Quinoa-Ernte: Reife erkennen, trocknen, dreschen und lagern
- Quinoa erntest du von August bis September, wenn die Körner hart sind und sich leicht aus der Rispe lösen.
- Für den Erntetag zählen Kornreife und Kornfeuchtigkeit, die Pflanze muss nicht vollständig abgestorben sein.
- Schneide die Rispen an einem trockenen Tag und fang ausfallende Körner mit Tuch und Papiertüte auf.
- Trockne die Rispen luftig nach, dann reibst du die Körner aus, siebst sie und bläst die Spreu ab.
- Saponine sitzen in der Samenschale, für die eigene Ernte gilt kein Hausverfahren als sicher.

Wann ist Quinoa erntereif?
Bei der Quinoa-Ernte entscheidet der Zeitpunkt über die Qualität der Körner. Schneidest du zu früh, sind die Körner noch nicht ausgereift. Wartest du zu lange, können reife Körner aus den Rispen fallen und im Beet verloren gehen. Ab August gehe ich deshalb mit einer Papiertüte durch meine Reihen und prüfe die Rispen mit den Fingern.
Bis zur Reife braucht Quinoa einen sonnigen Platz und lockeren Boden ohne StaunässeStaunässe entsteht, wenn der Boden Regenwasser nicht schnell genug aufnehmen kann und sich das Wasser im Boden staut. Den Wurzeln fehlt dann Sauerstoff, und die Pflanzen werden geschwächt.. Wie du sie aussäst und bis zur Ernte pflegst, zeigt der Ratgeber, wie du Quinoa im Garten anbaust.
Quinoa wird von April bis Mai gesät und blüht von Juni bis Juli. Geerntet wird von August bis September. Die Kulturdauer liegt bei 133 Tagen.
Woran erkennst du reife Quinoa?
Äußere Zeichen sind vergilbende Blätter, die nach und nach abfallen. Die Rispen nehmen dabei je nach Sorte ihre Reifefarbe an. Verlässlich wird es erst an den Körnern, denn für die Ernte zählen Kornreife und Kornfeuchtigkeit.
Für die Probe reibe ich eine Rispe über der offenen Hand zwischen den Fingern aus. Sind die Körner hart und lösen sich leicht, ist die Rispe reif. Lassen sie sich noch zerdrücken, braucht die Pflanze mehr Zeit. Eine vollständig abgestorbene Pflanze brauchst du für die Ernte nicht.
Warten, bis die ganze Pflanze braun und dürr ist. In dieser Zeit können reife Körner aus den Rispen fallen. Richte dich nach der Körnerprobe, nicht nach dem letzten grünen Blatt.
Bei welchem Wetter erntest du?
Ernte an einem trockenen Tag. Ich schneide erst, wenn Tau und Regen von den Rispen abgetrocknet sind, weil feuchte Rispen beim Nachtrocknen schimmeln können. Reifen nicht alle Rispen gleichzeitig, ernte ich in mehreren Durchgängen und nehme jedes Mal nur die reifen mit.
Ich notiere das Aussaatdatum auf dem Reihenschild. Im August beginne ich die Körnerprobe bei den früh gesäten Reihen.
Quinoa von Hand ernten: so gehe ich vor
Im Garten erntest du Quinoa von Hand. Die rispenartigen BlütenständeEin Blütenstand (botanisch: Infloreszenz) ist der Teil einer Pflanze, an dem sich der Spross verzweigt und mehrere Blüten trägt. Je nach Bauweise unterscheidet man zum Beispiel Traube, Ähre, Dolde, Köpfchen und Rispe. werden bis zu 40 cm lang und hängen voller Körner. Damit möglichst wenig davon verloren geht, arbeite ich ruhig und fange auf, was herausfällt.
Das liegt bei mir am Erntetag bereit:
- scharfe Gartenschere
- Papiertüten für die Rispen
- Plane oder großes Tuch
- Schnur für Bündel
- ein luftiger, regengeschützter Platz zum Nachtrocknen
So gehe ich vor:
- Unter die Pflanzen lege ich eine Plane oder ein Tuch, damit ausfallende Körner nicht im Beet landen.
