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Kohlschädlinge erkennen und bekämpfen: vom Schadbild zur passenden Maßnahme

Zuletzt geprüft: Lesezeit: 10 Min.Von der samen.de Redaktion

Grundlagen: Häufige Krankheiten im Gemüsegarten: Mehltau, Braunfäule und Kohlhernie erkennen und bekämpfen · Alle Ratgeber zu Krankheiten & Schädlinge

Kurz & knappDie Antwort in 20 Sekunden
  • Viele kleine Löcher an jungen Pflanzen können auf Kohlerdflöhe hindeuten, welker Kohl mit weißen Maden an der Wurzel auf die Kohlfliege.
  • Fraßlöcher mit grünen oder braunen Kotkrümeln sprechen für Raupen von Kohlweißling, Kohleule oder Kohlmotte.
  • Gegen Erdflöhe braucht das Kulturschutznetz eine Masche von 0,6 bis 0,8 mm, gegen Kohlfliegen genügt eine gröbere.
  • Pappkragen am Wurzelhals fangen Kohlfliegeneier auf, Raupen und frühe Läusekolonien entfernst du von Hand.
  • Resistenzen sind bei Kohlsorten gegen Krankheiten wie Kohlhernie beschrieben und ersetzen das Netz gegen Schädlinge nicht.
  • Ein Pflanzenschutzmittel kommt zuletzt und nur mit Zulassung für deine Kohlkultur im Haus- und Kleingarten.
Großer Kohlweißling (Pieris brassicae), dessen Raupen zu den häufigsten Kohlschädlingen zählen
Foto: Björn Sothmann · CC BY-SA 4.0 · Ausschnitt · Quelle ↗

Löcher im Kohlrabiblatt, ein Blumenkohl, der schlapp macht, blaugraue Läuse unter dem Rosenkohlblatt: Hinter solchen Bildern können ganz verschiedene Kohlschädlinge stecken. Ich schaue deshalb zuerst genau hin, bevor ich etwas unternehme. Liegt Kot auf dem Blatt, glänzt eine Schleimspur, sitzt etwas unter dem Blatt oder an der Wurzel? Erst wenn ich den Verursacher eingrenzen kann, wähle ich die Maßnahme. Das spart Arbeit, weil jeder Schädling einen eigenen Ansatz braucht. Gegen Erdflöhe muss die Netzmasche feiner sein als gegen die Kohlfliege, deren Maden zudem im Boden sitzen.

Hier findest du die Kohlschädlinge im Hausgarten mit ihrem Schadbild und den Handgriffen, die zu ihnen passen. Symptome bleiben dabei Hinweise und keine sichere Diagnose, denn manche Flecken und Wucherungen gehen auf Krankheiten zurück.

Welcher Schädling war das? Schadbilder im Überblick

Was du siehst Kann hindeuten auf Erster Handgriff
zahlreiche kleine Löcher, winzige Käfer springen weg Kohlerdflöhe Keimlinge und Jungpflanzen unter ein feinmaschiges Netz
Löcher bis auf die Blattrippen, grüne oder braune Kotkrümel Raupen von Kohlweißling oder Kohleule Blätter kontrollieren, Raupen und Eigelege absammeln
erst Minen, dann Loch- oder Fensterfraß, feines weißes Gespinst an den Herzblättern Kohlmotte Herzblätter kontrollieren, Raupen absammeln
Pflanze welkt, weiße Maden an Wurzel oder Strunk Kohlfliege welke Pflanze ziehen, Wurzel ansehen
blaugraue, wachsbepuderte Kolonien unter den Blättern, Blätter fleckig, buckelig oder eingerollt Mehlige Kohlblattlaus Kolonien früh entfernen
kleine Insekten fliegen bei Berührung auf, klebriger Belag, schwarzer Rußtau Kohlmottenschildlaus Blattunterseiten kontrollieren, befallene Pflanzen nicht überwintern lassen
Fraß mit silbrigen Schleimspuren Schnecken früh morgens, spät abends oder bei Regen absammeln
verdrehte, verkorkte Herzblätter bei Brokkoli Kohldrehherzmücke bis zum Blumenansatz kontrollieren
knötchenartige bis fingerförmige Wurzelwucherungen, innen weiß und nicht hohl Kohlhernie, eine Krankheit Pflanze samt Wurzeln entfernen

Viele Schadbilder ähneln sich. Ich achte deshalb nicht nur auf das Fraßbild, sondern auch darauf, was daneben liegt oder sitzt: Kot, Schleim, Läuse oder Maden.

