Lampionblumen aussäen: kühl vorziehen, pikieren, auspflanzen
- Lampionblumen säst du von März bis Juni, in Schalen unter Glas oder ab Mai im Saatbeet.
- Die Samen kommen 0,5 bis 1 cm tief in die Erde.
- Lampionblumen keimen kühl, bei 5 bis 18 °C.
- Bis zur Keimung vergehen 14 bis 30 Tage.
- Pikierte Sämlinge kommen einzeln in Töpfe oder ins Saatbeet, ausgepflanzt wird im April und Mai.

Bei der Lampionblume stelle ich die Saatschale nicht in die Wärme, sondern an einen hellen, kühlen Platz. Ihre Samen keimen bei 5 bis 18 °C. Ausgesät wird von März bis Juni, in Schalen unter Glas oder ab Mai draußen im SaatbeetDas Saatbett ist die vorbereitete obere Bodenschicht eines Beetes, in die du säst. Es soll eben, frei von Steinen und groben Schollen und feinkrümelig sein, und zwar umso feiner, je feiner die Samen sind.. Hier findest du beide Wege, dazu Saatgut, Erde, das PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und den Zeitpunkt, an dem die Jungpflanzen ins Beet dürfen.
Gemeint ist die Lampionblume Physalis alkekengi, auch Blasenkirsche genannt. Mit der Andenbeere Physalis peruviana ist sie verwandt, bei der Aussaat darfst du die beiden aber nicht gleichsetzen.
Die Eckdaten für die Aussaat
| Was | Lampionblume (Physalis alkekengi) |
|---|---|
| Aussaatzeit | März bis Juni |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimtemperatur | 5 bis 18 °C |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage |
| Pflanzzeit | April bis Mai |
| Abstand | 30 cm in der Reihe, 30 cm zwischen den Reihen |
| Licht | sonnig bis halbschattig |
| Erntezeit der Lampions | September bis Oktober |
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Geeignet ist gut durchlässiger Boden. Sonne oder Halbschatten sind geeignet; kann ohne angemessene Kontrolle lästig werden.
- Bodenart
Kalkhaltige, lehmige und sandige Böden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.
- Substrat
Der Boden sollte gut durchlässig sein.
- Anbauort
Die Pflanze eignet sich für Beete und Rabatten sowie Bauerngärten, Stadt- und Hofgärten.
Aussaat und Vermehrung
- Saattiefe
Das angebotene Saatgut etwa 0,5 - 1 cm tief säen.
Pflege
- Pflege
Kleine Teilstücke zunächst eintopfen und leicht schattig im Frühbeet halten, bis sie gut etabliert sind.
- Düngung
Lampionblumen im Kübel von Juni bis Oktober regelmäßig mit Flüssigdünger versorgen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist mehrjährig.
- Verwendung
Die Pflanze eignet sich für Blumenrabatten und Beete.
Wann säst du Lampionblumen aus?
Das AussaatfensterDas Aussaatfenster ist der Zeitraum im Jahr, in dem eine Pflanzenart sinnvoll ausgesät werden kann. Es richtet sich vor allem nach dem Temperaturanspruch der Art, der Bodentemperatur und der Frostgefahr. der Lampionblume reicht von März bis Juni. Im März und April säe ich im Frühjahr in Schalen unter Glas, denn das Saatbeet draußen ist erst ab Mai an der Reihe. Rechne mit einer Kulturdauer von 168 bis 196 Tagen. Geerntet werden die Lampions im September und Oktober.
Alle Termine für Fruchtgemüse und Exoten hast du mit dem Aussaatkalender zum Ausdrucken im Blick.
Geht auch eine Aussaat im Herbst?
Eine Herbstaussaat liegt außerhalb des Aussaatfensters, deshalb plane ich sie nicht ein. Die Samen lägen den ganzen Winter im Beet, wo Tiere und Nässe an sie herankommen können. Etwas Ähnliches erledigt die Lampionblume allerdings selbst: Bleiben reife Lampions im Beet, können dort Sämlinge von allein auflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen.. Wie du das nutzt, steht weiter unten bei der SelbstaussaatSelbstaussaat heißt, dass sich eine Pflanze ohne Zutun des Gärtners über ihre Samen verbreitet. Die Sämlinge tauchen dann auch an Stellen auf, an denen niemand sie gepflanzt hat..
