Krankheiten und Schädlinge bei Helmbohnen: Schadbilder erkennen und richtig reagieren
- Löcher, Fraßgänge und Bohrmehl in gelagerten Helmbohnensamen können auf den Speisebohnenkäfer hindeuten.
- Ein abwischbarer weißlicher Belag auf der Blattoberseite spricht eher für Echten Mehltau, ein nicht abwischbarer Belag an der Unterseite eher für Falschen Mehltau.
- Feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern können auf Spinnmilben hinweisen, die Lupe auf der Blattunterseite hilft beim Erkennen.
- Beginnende Kolonien der Schwarzen Bohnenlaus streifst du von Hand ab, natürliche Gegenspieler können den Befall zusätzlich begrenzen.
- Fallen die Blüten oberhalb von 30 °C ab, kann Hitze die Ursache sein und kein Schädling.
- Staut sich bei der Helmbohne als einjähriger Kletterpflanze dauerhaft Wasser, kann Wurzelfäule folgen.

Fleckige Blätter, klebrige Triebspitzen oder kleine Löcher in den getrockneten Samen: Bei Helmbohnen willst du schnell wissen, ob ein Erreger, ein Schädling oder das Wetter dahintersteckt. Ich gehe dann immer dieselben Stellen ab, von den Blattunterseiten über die Triebspitzen bis zu den Hülsen und später den Samen im Vorratsglas. Hier findest du die Schadbilder, auf die ich an Helmbohnen achte, und meine ersten Handgriffe dazu.
Die Helmbohne, auch Hyazinthbohne genannt, heißt botanisch Lablab purpureus. Im Garten ziehst du sie als frostempfindliche Einjährige an einem stabilen Klettergerüst. Die Pflanze trägt purpurviolette oder weiße Blüten, die Hülsen sind je nach Sorte dunkelviolett oder grün.
Welches Schadbild deutet worauf hin?
Viele Schadbilder, auf die ich an der Helmbohne achte, sind an Stangen- und Buschbohnen oder allgemein an HülsenfrüchtenHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. beschrieben. Ich lese sie deshalb als Hinweise und nicht als sichere Diagnose. Die Tabelle ordnet ein, was du siehst, und nennt meinen ersten Handgriff.
| Was du siehst | Kann hindeuten auf | Mein erster Handgriff |
|---|---|---|
| Löcher, Fraßgänge und Bohrmehl in gelagerten Samen | Speisebohnenkäfer | befallene Samen aussortieren, Vorratsgläser kontrollieren |
| Kolonien an jungen Trieben, Blättern und Blüten, klebriger HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. | Schwarze Bohnenlaus | beginnende Kolonien von Hand abstreifen |
| feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern | SpinnmilbenDie Spinnmilbe ist eine winzige, etwa 0,5 Millimeter große Milbe, die vor allem auf Blattunterseiten lebt und dort feine Gespinste bildet. Befallene Blätter färben sich fahlgrün bis gelb und vertrocknen bei starkem Befall. | Blattunterseiten mit der Lupe absuchen |
| buchtenartige Fraßstellen am Blattrand | Blattrandkäfer | Fraß beobachten, Pflanze weiter kontrollieren |
| weißlicher, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite | Echter Mehltau | morgens nur in den Wurzelbereich gießen |
| weißgrauer, nicht abwischbarer Belag an der Blattunterseite | Falscher Mehltau | Laub trocken halten, stark befallene Blätter abnehmen |
| erst weißliche, später bräunliche Pusteln unter dem Blatt | Bohnenrost | Pflanzenreste abräumen, Rankstangen abbrühen |
| glasige, fettig glänzende Flecken an den Hülsen | Fettfleckenkrankheit | nicht im nassen Bestand arbeiten, erkrankte Pflanzen entfernen |
| eingesunkene braune Flecken mit rötlichem Sporenschleim | Brennfleckenkrankheit | kein Saatgut von diesen Pflanzen nehmen |
| gelblich gescheckte, blasig gewölbte Blätter | Virus | sichtbar befallene Pflanzen zügig entfernen |
| Welke, obwohl die Erde nass ist | Wurzelfäule durch Staunässe | Wasserabzug prüfen, nicht weiter gießen |
| Blüten fallen oberhalb von 30 °C ab | Hitze | Temperatur prüfen, nicht spritzen |
| braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen | Sonnenbrand | Flecken mit den Krankheitsbildern vergleichen |
Welche Schädlinge befallen Helmbohnen?
