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Schädlinge und Krankheiten bei Hülsenfrüchten: erkennen, vorbeugen, gezielt handeln

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 12 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Integrierter Pflanzenschutz heißt: vorbeugen, kontrollieren, mechanisch eingreifen, Nützlinge fördern und ein zugelassenes Mittel nur als letzten Schritt nutzen.
  • Vorbeugung beginnt mit gesundem Saatgut, weitem Fruchtwechsel und Gießen an den Pflanzenfuß statt übers Laub.
  • Blattläuse lassen sich oft schon mit kräftigem Wasserstrahl oder von Hand reduzieren, natürliche Gegenspieler begrenzen den Befall zusätzlich.
  • Kulturschutznetze direkt nach der Saat können Bohnenfliege und Erbsenwickler abhalten, sind aber kein sicherer Schutz.
  • Flecken, Beläge und Welke sind Hinweise, keine Diagnose: Auch Sonnenbrand, Hitze oder Kaliummangel erzeugen ähnliche Bilder.
  • Chemische Mittel nur mit Zulassung für Haus- und Kleingarten, genau nach Gebrauchsanweisung und mit Wartezeit bis zur Ernte.

Wenn an deinen Bohnen schwarze Läuse sitzen oder in den Erbsenhülsen Gespinst und Kot stecken, liegt der Griff zur Spritze nahe. Ich gehe stattdessen in einer festen Reihenfolge vor: erst vorbeugen, dann genau hinschauen, dann von Hand eingreifen und Nützlinge fördern. Ein zugelassenes Mittel kommt bei mir erst ganz am Ende infrage. Diese Reihenfolge findest du hier Schritt für Schritt für Bohnen, Erbsen, Puffbohnen und Soja, zusammen mit den Schadbildern, auf die ich im Beet achte.

Hülsenfrüchte liefern pflanzliches Eiweiß, und die meisten von ihnen nutzen Knöllchenbakterien, um Stickstoff aus der Luft zu binden. Welche Arten es gibt und wie sie wachsen, erklärt der Überblick über Arten, Wuchsformen und Nutzungsgruppen der Hülsenfrüchte. Hier geht es um den Schutz vor Schädlingen und Krankheiten.

Integrierter Pflanzenschutz: die Reihenfolge

Kurz erklärt

Integrierter Pflanzenschutz ordnet mehrere Maßnahmen in eine feste Rangfolge. Vorbeugung und Kontrolle stehen am Anfang, mechanische Eingriffe und natürliche Gegenspieler folgen. Ein zugelassenes chemisches Mittel ist der letzte Schritt.

So sieht diese Rangfolge im Garten aus:

  1. Vorbeugen: gesundes Saatgut, Fruchtwechsel, ein Standort ohne Staunässe, Sorten mit Resistenzen und Netze zur passenden Zeit.
  2. Hinschauen: Schadbilder dort suchen, wo sie beginnen, und als Hinweis lesen statt als fertige Diagnose.
  3. Mechanisch eingreifen: Läuse abspritzen oder abstreifen, befallene Triebteile herausschneiden, Schnecken absammeln.
  4. Nützlinge fördern: Marienkäfern, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen Nahrung und Unterschlupf bieten.
  5. Mittel als letzter Schritt: nur zugelassen und im Sicherheitsrahmen, den du weiter unten findest.

Nicht jeder Befall verlangt eine Gegenmaßnahme, wie das Beispiel Erbsenwickler weiter unten zeigt. Ob du eingreifst, entscheidet das, was du an der Pflanze siehst.

Vorbeugen: was vor und bei der Aussaat zählt

Gesundes Saatgut und Sorten mit Resistenzen

Manche Erreger gelangen mit dem Saatgut ins Beet. Bei der Fettfleckenkrankheit der Bohnen beugst du vor allem mit gesundem Saatgut vor und indem du erkrankte Pflanzen entfernst. Für eigenes Saatgut wählst du gesunde Mutterpflanzen aus. Bestände mit Brennflecken nutzt du nicht zur Saatgutgewinnung.

