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Blumenkohl-Krankheiten und Schädlinge erkennen und bekämpfen: von der Wurzel bis zum Kopf

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 11 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Welkt Blumenkohl trotz feuchter Erde, zeigen erst Wurzeln und Strunk, ob Kohlhernie, Kohlfliege oder Fusariumwelke dahinterstecken können.
  • Kohlhernie bildet knötchen- bis fingerförmige Wurzelwucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind.
  • Dauersporen der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.
  • Nach Kohlhernie gilt für alle Kreuzblütler auf der Fläche eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren.
  • Echter Mehltau gilt bei Blumenkohl bisher nicht als besonders ernste Krankheit, Falscher Mehltau zeigt gelbliche Blattflecken und darunter einen weißlichen Pilzrasen.
  • Das Kulturschutznetz gehört direkt nach dem Pflanzen dicht aufs Beet, gegen Kohlfliegenpuppen, die schon im Beet überwintern, hilft es nicht.
  • Bei beginnendem Raupenbefall kann Absammeln schon ausreichen, Blattläuse spülst du mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl ab.
Blumenkohlkopf mit dichten weißen Röschen und grünen Hüllblättern von oben auf einem Holzbrett
Foto: Mustafa Akın · Pexels License · Quelle ↗

Welkt dein Blumenkohl, obwohl die Erde feucht ist, dann schau zuerst unter die Erde, bevor du wieder zur Gießkanne greifst. Ich grabe so eine Pflanze mit dem ganzen Wurzelballen aus und sehe mir Wurzeln und Strunk genau an. Kohlhernie, Kohlfliegenmaden und die Fusariumwelke können Blumenkohl welken lassen, verlangen aber ganz unterschiedliche Schritte. Auf den Blättern ist es ähnlich: Weiße Beläge, gelbe Flecken und Löcher haben jeweils mehrere mögliche Ursachen.

Hier findest du die Krankheiten und Schädlinge am Blumenkohl, sortiert nach dem, was du an der Pflanze siehst. Zu jedem Schadbild gehört, womit du es verwechseln kannst und was du dagegen tust.

Was siehst du? Schadbilder am Blumenkohl im Überblick

Ordne ein Schadbild zuerst danach ein, wo es sitzt: an Wurzel und Strunk, auf oder unter den Blättern oder am Kopf. Die Tabelle führt dich vom Befund zum passenden Abschnitt.

Was du siehst Kann hindeuten auf
Pflanze kümmert oder welkt, knötchen- bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln Kohlhernie
Pflanze welkt, weißliche Maden im Wurzelbereich Kohlfliege
Ältere Blätter vergilben einseitig, Leitungsbahnen im Strunk verfärbt Fusariumwelke
Mehlig weiße Flecken auf den Blättern Echter Mehltau
Gelbliche Flecken, darunter ein weißlicher Pilzrasen Falscher Mehltau
V-förmige gelbe bis braune Stellen am Blattrand, dunkle Adern Bakterielle Adernschwärze, auch Schwarzfäule genannt
Graubraune, rundliche Blattflecken Alternaria
Weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrünen Blattpartien Weißrost
Löcher bis auf die Blattrippen, grüne oder braune Kotkrümel Raupen von Kohlweißling, Kohlmotte oder Kohleule
Viele kleine Löcher in den Blättern Kohlerdflöhe
Blaugraue Kolonien unter den Blättern, eingerollte Blätter Mehlige Kohlblattlaus
Kleine Fliegen steigen bei Berührung auf, klebriger Honigtau, schwarzer Rußtau Kohlmottenschildlaus, die Weiße Fliege
Fraßstellen mit silbrigen Schleimspuren Schnecken
Kleine Blättchen auf dem Kopf, griesige Oberfläche Temperaturverlauf und Sorte, kein Erreger

Ein Schadbild ist ein Hinweis und keine sichere Diagnose. Manche Ursachen sehen sich so ähnlich, dass nur ein Labor sie trennen kann. Verticillium- und Fusariumbefall an Kohl etwa sind am Schadbild kaum zu unterscheiden.

