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Kohlhernie bei Rotkohl vorbeugen: Fruchtfolge, pH-Wert, Sorte und Hygiene

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 9 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Kohlhernie zeigt sich an knötchenartigen bis fingerförmigen Wurzelwucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind.
  • Die Dauersporen des Erregers können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern.
  • Für Rotkohl ist eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren angegeben, und in diese Pause zählen alle Kreuzblütler.
  • Nach einem Befall ist auf der Fläche eine Pause von mindestens 7 Jahren für alle Kreuzblütler vorgesehen.
  • Zur Vorbeugung wird nach einer Bodenprüfung ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen, gekalkt wird nur nach Messung.
  • Die Rotkohlsorte Lodero F1 wird als kohlherniefest beschrieben.
  • Kranke Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nie auf den Kompost, und die Geräte reinigst du danach gründlich.
Rotkohlköpfe mit violetten Deckblättern, einer davon angeschnitten mit hellen Blattadern im Inneren
Foto: Daniel Dan · Pexels License · Quelle ↗

Kümmert ein Rotkohl im Sommer und lässt die Blätter hängen, obwohl der Boden feucht ist, grabe ich ihn aus. Zuerst sehe ich mir die Wurzeln an. Sitzen dort knotige oder fingerförmige Wucherungen, geht es um mehr als diese eine Pflanze. Der Erreger der Kohlhernie kann mit seinen Dauersporen bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Eine erkrankte Pflanze lässt sich nicht direkt heilen, deshalb setzt du vorher an: mit der Fruchtfolge, dem passenden pH-Wert, einer kohlherniefesten Sorte und sauberer Arbeit im Beet.

Kurz erklärt

Kohlhernie ist eine Krankheit der Kohlgewächse, deren Befall an den Wurzeln sitzt. Ihr Erreger heißt Plasmodiophora brassicae und überdauert mit Dauersporen im Boden. Außer Kohl können auch Rettich, Radieschen und Raps erkranken, ebenso die Unkräuter Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel.

Woran du Kohlhernie am Rotkohl erkennst

Oberirdisch sind die Zeichen unspezifisch: Befallene Pflanzen kümmern oder welken, und beides kann auch andere Ursachen haben. Deutlicher wird es unter der Erde, denn an den Wurzeln bilden sich knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Ich ziehe eine verdächtige Pflanze nicht am Strunk heraus, sondern hebe sie mit der Grabegabel großzügig aus, damit die Wurzeln dranbleiben. Die Erde schüttle ich direkt über dem Beet ab. Danach schneide ich eine Verdickung der Länge nach auf.

Kohlhernie oder etwas anderes?

Was du beim Aufschneiden siehst, hilft dir bei der Einordnung, bleibt aber ein Hinweis und keine sichere Diagnose.

Was du an der Wurzel findest Möglicher Hinweis auf
Wucherungen, innen weißfleischig und nicht hohl Kohlhernie
Verdickungen mit Hohlräumen, teils mit Larven darin Gallen des Kohlgallenrüsslers
weißliche Maden im Strunk und Wurzelbereich Kohlfliege
keine Wucherungen, Boden ständig nass faulende Wurzeln durch Überwässerung
keine Wucherungen, keine Maden, Boden nicht vernässt Welkekrankheit wie Verticillium oder Fusarium; die Abgrenzung braucht eine Laboruntersuchung
Achtung

Eine verdächtige Pflanze landet nie auf dem Kompost. Befallene Wurzeln gibst du in den Restmüll.

Aussaatkalender Rotkohl
GartenkalenderVorkultur: März, April, Mai; Aussaat: April, Mai; Blüte: Mai, Juni; Ernte: September, Oktober, November; Pflanzung: März, AprilJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiBlüteBlüte: MaiBlüte: JuniErnteErnte: SeptemberErnte: OktoberErnte: NovemberPflanzungPflanzung: MärzPflanzung: AprilVorkulturAussaatBlüteErntePflanzung

Warum Kohlhernie ein Beet über Jahre belastet

Hartnäckig wird die Kohlhernie durch ihre Dauersporen. Sie können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Deshalb kann die Krankheit auch nach einer mehrjährigen Anbaupause wieder auftreten. Infektionen werden besonders bei 20 bis 25 °C und feuchten bis staunassen Böden begünstigt. Die Bodenwärme im Sommer steuerst du nicht, die Nässe im Beet dagegen schon: Ein durchlässiger Boden ohne Staunässe gehört deshalb fest zur Vorbeugung.

