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Kornrade kombinieren: Partner nach Farbe, Blütezeit und Höhe für deinen Garten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Die Kornrade blüht von Juni bis Juli purpurrosa mit feinen dunklen Adern.
  • Mit einer Wuchshöhe von 80 cm gehört sie in die Mitte des Beets.
  • Für gemeinsame Ansaaten auf offenem, bearbeitetem Boden passen Kornblume, Kamille und Mohn.
  • Nach der Kornrade blühen Blaue Rasselblume und Wegwarte bis in den Herbst.
  • Gute Partner vertragen wie die Kornrade Sonne und durchlässigen Boden ohne zusätzlichen Dünger.
  • Zum Keimen braucht die Kornrade offene Stellen, in einer geschlossenen Wiese fehlen ihr diese.
Eine einzelne lila Blüte der Kornrade (Agrostemma githago) mit dunklen Streifen auf den Blütenblättern und einem behaarten Stängel.
Foto: Robert Flogaus-Faust · CC BY 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Die Kornrade blüht im Juni und Juli, danach trägt sie nur noch Samenkapseln. Säst du sie allein, bekommst du einen kurzen Höhepunkt und anschließend eine Lücke im Beet. Ich plane Kornraden deshalb immer mit Partnern, die vor ihr, mit ihr und nach ihr blühen. Hier findest du passende Wildblumen nach Farbe, Blütezeit und Wuchshöhe und dazu fünf Gartenkonzepte, in denen die Kornrade gut zur Geltung kommt.

Was du über die Kornrade für die Planung wissen musst

Die Kornrade (Agrostemma githago) ist eine einjährige Wildblume mit purpurrosa, fein dunkel geaderten Blüten. Am liebsten steht sie in voller Sonne auf gut durchlässigem, frischem Lehm- oder Sandboden und verträgt zeitweilige Trockenheit. An einem nährstoffarmen, durchlässigen Gartenstandort braucht sie keinen zusätzlichen Dünger.

Früher gelangten Kornradensamen mit dem Wintergetreide ins Brotmehl, deshalb galt die Pflanze als gefürchtetes Ackerunkraut. Intensive Saatgutreinigung und Herbizideinsatz haben sie aus vielen Getreidefeldern verdrängt, auf der Roten Liste Deutschland steht sie in Kategorie 2. Wie die Kornrade vom Ackerunkraut zur gefährdeten Wildblume wurde, liest du in einem eigenen Beitrag.

Die Stieltellerblüten der Kornrade sind vor allem an Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Mehr dazu, welchen Wert die Kornrade für Wildbienen, Hummeln und Falter hat, steht im Ratgeber zur Bienenweide.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Bevorzugt volle Sonne.

Bodenart

Lehmige oder sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure bis neutrale Böden sind geeignet, ebenso Böden mit pH 6–8.

Substrat

Geeignet ist gut durchlässiger, frischer Boden; zeitweilige Trockenheit wird vertragen.

Anbauort

Die Pflanze eignet sich als Zierpflanze an Beeträndern von Bauern- oder Schnittblumengärten; nicht als Futter- oder Nahrungspflanze einsetzen.

Aussaat und Vermehrung

Saattiefe

Samen nur leicht bedecken.

Pflege

Pflege

Reiche Samenbildung und schnelle Ausbreitung beachten; auf Mehltau achten.

Düngung

Kornrade auf nährstoffarmem, gut durchlässigem Gartenboden nicht zusätzlich düngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die krautige Pflanze ist einjährig.

Verwendung

Die Pflanze dient als Zierpflanze und ist für Menschen, Vögel und Nutztiere giftig.

Aussaatkalender Kornrade
GartenkalenderVorkultur: März, April; Blüte: Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliVorkulturBlüte

Welche Wildblumen passen zur Kornrade?

Gute Partner teilen die Ansprüche der Kornrade: Sonne, durchlässiger Boden und kein zusätzlicher Dünger. Zugleich füllen sie das Beet vor oder nach ihrer kurzen Blüte. In der Tabelle stehen die Arten, mit denen ich Kornraden kombiniere.

