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Lupinen im Stadtgrün: Wo sie passen und welche Risiken sie mitbringen

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden.
  • Gartenlupinen bevorzugen Sonne bis Halbschatten und durchlässigen Boden ohne Staunässe.
  • Für Kübel eignet sich die Mischung 'Gartenzwerg', die Russell-Mischung ist nicht für Gefäße eingestuft.
  • Lupinus polyphyllus kann sich stark ausbreiten und so die Artenvielfalt nährstoffarmer Wiesen beeinträchtigen.
  • Lupinensamen sind Saatgut: Je nach Sorte und Anbaubedingungen können sie hohe Alkaloidgehalte haben und Allergien auslösen.
Nahaufnahme eines violetten Blütenstandes einer Lupine mit grünen Knospen an der Spitze.
Foto: wal_172619 · Pixabay Content License · Quelle ↗

Eine Lupinenfläche am Straßenrand verspricht Farbe ohne viel Arbeit. In der Stadt bringt die Pflanze aber mehr mit als ihre Blüten. Lupinen können Stickstoff aus der Luft binden, Staudenlupinen bilden eine rübenartige Wurzel und können sich stark ausbreiten. Ihre Samen sind Saatgut und gehören nicht auf den Teller. Wenn ich eine Fläche für Lupinen prüfe, schaue ich deshalb zuerst auf drei Dinge: Steht dort Wasser, wie kalkhaltig ist der Boden, und wer nutzt die Fläche später?

Welche Lupine passt wofür?

Für das Stadtgrün kommen zwei Lupinen mit verschiedenen Aufgaben infrage. Die Staudenlupine Lupinus polyphyllus wird mehrjährig gezogen und bleibt auf der Fläche. Als Saatgut gibt es sie zum Beispiel als Russell-Mischung, die mehrjährig und winterhart ist, oder als Mischung ‘Gartenzwerg’, die sich für Kübel eignet.

Die Düngelupine Lupinus angustifolius ist dagegen einjährig und wird als Gründüngung angeboten. Sie kann bis zu 200 cm tief wurzeln. Statt dauerhaft zu blühen, überbrückt sie die Zeit, in der eine Fläche frei liegt.

Kurz erklärt

Standjahre zählst du ab dem Jahr, in dem eine Pflanze an ihrem endgültigen Platz wächst. Mehrjährige Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen.

Welche Sorte zu deinem Garten passt und was Lupinen als Zierpflanze und als Gründünger unterscheidet, zeigt der Ratgeber über Lupinen als Zierpflanze und Gründünger mit passender Sortenwahl.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Lupinus
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Nagetiere
Giftig
Vögel
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11
Aussaatkalender Lupine
GartenkalenderAussaat: April, Mai, August, September; Blüte: Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: AugustAussaat: SeptemberBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniBlüte: JuliAussaatBlüte

Was können Lupinen der Stadt bringen?

Staudenflächen können in der Stadt Insekten Nahrung bieten und den Boden bedecken. Bewachsene Bodendeckerflächen schützen vor Erosion und hemmen den Aufwuchs von Unkraut. Wie Stauden grundsätzlich gestaltet und kombiniert werden, beschreibt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Stickstoff aus der Luft

Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden. Die Staudenlupine gewinnt so selbst pflanzenverfügbaren Stickstoff, und bei einer Gründüngung werden die gespeicherten Nährstoffe beim Verrotten wieder frei. Mehr dazu findest du im Ratgeber, warum Lupinen als Bienenweide und Bodenverbesserer im Garten wertvoll sind.

Blüten und Nistplätze für Insekten

Für Bienen zählt, was eine Blüte anbietet: Pollen dient ihnen als Aufbaunahrung, Nektar liefert Energie. Körnerlupinen bieten je nach Art wenig oder keinen Nektar, aber ein mäßiges bis gutes Pollenangebot. Hummeln besuchen sie bevorzugt. Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen, und eine artenreiche Pflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten verlängert das Blütenangebot. Eine reine Lupinenfläche füllt also nur einen Ausschnitt der Saison, erst Nachbarn mit anderen Blütezeiten verlängern das Futterangebot.

