Kornrade als Bienenweide? Was die Blüte Faltern, Bienen und Hummeln bietet
- Die Stieltellerblüten der Kornrade sind vor allem an Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar.
- Für Bienen und Hummeln säst du Partner dazu: Kornblume liefert Nektar, Klatschmohn reichlich Pollen.
- Die Kornrade blüht von Juni bis Juli und wird 80 cm hoch.
- Ihre Samen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig, ohne offene Bodenstellen hält sie sich deshalb nicht in der Wiese.
- Einen Blühstreifen mit Kornraden legst du wie andere einjährige Sommerblumenflächen jedes Jahr neu an.
- Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere und ist keine Futter- oder Nahrungspflanze.

Du willst mit Kornraden Bienen und Hummeln füttern? Dann schau zuerst genau auf die Blüte. Die Kornrade trägt Stieltellerblüten, die vor allem an die BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. durch Tagfalter angepasst sind. Für einen Blühstreifen, an dem auch Bienen Nahrung finden, braucht sie deshalb Partner. Ich säe sie darum nie allein, sondern immer zusammen mit anderen Ackerblumen auf offenen Boden.
Was bietet die Kornrade Faltern, Bienen und Hummeln?
Die Kornrade (Agrostemma githago) ist eine einjährigeEinjährige, auch Annuelle genannt, sind Pflanzen, deren Lebenszyklus üblicherweise innerhalb eines Jahres beendet ist. Sie legen als Pflanze keine Ruhezeit ein, nur ihre Samen überdauern ungünstige Zeiten. krautige Pflanze mit purpurrosa Blüten, die feine dunkle Adern tragen. Ihre Stieltellerblüten bieten Tagfaltern Nektar, und als nützlingsfreundliche Pflanze gilt sie ebenfalls. Für Wildbienen und Hummeln ist die Lage weniger klar. Fehl am Platz ist sie im Bienengarten trotzdem nicht: Sie ergänzt dort das Angebot für Tagfalter, während andere Arten die Bienen versorgen.
| Merkmal | Kornrade |
|---|---|
| Blütenform | Stieltellerblüte, vor allem an Tagfalter angepasst |
| Angebot | Nektar für Tagfalter |
| Blütezeit | Juni bis Juli |
| Wuchshöhe | 80 cm |
| Lebensform | einjährig |
| Samen im Boden | nur wenige Monate keimfähig |
| Licht | volle Sonne |
| Giftigkeit | giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere |
Die Kornrade wird gern als Bienenmagnet beschrieben. Ihre Blüten sind aber vor allem an Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Für Bienen und Hummeln planst du deshalb Partner wie die Kornblume mit ein.
Wann die Kornrade Nahrung liefert
Die Kornrade blüht von Juni bis Juli. Heimische Blumenwiesen haben ihren Hauptblühzeitraum häufig im Frühsommer, etwa im Mai und Juni. Neben so einer Wiese kann die Kornrade das Nektarangebot für Falter also bis in den Juli verlängern. Hitze und Trockenheit können Blüten allerdings schneller verblühen lassen und das Pollen- und Nektarangebot vermindern.
Willst du wissen, wer deine Kornraden besucht, geh im Sommer immer dieselbe Runde an den Blüten entlang. Beim Tagfalter-Monitoring werden feste Zählstrecken von April bis September mindestens zehnmal begangen, besser wöchentlich. Ich halte mich im Garten an dieselbe Idee und notiere bei jedem Gang, welche Falter an welchen Blüten sitzen.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Bevorzugt volle Sonne.
- Bodenart
Lehmige oder sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.
- Substrat
Geeignet ist gut durchlässiger, frischer Boden; zeitweilige Trockenheit wird vertragen.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze an Beeträndern von Bauern- oder Schnittblumengärten; nicht als Futter- oder Nahrungspflanze einsetzen.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Samen nur leicht bedecken.
Pflege
- Pflege
Reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung beachten; auf Mehltau achten.
- Düngung
Kornrade auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich düngen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die krautige Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die Pflanze dient als Zierpflanze und ist für Menschen, Vögel und Nutztiere giftig.
