flächige Rückschnitt ist für abgestorbene Staudentriebe gedacht, winter- und immergrüne Arten sind davon ausgenommen.
Wie kommen Blaukissen gut durch den Winter?
Die Mischung ‘Superbissima’ gilt als winterhart. Im Beet bereitest du den Winter schon im Sommer vor: über die Düngung und über den Wasserabzug. Stickstoff gibst du nur in der Vegetationsperiode und ab dem Spätsommer gar nicht mehr, damit die Pflanzen ausreichend aushärten. Übermäßige Düngung kann bei Stauden nährstoffarmer Standorte außerdem die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Düngst du im Spätsommer noch, riskierst du also genau die Winterhärte, auf die du dich bei Blaukissen verlässt.
Beim Wasserabzug prüfst du, ob an der Pflanzstelle nach Regen Wasser stehen bleibt. Bei Staunässe lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen, bevor du bei Bedarf mineralisches Material für mehr Durchlässigkeit einarbeitest. In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch im Winter.
Blaukissen im Topf überwintern
Im Freilandgefäß schützt eine isolierende Topfumhüllung den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. winterharter Stauden. Gießen und Wasserabfluss müssen dabei möglich bleiben. Weil die Polster grün bleiben, kannst du den Kübel in der Wintersonne luftdurchlässig beschatten, denn das kann immergrüne Pflanzen vor Frosttrockenheit schützen. Gedüngt wird im Winter nicht. Ich stelle meine Blaukissen-Töpfe im Winter auf kleine Füße, damit das Abzugsloch frei bleibt.
Ab dem Spätsommer keinen Stickstoff mehr geben. Pflanzstelle auf stehendes Wasser prüfen. Grüne Polster nicht herunterschneiden. Töpfe isolieren, gießbar halten und das Abzugsloch frei lassen. Im Winter nicht düngen.
Krankheiten und Schädlinge
Weil Staunässe Fäulnis an Wurzel und Stammgrund begünstigt, beugst du mit durchlässigem Boden und Gießen nach Bedarf vor. Schwachen Blattlausbefall an Zierpflanzen spritzt du häufig schon mit einem Wasserstrahl ab. Wie du Krankheiten und Schädlingen im Staudenbeet vorbeugst, vom Vorbeugen über das Kontrollieren bis zum Absammeln, steht im Stauden-Ratgeber.
Aussaat, Pflanzung und Vermehrung
Die Mischung ‘Superbissima’ kannst du von März bis Juni in Schalen vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus., das Saatgut wird nur angedrückt und gleichmäßig feucht gehalten. Wie du Blaukissen aussäst und die Sämlinge durchbringst und wie du Blaukissen durch Teilung, Stecklinge oder Aussaat vermehrst, zeigen zwei eigene Ratgeber.




