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Pompon-Astern vermehren: Samen sortenecht ernten und lagern

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Pompon-Astern sind Sorten der einjährigen Sommeraster Callistephus chinensis und werden über Samen vermehrt.
  • Nur gesunde, sortentypische Pflanzen beernten; bei Hybridsorten können die Nachkommen deutlich abweichen.
  • Saatköpfe zur Blüte markieren, damit sie beim Ausputzen stehen bleiben.
  • Köpfe erst schneiden, wenn sie braun und trocken sind, und bei trockenem Wetter ernten.
  • Gartenastern kreuzen sich über Insekten mit anderen Sorten; für ‚Pompon Blau-Weiss‘ sind zur Saatgutvermehrung 200 m Isolationsdistanz empfohlen.
  • Samen nachtrocknen, beschriften und kühl, dunkel und trocken lagern.
Einpflanzen mit frischer Gartenerde und Terrakotta-Topf
Foto: FotoRieth · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wenn du im Herbst ein paar braune Köpfe deiner Pompon-Astern stehen lässt, hast du Saatgut für das nächste Jahr. Ob daraus wieder dieselben dichten Kugelblüten in derselben Farbe wachsen, entscheidet sich aber schon im Sommer. Es hängt an drei Dingen: an der Wahl der Pflanzen, an der Markierung der Köpfe und am Abstand zu anderen Astern. Ich zeige dir, wie ich bei jedem Schritt vorgehe.

Eigenes Saatgut lohnt sich vor allem, wenn du eine Sorte oder Farbe aus deinem Beet weiterführen willst. Die allgemeinen Grundlagen, wie du Blumensamen erntest, trocknest und lagerst, gelten auch für Astern. Hier geht es um das, was bei Pompon-Astern dazukommt.

Welche Astern du wie vermehrst

Pompon-Astern sind Sorten der Sommeraster Callistephus chinensis, die auch Gartenaster heißt. Die Art ist einjährig und nicht winterhart. Vermehren kannst du sie deshalb nur über Samen, die du jedes Jahr neu aussäst. Die Pompon-Sorten tragen dicht gefüllte, kugelige Blüten, und die Art blüht von Juli bis Oktober.

Mit Astern sind im Garten aber oft ganz andere Pflanzen gemeint. Raublatt- und Glattblatt-Astern gehören zur Gattung Symphyotrichum und sind ausdauernde Herbstblüher. Winterastern wiederum sind Garten-Chrysanthemen, die im zeitigen Frühjahr geteilt werden, sobald der neue Austrieb beginnt. Wie das Teilen von Stauden grundsätzlich geht, beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt zu Teilen, Stecklingen und Selbstaussaat. Alles Weitere hier gilt für die Sommeraster.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Callistephus
Hund
Ungiftig
Katze
Ungiftig
Pferd
Ungiftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Bodenart

Kalkhaltige, tonige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist nährstoffreicher, neutraler bis alkalischer, feuchter, gut durchlässiger Boden.

Anbauort

Je nach Sorte ist die Kultur im Kübel, im Topf oder im Hochbeet möglich.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Vorkultur oder Direktsaat am endgültigen Standort sind möglich.

Bei 16 °C vorziehen oder direkt an den endgültigen Standort säen.

Pflege

Pflege

Hohe Sorten stützen; Verblühtes entfernen, um die Blüte zu verlängern.

Düngung

Die Schnittblumenmischung Serenade Mix alle zwei Wochen düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Amerikanische Busch-Mischung wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Je nach Sorte: Die Pflanze eignet sich als Schnittblume. Die Pflanze eignet sich für Beet und Balkon.

Aussaatkalender Gartenaster
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Juli, August, September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: JuliBlüte: AugustBlüte: SeptemberBlüte: OktoberVorkulturAussaatBlüte

Die richtigen Mutterpflanzen auswählen

Für den eigenen Nachbau verwendest du nur gesundes Saatgut, und das fängt bei der Pflanze an, von der es stammt. Ich suche die Saatpflanzen schon in der Hauptblüte aus, solange ich Blüten und Wuchs gut vergleichen kann. Gute Kandidaten zeigen genau das, was du an der Sorte magst: die dicht gefüllte Kugelblüte, eine klare Farbe und einen kräftigen, aufrechten Wuchs. Pflanzen, die kümmern, welken oder kranke Blätter tragen, scheiden aus.

