Gemüse · Kartoffeln · Sorten

Kartoffelsorten im Porträt: welche Sorte zu welchem Gericht passt

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 5 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Festkochend für Kartoffelsalat, Gratin und Bratkartoffeln, etwa Linda oder Annabelle
  • Vorwiegend festkochend für Eintopf, Auflauf, Salz- und Pellkartoffeln, etwa Laura oder Gala
  • Mehligkochend für Püree, Suppen und Klöße, etwa Adretta oder Freya
  • Agria und Blauer Schwede werden je nach Sortenbeschreibung unterschiedlich eingeordnet
  • Grüne, stark keimende oder bittere Knollen nicht essen, Keime und grüne Stellen großzügig entfernen
Ein Haufen frisch geernteter Kartoffeln mit anhaftender Erde.
Foto: Couleur · Pixabay Content License · Quelle ↗

Du blätterst im Katalog für Pflanzkartoffeln, und die Sortennamen verraten dir wenig darüber, was später auf dem Teller landet. Für die Küche hilft dir vor allem eine Angabe weiter: der Kochtyp. Nimmst du für Kartoffelsalat eine mehligkochende Sorte, zerfallen die Knollen beim Kochen leichter. Bevor ich bestelle, lege ich deshalb für jede Reihe fest, was daraus in die Küche soll: Salat, Eintopf oder Püree.

Welche Kartoffelsorte passt zu welchem Gericht?

Die Zuordnung läuft über den Kochtyp, und der richtet sich nach dem Stärkegehalt. Mehligkochende Sorten haben am meisten Stärke und zerfallen beim Kochen leichter, festkochende bleiben formstabil. Als grobe Orientierung haben vorwiegend festkochende Kartoffeln etwa 13 bis 15 % Stärke, mehligkochende mehr und festkochende weniger.

Gericht Kochtyp Sorten zum Beispiel
Kartoffelsalat, Gratin, Bratkartoffeln festkochend Linda, Annabelle, Belana, Bellinda
Eintopf, Auflauf, Salz- und Pellkartoffeln vorwiegend festkochend Laura, Gala, Marabel, Concordia
Püree, Suppe, Klöße mehligkochend Adretta, Afra, Freya, Gunda

Die Einteilung nach Reife und Kochtyp erkläre ich im Abschnitt über Sorten, Reifegruppen und Kochtypen im Ratgeber zum Kartoffelanbau. Was im Topf mit den einzelnen Typen passiert, liest du im Beitrag darüber, was mehligkochende von festkochenden Knollen unterscheidet. Wie du die Sorten einer Mischung Gericht für Gericht einsetzt, beschreibe ich beim Anbau von Pflanzkartoffel-Mischungen für die Küche. Fertige Gerichte findest du bei den Rezeptideen rund um die Kartoffel.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Kartoffelsorten im Porträt

Die Porträts zeigen je Sorte Kochtyp, Reifegruppe und die Merkmale, die für Küche und Vorrat zählen. Sortenbeschreibungen weichen bei Reife und Kochtyp manchmal voneinander ab, dann nenne ich beide Angaben. Eine breitere Übersicht über Kartoffelsorten für den Hausgarten ergänzt diese Auswahl.

Festkochende Sorten

Festkochende Sorten gibt es von sehr früh bis spät.

  • Linda: tiefgelbes Fleisch. Die Reifegruppe wird mal als mittelfrüh, mal als spät angegeben.
  • Annabelle: je nach Sortenbeschreibung sehr früh bis früh. Wegen ihrer geringen Keimruhe neigt sie früh zum Austreiben und braucht einen kühlen Lagerplatz.
  • Belana: gelbes Fleisch, frühe Reifegruppe.
  • Bellinda: mittelfrüh.
  • Bamberger Hörnchen: längliche Landsorte, je nach Beschreibung mittelfrüh bis spät.

Sehr frühe Sorten sind nicht lagerfähig, frühe halten bis in den Herbst. Zusammen mit ihrer geringen Keimruhe eignet sich Annabelle damit eher für die Sommerküche als für den Wintervorrat. Ich plane sie deshalb für die ersten Salate ein und lagere für den Winter eine später reifende festkochende Sorte.

Vorwiegend festkochende Sorten

Diese Sorten haben eine mittlere Festigkeit und liegen damit zwischen den beiden anderen Gruppen. Auch Gala, Marabel und Bellarosa werden so eingeordnet.

  • Laura: rote Schale und tiefgelbes Fleisch.
  • Concordia: mittelfrüh.
  • Cara: späte Sorte.

Ideen, was du mit vorwiegend festkochenden Knollen kochen kannst, habe ich in einem eigenen Beitrag gesammelt.

