Wildblumen für Bienen und Schmetterlinge: welche Art wen versorgt
- Klatschmohn liefert bestäubenden Insekten viel Pollen, aber keinen Nektar.
- Kornblumen bieten Honigbienen sowie Erd- und Steinhummeln Nektar.
- Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen.
- Die Blüten der Kornrade sind vor allem an Tagfalter angepasst.
- Nachtkerze und Taubenkropf-Leimkraut bieten Nachtfaltern Nektar.
- Raupen brauchen eigene Futterpflanzen, etwa die Wilde Möhre für den Schwalbenschwanz.
Wer Wildblumen für Insekten sät, versorgt damit nicht jeden Besucher gleich. Klatschmohn liefert viel Pollen, aber keinen Nektar, ein Falter auf Nektarsuche findet an ihm also nichts. Die Blüten der Kornrade sind dagegen vor allem an Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Ich schaue deshalb bei jeder Art zuerst, wer sie besucht und was sie anbietet: Nektar, Pollen oder beides.
Langlebige, artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als Blühflächen, die nur vorübergehend bestehen. Sie bieten neben Nahrung auch Raum für Fortpflanzung, Rückzug und Überwinterung. Die Grundlagen dazu stehen im Wildblumen-Ratgeber zu Standort, Aussaat, Mahd und Nutzen für Insekten.
Welche Wildblume versorgt wen?
Die Tabelle zeigt, wer die Arten aus diesem Ratgeber besucht und was sie anbieten. Die Porträts darunter gehen ins Detail.
| Art | Wer sie nutzt | Angebot und Besonderheit |
|---|---|---|
| Kornblume | Honigbienen, Erd- und Steinhummeln, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. | Nektar |
| Klatschmohn | bestäubende Insekten | viel Pollen, kein Nektar |
| Wegwarte | Schwebfliegen, Hummeln, Wildbienen | Pollen |
| Wiesen-Margerite | Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer, Schwebfliegen | Nahrung für verschiedene Wildbienen |
| Wiesen-Flockenblume | verschiedene Insekten | Nektar und Pollen von Juni bis Oktober |
| Glockenblumen | Scherenbienen, Glockenblumen-Sägehornbiene | Pollen für Spezialisten |
| Acker-Witwenblume, Tauben-Skabiose | auf Knautien und Skabiosen spezialisierte Wildbienen | Nahrung für Spezialisten |
| Gewöhnliches Leinkraut | kräftige Hummeln, große Wildbienen | geschlossene Blüten; Raupenfutter, unter anderem für den Roten Scheckenfalter |
| Wilde Karde | zahlreiche Insekten | Blütenangebot; Stängel für bestimmte Wildbienen |
| Phacelia | Bienen | Pollen und Nektar; nicht heimisch |
| Wald-Vergissmeinnicht | vorwiegend Bienen | Blüte im April und Mai |
| Fingerhut | unter anderem Hummeln | Nektar; giftig |
| Wiesen-Salbei | Hummeln, Bienen, Schmetterlinge | Nektar |
| Echter Dost | Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge | Blüte von Juli bis September |
| Kornrade | Tagfalter | Nektar |
| Gewöhnliche Nachtkerze | Nachtfalter, langrüsselige Schwärmer | Nektar, Blüten öffnen am Abend |
| Gewöhnliche Nachtviole | Nachtfalter, Wildbienen | Pollen für Wildbienen; Abendduft |
| Taubenkropf-Leimkraut | langrüsselige Nachtfalter | Nektar tief im Blütenkelch |
| Kuckucks-Lichtnelke | eher langrüsselige Insekten | Nektar; feuchtere Standorte |
Welche Wildblumen eignen sich für Bienen?
Für Wildbienen zählt die Vielfalt der Pflanzenfamilien. Eine Blühfläche für Wildbienen sollte KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen., Kreuzblütler, LippenblütlerLippenblütler sind eine Pflanzenfamilie, deren verwachsene Blütenblätter eine Ober- und eine Unterlippe bilden. Typisch sind ein vierkantiger Stängel und paarweise gegenüberstehende Blätter, die beim Zerreiben oft auffallend riechen; dazu gehören Küchenkräuter wie Salbei, Thymian und Majoran., Schmetterlingsblütler, Doldenblütler und Glockenblumengewächse enthalten. Dazu kommt die Blütenform: Ungefüllte Blüten erleichtern den Besuchern den Zugang zu Nektar und Pollen.
Polylektische Wildbienen sammeln Pollen an verschiedenen Pflanzengruppen. Spezialisierte Arten sind dagegen auf bestimmte Pflanzen angewiesen, etwa auf Glockenblumen, gelbe Korbblütler, gelbe Schmetterlingsblütler oder Knautien und Skabiosen. Für sie zählt, ob genau diese Pflanzen im Garten blühen.
