Exotische Gemüsesorten: sieben Raritäten für deinen Garten im Porträt
- Okra kann bis zu 2,5 m hoch werden und will einen warmen, sonnigen Platz.
- Luffa erntest du jung als Gemüse, ausgereift liefert sie ein Fasergerüst für Schwämme.
- Die Meterbohne „Metro“ wächst im Gewächshaus am besten.
- Tomatillos sind erntereif, sobald die Früchte ihre papierartige Hülle sprengen.
- Horngurken erntest du beim Farbumschlag von Grün nach Gelb und lässt sie nachreifen.
- Bitter schmeckende Kalebassen spuckst du aus, denn Kochen zerstört die Bitterstoffe nicht.
Du willst Gemüse ernten, das kaum ein Nachbar im Beet hat? Exotische Gemüsesorten wie Okra, Luffa oder Horngurke wachsen auch im heimischen Garten, wenn du ihnen Wärme, Schutz und genug Platz gibst. Ich plane solche Raritäten immer zuerst nach ihrem Platzbedarf und erst danach nach Aussehen und Geschmack. In den Kurzporträts erfährst du, wie die sieben Arten wachsen, wo sie stehen wollen und woran du ihre Erntereife erkennst.
Welche exotischen Gemüsesorten wachsen auch bei uns?
Die sieben Exoten kommen aus verschiedenen Pflanzenfamilien und Weltgegenden. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Wärme brauchen. Die Tabelle zeigt dir, was jede Art auszeichnet und wo sie gut steht.
| Art | Botanischer Name | Was sie auszeichnet | Wo sie gut steht |
|---|---|---|---|
| Okra | Abelmoschus esculentus | Schoten und große Blüten, bis zu 2,5 m hoch | warm und sonnig, sonst im Gewächshaus |
| Luffa-Gurke | Luffa aegyptiaca | jung ein Gemüse, ausgereift ein Schwamm | warm und geschützt, mit Kletterhilfe |
| Kalebasse | Lagenaria siceraria | Früchte mit verholzter Hülle | nicht neben Kürbis, Melonen und Ziergurken |
| Meterbohne | Vigna unguiculata | sehr lange Hülsen | Sorte „Metro“ am besten im Gewächshaus |
| Tomatillo | Physalis philadelphica | Früchte in einer papierartigen Hülle | warm und sonnig |
| Horngurke (Kiwano) | Cucumis metuliferus | stachelige Früchte, die nachreifen | wie die Gurke, am Rankgerüst |
| Käsekraut | Paederia lanuginosa | Blätter mit Käsearoma beim Kochen | warm und sonnig, Winter im Haus |
Okra: Was braucht die Schotenpflanze?
Die Okra stammt ursprünglich aus Afrika und mag ein warmes, mildes Klima. Wenn anderes Gemüse in der prallen Mittagssonne die Blätter hängen lässt, fühlt sie sich erst richtig wohl. Gib ihr den wärmsten, sonnigsten Platz im Beet; fehlt so ein Platz, kommt sie ins Gewächshaus.
Plane dabei ihre Größe ein, denn Okra kann bis zu 2,5 m hoch werden. Ihre Schoten können 10 bis 15 cm lang werden und lassen sich vielseitig als Gemüse verwenden. Dazu kommen große Blüten in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe., die das Beet schmücken. Im Gewächshaus setze ich Okra an die Rückwand, damit die hohen Pflanzen den niedrigeren Kulturen kein Licht nehmen.
Luffa-Gurke: Wie wird aus Gemüse ein Schwamm?
Die Luffa-Gurke ist ein Kürbisgewächs und ähnelt in Wuchs und Pflege stark Kürbissen und Gurken. Zieh die Pflanzen im Haus vor und setze sie nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. an einen warmen, geschützten Platz. Ihre Ranken brauchen Halt, und rankende Pflanzen finden an feinen Netzen oder Gittern gute Kletterhilfen. An den Trieben erscheinen kleine gelbe Blüten, aus denen sich die Früchte entwickeln.
Wofür du eine Frucht nutzt, entscheidest du mit dem Erntezeitpunkt. Jung und grün geerntet, kommt die Luffa als Gemüse in die Küche. Lässt du sie ausreifen, bildet sie ein Fasergerüst, das sich als Schwamm nutzen lässt. Die reifen Früchte sind gelb und brüchig. Ich trockne sie nach, schäle sie und reinige das Fasergerüst, bis es sauber ist.
