Erbsen anbauen: Aussaat, Rankhilfe und Ernte für Pal-, Mark- und Zuckererbsen
- Palerbsen ab März säen, Markerbsen und Zuckererbsen ab April.
- Früh erst säen, wenn der Boden abgetrocknet und etwas erwärmt ist, in sehr nasser Erde können Samen faulen.
- Die Samen kommen je nach Sortenangabe 3 bis 5 cm tief in die Erde.
- In der Reihe 3 bis 5 cm Abstand, zwischen den Reihen je nach Gruppe 40 oder 50 cm, hohe Sorten an eine Rankhilfe.
- Rankhilfe stecken, wenn hohe Sorten etwa 10 cm hoch sind.
- Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf stark an.
- Jung und wiederholt durchpflücken, bevor die grünen Samen hart werden.
- Erbsen erst nach 5 Jahren Pause wieder auf dasselbe Beet setzen.

Erbsen kommen schon ab März ins Beet, und das hat einen Haken: In sehr nasser Erde können die Samen faulen, bevor überhaupt etwas aufläuft. Ich greife deshalb im Frühjahr zuerst mit der Hand in den Boden und säe erst, wenn er abgetrocknet ist und sich nicht mehr kalt anfühlt. Danach kommt es beim Erbsenanbau auf drei Entscheidungen an: welche Erbse du säst, wann die Rankhilfe kommt und wann du pflückst.
Palerbse, Markerbse oder Zuckererbse: was du säst
Die Ursprungszentren der Erbse liegen im östlichen Mittelmeerraum sowie in Vorder- und Mittelasien. Im Garten unterscheidest du drei Nutzungsgruppen: Markerbsen für frische Kerne, Zuckererbsen für junge Hülsen samt Samenanlagen und Palerbsen, die du auch ausgereift als Trockensamen nutzen kannst. Für Zuckererbsen gibt es eine eigene Anleitung, die ich weiter unten bei der Vorkultur verlinke.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Bodenart
Tonige, lehmige, sandige oder humusreiche Böden sind geeignet; auf guten Wasserabzug achten.
- Bodenreaktion
Geeignet sind Böden mit pH 6-8.
- Substrat
Der Boden sollte feucht, aber gut durchlässig sein.
- Anbauort
Je nach Sorte ist die Kultur im Freiland, im Gewächshaus, im Hochbeet oder im Topf möglich.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Direktsaat oder Vorkultur in tiefen Anzuchtzellen beziehungsweise Töpfen sind möglich; bei Vorkultur etwa 5 cm tief säen. Jungpflanzen hell halten und regelmäßig wässern; im Freiland sehr nassen Boden meiden, da Samen faulen können.
Pflege
- Pflege
Der Pflegeaufwand ist mittel.
- Düngung
Erbsen benötigen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Für Gefäßkultur wird ab den ersten Blüten ein kaliumbetonter organischer Flüssigdünger empfohlen.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist einjährig.
- Verwendung
Die angebotenen Sorten eignen sich für kleine Pflanzgruppen.
Standort und Boden: Sonne und durchlässige Erde
Erbsen brauchen einen sonnigen Platz. Halbschatten vertragen sie, für Blüte und Fruchtentwicklung ist volle Sonne aber wichtig. Der Boden sollte tiefgründig, gut strukturiert und humos sein und Wasser gut abziehen lassen. Schwere, nasse Böden mit Staunässe meidest du, denn in sehr nasser Erde können die Samen faulen. Ein Boden-pH von 6 bis 8 passt für Erbsen.
Lockere das Beet im Frühjahr mit der Grabgabel, sobald es ausreichend abgetrocknet ist. Gute Bodenbelüftung unterstützt außerdem die StickstoffbindungStickstoffbindung heißt, dass Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Bohnen, Erbsen oder Klee Stickstoff aus der Luft aufnehmen und in eine Form umwandeln, die Pflanzen nutzen können. der Erbsen. Was für Standort und Boden aller Hülsenfrüchte gilt, liest du im Hülsenfrüchte-Ratgeber unter Standort und Boden.
Bodenverbesserung und Düngung
Erbsen sind SchwachzehrerSchwachzehrer sind Gemüse und Kräuter mit geringem Stickstoffbedarf, etwa Feldsalat, Radieschen, Rucola, Bohnen und Erbsen. Sie sind die genügsamste der drei Gruppen, nach denen man Kulturen für die Fruchtfolge einteilt. und brauchen in den meisten Böden keine Zusatzdüngung. Richte die Nährstoffversorgung deshalb am Bodenbefund aus, statt auf Verdacht zu düngen. Eine Standarduntersuchung erfasst Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Magnesium lässt du ergänzen. Zeigt der Befund Bedarf, kann Kompost eine Mineraldüngung ersetzen. Als Richtwert für eine Kompostgabe gelten 1 bis 3 l/m² im Jahr.
