Inkawurzel anbauen: Yacon in Fruchtfolge und Mischkultur einplanen
- Die Inkawurzel (Yacon, Smallanthus sonchifolius) ist ein Korbblütler wie die Artischocke; für die Anbaupause zählt die ganze Pflanzenfamilie.
- Sie belegt das Beet von der Pflanzung nach den Eisheiligen bis zur Ernte nach dem ersten Frost.
- Artischocke und Inkawurzel gelten als unverträgliche Nachbarn; zwischen den Inkawurzeln bleiben mindestens 80 cm.
- Eine eigene Bodenwirkung der Knolle planst du nicht ein: Den Boden pflegst du über Familienwechsel, Kompost auf schweren Böden und eine Bodenprobe vor dem Düngen.
- Für das Folgejahr hebst du die knospentragenden Rhizomteile am Wurzelhals auf und überwinterst sie frostfrei, ohne dass sie austrocknen.

Die Inkawurzel belegt ihr Beet die ganze Gartensaison. Sie kommt erst nach den EisheiligenDie Eisheiligen sind die Namenstage von fünf Heiligen vom 11. bis 15. Mai. Bauernregeln zufolge häufen sich dann späte Frostnächte, deshalb gelten sie im Garten als Merkdatum für die Spätfrostgefahr. in die Erde und wird erst nach dem ersten Frost ausgegraben. Wer sie ohne Plan unterbringt, hat diese Fläche für die Saison vergeben und muss danach klären, was als Nächstes darauf wachsen darf. Ich trage die Inkawurzel deshalb als Erste in meinen Beetplan ein und verteile die übrigen Kulturen drumherum.
Hier geht es um ihren Platz in Fruchtfolge und Mischkultur und darum, was du dabei für den Boden tun kannst.
Zu welcher Pflanzenfamilie gehört die Inkawurzel?
Inkawurzel und Yacon sind zwei Namen für dieselbe Pflanze, botanisch Smallanthus sonchifolius. Die südamerikanische Knolle gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae), genau wie die Artischocke. Auch der Topinambur zählt zu den Korbblütlern und ist mit der Inkawurzel verwandt.
Für die Fruchtfolge planst du nach dieser Familie. Bevor wieder ein KorbblütlerKorbblütler sind eine Pflanzenfamilie, zu der im Gemüsegarten unter anderem Kopfsalat, Endivie, Chicorée und Schwarzwurzel gehören. In der Fruchtfolge zählen sie zu den besonders gefährdeten Familien und sollten nicht zu häufig auf derselben Fläche stehen. auf dieselbe Fläche kommt, braucht sie eine Anbaupause. Das gilt auch dann, wenn du in Mischkultur gärtnerst. Ich plane deshalb über die Familie und vermerke jedes Jahr, auf welchen Flächen Korbblütler standen.
Die Anbaupausen der übrigen Exoten wie Aubergine, Andenbeere oder Mais findest du im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur im Überblick über Exoten und Gemüse-Raritäten. Den Unterschied zu Kartoffel, Topinambur und Süßkartoffel zeigt dir der Vergleich der Inkawurzel mit anderem Knollengemüse.
Bei der Inkawurzel dienen die großen Wurzelknollen, auch Speicherwurzeln genannt, der Ernte. Vermehrt wird sie über die Rhizome. Das sind die knospentragenden Teile am WurzelhalsDer Wurzelhals ist die Übergangszone zwischen Sprossachse und Hauptwurzel einer Pflanze. Botanisch ist er der untere Teil des Keimstängels und oft etwas verdickt., aus denen die Pflanze im nächsten Jahr neu austreibt. Die Speicherwurzeln allein bilden keinen Neuaustrieb.
Wie lange belegt die Inkawurzel das Beet?
Die Inkawurzel ist in unseren Breiten nicht winterhart. Im Freien steht sie deshalb von den Eisheiligen bis nach dem ersten Frost. So lange ist die Fläche für sie reserviert.
| Schritt | Zeitpunkt | Was das für die Fläche heißt |
|---|---|---|
| Rhizome vortreiben | etwa ab Ende März im Haus | Das Beet ist noch frei. |
| Auspflanzen | nach den Eisheiligen, sobald keine Fröste mehr zu erwarten sind | Ab jetzt ist die Fläche belegt. |
| Ernte | nach dem ersten Frost, wenn das Laub abgestorben ist | Die Fläche wird wieder frei. |
Wie viele Wochen zwischen Auspflanzen und Ernte liegen, hängt davon ab, wann bei dir der erste Frost kommt. Die Termine deiner übrigen Exoten legst du mit dem Aussaatkalender zum Ausdrucken daneben. So siehst du, welche Flächen im Frühjahr noch frei sind.
