Gemüse · Kartoffeln · Sorten

Mehligkochende Kartoffelsorten für deinen Garten: Adretta, Freya, Gunda und Co.

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Mehligkochende Sorten haben unter den drei Kochtypen den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter.
  • Adretta, Afra, Freya und Vitelotte reifen mittelfrüh, Gunda früh und Highland Burgundy Red mittelspät.
  • Adretta und Freya gelten als gut lagerfähig, Adretta hat zudem eine sehr lange Keimruhe.
  • Linda ist festkochend, Agria wird je nach Einstufung als vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend geführt.
  • Mehlige Kartoffeln eignen sich besonders für Püree, Suppen und Klöße.
Ein Haufen frisch geernteter Kartoffeln mit anhaftender Erde.
Foto: Couleur · Pixabay Content License · Quelle ↗

Wer Kartoffeln für Püree, Suppe und Klöße anbaut, braucht eine Sorte, die wirklich mehlig kocht. Ich lese deshalb vor jeder Saison zuerst Kochtyp und Reifegruppe, bevor eine Sorte ins Beet kommt. Dabei lohnt ein zweiter Blick: Linda gilt als festkochend, und Agria wird je nach Einstufung als vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend geführt.

Unten vergleiche ich die mehligkochenden Sorten nach Reifezeit, Keimruhe, Lagerfähigkeit und Fleischfarbe. So findest du die Sorte, die zu deinem Beet und deinem Vorrat passt.

Woran du eine mehligkochende Kartoffel erkennst

Kartoffeln werden nach ihrem Stärkegehalt in drei Kochtypen eingeteilt: festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend. Mehligkochende Sorten haben den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter. Wie viel Stärke eine Knolle einlagert, hängt dabei von der Sorte ab.

Kochtyp Stärkegehalt (grober Richtwert) Beim Kochen Passt zu
festkochend unter dem Wert der vorwiegend festkochenden bleibt formstabil Kartoffelsalat, Gratin, Bratkartoffeln
vorwiegend festkochend etwa 13 bis 15 % mittlere Festigkeit Eintöpfe, Aufläufe, Salz- und Pellkartoffeln
mehligkochend über dem Wert der vorwiegend festkochenden zerfällt leichter Püree, Suppen, Klöße

Die Stärkewerte sind nur eine grobe Orientierung, denn Kartoffeln sind ein Naturprodukt mit Schwankungen.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Mehligkochende Sorten für den Hausgarten im Vergleich

Die folgenden Sorten sind als mehligkochend eingeordnet. Sie unterscheiden sich in Reifezeit, Keimruhe, Lagerfähigkeit und Fleischfarbe.

Sorte Reifegruppe Merkmale
Gunda früh mittlere bis niedrige Keimfreudigkeit
Adretta mittelfrüh hellgelbes Fleisch, runde bis rundovale Knollen, sehr lange Keimruhe, gut lagerfähig, vom Züchter als trockentolerant beschrieben
Freya mittelfrüh gut lagerfähig
Vitelotte mittelfrüh alte Sorte, blauviolettes Fleisch, mehlig und dennoch schnittfest, eher geringe Erträge
Highland Burgundy Red mittelspät rotes Fleisch mit weißem Außenring
Kurz erklärt

Keimruhe und Keimfreudigkeit beschreiben, wie früh eine Sorte zum Austreiben neigt. Eine Sorte mit geringer Keimruhe treibt früh aus und braucht deshalb ein kühles Lager. Sorten mit geringer Keimfreudigkeit eignen sich als Lagerkartoffeln.

Adretta: mehlig und lagerfähig

Adretta ist eine mittelfrühe, mehligkochende Sorte mit hellgelbem Fleisch und runden bis rundovalen Knollen. Dazu kommen eine sehr lange Keimruhe, eine niedrige Keimfreudigkeit und eine gute Lagerfähigkeit. Der Züchter beschreibt Adretta außerdem als trockentolerant.

Freya und Afra

Freya ist eine mittelfrühe, mehligkochende Sorte und gilt ebenfalls als gut lagerfähig. Afra gehört auch zur mittelfrühen Reifegruppe und kocht mehlig. Ich setze solche Sorten gern in benachbarte Reihen und vergleiche sie nach der Ernte im Topf.

Gunda: mehligkochend aus der frühen Reifegruppe

Gunda ist eine mehligkochende Sorte aus der frühen Reifegruppe. Die Keimfreudigkeit wird als mittel bis niedrig eingestuft.

Vitelotte und Highland Burgundy Red: farbiges Fleisch, auch im Eimer

Vitelotte ist eine alte, mittelfrühe Sorte mit blauviolettem Fleisch, die mehlig kocht und trotzdem schnittfest bleibt. Die Erträge sind eher gering. Highland Burgundy Red reift mittelspät und hat rotes Fleisch mit einem weißen Außenring. Beide Sorten werden auch für den Kartoffeleimer genannt. Der Eimer braucht Löcher im Boden, und ein schwarzer Eimer gehört nicht in die pralle Sonne, weil sich die Pflanzen darin zu stark erhitzen können.