Speisebohnenkäfer: Löcher in den gelagerten Samen
Wenn du Helmbohnensamen für die Küche oder die nächste Aussaat aufhebst, schau beim Öffnen des Glases genau hin. Löcher in den Samen, Fraßgänge im Inneren und Bohrmehl können auf den Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus) hindeuten. Seine Larven fressen auch Helmbohnensamen, und im Vorrat kann sich der Käfer vermehren. Meine getrockneten Samen stehen deshalb in fest schließenden Gläsern an einem kühlen, trockenen und dunklen Ort, und ich schaue regelmäßig hinein. Befallene Samen sortiere ich aus, sie kommen weder in die Saatschale noch in den Kochtopf.
Bevor Saatgut ins Glas kommt, drücke ich einen Fingernagel gegen einzelne Samen. Lassen sie sich nicht mehr einritzen, sind sie trocken genug für die Lagerung. Jedes Glas beschrifte ich mit Sortenname und Erntedatum.
Helmbohnensamen und unreife Hülsen isst du nur gekocht, auch wenn sie makellos aussehen. In manchen Teilen der Pflanze stecken giftige Glykoside.
Blattläuse an Triebspitzen und Blüten
Die Schwarze Bohnenlaus sitzt in Kolonien an jungen Trieben, Blättern und Blüten. Befallene Teile können verkrüppeln, dazu kommt klebriger Honigtau auf dem Laub. Bei der rankenden Helmbohne sitzen die jüngsten Triebe oben am Gerüst, dort schaue ich deshalb zuerst nach.
Beginnende Kolonien an einzelnen Trieben streife ich von Hand ab. Ist ein Triebstück dicht besetzt, schneide ich es heraus. Sitzen die Läuse schon an vielen Stellen, spritze ich sie mit einem kräftigen Wasserstrahl ab. Marienkäfer, SchwebfliegenSchwebfliegen sind Fliegen mit oft schwarz-gelber, wespenähnlicher Zeichnung, die in der Luft auf der Stelle schweben können. Sie gelten als Nützlinge: Die erwachsenen Tiere bestäuben Blüten, die Larven vieler Arten fressen Blattläuse., Florfliegen und Blattlausschlupfwespen können den Befall zusätzlich begrenzen, ihre Larven lasse ich an der Pflanze. Blühende DoldenblütlerDoldenblütler (Apiaceae) sind eine Pflanzenfamilie, deren Blüten meist in Doppeldolden, seltener in einfachen Dolden stehen. Dazu gehören Nutzpflanzen wie Möhre, Petersilie, Sellerie, Dill und Kümmel, aber auch tödlich giftige Wildpflanzen wie Schierling. wie Dill können Schwebfliegen fördern, deren Larven zu den natürlichen Blattlausgegnern gehören. Welche Nachbarn zu deinen Bohnen passen, prüfst du vor dem Pflanzen.
SchmierseifeEine Schmierseifenlösung ist in Wasser aufgelöste Schmierseife, die als altes Hausmittel auf Pflanzen gesprüht wird. Sie legt sich als flüssiger Film über Schädlinge wie Blattläuse, die dadurch ersticken. wird gegen Läuse oft genannt, weil sie die weichhäutigen Tiere treffen soll. Ich greife bei beginnendem Befall zuerst zu Hand und Wasserstrahl.
Spinnmilben bei Hitze und Trockenheit
Feine, nadelstichartige Sprenkel auf den Blättern können auf Spinnmilben hindeuten. Bei warm-trockenem Wetter erkennst du sie besonders gut, wenn du die Blattunterseiten mit einer Lupe absuchst. Helmbohnen stehen am liebsten sehr warm, sonnig und geschützt, deshalb gehört die Lupe bei ihnen in trockenen Hitzephasen zum Kontrollgang. Im Gewächshaus können RaubmilbenRaubmilben sind winzige Milben, die andere Milben wie Spinnmilben und je nach Art auch Thripslarven fressen. Als Nützlinge werden sie im Gewächshaus und im Garten gezielt gegen Spinnmilben eingesetzt. gegen Spinnmilben eingesetzt werden. Damit sie arbeiten können, braucht es eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit.
