Mischkultur mit Brokkoli: gute Nachbarn, Blühpflanzen und Nährstoffe
- Salat, Bohnen und Sellerie gelten bei Blumenkohl und Kohlrabi als Partner und sind ein guter Startpunkt für das Brokkolibeet.
- Salat zwischen jungen Brokkolipflanzen erntest du, bevor der Kohl die Reihen schließt.
- Blühpflanzen mit ungefüllten Blüten bieten Nützlingen Nahrung und stehen am Beetrand, außerhalb eines Schutznetzes.
- Radieschen, Rettich und Rucola sind Kreuzblütler und bringen keinen Familienwechsel ins Brokkolibeet.
- Brokkoli braucht 50 cm Abstand in der Reihe und 60 cm Reihenabstand.
- Phosphor und Kalium düngst du nach Bodenuntersuchung; Stickstoff ergänzt du, weil Kompost allein ihn nicht deckt.
- Günstige Nachbarwirkungen sind schwer nachzuweisen: Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts.

Junge Brokkolipflanzen stehen weit auseinander, und bis sie die Reihen schließen, liegt zwischen ihnen viel offene Erde. Diese Fläche kannst du mit Nachbarn nutzen, solange sie dem Brokkoli weder Licht noch Platz nehmen. Ich plane mein Brokkolibeet deshalb nach drei Fragen: Wer passt in die Lücken, wer an den Rand, und wer bekommt welchen Dünger?
Mischkultur heißt, dass verschiedene Gemüsearten zur selben Zeit im selben Beet wachsen. Wie sie bei Kohl mit dem Wechsel der Anbauflächen zusammenhängt, erklärt der Kohl-Ratgeber im Kapitel Fruchtfolge und Mischkultur bei Kohl. Hier geht es um die Partner des Brokkolis und um seine Nährstoffe im gemischten Beet.
Welche Nachbarn passen zu Brokkoli?
Brokkoli, Blumenkohl und Kohlrabi gehören zur selben Art, Brassica oleracea. Für Blumenkohl gelten Sellerie, Tomaten, Bohnen, Salat und Erbsen als geeignete Mischkulturpartner. Beim Kohlrabi werden Salat, Bohnen, Sellerie und Gurken empfohlen. Salat, Bohnen und Sellerie stehen in beiden Listen, deshalb fange ich beim Brokkoli mit diesen drei an.
| Nachbar | Partner bei | Platz im Brokkolibeet |
|---|---|---|
| Salat | Blumenkohl und Kohlrabi | in den Lücken zwischen jungen Pflanzen |
| Bohnen | Blumenkohl und Kohlrabi | eigene Reihe |
| Sellerie | Blumenkohl und Kohlrabi | eigene Reihe |
| Erbsen | Blumenkohl | eigene Reihe oder Vorkultur vor einem Juli-Satz |
| Tomaten | Blumenkohl | eigene Reihe |
| Gurken | Kohlrabi | eigene Reihe |
Brokkoli braucht einen vollsonnigen Platz. Hohe Nachbarn setzt du deshalb so, dass sie ihm keine Sonne nehmen. Mehr zu den Partnern des Blumenkohls liest du im Ratgeber darüber, welche Nachbarn zu Blumenkohl passen und welche du dort meidest.
„Gute Nachbarn machen Brokkoli gesünder und ertragreicher.“ Günstige Wirkungen zwischen verschiedenen Gemüsearten lassen sich schwer nachweisen, und Erfahrungsberichte widersprechen sich teilweise. Eine Nachbarliste ist deshalb eine Planungshilfe und kein Versprechen für Wuchs, Gesundheit oder Ertrag.
Brokkoli pflanzt du mit 50 cm Abstand in der Reihe und 60 cm Reihenabstand. Diese Lücken nutzt eine ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., bis der Brokkoli die Reihen schließt.
Salat in die Lücken
Salat setze ich direkt zwischen die jungen Brokkolipflanzen. Eine schnelle Zwischenkultur muss vom Beet, bevor sie den länger stehenden Brokkoli bedrängt. Beim verwandten Blumenkohl wird Frühsalat abgeerntet, bevor der Kohl die Reihen schließt. Diese Regel übernehme ich für den Brokkoli.
Ich ernte den Salat zwischen dem Brokkoli nicht auf einmal. Zuerst nehme ich die Köpfe, an die die Brokkoliblätter schon heranreichen, und lasse die übrigen noch stehen.