Empfehlungen für den Garten

Standort und Boden

Standort

Ein sonniger Standort wird bevorzugt; auch Halbschatten ist geeignet.

Bodenart

Für Wildkohl eignet sich nährstoffreicher, gut durchlässiger, vorzugsweise alkalischer Boden; auch schwere Lehmböden sind geeignet.

Bodenreaktion

Alkalische Böden werden bevorzugt; leicht saure und neutrale Böden sind ebenfalls geeignet.

Substrat

Fruchtbarer, gut durchlässiger Boden bevorzugt; auch schwere Tonböden werden vertragen.

Anbauort

Wildkohl kann an sonnigen Freilandstandorten wachsen und verträgt deutliche maritime Exposition.

Aussaat und Vermehrung

Vermehrung

Die Pflanze lässt sich durch Aussaat oder Stecklinge vermehren.

Saattiefe

Die angebotenen Sorten von Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi und Rotkohl etwa 0,5-1 cm tief säen, den Grünkohl Halbhoher Grüner Krauser etwa 1-2 cm.

Lebensform und Verwendung

Lebensform

Die Pflanze ist zwei- bis mehrjährig; Wildkohl ist kurzlebig mehrjährig, viele Kulturformen sind zweijährig.

Verwendung

Die Blätter des Wildkohls sind roh oder gekocht verwendbar; roh können sie etwas bitter schmecken.

Aussaatkalender Kohl
GartenkalenderVorkultur: Februar, März, April, Mai, Juni; Aussaat: April, Mai, Juni, JuliJFMAMJJASONDVorkulturVorkultur: FebruarVorkultur: MärzVorkultur: AprilVorkultur: MaiVorkultur: JuniAussaatAussaat: AprilAussaat: MaiAussaat: JuniAussaat: JuliVorkulturAussaat

Kohlerdflöhe: viele kleine Löcher an jungen Pflanzen

Kohlerdflöhe sind springende Blattkäfer von etwa 2,5 bis 3 mm Größe. Der Fraß der Käfer hinterlässt zahlreiche kleine Löcher in den Blättern. Besonders gefährdet sind Keimlinge und frisch gepflanzte Bestände. Die Käfer können Keimlinge und Sämlinge sogar vollständig zerstören. An Grünkohl können Erdflöhe außerdem das Turnip yellow mosaic virus übertragen.

Überwinterte Käfer erscheinen meist ab April, die neue Generation folgt ab Juli. Warme und trockene Frühjahre begünstigen ihre Ausbreitung.

Gegen Erdflöhe setze ich auf ein Kulturschutznetz mit feiner Masche. Die Maschenweite beträgt 0,6 bis 0,8 mm. Ich lege das Netz am selben Tag auf, an dem ich säe oder pflanze, und zwar über eine Fläche, auf der noch keine Erdflöhe sitzen. Grünkohl-Jungpflanzen, die noch im Topf stehen, decke ich schon dort mit einem feinen Netz ab.

Mythos-Check

Hält viel Gießen die Erdflöhe fern? Gleichmäßige Bodenfeuchte kann den Befall bei Pak Choi mindern, eine verlässliche Bekämpfung ist Feuchthalten allein aber nicht. In warmen, trockenen Frühjahren, die die Käfer begünstigen, verlasse ich mich deshalb auf das Netz und halte den Boden zusätzlich gleichmäßig feucht.

Kohlfliege: wenn der Kohl von unten welkt

Welkt eine Kohlpflanze, ohne dass an den Blättern viel Fraß zu sehen ist, kann die Kohlfliege dahinterstecken. Die weißlichen Maden der Kohlfliege werden bis etwa 1 cm lang und fressen an den Wurzeln. Bei Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Wirsing sitzen sie vor allem im Strunk und im Wurzelbereich. Junge Pflanzen können dadurch welken und absterben.

Zieh eine welke Pflanze vorsichtig heraus und sieh dir die Wurzel an. Weiße Maden im Wurzelbereich sprechen für Kohlfliegenbefall. Findest du stattdessen Wucherungen, hilft dir der Abschnitt zu Schädling oder Krankheit weiter.