Blüten allein reichen Wildbienen nicht. Je nach Art brauchen sie offene oder spärlich bewachsene Bodenstellen, Hohlräume oder Pflanzenstängel als Nistplatz. Ich lasse deshalb auf meinen Flächen einen Teil der dürren Stängel über den Winter stehen.

Wie legst du Lupinen auf Brachflächen an?

Auf einer Brache klärst du zuerst, wie lange die Fläche frei bleibt. Davon hängt ab, welche Lupine du säst.

Die Fläche liegt nur vorübergehend frei

Soll aus der Fläche später ein Beet oder eine Staudenpflanzung werden, passt eine Gründüngung. In Blumen- und Staudenbeeten eignet sie sich besonders für größere Flächen, die vorübergehend frei liegen, und zur Vorbereitung einer Neuanlage. Dafür wird die einjährige Düngelupine angeboten. Einjährig gezogene Lupinen kommen 2 bis 3 cm tief in die Erde.

Schneide die Gründüngungslupinen, bevor ihre Samen ausreifen. Danach arbeitest du sie ein, und beim Verrotten werden die gespeicherten Nährstoffe wieder verfügbar. Mit der nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du meist etwa 2 bis 3 Wochen. Plane Lupinen als Gründüngung nicht unmittelbar vor oder nach anderen Leguminosen wie Bohnen und Erbsen. Welche Pflanzen als Nachbarn zusammenpassen, prüfst du mit dem Mischkultur-Werkzeug für passende Pflanzennachbarn. Mehr zu Lupinen als Gründünger findest du im Ratgeber zur Sortenwahl.

Die Fläche soll dauerhaft blühen

Soll die Brache dauerhaft grün bleiben, nimmst du die Staudenlupine. Weil sie eine rübenartige Wurzel bildet, säe ich sie direkt an den Platz, an dem sie bleiben soll. Musst du junge Pflanzen doch umsetzen, bleibt der Wurzelballen dabei möglichst unbeschädigt.

Vor der Aussaat entfernst du Wurzelunkräuter und lockerst verdichtete Stellen, damit ein durchlässiger, bewuchsfreier Boden entsteht. Steht Wasser auf der Fläche, müssen auch tiefer liegende Verdichtungen weg. Anritzen und Vorquellen können die Keimung der Russell-Mischung beschleunigen. Ich ritze die Samen vorsichtig an und lege sie danach ins Wasser, bis sie sichtbar gequollen sind. Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht.

Richtwerte für Russell-Staudenlupinen, je nach Saatgutmischung:

Angabe Richtwert
Vorkultur März bis Mai
Direktsaat April bis Juni
Saattiefe 1 bis 2 cm
Keimtemperatur 15 bis 20 °C
Keimdauer 7 bis 21 Tage
Abstand in der Reihe 30 bis 50 cm
Reihenabstand 50 cm
Stütze bei hohen Pflanzen gegen das Abknicken der langen Stängel
Gefäß nicht für die Gefäßkultur eingestuft
Tipp

Die Aussaatfenster deiner Stauden behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick.

Standort und Boden kurz eingeordnet

Gartenlupinen bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. Für die Staudenlupine ist ein leicht sandiger, schwach saurer Standort günstig, die Russell-Mischung bevorzugt sonnige Lagen mit humosem, eher kalkarmem Boden. Wie du den Platz genauer auswählst, zeigt der Ratgeber dazu, welcher Platz mit welchem Licht und Boden Lupinen reich blühen lässt.

Ob eine Brache gekalkt werden muss, klärt eine Bodenuntersuchung: Kalk gibt es nur, wenn der gemessene pH-Wert für die Bodenart zu niedrig ist. Die pH-Zielbereiche je Bodenart und das Sandbeet beschreibt der Abschnitt Standort und Boden im Überblick zu Stauden und Ziergräsern.