Schnecken und Fraß am Blattrand
Frisch gepflanzte Helmbohnen suche ich morgens nach Fraßspuren ab. Schnecken sammle ich ab und kontrolliere ihre Verstecke. Ein Schneckenzaun gegen Zuwanderung und Gießen am Morgen ergänzen das Absammeln. Buchtenartige Fraßstellen an den Blatträndern können dagegen von Blattrandkäfern stammen, die an Hülsenfrüchten fressen. Deren Larven leben unter der Erde, wo sie Wurzeln und Knöllchen schädigen können. Wie du die Jungpflanzen setzt und bis zur Ernte begleitest, zeigt die Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Helmbohnen-Anbau.
Welche Krankheiten zeigen sich an Helmbohnen?
Echter und Falscher Mehltau
Ein weißlicher Belag auf der Blattoberseite, der sich abwischen lässt, deutet typischerweise auf Echten Mehltau hin. Falscher Mehltau kann dagegen einen weißgrauen Belag an der Blattunterseite bilden, der nicht abwischbar ist. Ein Belag allein verrät aber noch nicht sicher, welcher Erreger dahintersteckt. Ich gieße morgens und nur unten an die Wurzeln, damit das Laub trocken bleibt. Stark befallene Blätter nehme ich ab und gebe sie in den Hausmüll. Ein Gartenkompost erreicht die Temperaturen, die Erreger abtöten, möglicherweise nicht.
Rost und die Rankhilfe
Pusteln an der Blattunterseite, zuerst weißlich und später bräunlich, sind das typische Bild des Bohnenrosts. Er befällt Stangenbohnen häufiger als Buschbohnen, und der Pilz kann sich an Pflanzenresten und alten Rankstangen halten. Helmbohnen brauchen ein stabiles Klettergerüst, deshalb reinige ich gebrauchte Stangen mit kochendem Wasser, wenn an ihnen vorher rostkranke Bohnen rankten. Pflanzenreste räume ich nach der Saison vom Beet.
Fettflecken und Brennflecken
Glänzen die Hülsen stellenweise fettig und glasig, denke ich an die bakterielle Fettfleckenkrankheit, die an Bohnen bekannt ist. Auf den Blättern fallen dann kleine Punkte auf, die wässrig und durchscheinend wirken und oft einen hellen Rand haben. Bei etwa 20 °C vermehren sich die Erreger gut. In warmen Phasen schaue ich deshalb genauer hin. Bei nassem Laub lasse ich die Pflanzen in Ruhe, denn wer im nassen Bestand arbeitet, kann die Bakterien weitertragen. Erkrankte Pflanzen entferne ich aus dem Beet.
Eingesunkene braune Flecken mit rötlichem Sporenschleim sprechen eher für die Brennfleckenkrankheit. Die Brennfleckenkrankheit kann an Blattadern, Stängeln und Hülsen auftreten. Samen für die nächste Aussaat nehme ich nur von gesunden Pflanzen, aus einem Bestand mit Brennflecken gewinne ich kein Saatgut.
Viren: Mosaik und blasige Blätter
Sind Blätter gelblich gescheckt, mosaikartig verfärbt oder blasig aufgewölbt, kann an Bohnen ein Virus dahinterstecken. Sicher bestimmen lässt sich ein Virus meist nur im Labor. Sichtbar befallene Pflanzen entferne ich zügig und gebe sie in den Hausmüll. An Erbsen und Puffbohnen können Blattläuse Viruskrankheiten übertragen, auch deshalb lasse ich Läusekolonien nicht erst groß werden.