Zahl im Blick

Die erste Generation der Kleinen Kohlfliege tritt witterungsabhängig im April oder Anfang Mai auf. Ungefähr 8 bis 10 Tage danach beginnt die Eiablage.

Die Eiablage beginnt also bald nach dem Auftreten der Fliegen, und das Netz gehört ohnehin direkt nach der Pflanzung aufs Beet. Warte deshalb nicht auf die ersten Fliegen, sondern plane Netz und Kragen gleich mit ein, wenn du deine Termine im Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken festlegst.

Gegen Kohlfliegen genügt eine Maschenweite von etwa 1,3 mm. Ein Netz verhindert allerdings keinen Befall durch Puppen, die schon im Beet überwintert haben. Kohl unter Netz setze ich deshalb auf eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen, also nicht dorthin, wo im Vorjahr befallener Kohl stand.

Pappkragen um den Wurzelhals junger Kohlpflanzen fangen die Eier der Kohlfliege auf. Die Eier entfernst du zusammen mit den Kärtchen.

Marias Erfahrung

Ich schneide die Kragen aus fester Pappe zu und lege sie beim Pflanzen eng um den Wurzelhals. Beim Kontrollgang sehe ich unter die Kragen, und liegen Eier darauf, tausche ich das Kärtchen gegen ein neues.

Raupen: Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte

Fraßlöcher und grüne oder braune Kotkrümel auf den Blättern deuten auf Raupen hin. Welche Art frisst, erkennst du an Farbe, Länge und Fraßbild.

Raupe Aussehen Länge Fraßbild
Großer Kohlweißling gelb mit schwarzen Flecken bis 4 cm Lochfraß bis auf die Blattrippen
Kleiner Kohlweißling grün, samtartig behaart bis 3 cm Lochfraß bis auf die Blattrippen
Kohleule grün bis braun bis 4 cm Fraßlöcher mit Kotkrümeln
Kohlmotte grünlich-grau bis 1 cm erst Minen, später Loch- oder Fensterfraß, häufig feines weißes Gespinst an den Herzblättern

Bei wenigen Kohlpflanzen suchst du Eigelege und Raupen und entfernst sie von Hand. Bei beginnendem oder geringem Befall kann das bereits ausreichen. Ich drehe beim Kontrollgang jedes Blatt mit frischen Löchern oder Kotkrümeln um und lese ab, was ich finde.

Ein Kulturschutznetz kann die Eiablage der Schadschmetterlinge verhindern. Für Gemüsefliegen und Raupen ist ein Netz mit 1,35 mm Maschenweite vorgesehen. Gegen Erdflöhe ist diese Masche gröber als empfohlen, deshalb nehme ich bei jungen Pflanzen gleich das feine Netz.

Gelbe Kokonhäufchen neben abgestorbenen Kohlweißlingsraupen können von der Brackwespe Cotesia glomerata stammen. Diese Kokons lässt du liegen.

Blattläuse und Kohlmottenschildlaus: Befall unter dem Blatt

Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihre Wachsbepuderung blaugrau. Die Läuse bilden weißlich-graue Kolonien, die überwiegend unter den Blättern sitzen. Befallene Blätter werden fleckig und buckelig oder rollen sich ein.

Kolonien entfernst du am besten gleich zu Befallsbeginn, zusammen mit den befallenen Pflanzenteilen. Die Läuse lassen sich auch mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl abspülen. Regelmäßige Kontrollen können die Massenvermehrung begrenzen. An Grünkohl kann die Mehlige Kohlblattlaus zudem das Turnip mosaic virus übertragen, und dieses Virus lässt sich nicht direkt mit Pflanzenschutzmitteln bekämpfen. Umso mehr lohnt es sich, die Läuse früh zu entfernen.

Zu den Gegenspielern der Läuse gehören die Larven von Schwebfliegen und Marienkäfern. Harte, kugelige, hellbraune Läuse sind Mumien, die von der Kohlblattlausschlupfwespe parasitiert wurden. Diese Mumien lasse ich sitzen.

