Boden für das Prächtige Bärenohr verbessern: Struktur, Drainage und pH-Wert
- Das Prächtige Bärenohr wächst in sandigem oder lehmigem Boden, solange er gut durchlässig ist.
- Vor der Pflanzung im Mai lockerst du abgetrockneten Boden und entfernst Wurzelunkräuter samt Rhizomstücken.
- Bei Staunässe beseitigst du auch tiefere Verdichtungen, erst danach kommen Sand und Splitt in lehmigen Boden.
- Das Bärenohr verträgt sauren bis neutralen Boden; gekalkt wird nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist.
- Kompost verbessert die Struktur, im Garten aber nicht mehr als 2 bis 3 l/m² im Jahr.

Auf schwerem, nassem Boden kann das Prächtige Bärenohr mit den Wurzeln im Wasser stehen. Länger anhaltende Staunässe führt zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Ich bereite das Beet deshalb vor, bevor die Jungpflanzen im Mai hineinkommen. Dabei prüfe ich drei Dinge: wie der Boden aufgebaut ist, ob das Wasser abläuft und welchen pH-Wert er hat.
Welchen Boden braucht das Prächtige Bärenohr?
Arctotis fastuosa wächst in sandigem oder lehmigem Boden, solange er gut durchlässig ist. Lehm schließt die Art also nicht aus, es kommt darauf an, dass Wasser abläuft. Das Bärenohr ist trockenheitsverträglich und auf trockenen Boden eingestellt. Beim pH-Wert nennen die Pflanzenattribute von SANBI einen sauren bis neutralen Bereich.
Neben dem Boden zählt das Licht, denn die Art blüht nur in voller Sonne. Licht, Wärme und Pflanzabstand behandelt der Ratgeber, welcher Gartenplatz zum Bärenohr passt.
Das Bärenohr ist einjährig und nicht winterhart. Von Natur aus gehört es zur Klimazone Wüste und trockenes Buschland. Wie sich Lebensläufe und Herkunft der Arten einordnen, steht im Kurzporträt der Stauden, Zweijährigen und Gräser.
Weil das Bärenohr einjährig ist und erst im Mai ausgepflanzt wird, liegt sein Beet bis dahin frei. Du kannst also lockern, Sand einarbeiten und Kompost verteilen, ohne um bestehende Wurzeln herumzuarbeiten. Gesät wird von März bis April, die Termine zeigt der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Einen vollsonnigen Platz wählen; die Blüten öffnen sich nur bei voller Sonne.
- Bodenart
Geeignet ist sandiger oder lehmiger, gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
Pflege
- Pflege
Regelmäßig wässern und zwischen den Pflanzen jäten, bis der Bestand den Boden bedeckt.
- Düngung
Die Pflanze reagiert gut auf organische Düngung.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Wie finde ich heraus, welchen Boden ich habe?
Bevor du Sand oder Kalk besorgst, schau nach, was im Beet liegt. Die Fingerprobe zeigt dir die Bodenart, eine Bodenuntersuchung den pH-Wert und den Nährstoffvorrat.
Für die Fingerprobe nimmst du feuchte, aber nicht nasse Erde zwischen die Finger. Sand lässt sich nicht formen. Lehm ist körnig und formbar, Ton fühlt sich schmierig und klebrig an. Der Bestimmungsschlüssel gilt für Böden mit höchstens 4 % organischer Substanz.
Ich mache die Fingerprobe an mehreren Stellen im Beet und merke mir, wo die Erde schmiert und klebt.
Für eine erste Einschätzung des pH-Werts reicht ein einfacher Streifentest. Dafür vermengst du zerkleinerte Gartenerde mit destilliertem Wasser und liest nach kurzer Einwirkzeit die Farbe ab. Eine Bodenuntersuchung zeigt dir zusätzlich, welche Nährstoffe im Boden vorrätig sind, damit du die Düngung nach Bedarf bemessen kannst.