Welke Pflanze: So prüfst du Wurzel und Strunk

Hinter einer welken Pflanze können mehrere Ursachen stecken. Ich gehe deshalb jedes Mal nach derselben Liste vor.

Mini-Checkliste

So prüfst du eine welke Pflanze:

  • Grab sie mit dem Wurzelballen aus, statt sie herauszureißen.
  • Such die Wurzeln nach knötchen- oder fingerförmigen Wucherungen ab.
  • Schneide eine Wucherung auf: Innen weißfleischig und nicht hohl spricht für Kohlhernie, Hohlräume mit Larven sprechen für den Kohlgallenrüssler.
  • Such Wurzelhals und Strunk nach weißlichen Maden ab.
  • Schneide den Strunk quer an und achte auf verfärbte Leitungsbahnen.
  • Prüfe, ob der Boden um die Pflanze nass oder staunass ist.
Häufiger Fehler

Eine welke Pflanze in nassem Boden weiter zu gießen. Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen, sodass die Pflanze trotz feuchter Erde nach Wassermangel aussieht. Feuchte bis staunasse Böden begünstigen außerdem die Kohlhernie, zusätzliches Wasser kann hier also beide Risiken erhöhen.

Aussaatkalender Blumenkohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni, Juli; Aussaat: Mai, Juni, Juli; Ernte: April, Mai, Juli, August, September, Oktober, November, DezemberJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniVorkultur: JuliAussaatAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliErnteErnte: AprilErnte: MaiErnte: JuliErnte: AugustErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberErnte: DezemberVorkulturAussaatErnte

Krankheiten am Blumenkohl

Das Wetter der letzten Tage kann einen Hinweis geben, welche Krankheit infrage kommt. Diese Bedingungen begünstigen einzelne Krankheiten an Kohl:

Krankheit Günstige Bedingungen für den Erreger
Kohlhernie 20 bis 25 °C, feuchte bis staunasse Böden
Falscher Mehltau 8 bis 12 °C für die Keimung der Konidien, 15 bis 17 °C für besonders schnelles Eindringen in die Blätter
Alternaria 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit
Weißrost 10 bis 15 °C, dann entwickelt er sich besonders günstig

Kohlhernie: Wucherungen an den Wurzeln

Oben zeigt sich Kohlhernie zuerst wenig eindeutig, die Pflanze kümmert oder welkt. An den Wurzeln sitzen dann knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Schneidest du eine davon auf, ist sie innen weißfleischig und nicht hohl. Gallen des Kohlgallenrüsslers enthalten dagegen Hohlräume, in denen Larven sitzen können.

Zahl im Blick

Dauersporen der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Nach einem Befall gilt für alle Kreuzblütler auf dieser Fläche eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren. Auch nach einer mehrjährigen Pause kann die Krankheit erneut auftreten.

Für bereits erkrankte Pflanzen gibt es keine direkte Behandlung. Du holst sie samt Wurzeln aus dem Beet und entsorgst sie über den Restmüll. Die Geräte, mit denen du im befallenen Boden gearbeitet hast, reinigst du danach gründlich.

Achtung

Kohlherniekranke Pflanzen und ihre Wurzeln gehören nicht auf den Kompost. Auch Erde aus Töpfen und Kübeln, in denen Kohlhernie aufgetreten ist, verwendest du nicht wieder.

Kohlhernie kann neben Kohl auch Rettich, Radieschen und Raps befallen, dazu die Beikräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Wachsen diese Beikräuter während der Anbaupause im Beet, steht dort also weiter eine Wirtspflanze.

Vorbeugend vermeidest du Staunässe und hältst die Anbaupause ein. Zusätzlich wird nach einer Überprüfung des Bodens ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalken solltest, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Oberhalb des passenden Zielbereichs wird nicht gekalkt. Mit Clapton F1 gibt es außerdem eine Blumenkohlsorte, die eine Resistenz gegen Kohlhernie besitzt. Wie Kalkung, Fruchtfolge und Hygiene zusammenspielen, zeigt der Ratgeber dazu, wie du bei Rotkohl der Kohlhernie vorbeugst.