Wie setzt du Lupinen in Parks und öffentlichen Beeten ein?

Gruppen und Staffelung

Lupinen zählen zu den mittelhohen bis hohen Stauden, die in Gruppen von 3 bis 5 Pflanzen gut zur Geltung kommen. In einer standortgerecht zusammengestellten Staudenmischpflanzung rechnest du zur Orientierung mit 7 bis 10 Pflanzen/m². Wie dicht du am Ende pflanzt, hängt vom Standort und von der gewünschten Wirkung ab. Höhere Arten können in solchen Pflanzungen auch in Bändern stehen.

Bei Beeten, die nur von einer Seite gesehen werden, stehen höhere Leitstauden hinten und niedrige Bodendecker vorn. Für Lupinen an einer Mauer oder entlang eines Weges heißt das: in die hintere Reihe, mit niedrigen Nachbarn davor. Gruppen und Abstände zeichnest du vorab im Beetplaner, mit dem du dein Beet skizzierst ein.

Partner und Pflege

Pflanzgemeinschaften bleiben stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Für Lupinen suchst du also Nachbarn, die ebenfalls durchlässigen Boden ohne Staunässe bevorzugen. Konkrete Kombinationen findest du im Ratgeber, wie du mit Lupinen farbenfrohe Staudenbeete gestaltest.

Hohe Lupinen sicherst du mit einer Stütze, damit die langen Stängel nicht abknicken. In einer angelegten Staudenmischpflanzung verzichtest du aufs Hacken, weil es die Entwicklung der Stauden und den Flächenschluss stört. Lupinen lassen sich im Frühjahr durch Teilung der Wurzelstöcke vermehren. Lässt die Blühleistung bei dafür geeigneten Stauden nach, kann nach 3 bis 5 Jahren Teilen und Neupflanzen nötig werden.

Wie eine andere Staude im öffentlichen Raum mit Standort, Pflege und Winterschutz eingeplant wird, zeigt der Ratgeber dazu, wie sich Schmucklilien in der Stadtplanung einsetzen lassen.

Passen Lupinen in die Vertikalbegrünung?

Eine Fassade begrünen Kletterpflanzen an einer Rankhilfe. Lupinen gehören nicht dazu: Sie wachsen als Stauden mit langen Stängeln und langen Wurzeln. An Hauswand, Balkon oder Terrasse setzt du sie deshalb in Kübel.

Dauerhaft bepflanzte Kübel eignen sich besonders für schwach und niedrig wachsende Arten mit kompaktem Wurzelwerk. Lupinen brauchen wegen ihrer langen Wurzeln dagegen einen hohen Topf. Ihr Gefäß muss also vor allem in die Tiefe gehen, und bei jedem Wandsystem prüfst du zuerst, ob es diese Tiefe bietet.

Für den Kübel wählst du eine dafür geeignete Mischung wie ‘Gartenzwerg’. Sie wird 30 bis 60 cm hoch und blüht von Juni bis August. Die Russell-Mischung ist dagegen nicht für die Gefäßkultur eingestuft.

Häufiger Fehler

Eine Russell-Lupine wandert in den Balkonkübel. Diese Mischung ist nicht für Gefäße eingestuft, und wegen ihrer rübenartigen Wurzel wird sie möglichst gleich am endgültigen Platz gesät.

Der Kübel braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser abläuft. Für eine mehrjährige Bepflanzung eignet sich strukturstabile Kübelpflanzenerde, die Verdichtung und Vernässung im unteren Gefäßbereich vorbeugt. Ein dauerhaft bepflanzter Kübel muss außerdem witterungsbeständig, standfest und stabil sein.