Sorten mit Resistenzen ergänzen diese Vorsorge. Eine Resistenz gilt für die genannten Krankheiten, gegen andere Erreger schützt sie nicht automatisch.

Sorte Art resistent gegen
Mascotte Buschbohne, kübelgeeignet Mosaikvirus, Fettfleckenkrankheit
Cobra Stangenbohne Brennflecken, Mosaikvirus
Lady Di Prunkbohne Bohnenmosaikvirus, Brennflecken
Norli Zuckererbse Fusarium-Welke
Sweet Horizon Zuckererbse Brennflecken, Echter Mehltau
Delikett Knackerbse Echter Mehltau, Fusarium-Welke, Brennflecken
Vitara Markerbse Echter Mehltau, Fusarium-Welke

Fruchtwechsel mit langen Pausen

Steht dieselbe Pflanzenfamilie immer wieder auf derselben Fläche, können sich bodenbürtige Schädlinge und Krankheiten vermehren. Weil Erbsen und Bohnen zur selben Familie zählen, lässt du sie auf einem Beet nicht direkt aufeinander folgen. Klee, Wicke und Lupine zählen als Gründüngung in dieser Rechnung mit.

Kultur Pause bis zum nächsten Anbau auf derselben Fläche
Buschbohnen, Stangenbohnen 4 Jahre
Feuerbohnen, Erbsen, Puffbohnen, Sojabohnen 5 Jahre
Helmbohnen, Adzukibohnen, Mungobohnen 5 Jahre
Erbsen, wenn Leguminosen auch als Gründüngung stehen eher 6 Jahre
Erbsen, zur Vorbeugung von Fußkrankheiten 4 bis 5, teils 6 bis 7 Jahre

Als Vorgängerkulturen eignen sich zum Beispiel Spinat, Mangold und Rote Bete. Die Pausen über mehrere Jahre hältst du im Beetplaner für deine Fruchtfolge fest.

Standort und Gießen

Staunässe vertragen Hülsenfrüchte nicht. Bei Erbsen begünstigen nasse, verdichtete Böden Wurzel- und Fußkrankheiten, an denen unter anderem Fusarium, Pythium und Aphanomyces beteiligt sein können. Gieß morgens und direkt an den Fuß der Pflanzen, so bleibt das Laub trocken. An Erbsen und Puffbohnen fördert Feuchtigkeit den Falschen Mehltau.

Um etwa 20 °C finden die Bakterien der Fettfleckenkrankheit gute Vermehrungsbedingungen, und wer in nassen Beständen arbeitet, kann sie verschleppen. An warmen Tagen pflücke und hacke ich Bohnen deshalb erst, wenn das Laub abgetrocknet ist.

Netze und Saattermin

Ein Kulturschutznetz kann fliegende Schädlinge von Bohnen und Erbsen abhalten. Für den Insektenschutz im Gemüsegarten wählst du ein Netz mit weniger als 1 mm Maschenweite, das dicht abschließt. Direkt nach der Saat kommt bei mir das Netz aufs Beet, und die Ränder schließe ich rundum dicht am Boden ab.

Auch der Saattermin beeinflusst das Risiko. Puffbohnen, die du früh säst, sind weniger durch die Schwarze Bohnenlaus gefährdet, und bei passendem Boden und Wetter geht das oft schon im Februar. Blühen Erbsen dank früher Saat oder früher Sorte schon vor dem Hauptflug des Erbsenwicklers, kann das den Befall verringern. Die Termine je Art findest du in der Übersicht aller Aussaattermine für Hülsenfrüchte zum Ausdrucken.

Hinschauen: wann und wo ich kontrolliere

Kontrollieren heißt für mich, an den Stellen zu suchen, an denen ein Problem beginnt. Den Zeitpunkt geben Entwicklungsstadium und Wetter vor. In feuchten Phasen drehe ich einzelne Erbsenblätter um, weil der Falsche Mehltau seinen Belag auf der Unterseite bildet.

