Zuckererbsen vermehren: Samen selbst ziehen und sortenrein halten
- Vermehre nur samenfeste Sorten, denn Nachkommen von F1-Hybriden können in ihren Eigenschaften aufspalten.
- Wähle gesunde, sortentypische Samenträger und markiere sie mit einem Stab oder Band.
- Samenhülsen bleiben an der Pflanze, bis sie trocken und brüchig sind; ernte sie möglichst bei trockenem Wetter.
- Prüfe die trockenen Hülsen auf eine Pergamentschicht, denn Zuckererbsen bilden keine.
- Zwischen verschiedenen Erbsensorten werden 15 m Abstand empfohlen, eine Garantie für Sortenreinheit ist das nicht.

Zuckererbsen-Samen kannst du selbst ziehen, wenn du eine samenfeste Sorte anbaust. Die Samenhülsen müssen dafür an der Pflanze bleiben, bis sie trocken und brüchig sind. Genau diese Hülsen würdest du sonst jung für die Küche pflücken. Deshalb legst du vorher fest, welche Pflanzen Samen liefern, und lässt sie ausreifen. Ich markiere meine Samenträger im Beet und pflücke an ihnen keine Hülse für die Küche.
Welche Zuckererbsen lassen sich vermehren?
Für eigenes Saatgut brauchst du eine samenfeste Zuckererbsensorte. Von F1-HybridenF1-Hybriden sind Sorten, deren Saatgut aus der gezielten Kreuzung zweier ausgewählter Elternlinien stammt. Die Pflanzen dieser ersten Nachkommengeneration (F1) wachsen häufig sehr einheitlich, ihre eigenen Samen bringen die Sorte aber nicht zuverlässig wieder hervor. nimmst du keine Samen, weil ihre Nachkommen in ihren Eigenschaften aufspalten können. Aus solchen Samen wächst also nicht zuverlässig wieder die Pflanze, die du geerntet hast.
Samenfest heißt, dass eine Sorte ihre Sortenmerkmale an die nächste Generation weitergibt. Solche Sorten eignen sich zur eigenen Saatgutgewinnung.
Ob eine Sorte samenfest ist, verrät dir das Bio-Siegel allein nicht. Bio-Saatgut stammt aus ökologischer Vermehrung, doch auch im Ökolandbau werden Hybridsorten verwendet.
Auch die Herkunft deines Ausgangssaatguts zählt. Bei Schweizer Riesen können sich Saatgutherkünfte in Wuchs, Reife und Faserigkeit der Hülsen erheblich unterscheiden. Ich notiere deshalb neben dem Sortennamen, woher meine ersten Samen stammen.
Wie wähle ich die Samenträger aus?
Samenträger sind die Pflanzen, deren Hülsen du für Saatgut ausreifen lässt. Wähle dafür gesunde Pflanzen, die gut tragen und deren Hülsen dir schmecken. Außerdem sollen sie sortentypisch sein, also in Wuchs, Reifezeit und Hülsen zur Sorte passen. Ich vergleiche meine Kandidaten dafür mit der Sortenbeschreibung und meinen Notizen aus dem Vorjahr.
Bei der Gesundheit schaust du genau hin, denn gesundes Saatgut hilft, Krankheiten und Schädlinge an Erbsen zu begrenzen. Mosaikartige Hell-Dunkel-Muster, gekrümmte Blätter oder missgebildete Hülsen können auf eine Viruskrankheit hindeuten. Solche Viruskrankheiten können durch Blattläuse übertragen werden. Ein weißer Belag auf den Blättern kann auf Echten MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt. hinweisen. Das sind Hinweise und keine sichere Diagnose, trotzdem wähle ich solche Pflanzen nicht als Samenträger.
Hast du deine Samenträger gefunden, markierst du sie mit einem Stab oder einem Band. So kannst du sie weiter beobachten und später getrennt von den übrigen Pflanzen beernten.
Ich binde an jeden Samenträger ein farbiges Band und stecke einen Stab ans Reihenende. Beim Gießen schaue ich an diesen Pflanzen gezielt auf Blätter und Hülsen und schreibe auf, was mir auffällt.
Samenfeste Sorte statt F1-Hybride. Gesunde Pflanze ohne Mosaikmuster, weißen Belag oder missgebildete Hülsen. Wuchs, Reifezeit und Hülsen sortentypisch. Guter Ertrag und Geschmack. Mit Stab oder Band markiert.
Wie bleibt die Sorte rein?
Erbsen bestäuben sich normalerweise selbst, noch bevor sich ihre Blüten öffnen. Fremdbestäubung durch Hummeln oder Bienen ist trotzdem möglich. Steht eine zweite Erbsensorte in der Nähe, kann also trotz Selbstbestäubung eine Kreuzung in dein Saatgut geraten.