Erbsen säen: Termine, Tiefe und Abstände
Den Termin bestimmt die Nutzungsgruppe. Palerbsen säst du vorzugsweise ab März, Markerbsen ab April. Bei Zuckererbsen reicht der Frühjahrsbeginn je nach Kulturhinweis von Anfang März bis April. Palerbsen vertragen leichten Frost, winterhart ist aber keine der drei Gruppen.
| Nutzungsgruppe | Aussaat | Abstand in der Reihe | Reihenabstand | Wuchshöhe | Ernte |
|---|---|---|---|---|---|
| Palerbse | März bis Mai | 3 bis 5 cm | 40 cm | 30 bis 80 cm | Juni bis Juli |
| Markerbse | April bis Mai | 3 bis 5 cm | 50 cm | 50 bis 80 cm | Juni bis August |
| Zuckererbse | April bis Juni | 3 bis 5 cm | 50 cm | 60 bis 100 cm | Juni bis September |
Die Saattiefe liegt bei Erbsen je nach Angabe zwischen 3 und 5 cm. Steht auf der Samentüte ein Wert, gilt die Sortenangabe. Ohne Angabe lege ich die Samen eher tiefer, weil Vögel keimende Samen in etwa 5 cm Tiefe schlechter aufnehmen können.
In der Reihe liegen die Samen 3 bis 5 cm auseinander. Den Reihenabstand nimmst du aus der Tabelle, und hohe Sorten bekommen ihre Rankhilfe direkt in die Reihe. Die frühreifende Schalerbse ‘Blauwschokker’ kannst du statt in Einzelreihe auch als Doppelreihe mit Rankhilfe ziehen, mit einem 60 bis 80 cm breiten Weg daneben.
Du kannst das Saatgut vor der Aussaat etwa 12 bis 24 Stunden in Wasser vorquellen lassen, um die Keimung zu beschleunigen. Folgesaaten staffeln die Ernte bei Erbsen nur bedingt, Sorten verschiedener Reifegruppen dagegen schon. Für den späten Anbau im Juni oder Juli eignen sich nur frühe Sorten.
Wenn du die Termine lieber auf Papier hast, druck dir alle Aussaattermine der Hülsenfrüchte auf einem Blatt aus. Den Jahreslauf der Markerbse zeigt dir der Kalender, wann du Markerbsen säst und erntest.
Direktsaat Schritt für Schritt
- Prüf den Boden mit der Hand: Er soll abgetrocknet und schon etwas erwärmt sein.
- Zieh eine SaatrilleEine Saatrille ist eine flache, gerade Furche im feinkrümeligen Saatbett, in die du Samen in einer Reihe säst. Nach der Aussaat schiebst du sie wieder zu und drückst die Erde an. in der Tiefe, die die Samentüte nennt.
- Leg die Samen einzeln hinein, jeweils 3 bis 5 cm auseinander.
- Schließ die Rille, drück die Erde leicht an und gieß die Reihe an.
- Halte die Saat bis zur Keimung gleichmäßig feucht, ohne dass sich Wasser staut.
- Rechne mit einer Keimdauer von 7 bis 14 Tagen.
Die erste Reihe in nassen, kalten Boden legen, weil der Kalender März zeigt. In sehr nasser Erde können Erbsensamen faulen. Über den Termin entscheidet deshalb der abgetrocknete, etwas erwärmte Boden, nicht das Datum.
Ich stecke beim Säen an beide Reihenenden einen Stab und schreibe Sorte und Datum aufs Etikett. Beim Kontrollgang sehe ich so, wo Keimlinge kommen müssen, und entdecke Lücken früh.
Vorkultur in Töpfen
Frühe Erbsensorten kannst du ab Februar oder März in Töpfen vorziehen und später auspflanzen. Nimm tiefe Töpfe und leg die Samen etwa 5 cm tief. Halte die Jungpflanzen hell und gieß sie regelmäßig. Ist die Anzucht zu warm und zu dunkel, werden die Jungpflanzen bleich, dünn und weich. Ins Beet setzt du sie von März bis April.