Was das Klima am Zeitpunkt ändert
In rauen Lagen ziehe ich lieber in der Schale vor, weil ich dort Temperatur und Feuchte selbst steuere. Für das Saatbeet zählt neben dem Kalender auch der Boden. Gesät wird erst, wenn er abgetrocknet ist, denn nasser Gartenboden verdichtet, sobald du ihn betrittst.
Saatgut, Erde und Material vorbereiten
Saatgut: auf den botanischen Namen achten
Achte beim Kauf auf den Namen Physalis alkekengi. Steht auf der Tüte nur „Physalis“, prüfe die Angaben genau, denn dahinter kann sich die Andenbeere verbergen. Die braucht zum Keimen deutlich mehr Wärme.
Samen aus eigenen Lampions gewinnen
Aus reifen Lampions kannst du Samen selbst gewinnen. Ich öffne die Hülle, drücke die Beere auf und gebe die Samen mitsamt Fruchtfleisch in sauberes Wasser. Dort weiche ich sie ein und spüle sie über 2 Tage täglich durch, bis sich das Fruchtfleisch löst. Das Einweichwasser schütte ich jedes Mal weg. Danach lasse ich die Samen auf Küchenpapier trocknen. Getrocknet lassen sie sich lagern, denn die Samen gelten als orthodox und vertragen trockene Lagerung.
Bei der Lampionblume sind die grüne Pflanze, besonders die unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig. Sie können Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Nimm für die Samengewinnung nur reife Lampions und iss nichts von den Beeren.
Erde und Gefäße
Für die Saatschale nehme ich lockere, nährstoffarme Aussaaterde ohne Torf. Schalen und Töpfe brauchen Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Alte Topferde, in der Wurzelfäule aufgetreten ist, kommt bei mir nicht in die Anzucht. Feuchte die Erde vor der Aussaat leicht an, sodass sie krümelt und nicht klebt.
Muss das Saatgut behandelt werden?
Gekauftes Lampionblumen-Saatgut lege ich ohne Vorbehandlung in die Erde. Wichtiger ist mir saubere Ausrüstung: frische Aussaaterde und ausgewaschene Schalen. Selbst gewonnene Samen sind nach dem Spülen und Trocknen bereit für die Aussaat.
Saatschale mit Abzugslöchern, torffreie Aussaaterde, durchsichtige Abdeckung, Gießkanne mit feiner Brause, PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch., Etiketten und ein wasserfester Stift.
Vorziehen in der Schale: Schritt für Schritt
- Fülle die Schale mit Aussaaterde und drücke die Oberfläche leicht an.
- Lege die Samen mit etwas Abstand zueinander aus, damit du die Sämlinge später einzeln greifen kannst.
- Bedecke sie 0,5 bis 1 cm hoch mit Erde und drücke sie sacht an.
- Gieße mit feiner Brause, sodass die Samen an ihrem Platz bleiben.
- Leg die Abdeckung auf und stell die Schale hell, bei 5 bis 18 °C.
- Halte die Erde gleichmäßig feucht, bis die Keimlinge erscheinen.
Die Lampionblume gilt nicht als Lichtkeimer, deshalb kommen ihre Samen unter die Erde. Hell steht die Schale trotzdem, damit die Keimlinge sofort Licht haben. Bis zur Keimung vergehen 14 bis 30 Tage.
Lampionblumen nach einer Anleitung für Andenbeeren warm stellen. Andenbeeren keimen bei 20 bis 25 °C, Lampionblumen bei 5 bis 18 °C. Ein Platz, der für Andenbeeren passt, liegt damit über dem Keimbereich der Lampionblume.
Ich beschrifte jede Schale mit dem botanischen Namen und dem Aussaatdatum. Lampionblumen und Andenbeeren stehen bei mir oft gleichzeitig in der Anzucht, brauchen aber unterschiedliche Plätze. Mit dem Datum sehe ich beim Gießen, ob die Schale noch im Rahmen der Keimdauer liegt.
