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Pflanzkartoffel-Mischungen: Sorten von früh bis spät für deinen Garten

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 6 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Sorten, zum Beispiel Annabelle, Heiderot und Laura.
  • Sehr frühe Sorten brauchen rund 100 bis 110 Tage bis zur Ernte und sind nicht lagerfähig.
  • Mittelfrühe Sorten wie Adretta brauchen 130 bis 150 Tage und lassen sich bis ins Frühjahr lagern.
  • Späte Sorten wie Cara brauchen 150 bis 170 Tage und werden im September oder Oktober geerntet.
  • Leg jede Sorte in eine eigene Reihe, dann erntest du sie zu ihrer Zeit.
Frisch geerntete Kartoffeln liegen auf dem Boden, teilweise noch mit Erde und Pflanzenresten bedeckt
Foto: Katherine Mihailova · Pexels License · Quelle ↗

Eine Pflanzkartoffel-Mischung bringt mehrere Sorten in dein Beet, die unterschiedlich schnell reifen und in der Küche verschieden kochen. Legst du alle Knollen bunt durcheinander, gräbst du im Juli die ersten Kartoffeln zwischen Pflanzen aus, deren Kraut noch grün ist. Ich sortiere die Knollen deshalb schon beim Auspacken nach Sorte und beschrifte jede Gruppe. Dafür brauchst du zwei Angaben je Sorte: die Reifegruppe und den Kochtyp.

Was in einer Pflanzkartoffel-Mischung steckt

Eine Mischung vereint mehrere Kartoffelsorten in einem Paket, zum Beispiel die drei Sorten Annabelle, Heiderot und Laura. Annabelle ist festkochend und reift sehr früh bis früh, Laura ist vorwiegend festkochend und hat eine rote Schale mit tiefgelbem Fleisch. Was Mischungen grundsätzlich ausmacht und warum sich die Sortenvielfalt für Hobbygärtner lohnt, beschreibe ich in einem eigenen Beitrag.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
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Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Reifegruppen: wann welche Sorte erntereif ist

Die Reifegruppe zeigt dir, wie lange eine Sorte im Beet steht und wie lange sie sich danach lagern lässt.

Reifegruppe Kulturzeit bis zur Ernte Ernte und Lager Sorten
sehr früh rund 100 bis 110 Tage Ernte im Juli, nicht lagerfähig Glorietta, Annabelle (sehr früh bis früh)
früh 110 bis 130 Tage lagerfähig bis in den Herbst Sieglinde, Belana, Gunda
mittelfrüh 130 bis 150 Tage lagerfähig bis ins Frühjahr Adretta, Agria, Afra, Freya, Bellinda, Concordia, Vitelotte, Blauer Schwede
spät 150 bis 170 Tage Ernte im September oder Oktober Cara, Linda (je nach Quelle); mittelspät: Alanis, Highland Burgundy Red
Zahl im Blick

Die Tage sind Richtwerte. Je nach Quelle fallen die Spannen kürzer aus, etwa 90 bis 110 Tage für sehr frühe und 140 bis 160 Tage für mittelspäte bis späte Sorten. Witterung, Boden und Nährstoffversorgung verschieben die Ernte zusätzlich.

Sehr frühe Sorten sind nicht lagerfähig, mittelfrühe halten bis ins Frühjahr. Kombinierst du beide Gruppen, hast du im Juli die ersten Knollen im Topf und trotzdem einen Vorrat für den Winter. Die Tage zählen ab dem Legen, den Termin dafür behältst du mit dem Pflanzkalender für Kartoffeln im Blick.

Spätkartoffeln: diese Sorten passen in die Mischung

Späte Sorten brauchen 150 bis 170 Tage und werden im September oder Oktober geerntet. In einer Mischung ist ihre Reihe die letzte, die du räumst.

Sorte Reife Eigenschaften
Cara spät vorwiegend festkochend
Linda mittelfrüh oder spät, je nach Quelle festkochend, tiefgelbes Fleisch
Bamberger Hörnchen mittelfrüh bis spät, je nach Quelle längliche, festkochende Landsorte
Alanis mittelspät gering anfällig für Krautfäule
Highland Burgundy Red mittelspät mehligkochend, rotes Fleisch mit weißem Außenring

Kiepenkerl führt Linda als Beispiel für die späte Gruppe, andere Sortenbeschreibungen ordnen sie als mittelfrüh ein. Richte den Erntetermin bei Linda und allen späten Sorten deshalb nach dem Kraut: Solange es grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Hattest du schon Krautfäule im Beet, passt Alanis in die Mischung, denn sie gilt als gering anfällig.

