Brokkoli selbst ziehen: Setzlinge aus Samen bis zur Pflanzreife
- Brokkoli säst du 1 cm tief in nährstoffarme Aussaaterde, denn er gilt nicht als Lichtkeimer.
- Die Keimung dauert 5 bis 14 Tage.
- Nach dem Keimen stellst du die Sämlinge heller und kühler, sonst werden die Triebe lang und weich.
- Pikiert wird, wenn die ersten Laubblätter sichtbar werden; vergeilte Sämlinge setzt du bis an die Keimblätter ein.
- Gut abgehärtete Jungpflanzen mit 4 bis 5 Blättern gelten als günstig zum Auspflanzen.

Wer Brokkoli selbst zieht, wählt die Sorte passend zum Satz und legt den Starttermin selbst fest. Die Aussaat ist schnell erledigt. Heikel wird es nach dem Keimen: Stehen die Sämlinge warm und zu dunkel, werden die Triebe lang und weich. Ich stelle meine Saatschalen deshalb gleich nach dem Keimen an den hellsten Platz, den ich habe, und halte ihn kühler als das Wohnzimmer.
Hier gehe ich den Weg vom Samen bis zur pflanzfertigen Jungpflanze durch: Material, Aussaat, Keimung, Licht, PikierenPikieren heißt, dicht aufgelaufene Sämlinge zu vereinzeln: Du setzt die jungen Pflänzchen einzeln in kleine Töpfe, sobald sich in der Triebmitte die ersten Laubblätter zeigen, damit jedes genug Platz zum Wachsen hat. und AbhärtenAbhärten heißt, drinnen vorgezogene Jungpflanzen vor dem Auspflanzen schrittweise an das Wetter im Freien und an die volle Sonne zu gewöhnen. Dafür stehen sie zunächst tagsüber draußen im Schatten.. Was danach im Beet passiert, fasse ich am Ende kurz zusammen.
Was brauchst du für die Brokkoli-Anzucht?
Saatgut passend zum Satz
Die Sorte richtet sich danach, wann du ernten willst. Calabrese Natalino eignet sich für den frühen Anbau. Marathon F1 und Belstar F1 werden für Sommer- und Herbstsätze geführt. Willst du Brokkoli im Gefäß ziehen, werden Packman und Bonanza dafür empfohlen.
Erde und Gefäße
Für die Aussaat nimmst du spezielle Aussaaterde, die nährstoffarm, humos und durchlässig ist. Die Anzuchtgefäße brauchen einen Wasserabzug, damit sich keine Staunässe bildet. Nimm neue Erde und reinige gebrauchte Schalen vorher gründlich, denn beides beugt der Umfallkrankheit bei Sämlingen vor.
- Saatgut der Sorte, die zu deinem Satz passt
- frische Aussaaterde, nährstoffarm und durchlässig
- Saatschale oder Töpfchen mit Abzugslöchern
- durchsichtige Abdeckung für die Keimphase
- kleine Anzuchttöpfe und ein PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. für das Pikieren
- Thermometer am Anzuchtplatz
Planst du den ganzen Anbau ohne chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel, lies weiter, wie du Brokkoli nach Bio-Grundsätzen anbaust.
Wann beginnst du mit der Anzucht?
Der Starttermin hängt davon ab, welchen Satz du ziehst. Die Tabelle zeigt drei Wege.
| Satz | Anzucht | ins Beet |
|---|---|---|
| früher Brokkoli | ab Februar im Gewächshaus | ab Ende März |
| Sätze ab Mai | etwa 4 Wochen im FrühbeetEin Frühbeet, auch Frühbeetkasten genannt, ist ein Beetkasten, der die Wachstumsbedingungen für Gemüse verbessert. Darin kannst du früher aussäen und ein bis drei Wochen früher ernten als im offenen Beet. oder im Freiland | nach der Vorkultur |
| Ernte im September und Oktober | Vorkultur ab Anfang bis Mitte Juni | Anfang bis Mitte Juli |
Der frühe Satz startet im Gewächshaus. Was dort anders läuft, steht im Beitrag über Brokkoli unter Glas mit seinen Vorteilen und Schwierigkeiten. Welche Saisonsorte du wann säst, pflanzt und erntest, zeigt dir der Brokkoli-Kalender für das ganze Gartenjahr. Die Termine aller Kohlarten hast du im Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Wie säst du Brokkoli aus?
