Witwenblumen kombinieren: Begleitpflanzen nach Standort, Farbe und Form
- Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia, Skabiosen zur eigenen Gattung Scabiosa.
- Partner wählst du zuerst nach Licht, Boden und Feuchte, erst dann nach Farbe und Form.
- Auf sonnigen, durchlässigen Böden passen Rutenhirse, Katzenminze und Koreanische Minze.
- Im Halbschatten gehört die Wald-Witwenblume ins Beet, nicht Knautia macedonica.
- Einjährige wie Färber-Mädchenauge und Cosmea füllen Lücken, bis die Pflanzung geschlossen ist.

Eine Witwenblume allein ergibt noch kein Beet. Erst ihre Nachbarn entscheiden, ob ihre Farbe zur Geltung kommt und ob die Pflanzung über die Jahre stabil bleibt. Ich suche Partner deshalb in fester Reihenfolge aus: zuerst Licht und Boden, dann die Farbe, zuletzt die Form.
Hier findest du Gräser, Stauden und Sommerblumen, die zu Witwenblumen passen. Dazu kommen Kombinationen für sonnige, magere und halbschattige Gartenbereiche.
Welche Witwenblume steht in deinem Beet?
Bevor du Partner suchst, klärst du die Art. Witwenblumen gehören zur Gattung Knautia, Skabiosen bilden die eigene Gattung Scabiosa. Für die Partnerwahl ist das wichtig, denn die einzelnen Witwenblumen wollen verschiedene Plätze.
| Art oder Sorte | Standort und Wuchs | Höhe und Blüte | Partnerbeispiele |
|---|---|---|---|
| Knautia macedonica | sonnig, gut durchlässiger Boden, trocken bis frisch | etwa 80 cm, rot bis dunkelrot | Rutenhirse, Katzenminze, Anaphalis |
| ‘Red Knight’ (Knautia macedonica) | sonnig, trockenheitstolerant | 60 bis 80 cm, rubinrot, Juli bis September | Koreanische Minze, Tanacetum ‘Robinson’ |
| ‘Mars Midget’ (Knautia macedonica) | kompakt | etwa 40 cm, Juni bis Oktober | Beetrand, Kokardenblume ‘Arizona’ |
| Wiesen-Witwenblume (Knautia arvensis) | trocken und sonnig, wild auf frischen bis mäßig trockenen Wiesen und HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. | 30 bis 80 cm, blauviolett | Wiesen-Salbei, Tauben-Skabiose |
| Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia im weiteren Sinn) | Halbschatten, frisch bis feucht | keine Angabe | Rasen-Schmiele, Schnee-Hainsimse |
| Knautia maxima | schattig, nährstoffreich | keine Angabe | Klebriger Salbei |
Die meisten Gartenkombinationen drehen sich um Knautia macedonica und die Wiesen-Witwenblume, und beide sind für sonnige Plätze angegeben. Welche Arten und Sorten es außerdem gibt, steht im Ratgeber darüber, welche Witwenblumenarten es gibt und wie du sie pflegst und vermehrst.
„Witwenblume und Skabiose sind dasselbe.“ Das stimmt nicht: Knautia und Scabiosa sind getrennte Gattungen. Bei der Wiesen-Witwenblume ist die Blütenkrone vierzipflig, Skabiosen haben fünf Kronzipfel. Auch die bekannte Sorte ‘Butterfly Blue’ ist eine Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) und keine Witwenblume.
Eine volkstümliche Deutung verbindet den Namen Witwenblume genau mit diesem Unterschied bei den Kronzipfeln. Für die Skabiose Scabiosa atropurpurea ist im Englischen die alte Gartenbezeichnung ‘Poor Widow’ überliefert. Mehr dazu liest du im Beitrag, woher der Name der Witwenblume kommt und wofür sie steht.
Erst der Standort, dann die Farbe
Pflanzgemeinschaften werden stabiler und pflegeleichter, wenn ihre Arten ähnliche Ansprüche an Boden, Feuchtigkeit, Nährstoffe und Licht haben. Licht, Boden und Feuchte prüfst du deshalb zusammen und nicht nacheinander. Ich notiere mir zu jedem Kandidaten genau diese Angaben. Weicht eine davon deutlich von der Witwenblume ab, streiche ich ihn von der Liste, auch wenn die Farbe passt.
