Gemüse · Keimsprossen & Microgreens · Anbau

So ziehst du Grünkohl-Mikrogrün: Saatgut, Aussaat, Licht und Ernte

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 7 Min.Von der samen.de Redaktion
Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Nur Samen säen, die ausdrücklich für Keimlinge oder Microgreens vorgesehen sind.
  • Samen gleichmäßig und nicht zu dicht auf feuchte Erde streuen, andrücken und mit Erde abdecken.
  • Hell stellen: Ohne Licht bilden sich keine grünen Blätter, Schatten kann Vergeilung auslösen.
  • Erde nicht austrocknen lassen; eine Herstelleranleitung nennt zweimal tägliches Gießen.
  • Ernte nach 8 bis 15 Tagen laut Herstellerangaben, je nach Saatgut.
  • Fingerbreit über der Erde mit sauberer Schere schneiden, bei Schimmel die ganze Schale verwerfen.
Frisch geerntete Grünkohlblätter in einem Weidenkorb, im Hintergrund die Pflanzen im Gemüsebeet.
Foto: vaivirga · Depositphotos Standard License · Quelle ↗

Grünkohl im Beet braucht Geduld, denn er hat eine Kulturdauer von 112 bis 182 Tagen. Als Mikrogrün in der Schale bist du schneller: Die Herstellerangaben reichen je nach Saatgut von 8 bis 15 Tagen bis zur Ernte. Dafür brauchst du eine flache Schale, Erde, einen hellen Platz und Saatgut, das für Keimlinge gedacht ist. Ich ziehe Grünkohl-Mikrogrün auf Erde und prüfe Feuchte, Farbe und Geruch in der Schale, bevor ich gieße.

Mikrogrün, auch Microgreens genannt, sind junge Pflanzen, die auf Erde oder Vlies im Licht wachsen. Du erntest davon nur Stängel und Blätter oberhalb des Bodens. Keimsprossen dagegen isst du nur vollständig durcherhitzt, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Wie sich die Stufen genau unterscheiden, erklärt der Überblick zu Sprosse, Grünsprosse und Microgreen.

Was macht Grünkohl als Mikrogrün besonders?

Grünkohl gehört wie Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl zur Art Brassica oleracea. In der Schale wächst er zu kleinen Pflänzchen mit Keimblättern und den ersten grünen Blättchen heran. Sein Aroma beschreibt der Saatguthersteller Samen Maier als mild und würzig. Ich nehme Grünkohl deshalb gern, wenn das Grün auf dem Teller andere Zutaten begleiten soll.

Für den Anbau zählen zwei Eigenschaften. Grünkohl ist kein Lichtkeimer, seine Samen dürfen also unter Erde keimen. Die Keimlinge brauchen danach aber Licht, damit sich grüne Blätter bilden. Daraus ergibt sich der Ablauf: Du säst unter eine Erdschicht und stellst die Schale trotzdem von Anfang an hell.

Welche Grünkohlsorte eignet sich für Mikrogrün?

Für die Schale zählt zuerst, wofür das Saatgut gedacht ist. Nimm nur Samen, die ausdrücklich für die Anzucht essbarer Keimlinge oder Microgreens vorgesehen sind. Ich lese deshalb zuerst die Packung und säe Gartensaatgut ohne diesen Hinweis nicht als Mikrogrün aus.

Ob klassisch krauser Grünkohl oder Palmkohl, dessen ausgewachsenes Blatt weich, schwarzgrün und blasig ist: Für beide gilt diese Regel. Die Herstellerangaben zur Erntezeit reichen je nach Saatgut von 8 bis 15 Tagen. Probierst du mehrere Grünkohl-Saaten, säst du sie deshalb in getrennte Schalen und schneidest jede, wenn sie so weit ist. Wenn du Farbe in die Schale bringen willst, lies, was Rotkohl als Mikrogrün bei Sorte, Farbe und Erntezeitpunkt ausmacht.

Marias Erfahrung

Bei einer neuen Saatgutpackung säe ich zuerst eine Probe mit genau abgezählten Samen und zähle später nach, wie viele aufgegangen sind. Das gibt mir einen Hinweis auf die Keimfähigkeit der Partie, bevor ich eine ganze Schale ansetze.

Achtung

Kaufst du Grünkohl in einer Mikrogrün-Mischung, lies die Angaben zur Zusammensetzung. In Saatmischungen achtest du auf Allergene wie Senf, Soja, Sesam, Lupinen und glutenhaltiges Getreide.

