Blumen · Stauden & Ziergräser · Vermehren

Nachtkerzensamen ernten: Reifezeichen, drei Methoden und Lagerung

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nachtkerzensamen reifen von unten nach oben: Die unteren Kapseln sind reif, während oben noch Blüten aufgehen.
  • Erntereif sind die Samen, wenn sie sich leicht aus der Kapsel lösen; aus oben offenen Kapseln können sie verloren gehen.
  • Geerntet wird bei trockenem Wetter, von Hand, durch Abschneiden ganzer Fruchtstände oder mit Sammelbeuteln.
  • Die Samen trocknest du auf Papier nach, siebst sie aus und lagerst sie kühl, dunkel und trocken, günstig unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C.
  • Als allgemeine Orientierung bleiben die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen so etwa 3 Jahre keimfähig.
Einpflanzen mit frischer Gartenerde und Terrakotta-Topf
Foto: FotoRieth · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer bei der Nachtkerze auf das Ende der Blüte wartet, riskiert halb leere Kapseln. Die Samen in den unteren Kapseln sind nämlich schon reif, während oben am Stängel noch Blüten aufgehen. Aus Kapseln, die sich oben geöffnet haben, können sie dann ins Beet fallen. Ich taste deshalb die unteren Kapseln ab, solange die Pflanze oben noch blüht. Hier liest du, woran du reife Nachtkerzensamen erkennst, wie du sie mit drei Methoden erntest und wie du sie trocknest, reinigst und lagerst.

Wann sind Nachtkerzensamen reif?

Samenbildung im zweiten Jahr

Die Gewöhnliche Nachtkerze (Oenothera biennis), auch Gemeine Nachtkerze genannt, ist eine zweijährige Pflanze. Im ersten Jahr bildet sie nur eine Blattrosette. Erst im zweiten Jahr schiebt sie den Blütenstängel, und die Pflanze erreicht dann eine Wuchshöhe von 200 cm. Die Blütezeit reicht von Juni bis September, und abends öffnen sich immer wieder neue Blüten. Nach der Blüte entwickeln sich die Kapseln, in denen die Samen reifen.

Ist die Samenreife erreicht, stirbt die Pflanze ab. Eine Nachtkerze liefert dir also nur in ihrem Blühjahr Samen, und zwar ein einziges Mal. Lebensläufe, Gartennamen und Herkunft vieler Arten findest du im Überblick Stauden, Zweijährige und Gräser im Kurzporträt.

Reifezeichen an der Kapsel

Die Reife wandert am Stängel von unten nach oben. In den unteren Kapseln sind die Samen schon reif, während die oberen Pflanzenteile noch blühen. Erntereif sind Samen, wenn sie ausgereift sind und sich leicht aus ihrer Hülle lösen. Öffnet sich eine Kapsel oben an der Spitze, können ihre Samen bereits herausfallen und verloren gehen.

Für die Kontrolle reicht ein Handgriff. Ich halte eine Schale unter die unterste Kapsel, biege den Stängel leicht zur Seite und schaue, ob Samen herausrieseln. Bleibt die Kapsel grün und geschlossen, lasse ich sie hängen.

Die Blüte reicht bis in den September, die unteren Kapseln reifen aber schon währenddessen. Die Ernte beginnt also, bevor die Pflanze abgeblüht ist, und zieht sich Kapsel für Kapsel nach oben.

Mini-Checkliste

Die Kapsel ist trocken und braun geworden. Sie hat sich an der Spitze geöffnet. Beim Kippen lösen sich die Samen leicht und rieseln heraus. Die Kapseln darüber dürfen noch grün sein, und oben darf die Pflanze noch blühen.

Häufiger Fehler

Du wartest, bis die ganze Pflanze abgeblüht und braun ist. Bis dahin können aus den unteren, oben offenen Kapseln schon Samen gefallen sein. Ernte deshalb von unten nach oben, sobald die ersten Kapseln die Reifezeichen zeigen.

