Fingerhut im Naturgarten: ansiedeln, Selbstaussaat lenken, Gift beachten
- Fingerhut wächst an halbschattigen Plätzen mit humusreichem, lockerem Boden.
- Der Großblütige Fingerhut ist eine mehrjährige Art mit gelben Blüten.
- Samen der Mischung Excelsior nur andrücken, nicht mit Erde bedecken; sie keimen bei 18 bis 22 °C.
- Wer die Samenstände zurückschneidet, begrenzt die Selbstaussaat.
- Fingerhutblüten bieten unter anderem Hummeln Nektar.
- Blätter, Blüten und Samen des Roten Fingerhuts sind giftig; hat ein Kind davon verschluckt, Giftinformationszentrum kontaktieren und ärztlich untersuchen lassen.

Fingerhut bringt Farbe in halbschattige Ecken, und seine Blüten bieten unter anderem Hummeln Nektar. Beim Roten Fingerhut sind allerdings Blätter, Blüten und Samen giftig, außerdem sät sich Fingerhut selbst aus. Wer ihn ansiedelt, entscheidet deshalb über Art, Platz und Menge des Nachwuchses. Ich kläre diese Fragen, bevor ich die ersten Samen ausstreue.
Welcher Fingerhut passt in deinen Garten?
Für den Naturgarten kommen der Großblütige und der Rote Fingerhut infrage, die sich im Lebenslauf unterscheiden. Der Großblütige Fingerhut ist eine mehrjährigeMehrjährige oder ausdauernde Pflanzen leben mehrere Jahre und überstehen den Winter mit Überdauerungsorganen, Speicherorganen oder ausgedehnten Wurzeln. Krautige Mehrjährige heißen Stauden, auch Zwiebel- und Knollenpflanzen gehören dazu. Art mit gelben Blüten. Dieselbe Pflanze treibt also mehrere Jahre hintereinander am selben Platz aus.
Den Roten Fingerhut ziehe ich wie eine Zweijahresblume. Solche Pflanzen blühen im zweiten Jahr nach der Aussaat und sterben nach der anschließenden Samenbildung meist ab. Als Saatgut gibt es außerdem Mischungen wie Excelsior, deren Aussaatwerte du weiter unten in einer Tabelle findest.
Ich wähle nach dem Platz aus. Wo eine Pflanze dauerhaft stehen soll, setze ich den mehrjährigen Großblütigen Fingerhut. Wo sich der Bestand von Jahr zu Jahr verschieben darf, lasse ich den Roten Fingerhut sich selbst aussäen.
Welcher Platz passt für Fingerhut?
Fingerhut wächst an halbschattigen Plätzen mit humusreichem, lockerem Boden. Ich setze ihn an halbschattige Gehölzränder und in halbschattige Staudenbeete. Ist der Boden dort verdichtet, lockere ich ihn vor der Aussaat gründlich auf.
„Fingerhut gehört mitten in die Wildblumenwiese.“ Eine artenreiche Blumenwiese wird mager gehalten: Vor der Aussaat bekommt der Boden keinen Kompost, später keine Düngung. Fingerhut sucht dagegen humusreichen, lockeren Boden im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone.. Er passt deshalb eher an den halbschattigen Rand neben der Wiese als in die magere Fläche selbst.
Was bietet Fingerhut Insekten?
Fingerhutblüten bieten unter anderem Hummeln Nektar. Ich schneide an Fingerhut deshalb nichts ab, solange er blüht. Erst nach der Blüte entscheide ich, welche Stängel stehen bleiben.
Achte beim Saatgut auf ungefüllte Blüten, denn bei gefüllten Blüten können pollenführende Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein. Neben Blüten brauchen Insekten im Garten auch Nistplätze, Plätze zum Überwintern und Nahrungspflanzen für ihre Entwicklungsstadien. Wie Wildblumen insgesamt dazu beitragen, erklärt der Abschnitt über den Nutzen von Wildblumen für Insekten.
Wie säst und pflanzt du Fingerhut?