Fliegen bei Berührung kleine Insekten von der Blattunterseite auf, ist eher die Kohlmottenschildlaus am Werk, auch Weiße Fliege genannt. Auch ihre Larven sitzen unter den Blättern. Auf dem klebrigen Honigtau, den sie ausscheiden, kann sich schwarzer Rußtau bilden. Befallene Pflanzen lässt du nicht bis zum nächsten Frühjahr im Beet stehen, weil sie dem Schädling als Winterquartier dienen. Grünkohl kannst du bis zur Ernte unter einem Netz mit 0,8 mm Maschenweite halten.

Mythos-Check

Hilft Brennnesseljauche gegen Blattläuse? Vergorene Brennnesseljauche dient im Garten als stickstoffhaltiger Dünger. Einem Brennnesselauszug wird eine Wirkung gegen Läuse an Kohl nachgesagt, doch er müsste die Tiere direkt treffen. Als Vorbeugung bleibt er wirkungslos.

Schnecken: Fraß mit Schleimspur

Silbrige Schleimspuren sprechen für Schneckenfraß. Die Tiere findest du am ehesten früh morgens, spät abends oder bei Regenwetter, dann sammelst du sie ab. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine überhängenden Pflanzen eine Brücke bilden. Schnecken, die schon im eingezäunten Beet sitzen, sammelst du trotzdem ab. Bei Schneckengefahr gieße ich morgens und gezielt an die Kohlpflanzen, damit die Wege zum Beet trocken bleiben.

Häufiger Fehler

Sich auf eine Barriere aus Thymian, Salbei oder Pfefferminze zu verlassen. Solche Kräuterbarrieren gelten nicht als gesichert wirksamer Schneckenschutz.

Kohldrehherzmücke: verdrehte Herzblätter bei Brokkoli

Bei Brokkoli können Larven der Kohldrehherzmücke verdrehte und verkorkte Herzblätter verursachen. Auch Herzlosigkeit und missgebildete, innen schorfige Köpfe können auf sie zurückgehen. Herzlosigkeit kann allerdings auch genetisch bedingt sein, dann ist ein trichter- oder nadelförmiges Endblatt ein Erkennungsmerkmal.

Kontrolliere Brokkoli bis zum deutlich sichtbaren Blumenansatz auf Befall. Nach der letzten Ernte beseitigst du befallene Bestände rasch, weil sich die Larven an den Seitentrieben weiter vermehren können. Was bei Brokkoli sonst noch zu beachten ist, steht im Ratgeber zu Schädlingen am Brokkoli.

Schädling oder Krankheit? So grenzt du ab

Nicht jede Welke und nicht jeder Fleck geht auf Tiere zurück. Fehlen Fraßlöcher, Kot, Schleim und die Tiere selbst, kann eine Krankheit dahinterstecken.

Mini-Checkliste

Welke Pflanze vorsichtig ziehen und die Wurzel ansehen. Weiße Maden im Wurzelbereich sprechen für die Kohlfliege. Knötchenartige bis fingerförmige Wucherungen, die innen weißfleischig und nicht hohl sind, deuten auf Kohlhernie. Gallen mit Hohlräumen und Larven können vom Kohlgallenrüssler stammen. Beginnt bei Blumenkohl die Vergilbung älterer Blätter einseitig und sind die Leitungsbahnen im Strunk verfärbt, kann Fusariumwelke dahinterstecken.

Für eine bereits an Kohlhernie erkrankte Pflanze gibt es keine direkte Behandlung. Du entfernst die Pflanze samt Wurzeln, entsorgst sie über den Restmüll statt auf dem Kompost und reinigst die Gartengeräte gründlich. Verticillium und Fusarium lassen sich am Schadbild kaum sicher unterscheiden, das klärt erst eine Laboruntersuchung.

Flecken und Beläge ohne Fraßspuren deuten eher auf eine Krankheit hin:

Blattbild Möglicher Auslöser
gelbliche Flecken, auf der Unterseite weißlicher Pilzrasen Falscher Mehltau
mehlig weißer Belag Echter Mehltau
graubraune, rundliche Flecken Alternaria
weißliche bis cremefarbene Pusteln von etwa 0,5 bis 3 mm Weißer Rost
V-förmige gelbe bis braune Blattränder, dunkel verfärbte Adern bakterielle Adernschwärze
grün-gelbliche, später dunkel umrandete Flecken, verformte Blätter Turnip mosaic virus

Auch hier gilt: Das Blattbild ist ein Hinweis, keine sichere Diagnose.