Phase oder Wetter Worauf ich achte Wo ich suche
Aufgang der Bohnen Fraßgänge, faulende Samen und Keimlinge Keimblätter, Wurzelhals, Stängel
junge Pflanzen Schneckenfraß, buchtenartige Fraßstellen Blattränder, Verstecke der Schnecken
Mai und Juni an Erbsen Falterflug des Erbsenwicklers, dichte Netzränder Pheromonfalle, Netz
Blüte und junge Triebe Blattlauskolonien, klebriger Honigtau Triebspitzen, Blütenstände, Stängel
warm und trocken feine, nadelstichartige Sprenkel Blattunterseiten der Bohnen, mit der Lupe
feucht bei 15 bis 20 °C helle Flecken oben, grauvioletter Belag unten Blätter von Erbsen und Puffbohnen
warm, um etwa 20 °C wässrige Blattflecken, fettig glänzende Stellen Bohnenblätter und Hülsen
Ernte Gespinst und Kot oder runde Bohrlöcher Inneres einzelner Hülsen
Vorrat Löcher, Fraßgänge, Bohrmehl gelagerte Samen
Achtung

Flecken, Beläge und Welke sind Hinweise, keine Diagnose. Vergilbung und Welke lassen oft keine eindeutige Bestimmung des Erregers zu, weil auch Schäden ohne Erreger infrage kommen. Bei Verdacht auf Viren oder Welkekrankheiten kann eine Laboruntersuchung nötig sein.

Schädlinge erkennen und gezielt eingreifen

Blattläuse an Bohnen und Erbsen

Die Kolonien der Schwarzen Bohnenlaus sitzen an jungen Trieben, Blättern und Blüten, bei stärkerem Befall auch unter den Blättern. Blätter, Triebe und Hülsen können verkrüppeln, dazu kommt klebriger Honigtau. Bei Erbsen findest du die Blattläuse bevorzugt an den Triebspitzen, oft in Kolonien an den Blütenständen. Starker Befall kann das Wachstum hemmen, außerdem können die Läuse Viren übertragen.

So gehe ich bei Läusen vor:

  • Beginnende Kolonien an einzelnen Trieben streife ich mit der Hand ab oder zerdrücke sie.
  • Einzelne stark befallene Triebteile schneide ich ganz heraus.
  • Größere Kolonien spritze ich mit einem kräftigen Wasserstrahl ab, was im Garten häufig schon reicht.
  • Larven von Marienkäfern und Florfliegen lasse ich in Ruhe, weil sie zu den natürlichen Gegenspielern gehören.
Mythos-Check

Schmierseife, Rapsöl und selbst angesetzte Jauchen gelten vielen als sanfte Hilfe gegen Läuse. Seife und Öl wird nachgesagt, die Tiere zu verkleben, Jauchen sollen die Pflanzen kräftigen. Das beruht auf Erfahrungsberichten, eine gesicherte Wirkung ist damit nicht verbunden. Ähnliches gilt für Mischungen mit Backpulver oder Milch, die gegen Mehltau kursieren.

Bohnenfliege: Schaden schon am Keimling

Die Larven der Bohnenfliege fressen Gänge in Keimblätter, Wurzelhals und Stängel, im schlimmsten Fall bis ins Herz der Keimpflanze. Ein lückenhafter Aufgang kann aber auch auf Samen- und Keimlingsfäulen zurückgehen, die nasskalte Bedingungen bei Gartenbohnen fördern. Fraßgänge weisen eher auf die Fliege hin.

Ziehst du Bohnen in Töpfchen vor, kann das den Befall verringern. Bei Direktsaat ist ein Kulturschutznetz die Alternative. Sitzen allerdings schon zahlreiche Larven oder Puppen im Boden, hilft auch das Netz nicht zuverlässig. Sojakeimlinge sind beim Auflaufen durch Vögel und Bohnenfliegen gefährdet, deshalb sollen sie zügig durch die Erde kommen.

