Gemüse · Kartoffeln · Pflege

Nährstoffversorgung für mehligkochende Kartoffeln: Stärke schützen, Überdüngung vermeiden

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 8 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Als Ziel für mehligkochende Speisekartoffeln gelten je nach Sorte 14 bis 17 % Stärke.
  • Stickstoff gehört an den Anfang der Saison; ein Überangebot kann Abreife und Schalenfestigkeit hinauszögern.
  • Mehr Kalium bringt nicht automatisch mehr Stärke, bei steigender Kaliumdüngung kann der Stärkegehalt sogar fallen.
  • Kalidünger mit Chlorid, im Frühjahr gegeben, können die Knollen stärkeärmer machen.
  • Nach der Blüte steht noch fast 50 % der Magnesiumaufnahme aus.
  • Wer mit Kompost düngt, kommt häufig mit einer ergänzenden Stickstoffgabe aus und braucht nicht automatisch einen Mehrnährstoffdünger.
Kartoffel-Knollen frisch gerodet mit anhaftender Erde auf dem Acker, zwei Hände greifen von oben in den Haufen
Foto: alma_karsymbek · Pixabay Content License · Quelle ↗

Mehligkochende Kartoffeln baust du für Püree, Suppen und Klöße an, also wegen ihrer Stärke. Zu viel Dünger kann genau diese Stärke schmälern. Bei einem Überangebot an Stickstoff kann der Trockenmassegehalt der Knollen sinken, und mit steigender Kaliumdüngung kann ihr Stärkegehalt abnehmen. Ich öffne deshalb keinen Düngersack, bevor ich Bodenprobe, Kompostgabe und Vorfrucht zusammengerechnet habe.

Hier geht es um die Versorgung, die zur mehligen Qualität passt: Stickstoff zur richtigen Zeit, Kalium ohne Chlorid und Magnesium bis nach der Blüte. Dazu kommt, wie du das Risiko einer Überdüngung vor und während der Saison begrenzt.

Worauf es bei mehligen Sorten ankommt

Kurz erklärt

Nach dem Stärkegehalt unterscheidet man drei Kochtypen: festkochend, vorwiegend festkochend und mehligkochend. Mehligkochende Sorten liegen beim Stärkegehalt vorn und fallen beim Kochen eher auseinander.

Deine Düngung richtest du auf ein Qualitätsziel aus, und bei mehligen Sorten heißt dieses Ziel Stärke. Solange das Laub grün bleibt, legen die Knollen an Größe und Stärke zu.

Zahl im Blick

Je nach Sorte peilst du bei mehligkochenden Speisekartoffeln 14 bis 17 % Stärke an. Das ist ein Zielbereich und kein garantierter Wert, denn die Koch- und Speiseeigenschaften einer Sorte schwanken mit Boden, Witterung, Düngung und Bewässerung von Jahr zu Jahr.

Die Düngung ist dabei nur einer von mehreren Einflüssen, auch das Wasser zählt. Leidet der Bestand stark unter Trockenheit, können Ertrag und Stärkegehalt der Knollen sinken. Am empfindlichsten ist die Zeit vom Knollenansatz bis zur Blüte, in Trockenphasen wässerst du dann gründlich.

Giftig für Haustiere?
Angaben für die Gattung Solanum
Hund
Giftig
Katze
Giftig
Pferd
Giftig
Ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Verdacht auf Vergiftung sofort Tierarzt kontaktieren. Quelle: ASPCA Toxic Plants · Stand 2026-07-11

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Offener, frostfreier Platz mit tiefgründigem, nährstoffreichem und wasserspeicherndem Boden; in Trockenphasen gut wässern. Auch große Gefäße sind möglich.

Bodenart

Tonige, lehmige, sandige Böden sind geeignet.

Bodenreaktion

Saure, neutrale und alkalische Böden sind geeignet.

Substrat

Geeignet ist tiefgründiger, nährstoffreicher und wasserspeichernder Boden; organische Substanz zur Bodenverbesserung.

Anbauort

Die Pflanze lässt sich auch in großen Gefäßen oder speziellen Kartoffel-Pflanzsäcken kultivieren.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Für die übliche Gartenvermehrung zertifiziert virusfreie Pflanzkartoffeln verwenden. Vor dem Pflanzen können sie hell und frostfrei vorgekeimt werden, damit das Wachstum früher beginnt.

Pflege

Pflege

In trockenen Perioden gut wässern; den Boden im Herbst mit organischem Material verbessern.