Erntezeit und passendes Wetter

Einen festen Erntetag im Kalender gibt es bei der Nachtkerze nicht, weil die Kapseln nacheinander reifen. Richte dich nach den Reifezeichen an der Kapsel und nicht nach dem Datum. Geerntet wird bei trockenem Wetter. Ich gehe erst an die Pflanzen, wenn der Tau von den Kapseln abgetrocknet ist, denn die Samen sollen möglichst trocken in die Schale kommen. Auch danach bleibt das Saatgut trocken: Es wird nachgetrocknet und anschließend trocken gelagert.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger Standort ist geeignet; Nachmittagsschatten wird vertragen.

Bodenart

Bevorzugt sandige Böden; auch kiesige Standorte werden vertragen.

Bodenreaktion

Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger Boden mit mittlerer Feuchte; hohe Trockenheitstoleranz.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich für Rabatten sowie Wildblumen-, Bauern- oder Kräutergärten.

Pflege

Pflege

Selbstaussaat und Ausbreitung beachten. Blattflecken und Mehltau können auftreten.

Düngung

Bei der Gemeinen Nachtkerze ist im Garten keine zusätzliche Düngung nötig.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die krautige Pflanze ist zweijährig: Sie bildet zunächst eine Blattrosette, blüht im zweiten Jahr und stirbt nach der Samenreife ab.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Schmetterlings-, Bauern- und trockenheitsverträgliche Gärten; als Beetrand oder in kleinen Gruppen. Selbstaussaat berücksichtigen.

Aussaatkalender Gewöhnliche Nachtkerze
GartenkalenderVorkultur: April, Mai; Aussaat: März, April; Blüte: Juni, Juli, August, SeptemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: MärzAussaat: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberVorkulturAussaatBlüte

Welche Pflanzen eignen sich als Samenträger?

Für die Samenernte nimmst du kräftige, gesunde Pflanzen. An der Nachtkerze können Blattflecken und Mehltau auftreten, und auch beim eigenen Nachbau gehört nur gesundes Saatgut in die Tüte. Befallene Pflanzen lässt du bei der Ernte deshalb aus. Ich markiere meine Samenträger schon während der Blüte mit einem Stab, damit ich sie später nicht suchen muss.

Stammt dein Saatgut von einer Hybridsorte, können die Nachkommen deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Bei sicher bestimmten Gewöhnlichen Nachtkerzen ist außerdem die Pfahlwurzel essbar. Sie wird vom Herbst des ersten bis zum Frühjahr des zweiten Wuchsjahres geerntet. Lege vorher fest, welche Rosetten du für die Samen stehen lässt.

Drei Methoden, Nachtkerzensamen zu ernten

Welche Methode passt, hängt davon ab, wie viel Saatgut du brauchst und wie gut du an die Pflanzen herankommst. Alle drei setzen trockenes Wetter und reife Kapseln voraus.

Einzelne Kapseln von Hand ernten

Bei der Handernte nimmst du nur Kapseln, die schon reif sind. Halte die Schale unter die Kapsel, bevor du sie anfasst. Dann knipst du sie ab und streifst die Samen über der Schale aus. Die grünen Kapseln weiter oben bleiben an der Pflanze und reifen weiter.

Nachtkerzensamen sind sehr fein, und aus oben offenen Kapseln können sie verloren gehen. Das Gefäß gehört deshalb zuerst unter die Kapsel, erst danach kommt die Hand.

Zahl im Blick

Tausend Nachtkerzensamen wiegen zusammen nur 0,2 bis 0,704 g. Der Wert gilt für Wild- und Genbankmaterial der Art. Arbeite bei so feinem Saatgut über einer Schale und an einem windstillen Platz.

Die Handernte kostet Zeit, liefert aber sauberes Saatgut mit wenig Pflanzenresten. Ich nutze sie für die ersten reifen Kapseln unten am Stängel, solange oben noch Blüten aufgehen.

Ganze Fruchtstände abschneiden

Für größere Mengen schneidest du den ganzen Fruchtstand mit einer sauberen Schere ab. Den Stängel steckst du kopfüber in eine große Papiertüte und bindest sie locker zu. Beschrifte die Tüte gleich mit Pflanze und Erntedatum. An einem trockenen Platz im Haus trocknen die Kapseln nach, und die Samen sammeln sich unten in der Tüte. Was danach noch in den Kapseln steckt, schüttelst du über der Tüte aus.