Direkt ins Saatbeet säen
Ab Mai kannst du Lampionblumen draußen in ein Saatbeet säen. Lockere den Boden, entferne Unkraut und grobe Steine und harke die Oberfläche fein. Zieh dann Rillen von 0,5 bis 1 cm Tiefe, lege die Samen hinein und schließe die Rillen mit feiner Erde.
Im Saatbeet ziehst du die Sämlinge heran und verpflanzt sie ab dem Sommer an ihren endgültigen Platz. Säst du gleich dorthin, wo die Pflanzen bleiben sollen, plane das ganze Raster ein. Zwischen den Reihen hältst du 30 cm Abstand. In der Reihe lässt du nach dem Auflaufen alle 30 cm eine kräftige Pflanze stehen und ziehst die übrigen heraus. Ob und wie du die Triebe später stützt, gehört zur Pflege im Beet.
Gießen nach der Direktsaat
Gieße die Rillen mit feiner Brause an, damit die Samen nicht weggeschwemmt werden. Bis die Keimlinge da sind, halte ich die Saatreihen gleichmäßig feucht. Dafür prüfe ich mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch Wasser hat. Steht Wasser in den Rillen, hast du zu viel gegossen, denn Lampionblumen mögen frischen, gut durchlässigen Boden.
Selbstaussaat nutzen und bremsen
Lampionblumen verwildern leicht und können ohne Kontrolle lästig werden. Bleiben reife Lampions im Beet, können dort Sämlinge von selbst auflaufen. Willst du sie nutzen, verpflanzt du sie wie gesäte Sämlinge an den gewünschten Platz. Soll sich die Pflanze nicht ausbreiten, schneide die Fruchtstände ab, bevor die Samen reif sind. Weil die Lampionblume mehrjährig ist, plane ich ihren festen Platz vorher im Beetplaner ein.
Lampionblumen im Topf aussäen
Die Lampionblume eignet sich auch für Töpfe. Ich säe dafür in kleine Töpfe mit Abzugsloch, genauso tief wie in der Schale. Die Töpfe kannst du je nach Wetter umstellen. Später ziehen die Pflanzen in ein größeres Gefäß um. Welches Gefäß und welche Erde sie auf Dauer brauchen, steht im Ratgeber, wie Lampionblumen im Kübel wachsen und überwintern.
Pflege nach der Aussaat
Gießen
Gieße die Saatschale mit feiner Brause, damit die Oberfläche nicht verschlämmt. Bei torffreier Erde prüfe ich vor dem Gießen die Feuchte unter der Oberfläche. Eine trockene Oberfläche kann nämlich feuchtes Substrat darunter verdecken. Unter der Abdeckung sammelt sich Kondenswasser. Sobald die ersten Keimlinge stehen, lüfte ich, damit die Luft um die Sämlinge nicht dauerhaft feucht bleibt.
Temperatur und Licht
Nach dem Keimen lasse ich die Sämlinge am selben hellen, kühlen Platz stehen, bis ich pikiere. Werden sie lang und blass, kann das auf Lichtmangel hindeuten. Dann stelle ich die Schale ans hellste Fenster und drehe sie, wenn sich die Sämlinge zur Scheibe neigen. Draußen steht die Lampionblume später sonnig bis halbschattig.
Pikieren
Pikiere, sobald sich nach den KeimblätternKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. die ersten echten Laubblätter zeigen und die Sämlinge sich gegenseitig bedrängen. Die Sämlinge kommen einzeln in Töpfe oder ins Saatbeet. So gehe ich dabei vor:
- Töpfe mit frischer Erde füllen und mit dem Pikierstab ein Pflanzloch vorstechen.
- Den Sämling mit dem Pikierstab von unten anheben und an einem Keimblatt halten, nie am Stängel.
- Ihn bis knapp unter die Keimblätter einsetzen, die Erde sacht andrücken und angießen.
- Die Töpfe aus der prallen Sonne stellen, bis die Sämlinge wieder straff stehen.
Wann kommen die Jungpflanzen ins Beet?
Lampionblumen pflanzt du im April und Mai aus. Sämlinge aus einer späteren Aussaat oder aus dem Saatbeet verpflanzt du ab dem Sommer an ihren endgültigen Platz.