Was passiert, wenn die Ansprüche nicht zusammenpassen, zeigt der Phlox. Hoher Staudenphlox braucht stets frische, nährstoffreiche, lehmig-humose Böden. Selbst die Sorten für leichtere und trockenere Böden sind nicht wirklich trockentolerant. Setzt du ihn neben die trockenheitstolerante ‘Red Knight’ auf einen sonnigen, durchlässigen Platz, gießt du also für den Phlox, während die Witwenblume mit Trockenheit zurechtkommt.
So prüfe ich jeden Partner für die Witwenblume.
- Licht: Will er volle Sonne wie Knautia macedonica oder Halbschatten wie die Wald-Witwenblume?
- Boden: Kommt er mit gut durchlässigem Boden zurecht?
- Feuchte: Passt er zu trocken bis frisch, ohne dass du ständig gießen musst?
- Wuchskraft: Ist er so konkurrenzstark, dass er seine Nachbarn bedrängt?
- Blüte: Blüht er mit der Witwenblume zusammen, oder schließt er eine Lücke davor oder danach?
Welche Farben passen zu Witwenblumen?
Die Farbe hängt an der Art. Knautia macedonica blüht rot bis dunkelrot, die Sorte ‘Red Knight’ rubinrot. Die Wiesen-Witwenblume trägt blauviolette Blüten. Daraus ergeben sich zwei Wege: Ton in Ton oder ein bewusster Kontrast.
Ton in Ton: Rot, Rosa und Violett
Für ein ruhiges Bild rund um das Rot von Knautia macedonica bleibst du bei Rot, Rosa und Violett. Die Koreanische Minze Agastache rugosa blüht violett und steht wie die Witwenblume gern in der Sonne. Tanacetum coccineum ‘Robinson Mischung’ blüht in Rosa und Rot und gilt als trockenheitstolerant. Beim Purpur-Sonnenhut bringt die Serie ‘Kismet’ eine himbeerfarbene Variante mit. Unter den Sommerblumen passt die rotblühende Rubrum-Form des Großblütigen Leins.
Kontrast: Gelb gegen Rot
Gelb setzt sich deutlich vom Rot ab. Die buschige Schafgarbe ‘Credo’ blüht hellgelb. Das Mädchenauge Coreopsis grandiflora ‘Sunfire’ trägt goldgelbe Blüten mit einem tiefroten Fleck, der das Rot der Witwenblume im Detail wieder aufnimmt. Kräftiger wird es mit der Kokardenblume ‘Arizona Sun’: Ihre orange-roten Blüten haben leuchtend gelbe Spitzen.
Zur blauvioletten Wiesen-Witwenblume passen violette Glockenblüten, etwa von Campanula portenschlagiana. Sie wächst sonnig bis halbschattig auf frischen bis mäßig trockenen, durchlässigen Böden. Die hellgelbe Schafgarbe bildet daneben den Gegenpol.
Laub als Ruhepol
Zwischen kräftigen Blütenfarben braucht das Auge ruhige Flächen. Blaulaubige Blauschwingel-Sorten bilden niedrige Laubpolster für warme, eher trockene, durchlässige Plätze. Der Woll-Ziest ‘Silver Carpet’ hat grausilbriges, filziges Laub und blüht nur selten, er wirkt also fast nur über die Blätter.
Ich schneide eine Blüte meiner Witwenblume ab und nehme sie mit in die Gärtnerei. Dort halte ich sie direkt neben jeden Kandidaten, bevor ich etwas kaufe. Rot ist nicht gleich Rot, und den Unterschied sehe ich erst im direkten Vergleich.
Wie bringst du Struktur ins Beet?
Neben der Farbe zählt die Form. Die rundlichen Blüten der Witwenblume wirken am deutlichsten neben Partnern mit anderer Gestalt. Senkrechte Linien setzt das Reitgras ‘Karl Foerster’ mit seinen aufrechten Halmen. Die Koreanische Minze bildet dichte Scheinähren, in denen sich die Einzelblüten verteilt öffnen.
Einen lockeren Schleier bringt Schleierkraut ins Bild. Gypsophila paniculata ‘Alba’ wird als Partner für höhere Blühstauden empfohlen und braucht volle Sonne auf durchlässigem, kalkhaltigem Boden. Kriechendes Schleierkraut bildet dagegen kissenartige Polster für überhängende Pflanzungen an Kanten.
