Kohl vorziehen: Aussaat, Pikieren, Abhärten und Auspflanzen
- Die meisten Kohlarten ziehst du in Schalen oder Töpfen vor und setzt sie als Jungpflanzen ins Beet.
- Säe meist 0,5–1 cm tief, Kohlrabi und Grünkohl 0,5–2 cm; die Keimung dauert je nach Art 5–14 Tage.
- Nach dem Keimen stellst du die Sämlinge heller und kühler, damit sie nicht vergeilen.
- Pikiert wird, wenn die ersten Laubblätter erscheinen; Kohlrabi und Grünkohl gehen schon im Keimblattstadium.
- Kopfkohl steht nach dem Pikieren bis zum Pflanzen nicht unter 11 °C, sonst droht vermehrtes Schossen.
- Ausgepflanzt wird nach dem Abhärten mit 3–5 gut ausgebildeten Laubblättern, Blumenkohl mit 5 Blättern.

Wer Kohl vorzieht, gewinnt Zeit: Die Jungpflanzen wachsen schon in der Schale, während im Beet noch eine andere Kultur steht. Bei den meisten Kohlarten ist die Vorkultur ohnehin der übliche Weg ins Beet. Das Risiko steckt in der Anzucht selbst. Stehen die Sämlinge zu warm und zu dunkel, werden sie lang, dünn und instabil. Ich stelle meine Aussaaten deshalb an den hellsten Platz im Haus und halte sie nach dem Keimen kühler. Hier gehe ich den ganzen Weg mit dir durch, vom Aussaattermin über Keimung und Pikieren bis zum Abhärten und Auspflanzen.
Vorziehen oder direkt säen?
Die meisten Kohlarten säst du in Schalen oder Töpfe und setzt später kräftige Jungpflanzen ins Beet. Weißkohl wird üblicherweise so angezogen. Kohlrabi kannst du auch direkt säen, und Kohlrüben lassen sich vorziehen oder direkt ins Beet bringen. Für die Rüben gibt es einen eigenen Beitrag dazu, wann du Kohlrüben aussäst.
Die Vorkultur verlängert die Nutzung deines Beets. Solange die Jungpflanzen in der Schale stehen, bleibt das Beet mit der ersten Kultur belegt. Rotkohl, der erst ab Juni ins Freiland kommt, kann deshalb auf Salat oder Spinat folgen.
Wo du anziehst, hängt vom Termin ab. Frühe Sätze ab Februar säst du unter geschützten Bedingungen, etwa unter Glas oder Folie. Brokkolisätze ab Mai ziehst du etwa 4 Wochen im Frühbeet oder im Freiland vor. Rosenkohl, Wirsing und Grünkohl lassen sich auch im Freiland-Saatbeet anziehen.
Kohlrabi, Grünkohl und Wirsing gelingen im Garten gut, Blumenkohl stellt höhere Ansprüche. Wenn du gerade erst anfängst, hilft dir mein Überblick, welche Kohlarten sich für Anfänger eignen.
Kannst du für den frühen Kohlrabi kein ausreichendes Licht und keine passende Anzuchttemperatur bieten, kauf die ersten Jungpflanzen zu. Die späteren Sätze ziehst du dann selbst vor.