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Wie säst du Grünkohl-Mikrogrün aus?

Grünkohl-Mikrogrün wächst auf Erde oder auf Vlies. Ich säe auf Erde, weil ich die Samen dort abdecken kann. So gehe ich vor:

  1. Sauber anfangen: Wasch dir vor und nach dem Umgang mit den Samen die Hände gründlich mit Wasser und Seife und trockne sie sorgfältig ab. Die Schale reinigst du mit heißem Wasser und Spülmittel und spülst mit klarem Wasser nach. Ein Glas-Gabel-Symbol zeigt, dass ihr Material für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist.
  2. Erde einfüllen: Fülle die flache Schale mit Anzuchterde, streich die Oberfläche glatt und feuchte sie gleichmäßig an.
  3. Samen verteilen: Streu die Samen gleichmäßig und nicht zu dicht über die ganze Fläche.
  4. Andrücken: Drück die Samen leicht an, damit sie Kontakt zur feuchten Erde haben.
  5. Abdecken: Grünkohl ist kein Lichtkeimer, deshalb darfst du die Samen abdecken. Ich siebe Erde darüber, bis die Samen gerade nicht mehr zu sehen sind.
  6. Feucht halten: Ab jetzt darf die Erde nicht mehr austrocknen.

Wie dicht du säst, hängt bei Mikrogrün von der Methode und deinem Ziel ab. Für Grünkohl gilt als Grundregel: gleichmäßig und nicht zu dicht.

Häufiger Fehler

Zu dicht gesät. Für die Jungpflanzenanzucht von Grünkohl gilt: Stehen die Sämlinge zu dicht, werden sie lang und schwach. Auch für Mikrogrün verteilst du die Samen deshalb gleichmäßig und nicht zu dicht.

Den allgemeinen Ablauf für alle Microgreens samt Ausrüstung findest du im Überblick zu Keimsprossen und Microgreens, in den Abschnitten Keimmethoden und Ausrüstung sowie Ansetzen und Aussäen.

Wo steht Grünkohl-Mikrogrün am besten?

Mikrogrün braucht Licht, damit sich grüne Blätter bilden. Steht die Schale zu schattig, kann das verstärktes Streckungswachstum bis zur Vergeilung auslösen. Lange, blasse Stängel können also auf zu wenig Licht hindeuten. Lichtmenge, Lichtspektrum und Beleuchtungsdauer wirken dabei zusammen, und Arten wie Sorten können auf dasselbe Spektrum unterschiedlich reagieren.

Ich stelle meine Schalen an das hellste Fenster der Wohnung. Kressestängel können sich beim Wachstum zur Lichtseite ausrichten, und darauf achte ich auch beim Grünkohl. Neigen sich die Keimlinge zur Scheibe, drehe ich die Schale. Ist dein Fenster zu dunkel, kann eine Pflanzenlampe das Tageslicht ergänzen. Mehr dazu, wie du Mikrogrün auf dem Fensterbrett ziehst und welche Sorten sich dafür eignen, steht in einem eigenen Ratgeber.

Für die Temperatur geben dir die Keimwerte von Grünkohl den Rahmen:

Keimtemperatur Grünkohl Wert
untere Grenze 5 bis 18 °C
obere Grenze 18 bis 22 °C

Ich lege ein Thermometer neben die Schale und prüfe, ob der Platz in diesem Bereich bleibt. Trockene, warme Heizungsluft unter der Fensterbank kann die Wasserverluste der Pflanzen darüber erhöhen. Weil die Erde nach der Aussaat nicht austrocknen darf, behältst du eine Schale über der Heizung besonders genau im Blick.

Wie pflegst du Grünkohl-Mikrogrün bis zur Ernte?

Nach der Aussaat darf die Erde nicht austrocknen. Für seine Grünkohl-Microgreens nennt Samen Maier zweimal tägliches Gießen als Pflegeanleitung. Ich prüfe vor dem Gießen mit dem Finger, wie feucht die Erde ist, und gieße so, dass kein Wasser in der Schale steht. Gießtechniken für Microgreens vertieft der Überblick zu Keimsprossen und Microgreens im Abschnitt Spülen, Gießen, Düngen.

Beim Gießen schaue ich mir auch die Stängel an: Werden sie lang und blass, rücke ich die Schale an einen helleren Platz.

Wenn etwas nicht stimmt

Zeigt sich Schimmel in der Schale, verwirfst du die ganze Anzucht. Bleiben viele Samen liegen, prüfst du die nächste Partie vorher mit einer Probeaussaat. Weitere Ursachen für schwaches Wachstum und zu viel Nässe ordnet der Überblick im Abschnitt Anbauprobleme ein.