Weil die Nachtkerze nach der Samenreife ohnehin abstirbt, kostet dich der Schnitt keine Blüte im nächsten Jahr. Grüne Kapseln oben am Stängel sind zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht reif. Schneide deshalb erst, wenn der größere Teil des Fruchtstands die Reifezeichen zeigt.

Der Schnitt geht schnell, bringt aber mehr Kapselstücke und Staub in die Ernte. Mit dem Reinigen hast du danach mehr Arbeit.

Sammelbeutel über die Fruchtstände ziehen

Bei der dritten Methode fängt ein Beutel die Samen für dich auf. Du ziehst einen feinmaschigen Organzabeutel über den reifenden Fruchtstand und bindest ihn unterhalb der Kapseln locker fest. Was aus den oben offenen Kapseln fällt, landet im Beutel statt im Beet.

Die Kapseln reifen nacheinander, und aus offenen Kapseln können Samen verloren gehen. Der Beutel sammelt deshalb auch, was zwischen zwei Erntegängen herausfällt.

Wichtig ist, dass der Beutel Luft durchlässt und nicht eng anliegt, damit sich darunter keine Feuchte staut. Zum Leeren nimmst du ihn an einem trockenen Tag ab, kippst ihn über einer Schale aus und ziehst ihn wieder über.

Marias Erfahrung

Ich kombiniere zwei Methoden. Die Stängel vorne am Beet ernte ich von Hand, Kapsel für Kapsel von unten nach oben. Über die Fruchtstände weiter hinten, an die ich schlecht herankomme, ziehe ich Organzabeutel.

Im Vergleich ist die Handernte genau und sauber, sie braucht aber Zeit. Der Schnitt ganzer Fruchtstände spart Zeit bei der Ernte und kostet sie beim Reinigen wieder. Der Beutel spart Erntegänge, verlangt aber ein lockeres, luftiges Anbringen. Für Saatgut zum eigenen Bedarf empfehle ich dir die Handernte, für größere Mengen den Schnitt.

Nachtkerzensamen trocknen, reinigen und lagern

Nach der Ernte entscheidet die Aufbereitung mit darüber, wie lange die Samen keimfähig bleiben.

Nachtrocknen

Auch trocken geerntete Samen trocknest du vor dem Abfüllen nach. Breite sie auf Papier so aus, dass sie nicht übereinanderliegen. Das Papier stellst du an einen trockenen Platz im Haus, an dem kein Luftzug die feinen Samen verweht. Ich rühre die Samen zwischendurch mit dem Finger um und prüfe, ob sie frei rieseln und nicht mehr aneinanderhaften. Erst dann kommen sie in die Tüte.

Reinigen und sortieren

Nach dem Trocknen trennst du die Samen von Kapselstücken, Staub und Stängelresten. Ich schüttle die Ernte dafür über einem Bogen Papier durch ein feines Sieb. Die Samen fallen hindurch, gröbere Kapselstücke bleiben im Sieb zurück. Verfärbte oder beschädigte Samen sortierst du dabei aus.

Lagern für die nächste Aussaat

Getrocknete Blumensamen lagerst du kühl, dunkel und trocken. Nachtkerzensamen gelten im Lagerverhalten als orthodox, sie lassen sich also trocken aufbewahren. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Ich fülle die Samen in eine Papiertüte, beschrifte sie mit Pflanzenname und Erntedatum und stelle sie in ein dicht schließendes Glas.

Kurz erklärt

Als orthodox gelten Samen, die das Trocknen vertragen und sich trocken lagern lassen. Nachtkerzensamen zählen zu diesem Typ. Bei Saatgut von Wildstauden bleibt die Keimfähigkeit unter kühlen, trockenen Bedingungen ohne direkte Sonne länger erhalten als unter feuchten oder warmen.

Tipp

Holst du das Glas aus der Kälte, lass es geschlossen auf Raumtemperatur kommen, bevor du es öffnest. So schlägt sich kein Kondenswasser auf den Samen nieder.

