Birnenmelone anbauen: Standort, Boden, Bestäubung und Ernte der Pepino
- Die Birnenmelone (Pepino, Solanum muricatum) ist ein mehrjähriger, nicht winterharter Strauch aus Südamerika.
- Die Pflanze braucht einen sonnigen Platz, geschützt vor Regen und Wind.
- Der Boden muss gut drainiert sein und einen pH-Wert über 6 haben.
- Zu viel Dünger fördert Laub und Triebe auf Kosten der Früchte.
- Hitze über 30 °C kann während der Blüte zum Abwerfen der Blüten führen.
- Pflanzzeit ist der Mai, geerntet wird von Juli bis Oktober, sobald die Früchte leicht duften.

Birnenmelonen bringen saftig-süße, melonenähnliche Früchte in deinen Garten, wenn Platz und Pflege passen. Die Pflanze braucht Sonne, Schutz vor Regen und Wind und Zurückhaltung beim Düngen. Auf sehr fruchtbarem Boden treibt sie vor allem Laub und Triebe, und das geht zulasten der Früchte. Ich begleite meine Birnenmelonen von der Pflanzung im Mai bis zur Ernte und achte dabei auf Licht, Boden, Blüte und Thermometer.
Was ist eine Birnenmelone?
Herkunft und botanische Einordnung
Die Birnenmelone, auch Pepino genannt, heißt botanisch Solanum muricatum. Die Art stammt aus Südamerika und gehört zu den NachtschattengewächsenNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen., den Solanaceae. In derselben Gattung steht die Aubergine mit dem botanischen Namen Solanum melongena. Trotz ihres Namens ist die Birnenmelone also eine nahe Verwandte der Aubergine.
Die Pflanze ist mehrjährig und wächst als immergrüner Strauch. Winterhart ist sie nicht. Ins Freie kommt sie erst im Mai.
Pflanze und Frucht im Steckbrief
| Merkmal | Birnenmelone (Pepino) |
|---|---|
| Botanischer Name | Solanum muricatum |
| Familie | Nachtschattengewächse (Solanaceae) |
| Herkunft | Südamerika |
| Wuchs | immergrüner Strauch, mehrjährig, nicht winterhart |
| Wuchshöhe | 60 bis 80 cm |
| Wuchsbreite | 50 bis 80 cm |
| Blüten | zwittrig, Blütezeit Juli bis September |
| Fruchtgewicht | meist 150 bis 250 g, auch größere Früchte kommen vor |
| Geschmack | saftig-süß, melonenähnlich |
| Pflanzzeit | Mai |
| Erntezeit | Juli bis Oktober |
Reife Früchte isst du frisch als Obst. Kochen und backen lassen sie sich aber ebenfalls.
Was für den Anbau im eigenen Garten spricht
Die Birnenmelone ist topfgeeignet und passt auch ins Hochbeet. Die zwittrigen Blüten können sich selbst bestäuben. Außerdem gilt die Pflanze als nützlingsfreundlich. In der Küche hast du die Wahl zwischen roh, gekocht und gebacken.
Empfehlungen für den Garten
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Die Samen 0-0,5 cm tief säen.
Licht und Temperatur: Sonne ja, Hitze nein
Die Birnenmelone braucht einen sonnigen Platz. Blüten bildet sie grundsätzlich unabhängig von der Tageslänge. Bei Tageslängen über 12 Stunden entstehen aber deutlich mehr Blüten.
Wärme mag die Pepino, große Hitze dagegen nicht. Während der Blüte kann Hitze über 30 °C dazu führen, dass die Pflanze ihre Blüten abwirft. Als Obergrenze für den Sommer gelten 28 °C. Sonne und Schutz vor Überhitzung gehören deshalb zusammen: Der Platz soll sonnig sein, darf sich in der Blütezeit aber nicht stark aufheizen.
Außerdem sollte die Birnenmelone vor Regen und Wind geschützt stehen. Im Garten pflanze ich sie an einen sonnigen Platz im Windschatten des Gartenhauses. Darüber spanne ich ein Regendach aus Folie, das an den Seiten offen bleibt.