Wann du welchen Kohl vorziehst
Den Termin bestimmt nicht nur die Art, sondern auch die Sortengruppe. Bei Kopfkohl richten sich Aussaat, Pflanzung und Ernte danach, ob du eine frühe, eine sommerliche oder eine späte Sorte gewählt hast. Mit diesen Fenstern plane ich meine Anzucht:
| Kultur | Aussaat zum Vorziehen | Auspflanzen |
|---|---|---|
| Kohlrabi, früher Satz | geschützt ab Ende Januar für das Gewächshaus, ab Anfang Februar für eine spätere Frühjahrspflanzung | März bis Anfang April, je nach KulturführungKulturführung bezeichnet alle Pflegearbeiten, mit denen du angebaute Pflanzen während ihres Wachstums begleitest. Dazu gehören vor allem Bewässerung, eine an den Bedarf der Pflanzen angepasste Düngung, Unkrautregulierung und vorbeugender Pflanzenschutz. |
| Kohlrabi für den Herbst | bis Mitte Juli | bis Mitte August |
| Frühkohl, früher Blumenkohl | geschützt Anfang Februar | bis Mitte April |
| Sommerblumenkohl | Ende März bis Mitte Mai im Frühbeet | Ende April bis Ende Juni |
| Herbstblumenkohl | Mitte Mai bis Anfang Juli | Mitte Juni bis Ende Juli |
| Brokkoli, früh | ab Februar im Gewächshaus | ab Ende März |
| Brokkoli, Sommeranbau | Mitte Mai bis Anfang Juli | Mitte Juni bis Anfang August |
| Weiß- und Rotkohl | April bis Mai | je nach Sortengruppe |
| Rosenkohl | März bis Mai | Mai bis Anfang Juni für die Winterernte |
| Herbstwirsing wie Vertus 2 | März bis Mai | etwa 4–6 Wochen nach der Aussaat |
| Grünkohl | Anfang Mai bis Mitte Juni | Anfang Juni bis Mitte Juli |
Kohlrabi kannst du über die Saison von April bis Juli säen. Für eine gestaffelte Blumenkohlernte setzt du ungefähr alle 2 Wochen einen neuen Satz. Winterblumenkohl säst du von Mitte Juni bis Anfang Juli, geerntet wird er im folgenden Frühjahr. Er eignet sich für milde Anbauräume wie Meeresnähe, Niederrhein und Pfalz. Wintersorten von Wirsing ziehst du zwischen Mitte April und Mitte Mai vor.
Herbst-Chinakohl säst du von Anfang Juli bis Mitte August direkt ins Beet, in Bayern gilt dafür ein engeres Fenster im Juli. Zum Aufhängen neben der Anzuchtecke gibt es den Kohl-Aussaatkalender zum Ausdrucken.
Was du für die Anzucht brauchst
Für die Aussaat nimmst du nährstoffarme, humose und durchlässige Aussaaterde. Schalen und Töpfe brauchen einen Wasserabzug, damit sich keine Staunässe bildet. Frisches Substrat, gereinigte Gefäße und kein stehendes Wasser senken das Risiko der Umfallkrankheit. Ich wasche die Schalen vom Vorjahr gründlich aus, bevor neue Erde hineinkommt.
Aussaaterde, nährstoffarm und durchlässig · Saatschalen oder Töpfe mit Abzugslöchern · durchsichtige Abdeckung für die Keimphase · Pikiertöpfe und nährstoffreichere Pflanzerde · PikierstabDer Pikierstab ist ein Werkzeug zum Pikieren: Mit ihm bohrst du Pflanzlöcher in die Erde, hebst Sämlinge vorsichtig aus dem Aussaatgefäß und drückst ihre Wurzel ins neue Loch. · Etiketten und Stift · Minimum-Maximum-Thermometer und HygrometerEin Hygrometer ist ein Messgerät für die Luftfeuchtigkeit. Beim Gärtnern zeigt es dir, wie feucht die Luft im Gewächshaus, unter der Anzuchthaube oder bei deinen Zimmerpflanzen ist., wenn du im Kleingewächshaus anziehst
Aussaat: Tiefe, Temperatur und Feuchte
Die meisten Kohlarten säst du 0,5 bis 1 cm tief. Bei Kohlrabi und Grünkohl sind 0,5 bis 2 cm üblich. Im Anzuchtbeet drücke ich für Blumenkohl Saatlöcher von etwa 1 cm Tiefe, lege die Samen hinein, streife die Löcher zu und gieße an. Säst du breitwürfig in Schalen, verteilst du die Samen so, dass die Sämlinge nicht zu dicht stehen. Gedrängte Sämlinge werden lang und schwach. Ich beschrifte jede Schale mit Art, Sorte und Aussaatdatum, bevor die Samen hineinkommen.
Kohlsamen keimen nur offen im Licht? Nein. Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Blumenkohl und Grünkohl sind keine Lichtkeimer, ihre Samen gehören unter eine Erdschicht. Viel Licht brauchen erst die Keimlinge.