Für die Saatgutvermehrung verschiedener Erbsensorten werden 15 m Abstand empfohlen. Das betrifft nicht nur eine zweite Zuckererbse, sondern auch Mark- und Palerbsen im selben Garten. Eine Garantie für Sortenreinheit ist dieser Abstand nicht. Gibt mein Garten ihn nicht her, baue ich im Vermehrungsjahr nur eine Erbsensorte an. Wo Samenträger und andere Kulturen stehen sollen, kannst du vorab im Beetplaner auf deinen Beeten einzeichnen.
„Ohne Bienen keine Erbsen.“ Erbsen können sich selbst befruchten, fehlende Bienen erklären ausbleibende Hülsen deshalb nicht allgemein. Für die Sortenreinheit zählt dagegen: Wo Hummeln oder Bienen fliegen, bleibt Fremdbestäubung möglich.
Wann sind die Samenhülsen erntereif?
Für die Küche erntest du Zuckererbsen jung und pflückst wiederholt, solange die Körner noch klein und weich sind. Bei den Samenträgern gilt das Gegenteil. Die Hülsen der markierten Pflanzen bleiben hängen, bis sie raschelnd trocken und brüchig sind. Geerntet wird dann möglichst bei trockenem Wetter.
Den Zeitpunkt zeigt dir die Hülse, nicht der Kalender. Ich fasse die markierten Hülsen an und lasse sie hängen, solange sie noch biegsam sind.
Häufiges Ernten zarter Hülsen fördert bei Erbsen die Blüte. An den Samenträgern fällt dieses Durchpflücken weg, deshalb plane ich für die Küche eigene Pflanzen daneben ein. Wann die Küchenernte je nach Sorte ansteht, erklärt der Beitrag zum passenden Zeitpunkt für Aussaat und Ernte von Zuckererbsen.
Samenhülsen pflücken, solange sie noch grün und biegsam sind. Für Saatgut wartest du, bis die Hülse an der Pflanze trocken und brüchig geworden ist.
Woran erkennst du eine sortentypische Zuckererbsenhülse?
Die letzte Auswahl triffst du an der trockenen Hülse. Zuckererbsen bilden in ihrer Hülse keine Pergamentschicht, und genau darauf prüfst du die trockenen Hülsen deiner Samenträger. Ich breche dazu vor dem Auslösen jede Hülse auf und schaue mir die Innenseite an. Zeigt eine Pflanze eine Pergamentschicht, passt sie nicht zum Zuckererbsentyp. Die Samen dieser Pflanze kommen dann nicht in mein Saatgut.
Mit Pergamentschicht ist eine pergamentartige Haut an der Innenseite der Hülse gemeint. Zuckererbsen bilden sie nicht, ihre jungen, fleischigen Hülsen kommen samt den kleinen Samen in die Küche.
Wie geht es nach der Ernte weiter?
Die geernteten Samenhülsen lagern vor dem Auslösen 2 bis 3 Wochen trocken nach. Trocken genug für die Lagerung sind die Samen, wenn du sie mit dem Fingernagel nicht mehr einritzen kannst.
Beim Auslösen sortierst du Samen mit Schädlingsspuren aus. Fraß, Gespinst und Kot in der Hülse können auf den Erbsenwickler hinweisen, rundliche und tief reichende Bohrlöcher im Samen auf den Erbsenkäfer. Weitere Befallsmerkmale fasst der Abschnitt zu Krankheiten und Schädlingen bei Hülsenfrüchten zusammen.
Das fertige Saatgut bewahrst du trocken, kühl und dunkel auf und beschriftest jede Portion mit Sortenname und Erntedatum. So gelagert bleibt Erbsensaatgut etwa 3 bis 4 Jahre verwendbar. Ob älteres Saatgut noch keimt, zeigt dir eine Probeaussaat mit genau abgezählten Samen.
Nach dem deutschen Sortenschutzgesetz sind Handlungen im privaten Bereich zu nicht gewerblichen Zwecken vom Sortenschutz ausgenommen. Trocknen, Lagern, KeimprobeDie Keimprobe ist ein einfacher Test vor der Aussaat: Du legst eine abgezählte Zahl Samen auf feuchtes Küchenpapier und zählst nach der Keimdauer, wie viele gekeimt sind. So siehst du, ob sich älteres Saatgut noch lohnt. und die rechtliche Seite erklärt ausführlich der Ratgeber, wie du Saatgut von Hülsenfrüchten gewinnst und keimfähig aufbewahrst.
Wie ziehst du aus eigenen Samen wieder Zuckererbsen?
Deine eigenen Samen säst du im nächsten Jahr wie gekauftes Saatgut, die Aussaatzeit reicht von April bis Juni. Die Samen kommen 3 bis 4 cm tief in die Erde. Abstände, Rankhilfe und Pflege beschreibt die Anleitung, wie du Zuckererbsen im Freiland anbaust. Ich säe die Nachkommen meiner Samenträger in eine eigene Reihe und vergleiche Wuchs und Hülsen mit meinen Notizen.





