Die schönsten Wildblumen für deinen Garten: Arten und Kombinationen fürs Beet
- Wähle Wildblumen nach ihrer Rolle im Beet: Gerüst, Begleiter, Füller und Rand.
- Kornblume, Klatschmohn und Roter Lein bringen Farbe ins erste Standjahr.
- Margerite, Wegwarte und Rasselblume bleiben als ausdauernde Arten im Beet.
- Weiße Margeriten und blau blühender Salbei blühen gleichzeitig und bilden einen klaren Kontrast.
- Die Bezeichnung Wildblumen garantiert keine heimischen Arten, prüf deshalb die Artenliste.
- Klatschmohn, Roter Fingerhut und Frühlings-Adonisröschen sind giftig.
Du willst ein Beet, das nach Wildblumen aussieht und trotzdem geplant wirkt? Dann wähle die Arten nicht nur nach Farbe, sondern nach ihrer Rolle: Wer blüht im Frühjahr, wer gibt Höhe, wer füllt Lücken, wer hält bis in den Herbst durch. Ich plane jedes Wildblumenbeet genau so, Art für Art, und lege die Farben erst danach fest. Auf das Etikett verlässt du dich dabei besser nicht, denn die Bezeichnung Wildblumen auf einer Saatmischung belegt weder heimische Arten noch eine Eignung als dauerhafte Wiese.
Hier findest du meine Auswahl nach Rollen im Beet, jeweils mit Höhe, Blütezeit und Abständen. Dazu kommen Kombinationen, die du direkt übernehmen kannst.
Welche Wildblumen sind die schönsten fürs Beet?
| Art | Rolle im Beet | Was sie auszeichnet |
|---|---|---|
| Gänseblümchen (Bellis perennis) | Beetkante, Frühjahr | niedrig, blüht ab dem Frühjahr nach der Sommersaat |
| Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) | Halbschatten, Frühjahr | erhält sich durch Selbstaussaat |
| Hainblume (Nemophila menziesii) | Beetkante | himmelblaue Blüten mit weißer Mitte |
| Fingerhut | Halbschatten | Nektar für Hummeln, giftig |
| Klatschmohn (Papaver rhoeas) | Füller, Sommer | schnelle Farbe, reichlich Pollen |
| Kornblume (Centaurea cyanus) | Füller, Sommer | Nektar für Bienen und Hummeln |
| Kornrade (Agrostemma githago) | Akzent | purpurrosa Blüten mit feinen dunklen Adern |
| Großblütiger Lein (Linum grandiflorum) | Füller | rote Form gehört zur Farbe des ersten Standjahres |
| Margerite (Leucanthemum vulgare) | Begleiter | weiße Randzone, goldgelbe Mitte, mehrjährig |
| Wegwarte (Cichorium intybus) | Begleiter, Spätsommer | ausdauernd, auch für nährstoffarme Böden |
| Blaue Rasselblume (Catananche caerulea) | Füller, Schnittblume | Blütenstände als Winterstruktur |
| Schmuckkörbchen (Cosmos bipinnatus) | Höhe, Schnittblume | einjährig, blüht bis in den Oktober |
| Sommermalve (Malope trifida) | Höhe | große Trichterblüten in Rosa, Weiß und Violett |
| Wilde Karde (Dipsacus fullonum) | Gerüst, Winterbild | Trockenblume, Blüten für viele Insekten |
| Sonnenblume (Helianthus annuus) | Gerüst | ausgereifte Samen für Vögel |
| Nachtviole (Hesperis matronalis) | Abendbeet | kräftiger Veilchenduft gegen Abend |
| Nachtkerze (Oenothera biennis) | Abendbeet | gelbe Blüten öffnen sich am Abend |
| Kranz-Lichtnelke (Silene coronaria) | trockene Ecke | verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen |
| Gewöhnliches Leinkraut (Linaria vulgaris) | trockene Ecke | heimisch, breitet sich über AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus |
| Frühlings-Adonisröschen (Adonis vernalis) | trockene Ecke | Frühjahrsblüte, giftig |
Einjährig oder ausdauernd: Was passt zu deinem Beet?