Für die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. stichst du 10 bis 15 Mal gleichmäßig verteilt über die einheitlich genutzte Fläche ein. Jeder Einstich reicht durch den Oberboden bis etwa 25 bis 30 cm Tiefe. Du mischst alles und schickst rund 500 g davon ein. Die Standarduntersuchung erfasst PhosphatPhosphat ist die Form, in der der Pflanzennährstoff Phosphor im Garten meist angegeben wird: als Phosphatgehalt im Befund der Bodenuntersuchung und als Phosphatanteil auf Düngerpackungen, dort mit dem Kürzel P2O5., Kali und Kalkbedarf, Stickstoff musst du gesondert beauftragen.
Wie mache ich schweren Boden durchlässig?
Lockere das Beet im Frühjahr erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Gearbeitet wird mit Grabegabel oder Krail. Sind Wurzelunkräuter im Boden, nimmst du die Grabegabel und sammelst jedes Rhizom- und Wurzelstück sorgfältig heraus.
Bei Staunässe genügt oberflächliches Lockern nicht. Dann beseitigst du auch tiefer liegende Verdichtungen und arbeitest erst danach mineralisches Material für die Durchlässigkeit ein.
Nach einem kräftigen Regen gehe ich durchs Beet und stecke einen Stab dorthin, wo das Wasser stehen bleibt. An diesen Stellen lockere ich im Frühjahr tiefer und arbeite erst danach Sand ein.
Lehm mit Sand und Splitt auflockern
Für Beete mit wechselnden Sommerblumen lässt sich lehmiger Boden mit Sand, Splitt und gedämpftem Kompost in seiner Struktur verbessern. Wie viel du davon brauchst, hängt von deinem Boden ab. Arbeite die Zuschläge ein, wiederhole die Fingerprobe und beobachte nach dem nächsten kräftigen Regen, ob das Wasser abläuft.
Sehr schwere Tonböden bleiben auch mit Zuschlägen ungeeignet, das Bärenohr eignet sich aber für größere Gefäße. Auf sehr schwerem Ton ziehst du es deshalb besser im Topf, statt das ganze Beet umzubauen.
Boden abgetrocknet, bevor du lockerst? Wurzelunkräuter samt Rhizom- und Wurzelstücken entfernt? Bei Staunässe auch die tieferen Verdichtungen beseitigt? Sand und Splitt erst danach eingearbeitet? Fingerprobe wiederholt und den nächsten Regen beobachtet?
Was bringen Kompost, Rindenhumus und Gründüngung?
Humus verbessert die BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Wasser zu speichern. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Auf sandigen, humusarmen Böden verbessert organische Substanz vor allem die Aufnahme und Speicherung von Wasser.
Kompost mit Maß
Gib im Garten nicht mehr als 2 bis 3 l/m² Kompost im Jahr, damit es nicht zu einer Phosphatüberdüngung kommt. Kompost liefert außerdem Nährstoffe, die du bei der Düngung mitrechnest. Wer regelmäßig Kompost gibt, lässt den Boden alle 4 bis 5 Jahre auf PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. und Kalium untersuchen. Bei stark erhöhten Werten schränkst du weitere Kompostgaben ein.
Rindenhumus statt Rindenmulch
Kompostierter RindenhumusRindenhumus ist feine, kompostierte Rinde. Du arbeitest ihn leicht in die Beeterde ein, um dem Boden organische Substanz und Nährstoffe zuzuführen – anders als Rindenmulch, der als Abdeckung obenauf liegt. lässt sich zur Bodenverbesserung einarbeiten. Roher RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. bindet dagegen Stickstoff und gilt für junge Staudenpflanzungen als ungeeignet. Ich lege ihn deshalb auch nicht unter das Bärenohr.
Mulch und Gründüngung
Organischer Mulch erhält die Bodenfeuchte, das Bärenohr ist aber auf trockenen Boden eingestellt. Eine organische Mulchdecke hält also genau die Feuchte im Beet, die du mit Lockern und Sand ableiten willst. Ich lasse den Boden zwischen den Jungpflanzen offen und jäte, bis der Bestand ihn bedeckt.