Zahl im Blick

Busch- und Stangenbohnen säst du erst direkt ins Beet, wenn der Boden über 10 °C warm ist. Bei 12 °C brauchen Gartenbohnen etwa 30 Tage bis zur Keimung, bei 20 °C etwa 11 Tage. Wer zu früh in kalten Boden sät, gibt Fäulen also mehr Zeit: Die Samen liegen deutlich länger, und nasskalte Bedingungen fördern Samen- und Keimlingsfäulen.

Erbsenwickler und Erbsenkäfer: Schaden in der Hülse

Findest du beim Auspalen angefressene Erbsen, lohnt ein Blick auf die Spuren. Stecken Gespinst, Kot und Fraßspuren in der Hülse, spricht das für den Erbsenwickler. Rundliche, tief reichende Bohrlöcher in den Samen deuten dagegen auf Erbsenkäfer, die ihre Eier auf die Hülsen legen.

Ihre Eier legen die nachtaktiven Falter des Erbsenwicklers im Mai und Juni. Weil die Larven etwa eine Woche später in die Hülsen eindringen, muss ein Netz schon vorher über den Erbsen liegen. Für Erbsen an Rankhilfen eignen sich Kulturschutznetze mit 1,35 mm Maschenweite. Solche Netze können den Erbsenwickler abhalten, verlass dich aber nicht darauf.

Außerdem beugst du mit Fruchtwechsel, einer windoffenen Lage, frühem Säen und Hacken zwischen den Reihen vor. Pheromonfallen locken männliche Falter an und zeigen dir, wann der Flug läuft. Wild lebende Schlupfwespen parasitieren die Larven des Wicklers, und ein Blühstreifen kann sie fördern. Bekämpfen musst du den Erbsenwickler an Gemüseerbsen im Hausgarten normalerweise nicht.

Samenkäfer an Puffbohnen und im Vorrat

In Puffbohnensamen fressen mitunter die Larven von Samenkäfern aus der Gattung Bruchus. Erntest du die Puffbohnen früh und frisch, bevor die Samen reifen, kann das den Entwicklungskreislauf der Käfer unterbrechen.

In gelagerten Bohnensamen kann sich der Speisebohnenkäfer Acanthoscelides obtectus vermehren. Löcher, Fraßgänge und Bohrmehl im Vorrat weisen auf ihn hin, und auch Helmbohnensamen fressen seine Larven. Getrocknete Bohnen, Erbsen und Linsen bewahrst du deshalb in dicht schließenden Gefäßen an einem kühlen, trockenen und dunklen Platz auf und prüfst sie auf Schädlinge. Was Helmbohnen sonst zusetzen kann, zeigt der Beitrag darüber, woran du Krankheiten und Schädlinge an Helmbohnen erkennst.

Spinnmilben, Blattrandkäfer und Schnecken

Fein gesprenkelte Bohnenblätter, wie von Nadelstichen, können auf Spinnmilben hinweisen. Bei warm-trockenem Wetter suchst du die Blattunterseiten mit einer Lupe ab. Im Gewächshaus kannst du Raubmilben gegen Spinnmilben einsetzen. Ihr Erfolg hängt dabei auch von einer hohen Luftfeuchtigkeit ab.

Buchtige Fraßstellen am Blattrand deuten auf Blattrandkäfer hin. Deren Larven leben im Boden und können dort Wurzeln und Knöllchen anfressen.

Bei Feuerbohnen brauchen gerade die jungen Austriebe manchmal Schutz vor Schnecken. Ich kontrolliere ihre Verstecke, sammle die Tiere ab und kombiniere das mit einem Schneckenzaun. Gegossen wird morgens, auch mit Blick auf die Schnecken.

Krankheiten: Flecken, Beläge und Welke einordnen

Die Merkmale in der Tabelle helfen dir, ein Schadbild einzuordnen. Eine sichere Diagnose ersetzen sie nicht, denn ähnliche Bilder können auch andere Ursachen haben.