Einjährige Sommerblumenflächen säst du jedes Jahr neu ein, dafür blühen einzelne Arten bis zum ersten Frost. Ausdauernde Stauden treiben dagegen im Frühjahr aus ihren überwinternden Organen wieder aus. Dafür brauchen sie Anlauf: Eine mehrjährige Kräuterwiese kann bis zu 3 Jahre brauchen, bis sie sich entwickelt hat. In mehrjährigen Wildpflanzenmischungen blühen manche Arten erst im zweiten Lebensjahr.
Kornblume und Klatschmohn werden dauerhaften Mischungen deshalb für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt. Wer im ersten Sommer nicht auf Farbe verzichten will, sät also Ackerblumen zwischen die jungen Stauden. Umgekehrt gilt: Blühmischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich nicht als dauerhafte Blumenwiese.
Für einjährige Garten-Blühmischungen werden etwa 5 bis 8 Minuten Pflegezeit je m² und Jahr angegeben, für mehrjährige etwa 1 bis 2 Minuten. Rechne beide Werte vor der Entscheidung auf deine Beetfläche hoch.
Wildblumen nach ihrer Rolle im Beet
Frühjahr, Beetkante und Halbschatten
| Art | Höhe | Blüte | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Gänseblümchen | 5–20 cm | ab dem Frühjahr nach Sommersaat | März bis Juli, 0–0,5 cm tief | 15–20 cm | 15–20 cm |
| Wald-Vergissmeinnicht | ohne Angabe | April bis Mai | Mitte Juni bis Mitte Juli im Anzuchtbeet | 15–20 cm, in größeren Gruppen | ohne Angabe |
| Hainblume | 10–20 cm | ohne Angabe | April bis Juni oder September, 0,5–1 cm tief | 10 cm | 10–20 cm |
| Fingerhut, Mischung Excelsior | ohne Angabe | ohne Angabe | Samen nur andrücken | etwa 40 cm | ohne Angabe |
Gänseblümchen gehört mit seiner geringen Höhe an die Beetkante und steht sonnig bis halbschattig. Für die zweijährig geführte Kultur säst du Ende Juli bis Anfang August. Dann bildet die Pflanze zuerst eine Rosette und blüht ab dem folgenden Frühjahr. Gesät wird direkt ins Beet oder zur Anzucht in Kisten und Balkonkästen. Auf humosem Boden ist Düngung nicht unbedingt nötig.
Wald-Vergissmeinnicht wächst als Wildart an frischen, nährstoffreichen Waldsäumen und Gehölzrändern und blüht von April bis Mai. Im Beet braucht es humosen, durchlässigen Boden ohne Staunässe. Du säst es von Mitte Juni bis Mitte Juli ins Anzuchtbeet. Berühren sich die Jungpflanzen, pikierst du sie auf etwa 5 cm Abstand. Ins Beet kommen sie später in größeren Gruppen, danach erhält sich das Vergissmeinnicht durch Selbstaussaat. Halte dich mit Stickstoff zurück, denn nach einer Überdüngung steigt die Gefahr von Winterschäden durch zu dichten, großen Wuchs.
Hainblume: Die Liebeshainblume ‘Blaue Nemophila’ trägt himmelblaue Blüten mit weißer Mitte. Die niedrige Art steht sonnig bis halbschattig und passt gut an Beetränder. In Schalen vorgezogene Pflanzen setzt du ab Mitte Mai aus, vorher arbeitest du Kompost in den Boden ein.
Fingerhut mag halbschattige Plätze mit humusreichem, lockerem Boden. Hummeln holen sich an den Blüten Nektar. Die Samen der Mischung Excelsior drückst du nur an, statt sie mit Erde zu bedecken. Willst du weniger Nachwuchs, schneidest du die Samenstände zurück und begrenzt so die Selbstaussaat. Wer eine ausdauernde Art sucht, nimmt den Großblütigen Fingerhut, eine mehrjährige Art mit gelben Blüten. Lies vor dem Pflanzen den Giftigkeitshinweis weiter unten.