Eine gefüllte Sorte kaufen, weil die Art als Bienenpflanze gilt. Bei gefüllten Blüten können die pollenführenden Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein. Vollständig gefüllte Blüten bieten keinen Pollen und nur wenig Nektar, greif deshalb zu ungefüllten Sorten.
Kornblume (Centaurea cyanus): Nektar für Hummeln und Honigbienen
Die Kornblume liefert Nektar für Honigbienen, Erd- und Steinhummeln sowie Schlupfwespen. Je nach Aussaat und Sorte trägt sie ungefähr von Juni bis September zur Sommerblüte bei. Als Kulturfolger hat sie sich mit dem Getreideanbau verbreitet und passt auf offene, bearbeitete Flächen. Einer dauerhaften Wildblumenmischung kann sie für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Ohne regelmäßige Bodenstörung werden viele Ackerwildblumen aber von ausdauernden Gräsern und Stauden verdrängt. In einer Dauerwiese bringt die Kornblume deshalb vor allem den ersten Blühsommer, für weitere Jahre braucht sie offene Stellen. Düngen musst du sie im Garten nicht.
Klatschmohn (Papaver rhoeas): viel Pollen, kein Nektar
Klatschmohn bietet bestäubenden Insekten viel Pollen, aber keinen Nektar. Er blüht von Mai bis September, wächst einjährig oder überjährig und ist ein Lichtkeimer. Im Boden bleiben seine Samen mehr als 10 Jahre keimfähig, die Keimung löst eine Bodenstörung aus. Wo Mohn einmal ausgesamt hat, kann er deshalb nach dem Hacken oder Umgraben wieder auflaufen. In länger bestehenden Brachen verdrängen ihn konkurrenzstärkere Pflanzen, er profitiert von offenen, immer wieder gestörten Bodenstellen. Reife Kapseln streuen ihre Samen bei trockenem Wetter durch Poren aus, sobald der Wind sie bewegt.
Wegwarte (Cichorium intybus): Pollen für Hummeln und Wildbienen
Wegwartenblüten werden von Schwebfliegen, Hummeln und Wildbienen besucht und liefern Pollen. Die Wegwarte blüht von Juli bis Oktober, jedes einzelne Blütenköpfchen öffnet sich aber nur an einem Tag. Ihre wilde Form ist eine ausdauernde, winterharte Staude. Sie kommt auch mit nährstoffarmen, durchlässigen Böden zurecht und besiedelt sogar Straßenränder und Bahnanlagen. Von Gräsern oder Gebüsch überwachsen zu werden, verträgt sie auf Dauer schlecht. Zur Samenreife fressen Stieglitze an ihren Samenständen. Lass auf Flächen mit Wegwarte Teilbereiche bis zum nächsten Frühjahr ungemäht, damit Pflanzen und überwinternde Insekten ihren Fortpflanzungszyklus abschließen können.
Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare): Futter für Masken- und Furchenbienen
Die Wiesen-Margerite bietet Nahrung für verschiedene Wildbienen, darunter Masken-, Furchen- und Schmalbienen, außerdem für Käfer und Schwebfliegen. Ihr Blütenkörbchen hat eine weiße Randzone und eine goldgelbe Mitte aus zahlreichen RöhrenblütenRöhrenblüten sind die röhrenförmigen Einzelblüten im Blütenstand der Korbblütler. Sie bilden ihn allein, etwa bei Disteln, oder zusammen mit den Zungenblüten am Rand, etwa bei Astern.. Wie andere Arten mehrjähriger Wildpflanzenmischungen kann sie erst im zweiten Lebensjahr blühen. In der Wiese kann Düngung Margeriten aus dem Bestand verdrängen, ihre Fläche bleibt deshalb ungedüngt. Blau blühender Salbei eignet sich als Kontrastpartner, der gleichzeitig mit ihr blüht. Wie du solche Paare gestalterisch im Beet einsetzt, zeigt ein eigener Ratgeber zu Wildblumen für den Garten.
Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea): Nektar und Pollen bis Oktober
Die Wiesen-Flockenblume bietet während ihrer Blüte von Juni bis Oktober Nektar und Pollen für verschiedene Insekten. Honigbienen brauchen auch nach der reichen Frühjahrsblüte Nahrung, besonders im Spätsommer. Mit ihrer langen Blütezeit deckt die Flockenblume genau diese späte Phase mit ab. Sie wächst auf gut drainiertem Boden, auch auf nährstoffarmem, verträgt aber keine Staunässe. Auf lehmigem Wiesenboden kommt sie zusammen mit Wiesen-Margerite, Roter Lichtnelke und Wiesen-Glockenblume infrage. Im Garten düngst du sie nur zurückhaltend.