In Staudenmischpflanzungen kannst du einzelne Arten bewusst gruppieren und höhere Arten in Bändern anordnen. Struktur reicht dabei bis in den Winter. Die Samenstände des Purpur-Sonnenhuts ‘Roter Leuchtstern’ bleiben als Winterschmuck und Vogelnahrung stehen. Das Reitgras ‘Karl Foerster’ wirkt durch seine aufrechte Gestalt bis in Herbst und Winter.
Bei einseitig betrachteten Beeten stehen höhere LeitstaudenLeitstauden sind die prägenden Stauden eines Beets: langlebige Arten mit mächtigem, auffälligem Wuchs und üppiger Blüte. Sie bilden das Gerüst der Pflanzung, auf das die Begleitstauden abgestimmt werden. hinten und niedrige BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. vorn. Wie du Witwenblumen im Staudenbeet nach Höhe und Blütenfolge anordnest, zeigt der Ratgeber dazu. Für eine geschlossene Fläche zu ihren Füßen lohnt der Blick darauf, welche Bodendecker zu Witwenblumen passen.
Welche Gräser passen zu Witwenblumen?
Gräser setzen mit ihren Halmen einen klaren Gegensatz zu den rundlichen Blüten der Witwenblume. Auch hier entscheidet der Standort, denn Gräser derselben Gattung wollen teils sehr verschiedene Böden.
| Gras | Standort | Wirkung neben der Witwenblume |
|---|---|---|
| Rutenhirse (Panicum virgatum), etwa ‘Rehbraun’ | auf lehmigem Boden sehr trockenheitsverträglich | Partner von Knautia macedonica in der Mischung ‘Farbenspiel’ |
| Reitgras (Calamagrostis x acutiflora) | die Sorte ‘Overdam’ steht in Kombinationen für mäßig trockene Plätze | ‘Karl Foerster’ etwa 100 cm Laub und 180 cm Blüte, blüht ab Mitte Juni, aufrecht bis in den Winter |
| Pracht-Federgras (Stipa pulcherrima) | sonnig, trocken, kalkhaltig | Partner für trockene Plätze mit der Wiesen-Witwenblume |
| Orientalisches Lampenputzergras (Pennisetum orientale) | trocken, gut drainiert, sandig-humos | für magere, sonnige Kombinationen |
| Lampenputzergras (Pennisetum alopecuroides) | frische Standorte | nur zu Witwenblumen auf frischem Boden |
| Blauschwingel (Festuca cinerea) | warm, eher trocken, durchlässig, empfindlich gegen zu viel Bodenfeuchte | blaue Laubpolster etwa 10 bis 15 cm, BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. 20 bis 30 cm |
| Zittergras (Briza media) | sonnig, mager, mäßig trocken | etwa 20 bis 60 cm hoch |
| Rasen-Schmiele (Deschampsia cespitosa) | sonnig bis halbschattig, nährstoffreich, frisch bis feucht | Horste etwa 30 bis 50 cm, Blütenstände ungefähr 1 m |
Beim Lampenputzergras lohnt deshalb der Blick auf die Art. Pennisetum orientale wird trockenen Standorten zugeordnet, Pennisetum alopecuroides frischen. Für die Wiesen-Witwenblume auf trockenem, sonnigem Boden ist also das Orientalische Lampenputzergras der passende Partner.
Wer es höher mag, nimmt das Riesen-Federgras. Es bildet bis zu 2 m hohe Blütenhalme, blüht im Juli und August und wirkt bis in den Winter.
Gräser setze ich im zeitigen Frühjahr, sobald sich der Boden erwärmt hat, denn Herbstpflanzungen können bei Ziergräsern der Freifläche schlechter anwachsen. Nektar liefern sie nicht: Süßgräser wie Rasen-Schmiele, Zittergras oder Rutenhirse sind Windbestäuber. Die Nahrung für Insekten kommt in der Kombination also von den Blütenstauden.
Nicht jedes Lampenputzergras gehört ins Beet. Das Afrikanische Lampenputzergras Pennisetum setaceum kann Dominanzbestände bilden und andere Vegetation verdrängen. Für Witwenblumen-Kombinationen greifst du deshalb zu anderen Arten.
Welche Stauden sind gute Partner?