Nach der Aussaat hältst du die Erde gleichmäßig feucht, ohne dass sie vernässt. Je nach Art erscheinen die Keimlinge nach 5 bis 14 Tagen. Sobald die ersten zu sehen sind, nimmst du die Abdeckung ab. Die Keimtemperaturen unterscheiden sich je nach Art:
| Kultur | Keimtemperatur, Mindestwert | Keimtemperatur, Höchstwert | Keimdauer |
|---|---|---|---|
| Weißkohl | 15 °C | 18–20 °C | 7–14 Tage |
| Rotkohl | 15 °C | 18–22 °C | 7–14 Tage |
| Wirsing | 15 °C | 18–20 °C | 7–14 Tage |
| Rosenkohl | 15–18 °C | 20–22 °C | 7–14 Tage |
| Kohlrabi | 15–18 °C | 18–24 °C | 5–14 Tage |
| Brokkoli | 15–18 °C | 20–22 °C | 5–14 Tage |
| Blumenkohl | 5–15 °C | 18–22 °C | 5–14 Tage |
Bei Grünkohl nennen die Saatguthersteller je nach Sorte Keimtemperaturen von 14 bis 20 °C. Die Keimdauer liegt dort bei 6 bis 14 Tagen.
Nach dem Keimen: Licht vor Wärme
Sobald die Keimlinge stehen, brauchen sie vor allem Licht. Fehlt es bei zugleich hoher Temperatur, bilden sie lange, weiche Triebe. Dann stellst du sie heller und kühler. Je wärmer der Platz ist, desto heller muss er sein.
Die Schale bleibt nach dem Keimen im warmen Zimmer stehen, weit weg vom Fenster. Zu wenig Licht bei zu hoher Temperatur macht Jungpflanzen lang, dünn und instabil. Rück die Keimlinge ans hellste Fenster und senke die Temperatur.
Wie weit die Temperatur sinken darf, hängt von der Kultur ab:
| Kultur | Phase | Temperatur |
|---|---|---|
| Kopfkohl | bis die Keimblätter erscheinen | nicht unter 16 °C |
| Kopfkohl | bis zum Pikieren | nicht unter 14 °C |
| Kopfkohl | nach dem Pikieren bis zum Pflanzen | nicht unter 11 °C |
| Frühkohl, erste Sätze von Kohlrabi und Blumenkohl | nach dem Pikieren | 14–16 °C |
| Brokkoli im ökologischen Anbau | zu Beginn | 18 °C |
| Brokkoli im ökologischen Anbau | nach 2 Wochen | 16 °C |
| Brokkoli im ökologischen Anbau | danach | 10–12 °C |
| Chinakohl im Frühanbau | Jungpflanzenanzucht | über 15 °C |
Gieß die Jungpflanzen gleichmäßig. Die Erde soll feucht bleiben, darf aber weder austrocknen noch dauerhaft nass sein. Ich gieße morgens, damit die Blätter über den Tag abtrocknen. Gute Lüftung, keine Taubildung und rasch trockene Blätter senken bei Jungpflanzen das Risiko für Falschen Mehltau. Werden Stängel an einer Stelle wässrig-weich und stark eingeschnürt, kann das auf Umfallkrankheit hinweisen.
Im Frühbeet und im Kleingewächshaus lüftest du an warmen Tagen regelmäßig. Stehen Grünkohljungpflanzen schon draußen im Topf, kann ein feines Kulturschutznetz sie vor zufliegenden Kohlschädlingen schützen.
Schossen vermeiden: Kälte zur falschen Zeit
Zu viel Kälte in der Anzucht kann bei Kohl vorzeitiges SchossenSchossen nennt man es, wenn eine Gemüsepflanze vorzeitig in die Höhe wächst und Blütenstände bildet, statt weiter Blätter oder Knollen zu entwickeln. Typisch ist das bei Salat, Spinat und Radieschen. oder eine verfrühte Kopfanlage auslösen. Die Mindestwerte für Kopfkohl in der Tabelle oben dienen genau dazu, vermehrtes Schossen zu vermeiden. Bei Chinakohl gelten 5 bis 8 °C in der Jungpflanzenanzucht als besonders schossfördernd. Im Frühanbau ziehst du ihn deshalb warm an und wählst schossfeste Sorten.
Bei frühen Blumenkohlsorten können 7–14 °C im empfindlichen Stadium mit 3–5 Laubblättern eine verfrühte Kopfanlage auslösen. Der Kopf entsteht dann, bevor die Pflanze genug Blattmasse gebildet hat.
