Essbare Passionsblumen: Maracuja, Granadilla und Curuba im Vergleich
- In der Gattung Passiflora tragen etwa 50 bis 60 Arten essbare Früchte.
- Die Purpurgranadilla, die violette Maracuja, hat eine orangegelbe, süßsäuerliche Pulpe.
- Die gelbe Maracuja ist säurereicher und eignet sich für die Verarbeitung.
- Die Süße Granadilla hat eine grauweiße, süßere Pulpe.
- Die Curuba trägt zylindrische Früchte mit säuerlich-aromatischer Pulpe.
- Pulpe samt Samen auslöffeln oder für Saft durch ein feines Sieb streichen.
Eine Passionsblume am Zaun bedeutet noch keine Ernte für die Küche. Die Gattung Passiflora umfasst über 550 Arten. Essbare Früchte tragen davon nur etwa 50 bis 60. Wenn ich eine Passionsblume wegen der Früchte aussuche, lese ich deshalb zuerst den botanischen Namen auf dem Etikett und erst danach die Blütenbeschreibung. In diesem Vergleich findest du die violette und die gelbe Maracuja, die Süße Granadilla und die Curuba: wie sie aussehen, wie sie schmecken und wie du sie isst.
Welche Passionsblumen tragen essbare Früchte?
Für Kübel und HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. eignet sich die Maracuja (Passiflora edulis). Es gibt sie mit violetten und mit gelben Früchten. Die violettfrüchtige Form kennst du vielleicht auch unter dem Namen Purpurgranadilla. Zwei weitere Arten mit essbaren Früchten sind die Süße Granadilla (Passiflora ligularis) und die Curuba. Wegen ihrer länglichen Früchte heißt die Curuba auch Bananen-Passionsfrucht.
Iss nur Früchte von Passionsblumen, deren Art du sicher bestimmt hast. Weil nur ein kleiner Teil der Gattung essbare Früchte trägt, gehört die Frucht einer unbekannten Zierpassionsblume nicht auf den Teller.
Maracuja, Granadilla und Curuba im Vergleich
Auf einen Blick unterscheiden sich die vier Früchte in Größe, Schale und Geschmack der Pulpe.
| Art | Frucht | Pulpe und Geschmack |
|---|---|---|
| Violette Maracuja, Purpurgranadilla (Passiflora edulis) | 3,5 bis 5 cm groß, purpurviolett | orangegelb, süßsäuerlich |
| Gelbe Maracuja (Passiflora edulis f. flavicarpa) | 6 bis 8 cm Durchmesser, hellgelbe Schale | säurereicher, für die Verarbeitung |
| Süße Granadilla (Passiflora ligularis) | 7 bis 10 cm groß, Schale orangefarben und weiß gesprenkelt | grauweiß, süßer |
| Curuba, Bananen-Passionsfrucht | zylindrisch, etwa 10 cm lang und 3 bis 4 cm breit | orangegelb, säuerlich-aromatisch |
Violette Maracuja oder Purpurgranadilla (Passiflora edulis)
Die violettfrüchtige Maracuja ist eine immergrüne Kletterpflanze. Zur Reife färben sich ihre Früchte violett. Als Purpurgranadilla trägt sie 3,5 bis 5 cm große, purpurviolette Früchte. Darin steckt eine orangegelbe Pulpe, die süßsäuerlich schmeckt. Die Triebe werden mehrere Meter lang, deshalb braucht die Pflanze ein Klettergerüst oder Spalier. Im Haus ist bei ihr Handbestäubung erforderlich. Für die Sortenwahl lohnt der Blick, welche Maracuja-Sorte nach Klima, Platz und Bestäubung zu deinem Garten passt.
Gelbe Maracuja (Passiflora edulis f. flavicarpa)
Die gelbe Form trägt Früchte mit 6 bis 8 cm Durchmesser und hellgelber Schale. Geschmacklich ist sie säurereicher und eignet sich für die Verarbeitung. Bei der BestäubungBestäubung nennt man die Übertragung von Pollen, dem Blütenstaub aus den Staubblättern, auf die Narbe einer Blüte. In unseren Breiten übernehmen vor allem Wind und Insekten diesen Transport. hat sie eine Besonderheit: Gelbe Formen brauchen Pollen einer genetisch unterschiedlichen, kompatiblen Pflanze. Weil jede Maracuja mehrere Meter lange Triebe bildet, planst du für die gelbe Form also Rankfläche für zwei Pflanzen ein.
Beim Pflanzenkauf notiere ich den vollständigen Namen bis zur Form, also Passiflora edulis oder Passiflora edulis f. flavicarpa. Die Selbstverträglichkeit hängt bei der Maracuja von Form und Sorte ab, und mit der Notiz kann ich das später nachschlagen.
Süße Granadilla (Passiflora ligularis)
Die Süße Granadilla bildet 7 bis 10 cm große Früchte. Die Schale ist orangefarben und weiß gesprenkelt. Innen sitzt eine grauweiße Pulpe, die süßer ist als die der Maracuja. Wer die Säure der Maracuja beim Auslöffeln zu kräftig findet, greift deshalb zur Granadilla.
Curuba oder Bananen-Passionsfrucht
Die Curuba bildet zylindrische Früchte, die etwa 10 cm lang werden. In der Breite messen sie 3 bis 4 cm. Wegen dieser länglichen Form läuft sie auch als Bananen-Passionsfrucht, botanisch als Passiflora mollissima. Die orangegelbe Pulpe schmeckt säuerlich-aromatisch.