Vor dem Auspflanzen stelle ich die Töpfe tagsüber erst in den Halbschatten und danach in die Sonne, damit sich die Pflanzen an draußen gewöhnen. Wie du speziell Zuckererbsen vorziehst, zeigt die Anleitung, wie du Zuckererbsen vom Vorziehen bis zum Pflanzenschutz anbaust.
Die ersten Wochen nach der Aussaat
Nach dem Auflaufen regulierst du Unkraut mechanisch mit der Hacke. Hast du unter Vlies oder Folie gesät, nimm die Abdeckung bei stark steigenden Temperaturen an einem trüben oder regnerischen Tag ab. So vermeidest du Hitzestau und plötzliche Sonnenbelastung. Sobald hohe Sorten etwa 10 cm erreichen, steht die Rankhilfe an. Keimen deine Palerbsen, die auch Schalerbsen heißen, lückenhaft, hilft dir die Anleitung, wie du Schalerbsen aussäst und bei Keimproblemen nachsäst.
Rankhilfe für Erbsen: wann und woraus
Erbsen halten sich mit Ranken fest. Bei hochwachsenden Sorten steckst du die Rankhilfe, wenn die Pflanzen etwa 10 cm hoch sind. Viel Aufwand braucht sie nicht: Ich nehme Reisig vom Gehölzschnitt, ein Stück Drahtzaun, Bambusstäbe oder ein Netz erfüllen denselben Zweck. Junge Triebe leitest du vorsichtig an die Stütze und führst sie bei Bedarf weiter.
Wie hoch die Stütze sein muss, hängt an der Sorte. Zuckererbsen werden 60 bis 100 cm hoch. Markerbsen erreichen 50 bis 80 cm. Manche Sorten kommen ganz ohne Stütze aus: Die standfeste Zuckererbse ‘Ambrosia’ braucht bei etwa 70 cm Wuchshöhe keine Rankhilfe. Auch die Schalerbse ‘Kleine Rheinländerin’ benötigt keine Kletterhilfe.
Pflege bis zur Ernte: Wasser, Hacke, Mulch
Gießen nach Bedarf
Bis zur Keimung hältst du die Saat gleichmäßig feucht. Danach gießt du bei Bedarf, und ob Bedarf besteht, zeigt der Griff in die Erde, nicht der Kalender. Mit der Fruchtbildung nach der Blüte steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an. Gerade in dieser Phase gießt du durchdringend an den Fuß der Pflanzen statt über das Laub, denn Feuchtigkeit begünstigt bei Erbsen den Falschen Mehltau.
Hacken und Mulchen
Unkraut entfernst du bei Bedarf. Ich hacke zwischen den Reihen und zupfe direkt an den Erbsen mit der Hand, damit ich die Pflanzen nicht verletze. Rasenschnitt als Mulch legst du angewelkt, dünn und wiederholt auf, sodass der Boden noch leicht durchscheint. In dünnen Schichten verklebt und schimmelt er nicht. Mulch kann Beikraut unterdrücken, ausdauernde Wurzelunkräuter reduziert er aber nur bedingt. Stützen, Netze und Hacke für alle Hülsenfrüchte behandelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Rankhilfen und Pflege.
Mischkultur und Fruchtwechsel
Gute Nachbarn im Erbsenbeet
Salat, Kohlrabi, Möhren und Dill passen als Mischkulturpartner zu Erbsen. Plane für jede Art genug Platz bis zu ihrer endgültigen Größe ein, damit keine die andere bedrängt. Welche Nachbarn in dein Beet passen, prüfst du im Mischkultur-Planer für deine Beetnachbarn.
Anbaupausen einhalten
Erbsen kommen erst nach einer FruchtwechselpauseDie Fruchtwechselpause ist die Zeit, in der auf einem Beet weder dieselbe Gemüseart noch eine verwandte Art aus derselben Pflanzenfamilie wächst, damit sich Krankheitserreger und Schädlinge im Boden nicht so leicht vermehren. von 5 Jahren wieder auf dasselbe Beet. Zur Vorbeugung von Fußkrankheiten werden teils auch 6 bis 7 Jahre Pause empfohlen. Der Grund: Wiederholter Anbau derselben Pflanzenfamilie kann bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren und den Wuchs schwächen. Bohnen gehören zur selben Familie, deshalb folgen Erbsen und Bohnen auf einer Fläche nicht unmittelbar aufeinander.