Krankheit und Art Hinweis im Schadbild Was begünstigt, was du tust
Echter Mehltau an Erbsen, selten an Buschbohnen weißlicher, abwischbarer Belag auf der Blattoberseite bei Erbsen warme Tage mit nächtlichem Tau; resistente Sorten wählen
Falscher Mehltau (Peronospora viciae) an Erbsen und Puffbohnen helle, gelbliche Flecken oben, darunter grauvioletter Belag, der sich nicht abwischen lässt Feuchtigkeit bei 15 bis 20 °C; Fruchtwechsel, Gießen am Wurzelbereich
Bohnenrost, häufiger an Stangen- als an Buschbohnen erst weißliche, später bräunliche Pusteln an der Blattunterseite überdauert an Pflanzenresten und Stangen; Stangen vor erneuter Nutzung mit kochendem Wasser reinigen
Erbsenrost zuerst rostbraune Pusteln auf der Blattoberseite, später schwarze Punkte befallene Pflanzenteile über den Biomüll entsorgen
Puffbohnenrost verstreute hellbraune Pusteln auf Blattflächen und Blattstielen befallene Pflanzenteile über den Biomüll entsorgen
Fettfleckenkrankheit an Bohnen, bakteriell kleine, wässrig durchscheinende Blattflecken, oft mit hellem Hof; fettig glänzende oder glasige Flecken an Hülsen gute Vermehrung bei etwa 20 °C, Arbeiten im nassen Bestand; gesundes Saatgut, erkrankte Pflanzen entfernen
Brennfleckenkrankheit an Bohnen eingesunkene braune Flecken an Blattadern, Stängeln und Hülsen, teils mit rötlichem Sporenschleim nicht zur Saatgutgewinnung nutzen; resistente Sorten wählen
Grauschimmel an Erbsen kann an welken Blüten mit hellbraunen Fäulnisflecken beginnen und bei Feuchte auf weitere Teile übergreifen feuchte Bedingungen; im Gewächshaus bei Stangenbohnen Tropfbewässerung und lichte Bestände
Schokoladenflecken und Ascochyta an Puffbohnen braune Flecken; Ascochyta-Flecken oft mit eingesunkenem hellem Zentrum und schwarzen Sporenbehältern Fruchtwechsel, gesundes Saatgut, Gießen am Wurzelbereich
Wurzel- und Fußkrankheiten an Erbsen, unter anderem durch Fusarium Vergilbung, Welke nasse, verdichtete Böden; lange Anbaupausen, Sorten mit Resistenz gegen Fusarium-Welke
Häufiger Fehler

Jede braune Stelle gleich für eine Krankheit zu halten. Sonnenbrand etwa kann braune, korkige Stellen an Blättern und Hülsen hinterlassen. Welke trotz Wasserversorgung und Vergilbungen an den Rändern älterer Blätter können auf Kaliummangel hindeuten. Im Topf welken Pflanzen bei Hitze manchmal sogar in feuchter Erde, deshalb prüfst du vor dem Gießen die Feuchte im Substrat. Wie du einen Mangel eingrenzt, erklärt der Beitrag zur Nährstoffversorgung per Bodenanalyse und Düngestrategie.

Viren: Schutz beginnt beim Saatgut

Bei Bohnen kann ein Virus dahinterstecken, wenn die Blätter mosaikartig verfärbt oder blasig verformt sind. An Erbsen und Puffbohnen können sich Viruskrankheiten mit hell-dunklen Mosaikmustern, gekrümmten Blättern und missgebildeten Hülsen zeigen. Die genaue Bestimmung braucht häufig ein Labor. Sichtbar befallene Pflanzen nimmst du zügig heraus und entsorgst sie über den Biomüll.

Beim Sojabohnenmosaikvirus zählt infiziertes Saatgut zu den wichtigen Ansteckungsquellen, und schon ein kurzer Probestich einer Blattlaus kann das Virus weitergeben. Eine Spritzung gegen die Läuse verhindert die Übertragung deshalb nicht zuverlässig, der Schutz setzt beim gesunden Saatgut an. Bei Bohnen kommen Sorten mit Resistenz gegen das Mosaikvirus dazu.