Kochtypen: welche Sorte für welches Gericht

Kochtyp Beim Kochen Passt zu Sorten
festkochend bleibt formstabil Kartoffelsalat, Gratin, Bratkartoffeln Annabelle, Belana, Linda, Bellinda, Bamberger Hörnchen
vorwiegend festkochend mittlere Festigkeit Eintöpfe, Aufläufe, Salz- und Pellkartoffeln Laura, Cara, Concordia, Gala, Marabel, Bellarosa
mehligkochend höchster Stärkegehalt, zerfällt leichter Püree, Suppen, Klöße Adretta, Afra, Freya, Gunda, Melody, Melina, Karlena, Likaria, Highland Burgundy Red

Als grobe Orientierung haben vorwiegend festkochende Sorten etwa 13 bis 15 % Stärke. Mehligkochende liegen darüber, festkochende darunter, und als Naturprodukt schwankt der Wert. Vitelotte ist mehligkochend und bleibt trotzdem schnittfest.

Nicht jede Sorte lässt sich eindeutig einordnen. Für Agria reichen die Angaben von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend, beim Blauen Schweden von festkochend bis mehligkochend. Dazu können Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung die Kocheigenschaften einer Sorte von Jahr zu Jahr verändern. Wenn schon die Angaben für Agria auseinandergehen und der Jahrgang mitspielt, zeigt dir erst die eigene Ernte, wie deine Agria kocht. Ich koche deshalb von jeder Sorte nach der Ernte zuerst eine Probe und notiere, ob sie zerfällt.

Mehr dazu, wie du die Sorten deiner Mischung in der Küche einsetzt, findest du im Beitrag zur Kartoffelvielfalt.

Farbe und Form: blaue, rote und längliche Sorten

Für Farbe auf dem Teller sorgen farbfleischige Sorten. Vitelotte ist eine alte, mittelfrühe Sorte mit blauviolettem Fleisch, bringt aber eher geringe Erträge. Der Blaue Schwede reift ebenfalls mittelfrüh und hat blaues bis violettes Fleisch. Highland Burgundy Red zeigt rotes Fleisch mit weißem Außenring, Laura eine rote Schale mit tiefgelbem Fleisch. Das Bamberger Hörnchen fällt durch seine längliche Form auf.

Vitelotte und Highland Burgundy Red werden auch für den Kartoffeleimer genannt. Welche Sorten sich für eine Mischung im Kübel eignen, liest du im Beitrag zum Kübelanbau.

Alte Sorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein. Gerade bei ihnen zählt deshalb zertifiziertes, virusfreies Pflanzgut. Mehr dazu, wie du alte Kartoffelsorten im Beet nutzt und erhältst, steht in einem eigenen Beitrag.

So stellst du deine eigene Mischung zusammen

Kaufst du die Sorten einzeln, planst du die Mischung nach drei Fragen: Wann willst du ernten, wie lange willst du lagern, und was kochst du?

Mini-Checkliste

Diese Bausteine gehören in eine Mischung für Sommer und Winter.

  • Eine frühe Sorte für die ersten Knollen im Sommer, etwa Annabelle.
  • Eine mittelfrühe, lagerfähige Sorte für den Vorrat, etwa Adretta.
  • Eine späte Sorte für die Ernte im Herbst, etwa Cara.
  • Mindestens eine festkochende und eine mehligkochende Sorte.
  • Für jede Sorte eine eigene Reihe und ein Schild.

Mit Annabelle, Adretta und Cara deckst du alle drei Kochtypen ab: festkochend, mehligkochend und vorwiegend festkochend. Achte bei der Auswahl auch auf Schwächen einzelner Sorten: Agria etwa gilt als mittel bis hoch anfällig für Kartoffelschorf.

Die Mischung im Beet: jede Sorte in ihre eigene Reihe

Im Beet bekommt bei mir jede Sorte ihre eigene Reihe. In einem Feldversuch mit Sorten unterschiedlicher Krautfäuleanfälligkeit verringerte ein reihenweiser Wechsel der Sorten den Befall stärker als ein vollständig durchmischter Bestand. Außerdem erntest du so jede Reihe dann, wenn ihre Sorte reif ist.

Schon vor dem Legen verhalten sich die Sorten unterschiedlich. Annabelle hat eine geringe Keimruhe und treibt früh aus, Adretta besitzt eine sehr lange Keimruhe. Melody braucht für einen zügigen Start mindestens eine Keimstimulierung. Leg die Sorten zum Vorkeimen deshalb getrennt aus, damit du jede im Blick hast.

Marias Erfahrung

Ich schreibe auf jedes Schild Sorte, Reifegruppe und Kochtyp. Das Schild liegt beim Vorkeimen in der Kiste, steckt danach am Reihenanfang und wandert bei der Ernte mit in die Lagerkiste.

Gepflanzt wird die Mischung wie jede Kartoffel, mit 30 bis 35 cm Abstand in der Reihe. Zwischen den Reihen bleiben 50 bis 70 cm, und später häufelst du die Reihen zu Dämmen an. Termin, Tiefe und Vorkeimen findest du ausführlich im Kartoffel-Ratgeber unter Pflanzgut und Pflanzen.

Wie viele Sortenreihen in dein Beet passen, rechnest du im Beetplaner für deine Beetaufteilung durch. Wie du den Boden für eine Kartoffelmischung vorbereitest und wie du eine Mischung Schritt für Schritt im Kartoffelbeet anbaust, beschreibe ich in zwei eigenen Beiträgen.