Alte Kartoffelsorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein, und Vitelotte ist eine alte Sorte. Bei ihr achte ich deshalb besonders auf zertifiziert virusfreies Pflanzgut.

Melody und weitere mehlige Sorten

Melody kocht mehlig und besitzt eine hohe Keimruhe. Für einen zügigen Wachstumsstart braucht die Sorte mindestens eine Keimstimulierung, deshalb plane ich bei ihr das Vorkeimen fest ein. Melina, Karlena und Likaria zählen ebenfalls zu den mehligkochenden Sorten. Reifegruppe und Lagereignung prüfst du bei diesen dreien in der Sortenbeschreibung, bevor du bestellst.

Grenzfälle: Agria, Blauer Schwede und Linda

Bei manchen Sorten schwankt die Einordnung, andere kochen gar nicht mehlig. Agria ist eine mittelfrühe Sorte, deren Kochtyp je nach Einstufung von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend reicht. Dazu kommt eine mittlere bis hohe Anfälligkeit für Kartoffelschorf. Da leichte Standorte eher unter Schorf leiden, würde ich Agria auf Sandboden nicht als einzige Sorte pflanzen.

Der Blaue Schwede ist eine mittelfrühe Sorte mit blauem bis violettem Fleisch. Seine Kocheigenschaften reichen je nach Einstufung von festkochend bis mehligkochend.

Mythos-Check

Linda eine mehlige Sorte? Nein, Linda ist festkochend und hat tiefgelbes Fleisch. Auch Bellinda gilt als festkochend, Concordia als vorwiegend festkochend. Für Püree und Klöße greifst du besser zu einer der mehligen Sorten aus der Tabelle oben.

Wenn du auch festkochende oder vorwiegend festkochende Sorten einplanst, hilft dir meine Übersicht über Kartoffelsorten aller Kochtypen und Reifezeiten.

So wählst du die passende mehlige Sorte

Frühe Sorten gelten als lagerfähig bis in den Herbst, mittelfrühe bis ins Frühjahr. Gunda gehört zur frühen Reifegruppe, Adretta zur mittelfrühen: Kombinierst du beide, beginnt deine mehlige Ernte früher, und für den Winter bleibt trotzdem ein Vorrat. Die Reihen für zwei Sorten mit unterschiedlicher Reifezeit teile ich vorab im Beetplaner für dein Gemüsebeet ein.

Mini-Checkliste

So gehe ich beim Sortenkauf vor.

  • Kochtyp prüfen: mehligkochend, bei Agria und beim Blauen Schweden schwankt die Einordnung.
  • Reifegruppe wählen: Gunda früh; Adretta, Afra, Freya und Vitelotte mittelfrüh; Highland Burgundy Red mittelspät.
  • Für den Wintervorrat: Adretta und Freya gelten als gut lagerfähig.
  • Für trockene Lagen: Adretta wird vom Züchter als trockentolerant beschrieben.
  • Für den Eimer: Vitelotte und Highland Burgundy Red werden dafür genannt.
  • Pflanzgut: zertifiziert und virusfrei.

Warum dieselbe Sorte nicht jedes Jahr gleich mehlig kocht

Die Koch- und Speiseeigenschaften einer Sorte können von Jahr zu Jahr schwanken, je nach Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung. Solange das Kraut grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Ein Überangebot an Stickstoff kann dagegen den Trockenmassegehalt senken und Abreife sowie Schalenfestigkeit verzögern. Mit steigender Kaliumdüngung kann der Stärkegehalt abnehmen, und chloridhaltige Kaliumdüngung kann ihn ebenfalls senken.

Ausgeprägte Trockenschäden können sowohl den Knollenertrag als auch den Stärkegehalt verringern. Mehlige Sorten pflanzt du wegen ihrer Stärke, also geht es bei ihnen in Trockenphasen beim Gießen auch um die Kochqualität. Mehr dazu, wie du den Ertrag mehligkochender Sorten gezielt steigerst, findest du in einem eigenen Beitrag.

Marias Erfahrung

Ich koche von jeder Sorte nach der Ernte zuerst ein paar Knollen zur Probe und notiere, wie stark sie zerfallen. Die Notiz schreibe ich unter den Sortennamen in mein Gartenheft, damit ich die Jahre vergleichen kann.

Anbau in Kürze: was für alle mehligen Sorten gilt

Im Beet brauchen mehlige Sorten dieselbe Grundpflege wie alle Kartoffeln. Ausführlich stehen die Grundlagen zu Standort und Boden, Pflanzung, Anhäufeln, Ernte und Lagern im großen Kartoffel-Ratgeber.

Boden: Schwere Böden erwärmen sich langsam und neigen zur Klutenbildung, leichte Standorte leiden eher unter Schorf und unzureichender Wasserversorgung. Kompost lockert schwere Böden und verbessert in leichten die Speicherung von Wasser und Nährstoffen.

