Kohlgemüse schützen: Krankheiten an Kohlpflanzen erkennen und richtig handeln
- Welkt Kohl, prüf die Wurzeln: Wucherungen, die innen weiß und nicht hohl sind, deuten auf Kohlhernie.
- Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht heilen; sie kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nie auf den Kompost.
- Nach einem Kohlhernie-Befall gilt für alle Kreuzblütler eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren.
- Falscher Mehltau zeigt gelbliche Flecken oben und hellen Pilzrasen unten; gieße früh am Tag und bodennah.
- Gegen Adernschwärze und das Turnip mosaic virus gibt es keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln.
- Resistente Sorten wie Clapton F1 oder Kilastor F1 können das Kohlhernie-Risiko senken.

Eine Kohlpflanze lässt die Blätter hängen, obwohl die Erde feucht ist, und nebenan tauchen gelbe Flecken auf den Blättern auf. Dann willst du wissen, ob eine Krankheit dahintersteckt und ob der Rest des Beets in Gefahr ist. Davon hängt ab, ob du nur ein Blatt abnimmst oder das Beet für Jahre anders planst. Ich schaue in so einem Fall zuerst unter die Blätter und dann an die Wurzeln, bevor ich etwas herausreiße.
Kohl wächst in vielen Formen, von Kohlrabi über Brokkoli bis Grünkohl, und übers Jahr hat fast immer eine Art Saison. Wie du ihn von der Aussaat bis zur Ernte anbaust, steht im Kohl-Ratgeber mit Arten, Anbau und Pflege.
Welche Krankheiten befallen Kohlpflanzen?
An Kohlpflanzen können Pilze, Bakterien und Viren Krankheiten auslösen. Die Kohlhernie sitzt an den Wurzeln, die meisten anderen Krankheiten zeigen sich an Blättern, Strunk oder Kopf. Die Tabelle zeigt, woran du sie erkennen kannst und was du tun kannst.
| Krankheit | Woran du sie erkennen kannst | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Kohlhernie | Pflanze kümmert oder welkt, knötchen- bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln, innen weiß und nicht hohl | nicht heilbar; Pflanze samt Wurzeln entfernen, lange Anbaupause einhalten |
| Falscher Mehltau | gelbliche Flecken auf der Blattoberseite, darunter weißlicher bis weißgrauer PilzrasenPilzrasen nennt man den sichtbaren Belag, den ein Pilz auf befallenen Blättern oder Stängeln bildet, etwa den grauen Pilzrasen beim Grauschimmel. Der Begriff beschreibt ein Merkmal des Schadbilds, nicht die Krankheit selbst. | Blätter rasch abtrocknen lassen, gut lüften |
| Echter Mehltau | weißer, mehliger Belag auf den Blättern | an Grünkohl im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung nötig |
| Weißrost | weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien | bei Weißkohl eine resistente Sorte wählen |
| Alternaria | graubraune, rundliche Blattflecken | befallene Blätter entfernen, nur gesunde Köpfe lagern |
| Adernschwärze | V-förmige gelbe bis braune Stellen am Blattrand, dunkel verfärbte Blattadern | keine direkte Bekämpfung mit Pflanzenschutzmitteln möglich |
| Fusarium- und Verticilliumwelke | Welke, an Blumenkohl häufig einseitig vergilbende ältere Blätter, verfärbte Leitungsbahnen im Strunk | sichere Unterscheidung nur im Labor |
| Bakterielle Kopffäule | Brokkolikopf zerfällt breiig und riecht streng | Verletzungen und große Nässe vermeiden |
| Turnip mosaic virus | grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter | nicht direkt bekämpfbar; Überträger wie Blattläuse fernhalten |
| Umfallkrankheit | Sämlingsstängel wässrig-weich und an einer Stelle stark verengt | frisches Anzuchtsubstrat, gereinigte Gefäße, keine Staunässe |
Die Zeichen in der Tabelle sind Hinweise und keine sichere Diagnose. Manche Krankheiten sehen sich ähnlich, und manche Schäden stammen gar nicht von einem Erreger. Kohlherniekranke Pflanzen lassen sich nicht heilen, und gegen Adernschwärze und das Turnip mosaic virus gibt es kein direktes Pflanzenschutzmittel. Bei diesen dreien kommt es deshalb vor allem darauf an, was du vor dem Befall tust.