Art Blütenfarbe Blütezeit Wuchshöhe Lebensdauer Standort
Kornrade purpurrosa, dunkel geadert Juni bis Juli 80 cm einjährig volle Sonne, durchlässig und frisch, am mageren Standort nicht düngen
Kornblume blau Mai bis Oktober 20–100 cm einjährig volle Sonne, gut durchlässig, keine zusätzliche Düngung
Klatsch-Mohn rot Mai bis September 40–80 cm einjährig sonnig, gut durchlässig, trockenheitsverträglich
Wiesen-Margerite weiß mit goldgelber Mitte erste Blüte im Jahr nach der Aussaat 60–80 cm mehrjährig sonnig bis halbschattig, mäßig nährstoffreich, gut drainiert
Großblütiger Lein, rote Form rot Juni bis September 40–60 cm einjährig sonnig, mager und durchlässig
Blaue Rasselblume blau Juli bis September 50–60 cm kurzlebig mehrjährig volle Sonne, trocken, guter Wasserabzug
Wegwarte blau Juli bis Oktober 20–80 cm ausdauernd volle Sonne, auch nährstoffarm und durchlässig
Kranz-Lichtnelke Blüten über silbrigem Laub Juni bis August 75 cm zweijährig oder kurzlebige Staude durchlässig, trocken bis sehr trocken
Gewöhnliche Nachtkerze gelb, öffnet abends Juni bis September 200 cm zweijährig sonnig, durchlässig, hohe Trockenheitstoleranz

Kornblume, Kamille und Mohn: die alten Ackerbegleiter

Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn eignen sich für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen. Wie die Kornrade stammt die Kornblume vom Acker und verbreitete sich als Kulturfolger mit dem Getreideanbau. Das Blau der Kornblume wirkt neben dem Purpurrosa ruhig, das Rot des Klatschmohns setzt einen lebhaften Kontrast. Die Kamille bringt Weiß dazu und lockert die Farben auf.

Kornblume und Klatschmohn blühen schon ab Mai, also vor der Kornrade, und eröffnen im Mischbeet die Saison. Die Kornblume liefert Nektar für Honigbienen sowie Erd- und Steinhummeln. Klatschmohn bietet bestäubenden Insekten reichlich Pollen, aber keinen Nektar.

Ich säe die vier Arten gemischt und breitwürfig aus, damit keine Reihen entstehen.

Wiesen-Margerite: Weiß für den zweiten Sommer

Die Wiesen-Margerite trägt Blütenkörbchen mit weißer Randzone und goldgelber Mitte. Mit 60 bis 80 cm wird sie ähnlich hoch wie die Kornrade. Anders als die Kornrade ist sie mehrjährig und kommt erst im Jahr nach der Aussaat zur ersten Blüte. Säst du beide zusammen, blüht im ersten Sommer von den beiden nur die Kornrade, ab dem zweiten Jahr trägt die Margerite das Weiß bei.

In der Wiese gilt: Düngung kann Wiesen-Margeriten aus dem Bestand verdrängen. An ihren Blüten finden Masken-, Furchen- und Schmalbienen, Käfer und Schwebfliegen Nahrung.

Roter Lein und Ringelblume: Rot und Orange aus dem Sommerblumenbeet

Die rotblühende Form des Großblütigen Leins bleibt mit 40 bis 60 cm niedriger als die Kornrade und gehört deshalb vor sie. Der Lein blüht von Juni bis September und will Sonne. Auf magerem, durchlässigem Gartenboden düngst du die rote Form nicht zusätzlich.

Die Ringelblume bringt Orange ins Beet und blüht je nach Aussaat und Sorte ungefähr von Juni bis September. Entfernst du Verblühtes, fördert das die Bildung weiterer Blütenknospen. Im Veitshöchheimer Farbenmix bilden Roter Lein, Kornblume, Klatschmohn und Ringelblume gemeinsam den Blühaspekt des ersten Standjahres.

Blaue Rasselblume und Wegwarte: Blau für die Zeit nach der Kornrade

Die Blaue Rasselblume blüht von Juli bis September. Die Wegwarte beginnt ebenfalls im Juli und blüht bis in den Oktober. Beide setzen also ein, während die Kornrade ausblüht, und tragen das Beet bis in den Herbst.