Stauden teilen sich das Beet über Jahre mit der Witwenblume. Deshalb zählt bei ihnen der Abgleich von Licht, Boden und Feuchte am meisten.
| Staude | Standort | Höhe und Blüte | Rolle in der Kombination |
|---|---|---|---|
| Zierkatzenminze (Nepeta racemosa ‘Superba’) | Partner in Mischungen für sonnige Plätze und in Kiesgärten | etwa 25 bis 30 cm | niedriger Vordergrund |
| Koreanische Minze (Agastache rugosa) | sonnig, im Staudenbeet trockenheitsrobust | 80 bis 100 cm, violett, Juni bis Oktober | Ähren, Ton in Ton zu Rot |
| Steppensalbei ‘Blauhügel’ | trockene bis frische Freiflächen | buschig, etwa 40 cm | Beetmitte |
| Storchschnabel (Geranium cinereum ‘Giuseppii’) | trocken bis frisch, Sonne bis Halbschatten | 15 bis 20 cm, Juni bis August | Vordergrund |
| Gemeine Schafgarbe, etwa ‘Credo’ | sonnige Beete mit normaler Gartenerde | ‘Credo’ buschig, hellgelb | Gelbkontrast |
| Purpur-Sonnenhut (Echinacea purpurea) | sonnig, frische und nährstoffreiche Böden | 40 bis 100 cm | Samenstände für den Winter |
| Kokardenblume (Gaillardia) | vollsonnig, guter Wasserabzug, nach dem Einwachsen trockenverträglich | Blüte typisch Juni bis September | warme Kontrastfarben |
| Tanacetum coccineum ‘Robinson Mischung’ | trockenheitstolerant | 80 bis 100 cm, Rosa und Rot, Juni bis August | Ton in Ton zu Rot |
| Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) | sonnig, relativ trocken, schwach basisch | Stängel 20 bis 80 cm, Juli bis Oktober | Partner auf magerem Boden |
Die Koreanische Minze gilt im Staudenbeet als trockenheitsrobust, zeigte im innerstädtischen Straßenbegleitgrün aber eine unzureichende Trockentoleranz. Im Garten ist sie damit ein Partner für sonnige Beete, nicht für extreme Standorte.
Der Gartenname Sonnenhut steht für zwei Gattungen, Echinacea und Rudbeckia. Echinacea purpurea mag sonnige Plätze mit frischen, nährstoffreichen Böden. Der Gewöhnliche Sonnenhut der Gattung Rudbeckia kann auch im Halbschatten stehen. Achte beim Kauf deshalb auf die Gattung.
Vorsicht bei starken Nachbarn. Frauenmantel Alchemilla mollis ist konkurrenzstark und gehört nicht neben sehr schwachwüchsige Pflanzen. Die Glockenblume Campanula poscharskyana kann sich stark ausbreiten. Solche Partner setze ich mit Abstand zur Witwenblume oder lasse sie ganz weg.
Welche Sommerblumen füllen die Lücken?
Eine neue Staudenpflanzung braucht Zeit, bis sie geschlossen ist. Bis dahin füllen einjährige Sommerblumen die Lücken und bringen schon im ersten Jahr Farbe. Greif dabei zu ungefüllten Formen, denn vollständig gefüllte Blüten können ihr Pollenangebot verlieren. Die dicht gefüllte Sommeraster ‘Pompon Mischung’ ist zum Beispiel als nicht nützlingsfreundlich ausgewiesen.
| Sommerblume | Höhe | Blüte und Hinweis |
|---|---|---|
| Schmuckkörbchen, Cosmea (Cosmos bipinnatus) | 30 bis 150 cm | Juni bis Oktober, sonnig bis halbschattig, zurückhaltend düngen |
| Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ (Coreopsis tinctoria) | 60 bis 80 cm | Juni bis September, Schnittblume |
| Skabiose ‘Mammuth Mischung’ (Scabiosa atropurpurea) | 60 bis 80 cm | einjährig, nicht winterhart |
| ‘Federbusch Mischung’ (Celosia argentea var. plumosa) | 50 bis 60 cm | Juli bis Oktober, sonnig, nicht vor Mitte Mai auspflanzen |
| Großblütiger Lein (Linum grandiflorum) | 40 bis 60 cm | sonnig, die rotblühende Rubrum-Form auf magerem Boden nicht düngen |
Zinnien werden für eher trockene Standorte empfohlen und passen damit zu den sonnigen Witwenblumen. Als Schnittblumen eignen sich Knautia macedonica, das Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ und Cosmea, sodass du aus der Kombination auch Sträuße schneiden kannst.
