Zuckererbsen gießen: Wasserbedarf von der Keimung bis zur Ernte
- Bis die Erbsen keimen, bleibt die Saatreihe gleichmäßig feucht; Staunässe vertragen sie in keiner Phase.
- Ab der Blüte wird ausreichend Wasser besonders wichtig, und mit den wachsenden Hülsen steigt der Bedarf stark.
- Ob du gießt, zeigt die Fingerprobe in der Erde, nicht ein fester Termin.
- Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit die Blätter nicht unnötig nass werden.
- Im Gefäß trocknet die Erde rascher ab, darum kontrollierst du dort häufiger als im Beet.

Wenn deine Zuckererbsen blühen und Hülsen ansetzen, steigt ihr Wasserbedarf stark an. Trocknet der Boden dann aus, fehlt das Wasser genau in der Zeit, in der die Ernte heranwächst. Staunässe vertragen die Pflanzen dagegen in keiner Phase. Ich prüfe deshalb vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde unter der Oberfläche ist, und richte mich nach der Wachstumsphase statt nach dem Kalender.
Hier geht es um den Wasserbedarf der Zuckererbse Phase für Phase und durch das Jahr. Was für alle HülsenfrüchteHülsenfrüchte sind die in einer Hülse reifenden Samen von Schmetterlingsblütlern wie Erbse, Bohne und Linse; die Pflanzen heißen Hülsenfrüchtler oder Leguminosen. Die meisten binden mit Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff aus der Luft. gleichermaßen gilt, steht in den Grundlagen zum Gießen und Pflegen von Bohnen und Erbsen.
Wie viel Wasser brauchen Zuckererbsen in welcher Phase?
Zuckererbsen brauchen vor allem bei der Keimung und ab der Blüte eine gleichmäßige Wasserversorgung. Dazwischen gießt du nach Bedarf. Die Tabelle zeigt, worauf du in welcher Phase achtest.
| Phase | Zeitraum | Wasserbedarf | Worauf du achtest |
|---|---|---|---|
| Aussaat bis Keimung | Keimdauer 7 bis 14 Tage | gleichmäßig feucht | Saatreihe nicht austrocknen lassen, kein stehendes Wasser |
| AuflaufenAuflaufen nennt man es, wenn nach der Aussaat die Keimlinge sichtbar aus der Erde kommen. Man sagt dann auch, die Saat ist aufgegangen. bis Blüte | je nach Saattermin | nach Bedarf | Fingerprobe vor dem Gießen, zwischen den Reihen hacken |
| Blüte | Mai bis Juli | ausreichend und gleichmäßig | am Pflanzenfuß gießen, Laub trocken halten |
| Hülsenbildung und Ernte | Juni bis September | steigt stark an | durchgehend versorgen, solange du pflückst |
Aussaat und Keimung: gleichmäßig feucht, nie nass
Von der Saat bis zur Keimung bleibt die Reihe gleichmäßig feucht, stehendes Wasser darf sich dabei aber nicht bilden. Zuckererbsen brauchen bis zur Keimung 7 bis 14 Tage, und in dieser Zeit darf die Saatreihe nicht austrocknen. Ich prüfe die Feuchte mit dem Finger direkt neben der Rille, damit ich die Samen nicht aus der Erde hole.
Schwere, nasse Böden mit Staunässe vermeidest du für Zuckererbsen. Sie brauchen tiefgründige, humose und gut strukturierte Erde mit gutem Wasserabzug. Wie du das Beet dafür herrichtest, zeige ich dort, wo es darum geht, wie du Boden und Saatbett für Zuckererbsen vorbereitest.
Vom Auflaufen bis zur Blüte: gießen nach Bedarf
Sind die Keimlinge da, gießt du nach Bedarf. Zu Kulturbeginn brauchen Erbsen gleichmäßige Feuchtigkeit, einen festen Gießrhythmus gibt es dafür aber nicht. Steck vor dem Gießen einen Finger in die Erde: Ist sie unter der Oberfläche noch feucht, wartest du.
„Erbsen gießt man nach festem Plan.“ Ein fester Rhythmus passt bei Zuckererbsen nicht, weil der Wasserbedarf von Sorte, Witterung, Boden sowie Sonne und Wind am Standort abhängt. Ob nachgegossen wird, sagt dir die Erde unter deinen Fingern, kein fester Wochentag.
Hochwachsende Sorten bekommen ihre Rankhilfe, wenn sie etwa 10 cm hoch sind, und zwischen den Reihen hackst du ab dem Auflaufen. Beides erkläre ich ausführlich dort, wo es darum geht, wie du Zuckererbsen von der Saat bis zur Rankhilfe anbaust; die Grundlagen stehen im Abschnitt Rankhilfen und Pflege der Hülsenfrüchte-Grundlagen.
Ab der Blüte: ausreichend und gleichmäßig
Zuckererbsen blühen von Mai bis Juli. Von der Blüte an wird ausreichend Wasser besonders wichtig, und die Feuchte soll jetzt gleichmäßig bleiben. Staunässe vertragen die Pflanzen auch in dieser Phase nicht.