Ich führe für jedes Beet eine Zeile mit Jahr und Pflanzenfamilie. Die Inkawurzel trage ich dort ausdrücklich als Korbblütler ein, weil ich sie beim Planen sonst gedanklich zu den Knollen sortiere.
Was passt vor und nach der Inkawurzel?
Vorfrucht: was vorher auf dem Beet stand
Vor der Inkawurzel steht eine Kultur aus einer anderen Pflanzenfamilie. Als Vorfrucht bieten sich Leguminosen wie Klee, Wicken und Lupinen an. Sie binden mithilfe ihrer KnöllchenbakterienKnöllchenbakterien, auch Rhizobien genannt, sind Bodenbakterien, die mit Hülsenfrüchtlern wie Erbsen und Bohnen zusammenleben. In kleinen Knöllchen an deren Wurzeln binden sie Stickstoff aus der Luft und machen ihn für die Pflanze nutzbar. Luftstickstoff und können so die Versorgung der FolgekulturEine Folgekultur ist das Gemüse, das auf einem Beet als Nächstes angebaut wird, sobald die vorige Kultur abgeerntet ist – noch im selben Gartenjahr oder im nächsten. verbessern. Wie viel Dünger die Inkawurzel danach noch braucht, richtest du nach dem Pflanzenbedarf und einer Düngeempfehlung auf Grundlage einer Bodenprobe.
Die Inkawurzel auf die alte Topinamburfläche setzen, weil der Termin so gut passt. Topinambur lässt sich von Oktober bis in den März hinein ernten, die Inkawurzel kommt erst nach den Eisheiligen ins Beet. Zeitlich ginge das auf, von der Familie her nicht: Beide sind Korbblütler, und zwischen zwei Kulturen derselben Familie gehört eine Anbaupause.
Nachfrucht: was nach der Ernte kommt
Nach der Inkawurzel folgt wieder eine andere Familie, kein weiterer Korbblütler. Beim Knollenziest treiben Knöllchen, die im Boden geblieben sind, erneut aus. Bei der Inkawurzel bilden die Speicherwurzeln allein keinen Neuaustrieb. Bricht beim Ernten eine Speicherwurzel ab und bleibt im Boden, wächst daraus also keine neue Inkawurzel zwischen deine NachkulturEine Nachkultur ist Gemüse, das im Sommer auf einem frei gewordenen Beet gesät oder gepflanzt wird, nachdem die erste Kultur abgeerntet ist. Es wird noch vor den ersten Frösten reif oder bleibt über den Winter stehen..
Ist das Beet schon Ende September oder Anfang Oktober geräumt, kommt Winterroggen als robuste Gründüngung infrage. Welche Familie wann auf welcher Fläche stand, hältst du über mehrere Jahre im Beetplaner für deine Gemüseflächen fest.
Welche Nachbarn passen in der Mischkultur?
Ein Paar solltest du meiden: Artischocke und Inkawurzel gelten als unverträgliche Nachbarn. Ich plane die beiden deshalb auf getrennten Beeten.
Für alle übrigen Begleiter planst du nach Platz, Licht und Zeit. Zwischen den einzelnen Inkawurzeln bleiben mindestens 80 cm, in der Reihe wie zur Nachbarreihe. Begleiter rechnest du mit ihrer endgültigen Größe ein, nicht mit der Größe beim Pflanzen. Die Inkawurzel braucht einen vollsonnigen Platz. Hohe Begleiter setzt du deshalb so, dass sie ihr ausgewachsen kein Licht nehmen.
Kurzlebige ZwischenkulturenEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht. erntest du ab, bevor sie die Inkawurzel bedrängen. Ihren Fuß halte ich frei von Begleitern, die um dasselbe Wasser konkurrieren, weil die Inkawurzel während der Kultur gut mit Wasser versorgt sein will.
Wie gut eine Kombination funktioniert, hängt von Standort, Licht, Boden und Pflege ab. Eine Mischkultur kann unterstützen, eine Garantie ist sie nicht. Deine geplanten Paare prüfst du im Mischkultur-Planer.
Bevor die Inkawurzel ins Beet kommt:
- Stand auf der Fläche zuletzt ein Korbblütler, etwa Artischocke oder Topinambur?
- Wächst eine Artischocke direkt daneben?
- Bleiben zwischen den Inkawurzeln mindestens 80 cm?
- Nimmt ein hoher Begleiter ihr ausgewachsen die Sonne?