Empfehlungen für den Garten
Standort und Boden
- Standort
Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.
- Bodenart
Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.
- Bodenreaktion
Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.
- Substrat
Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.
- Anbauort
Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.
Aussaat und Vermehrung
- Vermehrung
Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.
- Saattiefe
Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.
Lebensform und Verwendung
- Lebensform
Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.
- Verwendung
Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.
Kohlhernie: erst die Wurzeln prüfen
So erkennst du Kohlhernie
Die Kohlhernie befällt die Wurzeln, oben siehst du deshalb zuerst nur die Folgen. Die Pflanzen kümmern oder welken. Hebst du eine davon heraus, findest du knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen an den Wurzeln. Auch bei Kohlrabi können Wurzelwucherungen mit anschließender Welke auf Kohlhernie hinweisen.
Verwechseln lassen sich die Wucherungen mit den Gallen des Kohlgallenrüsslers. Schneide eine Verdickung auf: Kohlhernie ist innen weißfleischig und nicht hohl. Eine Rüsslergalle kann dagegen einen Hohlraum mit einer Larve enthalten. Auch die KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. lässt junge Pflanzen welken, bei ihr findest du aber bis etwa 1 cm lange weißliche Maden an den Wurzeln.
Ich hebe eine welkende Pflanze mit der Grabegabel samt Wurzelballen aus, statt sie am Stängel herauszuziehen. Dann schüttle ich die Erde ab und schneide die dickste Verdickung längs auf. Erst nach diesem Blick ins Innere entscheide ich, wie es mit dem Beet weitergeht.
Warum die Kohlhernie im Beet bleibt
Der Erreger bildet DauersporenDauersporen sind mikroskopisch kleine Sporen, mit denen manche Krankheitserreger im Boden überdauern, etwa der Erreger der Kohlhernie. Sie bleiben über mehrere Jahre lebensfähig und können dann erneut Pflanzen infizieren., die bis zu 20 Jahre im Boden überdauern können. Besonders günstig für eine Infektion sind 20 bis 25 °C bei feuchtem bis staunassem Boden. Neben Kohl können auch Rettich, Radieschen und Raps befallen werden. Dazu kommen die Wildkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel. Weil diese Kräuter Wirte sind und die Sporen so lange im Boden bleiben, jäte ich sie auf einem Beet mit Kohlhernie auch in den Jahren ohne Kohl.
Was du bei Befall tust
Eine Pflanze mit Kohlhernie lässt sich nicht heilen. Bestätigt der Blick auf die Wurzeln den Verdacht, holst du sie samt Wurzeln aus dem Beet. Die Wurzeln kommen in den Restmüll und nicht auf den Kompost. Grabegabel, Spaten und Hacke reinigst du gründlich, bevor du damit in ein anderes Beet gehst.
Für diese Fläche gilt danach eine Anbaupause von mindestens 7 Jahren für alle Kreuzblütler. Selbst nach einer mehrjährigen Pause kann die Kohlhernie zurückkehren, weil ihre Dauersporen lange im Boden überleben. Erde aus Töpfen, in denen kranke Kohlpflanzen standen, verwendest du nicht wieder.
Kranke Kohlpflanzen wandern samt Wurzeln auf den Kompost. Mit dem fertigen Kompost können die Dauersporen dann auf andere Beete gelangen. Wurzeln mit Verdacht auf Kohlhernie gehören deshalb in den Restmüll.
Kohlhernie vorbeugen
Für Kohl im Garten gilt ein Boden-pH von 6,5 bis 7 als passend. Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Bodenprüfung ein pH von 7 bis 7,5 empfohlen. Ob du kalkst, hängt vom gemessenen Wert, von der Bodenart und vom Humusgehalt ab. Liegt der Wert schon über dem passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt. Staunässe vermeidest du, weil feuchte bis staunasse Böden die Infektion begünstigen.