Die Rasselblume will volle Sonne, guten Wasserabzug und keine zusätzliche Düngung, auf schweren Böden ist sie oft kurzlebig. Die Sorte Amor Blue eignet sich frisch und getrocknet für die Vase. Die Wegwarte kommt mit nährstoffarmen, durchlässigen Böden zurecht, verträgt es aber auf Dauer schlecht, von Gräsern überwachsen zu werden. Jedes ihrer Blütenköpfchen öffnet sich nur an einem Tag.

Ich setze beide an den sonnigen Beetrand, wo kein höherer Nachbar sie bedrängt.

Kranz-Lichtnelke und Nachtkerze: für trockene Plätze und den Hintergrund

Die Kranz-Lichtnelke, auch als Lychnis coronaria geführt, verträgt trockene bis sehr trockene Bedingungen. Mit 75 cm erreicht sie ungefähr die Höhe der Kornrade und blüht von Juni bis August. Das silbrige Laub setzt einen Blattkontrast, die Blüten besuchen Bienen und Schmetterlinge. Entfernst du Verblühtes, fördert das weitere Blüten; Selbstaussaat und Ausbreitung behältst du im Blick.

Die Gewöhnliche Nachtkerze ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten blüht sie und stirbt nach der Samenreife ab. Die gelben Blüten öffnen sich am Abend und bieten Nachtfaltern Nektar. Mit 200 cm überragt die Nachtkerze die Kornrade deutlich. Weil die Kornrade volle Sonne bevorzugt, pflanzt du die Nachtkerze an die Seite des Beets, von der aus sie keinen Schatten auf die Kornrade wirft. Auch bei ihr gilt: Selbstaussaat und Ausbreitung beachten.

Gestaltungsprinzipien: Farbe, Blütezeit, Höhe und Ansprüche

Farbe: ruhig mit Blau und Weiß, lebhaft mit Rot und Orange

Ich wähle die Partner nach dem Purpurrosa der Kornrade aus. Blau von Kornblume, Rasselblume oder Wegwarte und Weiß von Margerite oder Kamille ergeben ein ruhiges Bild. Rot von Klatschmohn und Rotem Lein oder Orange von der Ringelblume bringen Kontrast. Pro Beet entscheide ich mich für eine der beiden Richtungen und mische sie nicht.

Nimm ungefüllte Sorten. Bei gefüllten Blüten können pollenführende Staubblätter zu Blütenblättern umgebildet sein, das schränkt das Pollenangebot für Insekten ein.

Blütezeit: die kurze Kornradenblüte einrahmen

Insektenfreundliche Pflanzungen bieten ein zeitlich gestaffeltes Blütenangebot vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Die Kornrade deckt davon nur Juni und Juli ab, den Rest übernehmen die Partner.

Zeitraum Was neben oder nach der Kornrade blüht
Mai Kornblume, Klatsch-Mohn
Juni bis Juli Kornrade mit Kornblume, Klatsch-Mohn, Großblütigem Lein, Kranz-Lichtnelke, Nachtkerze, Ringelblume; ab Juli Rasselblume und Wegwarte
August Kornblume, Klatsch-Mohn, Großblütiger Lein, Kranz-Lichtnelke, Nachtkerze, Ringelblume, Rasselblume, Wegwarte
September Kornblume, Klatsch-Mohn, Großblütiger Lein, Nachtkerze, Ringelblume, Rasselblume, Wegwarte
Oktober Kornblume, Wegwarte

Bei der Ringelblume sind die Monate ungefähre Angaben, sie hängen von Aussaat und Sorte ab. Vor Mai blüht keiner dieser Partner. Dafür eignen sich gesondert gepflanzte Frühjahrs-Krokusse, die ungefähr im Februar und März blühen können. Herbstastern in einem ergänzenden Staudenbereich können ungefähr im September und Oktober blühen.

Wuchshöhe: von vorn nach hinten staffeln

Mit 80 cm gehört die Kornrade in die mittlere Zone. Davor stehen Großblütiger Lein und Blaue Rasselblume, die niedriger bleiben. Margerite und Kranz-Lichtnelke wachsen ähnlich hoch wie die Kornrade und teilen sich mit ihr die Mitte. Ganz hinten steht die Nachtkerze. Die Höhe der Kornblume reicht von 20 bis 100 cm, deshalb säe ich sie locker durch die mittlere Zone.

