So pflegst du den Rosenkelch: Anzucht, Rankhilfe, Gießen und Überwinterung
- Die Vorkultur beginnt je nach Anleitung zwischen Januar und März, für eine frühe Blüte schon Ende Januar bis Anfang Februar.
- Die Samen drückst du nur leicht auf die angefeuchtete Oberfläche, die Keimung kann 10 bis 40 Tage dauern.
- Die Rankhilfe setzt du schon beim Befüllen des Kübels ein und verankerst sie fest im Substrat.
- Einen festen Gießrhythmus gibt es nicht, im Kübel gilt eine 1 bis 2 cm tief abgetrocknete obere Erdschicht als allgemeines Prüfkriterium.
- Im Kübel braucht der Rosenkelch während des Wachstums regelmäßig Nährstoffe, im Winterquartier bekommt er keinen Dünger.
- Du kannst ihn frostfrei überwintern oder jedes Jahr neu vorziehen und Kübel und Kästen im Frühjahr mit frischer Erde füllen.

Beim Rosenkelch fällt die erste Pflegeentscheidung mitten im Winter. Zwischen Aussaat und erster Blüte liegen etwa 5 Monate, und je nach Anzucht und Standort blüht er von Juni bis September. Ich plane meine Rosenkelche deshalb rückwärts: zuerst den Aussaattermin, dann Topf und Rankhilfe, danach Wasser und Dünger, zuletzt das Winterquartier.
Der Rosenkelch, botanisch Rhodochiton atrosanguineus, ist eine Kletterpflanze, die du aus Samen vorziehst. Er wächst im Kübel oder im Garten an einer Rankhilfe. Du kannst ihn jedes Jahr neu anziehen oder frostfrei überwintern.
Welcher Standort und welche Erde passen?
Licht, Wärme und Windschutz behandelt der Ratgeber darüber, wie du den passenden Platz für deinen Rosenkelch auswählst. Für die Pflege zählt an einem windigen Platz vor allem, dass das Gefäß standfest ist und die Rankhilfe fest im Substrat sitzt.
Ziehst du den Rosenkelch als Sommerkletterpflanze im Gefäß, eignet sich ein lockeres, humoses Substrat mit ausgewogenem Nährstoffverhältnis. Abzugslöcher und strukturstabile Erde helfen, Staunässe und Sauerstoffmangel im Wurzelraum zu vermeiden. Welche Mischung du ansetzt und wie du die DrainageDrainage bedeutet, dass überschüssiges Wasser aus der Erde abfließen kann, damit keine Staunässe entsteht. Im Pflanzgefäß sorgen dafür Abzugslöcher und eine grobe Drainageschicht, etwa aus Tonscherben oder Blähton. aufbaust, erklärt der Ratgeber zum richtigen Boden und Substrat für den Rosenkelch.
Wann und wie säst du den Rosenkelch aus?
Der Aussaattermin bestimmt den Blühbeginn
Je nach Anleitung beginnt die Vorkultur zwischen Januar und März. Für einen frühen Blühbeginn säst du schon Ende Januar bis Anfang Februar. Weil bis zur ersten Blüte etwa 5 Monate vergehen und das Blütefenster bis September reicht, nutzt eine frühe Aussaat mehr von der Blütezeit. Den Termin trägst du dir am besten gleich in den Aussaatkalender für Stauden und Ziergräser zum Ausdrucken ein.
So säst du die Samen
Ich fülle eine Schale mit salzarmer Aussaaterde, aus der überschüssiges Gießwasser abfließen kann. Die Bayerische Gartenakademie empfiehlt für Aussaaterden einen Salzgehalt unter 0,5 g pro Liter. Vor der Saat feuchte ich die Erde an. Danach drücke ich die Rosenkelchsamen nur leicht an die Oberfläche.
Während QuellungQuellung ist die Wasseraufnahme eines trockenen Samens und der erste Schritt der Keimung. Der Same schwillt dabei an, bis der innere Druck die Samenschale öffnet und die Keimwurzel austreten kann. und Keimung muss das Substrat ständig ausreichend feucht bleiben. Legst du eine Abdeckung auf die Schale, nimmst du sie beim ersten Keimling ab. Die jungen Pflanzen stehen dann hell, aber geschützt vor praller Sonne.
Wie lange dauert die Keimung?
Bis die Samen keimen, können 10 bis 40 Tage vergehen. Für die Anzucht liegen die Temperaturangaben zwischen 15 und 25 °C. Nach der Keimung ziehst du die Jungpflanzen hell bei 18 bis 20 °C weiter.
| Schritt | Angabe für den Rosenkelch |
|---|---|
| Beginn der Vorkultur | je nach Anleitung Januar bis März |
| Aussaat für frühen Blühbeginn | Ende Januar bis Anfang Februar |
| Anzuchttemperatur | Angaben zwischen 15 und 25 °C |
| Keimdauer | 10 bis 40 Tage |
| Weiterkultur nach der Keimung | hell bei 18 bis 20 °C |
| Aussaat bis zur ersten Blüte | etwa 5 Monate |
| Blütefenster | Juni bis September, je nach Anzucht und Standort |
Ich schreibe das Aussaatdatum auf das Steckschild in der Schale. Bevor ich eine Schale ohne Keimlinge aufgebe, zähle ich nach, ob die bis zu 40 Tage Keimdauer schon vorbei sind.