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Wann und wie erntest du Grünkohl-Mikrogrün?

Die Herstellerangaben für Grünkohl-Mikrogrün reichen je nach Saatgut von 8 bis 15 Tagen bis zur Ernte. Raumtemperatur und Licht verschieben diesen Zeitpunkt bei dir zu Hause. Verlass dich deshalb auf das Stadium der Pflanzen. Im Mikrogrün-Stadium sind neben den Keimblättern mindestens 2 weitere grüne Blättchen ausgebildet.

Wie nah die Kohlverwandten beieinanderliegen, zeigt der Vergleich:

Kohl-Mikrogrün Zeit bis zur Ernte Bezug
Grünkohl 8 bis 15 Tage Herstellerangaben, je nach Saatgut
Brokkoli Calabrese 8 bis 15 Tage Erwerbsanbau, ganzer Zyklus einschließlich Keimung
Kohlrabi 8 bis 15 Tage Erwerbsanbau, ganzer Zyklus einschließlich Keimung
Rotkohl etwa 8 Tage Erwerbsanbau, Kulturzeit bei 20 °C

Grünkohl liegt damit im selben Rahmen wie Brokkoli und Kohlrabi. Wie du Brokkoli-Mikrogrün von der Saatvorbereitung bis zur Ernte anbaust, erklärt ein eigener Ratgeber.

Geschnitten werden nur Stängel und Blätter, fingerbreit oberhalb der Erde. Ich nehme dafür eine saubere Schere und schneide nur so viel, wie ich gleich verwende.

Mini-Checkliste

Neben den Keimblättern mindestens 2 weitere grüne Blättchen? Schere sauber und Hände gewaschen? Kein Schimmel in der Schale? Dann schneidest du fingerbreit über der Erde nur so viel, wie du gleich brauchst.

Zeitversetzt angesetzte Schalen ermöglichen Ernten, die aufeinander folgen. Ich säe die nächste Schale, sobald in der vorigen die Keimlinge durch die Erde kommen. Die Termine planst du mit dem Aussaatkalender für Keimsprossen und Microgreens zum Ausdrucken.

Aufbewahren

Geerntetes Mikrogrün lagerst du abgedeckt oder in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank, der höchstens 7 °C haben sollte. Eine pauschal sichere Lagerdauer gibt es nicht, und Kühlung macht nicht keimfrei. Temperaturen und Lagerregeln vertieft der Überblick im Abschnitt Lagern.

Wie schmeckt Grünkohl-Mikrogrün und was passt dazu?

Mit seinem milden, würzigen Aroma begleitet Grünkohl-Mikrogrün ein Gericht, statt es zu bestimmen. Ausgewachsener Grünkohl landet heute auch in Quiche, Pizza, Pasta und asiatischem Curry. Auf solche Gerichte streue ich das Mikrogrün erst, wenn sie fertig auf dem Teller liegen.

Außerdem kombiniere ich es gern mit:

  • Nüssen und Kernen, etwa Walnüssen oder Kürbiskernen
  • mildem Käse wie Mozzarella oder Ziegenkäse
  • Apfel oder Birne im Salat
  • Hülsenfrüchten in Salaten und Eintöpfen
  • Fisch
  • Schinken und Geräuchertem
Achtung

Für Mikrogrün als Zutat oder Garnitur gilt sorgfältige Küchenhygiene. Keimsprossen isst du dagegen nur vollständig durcherhitzt: An allen Stellen müssen dabei mindestens 70 °C für mindestens 2 Minuten erreicht werden. Für Kleinkinder, Schwangere, ältere Menschen und alle mit geschwächter Immunabwehr gilt: keine frischen rohen Sprossen und Keimlinge.

Ideen für den Teller

Ich gebe Grünkohl-Mikrogrün über Suppen und Salate, auf belegte Brote, in Wraps oder auf ein Omelett. Mehr Ideen und Grundsätzliches liest du im Ratgeber darüber, was Mikrogrün ausmacht und wie du es anbaust und verwendest. Den Sicherheitsrahmen für die Küche beschreibt der Überblick zu Keimsprossen und Microgreens im Abschnitt Küche und Nährwerte.

Wie nährstoffreich ist Grünkohl-Mikrogrün?