Erprobte Staudenmischpflanzungen arbeiten nach demselben Prinzip: Gerüststauden, Begleiter, Bodendecker und Füllstauden ergeben dort einen abgestuften Höhenaufbau. Wenn du die Zonen vorher aufzeichnen willst, kannst du deine Beetbelegung im Planer festhalten.

Ansprüche und Lebensdauer: was im selben Beet zusammenpasst

Bei jedem Partner prüfe ich, ob er mit Sonne, durchlässigem Boden und ohne zusätzlichen Dünger auskommt. Wer Kompost oder nährstoffreichen Boden braucht, bekommt einen anderen Platz.

Häufiger Fehler

Partner mit Kompostbedarf neben die Kornrade setzen. Der Blaue Waldmeister etwa will nährstoffreiches, feuchtes Substrat und Kompost vor der Kultur, die Kornrade am mageren Standort keinen zusätzlichen Dünger. Bedenke auch, dass Kompost ebenfalls ein Dünger ist und bei zu hohen Gaben Nährstoffe im Boden anreichern kann.

Die Lebensdauer planst du mit. Die Einjährigen, also Kornrade, Kornblume, Klatschmohn und Lein, brauchen für jede Blühsaison neue Pflanzen. Zweijahresblumen wie die Nachtkerze blühen erst im zweiten Jahr nach der Aussaat und sterben meist nach der Samenbildung ab. Margerite, Rasselblume und Wegwarte sind mehrjährig, die Rasselblume allerdings oft kurzlebig. Willst du schon im ersten Sommer ein volles Beet, setzt du deshalb vor allem auf die Einjährigen.

In welchen Gartenkonzepten wirkt die Kornrade?

Ob die Kornrade in einem Konzept funktioniert, hängt vor allem an einer Frage: Findet sie offene Stellen zum Keimen?

Das Ackerwildkraut-Beet: jedes Jahr neu auf offenem Boden

Dieses Konzept knüpft an die Herkunft der Kornrade vom Acker an. Du bearbeitest eine Fläche und säst Kornrade, Kornblume, Kamille und Mohn gemeinsam ein. Die Kornrade braucht regelmäßig bearbeitete Standorte mit vegetationsfreien Stellen, an denen ihre Samen aufkeimen können. Im Boden bleiben die Samen nur wenige Monate keimfähig. Einen Vorrat, der über Jahre im Boden wartet, legt die Kornrade also nicht an: Plane die Fläche so, dass du sie jedes Jahr bearbeitest und neu einsäst.

Dem Klatschmohn geht es ähnlich, in mehrjährigen Brachen ohne regelmäßige Bodenbewirtschaftung verdrängen ihn konkurrenzstärkere Arten. Ich mähe das Beet im Spätherbst ab und harke es im Frühjahr vor der neuen Aussaat offen.

Kornraden lassen sich auch im Herbst säen, wilde Kornblumen im September. Im Herbst gekeimte Kornraden überwintern als bodennahe Rosetten. Wie sich die Kornrade von der Herbstaussaat bis zur Samenreife entwickelt, zeigt der Beitrag über ihren Jahreslauf.

Bauerngarten und Schnittblumenbeet: die Kornrade am Beetrand

Im Bauern- oder Schnittblumengarten gehört die Kornrade als Zierpflanze an den Beetrand. Kornrade, Kornblume und Klatschmohn eignen sich alle als Schnittblumen, für die Vase kommt die Rasselblume dazu. Großblütiger Lein, Nachtkerze und Kranz-Lichtnelke passen ebenfalls in den Bauerngarten.

In Beeten, die du regelmäßig hackst, findet die Kornrade die offenen Stellen, die sie zum Keimen braucht. Rechne dort mit reicher Samenbildung und schneller Ausbreitung.

Achtung

Die Kornrade gilt als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere. Setz sie nur als Zierpflanze und nie als Futter- oder Nahrungspflanze ein. Auch Klatschmohn ist eine Giftpflanze mit giftigem Milchsaft. Für Speisen kommen nur Blüten infrage, deren Art sicher bestimmt und deren Eignung zum Verzehr geklärt ist.

Wächst im Bauerngarten auch Gemüse, kannst du die Nachbarschaften im Gemüsebeet planen.