Pikieren und abhärten
Stehen die Sämlinge dicht, vereinzelst du sie nach den ersten Laubblättern mit einem PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch.. Dabei hältst du jeden Sämling an den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen., ohne daran zu ziehen. Im Zimmer gezogene Jungpflanzen härtest du vor dem Auspflanzen etwa eine Woche lang ab. Dafür stehen die Pflanzen an einem windgeschützten, schattigen, aber hellen Platz. Ich stelle den Rosenkelch erst ganz nach draußen, wenn keine Frostgefahr mehr besteht.
Welcher Topf und welche Rankhilfe passen?
Das Gefäß muss Halt geben
Für Kletterpflanzen im Kübel wählst du das Gefäß so groß, dass es sicher steht. Ein größeres Erdvolumen speichert zudem mehr Wasser und Nährstoffe. Dadurch werden die Abstände zwischen den nötigen Wassergaben länger. Ein großes Gefäß löst also zwei Aufgaben zugleich: Es trägt Pflanze samt Rankhilfe und puffert die Wasserversorgung. Vor dem Befüllen prüfst du, ob die Abzugslöcher frei sind, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Die Rankhilfe kommt beim Befüllen in den Topf
Bei Kletterpflanzen im Kübel setzt du die Rankhilfe schon beim Befüllen des Gefäßes ein und verankerst sie fest im Substrat. So sitzt sie, bevor die Wurzeln den Topf durchziehen. Die jungen Triebe leite ich anfangs von Hand an die Rankhilfe heran.
Soll eine Rankhilfe aus Metall oder Kunststoff länger halten, muss sie witterungsbeständig, UV-beständig und korrosionsfrei sein. Nimmst du sie im nächsten Jahr wieder, reinigst du sie vorher, falls krankheitsbelastete Erde daran haftet. Das begrenzt die Verschleppung von Schaderregern.
Sind die Abzugslöcher frei? Steht das Gefäß auch mit Pflanze und Rankhilfe sicher? Sitzt die Rankhilfe fest im Substrat, bevor du pflanzt? Ist das Material witterungs- und UV-beständig?
Rankhilfe an Wand und Zaun
Montierst du eine Rankhilfe an einer Hauswand, trägt sie mehr als nur die Pflanze. Neben ihrem Eigengewicht und dem Bewuchs wirken Regen, Schnee, Eis und Wind auf das Gerüst. Der Wandabstand muss zum Dickenwachstum der Kletterpflanze passen. Sonst werden Triebe eingeengt, oder sie drücken das Gerüst von der Wand.
Wie oft gießt du den Rosenkelch?
Im Kübel: prüfen statt nach Kalender
Einen allgemeinen festen Gießrhythmus gibt es nicht, denn die Gießhäufigkeit richtet sich nach Pflanzenbedarf, Bodenart und Witterung. Kleine und stark durchwurzelte Gefäße brauchen häufiger Wasser. Im Kübel gilt als allgemeines Prüfkriterium eine obere Substratschicht, die 1 bis 2 cm tief abgetrocknet ist. Bei torffreier Erde prüfst du zusätzlich die Feuchte im unteren Topfbereich, etwa über das Gewicht beim Anheben. Eine trockene Oberfläche kann nämlich Nässe darunter verdecken.
An heißen Tagen kann bei torffreien Substraten mehrfaches Gießen nötig werden. Den Ausschlag gibt dabei die tatsächliche Substratfeuchte. Ich gieße morgens mit einem weichen Wasserstrahl direkt in den Wurzelbereich und lasse die Blätter trocken. Werden sie doch einmal nass, trocknen sie morgens schneller ab als abends, was die Gefahr von Blattkrankheiten verringert. Gesammeltes Regenwasser ist salzarm und sehr weich, deshalb nehme ich es gern für den Kübel.
Schlappe Triebe bedeuten nicht automatisch Durst. Topfpflanzen können auch bei Hitze welken oder weil ihre Wurzeln durch Dauernässe geschädigt sind. Prüfe deshalb erst die Feuchte im Substrat, bevor du nachgießt.
Im Beet
Steht der Rosenkelch im Garten, gießt du seltener, aber durchdringend, bevor der noch leicht feuchte Untergrund vollständig austrocknet. Eine durchdringende Wassergabe befeuchtet tiefere Wurzelschichten besser als viele kleine Wassergaben. Ob das Wasser unten angekommen ist, zeigt dir eine entnommene Bodenscholle an Farbe und Gefühl. Eine Mulchdecke vermindert die Verdunstung und das Aufheizen des Bodens. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. kann beim Zersetzen allerdings Stickstoff binden, sodass eine ergänzende Stickstoffversorgung nötig werden kann.