Einige Partner säst du direkt in die Lücken zwischen den Witwenblumen. Das Färber-Mädchenauge ‘Bicolor’ geht von April bis Juni direkt ins Beet, die Skabiose ‘Mammuth Mischung’ ebenfalls. Für eine Cosmea-Mischung ist die Aussaat im April oder Mai angegeben, sie blüht dann von Juli bis September.
Kombinationen für jeden Gartenbereich
Die folgenden Kombinationen sind nach Standort sortiert. Such dir zuerst den Bereich, der zu deinem Beet passt, und dann die Partner.
Sonnig und durchlässig: ‘Farbenspiel’ als Vorlage
Knautia macedonica passt in Staudenmischungen für sonnige, trockene Plätze. Ein gutes Vorbild ist die Veitshöchheimer Mischung ‘Farbenspiel’. Sie kombiniert die Witwenblume mit Rutenhirse ‘Rehbraun’, Katzenminze Nepeta racemosa ‘Superba’ und Anaphalis triplinervis ‘Sommerschnee’. Dazu kommen Rasselblumen, Dost ‘Herrenhausen’, Salbei ‘Purple Rain’ und Frühlingszwiebeln. Ausgelegt ist die Mischung für sonnige, durchlässige Standorte, die nicht dauerhaft trocken sind.
Die Frühlingszwiebeln haben eine eigene Aufgabe. Sie überbrücken in Staudenmischpflanzungen die Zeit zwischen Winterrückschnitt und neuem Austrieb der Stauden.
Für standortgerecht zusammengestellte Staudenmischpflanzungen gilt eine Orientierung von 7 bis 10 Pflanzen/m². Die konkrete Dichte hängt vom Standort und von der gewünschten Wirkung ab. In ‘Farbenspiel’ sind vier Knautia macedonica je 10 m² Gesamtpflanzfläche vorgesehen. Die Witwenblume ist dort also eine Streupflanze zwischen vielen Partnern und nicht der Grundstock der Pflanzung.
Bevor ich so eine Mischung pflanze, skizziere ich die Fläche im Beetplaner und verteile die Witwenblumen einzeln zwischen die Gruppen. Auf frischerem Boden kannst du den Purpur-Sonnenhut ergänzen, der sonnige Plätze mit frischen, nährstoffreichen Böden mag.
Mager und trocken
Auf mageren, trockenen Plätzen sind die Wiesen-Witwenblume und ‘Red Knight’ richtig. Als Partner bietet sich die Tauben-Skabiose an. Sie bevorzugt sonnige Standorte mit relativ trockenem, schwach basischem Boden, und ihre tiefe PfahlwurzelEine Pfahlwurzel ist eine einzelne Hauptwurzel, die senkrecht nach unten in den Boden wächst; von ihr gehen Seitenwurzeln ab. Pflanzen mit Pfahlwurzel heißen Tiefwurzler, zum Beispiel Löwenzahn und Eiche. unterstützt ihre Trockenheitsverträglichkeit. Empfohlen wird sie zusammen mit Federgras, Echtem Lavendel, Steppen-Salbei und Katzenminze. Diese Gruppe nehme ich als Gerüst und setze die Witwenblumen dazwischen. Auch trockenheitsverträgliche Stauden brauchen in der Anwachsphase bei anhaltender Trockenheit wiederholt durchdringende Wassergaben. Wie du einen ganzen Steingarten oder trockenen Standort mit Witwenblumen gestaltest, zeigt der Ratgeber dazu.
Wiese und naturnaher Saum
Wild wächst die Wiesen-Witwenblume auf frischen bis mäßig trockenen Wiesen und Halbtrockenrasen. An sonnigen, nährstoffreicheren Standorten lässt sie sich mit Wiesen-Salbei kombinieren. Für naturnahe Blühmischungen sind Wildpflanzen aus regionaler Herkunft empfohlen, weil sie an die örtlichen Bedingungen angepasst sind.