Welche Partner Bienen und Hummeln versorgen
Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn eignen sich für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen. Drei davon ergänzen sich bei der Insektennahrung:
| Pflanze | Angebot | Besucher |
|---|---|---|
| Kornrade | Nektar | vor allem Tagfalter |
| Kornblume | Nektar | Honigbienen, Erd- und Steinhummeln, SchlupfwespenSchlupfwespen sind nützliche Insekten, die mit ihrem Legestachel Eier in Schädlinge wie Blattläuse legen. Die Larve wächst im Inneren der befallenen Tiere heran und ernährt sich von ihnen. |
| Klatschmohn | reichlich Pollen, kein Nektar | bestäubende Insekten |
Die Kornrade liefert Nektar für Tagfalter, die Kornblume Nektar für Honigbienen und Hummeln, der Klatschmohn Pollen. Erst in der gemeinsamen Ansaat entsteht also eine Weide für mehrere Insektengruppen, nicht durch die Kornrade allein. Wie du die Partner nach Farbe, Blütezeit und Wuchshöhe zusammenstellst, findest du bei den Kombinationen von Kornraden mit anderen Wildblumen.
Polylektische Wildbienen nutzen verschiedene Pflanzengruppen, spezialisierte Arten dagegen nur bestimmte. Einzelne Scherenbienenarten sammeln ihren Pollen ausschließlich an Glockenblumen. Diese Bienen brauchen Glockenblumen im Blütenangebot, ein Streifen aus Kornrade, Kornblume und Mohn ersetzt sie nicht. Was Wildblumen Insekten darüber hinaus bieten, steht im Abschnitt zum Nutzen von Wildblumen für Insekten.
Bleibt die Kornrade in der Blumenwiese?
Die Kornrade braucht regelmäßig bearbeitete Standorte mit vegetationsfreien Stellen, an denen ihre Samen aufkeimen können. Im Boden bleiben diese Samen nur wenige Monate keimfähig. Schließt sich die Pflanzendecke einer Dauerwiese, fehlt ihr also der Keimplatz. Einen Samenvorrat, der im Boden auf offene Stellen wartet, baut sie dabei nicht auf. Ohne offene Stellen und neue Saat verschwindet sie deshalb aus der Wiese.
Eine dauerhafte Blumenwiese besteht aus Gräsern und Wildkräutern und ist etwas anderes als eine überwiegend einjährige Sommerblumenansaat. Kornblume und Klatschmohn kann man einer dauerhaften Wildblumenmischung für einen schnellen ersten Blüheffekt beimischen. Die Kornrade sehe ich in derselben Rolle: als Blüte im Ansaatjahr, nicht als Teil des Dauerbestands. Wer sie länger bei der Wiese haben will, sät sie auf einen Streifen am Rand, dessen Boden für jede Ansaat flach bearbeitet wird.
Kornraden einmal in die Dauerwiese säen und auf SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat. hoffen. Ohne vegetationsfreie Stellen keimen ihre Samen nicht, und im Boden bleiben sie nur wenige Monate keimfähig.
Soll die Kornrade am Wiesenrand selbst aussamen, richtet sich der Mähtermin nach ihrer Samenbildung. Ihre Kapseln öffnen sich erst, wenn sie vollständig getrocknet sind. Wie oft und wann du die Wiese insgesamt mähst, hängt vom Standort ab; das steht im Wildblumen-Ratgeber unter Mähen und Pflege.
Blühstreifen mit Kornraden anlegen
Ein Blühstreifen ist eine gezielt mit einer Saatmischung angelegte Fläche, im Ackerbau liegt er am Feldrand oder im Feldinneren. Im Garten legst du so einen Streifen im Kleinen an. Als Zierpflanze passt die Kornrade an Beetränder von Bauern- und Schnittblumengärten. Ich lege meinen Streifen am Rand des Blumenbeets an und nicht zwischen Gemüse, denn die Kornrade ist keine Futter- oder Nahrungspflanze.
Für gezielt angelegte einjährige Sommerblumenflächen gehört eine neue Einsaat in jedem Jahr dazu. Ich mähe den Kornradenstreifen deshalb im Spätherbst ab und lege ihn im folgenden Frühjahr neu an. Behalte dabei die reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung der Kornrade im Blick, und achte auf MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt..