Welcher Boden passt zur Birnenmelone?
Beim Boden zählt eine Eigenschaft besonders: Er muss gut drainiert sein. Ansonsten ist die Birnenmelone nicht wählerisch, die meisten gut durchlässigen Böden sind geeignet. Feucht darf der Boden sein, solange überschüssiges Wasser abläuft. Beim pH-Wert gibt es eine klare Untergrenze: Er muss über 6 liegen.
Eine Standard-Bodenuntersuchung erfasst den pH-Wert zusammen mit Kalium und Phosphor. Wer vor der Pflanzung eine Probe untersuchen lässt, weiß also, ob das Beet die Untergrenze erfüllt, und hat zugleich die Grundlage fürs Düngen. Für eine repräsentative Probe mischst du 10 bis 15 Einzelproben aus einer einheitlich genutzten Fläche.
Die Bodenart prüfst du mit der Fingerprobe. Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen, tonreicher Boden ist klebrig und gut formbar. Bei schweren Böden verbessert regelmäßig eingearbeiteter Kompost die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und damit Luftführung und Wasserdurchlässigkeit. Nassen Boden betrete ich nicht, weil das Verdichtungen verursacht.
Boden gut drainiert · pH-Wert über 6 · MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. aus 10 bis 15 Einzelproben · schwere Böden mit Kompost verbessern · nassen Boden nicht betreten
Wie düngst du Birnenmelonen richtig?
Bei der Birnenmelone vermeidest du eine übermäßige Nährstoffversorgung. Weil die Bodenuntersuchung die Grundlage der Düngeplanung bildet und ein Zuviel auf Kosten der Früchte geht, düngst du nach Befund statt auf Vorrat.
Viel Dünger bringt viele Früchte? Bei der Birnenmelone fördert sehr fruchtbarer Boden vor allem Laub und Triebe, und zwar zulasten der Früchte.
Vor jeder Gabe schaue ich mir die Pflanze genau an. Treibt sie kräftig Laub, aber kaum Blüten, lasse ich den Dünger weg. Ein solches Bild kann auf eine zu reichliche Versorgung hindeuten. Es kann aber auch an kurzen Tagen oder an Hitze in der Blütezeit liegen.
Birnenmelonen im Freiland pflanzen
Die Anzucht beginnt zwischen Februar und April im Warmen, und wie du Birnenmelonen aussäst und die Sämlinge bis zum Auspflanzen heranziehst, zeigt dir eine eigene Anleitung.
Ins Beet kommen die Jungpflanzen im Mai. Die Termine der Exoten zum Aufhängen findest du im Aussaatkalender für Exoten zum Ausdrucken.
Als Strauch braucht die Birnenmelone nach allen Seiten Platz. Für die Abstände zählen Reihe, Reihenabstand und Wuchsform zusammen:
| Abstand und Wuchs | Wert |
|---|---|
| Pflanzabstand in der Reihe | 50 bis 100 cm |
| Reihenabstand | 50 bis 60 cm |
| ErziehungsformDie Erziehungsform ist die Gestalt, in die du eine Pflanze, vor allem ein Obstgehölz, durch Schneiden und Binden gezielt ziehst. Bei Obstbäumen gelten Spindel und Spalier als die einfachsten Erziehungsformen. | Strauch, frei wachsend, tragende Triebe locker an einem Stab |
| Größe der Pflanze | 60 bis 80 cm hoch, 50 bis 80 cm breit |
Organischen Mulch bringst du bei wärmeliebendem Gemüse wie der Birnenmelone erst ab Mai oder Juni auf den erwärmten Boden. Ich trage ihn etwa 2 bis 3 cm dick auf. RindenmulchRindenmulch ist rohe, nicht kompostierte Baumrinde, mit der du den Boden unter Gehölzen abdeckst. Er enthält wachstumshemmende Stoffe und bindet Stickstoff im Boden, deshalb gehört er nicht ins Gemüsebeet. ist für Gemüsebeete ungeeignet.