- Die Rispen schneide ich einzeln mit der Gartenschere ab und stecke sie kopfüber in eine Papiertüte.
- Bei vielen Pflanzen nehme ich die ganzen Stängel und binde sie locker zu Bündeln.
- Tüten und Bündel trage ich ruhig zum Trocknungsplatz, ohne sie zu schütteln.
- Was auf der Plane liegt, schütte ich zum Schluss in eine Schüssel zur übrigen Ernte.
Wie wird Quinoa im Feldanbau geerntet?
Im landwirtschaftlichen Anbau wird Quinoa per Mähdrusch geerntet. Für Drusch und Trocknung gibt es dort feste Richtwerte:
| Schritt im Feldanbau | Richtwert |
|---|---|
| Mähdrusch | Kornfeuchtigkeit unter 35 % gilt als günstig, um Kornverletzungen weitgehend zu vermeiden |
| Trocknung | unmittelbar nach der Ernte auf 10 bis 12 % Kornfeuchtigkeit |
| Korntemperatur beim Trocknen | darf 40 °C nicht überschreiten |
Kornfeuchtigkeit ist der Anteil Wasser im Korn, angegeben in Prozent.
Die Werte gelten für den Feldanbau mit Trocknungstechnik. Ich messe im Garten keine Kornfeuchte, sondern prüfe die Körner mit den Fingern. Auch im Feldanbau sind frisch gedroschene Körner noch nicht fertig, denn das Erntegut wird direkt danach weiter heruntergetrocknet. Erntereif heißt also nicht lagerfertig, und auch auf deine Handernte folgt ein eigener Trocknungsschritt.
Wie trocknest du Quinoa nach der Ernte?
Ich trockne die Rispen an einem luftigen, regengeschützten Platz, zum Beispiel unter einem Vordach oder in einem trockenen Schuppen. Die Papiertüten hänge ich offen auf, die Bündel kopfüber. Rispen ohne Tüte breite ich locker auf einem Tuch aus und wende sie, wenn ich nach ihnen sehe. Dabei fühle ich jedes Mal an den Körnern.
Fertig sind die Rispen, wenn die Körner hart sind und sich beim Reiben fast von selbst lösen. Ich trockne ohne zusätzliche Wärme, nur mit Luft. Dicht gestapelte Rispen halten die Feuchte, deshalb liegen sie bei mir nie übereinander.
Dreschen und reinigen: So bekommst du saubere Körner
Die trockenen Rispen reibe ich über einer Wanne zwischen den Händen aus. Hartnäckige Rispen stecke ich in einen Stoffbeutel und klopfe ihn mit einem Holzstab aus. Danach liegt in der Wanne ein Gemisch aus Körnern, Rispenresten und leichter Spreu.
Zum Trennen siebe ich zweimal. Das gröbere Sieb hält Stängel und Rispenreste zurück und lässt die Körner durch. Das feinere hält die Körner und lässt Staub und Bruch durchfallen. Quinoa-Samen sind nur 1 bis 2 mm groß, deshalb probiere ich jedes neue Sieb erst an einer kleinen Probe aus.
Die leichte Spreu blase ich zum Schluss weg. Dafür gieße ich die Körner bei leichtem Wind langsam von einer Schüssel in eine zweite. Ein Ventilator auf kleiner Stufe erfüllt denselben Zweck. Unreife, verfärbte oder beschädigte Körner lese ich danach aus.
Arbeite beim Dreschen über einem hellen Tuch. Verirrte Körner siehst du darauf sofort und kannst sie zurück in die Schüssel streichen.
Saponine: Was gilt für selbst geerntete Körner?
In der Samenschale von Quinoa stecken Saponine. Diese Stoffe schmecken bitter und können die Darmschleimhaut schädigen. Bei Quinoa aus dem Handel senkt Waschen oder Schälen ihren Gehalt. Für Körner aus dem eigenen Beet gilt dagegen kein Hausverfahren als sicher.