Langlebige artenreiche Wiesen, Säume und Wegränder sind für Insekten wertvoller als nur vorübergehend bestehende Blühflächen. Ein Streifen, den du jedes Jahr neu säst, ist genau so eine vorübergehende Fläche. Er ergänzt dauerhafte Wiesen und Säume, ersetzen kann er sie nicht. Dazu kommt, dass ein insektenfreundlicher Garten neben Blüten auch Nistplätze, Überwinterungsräume und Nahrungspflanzen für die Entwicklungsstadien braucht.
So planst du den Kornradenstreifen.
- Platz am Rand des Blumenbeets, nicht zwischen Gemüse
- offene, bearbeitete Erde für die Aussaat
- Kornrade gemeinsam mit Kornblume, Kamille und Mohn säen
- Streifen für jede Saison neu anlegen
- Samenstände und Mehltau im Blick behalten
- dauerhafte Wiese, Saum oder Nistplätze in der Nähe einplanen
Standort und Aussaat in Kürze
Die Kornrade will volle Sonne und gut durchlässigen, frischen Boden; am nährstoffarmen Standort düngst du sie nicht zusätzlich. Gesät wird direkt ins Beet, im Frühjahr oder im Herbst, und im Herbst gekeimte Pflanzen überwintern als bodennahe RosettenRosetten sind Blattanordnungen, bei denen die Blätter dicht gedrängt stehen und scheinbar alle an derselben Stelle entspringen, weil die Sprossachse, also der Stängel, stark gestaucht ist. Ein bekanntes Beispiel ist die Dachwurz.. Zeitpunkt, Methode und Pflege bis zur Blüte findest du in der Anleitung zu Aussaat und Pflege von Kornraden.
Saatgut für die nächste Saison
Weil der Streifen jedes Jahr neu entsteht, sammle ich einen Teil der Samen selbst. Kornradensamen gelten als orthodox, sie sind also austrocknungsresistent. Wie du Kornradensaatgut gewinnst, reinigst und lagerst, steht beim Vermehren von Kornraden über eigenes Saatgut.
Giftig: was du bei der Planung bedenkst
Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Setze sie deshalb nur als Zierpflanze ein und nie als Futter- oder Nahrungspflanze. Weil sie auch für Vögel als giftig gilt, plane ich ihre Samenstände nicht als Vogelfutter ein. Wo Kinder spielen oder Nutztiere laufen, wähle ich für sie einen anderen Platz.
Blüten kommen nur in Speisen, wenn die Art sicher bestimmt und ihre Eignung zum Verzehr geklärt ist. Die Kornrade gehört nicht dazu, ihre Blüten haben auf dem Teller nichts zu suchen.
Was dein Kornradenbeet für den Artenschutz leistet
Die Rote Liste Deutschland führt die Kornrade in Kategorie 2. Sie zählt zu den gefährdeten Ackerwildkräutern, als besonders geschützt gilt sie dagegen nicht. Früher gelangten ihre Samen mit dem Wintergetreide ins Brotmehl, das machte sie zu einem gefürchteten Ackerunkraut. Intensive Saatgutreinigung und Herbizideinsatz haben sie aus vielen Getreidefeldern verdrängt. Wie aus dem gefürchteten Ackerunkraut eine gefährdete Wildblume wurde, erzählt die Geschichte der Kornrade.
Die Wiederansiedlung von Kornrade und anderen gefährdeten Ackerwildkräutern setzt eine langfristig extensive Nutzung der Ackerfläche voraus. Auf dem Schutzacker in Harsleben wurde dafür Kornradensaatgut ausgebracht. Ein Gartenbeet ersetzt so einen Acker also nicht, es macht die Art sichtbar und versorgt Tagfalter mit Nektar.
Gartenbestände lassen sich oft nicht sicher von ursprünglichen Ackervorkommen unterscheiden. Ich säe Kornraden deshalb nur im eigenen Garten und nicht an Feld- oder Wegrändern. Gebäuden zugeordnete Gärten zählen grundsätzlich nicht zur freien Natur im Sinne von § 40 BNatSchG. Maßgeblich bleibt aber die tatsächliche Zuordnung der Fläche im Einzelfall.