Kräuter und Blühpflanzen: wohin damit?
Am Rand meines Brokkolibeets stehen Kräuter und Blumen, etwa Dill, Kamille und Ringelblumen. Für sie gilt dasselbe wie für Gemüsenachbarn: Was ihnen nachgesagt wird, etwa Duft gegen Schädlinge, lässt sich schwer nachweisen. Kräuter pflanzt du deshalb für die eigene Küche und nicht als Schutz für den Kohl.
Begründen lässt sich etwas anderes. Nützlinge finden an ungefüllten Blüten Nahrung und in Laub- und Totholzhaufen Rückzugsräume. Achte beim Kauf von Ringelblumen und anderen Sommerblumen deshalb auf ungefüllte Sorten.
Liegt über dem Brokkoli ein Kulturschutznetz, bleibt es bis zur Ernte an den Rändern dicht geschlossen. Blüten unter dem Netz erreichen Nützlinge dann nicht, deshalb gehören die Blühpflanzen an den Beetrand außerhalb des Netzes.
Licht, Bodenfeuchte, Wuchs und Abstand eines Partners müssen zur Kultur passen, neben der er steht. Daraus ergibt sich meine Prüfliste.
Bevor ein Partner ins Brokkolibeet kommt, prüfe ich vier Punkte. Verträgt er wie der Brokkoli einen vollsonnigen Platz und feuchten, gut durchlässigen Boden? Räumt er die Lücken, bevor der Kohl die Reihen schließt, oder bekommt er eine eigene Reihe? Gehört er nicht zu den Kreuzblütlern? Trägt er ungefüllte Blüten, wenn er Nützlinge versorgen soll?
Wie planst du Beet und Termine?
Zeichne das Beet vor der Pflanzung im Beetplaner, dann liegen Brokkolireihen, Salatlücken und Blühstreifen fest. Die Aussaattermine der Kohlarten hast du mit dem Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken auf einem Blatt. Den ganzen Anbau Schritt für Schritt findest du in der Anleitung, wie du Brokkoli vorziehst, pflanzt und pflegst.
Wie versorgst du Brokkoli im Mischbeet mit Nährstoffen?
Im gemischten Beet teilen sich mehrere Kulturen denselben Boden, aber nicht denselben Bedarf. Kopfsalat zählt zu den weniger nährstoffbedürftigen Kulturen. Deshalb beginne ich beim Boden, gebe die Grundversorgung dem ganzen Beet und ergänze Stickstoff nur dort, wo der Brokkoli steht.
Erst den Boden prüfen
Für Brokkoli wird ein neutraler bis leicht basischer Boden mit pH 6,8 bis 7,5 empfohlen. Welcher Wert in deinem Garten sinnvoll ist, hängt auch von Bodenart und Humusgehalt ab. Eine Standard-Bodenanalyse kann den pH sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen. Löslichen Stickstoff und den Humusgehalt beauftragst du gesondert.
Für die MischprobeEine Mischprobe ist eine Bodenprobe, die aus Erde von mehreren Stellen derselben Fläche zusammengemischt wird. So zeigt die Untersuchung im Labor den Zustand der ganzen Fläche und nicht nur den einer einzelnen Stelle. stichst du 10 bis 15 Teilproben verteilt über das Beet, jeweils aus den oberen 30 cm. Davon schickst du etwa 500 g ans Bodenlabor. Beprobe zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte, nicht direkt nach einer Düngung, und nimm Gemüsebeet und andere Gartenbereiche getrennt.
Ich nehme die Probe im Herbst nach der Ernte, damit der Befund vor der nächsten Pflanzung vorliegt.
Kalk streuen, ohne den pH zu kennen. Ob dein Beet Kalk braucht, entscheiden Bodenart und Befund. Liegt der pH schon über dem Zielbereich, kalkst du nicht.
Phosphor, Kalium und Kompost
Phosphor und Kalium düngst du beim Brokkoli nach dem Befund der Bodenuntersuchung. Sieht der Befund keinen Phosphor vor, nimmst du einen phosphorarmen oder phosphorfreien Dünger. Für die jährliche Grunddüngung im Gemüsegarten gelten im Frühjahr höchstens 3 l Kompost je m² als Richtwert. Sind Phosphor oder Kalium im Befund stark erhöht, schränkst du die Kompostgabe ein.