Vor der Pflanzung im Mai ziehst du die Bodenprobe, setzt den Stab neben jede Pflanzstelle und baust das Regendach auf. Den Mulch bringst du erst aus, wenn der Boden erwärmt ist.
Birnenmelonen im Gewächshaus
Unter Glas steht die Birnenmelone ohne weiteres Zutun geschützt vor Regen und Wind. Dafür rückt die Temperatur in den Mittelpunkt. In der Blütezeit kann Hitze über 30 °C zum Abwerfen der Blüten führen, deshalb lüftest du konsequent. Bei einem Kleingewächshaus sollte die zu öffnende Lüftungsfläche mindestens einem Viertel der Gewächshausfläche entsprechen.
Ein Minimum-Maximum-Thermometer zeigt dir den Temperaturverlauf, auch wenn du tagsüber nicht da bist. Steht dort in der Blütezeit ein Höchstwert über 30 °C, kann das abfallende Blüten erklären, und du öffnest die Lüftung früher.
Ich lese den Höchstwert ab, wenn ich das Gewächshaus abends schließe, und stelle das Thermometer danach zurück. Die Werte notiere ich in einem Heft, zusammen mit dem Tag, an dem die ersten Blüten aufgehen.
Stützen und Aufbinden
Die Birnenmelone wächst als Strauch und nicht als Kletterpflanze, ein Rankgerüst braucht sie daher nicht. Gewicht bekommen die Triebe erst durch die Früchte. Eine Frucht wiegt meist 150 bis 250 g, einzelne werden auch größer.
Ich stecke deshalb schon beim Pflanzen einen Stab neben jede Pflanze. Sobald Früchte ansetzen, binde ich die tragenden Triebe daran fest. Dafür nehme ich weiches Bindematerial und lege es als lockere Acht: eine Schlaufe um den Stab, eine um den Trieb. Nach windigen Tagen kontrolliere ich die Bindestellen und lockere zu enge Schlaufen.
Bestäubung und Fruchtbildung
Die Birnenmelone blüht von Juli bis September. Pepinoblüten sind zwittrig und können sich selbst oder gegenseitig bestäuben. Eine einzelne Pflanze kann also Früchte ansetzen, ein zweiter Strauch als Pollenspender ist dafür nicht nötig. Von der Blüte bis zur reifen Frucht vergehen etwa 3 Monate.
Wie viele Blüten entstehen und an der Pflanze bleiben, hängt an Licht und Wärme. Lange Tage bringen mehr Blüten, Hitze in der Blütezeit kann sie abfallen lassen. Im Gewächshaus kümmere ich mich deshalb zuerst um Lüftung und Temperatur.
Insekten fördere ich im Garten ohnehin: Hummeln finden bei mir ein vielseitiges Blütenangebot und Nistmöglichkeiten. Verlassen musst du dich bei der Birnenmelone nicht darauf, weil sich die Blüten auch selbst bestäuben können.
Nach männlichen und weiblichen Blüten suchen, um Pollen von der einen auf die andere zu übertragen. Pepinoblüten sind zwittrig, jede Blüte trägt beide Geschlechter. Getrennte männliche und weibliche Blüten gibt es bei der Birnenmelone nicht.
Ernte, Reife und Lagerung
Geerntet wird von Juli bis Oktober. Die Kulturdauer liegt bei 140 bis 168 Tagen. Als Reifezeichen gilt ein leichter Duft der Frucht.
Ich prüfe den Duft an den Früchten, die am weitesten entwickelt sind, und halte die Nase direkt an die Schale. Reife Früchte schneide ich mit einer sauberen Schere ab, statt am Trieb zu ziehen. Ob eine zu früh gepflückte Birnenmelone im Haus noch nachreift, lässt sich nicht verlässlich sagen. Deshalb lasse ich die Früchte am Strauch, bis sie duften.
Ganze Früchte lagerst du bei 12 °C. Dort halten sie sich höchstens 2 bis 3 Wochen.
Schreib das Datum der ersten offenen Blüte auf das Etikett am Stab. Von der Blüte bis zur Reife vergehen etwa 3 Monate, so weißt du, ab wann sich das Riechen an den Früchten lohnt.