Du gießt jetzt durchdringend und direkt am Pflanzenfuß, die Blätter lässt du trocken. Treffen Feuchtigkeit und Temperaturen von 15 bis 20 °C zusammen, begünstigt das bei Erbsen den Falschen MehltauMehltau ist die Bezeichnung für Pilzkrankheiten, die einen weißlichen oder grauen Belag auf den Blättern bilden. Man unterscheidet Echten Mehltau, der bei Trockenheit und Hitze auftritt, und Falschen Mehltau, der bei kühlem, feuchtem Wetter auftritt.. Bei solchem Wetter wende ich beim Gießen einzelne Blätter und schaue mir die Unterseite an. Helle, gelbliche Flecken oben und ein grauvioletter Belag darunter können auf Falschen Mehltau hindeuten, sind aber keine sichere Diagnose.
Hülsenbildung und Ernte: der Bedarf steigt stark
Sobald sich nach der Blüte die Früchte bilden, steigt der Wasserbedarf von Erbsen stark an. Die Versorgung bleibt von der Blüte bis zur Kornbildung kontinuierlich. Zuckererbsen erntest du jung und pflückst sie wiederholt durch, solange die Körner in den Hülsen noch klein und weich sind. Die Erntezeit reicht von Juni bis September.
Weil der Wasserbedarf mit den Hülsen stark steigt und du Zuckererbsen wiederholt durchpflückst, fällt die Phase mit dem höchsten Wasserbedarf mitten in die Pflückzeit. Lässt du nach den ersten Hülsen beim Gießen nach, fehlt das Wasser den Hülsen, die noch wachsen. Beim Durchpflücken greife ich neben der Reihe in die Erde und entscheide danach, ob die Kanne nötig ist.
Menge und Tageszeit: so gießt du das Zuckererbsenbeet
Wie viel Wasser deine Zuckererbsen brauchen, hängt von Sorte, Witterung und Boden ab, dazu von Sonne und Wind am Standort. Deshalb rechnest du in Litern je Quadratmeter Beet, nicht je Pflanze.
Als allgemeine Orientierung für Gartenbeete dienen etwa 10 bis 20 l Wasser je m², um Wurzeln in etwa 10 bis 20 cm Tiefe zu versorgen. Diese Gabe teilst du auf, damit sie einsickert. Für einen durchdringenden Gießgang, der das Beet bis ungefähr 20 cm Tiefe durchfeuchtet, rechnest du mit etwa 20 bis 25 l je m². Beides sind Werte je Quadratmeter Beet, keine Mengen je Pflanze.
Wie viel davon im Boden gespeichert bleibt, hängt von Bodenart und Wurzeltiefe ab, deshalb bleibt die Fingerprobe dein Maßstab. Ich gieße die Reihe an, lasse das Wasser einsickern und gieße dann nach. Gieß morgens direkt in den Wurzelbereich, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter nicht unnötig nass werden.
Gießen im Jahreslauf
Frühjahr: erst den Boden prüfen
Wann du Zuckererbsen säst, richtet sich nach Temperatur und Frost. Die Termine findest du im druckbaren Aussaatkalender für Bohnen und Erbsen und im Aussaat-Abschnitt der Hülsenfrüchte-Grundlagen. Früh gesät wird erst, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet und schon etwas erwärmt ist.
Im Frühjahr prüfe ich deshalb zuerst, ob das Beet trocken genug zum Säen ist, und greife erst danach zur Gießkanne. Nach dem Säen gilt, was für die Keimung gilt: gleichmäßig feucht, ohne Staunässe. Hat es kräftig geregnet, gießt du erst wieder, wenn die Fingerprobe trockene Erde zeigt.
Frühsommer und Sommer: Blüte, Hülsen und Hitze
Ab Mai blühen die Zuckererbsen, und mit den wachsenden Hülsen erreicht ihr Wasserbedarf den höchsten Stand der Saison. In dieser Zeit gieße ich morgens und prüfe die Erde vorher mit dem Finger.
Steigt das Thermometer über 30 °C, setzen Erbsen weniger Blüten an. Liegt noch Vlies oder Folie über den Pflanzen, nimmst du die Abdeckung bei stark steigenden Temperaturen ab, am besten an einem trüben oder regnerischen Tag. So vermeidest du Hitzestau und plötzliche volle Sonne.
Wer im Juni oder Juli noch einmal sät, greift zu einer frühen Sorte, denn nur diese eignen sich für den späten Anbau. Auch hier bleibt die Saatreihe feucht, bis die Keimlinge erscheinen.