Echter oder Falscher Mehltau: mehlig weiß oder gelb gefleckt?

Echter Mehltau beginnt am Blumenkohl mit mehlig weißen Flecken auf den Blättern. Bei Blumenkohl gilt er bisher nicht als besonders ernste Krankheit. Eine vorbeugende Bekämpfung ist gewöhnlich nicht nötig.

Falscher Mehltau sieht anders aus: Oben auf dem Blatt entstehen gelbliche Flecken, auf der Unterseite ein weißlicher Pilzrasen. Ich drehe deshalb jedes verdächtige Blatt um, bevor ich mich festlege. Vorbeugend vermeidest du lange Blattnässe und gießt, wenn nötig, früh am Tag. In der Anzucht sorgst du für gute Lüftung, vermeidest Taubildung und achtest darauf, dass die Blätter rasch abtrocknen.

Tipp

Siehst du dunkle Stellen an Strunk oder Kopf von Romanesco, denk auch an Falschen Mehltau. Bei dieser grünen Form des Blumenkohls kann er solche Verfärbungen verursachen, und die können mit Alternaria verwechselt werden.

Schwarzfäule oder bakterielle Adernschwärze: V-förmige Flecken am Blattrand

Typisch sind V-förmige, gelbbraune bis abgestorbene Bereiche am Blattrand. Dazu kommen dunkel verfärbte Blattadern. Beide Zeichen zusammen sind Hinweise auf die bakterielle Adernschwärze.

Gegen die Adernschwärze gibt es keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln. Umso mehr zählt, was den Krankheitsdruck im Beet allgemein senkt. Wässere den Boden, ohne die Blätter zu benetzen, am besten sehr früh am Morgen. Eine langsam laufende Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den Krankheitsdruck vermindern.

Alternaria: graubraune, rundliche Blattflecken

Alternaria bildet an Kohl graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern. Begünstigt wird sie durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter entfernst du, um die Ausbreitung zu begrenzen. Ich schneide solche Blätter ab und nehme sie gleich aus dem Beet mit.

Weißrost, Fusariumwelke und Viren

Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Die Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß. Anders als beim Echten Mehltau siehst du also Pusteln statt mehliger Flecken.

Bei der Fusariumwelke vergilben ältere Blätter häufig zuerst auf einer Seite. Dazu können verfärbte Leitungsbahnen im Strunk kommen. Von Verticillium lässt sich die Fusariumwelke am Schadbild kaum unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung.

Das Turnip mosaic virus kann an Kohl grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken und verformte Blätter verursachen. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt es sich nicht direkt bekämpfen.

Schädlinge am Blumenkohl

Kohlfliege: Maden an Wurzel und Strunk

Welkt eine junge Pflanze und findest du beim Herausziehen weiße Maden im Wurzelbereich, spricht das für die Kohlfliege. Die weißlichen Maden werden bis etwa 1 cm lang und fressen an den Wurzeln. Junge Kohlpflanzen können dadurch welken und absterben.

Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege tritt je nach Witterung im April oder Anfang Mai auf. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage. Das Kulturschutznetz kommt unmittelbar nach der Pflanzung auf das Beet. Lass den Pflanzen darunter Raum zum Wachsen und schließ den Rand mit Erde oder Steinen.

Welche Maschenweite du brauchst, hängt vom Schädling ab:

Schädling Maschenweite
Kohlerdflöhe 0,6 bis 0,8 mm
Blattläuse und Weiße Fliegen 0,8 mm
Kohlfliegen etwa 1,3 × 1,3 mm
Gemüsefliegen und Raupen 1,35 mm

Als feinmaschiger Kulturschutz für Kohlgemüse wird ein Netz mit 0,8 mm empfohlen, das rundum dicht abschließt. Das Netz verhindert allerdings keinen Befall durch Kohlfliegenpuppen, die schon im Beet überwintern. Leg es deshalb auf eine Fläche, auf der vorher kein Kohl mit Kohlfliegenbefall stand.