Sommerfarbe vom Acker: Klatschmohn, Kornblume, Kornrade, Lein
Diese Arten liefern die schnelle Farbe. Im Veitshöchheimer Farbenmix gehören Roter Lein, Kornblume, Klatschmohn und Ringelblume zum Blühaspekt des ersten Standjahres.
| Art | Höhe | Aussaat | Saattiefe | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Klatschmohn | 40–80 cm | April bis Juni | ohne Angabe | 10–30 cm | 10–20 cm |
| Kornblume | ohne Angabe | März bis Juni oder September, direkt | 0,5–1 cm | 15–30 cm | 15–30 cm |
| Kornrade | ohne Angabe | Frühjahr oder Herbst | 1 cm | 30 cm | ohne Angabe |
| Großblütiger Lein | 40–60 cm | April bis Juni | 0–0,5 cm | 20–25 cm | 20–25 cm |
Klatschmohn steht sonnig und kann einjährig oder überjährig wachsen. Klatschmohn der Mischung Roter Sommermohn lässt sich im Spätsommer säen, überwintert und blüht im folgenden Frühsommer. Bestäubenden Insekten liefert er reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Die reifen Samen streut der Wind aus den Kapseln. Übrigens ist die Sorte Ladybird kein Klatschmohn, sondern gehört zum Marienkäfermohn Papaver commutatum.
Kornblume: Wilde Kornblumen säst du von März bis Juni oder im September direkt ins Beet. Je nach Aussaat und Sorte trägt die Kornblume ungefähr von Juni bis September zur Sommerblüte bei. Zusätzlich düngen musst du sie im Garten nicht. Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. finden an ihr Nektar.
Kornrade: Die purpurrosa Blüten der Kornrade tragen feine dunkle Adern und sind vor allem an Tagfalter angepasst. Im Herbst gekeimte Pflanzen überwintern als bodennahe RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz.. Zum Keimen braucht die Kornrade vegetationsfreie Stellen, und im Boden bleiben ihre Samen nur wenige Monate keimfähig. Willst du sie im Beet halten, schaffst du also regelmäßig offenen Boden und säst nach, bevor der Samenvorrat seine Keimkraft verliert. Am mageren, durchlässigen Standort wird sie nicht gedüngt, und zeitweilige Trockenheit verträgt sie. Auf offenen, bearbeiteten Flächen kannst du sie zusammen mit Kornblume, Kamille und Mohn säen.
Großblütiger Lein steht sonnig. Die rotblühende Rubrum-Form düngst du auf magerem, durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich.
Ringelblumen tragen wie Kornblumen je nach Aussaat und Sorte ungefähr von Juni bis September zur Sommerblüte bei. Schneidest du Verblühtes aus, fördert das bei ihnen weitere Blütenknospen.
Wo ich im Herbst Kornrade säe, stecke ich einen Stab in den Boden, damit ich die bodennahen Rosetten beim Jäten im Frühjahr wiederfinde.
Klatschmohn im dichten Staudenbeet jedes Jahr zurückerwarten. In mehrjährigen Brachen ohne regelmäßige Bodenbewirtschaftung verdrängen ihn konkurrenzstärkere Arten. Halte ihm offene Stellen frei oder säe im Spätsommer nach.
Stauden, die bleiben: Margerite, Wegwarte, Rasselblume
| Art | Höhe | Blüte | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Margerite | 60–80 cm | Mai bis Oktober | März bis Juli, höchstens etwa 0,5 cm tief | 20–30 cm | 20–30 cm |
| Wegwarte | 20–80 cm | Juli bis Oktober | Juni bis Juli | 30 cm (Wildform) | ohne Angabe |
| Blaue Rasselblume | ohne Angabe | ohne Angabe | Mai bis Juni, 0–0,5 cm tief | 30 cm | 40 cm |
Margerite: Das Blütenkörbchen der Wiesenmargerite hat eine weiße Randzone und eine goldgelbe Mitte aus zahlreichen RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern.. Die Margerite ist mehrjährig, winterhart und steht sonnig bis halbschattig. Empfohlen ist mäßig nährstoffreicher, feuchter, gut drainierter Boden. Gesät wird oberflächennah, denn die Margerite keimt im Licht. Rechne mit der ersten Blüte im Jahr nach der Aussaat, und stütze hohe Triebe bei Bedarf. Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer und Schwebfliegen finden an ihr Nahrung. Mit Dünger hältst du dich zurück, denn der BUND weist für die Wiesenpflege darauf hin, dass Düngung Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen kann.
Setz weiße Margeriten neben blau blühenden Salbei. Beide blühen gleichzeitig und bilden einen klaren Kontrast aus Weiß und Blau.