Glockenblumen: Pollen für Scherenbienen und Sägehornbiene
Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen. Fehlen Glockenblumen im Blütenangebot, fehlt diesen Bienen die Nahrung. Auch die Glockenblumen-Sägehornbiene ist beim Pollensammeln auf Glockenblumen spezialisiert. Zu ihren Trachtpflanzen gehört die Rundblättrige Glockenblume. Diese blüht von Juni bis Oktober und wird je nach Standort 15 bis 50 cm hoch.
Acker-Witwenblume und Tauben-Skabiose: Futter für Spezialisten
Unter den Wildbienen gibt es Arten, die auf Knautien und Skabiosen angewiesen sind. Die Acker-Witwenblume (Knautia arvensis) ist mehrjährig und wird in der Kultur 30 bis 80 cm hoch. Sie passt an trockene, sonnige Standorte und blüht in der Saatgutkultur im Juli und August. Die heimische Tauben-Skabiose wächst in kalkreichen Trocken- und HalbtrockenrasenEin Halbtrockenrasen ist eine spezielle Form des Magerrasens auf ungedüngten Standorten. Er bleibt nur durch Mahd oder Beweidung offen, sonst würde dort Wald wachsen, und ist Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten. sowie in mäßig trockenen bis wechseltrockenen Wiesen. Als Wildart reicht ihr Blühfenster von Juli bis November. Die Witwenblume keimt unregelmäßig über mehrere Wochen, beobachte ihre Aussaat deshalb länger. Wie du Wildblumen von der Aussaat bis zur ersten Blüte bringst und Keimprobleme löst, erklärt ein eigener Ratgeber.
Gewöhnliches Leinkraut: geschlossene Blüten für kräftige Hummeln
Das Gewöhnliche Leinkraut (Linaria vulgaris) ist in Deutschland heimisch. Seine Blüten sind geschlossen, kräftige Hummeln und andere große Wildbienen öffnen und bestäuben sie. Es blüht je nach Standort und Kultur etwa von Mai oder Juni bis Oktober. Gleichzeitig dient es den Raupen von Rotem Scheckenfalter, Möndcheneule und Goldbrauner Hauhecheleule als Nahrung. Leinkraut ist mehrjährig und breitet sich durch AusläuferAusläufer sind Triebe, an denen eine Pflanze wie die Erdbeere aufgereihte Jungpflanzen bildet. Diese bewurzeln sich und lassen sich abtrennen, so vermehrt sich die Pflanze vegetativ, also ohne Samen. aus. Es mag sonnige Plätze mit lockerem, steinig-sandigem Boden, der trocken bis frisch und mäßig nährstoffreich ist. Bei Trockenheit gießt du es mäßig.
Wilde Karde: Blüten für zahlreiche Insekten, Stängel für Wildbienen
Kardenblüten bieten zahlreichen Insekten ein nutzbares Blütenangebot. Nach der Blüte bleibt die Pflanze nützlich: Abgestorbene Kardenstängel können in Randbereichen einer Wiese zwei Jahre für bestimmte Wildbienen stehen bleiben. Dürfen Staudenstängel länger als ein Jahr stehen, können manche Wildbienen darin nisten und ihre Nachkommen schlüpfen. Ich lasse die Kardenstängel deshalb am Wiesenrand stehen, statt sie im Herbst abzuschneiden. Zusätzlich düngen musst du die Wilde Karde im Garten nicht.
Wald-Vergissmeinnicht und Fingerhut: Bienenblumen für den Gehölzrand
In der Pflanzenliste von Natur im Garten steht Vergissmeinnicht als Pflanzengruppe, die vorwiegend Bienen besuchen. Das Wald-Vergissmeinnicht wächst an frischen, nährstoffreichen Standorten wie Waldsäumen und Gehölzrändern. Die Wildart blüht von April bis Mai. Gewöhnlich wird Vergissmeinnicht zweijährig kultiviert und erhält sich im Garten durch Selbstaussaat. Fingerhut wächst an halbschattigen Plätzen mit humusreichem, lockerem Boden, seine Blüten bieten unter anderem Hummeln Nektar. Seine Selbstaussaat begrenzt du, indem du die Samenstände zurückschneidest. Der Rote Fingerhut ist giftig, mehr dazu im Hinweis weiter unten.
