Rittersporn richtig gießen: durchdringend, morgens und direkt an der Wurzel
- Hoher Staudenrittersporn wurzelt flach und reagiert empfindlich auf Wassermangel. In Trockenperioden gießt du ihn kräftig und durchdringend.
- Ein fester Gießrhythmus lässt sich nicht angeben. Prüfe die Feuchte unter der Oberfläche und gieß, bevor der Untergrund ganz austrocknet.
- Frisch gepflanzte Stauden werden in den ersten ein bis zwei Vegetationsperioden bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend mit etwa 25 l/m² je Gießgang gewässert.
- Morgens direkt im Wurzelbereich gießen, mit weichem Strahl und ohne die Blätter zu benetzen.
- Mulch hält Wasser im Boden. Rindenmulch und Stroh können aber Stickstoff binden.
- Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel an den Wurzeln und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule.

Hoher Staudenrittersporn bildet ein flaches Wurzelsystem und reagiert deshalb empfindlich auf Wassermangel. Zugleich schadet ihm ein Boden, in dem das Wasser steht. Ich gieße meinen Rittersporn darum nicht nach Kalender, sondern nach dem Boden. Bevor ich die Kanne fülle, steche ich neben dem Horst eine Scholle aus und fühle nach, wie feucht die Erde darunter ist.
Die Gießregeln hier gelten für den mehrjährigen Hohen Staudenrittersporn (Delphinium elatum), der 80 bis 100 cm hoch wird und von Juni bis September blüht. Der Sommerrittersporn ‚Imperial Mischung‘ (Delphinium ajacis) ist dagegen einjährig. Wie sich Stauden, ZweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. und Einjährige in ihrem Lebenslauf unterscheiden, zeigt das Kurzporträt der Stauden, Zweijährigen und Gräser.
Wie oft muss ich Rittersporn gießen?
Für Rittersporn lässt sich kein fester Gießrhythmus angeben. Wie oft er Wasser braucht, hängt von seinem Bedarf, deiner Bodenart und der Witterung ab. Gieß deshalb lieber seltener und dafür durchdringend. Eine durchdringende Wassergabe befeuchtet die tieferen Wurzelschichten besser als viele kleine Wassergaben.
Den richtigen Moment erkennst du am Untergrund. Gießen ist fällig, solange der Boden in der Tiefe noch leicht feucht ist und bevor er dort vollständig austrocknet. Weil die flachen Wurzeln empfindlich auf Wassermangel reagieren, wartest du in einer Trockenperiode nicht, bis die Triebe hängen. In solchen Phasen wässerst du kräftig und durchdringend.
Abends kurz über Blätter und Blüten brausen. Viele kleine Wassergaben erreichen die tieferen Wurzelschichten schlechter als eine durchdringende. Außerdem erhöht abendliche Blattbenässung gegenüber dem Gießen am Morgen die Gefahr von Blattkrankheiten.
Welche Pflegearbeiten neben dem Gießen im Lauf des Jahres anfallen, zeigt der Pflegeplan für Rittersporn durch die Jahreszeiten.
So prüfst du die Bodenfeuchte
Eine trockene Oberfläche allein ist kein Grund zum Gießen. Prüfe die Feuchte deshalb auch darunter. Ich nehme dafür eine Handschaufel und steche neben dem Horst eine Bodenscholle aus. An der Farbe und mit den Fingern erkennst du, ob im Wurzelraum noch Feuchtigkeit vorhanden ist.
Nach dem Gießen steche ich an einer anderen Stelle noch einmal ein. So sehe ich, ob das Wasser die tieferen Schichten erreicht hat oder nur oben angekommen ist. Diese zweite Probe zeigt dir auch, ob deine Wassermenge zu deinem Boden passt.
Scholle neben der Pflanze ausstechen und die Feuchte unter der Oberfläche fühlen. Ist der Untergrund nur noch leicht feucht, morgens gießen. Das Wasser mit weichem Strahl direkt in den Wurzelbereich geben. Danach erneut einstechen und prüfen, ob die tieferen Schichten feucht sind.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Einen sonnigen Standort mit guter Luftzirkulation und gutem Wasserabzug wählen.
- Bodenart
Geeignet ist humusreicher, gut durchlässiger Boden.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Geeignet ist humusreiches Substrat mit gutem Wasserabzug.
- Anbauort
Die angebotenen Sorten lassen sich im Hochbeet und im Topf ziehen.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Frisches Saatgut sofort säen, 3 Wochen bei 4 °C halten, danach bei 20 °C weiterkultivieren. Bei gelagertem Saatgut können Temperaturwechsel und Geduld nötig sein.
Pflege
- Pflege
Stützen und Schutz vor starkem Wind und Regen sind sinnvoll. Ein Rückschnitt verblühter Triebe bis zu den Grundblättern kann eine zweite Blüte im Spätsommer bis Herbst fördern.
