Rosenkohl-Ertrag steigern: Pflanzzeit, Düngerhythmus und Entgipfeln
- Für die Winterernte pflanzt du Rosenkohl von Mai bis Anfang Juni.
- Jede Pflanze braucht 50 cm in der Reihe bei 60 cm Reihenabstand.
- Nach reifem Kompost zur Pflanzung folgen Kopfdüngungen nach 6 und nach 12 Wochen.
- Bei Pflanzung Anfang Juni entgipfelst du Mitte September.
- Der Boden-pH sollte bei 6,5 bis 7,5 liegen.
- Ein Tagebuch mit der Erntemenge je Pflanze macht deine Gartenjahre vergleichbar.

Rosenkohl steht bei mir vom späten Frühjahr bis in den Winter im Beet. Damit sich diese lange Standzeit lohnt, sollen am Ende feste Röschen dicht am Stiel sitzen. Ich lege deshalb schon am Pflanztag fest, wann ich später eingreife: bei zwei Kopfdüngungen und beim Entgipfeln. Dazu kommen genug Platz für jede Pflanze und ein Heft, in dem ich jede Ernte festhalte.
Die Röschen sind verdickte Blattknospen aus dicht geschichteten Blättern. Sie sitzen in den BlattachselnDie Blattachsel ist der Winkel zwischen Blattstiel und Zweig oder Stängel, also die Stelle, an der ein Blatt am Spross ansetzt. Aus ihr wachsen häufig Seitentriebe, bei Tomaten etwa die Geiztriebe. entlang des Stiels.
Rosenkohl anbauen: die Eckdaten auf einen Blick
| Punkt | Rosenkohl |
|---|---|
| Standort | vollsonnig, fruchtbarer und gut durchlässiger Boden |
| Aussaat | März bis Mai, Vorkultur im Freiland-Saatbeet, geschützt unter Glas ebenfalls möglich |
| Saattiefe | 0,5 bis 1 cm |
| Keimdauer | 7 bis 14 Tage |
| Pflanzung für die Winterernte | Mai bis Anfang Juni |
| Abstand | 50 cm in der Reihe, 60 cm Reihenabstand |
| Düngung | reifer Kompost vor dem Auspflanzen, danach Kopfdüngungen nach 6 und nach 12 Wochen |
| Entgipfeln | Mitte September bei Pflanzung Anfang Juni |
| Kulturdauer ab Pflanzung | etwa 160 bis 250 Tage, je nach Sorte |
| Ernte | Oktober bis Dezember sowie Januar und Februar |
| Boden-pH | 6,5 bis 7,5 |
| Anbaupause nach Kohlgemüse | mindestens vier Jahre |
Zwei dieser Zeilen legst du früh im Jahr fest und kannst sie später kaum noch ändern: Pflanzzeit und Abstand. Ich ziehe meine Jungpflanzen im Freiland-Saatbeet vor und lasse die Sämlinge dort nicht zu dicht stehen, damit sie nicht lang und schwach werden. Ausführlich steht in der Anleitung, wie du Rosenkohl von der Vorbereitung bis zur Ernte anbaust. Alle Kohltermine hast du mit dem Aussaatkalender für Kohl zum Ausdrucken auf einem Blatt.
Düngen: Grunddüngung und zwei Kopfgaben
Rosenkohl zählt zu den Kohlarten mit hohem Stickstoffbedarf. Vor dem Auspflanzen arbeite ich reifen Kompost ein, und die beiden Kopfdüngungen aus der Tabelle trage ich gleich am Pflanztag in den Kalender ein. Wie viel du gibst und womit, hängt von deinem Boden ab; wie du Kohl nach Art und Verwendungszweck düngst, erklärt der Kohl-Ratgeber ausführlich.
Entgipfeln: wann und wie du die Spitze kappst
Beim Entgipfeln nimmst du die Triebspitze der Rosenkohlpflanze ab. Für Rosenkohl, den du Anfang Juni pflanzt, ist Mitte September der Termin dafür. Ich schneide die Spitze dann mit einem sauberen Messer ab. Das kann die gleichmäßige Ausbildung der Röschen am Stiel fördern. So lenkst du den Wuchs im Hausgarten von Hand, zusammen mit Abstand und Düngerhythmus.
Ich pflanze meinen Rosenkohl Anfang Juni. Am selben Tag trage ich die beiden Kopfdüngungen und das Entgipfeln Mitte September in meinen Gartenkalender ein, damit alle Termine der Saison an einer Stelle stehen.