Bei Hybridsorten ist Vorsicht angebracht. Nachkommen aus selbst geernteten Samen von Hybriden können deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Steht auf der Tüte deiner Sorte F1 oder Hybride, rechne bei der Nachzucht mit Abweichungen.

Ähnlich ist es bei Farbmischungen wie der ‚Pompon Mischung‘. Gartenastern werden von Insekten bestäubt und kreuzen sich mit anderen Sorten ihrer Art. Erntest du aus einer Mischung, kannst du deshalb in der nächsten Generation nicht mit einer bestimmten Farbe rechnen. Willst du eine Farbe erhalten, ziehst du sie als einzelne Sorte.

Auch die Pflege der Saatpflanzen zählt. Hohe Sorten brauchen eine Stütze, und bei Saatpflanzen setze ich sie früh, weil deren Köpfe bis in den Herbst stehen bleiben. Mit Stickstoff überdüngte, mastig wachsende Pflanzen sind anfälliger für Krankheiten. Dünge die Saatpflanzen deshalb nicht stärker als den Rest des Beets.

Achtung

Welkt oder kümmert eine Aster, kann das auf eine Krankheit hindeuten. Von solchen Pflanzen nimmst du kein Saatgut. Mit Krankheitserregern befallene Zierpflanzen gehören in den Haus- oder Biomüll, weil im Gartenkompost möglicherweise nicht genug Hitze entsteht, um die Erreger abzutöten.

Saatköpfe markieren, damit sie beim Ausputzen stehen bleiben

Das Entfernen verblühter Sommerastern fördert neue Blüten an den Seitentrieben. Samen reifen aber nur an Köpfen, die bis zur Samenreife an der Pflanze bleiben. Wer ausputzt und zugleich ernten will, muss die Saatköpfe deshalb vorher kennzeichnen.

Ich binde an jeden Saatkopf ein Band, sobald die Blüte voll geöffnet ist. Dazu kommt ein Etikett am Stiel mit Sorte, Farbe und Datum. Die Farbe notiere ich bewusst zur Blütezeit, denn am braunen Samenkopf ist sie nicht mehr zu erkennen. Ein Foto der blühenden Pflanze hilft dir im Frühjahr zusätzlich bei der Zuordnung.

Binde die Bänder locker, damit sie den Stiel nicht einschnüren. An jeder Saatpflanze markiere ich mehrere Köpfe, damit mir bei der Ernte eine Auswahl bleibt.

Marias Erfahrung

Für Saatköpfe nehme ich eine Bandfarbe, die sonst nirgends im Garten hängt. Wer mir beim Ausputzen hilft, lässt jeden Kopf mit diesem Band stehen.

Häufiger Fehler

Im Spätsommer wird alles Verblühte abgeschnitten, die markierten Köpfe gleich mit. Dann bleibt kein Kopf übrig, an dem Samen ausreifen können. Schneide nur das Unmarkierte und lass die Saatköpfe bis zur Reife stehen.

Woran du reife Samen erkennst

Für die Sorte ‚Pompon Blau-Weiss‘ gilt eine klare Regel: Die Blütenköpfe werden für die Saatguternte erst abgeschnitten, wenn sie braun und trocken sind. Ich halte das bei allen Pompon-Sorten so. Ein zweites Zeichen kommt hinzu, denn ausgereifte Samen lösen sich leicht aus ihrer Hülle. Bevor ich schneide, zupfe ich deshalb an einem Kopf und schaue, ob die Samen locker herauskommen.

Ist ein Kopf noch grün oder fühlt er sich weich an, lässt du ihn stehen, bis er braun und trocken ist. Geerntet wird bei trockenem Wetter. Ich schneide den ganzen Kopf mit einem Stück Stiel ab und lege ihn gleich in eine beschriftete Papiertüte. So bleiben Sorte und Farbe auf dem Weg ins Haus beim richtigen Kopf.

Mini-Checkliste

Vor dem Schnitt prüfst du:

  • Der Kopf ist markiert und stammt von einer gesunden Pflanze.
  • Er ist braun und trocken.
  • Die Samen lösen sich leicht aus der Hülle.
  • Das Wetter ist trocken.
  • Papiertüte und Etikett mit Sorte und Farbe liegen bereit.
Jetzt dran

Gartenastern blühen bis in den Oktober. Geh jetzt deine markierten Köpfe durch und schneide die braunen, trockenen an einem trockenen Tag.