Düngung

Im Beet brauchen Kartoffeln gewöhnlich keine Zusatzdüngung. Auf armen Böden können spätere Hauptkultursorten zur Zeit des zweiten Anhäufelns von stickstoffbetontem organischem Dünger profitieren. Für Gefäßkultur organischen Universaldünger einmischen oder bei nachlassendem Nährstoffangebot flüssig nachdüngen.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die mehrjährige Knollenpflanze wird einjährig kultiviert.

Verwendung

Die Pflanze eignet sich für Terrassen- und Gefäßbepflanzung.

Aussaatkalender Kartoffel
GartenkalenderAussaat: Mai; Blüte: Juni, Juli, August; Ernte: Juni, Juli, August, September, Oktober; Pflanzung: März, April, MaiJFMAMJJASONDAussaatAussaat: MaiBlüteBlüte: JuniBlüte: JuliBlüte: AugustErnteErnte: JuniErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilPflanzung: MaiAussaatBlüteErntePflanzung

Grundlagen in Kürze: Nährstoffentzug, Bodenprobe, pH-Wert

Als humuszehrender Starkzehrer entzieht die Kartoffel dem Boden mit jeder Ernte Stickstoff, Phosphat und Kalium. Was das für die Grunddüngung bedeutet, erklärt der Abschnitt Düngen in unserem Kartoffel-Ratgeber. Einen eigenen Beitrag gibt es außerdem dazu, wie du Kartoffeln allgemein düngst.

Ein Bodentest fürs Gemüsebeet zeigt dir Bodenart, pH-Wert, Phosphat und Kalium, Magnesium bestellst du zusätzlich mit. Kartoffeln kommen mit einem pH-Wert von 5,0 bis 6,0 gut zurecht, doch beim Einstellen des Werts denkst du an die anderen Kulturen der Fruchtfolge mit. Wie du den Boden vorbereitest, steht im Abschnitt Standort und Boden desselben Ratgebers.

Stickstoff: früh geben, spät zurückhalten

Den meisten Stickstoff zieht die Kartoffel früh in der Saison, während sie ihr Laub aufbaut. Zum Ende der Wachstumszeit hin kann ein Zuviel dagegen nachteilig sein. Bei einem Überangebot kann der Trockenmassegehalt sinken, und Abreife wie Schalenfestigkeit können sich verzögern. Lagerkartoffeln erntest du erst mit fester Schale, deshalb kann zu viel Stickstoff deine Ernte für den Keller verzögern.

Im Gartenboden ist gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig. Eine Ausnahme macht sie für arme Böden: Dort kann eine stickstoffbetonte organische Gabe beim zweiten Anhäufeln spätere Hauptkultursorten unterstützen.

Brauchst du über die organische Grunddüngung hinaus Stickstoff, sieht ein kartoffelspezifisches Frühjahrsschema 100 g Hornmehl je m² als Ergänzung vor. Bis Hornmehl im Garten umgesetzt ist, vergehen etwa 6 Wochen, gröbere Hornspäne brauchen mehrere Monate. Ich arbeite Hornmehl im Frühjahr zusammen mit dem Kompost ein und lege nach der Blüte keinen Stickstoff mehr nach. Wie sich die Versorgung über die ganze Saison verteilt, liest du im Beitrag darüber, wie du Kartoffeln von der Pflanzung bis zur Ernte bedarfsgerecht versorgst.

Kalium: nach Bodenwert und ohne Chlorid

Mythos-Check

Mehlige Sorten brauchen besonders viel Kalium, weil Kalium die Stärke hebt? So einfach ist es nicht. Steigt die Kaliumdüngung, kann der Wasser- und Kaliumgehalt der Knollen wachsen, ihr Trockenmasse- und Stärkegehalt dagegen sinken.

Mehligkochende Sorten zeichnen sich durch ihren hohen Stärkegehalt aus, und genau den kann eine steigende Kaliumdüngung senken. Gerade bei ihnen gibst du Kalium deshalb nach Bodenwert und nicht auf Verdacht.

Neben der Menge zählt beim Kalium die Form. Chlorid kann behindern, dass Stärke aus den Blättern in die Knollen wandert, und damit den Stärkegehalt senken. Kalidünger mit Chlorid können so bei einer Frühjahrsgabe den Stärkegehalt der Knollen drücken. Zeigt deine Bodenprobe Kaliumbedarf, nimmst du einen chloridfreien Kaliumdünger und prüfst dafür die Angaben auf der Packung.