Mit dem Thema befasst sich auch die Forschung. Das Projekt QUANTUM hat ein technisches System untersucht, mit dem sich Saponine aus in Deutschland erzeugter Quinoa verringern, entfernen und zurückgewinnen lassen. Das Entfernen der Saponine ist also ein eigener Verarbeitungsschritt und kein Nebeneffekt von Trocknen oder Dreschen.
Ich bewahre meine eigenen Körner getrennt von gekaufter Quinoa auf und beschrifte die Gläser mit Sorte und Erntejahr. Hintergründe liefert der Ratgeber dazu, was es mit dem Entfernen der Saponine auf sich hat.
Saponinarme Sorte heißt unbedenklich? Nein. Bei Quinoa werden saponinhaltige und saponinarme Sortentypen unterschieden, „Freyja“ zählt zu den saponinarmen. Eine Freigabe für den Verzehr ist das nicht: Was für die Samenschale gilt, gilt auch für saponinarme Sorten.
Wie lagerst du Quinoa-Körner?
Ich fülle die Körner erst ab, wenn sie durch und durch trocken sind. Abgefüllt wird in Gläser mit Schraubdeckel, die ich kühl und trocken stelle. Beim Öffnen schaue ich auf Schimmel, Larven und Verfärbungen und rieche an den Körnern.
Auch trockene Körner sind vor Vorratsschädlingen nicht sicher. Die Larven des Tabakkäfers zum Beispiel befallen neben Tabakerzeugnissen auch andere trockene Vorräte.
Sichtbar verschimmelte Körner isst du nicht mehr. Entsorge sie sofort.
Saatgut fürs nächste Jahr
Die schönsten Rispen hebe ich als Saatgut auf. Quinoa-Samen gelten im Lagerverhalten als orthodox, vertragen also das Trocknen. Gartensaatgut lagerst du grundsätzlich kühl und trocken. Vor der nächsten Saat zeigt dir eine Probeaussaat mit genau abgezählten Körnern, wie gut dein Saatgut keimt. Zähl dabei nur normal entwickelte Keimlinge, nicht die bloß angekeimten oder missgebildeten.
Was kommt nach der Ernte?
Das Beet
Räumst du dein Quinoa-Beet erst Ende September, eignet sich Winterroggen als robuste GründüngungGründüngung ist eine Bodenpflegemaßnahme: Auf freie Beete säst du Pflanzen, die den Boden schützen und verbessern sollen. Sie werden meist nicht geerntet, sondern abgemäht, als Mulch liegen gelassen oder flach eingearbeitet.. Quinoa selbst kommt erst nach einer AnbaupauseDie Anbaupause ist die Zeit, die vergehen sollte, bevor dieselbe Pflanzenart oder eine Art derselben Pflanzenfamilie wieder auf demselben Beet wächst. Sie beugt Krankheiten und Schädlingen vor, die sich im Boden anreichern. von 3 Jahren wieder auf dieselbe Fläche. Welche Kultur wann wohin wandert, kannst du im Beetplaner über mehrere Jahre einteilen. Den Saattermin im Frühjahr hängst du dir mit dem Aussaatkalender für Exoten zum Ausdrucken an die Wand.
Quinoa in der Küche
In der Küche wird Quinoa in Flüssigkeit aufgekocht und quillt dann im geschlossenen Topf weich. Garmethoden und Aufbewahrung zeigt der Ratgeber, wie du Quinoa zubereitest. Was bei Exoten auf den Teller gehört und wo Vorsicht gilt, fasst der Überblick zu Küche und Sicherheit bei Exoten und Gemüse-Raritäten zusammen.
Schädlinge und Unkraut
Beim Pflanzenschutz steht bei Quinoa das Unkraut im Vordergrund, und das gehört in die Anbauzeit. Wie du bei Exoten nach Art und Schadbild vorbeugst und absammelst, steht im selben Überblick im Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen.