Wurzelfäule durch Staunässe
Welkt eine Helmbohne, obwohl die Erde nass ist, kann Wurzelfäule dahinterstecken. Steht Wasser über längere Zeit im Wurzelraum einjähriger Kletterpflanzen, kann das Wurzelfäule auslösen. Im Kübel achte ich deshalb auf Abzugslöcher und prüfe vor dem Gießen die Feuchte unter der Oberfläche. Erde aus einem Gefäß, in dem eine Pflanze an Wurzelfäule eingegangen ist, verwende ich nicht noch einmal. Wie du Helmbohnen gießt und düngst, liest du im Pflegeartikel.
Krank oder nur gestresst? Drei typische Situationen
Nicht jedes Schadbild hat einen Erreger. Gelbe oder welke Blätter können ebenso von Hitze, Nässe oder Nährstoffmangel kommen, deshalb lässt sich aus ihnen allein oft kein Erreger ablesen. Manchmal klärt erst eine Laboruntersuchung, was los ist.
Die Blüten fallen in einer Hitzephase
Steigt die Temperatur über 30 °C, können Helmbohnen Blüten abwerfen. Fallen an heißen Tagen Blüten ab, während Blätter und Triebe gesund aussehen, schaue ich deshalb zuerst aufs Thermometer. Erst danach suche ich unter den Blättern nach Läusen oder Milben.
Blütenfall in der Hitze für einen Schädlingsbefall halten und gleich zu einem Mittel greifen. Prüf zuerst die Temperatur und schau dann unter die Blätter.
Die Blätter hängen im Kübel, obwohl die Erde feucht ist
Im Topf lassen Pflanzen bei Hitze manchmal die Blätter hängen, obwohl die Erde noch feucht ist. Ich prüfe dann die Feuchte unten im Topf, bevor ich weiter gieße. Bleibt die Erde dauerhaft nass, denke ich an Staunässe und die Wurzelfäule, die daraus entstehen kann.
Braune, korkige Stellen oder vergilbte Blätter
Hinter braunen, korkigen Stellen an Blättern und Hülsen kann auch Sonnenbrand stecken. Diese Stellen sehen anders aus als die eingesunkenen Brennflecken mit rötlichem Sporenschleim und die glasigen Fettflecken. Vergilben ältere Blätter an den Rändern und zwischen den Adern, kann das auf Kaliummangel hindeuten. Helmbohnen sind mit einer mäßigen Nährstoffversorgung gut bedient, und eine Bodenuntersuchung zeigt, wie der Boden tatsächlich versorgt ist; deshalb dünge ich nicht auf Verdacht.
Vorbeugen, kontrollieren, eingreifen: kurz gefasst
Helmbohnen wollen es sehr warm und sonnig, möglichst an einem geschützten Platz, und wie alle Hülsenfrüchte brauchen sie einen Standort, an dem sich kein Wasser staut. Welche Standort-, Klima- und Bodenbedingungen Helmbohnen brauchen, liest du im Artikel zu ihren Wachstumsbedingungen.
Ich kontrolliere die Triebe beim Gießen und drehe dabei einzelne Blätter um. Welche Befallsmerkmale du an welchen Stellen findest, fasst der Abschnitt Krankheiten und Schädlinge im Überblick zu Bohnen, Erbsen und Hülsenfrüchten zusammen.
Vorbeugen heißt bei mir: gesundes Saatgut, Fruchtwechsel und Wasser an die Wurzeln statt aufs Laub. Auf dasselbe Beet kommen Helmbohnen erst nach einer Pause von 5 Jahren wieder, und Gründüngung aus Klee, Wicken und Lupinen gehört zur selben Familie und zählt dabei mit. Den Wechsel über mehrere Jahre behältst du mit dem Beetplaner im Blick.
Wie Handarbeit, Nützlinge und KulturschutznetzeEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. zusammenspielen und wie du Schäden sicherer einordnest, beschreibt der integrierte Pflanzenschutz für Hülsenfrüchte ausführlich. Chemie ist für mich das letzte Mittel: nur mit Zulassung für den Haus- und Kleingarten, genau nach Gebrauchsanweisung, mit Schutzkleidung, Wartezeit und sachgerechter Entsorgung. Solche Mittel können auch Nützlinge treffen.