Mehligkochende Sorten

Unter den mehligkochenden Sorten findest du frühe, mittelfrühe und mittelspäte.

  • Adretta: mittelfrüh, hellgelbes Fleisch, runde bis rundovale Knollen. Der Züchter beschreibt eine sehr lange Keimruhe und gute Lagerfähigkeit.
  • Freya: mittelfrüh und gut lagerfähig.
  • Afra: mittelfrüh.
  • Gunda: frühe Reifegruppe, mittlere bis niedrige Keimfreudigkeit.
  • Melody: hohe Keimruhe. Für einen zügigen Start braucht sie mindestens eine Keimstimulierung.

Melina, Karlena und Likaria sind weitere mehligkochende Sorten. Für den Vorrat lohnt der Blick auf die Keimfreudigkeit, denn Sorten, die wenig zum Keimen neigen, eignen sich als Lagerkartoffeln.

Agria und Blauer Schwede: Kochtyp je nach Beschreibung

  • Agria: mittelfrüh. Der Kochtyp reicht je nach Beschreibung von vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend.
  • Blauer Schwede: mittelfrüh, mit blauem bis violettem Fleisch. Die Angaben zum Kochtyp reichen von festkochend bis mehligkochend.

Von solchen Sorten koche ich nach der Ernte zuerst eine Probe und entscheide danach, ob sie in den Salat oder ins Püree kommen.

Farbige und alte Sorten

  • Vitelotte: alte, mittelfrühe Sorte mit blauviolettem Fleisch. Sie kocht mehlig und bleibt trotzdem schnittfest.
  • Highland Burgundy Red: mittelspät und mehligkochend, mit rotem Fleisch und weißem Außenring.

Alte Sorten können gegenüber neuen Virusstämmen anfällig sein. Damit sie erhalten bleiben, werden Kulturkartoffeln in Genbanken vegetativ vermehrt und im Feld auf Sortenreinheit geprüft. Wie du alte und seltene Sorten selbst nutzt und erhältst, beschreibe ich im Beitrag über alte Kartoffelsorten für Küche und Sortenvielfalt.

Achtung

Grüne, stark keimende oder bitter schmeckende Knollen isst du nicht, egal welche Sorte. Glykoalkaloide wie Solanin und Chaconin sitzen vor allem in Keimen und Augen, grünliche Stellen deuten auf einen erhöhten Gehalt hin. Schneide Keime und grüne Stellen großzügig weg. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat vorsorglich einen Richtwert abgeleitet: Speisekartoffeln sollten nicht mehr als 100 Milligramm Glykoalkaloide je Kilogramm enthalten.

Frühkartoffel oder Vorratssorte?

Sehr frühe Sorten stehen rund 100 bis 110 Tage im Beet, bevor du sie im Juli erntest. Mittelfrühe Sorten lassen sich bis ins Frühjahr lagern, späte werden erst im September oder Oktober geerntet.

Frühkartoffeln kannst du bei noch grünem Kraut portionsweise ernten, sie halten dann aber höchstens eine Woche und gehören gleich in den Topf. Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa 2 bis 3 Wochen nach dem Absterben des Krauts, wenn die Schale fest ist. Wann welche Reifegruppe so weit ist, liest du im Beitrag über den Erntezeitpunkt früher, mittlerer und später Sorten, die Reifezeichen stehen auch im Ratgeber zum Kartoffelanbau.

Für den Vorrat brauchen die Knollen einen dunklen, kühlen Platz bei 4 bis 6 Grad. Über 8 Grad beginnen sie zu keimen, und Licht lässt sie ergrünen. Wie du den Lagerplatz einrichtest, steht im Ratgeber zum Kartoffelanbau im Abschnitt über das Lagern.

Welche Sorteneigenschaften zählen im Beet?

Neben dem Kochtyp unterscheiden sich Sorten darin, wie sie mit Trockenheit und Krankheiten zurechtkommen.

Eigenschaft Sorten
als trockentolerant beschrieben Adretta, Bellarosa
braucht gleichmäßige Wasserversorgung Sieglinde
geringe Anfälligkeit für Krautfäule Alanis, mittelspät
mittlere bis hohe Anfälligkeit für Schorf Agria
auch für den Kartoffeleimer genannt Vitelotte, Highland Burgundy Red
eher geringe Erträge Vitelotte

Im ökologischen Anbau gelten Toleranz gegen Krautfäule, ein früher Knollenansatz und ein geringer Stickstoffbedarf als geeignete Kriterien für die Sortenwahl. Solche Sorten können das Risiko senken, einen Befall verhindern sie nicht sicher. In einem Feldversuch mit unterschiedlich anfälligen Sorten verringerte ein reihenweiser Wechsel der Sorten den Krautfäulebefall stärker als eine vollständige Durchmischung. Ich setze die Sorten einer Mischung, etwa Annabelle, Heiderot und Laura, deshalb in eigene Reihen und stecke an jede Reihe ein Schild mit Name und Kochtyp.