Vorbeugend kommen Kohl und andere Kreuzblütler je nach Empfehlung erst nach drei bis sechs Jahren wieder auf dasselbe Beet. Dazu zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Der Ratgeber zur Fruchtfolge zeigt dir, wie du Anbaupausen und Vorfrüchte für Kohl planst. Welche Beete wann Kreuzblütler trugen, hältst du im Beetplaner für deine Anbaupausen fest. Resistente Sorten, die das Risiko zusätzlich senken können, findest du weiter unten bei der Vorbeugung.
„Nach vier Jahren Pause ist das Beet wieder sauber.“ Darauf kannst du dich nicht verlassen. Die Dauersporen der Kohlhernie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, und die Krankheit kann auch nach mehrjähriger Pause wieder auftreten. Nach einem Befall gilt deshalb eine Pause von mindestens 7 Jahren für alle Kreuzblütler.
Blattkrankheiten: Flecken, Beläge und Pusteln unterscheiden
Bei Blattsymptomen lohnt sich der Blick auf die Unterseite. Dort sitzt der Pilzrasen des Falschen Mehltaus, und dort findest du auch Blattläuse und die Larven der Kohlmottenschildlaus. Ich drehe bei jeder Kontrolle ein paar Blätter um, vor allem an Jungpflanzen.
Falscher Mehltau
Falscher Mehltau zeigt sich mit gelblichen Flecken auf der Blattoberseite. Auf der Unterseite liegt darunter ein weißlicher bis weißgrauer Pilzrasen. Bei Romanesco kann er dunkle Verfärbungen im Strunk und am Kopf verursachen, die mit Alternaria verwechselt werden können. Die Keimung seiner Konidien wird bei 8 bis 12 °C begünstigt. Liegen die Temperaturen bei 15 bis 17 °C, kann er besonders rasch ins Blatt eindringen.
Vorbeugen heißt hier vor allem, dass die Blätter rasch abtrocknen. Jungpflanzen stellst du luftig, und Tau auf den Blättern vermeidest du, so gut es geht. Lange BlattnässeBlattnässe ist Wasser, das als Film oder Tropfen auf den Blättern steht, etwa nach Regen, Tau oder Gießen über die Blätter. Hält sie länger an, können Pilzerreger die Blätter leichter infizieren. vermeidest du auch im Beet, und musst du gießen, dann früh am Tag. In der Anzucht gießt du nicht über die Blätter.
Echter Mehltau
Echter Mehltau beginnt mit einem weißen, mehligen Belag auf den Blättern. An Grünkohl können die Flecken zunächst weißgrau und später fast schwarz werden. Dort braucht er im Hausgarten normalerweise keine Bekämpfung. Bei Chinakohl und Blumenkohl gilt eine vorbeugende Bekämpfung gewöhnlich als nicht erforderlich.
Echter und Falscher Mehltau sind trotz ähnlicher Namen verschiedene Krankheiten. Beim Echten Mehltau liegt ein weißer, mehliger Belag auf dem Blatt. Beim Falschen Mehltau siehst du oben gelbliche Flecken und unten einen hellen Pilzrasen. Die Unterscheidung hilft dir einzuschätzen, ob Handeln überhaupt nötig ist.
Weißrost
Weißrost bildet weißliche bis cremefarbene Pusteln auf gelblichgrün verfärbten Blattpartien. Die Pusteln sind etwa 0,5 bis 3 mm groß. Besonders günstig entwickelt sich Weißrost bei 10 bis 15 °C. Für Weißkohl gibt es mit Kilastor F1 eine Sorte mit ResistenzResistenz ist bei Pflanzensorten die Fähigkeit, einen bestimmten Schaderreger abzuwehren: Bei einer resistenten Sorte bleibt ein Befall stark begrenzt, und weder Wachstum noch Ertrag leiden auffällig. gegen Weißen Rost. Ich nehme stark befallene Blätter ab und gieße nur am Boden.
Alternaria
Alternaria verursacht graubraune, rundliche Flecken auf den Blättern. Begünstigt wird sie durch 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit. Befallene Blätter entfernst du, um die Ausbreitung zu begrenzen. Von Kopfkohl, den du lagern willst, legst du nur gesunde Köpfe ein.