Klee, Wicke und Lupine zählen als Gründüngung ebenfalls zu dieser Familie. Säst du nach den Erbsen Klee als Gründüngung, läuft die Pause auf dem Beet also noch nicht. Planst du Leguminosen als Gründüngung mit ein, rechnest du bei Erbsen eher mit 6 Jahren Abstand.
Als Vorgänger eignen sich Spinat, Mangold und Rote Bete. Nach früh geräumten Erbsen kannst du beispielsweise Mitte Juni Rosenkohl pflanzen. Damit du die Pausen über Jahre im Blick behältst, trägst du deine Erbsenbeete im Beetplaner ein. Die Anbaupausen aller Hülsenfrüchte stehen gesammelt im Hülsenfrüchte-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Schädlinge und Krankheiten bei Erbsen
Gesundes Saatgut und eine weit gestellte Fruchtfolge helfen, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen zu begrenzen. Dazu kommen Sorten mit ResistenzenResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig.: ‘Norli’ ist gegen Fusarium-Welke resistent, ‘Sweet Horizon’ gegen Brennflecken und Echten Mehltau. Bei meinen Kontrollgängen drehe ich Blätter um und schaue mir die Triebspitzen an.
Erbsenwickler: Larven in den Hülsen
Erbsenwickler legen ihre Eier im Mai und Juni ab. Etwa 1 Woche nach der Eiablage schlüpfen die Larven und dringen in die Hülsen ein. Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen., das du nach der Aussaat auflegst, kann die nachtaktiven Falter abhalten, verlass dich aber nicht allein darauf. Frühe Aussaat und früh blühende Sorten können den Befall verringern, wenn die Blüte dadurch nicht mit dem Hauptflug zusammenfällt. Erbsen können sich selbst befruchten, deshalb musst du das Netz zur Blüte nicht für Bestäuber öffnen.
Grüne Erbsenläuse
Grüne Erbsenläuse bilden häufig Kolonien an Blütenständen und jungen Trieben. Dort schaust du zuerst nach. Bei Befall versuchst du zunächst, die Läuse mit einem kräftigen Wasserstrahl abzuspritzen. Korb- und DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. in der Nähe können Schwebfliegen fördern, deren Larven zu den natürlichen Blattlausgegnern gehören.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau durch Peronospora viciae kann sich an Erbsen mit weißgelben Flecken auf der Blattoberseite und einem grauvioletten Pilzbelag auf der Unterseite zeigen. Feuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 20 °C begünstigen ihn. In solchen Phasen drehe ich einzelne Blätter um. Flecken und Beläge sind Hinweise, keine sichere Diagnose, denn ähnliche Bilder können andere Ursachen haben. Als Vorbeugung gilt der Fruchtwechsel, und Gießen an den Fuß hält das Laub trocken. Befallsmerkmale an weiteren Hülsenfrüchten beschreibt der Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Krankheiten und Schädlinge.
Erbsen ernten: der richtige Zeitpunkt je Gruppe
Die Nutzungsgruppe bestimmt den Erntezeitpunkt. Zuckererbsen pflückst du als junge Hülsen, solange die Körner noch klein und weich sind. Weil sie keine Pergamentschicht in der Hülse bilden, isst du die fleischige Hülse samt den kleinen Samen. Markerbsen erntest du für die frischen Kerne, jung und in mehreren Durchgängen, bevor die grünen Samen hart werden. Palerbsen kannst du ebenso jung für den Frischverzehr pflücken oder an der Pflanze als Trockensamen ausreifen lassen. Bei Palerbsen für den Frischverzehr beschleunigt Hitze den Qualitätsverlust, in warmen Wochen pflückst du sie deshalb rechtzeitig durch.
Ich öffne vor jedem Durchgang eine Probehülse und schaue, ob die Kerne noch grün und weich sind. Beim Pflücken halte ich mit einer Hand den Trieb und löse mit der anderen die Hülse, damit ich die Ranken nicht abreiße.
Beim Auslösen frischer Erbsen beträgt der Schälverlust etwa 60 %. Aus 1 kg Hülsen bleiben rechnerisch ungefähr 400 g Erbsenkerne.
Keine Hülsen, weil keine Bienen da waren? Erbsen können sich selbst befruchten. Fehlende Bienen sind deshalb keine allgemeine Erklärung für ausbleibende Hülsen.
Erbsen und Zuckererbsen enthalten vergleichsweise wenig Lektine und können in Maßen roh gegessen werden. Das lässt sich nicht auf andere Hülsenfrüchte übertragen: Samen und Hülsen grüner Gartenbohnen enthalten Phasin und müssen ausreichend durchgegart werden.