- Düngung
Regelmäßige Nährstoffgaben unterstützen Wachstum und reiche Blüte.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze wächst als krautige, eher kurzlebige Staude.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für Beet und Balkon.
Wie viel Wasser braucht Rittersporn?
Bei eingewachsenem Rittersporn zählt kein fester Literwert, sondern ob das Wasser bei den Wurzeln ankommt. Gieß so lange, bis die Bodenprobe auch in der Tiefe feucht ist. Wie viel Wasser das ist, hängt auch von deinem Boden und vom Wetter der letzten Wochen ab.
Frisch gepflanzter Rittersporn
Frisch gepflanzte Stauden brauchen während des Einwachsens zusätzliche Bewässerung. Bei anhaltender Trockenheit gießt du sie wiederholt und durchdringend.
In den ersten 1 bis 2 VegetationsperiodenDie Vegetationsperiode, auch Vegetationszeit, ist der Teil des Jahres, in dem Pflanzen wachsen, blühen und fruchten. Sie beginnt im Allgemeinen, wenn das Tagesmittel der Lufttemperatur mindestens 5 Grad Celsius erreicht. werden neu angelegte Staudenpflanzungen bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringend gewässert, mit etwa 25 l/m² je Gießgang. Der Wert gilt für die Beetfläche, nicht für die einzelne Pflanze.
Beim Pflanzen tauchst du den Topfballen vorher vollständig in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Frisch bepflanzte Beete brauchen bei Trockenheit mehr Aufmerksamkeit als gut eingewachsene Staudenpflanzungen. Bei neuen Rittersporn-Pflanzungen kontrolliere ich den Boden in Trockenphasen deshalb aufmerksamer als bei meinen alten Horsten.
Wann und wie gießt du Rittersporn richtig?
Ich gieße morgens und halte die Brause dicht über den Boden. So läuft das Wasser direkt in den Wurzelbereich, und die Blätter bleiben trocken. Ein weicher Wasserstrahl reicht dafür völlig aus. Am Morgen und an der Wurzel verdunstet weniger Wasser, und das Laub wird nicht unnötig nass. Morgendliches Gießen lässt nasse Blätter außerdem schneller abtrocknen als abendliche Blattbenässung, was die Gefahr von Blattkrankheiten senkt.
„Wer morgens an der Wurzel gießt, bekommt keinen Mehltau.“ Das stimmt so nicht. Für die Keimung Echter Mehltaupilze kann schon eine relative Luftfeuchte von 70 % ausreichen, trockenes Wetter ist also keine Entwarnung. Vorbeugend können ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung helfen.
Die Abstände für ein neues Beet kannst du vorab mit dem Beetplaner für dein Staudenbeet einteilen.
Gießkanne, Schlauch oder Tropfschlauch?
Für einzelne Horste nehme ich die Gießkanne, weil ich damit gezielt im Wurzelbereich gieße. Mit dem Schlauch klappt das ebenso, wenn du einen weichen Strahl einstellst. Bei größeren Beständen wird die Kanne mühsam, dann kommt eine Tropfbewässerung infrage. Die Tropfer versorgen die Pflanzen gezielt, und das kann Wasser sparen. Einen Filter braucht die Anlage trotzdem, weil Tropfer verstopfen oder verkalken können.
Ein Perlschlauch gibt entlang seiner Länge unterschiedlich viel Wasser ab. Die passende Laufzeit findest du deshalb heraus, indem du den Bestand beobachtest und nachgräbst. Jede automatische Anlage prüfst du regelmäßig darauf, ob ihre Wassermenge noch zur tatsächlichen Bodenfeuchte und zur Witterung passt. Auch mit Automatik bleibt die Probe mit dem Spaten also deine Aufgabe.
Welches Wasser eignet sich?
Regenwasser ist salzarm und hat eine sehr geringe Wasserhärte. Ich sammle das Wasser vom Dach in einer Regentonne und verteile es mit der Gießkanne. Auch das Wasser, in dem du Obst und Gemüse in einer Schüssel gewaschen hast, kannst du zum Gießen sammeln. Für Gärten mit wenig Regen gibt es einen eigenen Ratgeber darüber, wie du Rittersporn in trockenen Regionen wassersparend ziehst.
Mulch hält die Feuchtigkeit im Boden
Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung aus dem Boden. Zugleich schützt die Decke den Boden im Sommer vor übermäßiger Erwärmung und die Oberfläche vor Verkrustung. Gemeinsam mit einem lehmig-humosen Boden hält Mulch im wasserbedürftigen Staudenbeet das Wasser dort, wo die Wurzeln sitzen.