Sojabohnen im Garten

Krankheiten haben im hessischen Sojaanbau bislang nur untergeordnete Bedeutung. Für jeden Standort und jedes Gartenbeet lässt sich das daraus nicht ableiten. Sklerotinia kann Sojapflanzen zum Welken bringen, dazu zeigt sich mitunter ein weißes Pilzgeflecht, in dem kleine schwarze Dauerkörper stecken. Weil auch Raps, Sonnenblumen, Kartoffeln, Kopfsalat und Klee dafür anfällig sind, beziehst du sie in die Fruchtfolge der Sojabohnen mit ein. Falscher Mehltau zeigt sich an Soja zunächst mit gelblichen Blattflecken, an der Unterseite kann ein gräulicher Flaum folgen.

Nützlinge fördern: der biologische Teil

Zu den natürlichen Feinden der Blattläuse zählen Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Blattlausschlupfwespen. Bei Schwebfliegen fressen die Larven einiger Arten Läuse, die erwachsenen Fliegen leben von Pollen und Nektar. Blüten in Beetnähe versorgen also genau die Tiere, deren Larven später an deinen Bohnen Läuse fressen. Schwebfliegen lassen sich mit Korb- und Doldenblütlern fördern, und blühender Dill erweitert das Angebot.

Als Winterquartier dienen Marienkäfern Laub- und Totholzhaufen. Ein vielfältig bepflanzter, abwechslungsreich gegliederter Garten gibt den Blattlausgegnern Lebensraum. Mischkultur kann das unterstützen, garantiert aber nichts, denn gute oder schlechte Nachbarschaft lässt sich im Gemüsebeet oft kaum nachweisen. Erbsen und Bohnen pflanzt du dabei weder nacheinander noch direkt nebeneinander. Passende Nachbarn für deine Hülsenfrüchte findest du im Mischkultur-Planer für Gemüsepartner.

Wie du Hülsenfrüchte ganz ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel anbaust, liest du im Beitrag zum Bio-Anbau.

Marias Erfahrung

Bevor ich Läuse abstreife, schaue ich in der Kolonie nach Larven von Marienkäfern und Florfliegen. Triebe mit solchen Larven lasse ich stehen. Am Beetrand blühen bei mir Dill und Korbblütler, und das Herbstlaub bleibt in einer Ecke als Haufen liegen.

Wenn doch ein Mittel nötig wird

Reichen Vorbeugung, Handarbeit und Nützlinge nicht aus, bleibt ein chemisches Mittel als letzter Schritt. Infrage kommen im Haus- und Kleingarten ausschließlich Pflanzenschutzmittel mit Zulassung für nichtberufliche Anwender. Ihre Gebrauchsanweisung befolgst du genau, auch bei Schutzkleidung, Wartezeit bis zur Ernte und Entsorgung der Reste. Bedenke, dass ein Mittel auch die Nützlinge treffen kann, die du vorher gefördert hast.

Mini-Checkliste

Schadbild eingeordnet und Verwechslungen geprüft. Mechanische Maßnahmen und Nützlinge ausgeschöpft. Mittel für Haus- und Kleingarten zugelassen. Gebrauchsanweisung gelesen, Schutzkleidung bereit. Wartezeit bis zur Ernte notiert. Reste nach Anweisung entsorgt.

Hygiene nach dem Befall und nach der Saison

Befallenes Pflanzenmaterial entsorge ich über den Bio- oder Hausmüll. Im Gartenkompost wird es unter Umständen nicht heiß genug, um die Erreger abzutöten. Nach Bohnenrost reinigst du die Rankstangen vor der nächsten Nutzung mit kochendem Wasser, weil der Pilz an ihnen überdauern kann. Substrat aus Kübeln mit Wurzelfäule verwendest du nicht erneut.