Naturnahe Wiese: die Kornrade als Startblüte

Kornblume und Klatschmohn können dauerhaften Wildblumenmischungen für einen schnellen ersten Blüheffekt beigemischt werden. Die Kornrade kann dieselbe Rolle übernehmen, solange sie offene Stellen findet. Mischungen mit einem hohen Anteil einjähriger Kulturblumen eignen sich dagegen nicht als dauerhafte Blumenwiese.

Achte deshalb auf die Artenliste. Die Bezeichnung Wildblumenmischung garantiert keine heimischen Wiesenarten, prüfe also auch Lebensdauer und Standortangaben. Auf lehmigem Wiesenboden kommen als dauerhafte Partner zum Beispiel Wiesenmargerite, Wiesenflockenblume, Rote Lichtnelke und Wiesenglockenblume infrage. Wie du eine Wildblumenmischung auswählst und die Wiese mähst, steht im Ratgeber zu Wildblumen.

Neben Wegen empfiehlt sich bei hochwachsenden Blumenwiesen ein mindestens 50 cm breiter Rasenstreifen, der umfallende Halme auffängt.

Marias Erfahrung

Ich halte am Rand meiner Wiese einen Streifen offen, den ich jedes Jahr hacke und mit Kornraden nachsäe. Die Wiese selbst lasse ich dabei in Ruhe.

Sonniges Trockenbeet: mit Kranz-Lichtnelke, Mohn und Rasselblume

Auf durchlässigem, sonnigem Boden findest du viele Partner, die Trockenheit vertragen. Die Kranz-Lichtnelke kommt mit trockenen bis sehr trockenen Bedingungen zurecht und wächst auch auf steinigen, flachgründigen Standorten. Klatschmohn gilt als trockenheitsverträglich, und die Blaue Rasselblume hat eine gute Trockenheitsresistenz. Die Nachtkerze hat eine hohe Trockenheitstoleranz, die Wegwarte eignet sich auch für Kies- und Steingärten. Heimische Ergänzungen für trockene, sonnige Plätze sind Wiesen-Witwenblume, Taubenkropf-Leimkraut und Wilde Möhre.

Die Kornrade selbst mag gut durchlässigen, frischen Boden und verträgt zeitweilige Trockenheit. Setz sie deshalb nicht an die trockenen Stellen, sondern dorthin, wo der Boden länger frisch bleibt. Die trockenen Ecken überlässt du der Kranz-Lichtnelke.

Kübel auf Balkon und Terrasse: Kornrade mit Kornblume

Die Kornrade eignet sich für den Topf, ebenso Kornblume und Klatschmohn. In ein gemeinsames Gefäß gehören Wildpflanzen mit ähnlichen Ansprüchen an Licht, Substrat, Wasser und Nährstoffe und mit vergleichbarer Konkurrenzkraft. Kornrade und Kornblume erfüllen das: Beide wollen volle Sonne, frischen, gut durchlässigen Boden und keinen zusätzlichen Dünger. Den Klatschmohn, der es trockener mag, setze ich lieber in einen eigenen Topf.

Ablauflöcher im Gefäß helfen, Staunässe zu vermeiden. Töpfe brauchen je nach Gefäßgröße mehr Aufmerksamkeit beim Gießen.

Mini-Checkliste

Gefäß mit Ablauflöchern · Platz in voller Sonne · gut durchlässiges, frisches Substrat · kein zusätzlicher Dünger · Partner mit denselben Ansprüchen

Aussaat, Pflege und Saatgut in Kürze

Kornraden säst du im Frühjahr oder im Herbst direkt ins Beet und bedeckst die Samen nur leicht mit Erde. Behalte Mehltau im Blick und dünge am mageren, durchlässigen Standort nicht. Wie du Kornraden zum richtigen Zeitpunkt aussäst und bis zur Blüte pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Die Samenkapseln der Kornrade öffnen sich erst, wenn sie vollständig getrocknet sind. Wie du Kornradensaatgut gewinnst, reinigst und lagerst, erklärt der Ratgeber zur Vermehrung.