Zahl im Blick

Für dauerhaft bepflanzte Kübel kannst du die Erde mit 10 bis 40 % porösen mineralischen Zuschlägen stabilisieren, etwa mit Lava, Bims, Ziegelsplitt oder gebrochenem Blähton.

Ein größeres Erdvolumen speichert mehr Wasser und verlängert die Zeit bis zur nächsten Wassergabe. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im unteren Bereich, weil eine trockene Oberfläche Nässe darunter verdecken kann.

Marias Erfahrung

Bevor ich einen Kübel gieße, hebe ich ihn kurz an. Ist er noch schwer, lasse ich die Gießkanne stehen und fühle die Erde weiter unten.

Auch im Garten winterharte Pflanzen können im Kübel erfrieren, wenn ihr Wurzelballen durchfriert. Isoliere deshalb Gefäßwand, Oberfläche und Boden so, dass Gießen und Wasserabzug möglich bleiben. Den Untersetzer nimmst du über den Winter weg, damit sich kein Wasser staut. An frostfreien Tagen gießt du bei Bedarf.

Stadtklima: Was brauchen Lupinen bei Hitze und Trockenheit?

Anwachsen braucht Wasser

Auch trockenheitsverträgliche Staudenpflanzungen müssen in der Anwachsphase gewässert werden, wenn die Trockenheit anhält. Für eine neue Lupinenfläche gilt das genauso.

Zahl im Blick

Neu angelegte Staudenpflanzungen gießt du in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Auch später kann bei extremer Trockenheit eine Notbewässerung nötig sein.

Gieße morgens direkt in den Wurzelbereich und lass die Blätter trocken. So verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Seltene, durchdringende Gaben erreichen tiefere Wurzelschichten besser als viele kleine. Nach dem Gießen steche ich eine Bodenscholle ab und prüfe an Farbe und Gefühl, ob die Feuchte unten angekommen ist.

Für die Gießgänge kannst du Dachablaufwasser in Regentonnen sammeln. Regenwasser ist salzarm und sehr weich, das passt zur Russell-Lupine mit ihrer Vorliebe für eher kalkarmen Boden. Eine Mulchdecke hemmt außerdem die Verdunstung und vermindert das Aufheizen des Bodens. Rohen Rindenmulch lässt du bei jungen Staudenpflanzungen weg, weil er Stickstoff bindet.

Mythos-Check

„Lupinen filtern Abgase und Feinstaub aus der Stadtluft.“ Ihre Stickstoffbindung läuft über Knöllchenbakterien und versorgt die Pflanze selbst mit Stickstoff. Eine Wirkung gegen Abgase oder Feinstaub lässt sich daraus nicht ableiten.

Versickerungsmulden: genau hinschauen

Für kalkhaltige Splitt- und Schotter-Sickermulden gehören Tauben-Skabiose, Blutroter Storchschnabel, Wiesen-Salbei, Zittergras und Wimper-Perlgras zur standortgerechten Artenauswahl. Die Russell-Lupine bevorzugt dagegen eher kalkarmen Boden, eine kalkhaltige Mulde ist für sie also kein passender Platz. Gartenlupinen bevorzugen außerdem Boden ohne Staunässe. Länger anhaltende Staunässe führt zu Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule. Prüfe vor einer Pflanzung in einer Mulde deshalb, wie lange dort Wasser steht.

Smart City und essbare Stadt: kurz eingeordnet

Technik ersetzt in der Stadtbegrünung nicht den Blick auf den Boden: Eine automatische Tröpfchenbewässerung prüfst du regelmäßig darauf, ob ihre Wassermenge zur Bodenfeuchte und Witterung passt. Lupinensamen aus Zierpflanzungen sind Saatgut und keine Lebensmittel, auch nicht in einer essbaren Stadt. Gießen und Pflege im Jahreslauf behandelt der Überblick zu Stauden und Ziergräsern ausführlich.

Welche Risiken bringen Lupinen mit?