Herbst und Winter: Zuckererbsen unter Glas
Die wintergeeignete Zuckererbse Norli säst du für die geschützte Winterkultur von September bis Oktober. Auch eine Aussaat im Januar ist möglich. Ab Februar lässt sie sich zudem unter Glas vorziehenVorziehen heißt, Samen im Haus, im Gewächshaus oder im Frühbeet auszusäen und dort zu Jungpflanzen heranzuziehen. Später pflanzt du sie ins Beet oder in den Kübel aus., ausgepflanzt wird sie dann im März.
Unter Glas und im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. bekommen die Pflanzen keinen Regen ab, jede Wassergabe kommt also von dir. An sonnigen, frostfreien Tagen stellst du die Frühbeetfenster zum Lüften hoch, denn im Kasten heizt sich die Luft sonst stark auf. Im Frühbeet prüfe ich die Erde vor dem Gießen genauso mit dem Finger wie im Freiland.
Zuckererbsen im Topf und im Hochbeet gießen
Mit etwa 50 cm Höhe und niedrigem, standfestem Wuchs passt die Zuckererbse Norli gut in Kübel und Töpfe. Topferde trocknet rascher ab als Beeterde, im Gefäß kontrollierst du die Feuchte deshalb häufiger. Ein im Verhältnis zur Pflanze kleines Gefäß hält wenig Wasser vor, sodass du dort noch öfter gießen musst.
Weil der Wasserbedarf mit den Hülsen stark steigt und ein kleines Gefäß wenig Wasser speichert, wählst du für Zuckererbsen lieber einen großen Topf, auch wenn die Jungpflanze darin anfangs viel Platz hat. Das größere Speichervolumen erlaubt längere Abstände zwischen den Gießgängen.
Jedes Gefäß braucht Abzugslöcher, damit sich keine Staunässe bildet. Bei torffreier Erde prüfst du die Feuchte unter der Oberfläche oder über das Gewicht des Topfes, denn oben kann die Erde schon trocken sein, während sie darunter noch nass ist. Welken die Blätter an einem heißen Tag, obwohl die Erde feucht ist, prüfst du zuerst die Substratfeuchte, bevor du nachgießt. Schwarze Kunststofftöpfe stellst du in einen Übertopf, damit sich der WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. nicht stark erwärmt.
Meine Erbsentöpfe hebe ich vor dem Gießen kurz an. Ist der Topf leicht, gieße ich. Ist er noch schwer, prüfe ich mit dem Finger die Erde unter der Oberfläche, bevor ich entscheide.
Ein HochbeetEin Hochbeet ist ein erhöhtes, stabil eingefasstes Beet, das mit Erde gefüllt wird, etwa aus Holz, Stein, Beton, Metall oder Kunststoff. Es erlaubt rückenschonendes Gärtnern auf wenig Grundfläche. wird schneller warm als ein Bodenbeet und trocknet dadurch auch schneller aus. Dort prüfst du die Feuchte deshalb ähnlich aufmerksam wie im Topf.
Gießtechnik, Wassersparen und Fehler kurz gefasst
Diese Themen gelten für alle Hülsenfrüchte gleichermaßen, ausführlich stehen sie im Gieß-Abschnitt der Hülsenfrüchte-Grundlagen.
Technik: Mit der Gießkanne setzt du das Wasser gezielt am Pflanzenfuß ab. Ein Tropfschlauch entlang der Reihe bringt das Wasser ebenfalls gezielt an die Pflanzen und kann Wasser sparen. Er braucht aber einen Filter, damit die Tropfer nicht verstopfen oder verkalken.
Wassersparen: Organischer Mulch senkt die Verdunstung und bremst das Aufheizen des Bodens, Rasenschnitt legst du dafür angewelkt und dünn auf. Mit mehr Humus und guter BodenstrukturDie Bodenstruktur, auch Bodengefüge genannt, beschreibt, wie die festen Bestandteile des Bodens räumlich angeordnet sind. Sie bestimmt, wie viele und welche Poren es gibt, in denen sich Luft und Wasser halten. speichert der Boden Wasser besser. Mit gesammeltem Regenwasser sparst du Trinkwasser, es sollte aber nicht von Kupfer- oder Zinkdächern stammen.
Fehler: Vermeide Gießen nach Kalender, Wasser über das Laub und Staunässe. Vergilbte Erbsenblätter können auch auf Wurzel-, Fuß- oder Welkekrankheiten hindeuten, die an zu feuchten und verdichteten Standorten eher auftreten. Woran du Über- und Unterwässerung erkennst, beschreibe ich ausführlich bei den Bewässerungsfehlern an Buschbohnen.
Dünger über das Gießwasser?
Dünger über das Gießwasser brauchen Zuckererbsen meist nicht, denn Erbsen kommen in den meisten Böden ohne Zusatzdüngung aus. Auf eine ausgiebige Stickstoffdüngung kannst du bei Zuckererbsen verzichten, und ob dein Boden überhaupt etwas braucht, zeigt ein Bodenbefund. Welche Nährstoffe Zuckererbsen wann brauchen, erkläre ich im Beitrag, wie du Zuckererbsen bedarfsgerecht düngst.