Pappkragen um den Wurzelhals junger Pflanzen fangen Kohlfliegeneier auf. Die Eier entfernst du zusammen mit den Kragen.

Kohlweißling, Kohlmotte und Kohleule: Raupen am Blatt

Fraßlöcher und grüne oder braune Kotkrümel auf den Blättern sind das Zeichen, nach Raupen und Eigelegen zu suchen. Kohlweißlingsraupen fressen Löcher bis auf die freigelegten Blattrippen. An Farbe, Größe und Fraßbild erkennst du, welche Raupe frisst:

Raupe Aussehen und Fraßbild Länge
Großer Kohlweißling gelb mit schwarzen Flecken bis 4 cm
Kleiner Kohlweißling grün, samtartig behaart bis 3 cm
Kohlmotte grünlich-grau; erst Minen, später Loch- oder Fensterfraß, häufig mit feinem weißem Gespinst an den Herzblättern bis 1 cm
Kohleule grün bis braun bis 4 cm

Bei beginnendem oder geringem Befall kann Absammeln schon ausreichen. Such bei wenigen Pflanzen gezielt nach Eigelegen und Raupen und entferne sie von Hand. Gelbe Kokonhaufen neben abgestorbenen Raupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen und sollten geschützt erhalten bleiben.

Marias Erfahrung

Finde ich Kotkrümel auf einem Blatt, suche ich die ganze Pflanze ab, auch das Herz und die Blattunterseiten. Raupen und Eigelege nehme ich direkt mit der Hand ab, gelbe Kokonhäufchen lasse ich an ihrem Platz.

Mehlige Kohlblattlaus: blaugraue Kolonien unter den Blättern

Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihre Wachsbepuderung blaugrau und sitzt überwiegend auf der Blattunterseite. Weißlich-graue Kolonien und eingerollte Blätter weisen auf sie hin. Entferne die Kolonien gleich zu Befallsbeginn. Blattläuse an Kohl kannst du auch mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl abspülen.

Schwebfliegen- und Marienkäferlarven fressen Blattläuse und lassen sich als Gegenspieler fördern. Harte, kugelige, hellbraune Läuse können Mumien sein, die die Kohlblattlausschlupfwespe parasitiert hat. Solche Mumien lasse ich an der Pflanze sitzen. Unter einem geschlossenen Netz kommen allerdings auch keine Gegenspieler an die Pflanzen. Läuse, die schon eingeschlossen sind, musst du deshalb selbst entfernen.

Mythos-Check

Brennnesseljauche gilt vielen als Hausmittel gegen Blattläuse. Vergoren ist sie vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger. Als vorbeugende Spritzung gegen Läuse an Kohl bringt ein Brennnesselauszug nichts.

Erdflöhe, Weiße Fliege und Schnecken

Kohlerdflöhe sind etwa 2,5 bis 3 mm große, springende Käfer. Ihr Fraß hinterlässt zahlreiche kleine Löcher in den Blättern. Überwinterte Käfer erscheinen meist ab April, die neue Generation ab Juli. Warme und trockene Frühjahre begünstigen ihre Ausbreitung. Feuchthalten allein ist keine verlässliche Bekämpfung. Das feine Netz kommt direkt nach dem Pflanzen auf das Beet und bleibt bis zur Ernte geschlossen.

Kohlmottenschildläuse, auch Weiße Fliege genannt, sitzen mit ihren Larven unter den Blättern und fliegen bei Berührung auf. Ihr Honigtau kann einen schwarzen Rußtaubelag begünstigen. Befallene Pflanzen lässt du nicht bis zum nächsten Frühjahr im Beet stehen, weil sie dem Schädling als Winterquartier dienen.