Über den Sommer: hacken, mulchen, stützen
Solange das Beet nicht gemulcht ist, hacke ich regelmäßig flach zwischen den Reihen. Das unterdrückt Beikräuter und vermindert die Verdunstung. Wo ich mulche, nehme ich angetrockneten Rasenschnitt, bringe ihn nur dünn bodendeckend aus und ergänze ihn dafür öfter. Mulch vermindert im Sommer Verdunstung und VerschlämmungVerschlämmung bedeutet, dass sich die oberste Bodenschicht nach starkem Regen dicht zusetzt. Die Oberfläche verliert ihre offenen Poren, nimmt Wasser schlechter auf und kann beim Abtrocknen verkrusten.. Hohe Pflanzen können bei starkem Wind umkippen, deshalb stecke ich an windigen Stellen einen Stab daneben und binde den Stiel locker an. Wie du den Boden unter deinem Rosenkohl lockerst und die Pflanzen anhäufelst, zeigt der Ratgeber zur Bodenpflege.
Ernte und Winter: von unten nach oben pflücken
Geerntet wird Rosenkohl von Oktober bis Dezember sowie im Januar und Februar. Frischer Rosenkohl hält sich nur bis zu einer Woche, deshalb pflücke ich über dieses lange Erntefenster in mehreren Durchgängen von unten nach oben. Im Winter lege ich bei Bedarf Vlies über die Pflanzen, denn eine Vliesabdeckung schützt überwinterndes Gemüse vor starker Kälte und vor Wintersonne. Welche Arbeiten beim Rosenkohl bis zur Winterernte anstehen, zeigt der Anbaukalender durchs Jahr.
Die Grundlagen kurz: Standort, Wasser, Schutz, Fruchtfolge
Diese vier Themen behandelt der Kohl-Ratgeber für alle Kohlarten ausführlich. Hier steht nur, was beim Rosenkohl zählt.
Standort und Boden
Rosenkohl will einen vollsonnigen Platz und fruchtbaren, gut durchlässigen Boden, am besten kalkhaltig. Weil er mittlere bis schwere Böden bevorzugt und staunasse Böden Kohlhernie-Infektionen begünstigen, zählt auf schwerem Boden vor allem ein guter Wasserabzug. Der Boden-pH sollte bei 6,5 bis 7,5 liegen, und Kalk gibst du nur nach Bodenart und Bodenuntersuchung. Mehr dazu, welchen Standort und Boden Rosenkohl braucht, steht im eigenen Ratgeber.
Gießen
Rosenkohl mag gleichmäßig feuchten Boden. Die Bayerische Gartenakademie rät Hobbygärtnern, Gemüse eher wöchentlich und gründlich mit rund 14 Litern pro Quadratmeter zu gießen als täglich in kleinen Mengen. Wie viel dein Beet tatsächlich braucht, hängt von Wetter, Boden, Sonne und Wind ab.
Schädlinge und Krankheiten
KohlerdflöheErdflöhe sind winzige, sprungstarke Blattkäfer, die Blätter von Kohlgewächsen wie Radieschen, Rucola und Kohl siebartig durchlöchern. Am häufigsten sind Kohlerdflöhe, kleine Käfer mit gelben Streifen an der Seite., die überwintert haben, tauchen meist ab April auf, dazu kommen die Kleine KohlfliegeDie Kohlfliege (Kleine Kohlfliege) ist ein Schädling an Kohl, Rettich und Radieschen. Ihre weißlichen Maden sitzen im Wurzelbereich junger Kohlpflanzen, die dann welken; in Rettich und Radieschen verursachen sie Fraßgänge. und Raupen wie die des Kohlweißlings. Gegen die Erdflöhe lege ich direkt nach dem Pflanzen ein Kulturschutznetz mit 0,6 bis 0,8 mm Maschenweite auf und halte es bis zur Ernte geschlossen. Der KohlhernieKohlhernie ist eine Wurzelkrankheit von Kohl und anderen Kreuzblütlern, verursacht durch den Schleimpilz Plasmodiophora brassicae. Befallene Pflanzen welken und kümmern, an den Wurzeln bilden sich knötchenartige Verdickungen oder fingerförmige Wucherungen. beugst du vor, indem du Staunässe vermeidest, die Anbaupause einhältst und befallene Pflanzen samt Wurzeln über den Restmüll entsorgst.
Fruchtfolge
Nach Kohlgemüse sollte die Fläche mindestens vier Jahre ohne Kohl bleiben, und auch Radieschen, Rettich, Senf, Ölrettich und Raps zählen zur KohlpauseDie Kohlpause ist eine mehrjährige Anbaupause, in der auf einem Beet weder Kohl noch andere Kreuzblütler wie Radieschen, Rettich oder Rucola wachsen. Sie beugt der Kohlhernie vor, einer Wurzelkrankheit dieser Pflanzenfamilie.. Als günstige Vorfrüchte für Rosenkohl gelten Porree, Zwiebeln, Zucchini, Getreide und Mais. Welche Nachbarn zu deinem Rosenkohl passen, prüfst du im Mischkultur-Werkzeug; solche Listen sind allerdings kein Wirkungsversprechen.