Adernschwärze
Die Adernschwärze ist eine Bakterienkrankheit. Du erkennst sie an V-förmigen, gelbbraunen bis abgestorbenen Bereichen am Blattrand und an dunkel verfärbten Blattadern. Mit Pflanzenschutzmitteln lässt sie sich nicht direkt bekämpfen. Ich nehme betroffene Blätter ab, gieße nur noch am Boden und setze im nächsten Jahr keinen Kohl an diese Stelle.
Viren: Flecken und verformte Blätter
Das Turnip mosaic virus kann an Kohl grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken und Blattverformungen verursachen. An Grünkohl können Mehlige Kohlblattläuse dieses Virus übertragen, Erdflöhe das Turnip yellow mosaic virus. Da sich das Turnip mosaic virus mit Pflanzenschutzmitteln nicht direkt bekämpfen lässt, setzt der Schutz bei seinen Überträgern an. Ein Kulturschutznetz mit 0,8 mm Maschenweite kann Erdflöhe und Blattläuse vom Kohl fernhalten. Wie du das Netz auflegst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Pflege.
Welke und Fäulnis an Strunk und Kopf
Fusarium- und Verticilliumwelke
Findest du an einer welken Pflanze weder Wucherungen noch Maden, kommen auch FusariumFusarium ist eine Gattung im Boden lebender Pilze, zu der gefürchtete Erreger von Pflanzenkrankheiten gehören. Typisch ist die Fusarium-Welke: Die Pflanze welkt, ältere Blätter können einseitig vergilben, später bricht sie zusammen und fault. oder Verticillium infrage. Bei der Fusariumwelke an Blumenkohl beginnen ältere Blätter häufig einseitig zu vergilben. Im Strunk können die Leitungsbahnen verfärbt sein. Am Schadbild lassen sich Fusarium und Verticillium kaum sicher unterscheiden, dafür braucht es eine Laboruntersuchung. Ich schneide bei so einer Pflanze den Strunk quer an und schaue mir die Leitungsbahnen an.
Kopffäule am Brokkoli
Bei der bakteriellen Kopffäule zerfällt das Gewebe des Brokkolikopfs breiig und riecht streng. Verletzungen und große Nässe begünstigen sie. Unter einem Kulturschutznetz kann bei feuchtem Wetter vermehrt Kopffäule auftreten. Beim Chinakohl kann das Netz bei feuchter Witterung das Risiko für Pilzkrankheiten erhöhen, weil die Blätter darunter langsamer abtrocknen. Das Netz gegen Schädlinge hält also auch Feuchtigkeit im Bestand. In nassen Phasen schaue ich deshalb unter dem Netz öfter nach Köpfen und Blättern.
Zu viel Wasser
Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen. Die Pflanze zeigt dann Zeichen von Wassermangel, obwohl der Boden feucht ist. Bei Kopfkohl kann Starkregen durch Übernässung, verschlämmten Boden und Sauerstoffmangel das Wachstum stocken lassen, bis hin zu Ausfällen. Vor angekündigtem Starkregen gießt du Kopfkohl deshalb nicht zusätzlich.
Umfallkrankheit bei Sämlingen
Wird ein Sämlingsstängel an einer Stelle wässrig-weich und stark verengt, kann das auf die Umfallkrankheit hinweisen. Vorbeugen kannst du mit sauberem, neuem Anzuchtsubstrat und gereinigten Gefäßen. Staunässe in den Anzuchttöpfen vermeidest du.
Welches Wetter Kohlkrankheiten begünstigt
Einige Krankheiten treten bei bestimmten Temperaturen und Feuchteverhältnissen eher auf. Die Werte in der Tabelle helfen dir, in solchen Phasen genauer hinzusehen.
| Krankheit | Begünstigende Bedingungen |
|---|---|
| Falscher Mehltau | 8 bis 12 °C für die Keimung der Konidien, 15 bis 17 °C für schnelles Eindringen ins Blatt, lange Blattnässe |
| Weißrost | besonders 10 bis 15 °C |
| Alternaria | 15 bis 25 °C bei hoher Luftfeuchtigkeit |
| Kohlhernie | 20 bis 25 °C bei feuchtem bis staunassem Boden |
Ob es wirklich zu einem Befall kommt, sagen die Werte nicht voraus. Ich nutze sie als Anlass, in solchen Wochen gründlicher zu kontrollieren.