Nach der Blüte räume ich das Beet ab, denn winterhart ist das Bärenohr nicht. Gründüngung und Kompost können das BodenlebenBodenleben ist die Gesamtheit der Lebewesen im Boden, von Bakterien, Pilzen und Algen bis zu Tieren wie Regenwürmern. Sie zersetzen Pflanzenreste zu Nährstoffen, legen Humus an und bauen die Bodenstruktur auf. fördern und zum Humusaufbau beitragen. Bodenlebewesen machen Nährstoffe aus abgestorbenen Pflanzenresten im Humus wieder für Pflanzen verfügbar.
Welchen pH-Wert braucht das Bärenohr, und wann kalke ich?
Ob du kalkst, hängt von Bodenart, Kultur und gemessenem pH-Wert ab. Für die Kultur ist die Lage beim Bärenohr klar, denn es verträgt sauren bis neutralen Boden. Sinnvoll ist eine Kalkung nur, wenn der gemessene Wert für deine Bodenart zu niedrig ist. Liegt er oberhalb des passenden Zielbereichs, bringst du weder Kalk noch kalkhaltige Dünger aus. Die allgemeinen Zielbereiche je Bodenart für Staudenbeete stehen im Abschnitt Standort und Boden desselben Überblicks zu Stauden und Ziergräsern.
Regelmäßig ausgebrachter Kompost liefert dem Boden auch Kalzium. Wer jedes Jahr Kompost gibt, bringt also schon Kalzium ins Beet, und Kalk lohnt nur bei zu niedrigem Messwert: Vor jeder zusätzlichen Kalkgabe steht deshalb eine neue Messung. Ich kalke nie nach Gefühl, sondern messe vorher.
Über pH 7,0 kann die Verfügbarkeit von Eisen stark eingeschränkt sein. Mangelsymptome sind dann möglich, obwohl Vorräte im Boden vorhanden sind. Unter pH 5,5 kann MolybdänMolybdän (Mo) ist ein Pflanzennährstoff, der für die Stickstoffernährung wichtig ist. Es ist aktiver Bestandteil zweier Enzyme: der Nitratreduktase in der Pflanze und der Nitrogenase in den Knöllchenbakterien. schlecht verfügbar sein. Eine Eisenmangelchlorose kann auf einen zu hohen pH-Wert hindeuten. Sie kann aber auch von verdichtetem oder vernässtem Boden kommen.
Holzasche zum Anheben des pH-Werts. Holzasche gehört weder direkt ins Beet noch als Zugabe auf den Kompost, auch nicht aus naturbelassenem Holz. Ist der gemessene Wert für deine Bodenart zu niedrig, ist eine Kalkung die passende Maßnahme.
Klappt es auch im Topf?
Das Prächtige Bärenohr eignet sich auch für die Kultur in größeren Gefäßen. Prüfe vor dem Befüllen, ob der Topf Abzugslöcher hat, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Ein größeres Substratvolumen speichert mehr Wasser und Nährstoffe. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte vor dem Gießen auch im unteren Bereich, denn eine trockene Oberfläche kann tiefere Nässe verdecken. Ich hebe meine Töpfe dafür kurz an und gieße erst, wenn sie leicht geworden sind.
Was ist mit Gießen und Düngen?
Bis der Bestand den Boden bedeckt, wässerst du regelmäßig und jätest zwischen den Pflanzen. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und das Laub nicht unnötig nass wird. Weil die Art trockenheitsverträglich ist, liegt das Risiko eher bei nassem als bei trockenem Boden.
Das Bärenohr reagiert gut auf organische Düngung, eine feste Menge oder Häufigkeit ist dafür nicht festgelegt. Kompost liefert selbst Nährstoffe, deshalb zählt deine Bodenverbesserung bei der Düngung mit. Womit, wann und wie viel du nachlegst, erklärt der Ratgeber zum Düngen des Prächtigen Bärenohrs, den Rahmen für alle Arten der Abschnitt Düngen im Stauden-Überblick.
Das Bärenohr blüht von Juli bis September. Wie du die Blüte mit Rückschnitt und gestaffelter Aussaat verlängerst, zeigt ein eigener Ratgeber. Und wie du mit dem Bärenohr ein insektenfreundliches Beet gestaltest, liest du im Ratgeber zum Insektengarten. Die Fläche teilst du vorher mit dem Beetplaner ein.