Passt dazu

Für einzelne Arten lohnt der Blick in die Spezialbeiträge, etwa dazu, wie du Probleme an Prunkbohnen gezielt erkennst und angehst.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge befallen Hülsenfrüchte am häufigsten?
Das hängt von der Art ab. An Bohnen findest du typischerweise Schwarze Bohnenläuse, Bohnenfliegen und Spinnmilben, an Erbsen Erbsenblattläuse, Erbsenwickler und Erbsenkäfer. Dazu kommen Blattrandkäfer mit buchtigem Fraß an den Blatträndern und Schnecken an jungen Trieben. Im Vorrat kann sich der Speisebohnenkäfer in gelagerten Bohnensamen vermehren.
Wie funktioniert integrierter Pflanzenschutz bei Hülsenfrüchten?
Du kombinierst mehrere Maßnahmen in einer festen Rangfolge. Am Anfang stehen gesundes Saatgut, Fruchtwechsel, ein Standort ohne Staunässe, resistente Sorten und die Kontrolle der Pflanzen. Danach greifst du mechanisch ein, etwa mit Wasserstrahl, Netz oder Absammeln, und förderst natürliche Gegenspieler. Ein zugelassenes Mittel ist der letzte Schritt und wird genau nach Gebrauchsanweisung eingesetzt.
Welche Pilzkrankheiten bedrohen Erbsen und Bohnen?
An Erbsen können Echter und Falscher Mehltau, Erbsenrost, Grauschimmel sowie Wurzel- und Fußkrankheiten auftreten, an denen etwa Fusarium beteiligt sein kann. Bohnen können an Bohnenrost und Brennflecken erkranken, Puffbohnen an Schokoladenflecken, Ascochyta-Flecken, Rost und Falschem Mehltau. Die Fettfleckenkrankheit der Bohnen gehört nicht dazu, denn sie wird von Bakterien verursacht. Zur Vorbeugung setzt du auf gesundes Saatgut, Fruchtwechsel und Gießen an den Pflanzenfuß statt übers Laub.
Wie erkennt man Fusarium-Welke bei Hülsenfrüchten?
Am Aussehen allein erkennst du sie oft nicht sicher. Vergilbung und Welke sind nur Hinweise, denn auch andere Wurzel- und Fußkrankheiten, Hitze oder Kaliummangel können ähnliche Bilder erzeugen. Für eine eindeutige Bestimmung kann eine Laboruntersuchung nötig sein. Vorbeugend setzt du auf lange Anbaupausen, lockeren Boden ohne Staunässe und Sorten mit Resistenz gegen Fusarium-Welke.
Welche Nützlinge bekämpfen Blattläuse an Hülsenfrüchten natürlich?
Zu den natürlichen Gegenspielern gehören Marienkäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Blattlausschlupfwespen. Bei Schwebfliegen fressen die Larven einiger Arten die Läuse, während die erwachsenen Tiere Pollen und Nektar brauchen. Blühende Korb- und Doldenblütler sowie Dill bieten ihnen Nahrung, Laub- und Totholzhaufen dienen Marienkäfern als Winterquartier.
Wie erstellt man einen Pflanzenschutzkalender für Hülsenfrüchte?
Richte ihn an Entwicklungsphasen und Witterung aus. Rund um den Aufgang achtest du auf Bohnenfliegenlarven und Schnecken, im Mai und Juni auf den Erbsenwickler, zur Blüte auf Blattläuse an den Triebspitzen. Bei Feuchtigkeit und 15 bis 20 °C drehst du Blätter von Erbsen und Puffbohnen um, in warmen Phasen prüfst du Bohnenblätter und Hülsen auf Fettflecken. Nach der Ernte folgen Hygiene und die Planung der Fruchtfolge.
Welche Ausrüstung benötigt man für den sicheren Umgang mit Pflanzenschutzmitteln?
Im Haus- und Kleingarten kommen nur Mittel infrage, die für nichtberufliche Anwender zugelassen sind. Welche Schutzkleidung du brauchst, steht in der Gebrauchsanweisung des jeweiligen Mittels, und an die hältst du dich genau. Dort findest du auch die Wartezeit bis zur Ernte und Hinweise zur Entsorgung von Resten.
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