- Liegt für die Düngung eine Bodenprobe vor?
Was bewirkt die Inkawurzel für die Bodengesundheit?
Für den Boden zählt bei der Inkawurzel vor allem ihr Platz in der Fruchtfolge. Sie bringt eine weitere Pflanzenfamilie auf die Fläche, solange davor und danach keine Korbblütler stehen. Alles Weitere liegt an deiner Bodenpflege.
„Die Inkawurzel lockert und düngt den Boden von selbst.“ Auf so eine Eigenwirkung baue ich keine Fruchtfolge. Planbar ist, was du selbst tust: Familien wechseln, schwere Böden mit Kompost verbessern und nassen Boden nicht betreten.
Boden prüfen und pflegen
Die Inkawurzel bevorzugt leichten, sandigen Boden. Welchen Boden du hast, zeigt dir die Fingerprobe: Feuchter Sandboden lässt sich schlecht formen, tonreicher Boden ist klebrig und gut formbar. Auf schwerem Boden arbeitest du regelmäßig Kompost ein. Das verbessert die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk. und damit Luftführung und Wasserdurchlässigkeit.
Bestehende Beete lockere ich mit dem Sauzahn, ohne die Erde zu wenden. Umgraben kommt vor allem bei Neuanlage und sehr schweren Böden infrage. Vor dem Düngen oder Kalken steht eine Bodenprobe. Eine Standarduntersuchung erfasst Kalium, Phosphor und den pH-Wert. Gekalkt wird nach gemessenem pH-Wert, Boden- und Kulturart, oberhalb des Zielbereichs gar nicht.
Als Mulch nehme ich angewelkten Rasenschnitt und trage ihn wiederholt dünn auf, sodass der Boden noch leicht durchscheint. Rindenmulch gehört nicht ins Gemüsebeet.
| Was | Wert | Wofür |
|---|---|---|
| Probentiefe | 0 bis 25 cm | Bodenuntersuchung im Gemüsebeet |
| Einzelproben | 10 bis 15 je einheitlich genutzter Fläche, gemischt | repräsentative Gartenbodenprobe |
| Kompost auf schweren Böden | 3 l je m² als Frühjahrsgabe | allgemeine Empfehlung zur Humusverbesserung im Gemüsegarten |
| Organischer Mulch | etwa 2 bis 3 cm dick | Bodenabdeckung im Gemüsegarten |
Geerntet wird die Inkawurzel nach dem ersten Frost, und nasser Gartenboden verdichtet, wenn du ihn betrittst. Ist der Boden zur Ernte nass, verdichtest du beim Graben also genau die Fläche, auf der im nächsten Jahr die Nachkultur wächst. Ich grabe in dem Fall vom Weg aus und trete nicht ins Beet.
Und im Kübel?
Im Kübel gibt es keine Beetfolge, dort zählt der Umgang mit der alten Erde. Krankheitsfreie Topferde, die im Vorjahr neu eingesetzt wurde, kannst du nach dem Entfernen der alten Wurzelballen weiterverwenden. Substrat mit Erregern von Wurzelfäule scheidest du dagegen aus. Bei Gefäßen bis etwa 30 Liter lässt sich geeignetes altes Substrat auffrischen. Dafür mischst du etwa ein Drittel neue Erde unter. Gefäßwahl und Substrat für die Inkawurzel erklärt der Ratgeber, wie Inkawurzel im Kübel auf Balkon und Terrasse gelingt.
Standort und Pflege in Kürze
Die Inkawurzel braucht einen vollsonnigen, windgeschützten Platz und während der Kultur eine gute Wasserversorgung. Wie du Beet, Pflanzung und Pflege Schritt für Schritt angehst, zeigt der Ratgeber, wie du Inkawurzel im Hobbygarten anbaust und pflegst.
Pflanzgut fürs nächste Jahr sichern
Für den Neuanbau brauchst du die Rhizomteile mit Knospen am Wurzelhals, nicht die Speicherwurzeln. Grab die Pflanzen nach dem ersten Frost aus, sobald das Laub abgestorben ist, und zwar vorsichtig, weil die Knollen leicht brechen. Das knospentragende Pflanzgut überwinterst du frostfrei, und es darf dabei nicht austrocknen. Ich lege es schon beim Ernten getrennt von den Speicherwurzeln ab. Etwa ab Ende März treibst du die Rhizomstücke im Haus vor, mit der Schnittseite nach unten und der Knospe nach oben. Wie du die Speicherwurzeln nach der Ernte behandelst und lagerst, zeigt der Ratgeber, wie du Inkawurzeln erntest und lagerst.