Was tun bei trockener Luft?
Für die Luftfeuchte arbeite ich nicht mit einem Zielwert, sondern mit dem Blick auf die Blätter. In trockenen, warmen Sommerphasen kontrolliere ich die Blattunterseiten, weil SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. im Freiland dann besonders zum Problem werden. Die erwachsenen Tiere sind nur etwa 0,5 bis 0,7 mm groß.
Wie düngst du den Rosenkelch?
Vorgezogene Kletterpflanzen wie der Rosenkelch brauchen im Kübel während des Wachstums regelmäßig Nährstoffe. Wie viel davon schon im Topf steckt, hängt an der Erde. Auch torffreie Erden sind meist vorgedüngt, ihre Ersatzstoffe können aber die Stickstoffverfügbarkeit einschränken. Bei torffreier Bioerde passt du die Nachdüngung deshalb an die tatsächlich verfügbare Stickstoffversorgung an. Die Menge nehme ich von der Packung meines Düngers und schaue danach, wie die Pflanze wächst.
Dünger gibst du auf feuchte Erde und nicht auf nasse Pflanzenteile. Wurzeln nehmen Nährsalze als im Wasser gelöste Ionen auf, deshalb braucht die Aufnahme ausreichend Feuchte im Substrat.
Bei großer Hitze oder längerer Trockenheit gibst du Flüssigdünger niedrig konzentriert auf zuvor angefeuchtete Erde und nicht über die Blätter.
Viel PhosphorPhosphor ist ein Pflanzennährstoff, der eine zentrale Rolle im Energiehaushalt der Pflanze spielt und Bestandteil von Erbsubstanz und Zellmembranen ist. In der Praxis spricht man meist von Phosphat. gleich viele Blüten? Phosphor dient dem Energiehaushalt, der Erbsubstanz und den Zellmembranen, ein pauschaler Blühverstärker ist er nicht. Kalium regelt den Zellinnendruck und damit den Wasserhaushalt der Pflanze.
Stutzen und ausputzen: der Schnitt im Sommer
Gelegentliches Stutzen kann bei vorgezogenen Kletterpflanzen wie dem Rosenkelch einen dichteren und stärker verzweigten Wuchs fördern. Ich kneife dafür einzelne Triebspitzen ab, wenn die Pflanze an der Rankhilfe nur wenige lange Triebe bildet. Abgestorbene Triebe schneide ich heraus, sobald ich sie entdecke.
Welke Blüten nehme ich ab, weil bei vielen Sommerblumen die Samenbildung weitere Blüten vermindern kann. Mit welchen weiteren Handgriffen du die Blütezeit des Rosenkelchs verlängerst, zeigt der Ratgeber dazu.
Was tun bei Schädlingen und Fäulnis?
Länger anhaltende Staunässe verursacht Sauerstoffmangel im Wurzelbereich und begünstigt Wurzel- und Stammgrundfäule, deshalb hältst du die Abzugslöcher frei. Bei schwachem Blattlausbefall an Zierpflanzen genügt es häufig, die Läuse mit einem Wasserstrahl abzuspritzen. Die Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und Eingreifen findest du im Abschnitt über Krankheiten und Schädlinge bei Stauden und Ziergräsern.
Wie überwinterst du den Rosenkelch?
Du hast zwei Wege. Der Rosenkelch kann frostfrei überwintert werden. Ziehst du ihn stattdessen jedes Jahr neu aus Samen, bekommen Kübel und Kästen im Frühjahr frische Erde.
Behältst du die Pflanze, zählt beim Quartier vor allem, dass es frostfrei ist. Abgestorbene Pflanzenteile nehme ich vor dem Einräumen heraus. Räumst du den Kübel in ein kühles Winterquartier, stellst du die Düngung ein und reduzierst die Wassergaben. Überwinternde Kübelpflanzen bekommen im Winter grundsätzlich keinen Dünger. Bei torffreier Erde prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im unteren Substratbereich, weil die Oberfläche schneller austrocknen kann.
Im Frühjahr stellst du den überwinterten Rosenkelch bei frostfreiem Wetter zunächst schattig und windgeschützt auf. Danach gewöhnst du ihn schrittweise an die Sonne. Braucht er einen größeren Topf, nimmst du einen, dessen oberer Durchmesser mindestens 2 cm größer ist als der des bisherigen.
Wie vermehrst du den Rosenkelch?
Neben der Aussaat lässt sich der Rosenkelch auch durch StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehren. Ich behandle sie wie krautige Sommerstecklinge anderer dafür geeigneter Beet- und Balkonpflanzen. Dafür nehme ich Triebe einer gesunden Mutterpflanze mit 3 bis 4 Blattpaaren, die noch nicht verholzt sind und weder Blüten noch Knospen tragen. Unter einer Folienabdeckung an einem hellen Platz ohne grelle Sonne können sich nach etwa 2 bis 3 Wochen erste Wurzeln bilden.