Pflanzgut und Pflanzung: Ich lege zertifiziert virusfreie Pflanzknollen hell zum Vorkeimen aus. Vorkeimen kann einen Entwicklungsvorsprung von etwa 2 Wochen bringen. Gepflanzt wird bei einer durchschnittlichen Bodentemperatur von rund 8 Grad, den Termin behältst du im Aussaatkalender für Kartoffeln im Blick.

Anhäufeln: Ich häufle erstmals handhoch an, sobald die Triebe aufgelaufen sind, und ein zweites Mal etwa drei bis vier Wochen später. Die Erddämme schützen die wachsenden Knollen vor Licht und Ergrünen.

Gießen: Die wasserkritischste Phase reicht vom Knollenansatz bis zur Blüte, weil Trockenheit dann die Zahl der angelegten Knollen verringert.

Ernte: Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa zwei bis drei Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts. Ich prüfe vorher die Schale: Lässt sie sich nicht mehr leicht mit dem Daumen abreiben, grabe ich bei trockenem Wetter vorsichtig mit der Grabgabel.

Lagern: Der Vorrat liegt dunkel, frostfrei und kühl bei 4 bis 6 Grad. Über 8 Grad beginnen die Knollen zu keimen, und Licht lässt sie ergrünen, was auf mehr Solanin hindeutet. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht, bei den übrigen schneidest du Keime und grüne Stellen großzügig weg.

Krankheiten: Bei feuchter Witterung können graugrüne bis bräunliche Flecken an Blättern und Stängeln auf Krautfäule hinweisen. Luftige Bestände trocknen schneller ab, und Kraut mit Kraut- und Knollenfäule gehört nicht auf den Hausgartenkompost. Wie du im Bio-Garten weiter vorbeugst, zeige ich im Beitrag, wie du mehligkochende Kartoffeln ökologisch anbaust.

Mehlige Kartoffeln in der Küche

Mehligkochende Kartoffeln zerfallen beim Kochen leichter und eignen sich besonders für Püree, Suppen und Klöße. Wie du mehlige Kartoffeln mit Blick auf Püree und Knödel anbaust, zeige ich in einem eigenen Beitrag.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Was sind mehligkochende Kartoffeln und wodurch unterscheiden sie sich von anderen Sorten?
Mehligkochende Kartoffeln haben unter den drei Kochtypen den höchsten Stärkegehalt und zerfallen beim Kochen leichter. Als grober Richtwert liegen vorwiegend festkochende Sorten bei etwa 13 bis 15 % Stärke, mehligkochende darüber und festkochende darunter. Mehlige Sorten eignen sich deshalb besonders für Püree, Suppen und Klöße, festkochende eher für Kartoffelsalat, Gratin und Bratkartoffeln.
Welche Kartoffelsorten eignen sich besonders gut für den Anbau im Hausgarten?
Für mehlige Kartoffeln kommen zum Beispiel Adretta, Afra und Freya aus der mittelfrühen Reifegruppe sowie Gunda als frühe Sorte in Frage. Vitelotte und Highland Burgundy Red haben farbiges Fleisch und werden auch für den Kartoffeleimer genannt. Linda gehört nicht dazu, sie ist festkochend. Welche Sorte zu dir passt, hängt davon ab, wann du ernten und wie lange du lagern willst.
Warum haben mehligkochende Kartoffeln einen so hohen Stärkegehalt?
Wie viel Stärke eine Knolle bildet, hängt von der Sorte ab, und nach dem Stärkegehalt werden die Kochtypen eingeteilt. Im Beet wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein, solange das Kraut grün ist. Ausgeprägte Trockenschäden und eine steigende Kaliumdüngung können den Stärkegehalt dagegen senken.
Welche besonderen Anbautipps gibt es für Sorten wie Agria und Adretta?
Adretta reift mittelfrüh, wird vom Züchter als trockentolerant beschrieben und hat eine sehr lange Keimruhe bei guter Lagerfähigkeit. Agria reift ebenfalls mittelfrüh, ihr Kochtyp reicht je nach Einstufung von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend. Weil Agria eine mittlere bis hohe Anfälligkeit für Schorf hat, achte ich bei ihr während der Knollenbildung auf eine ausreichende Wasserversorgung. Ansonsten gelten für beide dieselben Grundregeln zu Pflanzung, Anhäufeln und Ernte wie für alle Kartoffeln.
Was sind die Unterschiede zwischen Speisekartoffeln und Saatkartoffeln?
Im Garten vermehrst du Kartoffeln über Pflanzknollen, also Saat- oder Pflanzkartoffeln, nicht über botanische Samen. Für das Beet empfehle ich zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut, denn damit sind im Reklamationsfall auch Rechtsansprüche gegenüber dem Lieferanten gesichert. Bei alten Sorten wie Vitelotte achte ich besonders darauf, weil alte Sorten gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein können.
Wann ist der optimale Zeitpunkt für die Ernte und Lagerung von mehligkochenden Kartoffeln?
Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa zwei bis drei Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts, wenn die Schale fest ist. Grab nicht zu früh aus, denn solange das Kraut grün ist, lagern die Knollen noch Stärke ein. Eingelagert wird dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Über 8 Grad beginnen die Knollen zu keimen.
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