Blumenkohl kommt mit 5 Blättern ins Beet. Das empfindliche Stadium fällt also genau in die letzten Anzuchtwochen und ins Abhärten.
Beim frühen Kohlrabi zählt der Verlauf über Tag und Nacht. Gleichmäßige 12 °C am Tag und in der Nacht gelten als schosskritischer als 22 °C am Tag und 2 °C in der Nacht. Ein einzelner nächtlicher Mindestwert beschreibt das Risiko deshalb nicht ausreichend.
Pikieren: der erste Umzug
Pikiert wird, wenn die Keimblätter voll entwickelt sind und die ersten Laubblätter sichtbar werden. Kohlrabi und Grünkohl kannst du schon im Keimblattstadium umsetzen. Kohlrabi kommt dabei in nährstoffreichere Pflanzerde. Im ökologischen Frühanbau werden Brokkolisämlinge in Anzuchttöpfe von 5 bis 6 cm pikiert.
So gehst du vor:
- Den Sämling vorsichtig aus der Erde lösen.
- Ihn mit ungebogenen Wurzeln ins vorbereitete Pflanzloch setzen.
- Die Erde andrücken und angießen.
Ich hebe jeden Sämling mit dem Pikierstab heraus und halte ihn dabei an einem Keimblatt, nie am Stängel. Kohlrabi setzt du beim Pikieren nicht tiefer. Vergeilte Brokkolisämlinge dürfen dagegen bis an die Keimblätter in die Erde. Nach dem Pikieren gelten die Temperaturen aus der Tabelle oben.
Abhärten: Schritt für Schritt nach draußen
Vor dem Auspflanzen gewöhnst du die Jungpflanzen an draußen, indem du die Temperatur senkst und mehr lüftest. Stell die Töpfe tagsüber an einen windgeschützten, schattigen Platz. Von dort gewöhnst du sie allmählich an direkte Sonne und die übrigen Freilandbedingungen. Grünkohl stelle ich vor dem Pflanzen mehrere Tage tagsüber ins Freie.
Ein unbeheiztes Gewächshaus kann bei starkem Frost selbst gefrieren. Bei längeren Frostperioden deckst du die Pflanzen darin zusätzlich ab.
Zum Abhärten trage ich die Anzuchtkisten morgens an die schattige Hauswand und abends zurück ins Haus. Erst wenn die Blätter draußen nicht mehr schlapp hängen, rücke ich die Kisten Stück für Stück in die Sonne.
Auspflanzen: Pflanzreife, Tiefe und Abstand
Kohl aus der Vorkultur ist mit 3 bis 5 gut ausgebildeten Laubblättern pflanzreif. Je nach Art verschiebt sich das Kriterium etwas:
| Kultur | Pflanzreif |
|---|---|
| Blumenkohl | mit 5 Blättern |
| Weißkohl | mit 5 Blättern |
| Brokkoli | mit 4–5 Blättern und gut abgehärtet, beschrieben für den ökologischen Anbau |
| Kohlrabi | frühe Setzlinge mit etwa 4 Blättern und erkennbarem Knollenansatz; je nach Anzuchtbedingungen nach etwa 4–6 Wochen |
| Grünkohl | nach etwa 6 Wochen Vorkultur mit höchstens 4 Laubblättern |
| Herbstwirsing wie Vertus 2 | etwa 4–6 Wochen nach der Aussaat |
Das Beet soll fruchtbar und gut durchlässig sein, im Garten mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7. Bei Rotkohl, Rosenkohl, Wirsing und Grünkohl arbeitest du vor dem Pflanzen Kompost ein. Bodenart, pH und Staunässe behandle ich im Abschnitt Standort und Boden meines Kohl-Ratgebers.
Kohlrabi setzt du so flach, dass die Keimblätter über der Erde bleiben. Brokkoli kommt etwa 2 bis 3 cm tiefer ins Beet, als er in der Anzucht stand. Ich drücke die Erde um jede Pflanze fest und gieße sofort an.