Wegwarte: Die wilde Wegwarte ist ausdauernd, winterhart und kommt auch mit nährstoffarmen, durchlässigen Böden zurecht. Jedes Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag. Die Wegwarte will volle Sonne und verträgt es auf Dauer schlecht, von Gräsern oder Gebüschen überwachsen zu werden. Plane ihr deshalb einen Platz, an dem keine Gräser oder Sträucher über sie hinauswachsen. Die Samen der Wildform bedeckst du etwa 1,5 bis 2 cm hoch mit Erde. Ich lasse die Samenstände stehen, weil Stieglitze zur Samenreife daran fressen.
Blaue Rasselblume: Die Rasselblume ist eine insektenfreundliche Staude, und die Sorte Amor Blue eignet sich als frische und als getrocknete Schnittblume. Bei dieser Sorte pikierst du jeweils 3 bis 5 Sämlinge gemeinsam und verpflanzt sie ab dem Frühsommer. Zusätzliche Düngung braucht die Rasselblume im Garten nicht. Die verbliebenen Blütenstände bilden im Winter filigrane Strukturen im Beet.
Wiesenstauden mit Wirkung im Beet
Einige klassische Wiesenarten wirken auch im Beet, wenn du sie in Gruppen setzt.
| Art | Höhe | Blüte |
|---|---|---|
| Wiesen-Salbei | 20–60 cm | Mai bis Juli |
| Rundblättrige Glockenblume | 15–50 cm | Juni bis Oktober |
| Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) | 30–80 cm | Juli und August |
| Tauben-Skabiose | ohne Angabe | Juli bis November |
Wiesen-Salbei wächst von Natur aus auf Magerrasen und Magerwiesen. Glockenblumen gehören in jedes Beet mit Wildblumen, weil einzelne Scherenbienenarten ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen sammeln. Die Acker-Witwenblume ist mehrjährig und wird 1 cm tief gesät. Weil sie unregelmäßig über mehrere Wochen keimt, beobachtest du die Aussaat länger. Die heimische Tauben-Skabiose wächst in kalkreichen Trocken- und HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. sowie in mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Im Veitshöchheimer Blaulicht steht sie mit Wiesen-Salbei und Wiesen-Margerite zusammen. Wie du solche Arten nach Blühzeit, Höhe und Konkurrenzkraft für eine Wiese zusammenstellst, liest du unter welche heimischen Arten sich für eine artenreiche Wiese eignen.
Hohe Gestalten: Schmuckkörbchen, Sommermalve, Karde, Sonnenblume
| Art | Höhe | Blüte | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Schmuckkörbchen | 30–150 cm | Juni bis Oktober | April bis Juni, Pflanzung im Mai | 25–50 cm | 25–50 cm |
| Sommermalve | 60–100 cm | ohne Angabe | April bis Juni, 0,5–2 cm tief | 20–30 cm | 25–40 cm |
| Wilde Karde | ohne Angabe | ohne Angabe | April bis Mai, 0–0,5 cm tief | ohne Angabe | ohne Angabe |
| Sonnenblume | ohne Angabe | ohne Angabe | April bis Mai, 0,5–4 cm tief | 20–50 cm | 20–50 cm |
Schmuckkörbchen: Das Schmuckkörbchen ist einjährig und nicht winterhart, ausgepflanzt wird im Mai. Wie hoch es wird, hängt von der Bodengüte ab. Dünge zurückhaltend, denn zu viel Dünger fördert Blätter auf Kosten der Blüten. Schneidest du Verblühtes aus, fördert das die Bildung weiterer Knospen. Es eignet sich als Schnittblume und für Kübel und Töpfe. Für die eigene Nachzucht sammelst du die Samen, sobald sie braun und vollständig ausgereift sind. Als Sommerblume passt Cosmea in einen bienenfreundlichen Garten.
Schmuckkörbchen heißt botanisch Cosmos bipinnatus. Die orange blühende Cosmea Cosmos sulphureus ist eine eigene Art und keine Sorte davon. Die Bunte Wucherblume Ismelia carinata, früher Chrysanthemum carinatum, ist eine ganz andere Pflanze.
Sommermalve: Die Trichter- oder Sommermalve Malope trifida gehört zu den Malvengewächsen und stammt unter anderem aus Spanien und Nordwestafrika. Die Mischung bildet große, trichterförmige Blüten in Rosa, Weiß und Violett. Als nützlingsfreundliche Beetblume bringt sie Höhe in die Mitte des Beets.