Krankheit, Schädling oder Kulturfehler?
Nicht jeder Schaden am Kohl ist eine Krankheit. Fraß, Läuse und Fehler bei Wasser oder Dünger können ähnlich aussehen.
| Was du siehst | Was dahinterstecken kann |
|---|---|
| welke Jungpflanze, weißliche Maden an den Wurzeln | Kohlfliege |
| hohle Wurzelgalle mit Larve | Kohlgallenrüssler, keine Kohlhernie |
| viele kleine Löcher in den Blättern | Erdflöhe, etwa 2,5 bis 3 mm große springende Käfer |
| Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln | Raupen, etwa vom Kohlweißling |
| blaugraue Läusekolonien unter den Blättern, eingerollte oder buckelige Blätter | Mehlige Kohlblattlaus |
| klebriger Belag mit schwarzem Rußtau | HonigtauHonigtau ist die zuckerhaltige Ausscheidung von Blattläusen, die die Blätter verklebt. Auf ihm können sich schwarze Rußtaupilze ansiedeln, außerdem fressen Ameisen ihn. der Kohlmottenschildlaus |
| vergilbende Grünkohlblätter, besonders von Anfang August bis Mitte September | Wassermangel |
| hohle Strünke bei Blumenkohl oder Brokkoli | sortenbedingt oder zu viel Stickstoff, kein sicherer Hinweis auf Bormangel |
| abgestorbene Innenblätter beim Chinakohl | Innenblattnekrosen nach einseitiger oder übermäßiger Düngung |
| aufgeplatzte Kohlrabiknollen | stark schwankende Bodenfeuchte |
| kleine Blättchen auf dem Blumenkohlkopf | Durchwuchs, wenn der Kopf bei relativ hohen Temperaturen angelegt wurde |
| Brokkoli ohne Herz mit verdrehten, verkorkten Herzblättern | Kohldrehherzmücke |
| Brokkoli ohne Herz mit trichter- oder nadelförmigem Endblatt | genetische Herzlosigkeit |
Wie du Erdflöhe, Kohlfliege und Raupen abwehrst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.
Kohlkrankheiten vorbeugen
Richtig gießen
Gieße früh am Morgen und bodennah, ohne die Blätter zu benetzen. So verdunstet wenig Wasser, und die Pflanzen können über den Tag abtrocknen. Eine Tropfbewässerung bringt das Wasser gezielt an die Pflanzen und kann den KrankheitsdruckKrankheitsdruck beschreibt, wie groß die Gefahr ist, dass Pflanzen von Krankheitserregern befallen werden. Er steigt zum Beispiel bei feucht-warmem Wetter, das besonders Pilzkrankheiten fördert. mindern. Wie viel du gießt, hängt von Kohlart, Sorte, Wetter, Boden und Lage ab.
Platz und Nachbarn
Pflanze deinen Kohl mit dem Abstand in der Reihe und dem Reihenabstand, den deine Kohlart braucht, damit Luft durch den Bestand kommt. Radieschen und Rettich setzt du nicht direkt neben Kohl. Beide gehören zu den Kreuzblütlern und können selbst an Kohlhernie erkranken. Welche Nachbarn zu deinem Kohl passen, prüfst du im Mischkultur-Planer für passende Beetnachbarn. Eine Mischkultur kann unterstützen, einen sicheren Schutz vor Krankheiten bietet sie nicht.
Maßvoll düngen
Einseitige oder übermäßige Düngung kann beim Chinakohl Innenblattnekrosen und andere Störungen begünstigen. Beim Blumenkohl kann zu viel Stickstoff weiches Wachstum fördern, und das kann besonders bei überwinternden Sorten Kälteschäden begünstigen. Richte die Düngung deshalb nach einer Bodenuntersuchung aus.
