Prächtiges Bärenohr im Steingarten: Boden, Pflanzung und Partner
- Das Prächtige Bärenohr ist einjährig und nicht winterhart.
- Es braucht volle Sonne und einen sandigen oder lehmigen, gut durchlässigen Boden.
- Mit 60 bis 80 cm Höhe gehört es hinter niedrige Polsterstauden wie Blaukissen.
- Gepflanzt wird im Mai, mit jeweils 20 cm Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen.
- Lehmigen Steingartenboden machst du mit Sand, Kies und Splitt durchlässiger.
- Blaukissen blühen im April und Mai, das Bärenohr folgt von Juli bis September.

Blaukissen und Polsterphlox blühen im Frühjahr, danach wird es im Steingarten oft ruhig. Das Prächtige Bärenohr setzt genau dann ein: Seine Blütezeit reicht von Juli bis September. Damit es zwischen den Steinen gelingt, braucht es einen vollsonnigen Platz und einen Boden, in dem kein Wasser stehen bleibt.
Ich plane das Bärenohr deshalb nicht als Polster für die Fugen, sondern als höheren Sommerblüher hinter den niedrigen Stauden. Hier geht es darum, wie du den Boden prüfst, den Pflanzplatz vorbereitest, pflanzt und passende Partner auswählst.
Passt das Prächtige Bärenohr in den Steingarten?
Bei Licht und Wasser passt es gut. Das Prächtige Bärenohr (Arctotis fastuosa) gilt als trockentolerant und braucht einen trockenen, gut durchlässigen Boden. Es stammt aus Trockengebieten Südafrikas mit Wüsten- oder Trockenbuschklima und blüht nur bei voller Sonne. Steingartenpflanzen wie Blaukissen wachsen ebenfalls in durchlässigen, steinigen und meist nährstoffarmen Böden.
Drei Unterschiede solltest du vor dem Pflanzen kennen. Das Bärenohr ist einjährig und nicht winterhart, es steht also nur eine Saison an seinem Platz. Mit 60 bis 80 cm wird es deutlich höher als Blaukissen oder Polsterphlox. Außerdem reagiert es gut auf organische Düngung, während standortgerecht gepflanzte Steingartenpflanzen normalerweise ohne Zusatzdünger auskommen. Weil das Bärenohr jedes Jahr neu gepflanzt wird und die Polster überragt, braucht es eine eigene freie Fläche statt eines Platzes in den Fugen.
| Eigenschaft | Prächtiges Bärenohr | Blaukissen ‚Superbissima Mischung‘ |
|---|---|---|
| Lebensdauer | einjährig, nicht winterhart | mehrjährig, winterhart |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm | etwa 10 bis 20 cm |
| Blütezeit | Juli bis September | April und Mai |
| Licht | vollsonnig, blüht nur bei voller Sonne | sonnig |
| Boden | sandig oder lehmig, gut durchlässig, eher trocken | gut wasserdurchlässig, steinig, meist nährstoffarm |
| Düngung | reagiert gut auf organische Düngung, ohne feste Menge oder Häufigkeit | Kompost zur Bodenanreicherung nicht sinnvoll |
Für Beete außerhalb des Steingartens erklärt ein eigener Ratgeber, welcher Gartenplatz mit Licht, Wärme und Boden zum Bärenohr passt.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Einen vollsonnigen Platz wählen; die Blüten öffnen sich nur bei voller Sonne.
- Bodenart
Geeignet ist sandiger oder lehmiger, gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
Pflege
- Pflege
Regelmäßig wässern und zwischen den Pflanzen jäten, bis der Bestand den Boden bedeckt.
- Düngung
Die Pflanze reagiert gut auf organische Düngung.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich als Schnittblume.
Welchen Boden braucht das Bärenohr zwischen den Steinen?
Der Boden darf sandig oder lehmig sein, entscheidend ist, dass Wasser zügig versickert. Das Bärenohr kommt mit trockenen Bedingungen zurecht, stehendes Wasser dagegen ist ein Risiko. Länger anhaltende Staunässe kann im Wurzelbereich Sauerstoffmangel verursachen und Wurzel- und Stammgrundfäule begünstigen.
Welche Bodenart du hast, zeigt dir die Fingerprobe an feuchter, nicht nasser Erde. Sand lässt sich nicht formen, Lehm ist körnig formbar und Ton fühlt sich schmierig und klebrig an. Ich prüfe mehrere Stellen der Fläche einzeln, denn Bereiche mit unterschiedlichen Bodenarten werden auch für die pH-Messung getrennt beprobt.
Lehmigen Boden machst du für das Bärenohr und seine Partner mit Sand, Kies und Splitt durchlässiger und magerer. Tonige Böden können mit Splitt, Quarzsand oder Lava durchlässiger werden. Beim pH-Wert kommt das Bärenohr mit sauren bis neutralen Böden zurecht. Liegt dein gemessener Wert über dem Zielbereich für deine Bodenart, kalkst du nicht und verwendest auch keinen kalkhaltigen Dünger. Die pH-Zielbereiche je Bodenart aus dem Abschnitt Standort und Boden findest du im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.