Bindest du Luffa-Triebe an, lass der Bindung Platz für das Dickenwachstum und nimm keinen Draht. Draht und Metall können in dicker werdende Triebe einschneiden. Auch weiche Bindungen prüfst du immer wieder und lockerst sie, wenn sie zu eng sitzen.
Kalebasse: Gemüse oder Gefäß?
Die Kalebasse stammt aus Afrika und gehört zu den Kürbisgewächsen. Mit unseren heimischen Kürbissen und Gurken ist sie trotzdem nur entfernt verwandt. Genutzt wird sie seit sehr langer Zeit: jung als Gemüse, ausgereift als Flasche oder als Material für Musikinstrumente.
Die Früchte einer Kalebassenmischung werden 20 bis 40 cm groß. Ihre verholzten Hüllen lassen sich als Gebrauchsgegenstände nutzen, etwa als Flasche. Willst du Kalebassen essen, wählst du Saatgut, das ausdrücklich als essbar angeboten wird.
Beim Beetplan lohnt ein Blick auf die Nachbarn. Unverträglich sind für die Kalebasse Wassermelonen, Melonen, Kürbis, Hörnchenkürbis und Ziergurken. Welche anderen Nachbarn passen, prüfst du im Planer für Mischkulturen.
Kalebasse, Luffa und Horngurke gehören zu den Kürbisgewächsen. Schmeckt eine ihrer Früchte bitter, spuckst du den Bissen aus und entsorgst die Frucht. Die Bitterstoffe, die Cucurbitacine, überstehen Kochen, Braten, Einmachen und Backen. Früchte, die als Zierfrüchte angeboten werden, probierst du gar nicht erst.
Meterbohne: Gewächshaus oder Freiland?
Die Meterbohne verdankt ihren Namen den sehr langen Hülsen. In Afrika und Asien ist sie eine verbreitete Nutzpflanze, bei uns zählt sie zu den Raritäten. Die Sorte „Metro“ wächst im Gewächshaus am besten. Ins Freiland gehört sie nur in sehr warmen, windgeschützten Lagen.
Im Kleingewächshaus behalte ich Temperatur und Luftfeuchte im Blick. Ein Minimum-Maximum-Thermometer und ein HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist. zeigen dir, wie sich beide entwickeln. Dabei kontrolliere ich auch die Blattunterseiten, denn weißliche Sprenkel und später feine Gespinste können auf SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. hindeuten.
Die Fläche, die du an einem Kleingewächshaus zum Lüften öffnen kannst, sollte mindestens ein Viertel der Gewächshausfläche betragen.
In der Küche verwendest du die jungen Hülsen gegart, zum Beispiel aus dem Wok. Triebspitzen und Blätter lassen sich als Spinatgemüse kochen.
Tomatillo: Wann ist die Frucht in der Hülle reif?
Die Tomatillo ist eine Verwandte der Tomate und stammt ursprünglich aus Mexiko. Dort ist sie die Grundlage der Salsa Verde und kommt in viele Gerichte. Je nach Sorte und Reifegrad reicht ihr Aroma von süß bis säuerlich.
Als NachtschattengewächsNachtschattengewächse sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten Kartoffeln, Tomaten, Paprika und Auberginen gehören. Weil sie für dieselben Krankheiten anfällig sind, sollen sie nicht direkt nacheinander auf demselben Beet stehen. mag die Tomatillo es warm und sonnig, und an einem passenden Platz ist sie unkompliziert. Im Frühjahr ziehst du sie wie Tomaten oder Paprika vor und pflanzt sie nach den Eisheiligen ins Freiland. Ich wähle früh reifende Sorten, damit die Früchte im Sommer genug Zeit zum Ausreifen haben.
Reif zum Ernten sind Tomatillos, sobald die Früchte ihre papierartige Hülle sprengen. Die Fruchtfarbe hängt von der Sorte ab und kann grün, gelb oder violett sein. Reife Früchte fallen zu Boden, deshalb sammle ich auch unter den Pflanzen. Geerntete Tomatillos lagere ich im Kühlschrank und schaue nach, ob sie noch fest sind.
