Blumen · Stauden & Ziergräser · Anbau

Rhabarber säen: So bringst du Sämlinge bis zur ersten Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Rhabarber ziehst du im März und April in Töpfen vor und pflanzt ihn im September oder Oktober ins Beet.
  • Rhabarber ist kein Lichtkeimer: Die Samen kommen 1 cm tief in die Erde.
  • Die Samen keimen bei 10 bis 20 °C in ständig feuchter Erde.
  • Pikiert wird 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen in Einzeltöpfe.
  • Eine Pflanze braucht etwa 1 m² Platz und humusreichen Boden ohne Staunässe.
  • Aus Samen gezogener Rhabarber 'Victoria' wird ab dem dritten Jahr geerntet, regulär bis zum 24. Juni.
Einpflanzen mit frischer Gartenerde und Terrakotta-Topf
Foto: FotoRieth · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Rhabarber sät, statt ein Rhizomstück zu pflanzen, braucht Geduld. Bei der Sorte ‘Victoria’ beginnt die Ernte aus Samen erst ab dem dritten Jahr. Dafür steht eine Rhabarberpflanze als Richtwert über 10 Jahre am selben Platz. Ich säe Rhabarber deshalb im Frühjahr in Töpfe und suche den Beetplatz aus, bevor der erste Keimling erscheint.

Wann säst du Rhabarber?

Vorgezogen wird Rhabarber im März und April, so ist es für die Sorte ‘Victoria’ angegeben. Andere Saatgutangaben nennen als Startmonate auch April bis Juni oder April bis Juli. Ins Beet kommt Rhabarber in der Pflanzzeit, die im September und Oktober liegt.

Zwischen der Aussaat im Frühjahr und der Pflanzzeit im Herbst liegt also der ganze Sommer. So lange stehen deine Jungpflanzen in ihren Töpfen und brauchen dort gleichmäßige Pflege, vor allem beim Wasser. Wenn du mehrere Stauden aus Samen ziehst, hilft dir der Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken beim Planen.

Aussaatkalender Rhabarber
GartenkalenderVorkultur: März, April; Blüte: April, Mai; Ernte: Mai, Juni; Pflanzung: September, OktoberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: AprilBlüte: MaiErnteErnte: MaiErnte: JuniPflanzungPflanzung: SeptemberPflanzung: OktoberVorkulturBlüteErntePflanzung

So säst du Rhabarber: Tiefe, Temperatur, Keimdauer

Fülle Töpfe oder Schalen mit salzarmer Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Leg die Samen einzeln aus und bedecke sie 1 cm hoch mit Erde. Rhabarber ist kein Lichtkeimer, die Samen gehören also unter die Oberfläche. Manche Angaben nennen eine Saattiefe von 1 bis 2 cm.

Die Samen keimen bei 10 bis 20 °C. Halte die Erde ständig feucht, solange die Samen quellen und keimen. Bis die ersten Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. Nach anderen Angaben kann sich die Keimung über 6 bis 28 Tage ziehen, gib eine Aussaat deshalb nicht zu früh auf. Sobald der erste Keimling da ist, nimmst du eine Abdeckung ab und stellst die Töpfe hell, aber geschützt vor praller Sonne auf.

Wert Angabe für Rhabarber
Aussaat (Vorkultur) März und April
Saattiefe 1 cm, je nach Angabe 1 bis 2 cm
Lichtkeimer nein
Keimtemperatur 10 bis 20 °C, für die Aussaat auch genau 10 °C genannt
Keimdauer 7 bis 14 Tage, nach anderer Angabe 6 bis 28 Tage
Tausendkorngewicht 7 g
Pikieren 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen
Pflanzzeit September und Oktober
Häufiger Fehler

Rhabarbersamen wie feine Blumensamen nur auf die Erde streuen. Rhabarber ist kein Lichtkeimer, deshalb kommen die Samen 1 cm tief unter die Erde.

Mini-Checkliste

Saatgut, salzarme Aussaaterde, Töpfe mit Abzugsloch, Etiketten und ein Platz mit 10 bis 20 °C. Dazu ein Beetplatz, auf dem jede Pflanze später etwa 1 m² bekommt.

Direktsaat oder Vorkultur?

Ich ziehe Rhabarber in Töpfen vor, weil ich dort Feuchte und Temperatur während der Keimung im Blick habe. Den allgemeinen Ablauf von Direktsaat, Vorkultur, Abdecken und Abhärten findest du im Staudenratgeber, im Abschnitt darüber, wie Aussaat, Vorkultur und Pflanzung bei Stauden ablaufen. Ein Beispiel für Direktsaat mit anschließendem Ausdünnen zeigt die Anleitung, wie du Witwenblumen aussäst und die Sämlinge ausdünnst.

Pikieren und die Jungpflanzen durch den Sommer bringen

Pikiere die Sämlinge 2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen in Einzeltöpfe. Für ‘Victoria’ sind Töpfe mit etwa 12 cm Durchmesser angegeben. Ich hebe jeden Sämling mit einem Pikierstab aus der Erde und halte ihn dabei locker an einem Keimblatt, ohne daran zu ziehen.