Weisen die Werte hohe Phosphat- und Kaliumgehalte der Versorgungsstufen D oder E aus, deckst du einen Stickstoffbedarf mit einem reinen Stickstoffdünger statt mit einem Volldünger.

Magnesium: Bedarf bis nach der Blüte

Magnesium nehmen Kartoffeln lange auf, fast 50 % davon noch nach der Blüte. Bekommt die Pflanze hohe Kaliumgaben, kann ihre Magnesiumaufnahme sinken. Wer so düngt, riskiert also eine gebremste Magnesiumaufnahme bis in die Zeit nach der Blüte.

Aufhellungen zwischen den Blattadern älterer Blätter können auf eine knappe Magnesiumversorgung hindeuten. Nach der Blüte schaue ich bei meinen Rundgängen gezielt auf die älteren Blätter und die Flächen zwischen ihren Adern.

Häufiger Fehler

Helle Blätter sofort als Nährstoffmangel deuten und nachdüngen. Verfärbte Blätter und kümmernder Wuchs können auch auf Trockenstress, Staunässe oder geschädigte Wurzeln zurückgehen, allein beweisen sie keinen Nährstoffmangel. Prüf zuerst mit dem Spaten, ob der Boden zu trocken oder zu nass ist, und lass Magnesium bei der nächsten Bodenprobe mitbestimmen.

Organisch oder mineralisch: kurz eingeordnet

Die Wurzeln nehmen Nährstoffe in mineralischer Form auf, organisch gebundene Nährstoffe müssen dafür im Boden erst umgewandelt werden. Depotdünger gibt es in beiden Gruppen, und bei niedrigen Temperaturen wirken organische wie mineralische Langzeitdünger verzögert. Welche Düngerformen für mehlige Sorten in der Praxis in Frage kommen, zeigt der Beitrag darüber, wie du mehlige Kartoffeln praktisch düngst.

Sortengerecht versorgen: Reifezeit, Lagerung, Anfälligkeit

Wie viel eine Kartoffel braucht, richtet sich nach Ertragsniveau, Verwertungsrichtung, Sorte und Erntezeitpunkt. Stimm die Versorgung deshalb auf dein Qualitätsziel und den geplanten Erntetermin ab, statt eine Menge für alle Sorten zu verwenden. Im ökologischen Anbau zählt ein geringer Stickstoffbedarf zu den Kriterien, nach denen Sorten zur Vorbeugung gegen Krautfäule ausgewählt werden.

Sorte Reifegruppe Darauf achtest du bei der Versorgung
Gunda früh Früher Erntetermin; die Stickstoffgabe zum zweiten Anhäufeln ist für spätere Hauptkultursorten auf armen Böden gedacht
Adretta mittelfrüh Sehr lange Keimruhe und gute Lagerfähigkeit; fürs Lager zählt die feste Schale, also kein später Stickstoff
Freya mittelfrüh Gut lagerfähig; wie bei Adretta keinen Stickstoff mehr gegen Ende der Saison
Vitelotte mittelfrüh Mehligkochend und dennoch schnittfest; auch für den Kartoffeleimer genannt
Highland Burgundy Red mittelspät Auch für den Kartoffeleimer genannt
Agria mittelfrüh Kochtyp je nach Angabe vorwiegend festkochend bis vorwiegend mehligkochend; mittlere bis hohe Anfälligkeit für Kartoffelschorf

Weitere mehligkochende Sorten sind etwa Afra, Melina, Karlena und Likaria. Setzt du Vitelotte oder Highland Burgundy Red in einen Kartoffeleimer, mischst du organischen Universaldünger ins Substrat ein.

Kalkst du direkt vor den Kartoffeln und steigt der pH-Wert zu hoch, kann das Schorf begünstigen. Bei der schorfanfälligen Agria planst du Kalk deshalb erst in der Fruchtfolge nach der Kartoffel ein.