Fortgeschrittene Anbautechniken
Halbreife Stecklinge für das nächste Jahr
Neben der Aussaat gibt es einen zweiten Weg zu neuen Pflanzen: Die Birnenmelone lässt sich über halbreife StecklingeEin Steckling ist ein junger, von der Mutterpflanze abgeschnittener Trieb, der in Erde oder Wasser eigene Wurzeln bildet. So entsteht eine neue Pflanze mit denselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze. vermehren. Diese Stecklinge kannst du geschützt im Gewächshaus für das Folgejahr überwintern. Weil die Pflanze nicht winterhart ist, die Stecklinge aber geschützt überwintern können, musst du für den Neustart nicht den ganzen Strauch durch den Winter bringen.
Halbreif nennt man einen Trieb, der nicht mehr weich und grün, aber noch nicht verholzt ist.
Ich schneide Stecklinge nur von gesunden Pflanzen. Jeden Topf beschrifte ich mit dem Datum und der Mutterpflanze, damit ich im Frühjahr weiß, was ich vor mir habe.
Das Gewächshausklima nach Profiwerten ausrichten
Für den gewerblichen Pepino-Anbau unter Glas gibt es Richtwerte für Temperatur und Lüftung. Im Kleingewächshaus nutze ich sie als Orientierung, nicht als feste Vorgabe. Ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. neben dem Thermometer zeigt dir zusätzlich die Luftfeuchte.
Im gewerblichen Gewächshausanbau werden für die Pepino etwa 18 °C angestrebt. Die Lüftung ist dort bei viel Licht auf 24 °C eingestellt. Als Obergrenze im Sommer gelten 28 °C, und über 30 °C kann die Pflanze in der Blütezeit Blüten abwerfen.
Fruchtfolge und Nachbarn planen
Auf derselben Fläche baust du Birnenmelonen erst nach einer Pause von 4 Jahren wieder an. Auberginen und Birnenmelonen gelten als unverträgliche Nachbarn. Wie gut eine Mischkultur wirkt, hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab und fällt nicht überall gleich aus. Bei der Planung rechnest du mit der endgültigen Pflanzengröße, bei der Birnenmelone also mit einem Strauch von 50 bis 80 cm Breite. Welche Nachbarn passen, prüfst du im Mischkultur-Planer, und im Beetplaner ordnest du die Flächen über mehrere Jahre.
Gießen, Kübel, Schädlinge und Küche
Wie gießt du Birnenmelonen?
Die Birnenmelone mag feuchten Boden, der gut drainiert ist. Wie viel und wie oft du je nach Wachstumsphase gießt, erfährst du im Ratgeber, wie du Birnenmelonen in Beet und Kübel richtig bewässerst.
Klappt der Anbau im Kübel?
Die Birnenmelone ist topfgeeignet, für Gefäße eignet sich Einheitserde. Den Winter verbringt die Pflanze hell und frostfrei. Kübelgröße, Erdmischung und Winterquartier findest du im Ratgeber, wie du Birnenmelonen im Kübel auf Balkon und Terrasse ziehst.
Welche Schädlinge treten auf?
An Birnenmelonen können Weiße Fliegen, Blattläuse und SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. auftreten. Beim Kontrollgang drehe ich einzelne Blätter um und schaue mir die Unterseiten an. Wie du Schadbilder einordnest und vorbeugst, zeigt der Ratgeber, wie du Krankheiten und Schädlinge an Birnenmelonen erkennst.
Was machst du mit der Ernte?
Reife Birnenmelonen isst du frisch als saftig-süßes Obst, gekocht oder gebacken lassen sie sich ebenfalls verwenden. Ideen für den Mixer liefert der Ratgeber, welche Smoothies du aus Birnenmelonen zubereitest. Die Birnenmelone ist ein Lebensmittel, kein Heilmittel: Was bei Exoten auf den Teller gehört, fasst der Abschnitt Küche und Sicherheit im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten zusammen.