Eine Pflanzkartoffel-Mischung ist keine Mischkultur, denn dort wachsen verschiedene Gemüsearten nebeneinander. Welche Nachbarn zu deinen Kartoffelreihen passen, prüfst du im Mischkultur-Planer.

Gießen: Sorten mit unterschiedlichem Wasserbedarf

Die Sorten einer Mischung gehen verschieden mit Trockenheit um. Adretta und Bellarosa gelten als trockentolerant, Sieglinde braucht eine gleichmäßige Wasserversorgung. Setz Sorten mit ähnlichem Wasserbedarf deshalb nebeneinander, dann gießt du Reihe für Reihe nach Bedarf. Wie du die Sorten einer Mischung passend wässerst, erkläre ich im Beitrag zum Bewässern.

Ernte und Lagerung: Reihe für Reihe

Frühe Sorten kannst du bei noch grünem Laub portionsweise für den sofortigen Verzehr ernten, sie halten dann höchstens eine Woche. Lagersorten gräbst du als Faustregel etwa zwei bis drei Wochen nach dem vollständigen Absterben des Krauts aus, wenn die Schale fest ist. Gelagert wird dunkel und kühl bei 4 bis 6 Grad. Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht.

Annabelle hat eine geringe Keimruhe, Adretta eine sehr lange. Aus einer Mischung mit beiden verbrauchst du also die Annabelle zuerst und hältst die Adretta als Vorrat zurück. Reifezeichen, Ernte und Lagerraum beschreibe ich ausführlich im Kartoffel-Ratgeber.

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Häufige Fragen

Was sind Pflanzkartoffel-Mischungen und welche Vorteile bieten sie?
Eine Pflanzkartoffel-Mischung vereint mehrere Kartoffelsorten in einem Paket, zum Beispiel Annabelle, Heiderot und Laura. Gehören die Sorten zu verschiedenen Reifegruppen, erntest du nicht alles auf einmal, sondern Reihe für Reihe. Dazu bekommst du unterschiedliche Kochtypen aus einem Beet, etwa festkochende Knollen für Salat und mehligkochende für Püree.
Welche Kartoffelsorten stecken in einer Pflanzkartoffel-Mischung?
Ein Beispiel ist die Kombination aus Annabelle, Heiderot und Laura. Stellst du selbst zusammen, nimm Sorten aus verschiedenen Reifegruppen: Annabelle reift sehr früh bis früh, Adretta mittelfrüh und Cara spät. Damit hast du zugleich alle drei Kochtypen im Beet, denn Annabelle ist festkochend, Adretta mehligkochend und Cara vorwiegend festkochend.
Wie unterscheiden sich frühe, mittelfrühe und späte Kartoffelsorten in der Reifezeit?
Frühe Sorten brauchen 110 bis 130 Tage bis zur Ernte und lassen sich bis in den Herbst lagern, sehr frühe sind schneller reif, aber nicht lagerfähig. Mittelfrühe Sorten stehen 130 bis 150 Tage im Beet und halten bis ins Frühjahr. Späte Sorten brauchen 150 bis 170 Tage und werden im September oder Oktober geerntet. Je nach Quelle, Witterung und Boden fallen die Spannen etwas anders aus.
Worin unterscheiden sich festkochende und mehligkochende Kartoffeln in der Verwendung?
Festkochende Sorten wie Annabelle oder Linda bleiben beim Kochen formstabil und passen zu Kartoffelsalat, Gratin und Bratkartoffeln. Mehligkochende Sorten wie Adretta haben den höchsten Stärkegehalt, zerfallen leichter und eignen sich für Püree, Suppen und Klöße. Vorwiegend festkochende Sorten wie Laura liegen dazwischen und passen zu Eintöpfen, Aufläufen sowie Salz- und Pellkartoffeln.
Wie lagerst du die verschiedenen Kartoffeltypen aus einer Mischung?
Lagerkartoffeln brauchen einen dunklen Raum mit 4 bis 6 Grad. Kleine Mengen bewahrst du in Papiertüten oder Jutesäcken auf, getrennt von Obst. Annabelle treibt wegen ihrer geringen Keimruhe früh aus und kommt deshalb zuerst auf den Tisch, Adretta und Freya gelten als gut lagerfähig. Frühkartoffeln, die du bei grünem Laub erntest, halten höchstens eine Woche.
Worin liegt der Unterschied zwischen einem Kartoffel-Sortiment und einer Mischkultur?
Ein Sortiment oder eine Pflanzkartoffel-Mischung besteht nur aus Kartoffeln, allerdings aus mehreren Sorten, die du sortenweise in eigene Reihen legst. Mischkultur heißt dagegen, verschiedene Gemüsearten nebeneinander anzubauen. Als Nachbarn für Kartoffeln gelten Prunkbohnen und Studentenblumen, doch solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen. Tomaten, Paprika und Auberginen gehören nicht daneben, weil sie als Nachtschattengewächse Krankheiten wie die Kraut- und Knollenfäule teilen.
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