Saisonüberblick: wo die Stärke gefährdet ist

Phase Risiko für die mehlige Qualität Was du tust
Frühjahr vor dem Pflanzen Packungsmengen gehen von einem optimal versorgten Boden aus; chloridhaltiges Kalium kann den Stärkegehalt senken Kompost und Vorfrucht anrechnen, Kalium nur nach Bodenwert und chloridfrei
Zweites Anhäufeln, etwa 3 bis 4 Wochen nach dem ersten Zusätzliche Düngung ist im Gartenboden gewöhnlich nicht nötig Auf armen Böden kann eine stickstoffbetonte organische Gabe spätere Hauptkultursorten unterstützen
Knollenansatz bis Blüte Trockenschäden können Ertrag und Stärke verringern In Trockenphasen gründlich wässern
Nach der Blüte bis zur Abreife Zu viel Stickstoff kann Abreife und Schalenfestigkeit verzögern; hohe Kaliumgaben können die Magnesiumaufnahme vermindern Keinen Stickstoff mehr geben, ältere Blätter beobachten
Krautabsterben bis Ernte Lagerkartoffeln mit noch loser Schale Etwa 2 bis 3 Wochen warten, Schale mit dem Daumen prüfen

Die passenden Pflanz- und Erntezeiten findest du im Aussaatkalender für Kartoffeln zum Ausdrucken.

Überdüngung vorbeugen und begrenzen

Vor der Saison: anrechnen, was schon da ist

Die Mengenangabe auf einer Düngerpackung geht von einem optimal versorgten Boden aus. Pass sie an deinen gemessenen Bodenvorrat an und zieh ab, was Kompost und andere Dünger schon liefern. Wer mit Kompost düngt, kommt häufig mit einer ergänzenden Stickstoffgabe aus und braucht nicht automatisch einen Mehrnährstoffdünger.

Kompost arbeitest du im Frühjahr vor dem Pflanzen oberflächlich ein, im kartoffelspezifischen Schema sind es 3 Liter je m². Wie viel davon wirklich passt, ordnest du nach deinen Bodenwerten und deinem Kompost ein. Sind Phosphor oder Kalium im Boden schon stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.

Beim Stickstoff zählen der mineralische Vorrat im Boden und die Nachwirkung früherer organischer Düngung mit. Dazu kommen Vorfrucht und Zwischenfrucht. Standen vorher Buschbohnen auf dem Beet, kann der Boden bereits mit Stickstoff angereichert und gut durchlüftet sein. Die Bohnen können nämlich mit Hilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. Eine Gründüngung mit vielen Leguminosen kann ebenfalls einen Teil des Stickstoffs liefern, den die Fruchtfolge braucht.

Mini-Checkliste

Diese Punkte klärst du, bevor du Dünger kaufst.

  • Liegt eine aktuelle Bodenprobe mit Magnesiumwert vor?
  • Ist die Kompostgabe vom Frühjahr eingerechnet?
  • Standen Buschbohnen oder eine Gründüngung mit Leguminosen auf dem Beet?
  • Liegen Phosphat und Kalium in Stufe D oder E? Dann ergänzt du nur Stickstoff.
  • Ist der Kaliumdünger chloridfrei?

Sonderfall frisches Hochbeet

Schichtest du ein Hochbeet frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde auf, setzt es im ersten Jahr große Mengen organisch gebundenen Stickstoff frei. Weil ein Überangebot an Stickstoff den Trockenmassegehalt der Knollen senken kann, gibst du mehligen Sorten dort im ersten Jahr keinen zusätzlichen Stickstoff.

Während der Saison: beobachten statt nachschieben

Streu Dünger auf feuchte Erde statt auf nasses Laub, damit die Nährstoffe wirken und die Blätter nicht verätzen. Einen Hinweis auf zu viel Stickstoff können eine verzögerte Abreife und eine lange weich bleibende Schale geben. Sicher ist diese Deutung nicht, weil auch Witterung und Boden die Zeit bis zur Reife beeinflussen.

Marias Erfahrung

Bevor ich Lagerkartoffeln ernte, grabe ich eine Pflanze probeweise aus. Ich reibe mit dem Daumen über die Schale und prüfe, ob sich die Knollen leicht von den Stolonen lösen, wie es reife Knollen tun. Lässt sich die Schale noch abreiben, bleiben die übrigen Pflanzen im Boden.

Wenn es zu viel war

Hast du zu kräftig gedüngt, gibst du in dieser Saison weder Stickstoff noch Kalium nach. Für die Lagerernte gilt als Faustregel: Ist das Kraut vollständig abgestorben, wartest du noch etwa 2 bis 3 Wochen und gräbst erst bei fester Schale. Nach der Ernte fängt eine Gründüngung wie Lupine oder Phacelia übrige Nährstoffe auf, damit sie nicht ausgewaschen werden. Ihre Reste arbeitest du im Frühherbst nicht ein. Welche Gründüngung in deine Beetfolge passt, planst du im Beetplaner mit Fruchtfolge und Gründüngung.