Wilde Karde: Die Wilde Karde säst du von April bis Mai ganz flach. Die Blüten bieten zahlreichen Insekten Nahrung, und geschnitten eignet sich die Karde als Trockenblume. Zusätzlich düngen musst du sie im Garten nicht. Ich lasse abgestorbene Kardenstängel am Beetrand stehen, denn manche Wildbienen können in Stängeln nisten, die länger als ein Jahr stehen bleiben.
Sonnenblume: Die Sonnenblume stellt andere Ansprüche als die meisten Arten hier. Gewünscht ist mäßig fruchtbarer, humusreicher, feuchter und gut durchlässiger Boden. Ich setze sie deshalb nicht in den mageren Teil, sondern an den Übergang zum Stauden- oder Gemüsebeet. Die Samen erntest du von August bis Oktober. Lässt du ausgereifte Fruchtstände stehen, unterstützt das den Stieglitz, der Sämereien nutzt.
Abendbeet: Nachtviole und Nachtkerze
| Art | Höhe | Aussaat | Saattiefe | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Nachtviole | 60–100 cm | April bis Juni oder September | 0–1 cm | 20–30 cm | 20–30 cm |
| Nachtkerze | ohne Angabe | März bis April | 0,5 cm | 25 cm | 30 cm |
Nachtviole: Nachtviolen verströmen vor allem gegen Abend einen kräftigen Veilchenduft. Die Pflanze steht sonnig bis halbschattig und erhält sich an passenden Standorten durch reichliche Selbstaussaat. Wildbienen holen sich Pollen, bestäubt wird die Nachtviole vor allem von Nachtfaltern. In Deutschland wird die Gewöhnliche Nachtviole als etablierter Neophyt geführt.
Nachtkerze: Die Gemeine Nachtkerze wächst ein- bis zweijährig und öffnet ihre gelben Blüten am Abend. Gewünscht sind sonnige Lagen ohne stauende Nässe, und der Pflanze wird eine hohe Trockenheitstoleranz bescheinigt. Nachtfalter finden an ihr Nektar. In den unteren Kapseln reifen schon Samen, während die Pflanze oben noch blüht.
In einer dokumentierten Nachtfaltermischung steht die Gemeine Nachtkerze unter anderem mit Gewöhnlicher Nachtviole und Weißer Lichtnelke. Die Pflanzen sollen dort nach der Blüte Fruchtstände ausbilden dürfen. Künstliches Licht hältst du am Abendbeet gering: schwach, warmweiß, nach unten gerichtet und mit Bewegungsmelder.
Trockene, sonnige Ecken: Kranz-Lichtnelke, Leinkraut, Adonisröschen
| Art | Höhe | Blüte | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand |
|---|---|---|---|---|---|
| Kranz-Lichtnelke | ohne Angabe | ohne Angabe | April bis Mai, Samen nicht bedecken | 30 cm | ohne Angabe |
| Gewöhnliches Leinkraut | ohne Angabe | etwa Mai oder Juni bis Oktober | Spätherbst bis Vorfrühling | 60 cm | ohne Angabe |
| Frühlings-Adonisröschen | bis 40 cm | April bis Juni | möglichst bald nach der Samenernte | 30 cm | ohne Angabe |
Kranz-Lichtnelke: Die Kronen-Lichtnelke, auch als Lychnis coronaria geführt, braucht gut durchlässigen Boden und verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen. Die Samen bedeckst du nicht mit Erde. Ob sie Kompost braucht, beurteilen die Anbieter unterschiedlich, deshalb starte ich ohne und beobachte den Wuchs.
Gewöhnliches Leinkraut ist in Deutschland heimisch und mag sonnige Plätze mit lockerem, steinig-sandigem, trockenem bis frischem und mäßig nährstoffreichem Boden. Die geschlossenen Blüten öffnen kräftige Hummeln und andere große Wildbienen. Weil sich das Leinkraut über Ausläufer ausbreitet, gibst du ihm Platz. Gesät wird im Freiland vom Spätherbst bis zum Vorfrühling, denn für die ungleichmäßige Keimung sind Temperaturen unter 5 °C günstig. Bei Trockenheit gießt du mäßig.