Die Tomatillo gehört zur Gattung Physalis, ist aber weder Andenbeere noch Lampionblume. Bei der Lampionblume Physalis alkekengi sind die grüne Pflanze, vor allem ihre unreifen Beeren, und der Wurzelstock giftig. Wer davon isst, kann Magen-Darm-Beschwerden bekommen.
Horngurke: Wann erntest du die Kiwano?
Die Horngurke, auch Kiwano genannt, ist eine robuste Gemüsepflanze aus Afrika und gehört wie die Gurke zur Gattung Cucumis. Anzucht und Pflege ähneln deshalb denen der Gurke. Ich gebe ihr ein Rankgerüst und leite die Triebe daran nach oben.
Die Früchte erntest du, wenn ihre Farbe von Grün nach Gelb umschlägt. Zieh dafür dicke Gartenhandschuhe an, denn die Schale trägt Stacheln. Spätestens vor dem ersten Frost holst du alle Früchte herein. Vor dem Verzehr reifen die Früchte noch nach. Ich lege sie dafür an einen kühlen Ort, nicht in den Kühlschrank.
Zum Essen schneidest du die Frucht der Länge nach auf und löffelst Samen und Fruchtfleisch heraus. Ausgereift schmeckt das Fruchtfleisch süßlich und erinnert an exotische Früchte. Du kannst es pur essen oder durch ein Mulltuch zu Saft pressen.
Käsekraut: Wie ziehst du das Würzkraut mit Käsearoma?
Das Käsekraut ist in Vietnam eine verbreitete Gewürzpflanze. Sein Geschmack erinnert an reifen Käse. Geruch und Aroma entfalten sich aber erst, wenn du die Blätter schneidest und kochst.
Aus Samen lässt sich das Käsekraut nur schwer ziehen. Kauf deshalb eine fertige Pflanze und überwintere sie im Haus. Kälte schadet dem Würzkraut, ins Freiland darf es erst nach den Eisheiligen.
Davon abgesehen ist das Käsekraut sehr wüchsig und robust, sodass du laufend junge Sprossen und Blätter ernten kannst. Die ausladende Pflanze braucht Platz und einen warmen, sonnigen Standort. Ich dünge sie mit einem stickstoffhaltigen Dünger und halte die Erde mäßig feucht.
In der Küche lädt das Käsekraut zum Ausprobieren ein: als Brotaufstrich, als Pizzabelag oder gebraten als Gemüse.
Was brauchen alle Exoten vor dem Auspflanzen?
Die wärmeliebenden Arten dieser Liste kommen erst ins Freie, wenn keine Fröste mehr zu erwarten sind. Vorgezogene Jungpflanzen gewöhnst du vorher tagsüber zuerst im HalbschattenHalbschatten nennt man einen Standort, an den die Sonne nur einen Teil des Tages direkt scheint, bis zu etwa vier Stunden. Typisch sind die Ost- und Westseite von Gebäuden und Mauern oder Plätze unter Bäumen mit dichter Krone. und dann schrittweise in der Sonne an draußen. Wie Aussaat und Vorkultur bei Exoten grundsätzlich ablaufen, zeigt dir der Überblick zu Aussaat und Vorkultur bei Exoten.
Die Termine weiterer Exoten wie Aubergine und Andenbeere hängst du dir als Aussaattermine zum Ausdrucken an die Wand.
Kalebasse, Luffa und Horngurke sind KürbisgewächseKürbisgewächse (Cucurbitaceae) sind eine Pflanzenfamilie, aus der vor allem Gurken, Melonen, Wassermelonen und Kürbisse samt Zucchini angebaut werden. Typisch sind frostempfindliche, meist rankende Arten, die männliche und weibliche Blüten getrennt an derselben Pflanze tragen.. Vor dem erneuten Anbau derselben Pflanzenfamilie hältst du Anbaupausen ein, auch in einer Mischkultur. Plane die drei im FruchtwechselFruchtfolge ist die geplante Reihenfolge, in der verschiedene Gemüsearten über die Jahre auf demselben Beet wachsen. Wechselst du jedes Jahr die Pflanzenfamilie, sinkt das Risiko für Krankheiten und Schädlinge, und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. deshalb als eine Gruppe und ordne ihre Flächen über mehrere Jahre im Beetplaner für den Fruchtwechsel.