Rosenkohl im Bio-Garten
Im Bio-Garten versorgst du Rosenkohl organisch und schützt ihn mechanisch. Als organische Stickstoffdünger eignen sich Hornmehl, Horngrieß und Hornspäne. Im ökologischen Kohlanbau tragen außerdem Leguminosengemenge oder Leguminosen als ZwischenfruchtEine Zwischenfrucht ist eine Kultur, die zwischen zwei Hauptfrüchten auf derselben Fläche wächst, oft von der Ernte im Spätsommer bis zum nächsten Frühjahr. Sie wird als Gründüngung zur Bodenverbesserung oder, in der Landwirtschaft, als Futter angebaut. vor dem Kohl zur Stickstoffversorgung bei. Als Gründüngung vor Kohl passen Phacelia und Buchweizen, Senf, Ölrettich und Raps meidest du dort dagegen. Kompost lockert schwere Böden und verbessert bei leichten Böden die Speicherung von Wasser und Nährstoffen. Gegen Schädlinge arbeite ich mit Netz, regelmäßiger Kontrolle und Absammeln. Günstige Wirkungen von Pflanzennachbarn lassen sich oft schwer nachweisen, deshalb pflanze ich Blumen vor allem für die Nützlinge.
Lass ungefüllte Blüten sowie Laub- und Totholzhaufen im Garten zu. Sie bieten Nützlingen Nahrung oder Rückzugsraum.
Den Ertrag messen: dein Rosenkohl-Tagebuch
Ob eine Maßnahme in deinem Garten etwas bringt, siehst du erst, wenn du mehrere Jahre vergleichen kannst. Ich führe dafür ein einfaches Heft für mein Kohlbeet. Beim Pflanzen notiere ich Datum, Sorte und die Zahl der Pflanzen, bei jeder Ernte die gewogene Menge. Am Saisonende teile ich die Gesamtmenge durch die Zahl der Pflanzen. Ein Unterschied zwischen zwei Jahren bleibt trotzdem ein Hinweis und kein Beweis, weil Wetter, Boden und Befall jedes Jahr anders ausfallen.
Pflanzdatum und Sorte; Zahl der Pflanzen; Termine von Grunddüngung, beiden Kopfdüngungen und Entgipfeln; trockene Wochen und Gießgaben; erster Befall mit Erdflöhen, Kohlfliege oder Raupen; Erntemenge je Durchgang.
Nur die Gesamternte aufschreiben. Stehen in einem Jahr mehr Pflanzen im Beet als im anderen, taugt die Summe nicht zum Vergleich; rechne deshalb immer je Pflanze.
Wo der Rosenkohl nach der Anbaupause wieder stehen darf, behältst du im Blick, wenn du deine Beete über die Jahre im Beetplaner einträgst.
Lohnt sich Rosenkohl? Platz, Zeit und Ernte abwägen
Rosenkohl steht je nach Sorte etwa 160 bis 250 Tage ab der Pflanzung im Beet. Mit dem Abstand aus der Tabelle braucht jede Pflanze außerdem viel Fläche. Zusammen heißt das: Wenige Pflanzen belegen über Monate ein großes Stück Beet, und jede ausgefallene Pflanze fehlt deutlich in der Ernte. Ziehst du den Rosenkohl vor, kann das Beet länger mit einer ersten Kultur belegt bleiben. Setzt du zwischen die jungen Pflanzen eine kurzlebige ZwischenkulturEine Zwischenkultur ist eine schnell wachsende Gemüsekultur, die gleichzeitig mit einer langsam wachsenden Hauptkultur auf dem Beet steht, meist in Reihen dazwischen. Sie ist geerntet, bevor die Hauptkultur den ganzen Platz braucht., erntest du sie ab, bevor sie den Kohl bedrängt. Dafür pflückst du von Oktober bis in den Februar frisch vom Beet.
Im Erwerbsanbau liegt der Ertrag von Rosenkohl bei etwa 10 bis 15 Tonnen pro Hektar. Gepflückt werden dort 20 bis 30 Kilogramm je Arbeitskraftstunde. Für dein Beet sind das keine Sollwerte, sie zeigen aber, wie viel Arbeitszeit selbst im Erwerbsanbau in der Ernte steckt.
Startest du mit Jungpflanzen, findest du im Ratgeber, wie Rosenkohl vom Setzling bis zur Ernte gelingt.