Frühlings-Adonisröschen ist eine Staude und blüht von April bis Juni. Gewünscht ist gut durchlässiger, alkalischer, sandig-kiesiger bis lehmiger Boden. Beschattung verträgt die Pflanze schlecht: Wächst Gehölz heran, kann sie erst die Blüte einstellen und später verschwinden. Säen solltest du möglichst bald nach der Samenernte, auch wenn die Keimung erst nach dem Winter einsetzen kann.
Hitzetoleranz und Trockenheitstoleranz sind übrigens verschiedene Eigenschaften und treten nicht zwangsläufig gemeinsam auf. Lies dazu, wie du deinen Wildblumengarten auf Hitze und Trockenheit einstellst.
Einige dieser Schönheiten sind giftig. Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft; die Mohnsamen für Brötchen und Kuchen stammen vom Schlafmohn. Blätter, Blüten und Samen des Roten Fingerhuts sind wegen herzwirksamer Glykoside giftig. Hat ein Kind Teile davon verschluckt, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum und lässt das Kind ärztlich untersuchen. Das Kraut des Frühlings-Adonisröschens ist giftig und enthält herzwirksame Steroidglykoside. Natternkopf zählt wie Jakobskreuzkraut und Gemeines Greiskraut zu den heimischen Wildpflanzen, die Pyrrolizidinalkaloide bilden, und bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen. Auch die zweijährigeZweijährige sind Pflanzen, die im Jahr der Aussaat nur wachsen, oft zu einer Blattrosette, und erst im nächsten Jahr blühen. Dazu gehören etwa Stiefmütterchen, Goldlack, Bartnelken und Fingerhut. Gewöhnliche Hundszunge mit trübpurpurnen Blüten enthält Pyrrolizidinalkaloide und gilt als stark giftig. Blüten verwendest du für Speisen nur, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Als Zierpflanzen verkaufte Blumen nimmst du wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlungen nicht als essbare Blüten.
Wie gestaltest du ein Beet mit Wildblumen?
Höhen staffeln: Gerüst, Begleiter, Füller, Rand
Erprobte Staudenmischpflanzungen kombinieren Gerüststauden, Begleiter, BodendeckerBodendecker sind niedrige, flächig wachsende Pflanzen, die in größeren Gruppen gepflanzt eine dichte Pflanzendecke bilden. Sie bedecken den Boden und lassen unerwünschten Wildkräutern wenig Platz. und Füllstauden zu einem abgestuften Höhenaufbau. Dieses Prinzip übertrage ich aufs Wildblumenbeet: in die Mitte oder nach hinten die hohen Gestalten, davor die Begleiter, dazwischen die Füller und nach vorn die niedrigen Arten.
| Rolle | Aufgabe im Beet | Passende Wildblumen |
|---|---|---|
| Gerüst | gibt Höhe und ein Winterbild | Wilde Karde, Sonnenblume, Sommermalve, Nachtviole |
| Begleiter | trägt die Hauptblüte | Margerite, Wegwarte, Wiesen-Salbei, Acker-Witwenblume |
| Füller | schließt Lücken, auch im ersten Jahr | Kornblume, Klatschmohn, Großblütiger Lein, Rasselblume |
| Rand | hält die Beetkante | Gänseblümchen, Hainblume, Rundblättrige Glockenblume |
Für die beschriebenen Staudenmischpflanzungen sind meist 7 bis 9 Stauden je m² vorgesehen, Standort und Pflanzthema können Abweichungen erfordern. Wie dicht du setzt, richtet sich nach dem Platzbedarf der ausgewachsenen Arten und ihrer Ausbreitungskraft. Ein Leinkraut mit Ausläufern braucht deshalb mehr Raum als eine Margerite. Bevor ich säe oder pflanze, verteile ich die Gruppen mit dem Beetplaner auf meine Beetfläche.
Die Pflanzliste des Veitshöchheimer Blütentraums sieht 8 Rasselblumen als Füllpflanzen auf einer Gesamtfläche von 10 m² vor. Partner sind Steppen-Salbei ‘Ostfriesland’ und Silber-Raugras ‘Algäu’, gedacht ist die Mischung für offene, sonnige Standorte, die nicht dauerhaft trocken und nicht extrem nährstoffarm sind.