Ich notiere mir im Gartentagebuch, was ich wann gegeben habe, und lasse vor der nächsten Kartoffelsaison eine neue Bodenprobe untersuchen. Stickstoff und Humus erfasst die Standarduntersuchung nicht, beide werden gesondert untersucht.

Passendes Saatgutaus dem samen.de Shop
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Heiderot 5 St
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Heiderot 5 St
Zum Shop
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Bernina 10 St
Kiepenkerl Pflanzkartoffel Bernina 10 St
Zum Shop

Häufige Fragen

Wie unterscheidet sich die Düngung von mehligen Kartoffeln gegenüber festkochenden Sorten?
Bei mehligen Sorten richtest du die Versorgung auf das Qualitätsziel Stärke aus. Als Ziel für mehligkochende Speisekartoffeln gelten je nach Sorte 14 bis 17 % Stärke. Stickstoff gibst du früh und hältst ihn gegen Ende der Saison zurück, weil ein Überangebot den Trockenmassegehalt senken kann. Kalium gibst du nach Bodenwert und ohne Chlorid, denn steigende und chloridhaltige Kaliumgaben können den Stärkegehalt senken.
Welche besonderen Ansprüche haben mehligkochende Kartoffeln an die Kaliumversorgung?
Mehr Kalium bringt nicht automatisch mehr Stärke. Steigt die Kaliumgabe, können die Knollen mehr Wasser und Kalium enthalten, während Trockenmasse und Stärke sinken. Chlorid im Kalidünger kann bei einer Gabe im Frühjahr den Stärkegehalt zusätzlich drücken, und hohe Kaliumgaben können die Magnesiumaufnahme bremsen. Du gibst Kalium deshalb nur, wenn die Bodenprobe Bedarf zeigt, und dann chloridfrei.
Wie wirkt sich eine Überdüngung auf mehligkochende Kartoffeln aus?
Bei zu viel Stickstoff kann der Trockenmasseanteil der Knollen fallen, und Abreife sowie feste Schale lassen länger auf sich warten. Zu viel Kalium kann den Wassergehalt erhöhen, den Stärkegehalt senken und die Magnesiumaufnahme bremsen. Lagerkartoffeln erntest du erst mit fester Schale, eine Überdüngung mit Stickstoff kann deine Ernte also verzögern.
Führt mehr Dünger automatisch zu besseren Kartoffelerträgen?
Nein, nicht automatisch. Zu viel Stickstoff kann den Trockenmassegehalt senken, zu viel Kalium den Stärkegehalt. Ertrag und Stärke hängen auch am Wasser, denn starke Trockenschäden können beides senken. Richte die Düngung deshalb nach Bodenprobe, Kompostgabe und Vorfrucht aus.
Wann sollte die Grunddüngung und Kopfdüngung bei Kartoffeln erfolgen?
Als Grundlage arbeitest du im Frühjahr vor dem Pflanzen Kompost ein, bei zusätzlichem Stickstoffbedarf ergänzt um Hornmehl. Stickstoff braucht die Kartoffel vor allem am Anfang, solange sie Blätter bildet, zum Saisonende hin kann ein Zuviel nachteilig sein. Im Gartenboden ist gewöhnlich keine zusätzliche Düngung nötig. Auf armen Böden kann eine stickstoffbetonte organische Gabe beim zweiten Anhäufeln spätere Hauptkultursorten unterstützen.
Warum ist eine Bodenanalyse vor der Kartoffeldüngung wichtig?
Die Mengenangaben auf Düngerpackungen gehen von einem optimal versorgten Boden aus. Erst die Bodenwerte zeigen dir, ob dein Beet Phosphat, Kalium und Magnesium überhaupt braucht. Liegen Phosphat und Kalium in den Versorgungsstufen D oder E, deckst du einen Stickstoffbedarf mit einem reinen Stickstoffdünger. Lass die Untersuchung um Magnesium ergänzen.
Welchen Einfluss hat die Fruchtfolge auf die Nährstoffversorgung von Kartoffeln?
Vorfrucht, Zwischenfrucht und bereits zugeführte Nährstoffe rechnest du bei der Kartoffeldüngung mit. Nach Buschbohnen kann der Boden schon mit Stickstoff angereichert sein, und eine Gründüngung mit vielen Leguminosen kann ebenfalls einen Teil des Stickstoffs liefern. Zwischen zwei Kartoffeljahren auf derselben Fläche liegen 4 bis 6 Jahre Pause. Eine nötige Kalkung planst du in der Fruchtfolge nach der Kartoffel ein.
Zuletzt geprüft:
↑