Abmagern heißt, den Boden mit mineralischem Material wie Sand, Kies und Splitt zu mischen. Er wird dadurch durchlässiger und nährstoffärmer. In solchen Böden wachsen Steingartenpflanzen wie Blaukissen.
So bereitest du den Pflanzplatz vor
Lockere den Boden erst, wenn er nicht mehr zu feucht ist, zum Beispiel mit Grabgabel oder Krail. Entferne dabei Wurzelunkräuter samt allen Rhizom- und Wurzelstücken. Steht nach Regen Wasser auf der Fläche, lockerst du auch tiefer liegende Verdichtungen, bevor du mineralisches Material einarbeitest.
Legst du den Steingarten als bepflanztes Kiesbeet auf steinigem oder sandigem Boden an, lockerst du die unkrautfreie Fläche 30 bis 40 cm tief. Auf bindigem Lehm- oder Tonboden trägst du bei der Kiesbeetmethode die oberen 30 cm ab und lockerst den Untergrund tiefgründig. Als Mulch kommt mineralisches Material aus Kies oder Splitt auf die Fläche.
Im bepflanzten Kiesbeet trägst du mineralischen Mulch mit einer Körnung von 8 bis 16 mm in einer 5 bis 7 cm starken Schicht auf.
Rindenmulch zwischen die Steine streuen. Für trockenheitsliebende Pflanzen im Kiesbeet eignet er sich wegen des feucht-sauren Milieus nicht. Roher Rindenmulch bindet außerdem Stickstoff.
Beim Dünger gehen die Bedürfnisse auseinander. Für PolsterstaudenPolsterstauden sind niedrige, winterharte Stauden, die flach in die Breite wachsen und dabei dichte Polster oder Teppiche bilden. Sie werden vor allem im Steingarten und als Bodendecker verwendet. ist Kompost zur Bodenanreicherung nicht sinnvoll. Bei Stauden nährstoffarmer Standorte kann zu viel Dünger sogar untypisch starkes Wachstum auslösen und die WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. verschlechtern. Das Bärenohr reagiert dagegen gut auf organische Düngung. Gib organischen Dünger deshalb nicht flächig, sondern gezielt an den Platz des Bärenohrs, damit die Polster mager bleiben. Eine feste Menge oder Häufigkeit gibt es dafür nicht: Taste dich heran und schau auf Wuchs und Blüte.
Pflanzen im Mai: Abstand und Handgriffe
Ausgepflanzt wird das Bärenohr im Mai. Im Haus vorgezogene Jungpflanzen härtest du vorher etwa eine Woche an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz ab. Ich tauche jeden Topfballen vor dem Pflanzen in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dann setze ich die Pflanze in die vorbereitete Lücke und drücke die Erde rundum an.
| Maß | Wert |
|---|---|
| Pflanzzeit | Mai |
| Abstand in der Reihe | 20 cm |
| Reihenabstand | 20 cm |
| Wuchsbreite | 20 bis 30 cm |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm |
Pflanze das Bärenohr als Gruppe, dann gilt der Abstand in der Reihe ebenso wie zwischen den Reihen. Nach dem Pflanzen wässerst du regelmäßig und jätest zwischen den Pflanzen, bis der Bestand den Boden bedeckt. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, ohne die Blätter zu benetzen. Prüfe vorher die Feuchte auch unter der Oberfläche, denn eine trockene Oberfläche sagt wenig über die Schicht darunter. In jungen Steingartenpflanzungen entfernst du BeikräuterBeikraut nennt man jede Pflanze, die zwischen den angebauten Kulturpflanzen mitwächst, egal ob wild oder domestiziert, nützlich oder schädlich. Das Wort ist neutral gemeint, während „Unkraut“ eine persönliche Wertung ausdrückt. und überzählige Sämlinge rechtzeitig, auch zwischen den Polsterstauden.
„Steingartenpflanzen muss man nicht gießen.“ An vollsonnigen Steingartenstandorten kann zusätzliches Gießen je nach Bodengüte in den Anfangsjahren und nach längeren Trockenphasen nötig sein. Auch das trockentolerante Bärenohr wässerst du nach dem Pflanzen regelmäßig, bis es den Boden bedeckt.
Ich lasse beim Anlegen zwischen den Steinen eine freie Fläche für die Bärenohr-Gruppe. Dort setze ich keine Dauerstauden, sondern jedes Jahr im Mai die neuen Jungpflanzen.
Wohin das Bärenohr im Steingarten gehört
Einseitig betrachtete Beete folgen der Staffelung: höhere Pflanzen hinten, niedrige BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. vorne. Siehst du deinen Steingarten vor allem von einer Seite, gilt dasselbe. Das Bärenohr mit seinen 60 bis 80 cm gehört dann nach hinten. Polsterphlox bleibt mit etwa 5 bis 15 cm vorne sichtbar. Blaukissen werden etwa 10 bis 20 cm hoch und gehören ebenfalls nach vorn.