Kreuzungen vermeiden: So bleibt die Sorte rein

Gartenastern werden von Insekten bestäubt und kreuzen sich dabei mit anderen Sorten von Callistephus chinensis. Dazu zählen auch Strahlenastern, denn sie gehören zur selben Art. Wer genauer wissen will, welche Insekten Pompon-Astern anfliegen und wie du sie förderst, findet das in einem eigenen Ratgeber.

Für die Saatgutvermehrung der Sorte ‚Pompon Blau-Weiss‘ wird eine Isolationsdistanz von 200 m empfohlen. Weil Insekten den Pollen tragen, zählen dabei auch Sommerastern in Nachbargärten mit. Volle Sortenreinheit ist deshalb nur realistisch, wenn im empfohlenen Umkreis keine andere Sorte blüht.

Im Hausgarten kannst du trotzdem einiges steuern. In einem Jahr, in dem ich Saatgut nehmen will, ziehe ich nur eine einzige Pompon-Sorte und keine Mischung daneben. Die Saatpflanzen setze ich an die Stelle, die am weitesten von anderen Sommerastern entfernt ist. Außerdem schaue ich, ob in der Nachbarschaft Sommerastern blühen, und notiere das auf dem Etikett.

Lässt sich eine Einkreuzung nicht ausschließen, nimmst du trotzdem Saatgut. Im nächsten Sommer wählst du dann wieder die sortentypischen Pflanzen aus und beerntest die abweichenden nicht.

Nach der Ernte: trocknen, säubern, lagern, prüfen

Die geschnittenen Köpfe breitest du auf Papier aus und lässt sie nachtrocknen, bevor du die Samen herauslöst. Verpackt werden sie erst danach, beschriftet mit Sorte, Farbe und Erntejahr.

Zum Säubern zupfe ich die Samen über einem Bogen Papier aus dem trockenen Kopf und lese grobe Blütenreste heraus. Beschädigte oder verschimmelte Samen sortierst du dabei aus, denn für den Nachbau zählt nur gesundes Saatgut.

Gartenaster-Samen gelten im Lagerverhalten als orthodox, sie lassen sich also getrocknet einlagern. Bewahre sie kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen auf, günstig ist Luftabschluss bei weniger als 10 °C. Dann bleiben die meisten selbst gesammelten Blumensamen als Orientierung etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht.

Nur durchgetrocknete Samen einzupacken und sie vor Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren, senkt das Risiko von Schimmel im Gefäß.

Überlagertes Saatgut prüfst du vor der erneuten Aussaat auf Keimfähigkeit. Bei Resten mit fraglicher Keimfähigkeit setzt du die Keimprobe etwa 4 Wochen vor dem geplanten Aussaattermin an. Da Gartenastern in 7 bis 14 Tagen keimen, bleibt danach noch Zeit, frisches Saatgut zu besorgen.

Die einzelnen Schritte vom Nachtrocknen bis zur Keimprobe beschreibt der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Schnittblumen und Saatgut ausführlicher.

Das eigene Saatgut im Frühjahr aussäen

Im Frühjahr ziehst du deine Samen vor oder säst sie direkt ins Beet. Die Werte für die Gartenaster stehen in der Tabelle. Hast du die Tüte der Ausgangssorte aufgehoben, richtest du dich bei der Saattiefe nach deren Angabe.

Schritt Wert für die Gartenaster
Vorkultur März bis Mai
Direktsaat ins Beet April und Mai
Saattiefe 0,5 bis 2 cm, mit Erde bedeckt
Keimtemperatur untere Grenze 15 bis 18 °C, obere Grenze 20 bis 22 °C
Keimdauer 7 bis 14 Tage
Abstand 15 bis 30 cm in der Reihe, 20 bis 40 cm zwischen den Reihen, hohe Sorten an einer Stütze
Licht sonnig
Mythos-Check

Sommerastern seien Lichtkeimer und dürften nur angedrückt werden? Die Gartenaster ist kein Lichtkeimer. Die Samen kommen 0,5 bis 2 cm tief in die Erde und werden bedeckt.