Warum dieselbe Sorte nicht jedes Jahr gleich kocht

Kartoffeln sind ein Naturprodukt, und der Kochtyp auf dem Etikett ist keine feste Zusage für jede Ernte. Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung können die Koch- und Speiseeigenschaften einer Sorte von Jahr zu Jahr verändern. Solange das Kraut grün ist, wachsen die Knollen weiter und lagern Stärke ein. Ausgeprägte Trockenschäden können dagegen Ertrag und Stärkegehalt verringern. Da der Kochtyp am Stärkegehalt hängt, kann eine mehligkochende Sorte nach so einem Jahr weniger mehlig ausfallen.

Auch die Düngung wirkt mit: Ein Überangebot an Stickstoff kann den Trockenmassegehalt senken und Abreife sowie Schalenfestigkeit verzögern. Eine chloridhaltige Kaliumdüngung kann den Stärkegehalt der Knollen verringern. Wie du bedarfsgerecht düngst und gießt, steht im Ratgeber zum Kartoffelanbau.

Marias Erfahrung

Ich notiere nach jeder Ernte zu jeder Sorte, wie sie im Topf reagiert hat, und schreibe das Wetter der Saison dazu. So vergleiche ich mehrere Jahre, bevor ich eine Sorte aus dem Anbauplan streiche.

SORTENEMPFEHLUNG
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Häufige Fragen

Welche Kartoffelsorten eignen sich für Kartoffelsalat?
Für Kartoffelsalat nimmst du festkochende Sorten, weil sie beim Kochen formstabil bleiben. Beispiele sind Linda, Annabelle, Belana und Bellinda. Annabelle reift sehr früh bis früh, Linda wird je nach Sortenbeschreibung als mittelfrüh oder spät geführt.
Was unterscheidet mehlige von festkochenden Kartoffeln?
Der Unterschied liegt im Stärkegehalt. Mehligkochende Sorten haben am meisten Stärke, zerfallen beim Kochen leichter und eignen sich für Püree, Suppen und Klöße. Festkochende Sorten haben weniger Stärke, bleiben formstabil und passen zu Kartoffelsalat, Gratin und Bratkartoffeln.
Welche Kartoffeln eignen sich für Bratkartoffeln?
Für Bratkartoffeln greifst du zu festkochenden Sorten, weil sie beim Kochen ihre Form behalten. Dazu gehören etwa Linda, Belana und Bellinda. Mehligkochende Sorten zerfallen leichter und passen besser in Püree oder Suppe.
Welche Kartoffelsorten passen zu Püree und Klößen?
Für Püree und Klöße nimmst du mehligkochende Sorten, weil sie am meisten Stärke haben und beim Kochen leichter zerfallen. Beispiele sind Adretta, Afra und Freya. Adretta und Freya gelten zudem als gut lagerfähig und eignen sich deshalb auch für den Vorrat.
Welche Bedeutung hat der Stärkegehalt für die Kocheigenschaften?
Nach dem Stärkegehalt richtet sich die Einteilung in festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend. Als grobe Orientierung haben vorwiegend festkochende Kartoffeln etwa 13 bis 15 % Stärke, mehligkochende mehr und festkochende weniger. Weil Kartoffeln ein Naturprodukt sind, schwankt der Wert. Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung können die Kocheigenschaften einer Sorte von Jahr zu Jahr verändern.
Wie grenzen sich vorwiegend festkochende von mehligen Kartoffelsorten ab?
Vorwiegend festkochende Sorten haben eine mittlere Festigkeit und weniger Stärke als mehligkochende. Sie eignen sich für Eintöpfe, Aufläufe sowie Salz- und Pellkartoffeln. Mehligkochende Sorten zerfallen beim Kochen leichter und gehören in Püree, Suppen und Klöße. Beispiele für vorwiegend festkochende Sorten sind Laura, Gala, Marabel und Concordia.
Worin unterscheiden sich frühe und spätere Kartoffelsorten bei der Lagerung?
Sehr frühe Sorten sind nicht lagerfähig, frühe halten bis in den Herbst und mittelfrühe bis ins Frühjahr. Frühkartoffeln, die du bei noch grünem Kraut erntest, halten höchstens eine Woche. Lagerkartoffeln erntest du als Faustregel etwa 2 bis 3 Wochen nach dem Absterben des Krauts, wenn die Schale fest ist. Danach lagerst du sie dunkel bei 4 bis 6 Grad.
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