Halbschatten
Für halbschattige Beete wechselst du die Art. Die Wald-Witwenblume gilt ökologisch als Halbschattenpflanze und zeigt frische bis feuchte Böden an. Für schattige, nährstoffreiche Standorte wird Knautia maxima zusammen mit Klebrigem Salbei empfohlen.
Die Partner folgen derselben Logik. Die Rasen-Schmiele wächst sonnig bis halbschattig auf nährstoffreichen, frischen bis feuchten Böden. Die wintergrüne Schnee-Hainsimse eignet sich für halbschattige bis schattige Plätze mit humosem, durchlässigem, leicht feuchtem Boden. Die weißrandige Japan-Segge braucht einen frischen, humosen Platz im Halbschatten oder Schatten. Die Glockenblume Campanula latifolia var. macrantha bevorzugt frische bis feuchte Standorte im Halb- bis Vollschatten. Sie lässt sich mit Astilben, Schattengräsern, Farnen und Funkien kombinieren. Fürs Frühjahr ergänzt das Wald-Vergissmeinnicht die Pflanzung, eine Halbschatten- bis Halblichtpflanze für frische Böden.
Witwenblumen pauschal in den Halbschatten unter Funkien und Astilben setzen. Knautia macedonica und die Wiesen-Witwenblume sind für sonnige Plätze angegeben. Für den Halbschatten nimmst du die Wald-Witwenblume.
Topf und kleiner Garten
Auch auf kleiner Fläche haben Witwenblumen Platz. Die Sorte ‘Midget Mauves’ eignet sich als blühende Topfpflanze und erreicht mit Blüten etwa 40 cm. Für dauerhaft bepflanzte Kübel sind schwach und niedrig wachsende Partner mit kompaktem Wurzelwerk besonders geeignet. Ein roter Begleiter im Kübel ist die Kokardenblume ‘Arizona Red Shades’, eine Auswahl für Beete, Rabatten und Kübel. Achte darauf, dass das Gefäß freie Abzugslöcher hat, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Und der Gartenstil?
Ob Kiesgarten, Präriebeet oder Bauerngarten: Die Partner wählst du überall nach denselben Regeln von Standort, Farbe und Form. Welche Rolle Witwenblumen im Bauerngarten spielen und wie sie heute neu kombiniert werden, zeigt der Beitrag über Witwenblumen zwischen Bauerngarten-Tradition und moderner Pflanzung.
Pflege, Boden und Vermehrung in Kürze
Neu angelegte Staudenmischpflanzungen brauchen bis zum Bestandsschluss Unkrautkontrolle und Wasser nach Bedarf. Bei ‘Red Knight’ kann ein leichter RückschnittBeim Rückschnitt kürzt du Triebe oder Stängel einer Pflanze ein, bei Stauden oft bis knapp über den Boden. Je nach Zeitpunkt räumt er alte Stängel ab, regt eine Nachblüte an oder bremst das Aussamen. nach der ersten Blüte einen zweiten Blütenflor fördern, im Herbst wird sie zurückgeschnitten. Im Überblick siehst du, welche Pflegearbeiten bei Witwenblumen über das Jahr anfallen.
Boden, pH-Wert und Düngung richtest du nach den allgemeinen Stauden-Grundlagen aus, die der Stauden-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden erklärt. Gegen Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. helfen vorbeugend ausreichende Pflanzabstände, gute Belichtung und eine ausgewogene Nährstoffversorgung. Mehr dazu findest du dort in den Abschnitten Düngen sowie Krankheiten und Schädlinge.
Die Sorte ‘Red Knight’ ziehst du von März bis Mai vor, bei einer KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. von 18 bis 22 °C. Die Sämlinge pflanzt du ab dem Sommer ins Beet. Aussaat und Vermehrung beschreibt der Ratgeber zu Arten und Pflege ausführlich, die Termine stehen im Aussaatkalender für Stauden zum Ausdrucken.
Was haben Insekten davon?
Die Knautien-Sandbiene sammelt den Pollen für ihre Nachkommen an Witwenblumen und an der Tauben-Skabiose, für ihre Nester braucht sie offenen Boden. Kombinierst du beide Pflanzen und lässt eine Bodenstelle unbewachsen, bietest du ihr Pollen und Nistplatz nebeneinander an. Was Witwenblumen sonst für Wildbienen, Vögel und Biodiversität leisten, zeigt der Ratgeber, welche Witwenblumen im naturnahen Garten Insekten helfen.