Ausbreitung in nährstoffarme Wiesen

Lupinus polyphyllus kann sich stark ausbreiten und dann die Artenvielfalt nährstoffarmer Wiesen beeinträchtigen. Dazu kommt der Stickstoff. Wer Rasen zur Blumenwiese umstellt, verzichtet auf Stickstoffdüngung, damit die Gräser nicht stärker gefördert werden als Kräuter und Blumen. Lupinen binden dagegen selbst Stickstoff, und gespeicherte Nährstoffe werden beim Verrotten von Pflanzenteilen wieder verfügbar. Auf einer Blumenwiese kann eine Lupine also genau den Nährstoff einbringen, der dort knapp bleiben soll.

Säe Lupinen deshalb nicht in Blumenwiesen und andere nährstoffarme Wiesen ein, und setze sie nicht direkt daneben. Rechtzeitig entfernte verwelkte Blüten können bei vielen Stauden die unerwünschte Selbstaussaat verhindern. Bei Lupinen an Wegen und Spielflächen schneide ich die verwelkten Blütenstände ab, bevor sich reife Hülsen bilden.

Samen sind Saatgut, keine Nahrung

Lupinensamen erntest du nur für die Vermehrung. Erntereif sind sie, wenn ihre Hülsen dunkel gefärbt und trocken sind. Die vollständig getrockneten Samen bewahrst du trocken und dunkel bis zur nächsten Aussaat auf. Bei Hybridsorten können die Nachkommen aus eigener Ernte deutlich von der Mutterpflanze abweichen.

Lupinensamen können je nach Sorte und Anbaubedingungen hohe Gehalte an Chinolizidinalkaloiden haben und beim Verzehr akute Vergiftungen auslösen. Außerdem können sie allergische Reaktionen hervorrufen, bei Menschen mit Erdnussallergie sind Kreuzreaktionen möglich. Was nicht sicher als essbar bestimmt ist, isst du nicht.

Achtung

Besteht der Verdacht, dass jemand Lupinensamen oder andere Pflanzenteile gegessen hat, wende dich an ein Giftinformationszentrum oder hol ärztliche Hilfe. Löse kein Erbrechen aus.

Fallstudien: Was lässt sich aus dem Stadtgrün übertragen?

Beobachtungen und Prüfungen aus dem Stadtgrün helfen bei der Planung trotzdem weiter.

Beet ist nicht gleich Straßenrand

Die Koreanische Minze Agastache rugosa gilt im Staudenbeet als trockenheitsrobust. Im geprüften innerstädtischen Straßenbegleitgrün zeigte sie jedoch eine unzureichende Trockentoleranz. Was sich im Garten bewährt, lässt sich also nicht ohne Weiteres an den Straßenrand übertragen. Bevor ich Lupinen großflächig an einer Straße einplane, lege ich deshalb eine Probefläche an und beobachte sie über eine Saison.

Verschiedene Blüten, verschiedene Besucher

In einer Untersuchung zur Biodiversität im Stadtgrün wurden an der Kartäuser-Nelke während der Beobachtungszeit nur Schmetterlinge als Blütenbesucher erfasst. Die Blüten der Gewöhnlichen Schafgarbe besuchten dagegen Fliegen, Schwebfliegen, Schmetterlinge und Wildbienen. Jede Art erreicht also andere Besucher, und eine Mischung bedient mehr Gruppen als eine einzelne Pflanze. Für Hausgärten und öffentliches Grün gibt es dafür Saatmischungen wie den Wärmeliebenden Saum, der Echtes Leinkraut unter anderem mit Gewöhnlicher Schafgarbe und Wiesensalbei kombiniert.

Mini-Checkliste

Probefläche angelegt, Boden untersucht, Abstand zu nährstoffarmen Wiesen eingeplant, Gießwasser für die Anwachsphase gesichert, Nachbarn mit anderen Blütezeiten gewählt, verwelkte Blütenstände an Spielflächen im Pflegeplan.