Phacelia, Cosmea und Gartenresede: Gartenblumen als Ergänzung
Blühende Phacelia liefert Bienen Pollen und Nektar. Heimisch ist sie nicht, ihre Gattung stammt ursprünglich aus Amerika und gehört zu den Raublattgewächsen. Sie ist einjährig, blüht von Juni bis September und friert bei stärkeren Frösten von etwa minus 7 bis minus 6 °C ab. Auch Cosmea eignet sich als Sommerblume für einen bienenfreundlichen Garten. Wie du Schmuckkörbchen für Bestäuber anbaust und pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber. Die Gartenresede wird von der Reseden-Maskenbiene Hylaeus signatus besucht, heimisch ist die eigenständige Gelbe Resede (Reseda lutea). Arten anderer Herkunft, die früh oder spät blühen, können heimische Stauden für spezialisierte Wildbienen im Garten ergänzen.
Welche Wildblumen eignen sich für Schmetterlinge?
Für Falter zählt, ob ihr Rüssel an den Nektar herankommt. Bei manchen Arten liegt er tief in der Blüte, andere Blüten sind auf bestimmte Faltergruppen eingestellt. Dazu brauchen die Raupen eigene Futterpflanzen.
Kornrade (Agrostemma githago): Nektar für Tagfalter
Die Stieltellerblüten der Kornrade sind vor allem an die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. durch Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Sie sind purpurrosa mit feinen dunklen Adern und erscheinen im Juni und Juli. Die einjährige Pflanze braucht regelmäßig bearbeitete Standorte mit vegetationsfreien Stellen, an denen ihre Samen keimen können. Im Herbst gekeimte Kornraden überwintern als bodennahe RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz.. Auf der Roten Liste Deutschlands steht die Kornrade in Kategorie 2. Ihre Samen fallen nicht oder nur vereinzelt von selbst aus und bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig. Wer Kornrade im Garten halten will, sammelt deshalb die reifen Kapseln und sät selbst nach.
Lass die Kornraden bis zur Reife aller Kapseln stehen. Ernte die Kapseln dann einzeln, trockne sie in einem Baumwollsack und drisch sie darin aus. Ein grobes Sieb trennt anschließend Samen und Kapselreste.
Wiesen-Salbei und Echter Dost: für Falter, Hummeln und Bienen
Wiesen-Salbei ist eine Nektarquelle für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge. Er blüht von Mai bis Juli und wird 20 bis 60 cm hoch. Seine Standorte sind Magerrasen und Magerwiesen. Ein Wachsüberzug und dichte Behaarung helfen ihm, seinen Wasserverbrauch zu begrenzen. Echter Dost blüht von Juli bis September, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge nutzen ihn. Er eignet sich für nährstoffarme, sonnige und trockene Standorte. Weil der Salbei bis Juli und der Dost ab Juli blüht, decken beide zusammen die Zeit von Mai bis September ab.
Für Nachtfalter: Nachtkerze, Nachtviole und Taubenkropf-Leimkraut
Die Gewöhnliche Nachtkerze öffnet ihre gelben Blüten am Abend und bietet Nachtfaltern Nektar. Der Nektar sitzt am Ende langer Blütenröhren, langrüsselige Schwärmer können ihn dort erreichen. Die Raupen des Nachtkerzenschwärmers fressen auch an Nachtkerzen, überwiegend aber an Weidenröschen. Die Nachtkerze wächst ein- bis zweijährig, bevorzugt sonnige Lagen und verträgt keine stauende Nässe. Ihr wird eine hohe Trockenheitstoleranz zugeschrieben.
Die Gewöhnliche Nachtviole verströmt vor allem gegen Abend einen kräftigen Veilchenduft. Bestäubt wird sie vor allem von Nachtfaltern, Wildbienen liefert sie Pollen. In Deutschland gilt sie als etablierter Neophyt, an passenden Standorten erhält sie sich durch reichliche Selbstaussaat.
Taubenkropf-Leimkraut wird überwiegend von langrüsseligen Nachtfaltern bestäubt, die seinen tief im Blütenkelch liegenden Nektar erreichen. Es gehört zu den heimischen Pflanzen für trockene, sonnige Standorte. Die Kuckucks-Lichtnelke bietet Nektar für eher langrüsselige Insekten und bevorzugt feuchtere Standorte.
Eine dokumentierte Saatmischung für Fledermaus und Nachtfalter kombiniert die Nachtkerze unter anderem mit Nachtviole und Weißer Lichtnelke. Die Pflanzen sollen dort nach der Blüte Fruchtstände ausbilden dürfen. Künstliches Licht reduzierst du im Nachtfaltergarten, nötige Lampen leuchten schwach, warmweiß, nach unten gerichtet und mit Bewegungsmelder.