Fruchtfolge: Wie lange Rotkohl pausieren muss

Für Rotkohl ist eine Fruchtwechselpause von 4 Jahren angegeben. Bei den Kreuzblütlern insgesamt gehen die Empfehlungen auseinander, deshalb nehme ich die 4 Jahre als Untergrenze und plane länger, wo das Beet es zulässt. Ist auf einer Fläche einmal Kohlhernie aufgetreten, ist dort für alle Kreuzblütler eine Pause von mindestens 7 Jahren vorgesehen. Selbst diese lange Pause ist kürzer als die Zeit, die Dauersporen im Boden überdauern können. Die Fruchtfolge beugt also vor, einen befallenen Boden macht sie nicht wieder gesund.

Zahl im Blick

Rotkohl: Fruchtwechselpause 4 Jahre. Kreuzblütler allgemein, vorbeugend: Empfehlungen von 3 bis 6 Jahren. Nach Kohlhernie-Befall: mindestens 7 Jahre ohne Kreuzblütler auf der Fläche. Dauersporen: bis zu 20 Jahre im Boden.

Welche Pflanzen in die Kohlpause zählen

Zur Pause zählt jeder Kreuzblütler, nicht nur der Kohl. Das gilt für Gemüse, Gründüngung und Unkraut gleichermaßen.

Während der Pause nicht ins Beet Passt in die Pause
alle Kohlarten, auch Pak Choi Hülsenfrüchte wie Bohnen und Erbsen
Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse Zwiebeln, Möhren, Salat, Spinat
Gründüngung aus Gelbsenf, Ölrettich oder Raps Kartoffeln und Tomaten
Unkräuter wie Hederich, Ackersenf, Hirtentäschel Gründüngung aus Phacelia oder Buchweizen

Hederich, Ackersenf und Hirtentäschel können selbst an Kohlhernie erkranken. Wachsen sie während der Pause im Beet, findet der Erreger dort trotzdem Wirtspflanzen. Ich jäte sie deshalb früh und möglichst, bevor sie Samen bilden.

Was vor und nach Rotkohl passt

Hülsenfrüchte eignen sich als Vorfrucht für Rotkohl, weil sie Stickstoff im Boden hinterlassen. Wird Rotkohl erst ab Juni gepflanzt, können davor Salat oder Spinat als frühe Vorkultur stehen. Nach dem starkzehrenden Kohl kommen Möhren, Kopfsalat und Spinat infrage. Eine mögliche Folge für aufeinanderfolgende Jahre ist Kohl, danach Zwiebeln und dann Bohnen.

Beim Planen verteilst du zuerst die Hauptkulturen und ergänzt danach Vor-, Nach- und Zwischenkulturen. Ich notiere für jedes Beet, wann dort zuletzt ein Kreuzblütler stand. Übersichtlich wird das, wenn du deine Fruchtfolge über mehrere Jahre im Beetplaner festhältst.

Auch im Nebeneinander gilt die Familienregel: Gemüse derselben Pflanzenfamilie soll nicht unmittelbar nebeneinanderstehen. Im Werkzeug zur Mischkultur siehst du, welche Nachbarn zu Rotkohl passen.

Häufiger Fehler

Radieschen als schnelle Zwischenreihe im Rotkohlbeet säen. Radieschen sind Kreuzblütler, stehen dann direkt neben dem Kohl und zählen zur Kohlpause.

Gründüngung: Phacelia statt Senf

Für die Gründüngung in der Kohlfruchtfolge nehme ich Phacelia, weil sie mit keiner gängigen Gemüseart verwandt ist. Buchweizen eignet sich vor Kohl ebenfalls. Die Reste arbeitest du flach ein und planst bis zur Pflanzung meist etwa 2 bis 3 Wochen für die Zersetzung ein.

Mythos-Check

Senf als Gründüngung soll ein Kohlbeet gesund machen. Senf ist aber selbst ein Kreuzblütler und wegen des gemeinsamen Kohlhernierisikos in einer engen Kohlfruchtfolge als Gründüngung ungeeignet. Dasselbe gilt für Ölrettich und Raps.

pH-Wert und Kalkung: erst messen, dann kalken

Für Kohl im Garten wird allgemein ein Boden-pH von 6,5 bis 7 empfohlen. Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie liegt die Empfehlung höher, nach einer Prüfung des Bodens bei 7 bis 7,5. Rotkohl selbst verträgt schwach sauren bis schwach basischen Boden, der höhere Zielbereich liegt also noch in seinem Rahmen. Welcher Wert für dein Beet passt, hängt außerdem von Bodenart und Humusgehalt ab.