Abstand in der Reihe und Reihenabstand planst du immer zusammen:
| Kultur | In der Reihe × Reihenabstand |
|---|---|
| Kohlrabi | 20–50 cm × 25–50 cm |
| Weißkohl, Blumenkohl | 40–60 cm × 40–60 cm |
| Rotkohl | 40–50 cm × 50–60 cm |
| Wirsing | 40 cm × 50 cm |
| Rosenkohl, Brokkoli | 50 cm × 60 cm |
| Grünkohl | PflanzrasterDas Pflanzraster ist das Abstandsmuster, nach dem du Pflanzen auf ein Beet setzt. Es besteht aus zwei Maßen: dem Abstand zwischen den Reihen (Reihenabstand) und dem Abstand der Pflanzen innerhalb einer Reihe. 40 × 40 bis 40 × 60 cm, je nach Sorte |
| Winterblumenkohl | Pflanzraster 70 × 65 cm im Freiland |
Bei Weißkohl hängt die Standweite an der Kulturgruppe: Frühkohl 50 × 50 cm, Herbstkohl 60 × 50 cm, Lagerkohl 60 × 60 cm.
Deine Reihen kannst du vorab im Beetplaner für Gemüsebeete einzeichnen.
Frühe Pflanzungen von Kohlrabi und Chinakohl schützt du mit Vlies oder Folie vor niedrigen Temperaturen. Steigen die Temperaturen deutlich, nimmst du die Abdeckung an einem trüben, möglichst windstillen Tag ab, ungefähr ab Mitte Mai. Bleibt sie zu lange liegen, kann sich darunter Hitze stauen.
Im Hochbeet können die sonnenwarmen Seitenwände den Boden schneller erwärmen und einen früheren Kulturstart ermöglichen. Was dort bei Füllung, Sorten und Abständen gilt, steht im Beitrag Kohl im Hochbeet anbauen. Für Balkon und Terrasse lies nach, welche Kohlarten im Kübel gedeihen.
Nach dem Auspflanzen: das Wichtigste in Kürze
Mit dem Pflanzen endet die Anzucht. Die Themen danach reiße ich hier nur an, ausführlich stehen sie in meinem Kohl-Ratgeber und in eigenen Beiträgen.
Schädlinge: Leg direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und halte es bis zur Ernte geschlossen. Überwinterte KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite. erscheinen meist ab April, die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. im April oder Anfang Mai. Kontrolliere Saaten und Jungpflanzen deshalb ab April regelmäßig.
Gießen: Wie viel Wasser Kohl im Beet braucht, hängt von Kultur, Sorte, Wetter, Boden, Sonne und Wind ab. Blumenkohl reagiert besonders empfindlich auf Wasser- und Nährstoffmangel, sobald die Kopfbildung beginnt. Mehr dazu erfährst du im Beitrag, wie du Kohl nach Bedarf gießt.
Pflege: Auf ungemulchten Beeten hältst du mit flachem Hacken Beikräuter klein und bremst die Verdunstung. Hacken, Anhäufeln und das Entfernen von Schossern erkläre ich im Beitrag, wie du Kohl über die Saison pflegst.
Krankheiten: Kohlhernie beugst du vor, indem du Staunässe vermeidest und die Anbaupause einhältst. Befallene Pflanzen kommen samt Wurzeln in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
Fruchtfolge und Nachbarn: Zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie. zählen auch Radieschen, Rettich, Rucola, Senf, Ölrettich und Raps. Zwischen jungem Blumenkohl darf Frühsalat stehen, wenn du ihn erntest, bevor der Kohl die Reihen schließt. Wie du Anbaupausen und Vorfrüchte planst und welche Nachbarn zu Kohl passen, liest du in eigenen Beiträgen.
Ernte und Lagerung: Kohlrabi kann im Hausgarten etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung erntereif sein. Brokkoli erreicht die Erntereife je nach Jahreszeit ebenfalls etwa 6 bis 8 Wochen nach der Pflanzung. Woran du den Erntezeitpunkt erkennst und wie du Kohl lagerst, zeige ich im Ernte-Beitrag.
Sorten: Sommerformen von Weiß- und Rotkohl bilden eher lockere Köpfe, Winterformen festere Köpfe, die sich besser lagern lassen. Welche Gruppe du wählst, bestimmt deinen Aussaattermin.