Ich setze mich in der Dämmerung neben die Nachtkerzen und schaue, wer an die Blüten kommt. Die Außenlampe bleibt dabei aus.
Und die Raupen? Futterpflanzen gehören dazu
Neben Blüten braucht ein insektenfreundlicher Garten Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien, bei Faltern also Raupenfutter. Blätter und Stängel der Wilden Möhre fressen die Raupen des Schwalbenschwanzes, Große Brennnesseln nutzen die Raupen von Tagpfauenauge und Landkärtchen. Welche Raupenfutterpflanzen und fertigen Mischungen bedrohten Insekten helfen, liest du in einem eigenen Ratgeber.
Welche dieser Wildblumen sind giftig?
Eine Bienenpflanze ist nicht automatisch essbar.
Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft; die Mohnsamen für Brötchen und Kuchen stammen vom Schlafmohn. Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere und gehört weder ins Futter noch in die Küche. Blätter, Blüten und Samen des Roten Fingerhuts sind giftig; hat ein Kind etwas davon verschluckt, kontaktierst du ein Giftinformationszentrum und lässt es ärztlich untersuchen. Der heimische Natternkopf bildet Pyrrolizidinalkaloide, und bestimmte dieser Stoffe können die Leber schädigen. Blüten kommen nur in Speisen, wenn ihre Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist; als Zierpflanzen verkaufte Blumen gehören wegen möglicher Pflanzenschutzmittelbehandlung nicht dazu.
Wann und wie tief säst du die Arten?
Termin und Saattiefe unterscheiden sich von Art zu Art. Wie du säst, andrückst und die Ansaat feucht hältst, steht im Wildblumen-Ratgeber.
| Art | Aussaatzeit | Saattiefe oder Keimhinweis |
|---|---|---|
| Kornblume, Wildform | März bis Juni oder September, direkt | 0,5–1 cm |
| Klatschmohn | April bis Juni | 0–1 cm, Lichtkeimer |
| Wegwarte, Wildform | Mai bis Juni, direkt | etwa 1,5–2 cm |
| Wiesen-Margerite | März bis Juli | 0–0,5 cm |
| Wiesen-Flockenblume | April bis Juni | 0–0,5 cm |
| Acker-Witwenblume | März bis Mai, auch im Herbst | 1 cm, keimt unregelmäßig |
| Gewöhnliches Leinkraut | Spätherbst bis Vorfrühling im Freiland | keimt ungleichmäßig, Temperaturen unter 5 °C günstig |
| Wilde Karde | April bis Mai | 0–0,5 cm |
| Phacelia | April bis September | 1–2 cm |
| Kornrade | Frühjahr oder Herbst, direkt ins Beet | 1 cm, Samen nur leicht bedecken |
| Gewöhnliche Nachtkerze | März bis April | 0,5 cm |
| Gewöhnliche Nachtviole | April bis Juni oder September | 0–1 cm |
Blüten vom Frühjahr bis in den Herbst
Früh im Jahr ergänzen Schneeglöckchen, Winterlinge, Krokusse und Lungenkraut das Blütenangebot für Bienen. Im Spätsommer und Herbst tun das ungefüllte Astern, Wasserdost, Besenheide und Efeu. Wie du daraus eine Blühfläche mit lückenloser Blühfolge planst, zeigt ein eigener Ratgeber.
Anlage, Pflege und Nistplätze in Kürze
Eine typische Blumenwiese braucht Sonne ohne dichte Gehölzkonkurrenz. Auf einer mageren, artenreichen Wiese verzichtest du auf Dünger, damit konkurrenzstarke Gräser nicht zusätzlich gefördert werden. Gemäht wird je nach Wüchsigkeit und Standort ein- bis dreimal im Jahr, eine zeitlich versetzte Mahd von Teilflächen erhält auf größeren Wiesen Rückzugsräume für Insekten. Wie Tiere die Wiese im Jahreslauf nutzen und wie du schonend mähst, liest du im Beitrag über die Tierwelt der Wildblumenwiese.
Beim Saatgut garantiert die Bezeichnung Wildblumen keine heimischen Arten. Ich lese deshalb vor dem Kauf die Artenliste und achte auf Herkunftsnachweise wie VWW-Regiosaaten oder RegioZert.
Offene Bodenstellen und Totholz ergänzen Blütenpflanzungen um Nistmöglichkeiten für Wildbienen. Wie du Nisthilfen und Wasserstellen im bienenfreundlichen Garten einrichtest, steht in einem eigenen Ratgeber.