Beim Material gibt es Unterschiede. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet., Stroh und Holzhäcksel können beim Abbau Stickstoff im Boden binden. Roher Rindenmulch ist für junge Staudenpflanzungen ungeeignet. Angewelkten Rasenschnitt bringst du dünnschichtig aus. Weil regelmäßige Nährstoffgaben Wachstum und reiche Blüte des Rittersporns unterstützen, kann unter Rindenmulch eine ergänzende Stickstoffversorgung nötig werden.
Im naturnahen Teil meines Staudenbeets lasse ich das Herbstlaub liegen. Um höhere Stauden wie den Rittersporn verteile ich es gut 3 cm dick als Mulch.
Zu nass ist auch falsch: Staunässe und welke Triebe
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich. Außerdem begünstigt sie Wurzel- und Stammgrundfäule. Welke Triebe sind deshalb kein eindeutiges Zeichen für Durst. Hängende Triebe können auf Wassermangel hindeuten, aber ebenso auf eine Wurzel- oder Stängelgrundfäule. Deren Erreger finden bei anhaltender Bodenfeuchte und wenig Luft im Boden günstige Bedingungen. Bevor ich welken Rittersporn gieße, steche ich deshalb zuerst ein und prüfe den Boden.
Auch die Blätter verraten den Wasserhaushalt nicht sicher. Trockenheit und Staunässe können die Nährstoffaufnahme stören und so Mangelsymptome hervorrufen. Blattflecken an Rittersporn können zudem von Krankheitserregern oder nichtparasitären Ursachen kommen und sind kein eindeutiger Nachweis für Düngermangel. Wer bei auffälligen Blättern sofort düngt, ohne den Boden zu prüfen, übersieht womöglich, dass Trockenheit oder Nässe dahinterstecken.
Damit Wasser gespeichert wird und trotzdem abfließen kann, braucht Hoher Staudenrittersporn einen tiefgründigen, lehmigen und humusreichen Boden mit gutem Wasserspeichervermögen und guter DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton.. Verdichteter Boden behindert das Versickern und kann im Wurzelbereich Luftmangel verursachen. Bodenaufbau und Drainage behandelt der Ratgeber über Licht, Boden und Drainage am Rittersporn-Standort, die Grundlagen der Abschnitt Standort und Boden im Stauden-Ratgeber.
Gießen und Düngen hängen zusammen
Rittersporn gehört zu den stark wachsenden Prachtstauden, und regelmäßige Nährstoffgaben unterstützen Wachstum und reiche Blüte. Aufnehmen kann er die Nährstoffe nur bei ausreichender Bodenfeuchte, denn Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf. Organische Dünger setzen bei Trockenheit zudem kaum Nährstoffe frei. Kompost oder HornmehlHornmehl ist fein gemahlenes Horn, das als organischer Stickstoffdünger verwendet wird. Es gibt den Stickstoff im Boden nach und nach frei, aber schneller als die gröberen Hornspäne. in ausgetrocknetem Boden können deinem Rittersporn deshalb wenig bringen, solange du nicht gießt.
Ich gebe Dünger auf feuchten Boden und achte darauf, dass er nicht auf feuchte Blätter gerät. Nach der Hauptblüte kann ein RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. der verblühten Triebe bis zu den Grundblättern eine zweite Blüte im Spätsommer bis Herbst fördern. Eine Volldüngergabe nach diesem Rückschnitt kann Neuaustrieb und Nachblüte unterstützen. Mehr dazu, wie du Rittersporn düngst, stützt und vor Krankheiten schützt, findest du in der ausführlichen Pflegeanleitung.
Rittersporn im Kübel gießen
Hoher Rittersporn lässt sich auch im Topf oder im HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. ziehen. Das Gefäß braucht freie Abzugslöcher, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Als allgemeines Prüfkriterium für die nächste Wassergabe gilt bei Kübelpflanzen eine obere Substratschicht, die 1 bis 2 cm tief abgetrocknet ist. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich unten im Topf oder über das Gewicht, weil eine trockene Oberfläche tiefere Nässe verdecken kann. Ich hebe meine Kübel deshalb vor dem Gießen kurz an.
Ein größeres Gefäß speichert mehr Wasser und verlängert die Zeit bis zur nächsten Wassergabe. Kleine und stark durchwurzelte Töpfe brauchen häufiger Wasser. An heißen Tagen kann torffreie Erde mehrfaches Gießen erfordern, abhängig davon, wie feucht das Substrat tatsächlich ist. Draußen überwinternde Kübel gießt du auch im Winter bei Bedarf an frostfreien Tagen.
Im Winter gehört der Untersetzer weg und das Gefäß isoliert. Sonst können Frostwechsel und stehendes Wasser den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. schädigen. Die Isolierung muss das Gießen weiter zulassen.
Wie du Rittersporn mit Partnerpflanzen zu farbigen Staudenbeeten kombinierst, zeigt der Ratgeber zur Gestaltung mit Rittersporn im Staudengarten.