Vorgezogene Sämlinge pikierst du, sobald sich die ersten Blätter gebildet haben. Danach gewöhnst du sie tagsüber schrittweise an die Außentemperaturen. Vor dem Auspflanzen stehen sie etwa eine Woche an einem windgeschützten, hellen, aber schattigen Platz.

Plane auch den Platz im Beet. Auf Flächen mit wiederholt auftretender Asternwelke sollten 5 bis 7 Jahre lang keine Sommerastern angebaut werden. Wo deine Astern in den Vorjahren standen, hältst du am besten im Beetplaner für deine Beetflächen fest. Die Termine für Vorkultur und Direktsaat planst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken.

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Häufige Fragen

Was sind Pompon-Astern und welche besonderen Merkmale zeichnen sie aus?
Pompon-Astern sind Sorten der Sommer- oder Gartenaster Callistephus chinensis mit dicht gefüllten, kugeligen Blüten. Die Art ist einjährig, nicht winterhart und blüht von Juli bis Oktober. Je nach Sorte werden Gartenastern 15 bis 80 cm hoch, hohe Sorten brauchen eine Stütze.
Wie erkennt man den richtigen Zeitpunkt für die Samenernte bei Pompon-Astern?
Für die Saatguternte schneidest du die Blütenköpfe erst, wenn sie braun und trocken sind; für die Sorte ‚Pompon Blau-Weiss‘ wird genau das empfohlen. Ein weiteres Zeichen ist, dass sich die ausgereiften Samen leicht aus ihrer Hülle lösen. Geerntet wird bei trockenem Wetter, danach trocknen die Köpfe auf Papier nach.
Wie unterscheidet sich die Sortentreue bei Hybridsorten von samenfesten Pompon-Astern?
Aus selbst geernteten Samen von Hybridsorten können Nachkommen entstehen, die deutlich von der Mutterpflanze abweichen. Bei Sorten, die keine Hybriden sind, kommt es zusätzlich auf die Bestäubung an, denn Gartenastern kreuzen sich über Insekten mit anderen Sorten von Callistephus chinensis. Für die Saatgutvermehrung der Sorte ‚Pompon Blau-Weiss‘ wird deshalb eine Isolationsdistanz von 200 m empfohlen.
Was ist der Unterschied zwischen Pompon-Astern und Herbstastern bei der Samenvermehrung?
Pompon-Astern gehören zur Sommeraster Callistephus chinensis, die einjährig und nicht winterhart ist und deshalb jedes Jahr neu aus Samen gezogen wird. Raublatt- und Glattblatt-Astern gehören dagegen zur Gattung Symphyotrichum und sind ausdauernde Herbstblüher. Erntezeichen und Keimwerte der Sommeraster lassen sich deshalb nicht einfach auf Herbstastern übertragen.
Sind Pompon-Astern Lichtkeimer?
Nein, die Gartenaster Callistephus chinensis, zu der die Pompon-Astern gehören, ist kein Lichtkeimer. Die Samen werden 0,5 bis 2 cm tief gesät und mit Erde bedeckt, wobei die Angabe auf der Tüte der jeweiligen Sorte Vorrang hat. Bei passender Wärme keimen sie in 7 bis 14 Tagen.
Wie bewahrt man selbst geerntete Asternsamen am besten auf?
Trockne die Samen auf Papier nach, beschrifte sie und bewahre sie kühl, dunkel und trocken in dicht schließenden Gefäßen auf. Günstig ist eine Lagerung unter Luftabschluss bei weniger als 10 °C. So gelagert bleiben die meisten selbst gesammelten Blumensamen als Orientierung etwa 3 Jahre keimfähig, eine Garantie für jede Art ist das nicht.
Wie führt man einen zuverlässigen Keimtest bei Pompon-Astern-Samen durch?
Bei Samen mit fraglicher Keimfähigkeit setzt du die Keimprobe etwa 4 Wochen vor der geplanten Aussaat an. Dafür hältst du eine Probe der Samen unter Keimbedingungen gleichmäßig feucht. Gartenastern keimen in 7 bis 14 Tagen, danach zählst du, wie viele aufgegangen sind. Laufen nur wenige auf, greifst du für die Aussaat besser zu frischerem Saatgut.
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