Silbrige Schleimspuren an den Fraßstellen sprechen für Schnecken. Sammle sie früh morgens, spät abends oder bei Regenwetter ab. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine Pflanzen über ihn hinweg hängen. Schnecken, die schon innerhalb des Zauns sind, musst du trotzdem absammeln. Bei Schneckengefahr gießt du morgens gezielt an die Pflanzen und lässt die Wege dazwischen trocken. Kräuterbarrieren aus Thymian, Salbei oder Pfefferminze gelten nicht als gesichert wirksamer Schutz.

Probleme am Kopf, die keine Krankheit sind

Nicht jeder unschöne Kopf hat einen Erreger. Blumenkohl reagiert bei beginnender Kopfbildung besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel. Einige Kopfschäden gehen zudem auf Temperaturverläufe zurück und hängen von der Sorte ab.

Was du siehst Mögliche Ursache
Kleine Blättchen wachsen auf dem Kopf Durchwuchs, wenn die Kopfanlage bei relativ hohen Temperaturen erfolgt; sortenabhängig
Griesige Oberfläche des Kopfes plötzlicher starker Temperaturabfall nach einer Hitzeperiode; sortenabhängig
Kleine oder verformte Köpfe Wassermangel während der Wachstumszeit
Verfrühte Kopfanlage mit zu wenig Blattmasse bei Frühsorten 7 bis 14 °C im empfindlichen Stadium mit 3 bis 5 Laubblättern
Gestörter Blumenansatz bei Sommerblumenkohl zu hohe Nachttemperaturen
Hohler Strunk kein eindeutiger Hinweis auf Bormangel, kann auch bei überhöhtem Stickstoffangebot auftreten
Kälteschäden bei überwinternden Sorten weiches Wachstum durch Stickstoffüberschuss kann sie begünstigen

Wähle die Sorte passend zum Anbauzeitraum. Fremont F1 und Lecanu F1 werden als Sommerblumenkohl geführt, Herbstriesen 2 und Neckarperle als Herbstblumenkohl. Bis zur Ernte braucht Blumenkohl für zarte Köpfe eine gute Wasserversorgung.

Häufiger Fehler

Beim hohlen Strunk gleich Bor zu düngen. Hohle Strünke sind kein eindeutiger Nachweis für Bormangel, denn sie können auch bei einem überhöhten Stickstoffangebot auftreten. Bordüngung kann bei Blumenkohl schnell zu einer Überversorgung mit Pflanzenschäden führen.

Vorbeugen, kontrollieren, eingreifen

Vorbeugen, regelmäßig kontrollieren und erst dann eingreifen: In dieser Reihenfolge gehst du beim Blumenkohl vor. Ab April schaust du regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen, weil dann Erdflöhe und Kohlfliegen auftreten. Die ganze Stufenfolge mit Kontrollkalender findest du im Kohl-Ratgeber unter Schädlinge und Pflanzenschutz.

Blumenkohl braucht einen sonnigen Platz und fruchtbaren, kalkreichen Boden, der Feuchtigkeit hält und überschüssiges Wasser gut ableitet. Mehr dazu steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Standort und Boden.

Plane die Anbaupause für alle Kreuzblütler ein, auch für Radieschen, Rettich, Gelbsenf, Ölrettich und Raps. Den Wechsel behältst du im Beetplaner für die Fruchtfolge im Blick, passende Nachbarn für Blumenkohl zeigt der Mischkultur-Planer. Schnittsellerie gilt als Kohlpartner gegen Erdflöhe und Raupen, doch diese Wirkung zeigt sich nicht an jedem Standort; die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Fruchtfolge und Mischkultur.

Im Freiland beruht biologischer Pflanzenschutz vor allem darauf, vorhandene Nützlinge zu fördern, gekaufte Nützlinge kommen überwiegend in geschützten Anbauräumen zum Einsatz. Welche Methoden beim Blumenkohl infrage kommen, erklärt der Ratgeber dazu, wie du Blumenkohl biologisch schützt.