Ich setze das Bärenohr als Band hinter die Polster, statt es einzeln zu verteilen. Auch in Staudenmischpflanzungen können einzelne Arten bewusst gruppiert und höhere Arten in Bändern angeordnet werden.
Blaukissen blühen im April und Mai, Polsterphlox im späteren Frühjahr. Das Bärenohr folgt von Juli bis September. Pflanzt du beide Gruppen zusammen, blüht derselbe Steingarten im Frühjahr und wieder im Hochsommer. Die Zeit dazwischen können Zierlauch und Lilien überbrücken, die in passenden Steingartenpflanzungen ab Frühsommer die Frühjahrsstauden ergänzen.
Die Sorte ‚Zulu Prince‘ trägt cremeweiße Korbblüten mit schwarzer Mitte. Als Kontrast zu violetten Blaukissen bringt Steinkraut gelbe und Immergrüne Schleifenblume weiße Blüten in die Pflanzung. Wenn du Abstände und Gruppen vorher aufzeichnen willst, hilft dir der Beetplaner für deine Pflanzfläche.
Welche Partner passen zum Bärenohr?
Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffversorgung und Licht haben. Für das Bärenohr heißt das: volle Sonne, durchlässiger Boden und eher trockene Verhältnisse. Beim Dünger bleibt ein Unterschied, den du über die gezielte Gabe am Platz des Bärenohrs auffängst.
| Partner | Höhe | Blüte | Warum er passt |
|---|---|---|---|
| Blaukissen ‚Superbissima Mischung‘ | etwa 10 bis 20 cm | April und Mai, Blau-, Violett- und Rosatöne | sonnig, gut wasserdurchlässiger Boden, blüht vor dem Bärenohr |
| Polsterphlox, Subulata-Gruppe | etwa 5 bis 15 cm | späteres Frühjahr, weiß, rosa oder violett | Polsterstaude für bepflanzte Steingärten |
| Blauschwingel, blaulaubige Sorten | Laubpolster etwa 10 bis 15 cm | BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. 20 bis 30 cm hoch | warmer, eher trockener, durchlässiger Standort |
Blauschwingel reagiert empfindlich auf zu hohe Bodenfeuchtigkeit. Er verlangt damit wie das Bärenohr einen Boden, der nicht nass bleibt. Weitere Polsterstauden für eine Steingartenpflanzung sind Immergrüne Schleifenblume und Silberwurz. Auch Kleines Mädchenauge und Schafschwingel gehören zur Auswahl für einen durchlässigen Steingarten.
Aussaat, Pflege und Verwendung in Kürze
Aussaat und Anzucht
Vorgezogen wird das Bärenohr von März bis April, den Termin behältst du mit dem Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken im Blick. Es ist ein Lichtkeimer, die Samen bleiben an der Oberfläche oder liegen höchstens 0,5 cm tief. Keimtemperatur, PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten. erklärt die Anleitung, wie du das Bärenohr vom Samen bis zur Blüte ziehst.
Pflege und Blüte
Bei der Sorte ‚Zulu Prince‘ entfernst du verblühte Blüten regelmäßig. Beim Düngen bleibst du bei der gezielten organischen Gabe am Platz des Bärenohrs. Welche weiteren Handgriffe helfen, zeigt der Ratgeber dazu, mit welchen Techniken das Bärenohr länger blüht.
Krankheiten und Winter
Ein durchlässiger Boden kann im Steingarten das Risiko von Wurzelfäulen durch Staunässe senken. Das Prächtige Bärenohr ist nicht winterhart und wird einjährig kultiviert, im nächsten Mai bepflanzt du seinen Platz neu. Frost, Krankheiten und Schädlinge behandelt die Pflegeanleitung vom Samen bis zur Blüte ausführlicher.
Im Topf
Das Prächtige Bärenohr eignet sich auch für größere Gefäße. Jedes Pflanzgefäß braucht dabei einen funktionsfähigen Wasserabzug. Wie das Bärenohr in Balkonkästen und Töpfen gelingt, beschreibt der Ratgeber zur GefäßkulturGefäßkultur ist der Anbau von Pflanzen in Töpfen, Kübeln, Kästen oder Kisten statt direkt im Gartenboden. So kannst du Gemüse, Kräuter oder Blumen auch auf Balkon und Terrasse ziehen..
Schnittblume und Samen
Das Bärenohr eignet sich auch als Schnittblume, Hinweise zu Schnitt und Vase findest du im Ratgeber, wie du das Bärenohr für die Vase nutzt. Das Lagerverhalten seiner Samen gilt als unsicher, eine feste Haltbarkeit kannst du also nicht voraussetzen. Wie du Saatgut erntest und lagerst, steht im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern im Abschnitt Schnittblumen und Saatgut.