Fülle die Schale mit Aussaaterde und drücke die Oberfläche leicht an. Die Samen kommen 1 cm tief in die Erde. Ich lege sie einzeln in Rillen, damit ich die Sämlinge später gut herausheben kann.
Brokkoli sei ein Lichtkeimer und brauche kaum Erde über den Samen. Das stimmt nicht, denn Brokkoli wird nicht als Lichtkeimer geführt. Deck die Samen deshalb richtig mit Erde ab.
Danach hältst du die Erde gleichmäßig feucht, aber ohne Staunässe. Eine durchsichtige Abdeckung hält die Feuchte in der Schale. Sobald die ersten Keimlinge erscheinen, nimmst du sie ab. Ich gieße Saatschalen von unten über den Untersetzer und schütte Wasser, das dort stehen bleibt, wieder weg.
Keimung: Welche Temperatur, wie lange?
| Keimung bei Brokkoli | Wert |
|---|---|
| Saattiefe | 1 cm |
| Keimtemperatur, Mindestwert | 15–18 °C |
| Keimtemperatur, Höchstwert | 20–22 °C |
| Keimdauer | 5–14 Tage |
Halte die Saatschale während der Keimung zwischen Mindest- und Höchstwert. Ich lege dafür ein Thermometer direkt neben die Schale und lese die Temperatur dort ab. Tut sich bis zum Ende der Keimdauer nichts, prüfst du Wärme und Feuchte und säst neu.
Nach dem Keimen: Warum brauchen Sämlinge mehr Licht und weniger Wärme?
Sobald die Keimlinge stehen, zählt vor allem das Licht. Lichtmangel bei gleichzeitig hoher Temperatur lässt die Triebe lang und weich werden. Je wärmer der Anzuchtplatz ist, desto heller muss er sein. Kannst du einen Platz nicht heller machen, bleibt dir also nur, ihn kühler zu halten.
Im ökologischen Brokkolianbau wird die Anzucht Schritt für Schritt kühler geführt:
| Anzuchtphase | Temperatur |
|---|---|
| zu Beginn | 18 °C |
| nach 2 Wochen | 16 °C |
| später | 10–12 °C |
Jungpflanzen brauchen in der Anzucht eine gleichmäßige Wasserversorgung. Bevor ich gieße, fühle ich mit dem Finger, ob die Erde unter der Oberfläche noch feucht ist.
Die Schale bleibt nach dem Keimen auf der warmen Fensterbank über der Heizung stehen. Dort fehlt den Sämlingen im Verhältnis zur Wärme das Licht, und sie strecken sich. Stell sie heller und kühler, sobald die ersten Keimlinge da sind.
Pikieren: Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Pikiere, wenn die KeimblätterKeimblätter sind die ersten Blätter einer keimenden Pflanze und gehören schon zum Embryo im Samen. Sie ernähren den Keimling, bis die ersten Laubblätter seine Versorgung übernehmen. fertig entwickelt sind und die ersten Laubblätter sichtbar werden. Im ökologischen Frühanbau kommen Brokkolisämlinge dabei in Anzuchttöpfe von 5 bis 6 cm.
- Fülle die Töpfe mit frischem Anzuchtsubstrat und stich mit dem Pikierstab ein Pflanzloch vor.
- Lockere den Sämling mit dem Stab aus der Schale.
- Setze ihn in das Loch. Hat er sich lang gestreckt, darf er bis an die Keimblätter in die Erde.
- Drücke die Erde rundum leicht an und gieße an.