Deshalb kalkst du nie auf Verdacht, sondern erst nach einer Messung. Liegt der Boden schon im passenden Zielbereich, wird nicht gekalkt. Die Menge richtest du nach dem Befund und der Bodenart. Kalken ist ein Teil der Vorbeugung und ersetzt weder die Anbaupause noch die Hygiene.

So nimmst du eine Bodenprobe

Mini-Checkliste

So kommt eine brauchbare Probe zustande.

  • 10 bis 15 Teilproben über das Beet verteilt stechen, jeweils aus den oberen 30 cm.
  • Die Teilproben mischen und etwa 500 g davon an ein Bodenlabor schicken.
  • Zwischen Herbst und Frühjahr oder nach der Ernte beproben, nicht direkt nach einer Düngung.
  • Das Gemüsebeet getrennt von anderen Gartenbereichen beproben.

Eine Standard-Bodenanalyse kann den pH-Wert sowie pflanzenverfügbares Phosphor, Kalium und Magnesium bestimmen. Den Humusgehalt musst du gesondert beauftragen. Weil er mitentscheidet, ob gekalkt werden sollte, lohnt sich dieser Zusatz beim Kohlbeet. Ich lasse die Probe fürs Kohlbeet nach der Ernte ziehen, damit der Befund vorliegt, bevor ich das nächste Jahr plane.

Lockerer Boden ohne Staunässe

Rotkohl braucht einen tiefgründigen, gut durchlässigen und humusreichen Boden. Ob deiner eher schwer ist, zeigt die Fingerprobe: Leicht feuchter toniger Boden klebt und lässt sich gut ausrollen, Sandboden zerfällt körnig. Auf schweren Böden verbessert Kompost die Krümelstruktur und die Durchlüftung. Eine Gründüngung kann schwere Böden zusätzlich durchlässiger machen.

Bestehende Beete lockere ich mit dem Sauzahn, ohne die Bodenschichten zu wenden. Umgraben ist vor allem bei Neuanlagen und sehr schweren Böden sinnvoll. Bearbeitet wird erst, wenn der Boden so weit abgetrocknet ist, dass keine Erde mehr an den Geräten haften bleibt.

Beim Gießen zählt für die Kohlhernie vor allem, dass kein Wasser im Boden steht. Ständige Überwässerung kann Wurzeln faulen lassen, und nasse Böden begünstigen Infektionen. Vor angekündigtem Starkregen bekommt Kopfkohl wie Rotkohl kein zusätzliches Wasser. Eine Mulchschicht verbessert die Aufnahme starker Regengüsse.

Kohlherniefeste Sorten: Absicherung mit Grenzen

Für Rotkohl ist Lodero F1 als kohlherniefeste Sorte beschrieben. Gerade in kleinen Gärten, in denen die Beete für die Fruchtfolge knapp sind, ist sie eine sinnvolle zusätzliche Absicherung. Sie ersetzt aber weder Fruchtfolge noch Hygiene. Auf einer Fläche mit bekanntem Befall gilt die lange Pause für Kreuzblütler trotzdem.

Lodero ist eine F1-Hybride, und F1-Hybriden lassen sich aus selbst gewonnenem Saatgut nicht sortenecht vermehren. Die Festigkeit gegen Kohlhernie ist bei Nachbau aus der eigenen Ernte also nicht gesichert.

Auch bei anderen Kohlarten gibt es Sorten mit Resistenz gegen Kohlhernie. Beim Weißkohl ist das Kilastor F1, die zusätzlich gegen Weißen Rost resistent ist. Für Rosenkohl sind Crispus F1 und Cronus F1 beschrieben, für Blumenkohl Clapton F1.

Passt dazu

Wie du Rosenkohl vor Krankheiten und Schädlingen schützt und woran du Krankheiten und Schädlinge beim Blumenkohl erkennst, steht in den Ratgebern zu diesen beiden Kohlarten.