Von der Ernte in die Küche: lagern, einfrieren, trocknen
Für den Kühlschrank schlägst du frische Erbsen in ein feuchtes Tuch ein. Für längere Aufbewahrung blanchierst du sie und frierst sie anschließend ein. Palerbsen für den Vorrat lässt du an der Pflanze ausreifen. Selbst getrocknete Samen lagerst du trocken und dicht verschlossen. Die Tabelle zeigt, wie lange sich was als Orientierung hält.
| Vorrat | So lagerst du | Orientierung |
|---|---|---|
| Frische Erbsen | im Kühlschrank, in ein feuchtes Tuch eingeschlagen | etwa 1 bis 2 Tage |
| Blanchiert und eingefroren | bei −18 °C | 9 bis 15 Monate |
| Gegarte Erbsen im Gericht | abgedeckt im Kühlschrank | 1 bis 2 Tage |
Was in Erbsen steckt
Abgetropfte Erbsenkerne aus der Konserve liefern 48 kcal je 100 g. Sie enthalten außerdem 4 g Ballaststoffe je 100 g. Nährwerte und Küchenhinweise zu allen Hülsenfrüchten sammelt der Hülsenfrüchte-Ratgeber.
Erbsen im Topf, im Hochbeet und unter Glas
Topf und Balkonkasten
Für Gefäße wählst du niedrige Sorten. Die Schalerbse ‘Kleine Rheinländerin’ eignet sich für Hochbeete und Töpfe, und die niedrig wachsende Palerbse ‘Monopol’ ist für den Balkon interessant. Rankende Sorten brauchen ein ausreichend großes, standfestes Gefäß. Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Füll es mit torffreier Kübelpflanzenerde.
Im Topf trocknet die Erde schneller aus als im Beet, deshalb prüfst du sie dort öfter. Ab den ersten Blüten gibst du Topferbsen einen kaliumbetonten organischen Flüssigdünger. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der Wurzelballen nicht stark erwärmt.
Bei torffreier Erde täuscht die trockene Oberfläche. Prüf vor dem Gießen mit dem Finger die Feuchte im unteren Bereich des Topfes.
Hochbeet
Sonne auf den Seitenwänden lässt die Erde im Hochbeet schneller warm werden. Weil frühe Aussaaten abgetrockneten, schon etwas erwärmten Boden brauchen, kann die erste Erbsenreihe im Hochbeet früher in die Erde als im Gartenbeet. Plane ein, dass Erbsen die Fläche bis Juni oder Juli belegen. Die Markerbse ‘Karina’ eignet sich für Beete und Hochbeete.
Gewächshaus und Winterkultur
Erbsen lassen sich im Freiland und im Gewächshaus ziehen. Die wintergeeignete Zuckererbse ‘Norli’ kannst du in geschützter Winterkultur von September bis Oktober oder im Januar säen. Die Sorte reift früh und wächst niedrig und standfest.
Erbsen in Hydrokultur
Wer Erbsen ohne Erde ziehen will, braucht ein hydroponisches System. Bei NFT wachsen Pflanzen an einem Nährstofffilm in Wasserrinnen, bei DWC an einer nährstoffhaltigen Wasserfläche. In der Tiefwasserkultur durchmischt eine Pumpe die NährlösungEine Nährlösung ist ein Gemisch aus Wasser und gelöstem Dünger, das Pflanzen ohne Erde mit Nährstoffen wie Stickstoff, Phosphor und Kalium versorgt. Sie gelangt bei erdelosen Verfahren wie der Hydroponik über die Bewässerung an die Wurzeln. und führt Sauerstoff zu. Lichtundurchlässige Behälter vermindern die Algenbildung, und Temperatur, Salzgehalt und Säuregehalt kontrollierst du regelmäßig.
Eigenes Erbsensaatgut gewinnen
Für eigenes Saatgut nimmst du samenfeste Sorten und lässt an gesunden, sortentypischen Pflanzen Hülsen ausreifen. Geerntet werden brüchige, trockene Hülsen bei trockenem Wetter. Vor dem Auslösen lagerst du sie 2 bis 3 Wochen trocken nach. Danach sortiere ich schrumpelige und beschädigte Samen aus und beschrifte jede Tüte mit Sorte und Erntejahr. Bei guter, kühler und trockener Lagerung bleibt Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar. Wie du Saatgut aller Hülsenfrüchte ausreifen lässt und aufbewahrst, steht im Hülsenfrüchte-Ratgeber im Abschnitt Eigenes Saatgut.