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Häufige Fragen

Was macht Lupinen zu einer interessanten Option für die Stadtbegrünung?
Lupinen können mithilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft binden und bringen mit ihren Blüten Farbe auf Grünflächen. Mehrjährige Gartenlupinen können im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen, die einjährige Düngelupine wird als Gründüngung für vorübergehend freie Flächen genutzt. Gartenlupinen bevorzugen sonnige bis halbschattige Plätze mit durchlässigem Boden ohne Staunässe. Dagegen steht, dass sich Lupinus polyphyllus stark ausbreiten kann und die Samen nicht zum Essen gedacht sind.
Worin liegt der Unterschied zwischen Gründüngung und dauerhafter Stadtbegrünung mit Lupinen?
Für die Gründüngung wird die einjährige Düngelupine Lupinus angustifolius vor dem Ausreifen der Samen geschnitten und eingearbeitet; beim Verrotten werden ihre gespeicherten Nährstoffe wieder verfügbar. Bis zur nächsten Aussaat oder Pflanzung wartest du danach meist etwa 2 bis 3 Wochen. Für eine dauerhafte Pflanzung nimmst du die mehrjährige Staudenlupine Lupinus polyphyllus, die am Platz bleibt und im zweiten Standjahr blühen kann. Bei ihr kann das rechtzeitige Entfernen verwelkter Blüten unerwünschte Selbstaussaat verhindern.
Wie können Lupinen bei der vertikalen Begrünung von Gebäuden eingesetzt werden?
Lupinen sind keine Kletterpflanzen, eine Fassade begrünst du mit Kletterpflanzen an einer Rankhilfe. An Hauswand, Balkon oder Terrasse kommen Lupinen im Kübel infrage, wenn du eine kübelgeeignete Mischung wie 'Gartenzwerg' wählst. Wegen ihrer langen Wurzeln brauchen sie einen hohen Topf mit freien Abzugslöchern und strukturstabiler Kübelpflanzenerde. Die Russell-Mischung ist dagegen nicht für die Gefäßkultur eingestuft.
Sind Lupinen wirklich so pflegeleicht wie oft behauptet wird?
Ganz ohne Pflege kommen sie nicht aus, schon weil Gartenlupinen durchlässigen Boden ohne Staunässe bevorzugen. Neu angelegte Staudenpflanzungen brauchen in den ersten 1 bis 2 Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Hohe Lupinen können eine Stütze gegen das Abknicken ihrer langen Stängel brauchen. Rechtzeitig entfernte verwelkte Blüten können unerwünschte Selbstaussaat verhindern.
Welche praktischen Schritte sind bei der Anlage von Lupinenflächen auf Brachflächen erforderlich?
Zuerst entfernst du Wurzelunkräuter und beseitigst Bodenverdichtungen, damit ein durchlässiger Pflanzboden entsteht. Staudenlupinen säst du wegen ihrer rübenartigen Wurzel möglichst gleich am endgültigen Platz, bei der Russell-Mischung läuft die Direktsaat von April bis Juni. Die Samen kommen 1 bis 2 cm tief in die Erde, Anritzen und Vorquellen können die Keimung beschleunigen. In der Anwachsphase gießt du bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend.
Welche Rolle spielen Lupinen bei der Förderung der Biodiversität in Städten?
Bei Körnerlupinen ist das Nektarangebot je nach Art gering oder fehlt, das Pollenangebot ist mäßig bis gut, und Hummeln besuchen sie bevorzugt. Da Gartenlupinen im zweiten Standjahr von Mai bis Juni blühen können, verlängert erst eine artenreiche Pflanzung mit unterschiedlichen Blütezeiten das Angebot. Wildbienen brauchen außerdem Nistplätze wie offene Bodenstellen, Hohlräume oder Pflanzenstängel. Auf nährstoffarmen Wiesen kann eine starke Ausbreitung von Lupinus polyphyllus die Artenvielfalt dagegen beeinträchtigen.
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