Hygiene: So verschleppst du den Erreger nicht

Kranke Pflanzen holst du samt Wurzeln aus dem Beet. Sie kommen in den Restmüll und nie auf den eigenen Kompost. Danach reinigst du Spaten, Grabegabel und Hacke gründlich. Weil du ein Beet ohnehin erst bearbeitest, wenn keine Erde mehr an den Geräten haftet, trägst du dabei auch weniger möglicherweise belastete Erde in andere Beete.

Marias Erfahrung

Nach der Arbeit im Kohlbeet klopfe ich die Erde noch auf diesem Beet von den Geräten ab. Erst danach spüle ich sie und gehe damit in ein anderes Beet.

Erde aus einem Gefäß, in dem Kohlhernie aufgetreten ist, verwendest du nicht wieder. Krankheitsfreie Erde aus dem Vorjahr kannst du dagegen nach dem Entfernen der alten Wurzelballen erneut nutzen.

Biologische und chemische Wege: was sie leisten können

Biologisch vorbeugen

Eine erkrankte Rotkohlpflanze lässt sich nicht direkt heilen, auch nicht mit einem Hausmittel. Brennnesseljauche etwa ist ein stickstoffhaltiger Dünger, eine kranke Wurzel macht sie nicht wieder gesund. Biologisch vorbeugen heißt im Hausgarten deshalb vor allem Kulturführung: Kreuzblütler und anfällige Unkräuter aus der Pause heraushalten, Phacelia statt Senf säen, Kompost für die Bodenstruktur einsetzen und Staunässe vermeiden. Diese Schritte senken das Risiko über Jahre, eine Garantie geben sie nicht.

Chemische Mittel: nur mit Zulassung

Chemie ist im Hausgarten höchstens das letzte Mittel, wenn Fruchtfolge, Bodenpflege und Sortenwahl ausgeschöpft sind. Vor jedem Einsatz prüfst du, ob ein Pflanzenschutzmittel für Rotkohl im Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Das zeigen die Gebrauchsanleitung und die BVL-Datenbank. Angewendet wird nur im zugelassenen Anwendungsgebiet und genau nach Gebrauchsanleitung. Dazu gehören Schutzkleidung, die Wartezeit bis zur Ernte und die Entsorgung der Reste nach Vorgabe. Solche Mittel können Bodenlebewesen und Nützlinge treffen, und sie ersetzen weder Anbaupause noch Hygiene.

Verdacht im Beet: So gehst du bei Befall vor

Wenn ein Rotkohl kümmert oder welkt, arbeitest du diese Schritte der Reihe nach ab:

  1. Hebe die verdächtige Pflanze mit der Grabegabel aus und schneide eine Wurzelverdickung auf.
  2. Ist sie innen weißfleischig und nicht hohl, spricht das für Kohlhernie. Dann nimmst du die kranken Pflanzen samt Wurzeln heraus und gibst sie in den Restmüll.
  3. Reinige alle Geräte gründlich, mit denen du in diesem Beet gearbeitet hast.
  4. Notiere das Beet: Mindestens 7 Jahre stehen dort keine Kreuzblütler, auch keine Radieschen und kein Senf als Gründüngung.
  5. Lass den pH-Wert messen, bevor du über eine Kalkung entscheidest.
  6. Setz den nächsten Rotkohl auf ein Beet ohne Befall, am besten mit einer kohlherniefesten Sorte wie Lodero F1.

Die übrigen Pflanzen im Beet beobachtest du weiter und prüfst bei einem neuen Verdacht genauso die Wurzeln.

Tipp

Ist dein einziges Kohlbeet betroffen, kannst du auf ein Gefäß ausweichen. Rotkohl gilt als topfgeeignet, und in frischer Erde steht er nicht im befallenen Beetboden. Das Gefäß braucht freie Ablauflöcher, damit sich kein Wasser staut.

Pflege, Düngen und die übrigen Schädlinge in Kürze

Gesunder Rotkohl steht sonnig bis halbschattig, bekommt bei der Pflanzvorbereitung Kompost und wird zu Kulturbeginn gehackt und gejätet. Die Grundlagen findest du unter Pflege und Düngen der Kohlarten im Kohl-Ratgeber, und wie du Rotkohl vom Setzling bis zur Ernte ziehst, zeigt der Anbau-Ratgeber. Die Saat- und Pflanztermine für Kohl hast du im Aussaatkalender auf einem Blatt.

Gegen Kohlweißling, Kohlfliege, Blattläuse, Mehltau und Alternaria arbeitest du nach einer Stufenfolge aus Vorbeugen, Kontrollieren und Eingreifen. Sie steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz. Wie du diese Schädlinge und Krankheiten am Rotkohl erkennst und abwehrst, liest du im Schutz-Ratgeber für Rotkohl.