Vorher gewöhne ich vorgezogene Pflanzen an draußen. Tagsüber stehen sie zuerst im Halbschatten, dann schrittweise in der Sonne. Die erwachsene Lampionblume ist winterhart, junge Pflanzen aus dem Haus sind aber geschützte Bedingungen gewohnt. Meldet der Wetterbericht nach dem Auspflanzen noch Frost, lege ich ein Vlies über sie.
Ins Beet kommen sie an einen sonnigen bis halbschattigen Platz mit gut durchlässigem Boden. Wie du setzt, angießt und die Pflanzen über den Sommer versorgst, steht im Ratgeber, wie du Lampionblumen im Beet pflanzt und gießt.
Probleme bei Sämlingen und Jungpflanzen
Was du an den jungen Pflanzen siehst, ist ein Hinweis und noch keine Diagnose. So gehe ich die häufigsten Beobachtungen an:
| Was du siehst | Kann darauf hindeuten | Was ich tue |
|---|---|---|
| Nach Ablauf der Keimdauer ist nichts aufgelaufen | Schale über dem Keimbereich, Samen zu tief oder Erde zwischendurch trocken | Temperatur und Feuchte unter der Oberfläche prüfen, beim nächsten Satz die Saattiefe kontrollieren |
| Sämlinge werden lang und blass | Lichtmangel | Schale ans hellste Fenster stellen |
| Sämlinge welken trotz feuchter Oberfläche | Wassermangel in der Tiefe oder Staunässe | Feuchte mit dem Finger prüfen, Abzugslöcher freihalten |
| Blätter der Jungpflanzen werden gelblich | Nährstoffmangel in der mageren Aussaaterde | in frische Erde umsetzen |
| Fraßspuren an Sämlingen im Beet | Schnecken | Pflanzen kontrollieren und Schnecken absammeln |
Lampionblume und Andenbeere: Aussaat im Vergleich
Beide heißen Physalis und tragen ihre Früchte in einer Hülle. Bei Aussaat und Pflege unterscheiden sie sich aber deutlich.
| Lampionblume (Physalis alkekengi) | Andenbeere (Physalis peruviana) | |
|---|---|---|
| Keimtemperatur | 5 bis 18 °C | 20 bis 25 °C |
| Keimdauer | 14 bis 30 Tage | 7 bis 20 Tage |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm | 0,2 bis 1 cm |
| Pflanzzeit | April bis Mai | Mai |
| Licht | sonnig bis halbschattig | sonnig |
| WinterhärteWinterhärte, auch Frosthärte genannt, beschreibt, wie viel Frost eine Pflanze verträgt. Winterharte Arten überstehen den Winter im Freien, empfindliche musst du vor dem Frost ernten oder schützen. | winterhart | nicht winterhart |
| Lebensdauer | mehrjährig | einjährig |
| Erntezeit | September bis Oktober | August bis Oktober |
| Pflegehinweis | verwildert leicht, Ausbreitung im Blick behalten | Triebe stützen, weil sie ohne Halt leicht abbrechen; nicht zu reich düngen |
| Früchte | grüne Pflanze, unreife Beeren und Wurzelstock giftig | reife Früchte essbar, ohne die papierartige Kelchhülle |
Bei der Lampionblume sind grüne Pflanze, unreife Beeren und Wurzelstock giftig, von der Andenbeere isst du die reifen Früchte. Wer Früchte für die Küche will, sät deshalb Andenbeeren und prüft vor dem Kauf den botanischen Namen.
Wie es nach dem Auspflanzen weitergeht
Die Lampionblume ist winterhart und wächst mehrjährig. Wie die Pflanzen durchs Jahr und durch den Winter kommen, steht im Abschnitt Pflege und Überwintern im Überblick zu Exoten und Gemüse-Raritäten. Im selben Überblick findest du auch Standort und Boden sowie Küche und Sicherheit.
Im Kübel bekommen Lampionblumen von Juni bis Oktober regelmäßig Flüssigdünger. Mehr zum Düngen steht im Überblick unter Gießen und Düngen.
Zur Ernte der Lampions hilft dir der Überblick unter Ernte und Lagern weiter. Wie aus den Blüten die Laternen werden, zeigt der Ratgeber, wann die Lampionblume blüht und wie ihre Laternen entstehen.