Wie schmecken Passionsfrüchte, und welche passt zu dir?
Säuerlich-aromatisch schmeckt die Curuba, süßsäuerlich die violette Maracuja. Die gelbe Maracuja ist säurereicher als die violette. Am süßen Ende steht die Süße Granadilla, deren Pulpe süßer ist als die der Maracuja. Ich probiere jede neue Passionsfrucht zuerst pur vom Löffel und entscheide danach, ob sie in Saft oder Dessert kommt.
Welche Passionsfrucht passt zu dir?
- Du magst Säure und machst gern Saft: gelbe Maracuja.
- Du löffelst lieber pur und magst es süßer: Süße Granadilla.
- Du ziehst im Kübel oder Hochbeet: Maracuja, sie ist topfgeeignet.
- Du hast nur Platz für eine Pflanze: Prüf vor dem Kauf die Selbstverträglichkeit der Sorte, denn gelbe Formen brauchen Pollen einer zweiten, genetisch unterschiedlichen Pflanze.
Wie isst man Passionsfrüchte?
Du halbierst die Frucht und löffelst die saftige Pulpe zusammen mit den essbaren Samenkernen aus. Für Saft streichst du die Pulpe durch ein feines Sieb. Rezepte für Getränke, Desserts und Konfitüre findest du im Ratgeber, wie du Maracuja in der Küche verarbeitest.
Was steckt in einer Maracuja?
Für rohe Maracuja nennt die Nährwerttabelle 57 kcal je 100 g essbaren Anteil. Beim Vitamin C liegt der Tabellenwert bei 4,3 mg je 100 g, ein Heil- oder Superfood-Versprechen gibt die Frucht nicht her. Wie sich die Exoten als Lebensmittel einordnen, fasst der Abschnitt Küche und Sicherheit in der Exoten-Übersicht zusammen.
Anbau, Pflege und Ernte in Kürze
Die folgenden Hinweise gelten für die violettfrüchtige Maracuja. Was für alle Exoten gilt, steht im Überblick zu Standort, Pflege und Überwintern der Exoten.
Aussaat
Maracuja säst du im Haus zwischen Januar und Juli bei 20 bis 25 °C aus. Bis die Keimlinge erscheinen, vergehen 30 bis 60 Tage. Den ganzen Weg zeigt der Ratgeber, wie du Maracuja aus Samen ziehst und bis zur Ernte bringst.
Standort
Die Maracuja braucht einen sonnigen Platz und gut drainierten Boden mit reichlich Feuchtigkeit während der Vegetationszeit. Im Kübel sorgt ein Wasserablauf dafür, dass sich keine StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt. bildet.
Pflege und Schnitt
Von Mai bis August blüht die Maracuja, und in dieser Zeit schneidest du sie nicht zurück, wenn du Früchte ernten willst. Im Kübel bekommt sie während des aktiven Wachstums regelmäßig Kübelpflanzen- oder VolldüngerEin Volldünger, auch NPK-Dünger genannt, enthält die drei Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor und Kalium in einem Produkt. Häufig sind zusätzlich Magnesium, Kalzium oder Schwefel beigemischt. über das Gießwasser. Zu viel StickstoffStickstoff (N) ist ein Hauptnährstoff der Pflanzen und vor allem für das Wachstum von Trieben und Blättern nötig. Er ist Baustein von Eiweiß und steckt im Erbgut und im Blattgrün (Chlorophyll). kann starkes Triebwachstum auf Kosten der Blüte fördern.
Bestäubung
Steht die violettfrüchtige Maracuja im Haus, ist Handbestäubung erforderlich; den Handgriff beschreibt die Maracuja-Anbauanleitung. Die Pflanze gilt als nützlingsfreundlich, und warum Passionsblumen für Bienen und andere Insekten wertvoll sind, erklärt ein eigener Ratgeber.
Ernte
Die Erntezeit der Maracuja liegt zwischen August und Oktober. Die violette Form zeigt die Reife durch ihre violette Färbung. Gekaufte Passionsfrüchte sind essreif, wenn sie voll ausgefärbt und relativ schwer sind, und eine leicht runzelige Schale ist dabei kein Mangel.
Überwintern
Die Maracuja ist nicht winterhart. Vor dem Umzug ins Winterquartier düngst du sie nicht mehr, damit die Triebe ausreifen. Im kühlen Wintergarten gießt du mäßig und prüfst regelmäßig, wie feucht die Erde ist.
Krankheiten
ChloroseChlorose ist eine unnatürliche Gelbfärbung der Blätter, weil das Blattgrün schlecht ausgebildet oder zerstört wird. Am häufigsten ist bei uns die Eisenmangel-Chlorose, oft ausgelöst durch kalkhaltigen Boden und Leitungswasser. und Welke können bei der Maracuja auch durch Wurzel- oder Wurzelhalsfäule entstehen und beweisen keinen NährstoffmangelNährstoffmangel heißt, dass eine Pflanze von einem oder mehreren Nährstoffen zu wenig bekommt oder aufnehmen kann. Sie bleibt dann im Wachstum zurück und zeigt Verfärbungen, etwa hellgrünes oder vergilbendes Laub.. Bei gelben Blättern prüfe ich deshalb zuerst mit dem Finger die Feuchte unter der Oberfläche, bevor ich an Dünger denke.