Der Methodenmix: vorbeugen, kontrollieren, eingreifen

Das Kulturschutznetz kommt direkt nach Saat oder Pflanzung mit Wachstumsraum aufs Beet und bleibt am Rand mit Erde oder Steinen dicht geschlossen. Es hält allerdings auch natürliche Gegenspieler fern, sodass Schädlinge, die schon darunter sitzen, nicht von selbst weniger werden. Wie Netz, Kontrolle und Eingreifen als Stufenfolge zusammenhängen, steht im Kohl-Ratgeber im Abschnitt Schädlinge und Pflanzenschutz.

Ab April sehe ich regelmäßig nach Saaten und Jungpflanzen, auch unter dem Netz. Bei beginnendem Befall sammle ich ab und entferne befallene Pflanzenteile, weitere Schritte kommen erst danach. Zum Hacken hebe ich das Netz an einem Rand an und schließe es danach wieder. Wie du Kohl über die Saison mit Hacken und Anhäufeln pflegst, steht in einem eigenen Ratgeber.

Ein Pflanzenschutzmittel ist der letzte Schritt, und vorher prüfst du in Gebrauchsanleitung und BVL-Datenbank, ob es für deine Kohlkultur im Haus- und Kleingarten zugelassen ist. Dann hältst du dich an die Anleitung, trägst Schutzkleidung, beachtest die Wartezeit bis zur Ernte und entsorgst Reste vorschriftsgemäß. Bedenke dabei, dass ein Mittel auch Nützlinge treffen kann.

Im Freiland beruht biologischer Pflanzenschutz vor allem darauf, die vorhandenen Nützlinge zu fördern, während gekaufte Nützlinge überwiegend in geschützten Anbauräumen eingesetzt werden. Blühender Dill, Fenchel und ungefüllte Ringelblumen bieten Schwebfliegen und parasitoiden Wespen Nahrung, Laub- und Totholzhaufen geben Nützlingen Rückzugsräume. Welche Gegenspieler zu welchem Kohlschädling gehören, zeigt der Ratgeber über Nützlinge im Rosenkohlanbau.

Mischkultur unterstützt, sie garantiert nichts: Tomaten und Sellerie werden neben Kopfkohl zur Minderung des Kohlweißlingsbefalls empfohlen, doch solche Nachbarschaftseffekte sind schwer nachzuweisen. Kreuzblütler kommen vorbeugend nur alle 3 bis 5 Jahre an denselben Platz, und Kohl unter Netz gehört auf eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen. Passende Nachbarn zeigt dir das Mischkultur-Werkzeug, die Beetfolge planst du im Beetplaner, und die Grundlagen stehen im Kohl-Ratgeber unter Fruchtfolge und Mischkultur.

Resistenzen sind bei Kohlsorten gegen Krankheiten beschrieben, etwa bei der Weißkohlsorte Kilastor F1 gegen Kohlhernie und Weißen Rost. Netz und Kontrolle gegen Schädlinge ersetzen sie nicht, mehr zur Sortenwahl steht im Kohl-Ratgeber unter Sorten und Jahreszeiten.

Worauf du je Kohlart achtest

Einige Kohlarten verlangen beim Schädlingsschutz besondere Aufmerksamkeit:

Kohlart Worauf du besonders achtest
Brokkoli Raupenkot und Schneckenfraß an den Kopfknospen mindern unmittelbar die Erntequalität; unter dem Netz können Hitzestau und bei Feuchte vermehrt Kopffäule auftreten
Kohlrabi ein Netz kann die Eiablage von Kohlfliegen und Schadschmetterlingen verhindern
Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl, Wirsing Kohlfliegenmaden fressen vor allem im Strunk und im Wurzelbereich
Grünkohl Erdflöhe und Mehlige Kohlblattlaus können Viren übertragen, Kohlmottenschildläuse nutzen befallene Pflanzen als Winterquartier
Chinakohl Erdflöhe können Keimlinge vollständig zerstören; unter dem Netz trocknen die Blätter bei feuchter Witterung langsamer ab, das Pilzrisiko kann steigen
Pak Choi gleichmäßige Bodenfeuchte kann den Erdflohbefall mindern

Für einzelne Kohlarten gibt es eigene Ratgeber: wie du Kohlrabi naturnah vor Schädlingen schützt und worauf du bei Weißkohl achtest, auch mit resistenten Sorten.