Beim Pikieren fasse ich jeden Sämling nur an einem Keimblatt an, nie am Stängel. Mit dem Pikierstab stütze ich dabei den WurzelballenDer Wurzelballen ist das Geflecht aus Wurzeln und anhaftender Erde, das beim Austopfen oder Ausgraben einer Pflanze zusammenhält. Ist daran kaum noch Erde zu sehen, ist er stark durchwurzelt. von unten.
Nach dem Pikieren stellst du die Töpfe wieder hell und folgst der kühleren Temperaturführung aus der Tabelle oben.
Abhärten: Wann sind die Setzlinge bereit fürs Beet?
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an die Bedingungen draußen. Dazu senkst du die Temperatur und lüftest mehr. Ich stelle die Töpfe zuerst an einen kühlen, luftigen Platz und später tagsüber an eine geschützte Stelle im Freien. Welken die Blätter dort, hole ich die Töpfe wieder herein und gehe langsamer vor.
Im ökologischen Brokkolianbau gelten gut abgehärtete Jungpflanzen mit 4 bis 5 Blättern als günstig zum Auspflanzen. Zähl also die Blätter, bevor ein Setzling ins Beet kommt.
Probleme in der Anzucht erkennen
Auffällige Sämlinge geben Hinweise, aber keine sichere Diagnose. Wässrig-weiche Stängel, die an der Befallsstelle stark verengt sind, können auf Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem neuem Anzuchtsubstrat, gereinigten Gefäßen und einem Wasserabzug ohne Staunässe.
Auch Falscher Mehltau kann Kohljungpflanzen treffen. Bei 15 bis 17 °C kann der Erreger besonders schnell in die Blätter eindringen. Genau in diesem Bereich liegt die Phase mit 16 °C aus dem Temperaturplan oben. Ich lüfte in dieser Zeit deshalb gut, vermeide Tau auf den Blättern und gieße an die Erde, damit das Laub rasch abtrocknet.
Bei genetischer Herzlosigkeit bildet ein Brokkoli nach meist 4 bis 8 Blättern keine weiteren Blätter mehr. Ein trichter- oder nadelförmiges Endblatt kann darauf hindeuten. Ich schaue mir deshalb beim Pikieren und vor dem Auspflanzen das Herz jeder Pflanze an.
Nach dem Auspflanzen: das Wichtigste in Kürze
Brokkoli braucht einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden. Empfohlen wird ein neutraler bis leicht basischer Bereich von pH 6,8 bis 7,5. Wie du den Boden prüfst und vorbereitest, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.
Beim Auspflanzen setzt du die Jungpflanzen etwa 2 bis 3 cm tiefer als in der Anzucht. In der Reihe bekommt jede Pflanze 50 cm Platz. Zwischen den Reihen lässt du 60 cm frei, und mit dem Beetplaner für deine Gemüsebeete teilst du die Fläche vorher ein. Auf dieselbe Fläche kommt Brokkoli erst nach einer Anbaupause von 4 Jahren wieder, passende Nachbarn prüfst du im Mischkultur-Planer.
Überwinterte KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. erscheinen meist ab April, deshalb siehst du schon beim Abhärten und später im Beet regelmäßig nach. Ein KulturschutznetzEin Kulturschutznetz, auch Gemüsefliegennetz genannt, ist ein engmaschiges Kunststoffnetz, das du locker über Gemüsebeete legst. Es hält Gemüsefliegen wie Möhren-, Kohl- und Zwiebelfliege von den Pflanzen fern, außerdem Vögel und Kaninchen. mit weniger als 1 mm Maschenweite legst du direkt nach dem Pflanzen auf und hältst die Ränder bis zur Ernte dicht. Gießen, Düngen und den Umgang mit Schädlingen im Beet findest du in der Anleitung, wie du Brokkoli im Beet bis zur Ernte pflegst und schützt.
Erntereif ist Brokkoli je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung. Die Blütentriebe schneidest du, bevor sich die Knospen öffnen, und essbar sind auch Blütenstiele und Blätter. Wie du dabei mehr herausholst, zeigen dir die Tipps, mit denen du mehr Brokkoli erntest.