Fazit: kombinieren, jedes Jahr neu säen, im Garten lassen

Die Kornrade bringt im Juni und Juli Purpurrosa ins Beet, Partner mit denselben Ansprüchen füllen die Zeit davor und danach. Weil sie offene Stellen zum Keimen braucht, planst du sie als Beet, das du jedes Jahr neu anlegst, oder als offenen Streifen am Wiesenrand. Die Wiederansiedlung der Kornrade in der Landschaft setzt eine langfristig extensive Nutzung der Ackerflächen voraus. Bestände aus Gärten und Blühmischungen lassen sich zudem oft nicht sicher von ursprünglichen Ackervorkommen unterscheiden. Ich säe Kornraden deshalb nur in meinen eigenen Beeten aus.

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Häufige Fragen

Welche anderen Wildblumen passen gut zu Kornraden in einer Mischpflanzung?
Für gemeinsame Ansaaten auf offenen, bearbeiteten Flächen eignen sich Kornblume, Kamille und Mohn. Als weißer Partner passt die Wiesen-Margerite, die allerdings erst im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal blüht. Weil die Kornrade nur im Juni und Juli blüht, ergänzen Blaue Rasselblume und Wegwarte das Beet ab Juli. Achte darauf, dass alle Partner wie die Kornrade Sonne und durchlässigen Boden ohne zusätzliche Düngung vertragen.
Worin unterscheiden sich Kornraden von Klatschmohn und Kornblumen?
Die Kornrade trägt purpurrosa Blüten mit feinen dunklen Adern und blüht von Juni bis Juli. Klatschmohn blüht von Mai bis September und liefert bestäubenden Insekten reichlich Pollen, aber keinen Nektar. Die Kornblume blüht von Mai bis Oktober und bietet Nektar für Honigbienen sowie Erd- und Steinhummeln. Gemeinsam ist allen drei, dass sie einjährig sind und sich für Ansaaten auf offenem, bearbeitetem Boden eignen.
Wie legt man eine Wildblumenwiese mit Kornraden richtig an?
Die Kornrade braucht zum Keimen regelmäßig bearbeiteten Boden mit offenen Stellen, und ihre Samen bleiben im Boden nur wenige Monate keimfähig. In einer dauerhaften Wiese findet sie deshalb vor allem in der Anfangszeit Platz. Säe sie im Frühjahr oder im Herbst auf die offene Fläche und verzichte auf Dünger. Soll sie jedes Jahr blühen, halte am Rand einen Streifen offen, den du jährlich bearbeitest und neu einsäst.
Wie unterscheidet man einjährige Wildblumen von mehrjährigen Arten?
Einjährige Arten wie Kornrade, Kornblume und Klatschmohn brauchen für jede Blühsaison neue Pflanzen aus Samen. Zweijahresblumen wie die Gewöhnliche Nachtkerze bilden im ersten Jahr eine Blattrosette, blühen im zweiten Jahr und sterben meist nach der Samenbildung ab. Mehrjährige Arten bleiben über Jahre stehen; die Wiesen-Margerite etwa blüht erst im Jahr nach der Aussaat zum ersten Mal. Wer Arten mischt, plant deshalb ein, dass im ersten Sommer vor allem die Einjährigen blühen.
Was sind Kornraden und warum sind sie als Wildblumen so besonders?
Die Kornrade (Agrostemma githago) ist eine einjährige Wildblume mit purpurrosa, fein dunkel geaderten Blüten. Früher gelangten ihre Samen mit dem Wintergetreide ins Brotmehl, deshalb galt sie als gefürchtetes Ackerunkraut. Saatgutreinigung und Herbizideinsatz haben sie aus vielen Getreidefeldern verdrängt, auf der Roten Liste Deutschland steht sie in Kategorie 2. Im Garten wächst sie als Zierpflanze am Beetrand und als Schnittblume, gilt aber als giftig für Menschen, Vögel und Nutztiere.
Welche Rolle spielen Kornraden für die Biodiversität und den Insektenschutz?
Die Stieltellerblüten der Kornrade sind vor allem an Tagfalter angepasst und bieten ihnen Nektar. Zusammen mit der Kornblume, die Honigbienen sowie Erd- und Steinhummeln Nektar liefert, und dem Klatschmohn mit seinem reichlichen Pollen entsteht ein breiteres Angebot für verschiedene Blütenbesucher. Auf der Roten Liste Deutschland steht die Kornrade in Kategorie 2. Ein insektenfreundlicher Garten braucht neben Blüten auch Nistplätze und Überwinterungsräume, zum Beispiel stehen gelassene Pflanzenstängel.
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