Kompost verbessert bei sandigen Böden das Wasserhaltevermögen und bei schweren Böden die KrümelstrukturKrümelstruktur bedeutet: Die Bodenteilchen halten zu lockeren, mit bloßem Auge sichtbaren Krümeln zusammen, zwischen denen viele Hohlräume bleiben. Der Boden baut sie selbst auf, getragen von aktivem Bodenleben, gutem Humus und ausreichend Ton und Kalk.. Den Kompost verteile ich im Frühjahr über das ganze Mischbeet, denn er ist die Grundgabe für alle Kulturen darin.
Stickstoff gezielt ergänzen
Den Stickstoffbedarf von Gemüse deckt Kompost allein nicht. Im Biogarten eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne als organische Stickstoffdünger. Ich arbeite Hornspäne nur entlang der Brokkolireihen ein und lasse die Salatlücken aus. Wie viel Stickstoff sinnvoll ist, hängt davon ab, was der Boden schon mitbringt: VorfruchtDie Vorfrucht ist die Kultur, die vor der aktuellen Kultur auf derselben Fläche stand, in der Fruchtfolge meist im Vorjahr. Sie kann Boden, Nährstoffe und Krankheitsdruck für die nachfolgende Kultur positiv oder negativ beeinflussen., Humus und Erntereste liefern nach. Die Mengen für Kohlkulturen stehen im Kohl-Ratgeber im Kapitel Düngen.
Hast du ein Hochbeet frisch mit Reisig, Kompost und Gärtnererde aufgebaut, gibt es im ersten Jahr viel organisch gebundenen Stickstoff frei. Steht dein Brokkoli in so einem Beet, rechnest du diesen Vorrat mit, bevor du Hornspäne nachlegst.
Für einen Brokkolisatz, den du Anfang bis Mitte Juli pflanzt, kommen rechtzeitig abgeerntete Erbsen als Vorkultur infrage. Hülsenfrüchte hinterlassen Stickstoff im Boden. Mit Erbsen davor nutzt du die Fläche also zweimal im Jahr, und der Brokkoli startet auf einem Boden, in dem die Hülsenfrucht Stickstoff hinterlassen hat.
Welche Nachbarn meidest du?
Schlechte Nachbarn lassen sich so schwer belegen wie gute. Radieschen, Rettich und Rucola sind Kreuzblütler: Sie bringen keinen Familienwechsel ins Beet, und ihre Verwandtschaft kann die KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. begünstigen. Einzelne Paare schlägst du im Mischkultur-Werkzeug nach, die Grundregeln stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.
Was leisten Nachbarn gegen Schädlinge?
Den Schutz vor Schadinsekten übernimmt bei mir ein Kulturschutznetz, das ich direkt nach der Pflanzung auflege, nicht die Nachbarschaft. Bei Brokkoli kann das Netz allerdings Hitzestau und unter feuchten Bedingungen Kopffäule begünstigen, deshalb schaue ich regelmäßig darunter. Wann ErdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. und Raupen auftreten, steht im Kohl-Ratgeber im Kapitel Schädlinge und Pflanzenschutz.
Wie pflegst und erntest du Brokkoli im Mischbeet?
Beim Brokkoli mulchst du mit einer etwa 2 cm dünnen Auflage aus angetrocknetem Rasenschnitt und ergänzt sie öfter. Wo nicht gemulcht ist, hackst du regelmäßig flach, das unterdrückt Beikräuter und vermindert die Verdunstung. Netz und übrige Pflege behandelt der Kohl-Ratgeber im Kapitel Pflege.
Brokkoli ist je nach Jahreszeit etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif. Die Blütentriebe schneidest du, bevor sie aufblühen. Was du für eine größere Ernte tun kannst, liest du im Ratgeber, wie du mehr Brokkoli erntest.
Was kommt nach dem Brokkoli?
Nach Brokkoli, den du im Sommer abgeerntet hast, passt Endivie als Nachfrucht, gepflanzt von Mitte Juli bis Mitte August. Phacelia hat keine Verwandten unter den gängigen Gemüsearten und passt deshalb als Gründüngung in eine Kohlfruchtfolge, Senf dagegen zählt als Kreuzblütler zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie.. Wie du die Folge über mehrere Jahre planst, liest du im Ratgeber darüber, was vor und nach Brokkoli ins Beet kommt.