Wie lange die Samen keimfähig bleiben, hängt an der Lagerung. Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben bei kühler, dunkler und trockener Lagerung etwa 3 Jahre keimfähig. Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Garantie für jede Art.

Keimprobe vor der Aussaat

Überlagertes Saatgut prüfst du vor der erneuten Aussaat auf seine Keimfähigkeit. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit machst du die Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat. Ich lege dafür eine abgezählte Probe auf feuchtes Küchenpapier in eine flache Dose und zähle später die Keimlinge. Für die Keimung braucht die Nachtkerze mindestens 9 °C.

Die Keimdauer der Nachtkerze liegt bei 14 bis 21 Tagen. Mit einem Vorlauf von etwa 4 Wochen hast du das Ergebnis also vor dem Aussaattermin in der Hand. Ausgesät wird die Gewöhnliche Nachtkerze von März bis April. Den Termin für deine Keimprobe rechnest du davon zurück, die Monate im Überblick zeigt dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser.

Angabe Wert Bezug
Blütezeit Juni bis September Gewöhnliche Nachtkerze; die unteren Kapseln reifen schon während der Blüte
Wuchshöhe 200 cm Gewöhnliche Nachtkerze im Blühjahr
Tausendkorngewicht 0,2 bis 0,704 g Art, Wild- und Genbankmaterial
Lagerverhalten orthodox Gewöhnliche Nachtkerze
Lagertemperatur weniger als 10 °C trockenes Saatgut, unter Luftabschluss
Keimfähigkeit etwa 3 Jahre allgemeine Orientierung für die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bei kühler, dunkler und trockener Lagerung
Keimprobe etwa 4 Wochen vor der Aussaat Saatgutreste mit fraglicher Keimfähigkeit
Keimdauer 14 bis 21 Tage Gewöhnliche Nachtkerze
Keimtemperatur mindestens 9 °C, höchstens 23 °C Gewöhnliche Nachtkerze
Aussaatzeit März bis April Gewöhnliche Nachtkerze

Selbstaussaat und Nachtkerzen im Naturgarten

Die Gewöhnliche Nachtkerze ist verwilderungsfähig, ihre Selbstaussaat und Ausbreitung solltest du deshalb im Blick behalten. Jede Kapsel, die oben offen am Stängel bleibt, kann ihre Samen ins Beet streuen, und jede geerntete Kapsel fehlt der Selbstaussaat. Wie du Nachtkerzen über Selbstaussaat und Stecklinge vermehrst, zeigt der Ratgeber dazu.

Die Blüten öffnen sich am Abend und werden überwiegend von Nachtfaltern bestäubt. In einem tierfreundlichen Staudenbeet können Samenstände als Nahrung und Überwinterungsstruktur bis zum Frühjahr stehen bleiben. Lässt du Fruchtstände mit Samen stehen, rechne aber mit Selbstaussaat.

Anbau, Pflege und Nutzung im Überblick

Nachtkerzen bevorzugen sonnige Plätze mit trockenen, sandigen bis lehmigen Böden, die nicht übermäßig nährstoffreich sind. Zusätzlich düngen musst du sie im Garten nicht, doch weil sich die Jungpflanzen langsam entwickeln, hältst du Beikräuter bis zum Bestandesschluss zurück. Standort und Boden sowie die Pflege im Jahreslauf erklärt der Überblick über Stauden und Ziergräser.

Nachtkerzen sind im Garten Zierpflanzen und keine Medizin, und nachgesagte Heilwirkungen ersetzen keinen ärztlichen Rat. Gegessen wird nur, was sicher als essbar bestimmt ist. Wofür Pflanze und Samen darüber hinaus verwendet werden, ordnet der Ratgeber ein, wie du Nachtkerzen aus Samen ziehst, pflegst und nutzt.