Widerstandsfähige Sorten wählen
Einige Sorten bringen eine Resistenz gegen bestimmte Krankheiten mit.
| Kohlart | Sorte | Beschrieben als |
|---|---|---|
| Blumenkohl | Clapton F1 | resistent gegen Kohlhernie |
| Weißkohl | Kilastor F1 | resistent gegen Kohlhernie und Weißen Rost |
| Rotkohl | Lodero F1 | kohlherniefest |
| Rosenkohl | Crispus F1 und Cronus F1 | resistent gegenüber Kohlhernie |
| Brokkoli | Marathon F1 | widerstandsfähig gegen Mehltau |
Eine Resistenz ist keine Garantie gegen Befall. Ich halte die Anbaupause deshalb auch bei diesen Sorten ein.
Sauber arbeiten und kontrollieren
Nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigst du die Geräte. Mit Kohldrehherzmücken befallenen Brokkoli räumst du nach der letzten Ernte rasch ab. Kohl mit Kohlmottenschildläusen lässt du nicht bis zum Frühjahr im Beet stehen, weil er den Tieren als Winterquartier dient. Ab April sehe ich regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen. Brokkoli kontrolliere ich, bis der Blumenansatz deutlich zu sehen ist.
So beugst du Kohlkrankheiten vor:
- Boden-pH prüfen lassen, bevor du kalkst
- Staunässe vermeiden
- früh am Morgen und bodennah gießen
- Anbaupause für alle Kreuzblütler einplanen
- für die Anzucht frisches Substrat und saubere Töpfe nehmen
- ab April Blattober- und Blattunterseiten kontrollieren
- Geräte nach der Arbeit an kranken Pflanzen reinigen
Nützlinge, Hausmittel und Pflanzenschutzmittel kurz eingeordnet
Im Freiland setzt biologischer Pflanzenschutz vor allem auf vorhandene Nützlinge, etwa Schwebfliegen- und Marienkäferlarven als Gegenspieler der Mehligen Kohlblattlaus. Brennnesseljauche wird gern als Stärkung gegen Pilze empfohlen, vergoren ist sie aber vor allem ein stickstoffhaltiger Dünger und kein Mittel gegen Kohlkrankheiten. Wie du Nützlinge schonst und wann du eingreifst, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.
Ein Pflanzenschutzmittel kommt erst ganz zuletzt infrage, denn es kann auch Nützlinge treffen. Es muss für deine Kohlart und den Haus- und Kleingarten zugelassen sein, was du in Gebrauchsanleitung und BVL-Datenbank prüfst. Du wendest es nach Gebrauchsanleitung an, trägst Schutzkleidung, hältst die Wartezeit bis zur Ernte ein und entsorgst Reste sachgerecht.
Befall entdeckt: so gehst du vor
So gehst du bei einem Verdacht vor:
- Blattober- und Blattunterseite ansehen, bei Welke die Wurzeln prüfen.
- Das Bild mit den Tabellen oben vergleichen und dabei auch an Schädlinge und Kulturfehler denken.
- Bei Alternaria befallene Blätter entfernen.
- Bei bestätigter Kohlhernie die Pflanze samt Wurzeln in den Restmüll geben und die Geräte reinigen.
- Beet und Befall notieren, damit du die nächste Anbaupause planen kannst.
Kann ich befallenen Kohl noch ernten?
Ob du noch erntest, hängt vom Zustand des Kohls ab. Sichtbar verschimmelten Kohl isst du nicht mehr. Für die Lagerung legst du nur gesunde Köpfe ein.
Verschimmelte Kohlgerichte entsorgst du ganz. Weder das Wegschneiden sichtbarer Stellen noch starkes Erhitzen beseitigt mögliche Schimmelpilzgifte sicher.
Für einzelne Kohlarten gibt es eigene Ratgeber: was Blumenkohl krank macht und wie du reagierst, welche Schädlinge und Krankheiten Chinakohl treffen und wie du Kohlrabi vor Krankheiten bewahrst.