Marias Erfahrung

Auf jedes Etikett schreibe ich das Aussaatdatum und später den Tag, an dem der erste Keimling erscheint. Den Termin zum Pikieren zähle ich ab diesem zweiten Datum, weil die Keimdauer bei Rhabarber stark schwanken kann.

Danach wachsen die Jungpflanzen in ihren Töpfen weiter. Rhabarber braucht während des Wachstums ausreichend Wasser, lass die Erde im ersten Jahr also nicht länger austrocknen. Staunässe vermeidest du trotzdem, deshalb brauchen die Töpfe freie Abzugslöcher.

Bevor die Pflanzen vom Haus ins Freie umziehen, gewöhnst du sie etwa eine Woche lang an einem windgeschützten, hellen, aber schattigen Platz an draußen. In der Pflanzzeit im September oder Oktober setzt du sie dann an ihren endgültigen Platz im Beet.

Tipp

Ein kleiner Topf hält weniger Wasser vorrätig als ein großer, denn ein größeres Erdvolumen verlängert die Zeit zwischen zwei nötigen Wassergaben. Prüf die Töpfe im Sommer deshalb öfter als das Beet. Bei torffreier Erde fühlst du auch unten im Topf nach, weil eine trockene Oberfläche feuchte Schichten darunter verdecken kann.

Welcher Boden und welches Licht passen zu Rhabarber?

Rhabarber wächst am besten in humusreichem, mittlerem bis schwerem Boden, der Wasser gut hält. Staunässe und Bodenverdichtung meidest du, denn beide beeinträchtigen Wachstum und Wurzelgesundheit. Beim pH-Wert ist Rhabarber nicht festgelegt, er kommt mit sauren, neutralen und alkalischen Böden zurecht.

Lockere den Boden vor der Pflanzung mindestens 30 cm tief. Wurzelunkräuter holst du dabei mit der Grabegabel heraus und sammelst alle Rhizom- und Wurzelstücke sorgfältig ab.

Ein sonniger Standort ist günstig für kräftige Stiele und hohe Erträge, leichten Schatten verträgt Rhabarber ebenfalls. Schattenlagen und feuchte Jahre begünstigen allerdings Blattflecken. Hast du die Wahl zwischen Sonne und Halbschatten, bekommt der Rhabarber deshalb den sonnigeren Platz.

Wie viel Platz braucht Rhabarber?

Eine einzelne Rhabarberpflanze braucht etwa 1 m² Fläche. Rhabarber wird 100 bis 150 cm hoch und steht als einzelne Staude frei im Beet. Setzt du mehrere Pflanzen in eine Reihe, plane 150 cm Abstand zwischen den Pflanzen ein. Zwischen den Reihen sind 130 cm angegeben. Gepflanzt wird 2 cm tief.

Rhabarber bleibt als Richtwert über 10 Jahre am selben Standort. Danach sollte auf dieser Fläche 5 Jahre lang kein Rhabarber wachsen. Mit der Platzwahl legst du die Fläche also auch für die Zeit nach dem Rhabarber fest.

Ob die Fläche reicht, siehst du, wenn du deine Beete im Beetplaner einzeichnest. Im Werkzeug zur Mischkultur prüfst du außerdem, welche Beetnachbarn zu Rhabarber passen.

Bis zur ersten Ernte: was in den Jahren dazwischen passiert

Der Weg vom Samen zur ersten Ernte, am Beispiel der Sorte ‘Victoria’:

Zeitpunkt Was du tust
März und April Samen 1 cm tief in Töpfe säen und bei 10 bis 20 °C keimen lassen
2 bis 3 Wochen nach dem Auflaufen in Einzeltöpfe mit etwa 12 cm Durchmesser pikieren
Sommer Jungpflanzen im Topf feucht halten und vor dem Umzug ins Freie abhärten
September und Oktober an den endgültigen Platz im Beet pflanzen
bis zur ersten Ernte wachsen lassen, Blütenstände entfernen, keine Stiele ernten
ab dem dritten Jahr Stiele von Mai bis Juni ernten, regulär bis zum 24. Juni

Bis zur ersten Ernte lässt du die Pflanze in Ruhe wachsen und nimmst keine Stiele ab. Rhabarber blüht im April und Mai, bei der Stielkultur entfernst du die Blütenstände regelmäßig. Als winterharte, mehrjährige Pflanze überdauert er die kalte Jahreszeit im Beet.

Gieß während des Wachstums ausreichend, ohne dass sich Staunässe bildet. Am besten gießt du morgens direkt an die Wurzeln statt über die Blätter, eine Mulchdecke hemmt zusätzlich die Verdunstung.

Rhabarber ist ein Starkzehrer. Im zeitigen Frühjahr bekommt er Kompost, etwa 3 l/m², dazu ergänzend Stickstoff, bevorzugt organisch. Richte die Düngung nach einer Bodenuntersuchung, denn Kompost bringt selbst Nährstoffe mit, die du mitrechnest.