Beliebt im Shopaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Kiepenkerl Nature niedrigwachsender Kräuterrasen
Zum Shop
ReNatura Blumenwiese
ReNatura Blumenwiese
Zum Shop
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Kiepenkerl Blumenmischung Schattenblumen
Zum Shop
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Kiepenkerl Ziergräser Ikebana Mischung
Zum Shop

Häufige Fragen

Was sind Nachtkerzensamen und welche besonderen Eigenschaften haben sie?
Nachtkerzensamen sind die Samen der Gewöhnlichen Nachtkerze, Oenothera biennis. Die zweijährige Pflanze blüht erst im zweiten Jahr, bildet danach Kapseln mit den Samen und stirbt nach der Samenreife ab. Die Samen sind sehr fein, für Wild- und Genbankmaterial der Art liegt das Tausendkorngewicht bei 0,2 bis 0,704 g. Im Lagerverhalten gelten sie als orthodox und lassen sich gut getrocknet aufbewahren.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Nachtkerzensamen-Ernte?
Nachtkerzensamen reifen von unten nach oben: In den unteren Kapseln sind sie schon reif, während oben noch Blüten aufgehen. Erntereif sind sie, wenn sie sich leicht aus der Kapsel lösen. Weil aus oben offenen Kapseln Samen verloren gehen können, wartest du nicht bis zum Ende der Blüte, sondern erntest an trockenen Tagen Kapsel für Kapsel von unten nach oben.
Welche Erntemethoden gibt es für Nachtkerzensamen?
Für kleine Mengen pflückst du einzelne reife Kapseln von Hand und streifst die Samen über einer Schale aus. Für größere Mengen schneidest du ganze Fruchtstände ab und lässt sie kopfüber in einer Papiertüte nachtrocknen. Als dritte Methode ziehst du feinmaschige Beutel locker über die reifenden Fruchtstände, die Samen aus offenen Kapseln auffangen. Alle drei Methoden setzen trockenes Wetter voraus.
Warum sind Sammelnetze eine praktische Alternative bei der Samenernte?
Bei der Nachtkerze reifen die Kapseln nacheinander, und aus oben offenen Kapseln können Samen herausfallen. Ein feinmaschiges Netz über dem Fruchtstand fängt diese Samen auf, auch zwischen zwei Erntegängen. Binde es locker fest, damit Luft durchkommt, und leere es an einem trockenen Tag über einer Schale aus.
Wie trocknet und lagert man Nachtkerzensamen richtig?
Breite die geernteten Samen auf Papier aus und lass sie nachtrocknen, bis sie frei rieseln. Danach siebst du Kapselreste ab, beschriftest das Saatgut und bewahrst es kühl, dunkel und trocken in einem dicht schließenden Gefäß auf. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Die meisten selbst gesammelten Blumen- und Staudensamen bleiben so als allgemeine Orientierung etwa 3 Jahre keimfähig.
Welche Rolle spielt die Selbstaussaat bei Nachtkerzen im Garten?
Die Gewöhnliche Nachtkerze ist verwilderungsfähig, ihre Selbstaussaat und Ausbreitung solltest du deshalb im Blick behalten. Aus oben offenen, reifen Kapseln können Samen ins Beet fallen. Erntest du die Kapseln rechtzeitig, landen die Samen in deiner Schale statt im Beet; lässt du Fruchtstände mit Samen stehen, rechne mit Selbstaussaat.
Wie beeinflusst der zweijährige Lebenszyklus die Samenernte bei Nachtkerzen?
Im ersten Jahr bildet die Gewöhnliche Nachtkerze nur eine Blattrosette. Blüten und Samen folgen erst im zweiten Jahr. Nach der Samenreife stirbt die Pflanze ab, jede Pflanze liefert also nur in einem Sommer Samen. Rosetten aus dem Aussaatjahr tragen noch keine Kapseln, für die Ernte brauchst du blühende Pflanzen.
Stimmt es, dass Nachtkerzensamen schwer zum Keimen zu bringen sind?
Pauschal lässt sich das nicht sagen. Die Keimdauer der Gewöhnlichen Nachtkerze liegt bei 14 bis 21 Tagen. Für die Keimung braucht sie mindestens 9 °C. Bei älteren Saatgutresten mit fraglicher Keimfähigkeit lohnt eine Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat.
Zuletzt geprüft:
↑