Die Samen der Mischung Excelsior drückst du nur an und bedeckst sie nicht mit Erde. Eigene Fingerhutsamen säe ich genauso aus. Die übrigen Werte für Excelsior stehen in der Tabelle.
| Mischung Excelsior | Angabe |
|---|---|
| Saatbedeckung | keine, Samen nur andrücken |
| KeimtemperaturDie Keimtemperatur ist die Temperatur, bei der Samen keimen. Jede Pflanzenart hat dafür ein Minimum, ein Optimum und ein Maximum; unterhalb des Minimums keimt die Saat nicht. | 18 bis 22 °C |
| Keimdauer | 14 bis 21 Tage |
| Pflanzabstand | etwa 40 cm |
Die Samen einharken oder mit Erde abdecken. Bei Excelsior bleiben sie unbedeckt und werden nur angedrückt. Ich drücke sie mit einem Brett an und streue nichts darüber.
Zum VorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus. säe ich in Saatschalen mit steriler Aussaaterde und halte sie mit dem Zerstäuber gleichmäßig feucht, ohne dass sie austrocknen oder vernässen. Sobald nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten Folgeblätter entfaltet sind, pikierePikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. ich die SämlingeSämlinge sind junge Pflanzen, die durch Keimung aus dem Embryo eines Samens entstanden sind. Anders als Stecklinge oder veredelte Pflanzen gehen sie also aus einem Samen hervor.. Vor dem Auspflanzen härte ich die kräftigen Jungpflanzen mit mehr Belüftung und niedrigeren Temperaturen ab. Die Grundlagen zum Vorziehen von Wildblumen stehen im Wildblumen-Ratgeber unter Aussaat und Pflanzung.
Ins Beet setze ich Fingerhut in lockeren Gruppen statt in Reihen. Zwischen den Pflanzen einer Gruppe lasse ich etwa 40 cm Platz.
Wie lenkst du die Selbstaussaat?
Schneidest du die Samenstände zurück, begrenzt du die SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat.. Lässt du sie stehen, können die Stängel Insekten zusätzlich als Winterquartier und Eiablageplatz dienen. Beim Roten Fingerhut zählt außerdem der Lebenslauf: Als Zweijahresblume stirbt er nach der Samenbildung meist ab. Wer jeden Samenstand abschneidet, verliert den Bestand deshalb mit den alten Pflanzen.
Ich lasse an jeder Gruppe einzelne Samenstände ausreifen und schneide die übrigen nach der Blüte zurück. Sämlinge, die an unerwünschten Stellen aufgehen, ziehe ich mit Handschuhen heraus, sobald ich sie sicher erkenne.
Bevor ich mit der Schere durch die Gruppen gehe, binde ich an die Stängel, die stehen bleiben sollen, ein Stück Bast. Daran erkenne ich sie beim Schneiden auch zwischen dichtem Laub.
Für eine gezielte Aussaat erntest du die Samen bei trockenem Wetter, sobald sie ausgereift sind und sich leicht aus ihren Hüllen lösen. Vollständig nachgetrocknet kommen sie in beschriftete Tüten und lagern trocken, kühl und dunkel bis zur Aussaat. Mehr zur Samenernte steht im Wildblumen-Ratgeber unter Ernte.
- Samenstände an Wunschplätzen ausreifen lassen
- übrige Samenstände nach der Blüte zurückschneiden
- Samen bei trockenem Wetter ernten, sobald sie sich leicht aus den Hüllen lösen
- Samen nachgetrocknet, beschriftet, trocken, kühl und dunkel lagern
- Sämlinge an falschen Stellen mit Handschuhen ziehen
Wie gehst du sicher mit dem giftigen Fingerhut um?
Der Rote Fingerhut enthält herzwirksame Glykoside, deshalb sind seine Blätter, Blüten und Samen giftig. Ich behandle jeden Fingerhut im Garten mit derselben Vorsicht, auch den Großblütigen. Bei der Arbeit an den Pflanzen trage ich Handschuhe und wasche mir danach die Hände.
Blüten kommen nur an Speisen, wenn ihre Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Fingerhutblüten gehören deshalb weder in Salate noch als Dekoration auf Teller. Wo kleine Kinder spielen, setze ich Fingerhut nicht direkt an den Spielbereich.
Weil sich Fingerhut selbst aussät und die Blätter des Roten Fingerhuts giftig sind, halte ich ihn vom Gemüse- und Kräuterbeet fern. Das senkt das Risiko, dass Sämlinge zwischen Pflanzen aufgehen, die du erntest. Wenn du deine Gemüsebeete im Beetplaner einteilst, plane die Fingerhut-Ecke gleich abseits davon ein.
Hat ein Kind Teile des Roten Fingerhuts verschluckt, ruf ein Giftinformationszentrum an und lass das Kind ärztlich untersuchen.