Gegen Schnecken schützt ein Schneckenzaun nur dann zuverlässig, wenn du innerhalb der Umzäunung weiter Schnecken absammelst. Weinbergschnecken stehen unter Schutz und werden nicht bekämpft. Mehr zu Gießen, Düngen, Winter und Pflanzenschutz bei Stauden findest du im Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.

Erste Ernte: ab wann, bis wann und woran du reife Stiele erkennst

Bei aus Samen gezogenem Rhabarber der Sorte ‘Victoria’ beginnt die Ernte ab dem dritten Jahr. Geerntet wird von Mai bis Juni. Reif sind mittelstarke bis dicke Stiele, deren Blätter sich glatt ausgebreitet haben. Ich nehme im ersten Erntejahr nur einzelne kräftige Stiele und lasse den Rest der Pflanze stehen.

Regulär endet die Ernte am 24. Juni. Ein Vlies, das du im Frühjahr auflegst, kann Austrieb und Ernte verfrühen.

Mythos-Check

Wird Rhabarber nach dem 24. Juni giftig? Der Termin hat einen anderen Grund: Ab dann lagert die Pflanze Reservestoffe ein. Er gilt als reguläres Ernteende der gewöhnlichen Rhabarberkultur und ist keine allgemeine Giftgrenze.

In die Küche gehen die fleischigen Stiele, und zwar gegart, zum Beispiel als Kompott, Konfitüre oder Kuchen. Die Blattspreiten gehören nicht dazu. Frische Stiele halten sich in ein feuchtes Tuch gewickelt mehrere Tage im Kühlschrank.

Die Alternative zur Aussaat: ein Rhizomstück

Statt zu säen, kannst du ein Rhizomstück mit mindestens einer Knospe pflanzen, besser mit mehreren. Geteilt wird im Oktober, damit sich vor dem Winter Wurzeln bilden. Beim gepflanzten Stück bleibt das erste Jahr erntefrei; wie Teilen bei Stauden grundsätzlich abläuft, erklärt der Ratgeber zu Stauden und Ziergräsern.

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Häufige Fragen

Wann ist die beste Zeit für die Rhabarber-Aussaat?
Vorgezogen wird Rhabarber im März und April, so ist es zum Beispiel für die Sorte 'Victoria' angegeben. Andere Saatgutangaben nennen als Startmonate auch April bis Juni oder April bis Juli. Die Samen keimen bei 10 bis 20 °C in ständig feuchter Erde. In der Pflanzzeit im September und Oktober kommen die Jungpflanzen an ihren endgültigen Platz.
Wie funktioniert die Keimung von Rhabarbersamen?
Rhabarber ist kein Lichtkeimer, deshalb kommen die Samen 1 cm tief in die Erde. Gekeimt wird bei 10 bis 20 °C in Erde, die während Quellung und Keimung ständig feucht bleibt. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 7 bis 14 Tage. Nach anderen Angaben kann es bis zu 28 Tage dauern.
Welche Bodenbedingungen benötigt Rhabarber für optimales Wachstum?
Rhabarber wächst am besten in humusreichem, mittlerem bis schwerem Boden, der Wasser gut hält. Staunässe und Bodenverdichtung meidest du, weil beide Wachstum und Wurzelgesundheit beeinträchtigen. Beim pH-Wert kommen saure, neutrale und alkalische Böden infrage. Ein sonniger Platz ist günstig für kräftige Stiele, leichten Schatten verträgt Rhabarber ebenfalls.
Wie bereite ich den Beetboden für Rhabarber optimal vor?
Lockere den Boden mindestens 30 cm tief und entferne dabei Wurzelunkräuter samt Rhizom- und Wurzelstücken. Wähle eine Fläche, auf der in den letzten 5 Jahren kein Rhabarber stand. Plane etwa 1 m² je Pflanze ein. Rhabarber bleibt als Richtwert über 10 Jahre am selben Ort, der Platz sollte also langfristig frei sein.
Ab welchem Jahr kannst du Rhabarber erstmals ernten?
Bei aus Samen gezogenem Rhabarber der Sorte 'Victoria' beginnt die Ernte ab dem dritten Jahr. Geerntet wird von Mai bis Juni, reif sind mittelstarke bis dicke Stiele mit glatt ausgebreiteten Blättern. Regulär endet die Ernte am 24. Juni, weil die Pflanze danach Reservestoffe einlagert. Bei einem gepflanzten Rhizomstück bleibt das erste Jahr erntefrei.
Welche Rolle spielt die Bodenverbesserung beim langfristigen Rhabarberanbau?
Rhabarber ist ein Starkzehrer und steht als Richtwert über 10 Jahre am selben Platz. Im zeitigen Frühjahr bekommt er Kompost, etwa 3 l/m², dazu ergänzend Stickstoff, bevorzugt organisch. Richte die Düngung nach einer Bodenuntersuchung, denn Kompost liefert selbst Nährstoffe, die du mitrechnen musst. Halte Staunässe und Bodenverdichtung fern, weil beide Wachstum und Wurzelgesundheit beeinträchtigen.
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