Farbpaare und erprobte Kombinationen
Vorbilder findest du in den Pflanzungen der LWG Veitshöchheim und in dokumentierten Ansaaten.
| Kombination | Partner | Wofür sie passt |
|---|---|---|
| Margerite und Salbei | weiße Wiesen-Margerite, blau blühender Salbei | gleichzeitige Blüte, Kontrast aus Weiß und Blau |
| Veitshöchheimer Farbenmix | Roter Lein, Kornblume, Klatschmohn, Ringelblume | Blühaspekt im ersten Standjahr |
| Veitshöchheimer Blaulicht | Tauben-Skabiose, Wiesen-Salbei, Wiesen-Margerite | mehrjährige Arten |
| Veitshöchheimer Blütentraum | Rasselblume, Steppen-Salbei ‘Ostfriesland’, Silber-Raugras ‘Algäu’ | offene, sonnige Standorte |
| Veitshöchheimer Sommertöne | Schmuckkörbchen, Schleierkraut, Kornblume, Ringelblume, Schleifenblume, roter Lein, Sonnenflügel, Mandelröschen, Duft-Tagetes | einjährige Sommerfläche |
| Veitshöchheimer Duftwolke | Gartenresede, Garten-Levkoje, Gewürz-Tagetes | Duft im Sommerbeet |
| Nachtfaltermischung | Gemeine Nachtkerze, Gewöhnliche Nachtviole, Weiße Lichtnelke | Abendblüte und Duft |
| Ackerblumen | Kornrade, Kornblume, Kamille, Mohn | offene, bearbeitete Flächen |
Die Veitshöchheimer Sommerblumenmischungen Sommertöne, Gelbtöne und Pastelltöne bleiben unter 1 m Wuchshöhe. Gewählt wurden sie so, damit sie Sichtachsen im Straßenraum weniger stören. Für ein Beet am Sitzplatz ist das eine brauchbare Orientierung. Die Gartenresede aus der Duftwolke wird übrigens von der Reseden-Maskenbiene besucht.
Blühfolge vom Frühjahr bis in den Herbst
Insektenfreundliche Pflanzungen bieten ungefüllte Blüten und ein zeitlich gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Ich trage deshalb für jede Art die Blühmonate in eine Liste ein und schließe Lücken gezielt.
| Jahreszeit | Art | Blütezeit |
|---|---|---|
| Frühjahr | Wald-Vergissmeinnicht | April bis Mai |
| Frühjahr | Frühlings-Adonisröschen | April bis Juni |
| Frühsommer | Wiesen-Salbei | Mai bis Juli |
| Frühsommer bis Herbst | Margerite | Mai bis Oktober |
| Frühsommer bis Herbst | Gewöhnliches Leinkraut | etwa Mai oder Juni bis Oktober |
| Sommer | Kornblume, Ringelblume | ungefähr Juni bis September |
| Sommer bis Herbst | Rundblättrige Glockenblume, Schmuckkörbchen | Juni bis Oktober |
| Hochsommer | Acker-Witwenblume | Juli und August |
| Spätsommer bis Herbst | Wegwarte | Juli bis Oktober |
| Spätsommer bis Spätherbst | Tauben-Skabiose | Juli bis November |
Vor und nach den Wildblumen helfen Ergänzungen. Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Lungenkraut erweitern das Angebot im Frühjahr. Ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide und Efeu übernehmen im Spätsommer und Herbst. Heimische Stauden darfst du dafür mit früh oder spät blühenden Arten anderer Herkunft ergänzen. Frühjahrsblühende Zwiebeln pflanzt du von September bis November.
Achte bei allen Ergänzungen auf ungefüllte Sorten. Bei gefüllten Blüten können pollenführende Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar.
Im Herbst säst du Kornrade, und ab dem Spätherbst kommt das Gewöhnliche Leinkraut in den Boden. Frühjahrsblühende Zwiebeln pflanzt du noch bis November. Die Samenstände von Wegwarte, Karde und Rasselblume lässt du stehen.
Winterbild einplanen
Ein Wildblumenbeet muss im Winter nicht leer aussehen. Die verbliebenen Blütenstände der Rasselblume bilden filigrane Strukturen, und abgestorbene Kardenstängel bleiben aufrecht stehen. Stehen gelassene Stängel können Insekten als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Zurückgeschnitten wird bei geeigneten Pflanzungen erst im Frühjahr, krankes Pflanzenmaterial entfernst du trotzdem.