Grünkohl-Mikrogrün ist ein Lebensmittel, das eine abwechslungsreiche Ernährung ergänzt, aber kein Heilmittel. Die üblichen Nährwertangaben für Grünkohl beziehen sich auf die Blätter der ausgewachsenen Pflanze, auf die jungen Keimlinge lassen sie sich nicht einfach übertragen. Auch für sekundäre Pflanzenstoffe wie Sulforaphan ist kein konkreter Bedarf bekannt; Nährwerte einzelner Arten ordnet der Überblick im Abschnitt Küche und Nährwerte ein.

Lohnt sich der Eigenanbau?

Für Grünkohl-Mikrogrün brauchst du kein Beet, eine Schale an einem hellen Platz reicht als Anbaufläche. Nutzt du eine Pflanzenlampe, rechnest du die Stromkosten bei gleichbleibender Leistung so: Watt mal Betriebsstunden, geteilt durch 1000 und multipliziert mit deinem Strompreis je Kilowattstunde. Kosten und Nachhaltigkeit des Eigenanbaus ordnet der Überblick zu Keimsprossen und Microgreens im Abschnitt Eigenanbau, Kosten und Nachhaltigkeit ein.

Passt dazu

Grünkohl als ganze Pflanze säst du von Mai bis Juli aus. Den Platz dafür kannst du im Beetplaner einteilen, passende Nachbarn findest du im Mischkultur-Planer.

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Häufige Fragen

Was ist Grünkohl-Mikrogrün und wie unterscheidet es sich von normalen Grünkohlpflanzen?
Grünkohl-Mikrogrün sind junge Grünkohlpflanzen, die du oberhalb der Erde abschneidest, sobald neben den Keimblättern mindestens 2 weitere grüne Blättchen ausgebildet sind. Je nach Saatgut reichen die Herstellerangaben dafür von 8 bis 15 Tagen. Grünkohl als Beetpflanze hat dagegen eine Kulturdauer von 112 bis 182 Tagen. Von der ausgewachsenen Pflanze nutzt du die Blätter, junge roh oder gegart, ältere können zäh werden.
Wie lange dauert es, bis Grünkohl-Mikrogrün erntereif ist?
Die Herstellerangaben reichen je nach Saatgut von 8 bis 15 Tagen bis zur Ernte. Raumtemperatur und Licht verschieben diesen Zeitpunkt, deshalb entscheidet der Blick auf die Pflänzchen. Geschnitten wird, wenn neben den Keimblättern mindestens 2 weitere grüne Blättchen ausgebildet sind.
Wie unterscheidet sich Grünkohl-Mikrogrün von Sprossen und Babyleaves?
Sprossen keimen im Glas oder in der Sprossenbox und sollten nur vollständig durcherhitzt gegessen werden, auch wenn du sie selbst gezogen hast. Mikrogrün wächst auf Erde oder Vlies im Licht, geerntet werden nur Stängel und Blätter oberhalb des Bodens. Baby-Leaf-Blätter erntest du deutlich später, in der Regel nach 6 bis 7 Wochen.
Welches Grünkohl-Saatgut eignet sich für Mikrogrün?
Nimm nur Samen, die ausdrücklich für die Anzucht essbarer Keimlinge oder Microgreens vorgesehen sind. Bei Saatmischungen achtest du auf enthaltene Allergene wie Senf, Soja, Sesam, Lupinen und glutenhaltiges Getreide. Eine Probeaussaat mit genau abgezählten Samen gibt dir vorab Hinweise auf die Keimfähigkeit der Partie.
Eignet sich Grünkohl-Mikrogrün für die Fensterbank in der Wohnung?
Ja, wenn der Platz hell ist, denn Mikrogrün braucht Licht für seine grünen Blätter. Zu viel Schatten kann verstärktes Streckungswachstum bis zur Vergeilung auslösen. Über einer Heizung kann trockene, warme Luft die Wasserverluste erhöhen, und die Erde darf nach der Aussaat nicht austrocknen.
Wie baut man Grünkohl-Mikrogrün richtig an und welche Schritte sind dabei zu beachten?
Fülle eine saubere, flache Anzuchtschale mit Erde, feuchte sie an und streu die Samen gleichmäßig und nicht zu dicht darauf. Drück die Samen leicht an und bedecke sie mit Erde, das geht, weil Grünkohl kein Lichtkeimer ist. Stell die Schale hell und halte die Erde feucht, ohne dass Wasser steht. Geerntet wird mit einer sauberen Schere fingerbreit über der Erde, sobald neben den Keimblättern mindestens 2 weitere grüne Blättchen da sind.
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