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Häufige Fragen

Welche Schädlinge befallen Kohl im Hausgarten?
Zu den Kohlschädlingen im Hausgarten gehören Kohlerdflöhe, die Kleine Kohlfliege und die Raupen von Kohlweißling, Kohleule und Kohlmotte. Dazu kommen die Mehlige Kohlblattlaus, die Kohlmottenschildlaus und Schnecken. An Brokkoli kann die Kohldrehherzmücke hinzukommen, an den Wurzeln kann der Kohlgallenrüssler Gallen bilden. Den ersten Hinweis auf den Verursacher gibt dir das Schadbild: Löcher, Kot, Schleim, Läuse oder Welke.
Wie erkenne ich einen Befall mit Kohlweißlingsraupen?
Die Raupen fressen Löcher bis auf die Blattrippen, und auf den Blättern liegen grüne oder braune Kotkrümel. Die Raupe des Großen Kohlweißlings ist gelb mit schwarzen Flecken und wird bis 4 cm lang. Die Raupe des Kleinen Kohlweißlings ist grün, samtartig behaart und erreicht bis 3 cm. Bei beginnendem Befall kann es schon reichen, Raupen und Eigelege abzusammeln.
Welche Schäden verursacht die Kohlfliege?
Die weißlichen Maden der Kohlfliege werden bis etwa 1 cm lang und fressen an den Wurzeln, bei Kopfkohl und Rosenkohl vor allem im Strunk und Wurzelbereich. Die Pflanzen welken, junge Kohlpflanzen können absterben. Findest du beim Herausziehen einer welken Pflanze weiße Maden im Wurzelbereich, spricht das für Kohlfliegenbefall. Zur Vorbeugung legst du direkt nach der Pflanzung ein Netz auf und setzt Pappkragen um den Wurzelhals.
Woran unterscheide ich Erdflohschäden von anderen Fraßschäden?
Kohlerdflöhe hinterlassen zahlreiche kleine Löcher in den Blättern, die springenden Käfer sind etwa 2,5 bis 3 mm groß. Raupen fressen Löcher bis auf die Blattrippen und hinterlassen Kotkrümel. Schnecken verraten sich durch silbrige Schleimspuren. Erdflöhe schädigen besonders Keimlinge und frisch gepflanzte Bestände.
Woran erkenne ich die Kohlmotte und ihre Schäden?
Die grünlich-grauen Raupen der Kohlmotte werden nur bis 1 cm lang. Die Raupen fressen zunächst Minen ins Blatt, später entsteht Loch- oder Fensterfraß. Häufig findest du dazu ein feines weißes Gespinst an den Herzblättern.
Wie unterscheiden sich Schneckenschäden von Insektenschäden?
Silbrige Schleimspuren sprechen für Schneckenfraß, bei Insekten fehlen sie. Die Schnecken findest du am ehesten früh morgens, spät abends oder bei Regenwetter und sammelst sie dann ab. Ein Schneckenzaun schützt nur, wenn er lückenlos steht und keine Pflanzen über ihn hinweg eine Brücke bilden.
Wie erkenne ich Kohlblattläuse?
Die Mehlige Kohlblattlaus wirkt durch ihre Wachsbepuderung blaugrau und sitzt überwiegend unter den Blättern. Befallene Blätter werden fleckig und buckelig oder rollen sich ein. Fliegen bei Berührung kleine Insekten von der Blattunterseite auf, ist eher die Kohlmottenschildlaus am Werk. Läusekolonien entfernst du am besten gleich zu Befallsbeginn, etwa mit einem kräftigen kalten Wasserstrahl.
Welche Rolle spielt die Fruchtfolge gegen Kohlschädlinge?
Die Anbaupause für Kreuzblütler richtet sich vor allem gegen die Kohlhernie, eine Krankheit, und vorbeugend kommen Kreuzblütler nur alle 3 bis 5 Jahre an denselben Platz. Bei den Schädlingen zählt der Platzwechsel besonders für die Kohlfliege, denn ihre Puppen können im Beet überwintern. Ein Netz hält solche Fliegen nicht zurück, deshalb gehört Kohl unter Netz auf eine Fläche ohne Kohlfliegenpuppen.
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