Blumeninsel im Rasen und Wildblumen im Kübel
Blumeninseln lassen sich in bestehende Rasenflächen integrieren und durch regelmäßig gemähte Ränder einfassen. Brauchst du eine betretbare Fläche, ist ein Kräuterrasen von bis zu 20 cm Höhe eine blütenreiche Alternative zum kurzen Zierrasen. Im Kübel puffern größere Gefäße Wasser- und Temperaturschwankungen besser als kleine Töpfe, und sie brauchen funktionierende Abflusslöcher. Kombiniere in einem Gefäß nur Arten mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe und mit vergleichbarer Konkurrenzkraft. Das Substrat machst du je nach natürlichem Standort der Art mit Sand magerer oder mit Kompost nährstoffreicher. Für Kübel eignet sich zum Beispiel das Schmuckkörbchen, für Beete und Balkonkästen das blau blühende Chinesische Vergissmeinnicht Cynoglossum amabile.
Gräserfreie Mischungen: Worauf achtest du beim Kauf?
Statt einzelner Arten kannst du auch eine Mischung säen. Für blütenreiche Gartenflächen kommen standortgerechte mehrjährige Blühmischungen ohne zugesetzte Gräserarten infrage. Schau vor dem Kauf genau hin, denn die Bezeichnung Wildblumenmischung garantiert keine heimischen Wiesenarten.
Darauf achte ich beim Mischungskauf:
- Die Artenliste ist einsehbar.
- Heimische Arten und mehrjährige Nutzung sind ausdrücklich angegeben.
- Die Standortangaben passen zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen deines Beets.
- VWW-Regiosaaten oder RegioZert weisen die gebietseigene Herkunft nach.
- Das Ursprungsgebiet der Mischung passt zu deiner Region.
Für gebietseigenes Saat- und Pflanzgut krautiger Arten ist Deutschland in 22 Ursprungsgebiete eingeteilt. Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall. Wie du Mischungen mit Gehölzen, Rasen und Gefäßen kombinierst und welche Wildblumenmischung nach Typ und Standort zu deinem Garten passt, liest du im Mischungs-Ratgeber.
Standort, Aussaat und Pflege in Kürze
Standort und Boden: Die meisten der vorgestellten Arten stehen sonnig, für stark beschattete Flächen kommen eher schattenverträgliche Stauden oder passende Saummischungen infrage. Entscheidend ist, dass Art oder Mischung zu Licht, Bodenfeuchte und Nährstoffen passt. Wie du Standort und Boden für Wildblumen prüfst und vorbereitest, steht ausführlich im Wildblumen-Ratgeber, ebenso alles zu Aussaat und Pflege.
Aussaat: Feines Kräutersaatgut verteilst du auf der Bodenoberfläche und walzt es an. Für eine Blumenwiese werden davon meist 1 bis 3 g/m² verwendet, maßgeblich bleibt die Empfehlung der jeweiligen Mischung. Eine Blumenwiesenansaat hältst du danach etwa 6 Wochen gleichmäßig feucht.
Pflege: Mehrjährige Garten-Blühmischungen erhalten ab dem zweiten Standjahr je nach Mischung Ende Juni bis Anfang Juli einen Sommerrückschnitt. Bei ihrer Mahd wird eine Schnitthöhe von etwa 10 cm empfohlen.
Die ersten Wochen: Läuft in jungen Wildblumenansaaten rasch Beikraut auf, ist etwa 8 bis 10 Wochen nach der Aussaat ein erster SchröpfschnittEin Schröpfschnitt ist ein früher Schnitt im ersten Jahr nach dem Aussäen einer Blumenwiese. Er kürzt schnell wachsende Beikräuter zurück, damit die langsameren eingesäten Wildkräuter nicht überwuchert werden und genug Licht bekommen. vorgesehen. Auf wüchsigen Böden kann regelmäßiges Abräumen des Mähguts bei nicht zu spätem Schnitt innerhalb von 5 bis 10 Jahren eine Abmagerung bewirken, verlassen solltest du dich darauf aber nicht.
Nutzen für Insekten: Heimische Wiesenpflanzen dienen auch spezialisierten Insekten als Nahrung. Insekten von heimischen Wildpflanzen sind wiederum eine Nahrungsgrundlage für Vögel, Igel, Amphibien und Reptilien. Welche Arten für Bienen und Schmetterlinge die besten Nahrungsquellen sind und welche Mischungen bedrohten Insektenarten helfen, findest du in eigenen Ratgebern.