Pflanzenschutzmittel bleiben das letzte Mittel und kommen nur infrage, wenn sie für die konkrete Kohlkultur im Haus- und Kleingarten zugelassen sind. Das prüfst du in der Gebrauchsanleitung und in der Datenbank des BVL. Halte dich an die Gebrauchsanleitung, trag Schutzkleidung, beachte die Wartezeit bis zur Ernte, entsorge Reste sachgerecht und bedenke, dass solche Mittel auch Nützlinge treffen können.

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Häufige Fragen

Welche Krankheiten treten bei Blumenkohl im Hausgarten auf?
Zu den Krankheiten am Blumenkohl gehören Kohlhernie an den Wurzeln, Echter und Falscher Mehltau, die bakterielle Adernschwärze, auch Schwarzfäule genannt, und Alternaria-Blattflecken. Dazu kommen Weißrost, die Fusariumwelke und Viren wie das Turnip mosaic virus. Das Schadbild gibt dir einen Hinweis auf die Ursache, eine sichere Diagnose ist es nicht.
Wie erkenne ich Schädlinge am Blumenkohl rechtzeitig?
Schau ab April regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen und dreh dabei auch Blätter um, denn Mehlige Kohlblattläuse und Kohlmottenschildläuse sitzen überwiegend auf der Blattunterseite. Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln deuten auf Raupen hin, viele kleine Löcher auf Kohlerdflöhe. Welkt eine junge Pflanze, grab sie aus und such im Wurzelbereich nach weißen Maden der Kohlfliege.
Woran erkenne ich Kohlhernie am Blumenkohl?
Befallene Pflanzen kümmern oder welken, und an den Wurzeln sitzen knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Schneidest du eine auf, ist sie innen weißfleischig und nicht hohl, während Gallen des Kohlgallenrüsslers Hohlräume mit Larven enthalten können. Für erkrankte Pflanzen gibt es keine direkte Behandlung, deshalb kommen sie samt Wurzeln in den Restmüll und nicht auf den Kompost.
Wie funktionieren Kulturschutznetze gegen Kohlfliege und andere Schädlinge?
Das Netz ist eine Barriere, die fliegende Schädlinge von den Pflanzen fernhalten kann, solange es lückenlos schließt. Du legst es direkt nach dem Pflanzen auf und schließt den Rand mit Erde oder Steinen. Gegen Kohlfliegen ist eine Maschenweite von etwa 1,3 mm vorgesehen, gegen Erdflöhe braucht es feinere Maschen. Kohlfliegenpuppen, die schon im Beet überwintern, hält das Netz nicht auf, und geschlossen kann es auch Nützlinge aussperren.
Ist Blumenkohl empfindlicher als andere Kohlarten?
Blumenkohl stellt höhere Ansprüche als Kohlrabi, Grünkohl oder Wirsing. Bei beginnender Kopfbildung reagiert er besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel. Manche Kopfschäden wie Durchwuchs oder eine griesige Oberfläche haben gar keinen Erreger, sondern hängen vom Temperaturverlauf und von der Sorte ab.
Hilft ein höherer pH-Wert gegen Kohlhernie?
Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Überprüfung des Bodens ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalken solltest, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Der pH-Wert ersetzt weder die Anbaupause noch das Vermeiden von Staunässe und die Hygiene bei befallenen Pflanzen.
Wie gehe ich vor, wenn ich die Ursache nicht sicher erkenne?
Schau zuerst, wo der Schaden sitzt: an Wurzel und Strunk, auf oder unter den Blättern oder am Kopf. Grab eine welke Pflanze mit dem Ballen aus und schneide Wurzelverdickungen und den Strunk auf. Manche Ursachen, etwa Verticillium- und Fusariumbefall, lassen sich am Schadbild kaum unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung.
Wie gieße ich Blumenkohl, ohne Krankheiten zu fördern?
Gieße früh am Morgen und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen, damit sie tagsüber abtrocknen. Eine langsam laufende Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den Krankheitsdruck vermindern. Vermeide dauernde Nässe, denn feuchte bis staunasse Böden begünstigen die Kohlhernie.
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