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Häufige Fragen

Was ist Kohlhernie und wie erkennt man sie bei Rotkohl?
Kohlhernie ist eine Krankheit der Kohlgewächse, deren Befall an den Wurzeln sitzt und deren Erreger mit Dauersporen lange im Boden überdauert. Befallener Rotkohl kümmert oder welkt, an den Wurzeln sitzen knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen. Einen Verdacht prüfst du, indem du die Pflanze mit der Grabegabel aushebst und eine Verdickung aufschneidest: Ist sie innen weißfleischig und nicht hohl, spricht das für Kohlhernie.
Wie kann eine richtige Fruchtfolge zur Vorbeugung von Kohlhernie beitragen?
Mit der Fruchtfolge stehen Rotkohl und seine Verwandten nur in großen Abständen auf derselben Fläche, für Rotkohl ist eine Pause von 4 Jahren angegeben. In diese Pause zählen alle Kreuzblütler, also auch Radieschen, Rettich, Rucola, Kresse und Senf als Gründüngung. Einen schon befallenen Boden macht die Pause allerdings nicht wieder gesund, weil die Dauersporen sehr lange überdauern.
Warum ist die pH-Wert-Regulierung beim Kohlanbau so wichtig?
Der pH-Wert gehört zu den Bodenbedingungen, die du selbst verändern kannst. Zur Vorbeugung gegen Kohlhernie wird nach einer Bodenprüfung ein pH-Wert von 7 bis 7,5 empfohlen, das liegt etwas über der allgemeinen Empfehlung für Kohl im Garten. Ob du kalkst, hängt vom gemessenen Wert, der Bodenart und dem Humusgehalt ab; liegt der Boden schon im Zielbereich, kalkst du nicht.
Welche Hygienemaßnahmen helfen bei der Vorbeugung von Kohlhernie?
Kranke Pflanzen nimmst du samt Wurzeln aus dem Beet und gibst sie in den Restmüll, nie auf den eigenen Kompost. Spaten, Grabegabel und Hacke reinigst du danach gründlich, damit keine belastete Erde in andere Beete gelangt. Erde aus einem Gefäß, in dem Kohlhernie aufgetreten ist, verwendest du nicht wieder.
Worin unterscheiden sich resistente Rotkohlsorten von anfälligen Sorten?
Eine Sorte wie Lodero F1 wird als kohlherniefest beschrieben, eine anfällige Sorte nicht. Damit ist sie eine zusätzliche Absicherung, ersetzt aber weder Fruchtfolge noch Hygiene. Auf einer Fläche mit bekanntem Befall gilt die lange Pause für Kreuzblütler trotzdem. Weil F1-Hybriden aus selbst gewonnenem Saatgut nicht sortenecht nachwachsen, ist die Festigkeit bei eigenem Nachbau nicht gesichert.
Stimmt es, dass Kalkung allein gegen Kohlhernie ausreicht?
Nein. Kalkung ist ein Teil der Vorbeugung und kommt nur infrage, wenn der gemessene pH-Wert unter dem passenden Zielbereich liegt. Die Dauersporen können bis zu 20 Jahre im Boden überdauern, deshalb gehören Anbaupause, ein Boden ohne Staunässe und saubere Geräte immer dazu.
Was unterscheidet Kohlhernie von normalen Welkeerscheinungen bei Kohlpflanzen?
Welke allein ist nur ein Hinweis, die Unterscheidung findest du an den Wurzeln. Bei Kohlhernie sitzen dort Wucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind. Weißliche Maden im Strunk und Wurzelbereich sprechen eher für die Kohlfliege. Ständig nasser Boden kann Wurzeln faulen lassen, sodass die Pflanze trotz feuchter Erde schlapp macht.
Welche Bodenverbesserer eignen sich zur Kohlhernie-Vorbeugung?
Reifer Kompost verbessert bei schweren Böden die Krümelstruktur und die Durchlüftung, und eine Gründüngung kann schwere Böden durchlässiger machen. Beides hilft dir, Staunässe zu vermeiden, die Kohlhernie-Infektionen begünstigt. Als Gründüngung nimmst du Phacelia, denn Senf, Ölrettich und Raps sind selbst Kreuzblütler und gehören nicht in eine Kohlfruchtfolge.
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